Kurier: Suchfelder-Bezeichnung

12:30, Thursday, 13 2017 July UTC

Die Suchfunktion der Wikipedia war über die Jahre immer wieder Änderungen unterworfen. Mal ging sie jahrelang gar nicht, dann hatte sie mal zwei Buttons, dann wieder nur einen – und wirklich gut suchen kann sie immer noch nicht. Obwohl die Suche mittlerweile diverse Keywords versteht, die die Suche optimieren, sind diese recht unbekannt. Daher gab es auf der letzten WikiCon einen Workshop zu diesem Thema, wo angeregt wurde, die Bedienbarkeit der Suche zu verbessern.

Johanna Strodt ruft nun im Kurier dazu auf, bis zum 20. Juli beim Gestalten der neuen Suchfelder zu helfen. Beteiligt euch, oder meckert nicht, wenn’s euch am Ende nicht gefällt ;-).

Kurier: Zensur der trwiki

20:21, Wednesday, 12 2017 July UTC

Holder hat im Kurier Zahlen gepostet die zeigen, wie stark die türkischsprachige Wikipedia unter ihrer Sperrung leidet. Die Zugriffszahlen z.B. fielen von 158 Millionen auf 30,6 Millionen – das ist schon erschreckend.

Und das Alles nur um den Ego-Trip eines Einzelnen zu unterstützen :-(.

Bis Juni 2018: RemexHTML ersetzt Tidy

12:05, Friday, 07 2017 July UTC

Wie Subbu auf der Mailingliste Wikitech-l mitteilt, soll Tidy bis spätestens Juni 2018 durch RemexHTML ersetzt werden. Bei beiden Programme handelt es sich um Hilfssoftware von Mediawiki die dazu dienen die HTML-Syntax aufzubereiten bzw. zu reparieren.

Damit der Umstieg gelingt, müssen wir Autoren aber aktiv werden, da RemexHTML teilweise anders funktioniert als Tidy; dies betrifft vor Allem ungültige HTML-Syntax wie z.B. <u><i>Test</u></i> oder <div/>. Das Alles muss gefunden und repariert werden. Wo genau Probleme auftreten werden, kann in einer FAQ nachgelesen werden (aktuell gibt es die noch nicht auf deutsch).

Auf der Mailingliste wurde auch die Möglichkeit angesprochen, Bots einzusetzen. Meiner Meinung nach, wird dies aber nur bedingt möglich sein; Einiges wird im Endeffekt nur per Hand gehen.

Kurier: Podcast WikiStammtisch wird 1 Jahr alt

19:13, Tuesday, 04 2017 July UTC

Wie Sebastian Wallroth im Kurier mitteilt, macht er nun schon 1 Jahr Podcasts zum Thema Wikipedia. Mittlerweile hat man sich schon daran gewöhnt, dass Sebastian überall mit Mikro, Kopfhörer und Mischpult auftaucht ;-).

Ist zwar nicht meine Welt, aber ich gratuliere trotzdem und wünsche weiterhin viel Erfolg :-).

Kurier: Frauen-Edith-a-thon

19:05, Tuesday, 04 2017 July UTC

Wie IvaBerlin im Kurier mitteilt, soll es am Samstag (8. Juli) einen Edith-a-thon zum Thema „Frauen, die es in anderen Wikipedias schon gibt, bei uns aber noch nicht“ geben.

Ich wünsche viel Erfolg und tolle Artikel!

Umfrage: Recherchehilfe

12:22, Monday, 03 2017 July UTC

Micha hatte eine Umfrage gestartet um zu klären, was die Community unter „Recherchehilfe“ versteht. Diese läuft noch bis zum 31. Juli, und könnte mMn. noch deutlich Beteiligung vertragen.

WikiCon-Anmeldung startet

17:23, Sunday, 02 2017 July UTC

Ab sofort kann man sich für die diesjährige WikiCon anmelden. Wer eine Hotelbuchung benötigt, für den gibt es ein Limit bis 20. August; ansonsten kann man sich bis zum Start der WikiCon anmelden, sofern die 350 Plätze nicht schon voll sind.

Die Organisatoren bitten aber dringend darum, sich frühzeitig anzumelden, um die Orga zu erleichtern.

Ich habe mich bereits angemeldet und freue mich schon :-).

Morgen Stichtag Wikicon-Vorträge

12:00, Thursday, 29 2017 June UTC

Nicht vergessen: Nur noch bis Morgen (Freitag) Abend (24:00 MESZ) können Vorträge für die WikiCon 2017 eingereicht werden.

Adminkandidatur Tönjes

22:17, Monday, 26 2017 June UTC

Noch bis 10. Juli läuft die Adminkandidatur von Tönjes.

Kurier: Wikidata-Wahldaten-Workshop

21:45, Monday, 26 2017 June UTC

MB-one berichtet im Kurier über einen Workshop mit dem Thema Wahldaten und Wikidata.

Ausbau Pasarow Award

14:00, Sunday, 25 2017 June UTC

Drahreg01 hat einen Aufruf im Kurier gestartet, ihm beim Ausbau des Artikels Pasarow Award zu helfen. Hauptproblem ist wohl, das die Preisträger online nur schlecht zu finden sind und der enwp-Artikel recht bescheiden ist.

Zur Motivation hat Drahreg01 ein paar Preise ausgesprochen.

Probleme bei der Visa-Vergabe Wikimania

15:30, Saturday, 24 2017 June UTC

Seit ein paar Tagen läuft auf der zentralen Mailingliste der Wikimania ein Thread über Probleme bei der Visavergabe. Mehrere Leute aus Ländern wie Indien berichten, das ihr Visa-Antrag abgelehnt wurde und das sie deshalb nicht zur Wikimania in Montreal kommen können.

Ein offenkundiges Problem scheint zu sein, das die Einladungsschreiben von der WMF ausgestellt wurden, die bekanntlich in den USA und nicht in Kanada sitzt. Kerry hat die Problematik daran gut zusammengefasst:

So an organisation P in country Q writes a letter of support to country R to grant a visa to person S from country T on the basis that organization P thinks that person S is actually the pseudonymous user U?

Hintergrund dafür scheint aber zu sein, das die eigentliche Orginisation die die Wikimania ausrichten sollte, mittlerweile aufgelöst (defunct) ist, und nun das lokale Chapter und die WMF die Brocken auflesen müssen. Hoffen wir das Beste.

Abstimmung Technische Wünsche

16:45, Friday, 23 2017 June UTC

Noch bis zum 2. Juli kann darüber abgestimmt werden, welche technischen Wünsche Wikimedia Deutschland demnächst umsetzen soll.

Wiederwahl JWBE

15:47, Friday, 23 2017 June UTC

Noch bis 25. Juni läuft die Wiederwahl von JWBE.

Kleine Souvenirs vom Wikimedia Hackathon in Wien

08:13, Wednesday, 31 2017 May UTC

Letztes Jahr in Jerusalem, nächstes Jahr in Barcelona, dieses Jahr in Wien: Von 19.–21. Mai  2017 fand der Wikimedia Hackathon in Wien statt. Rund 250 Entwicklerinnen und Entwickler trafen sich in Wien, um an Wikimedia Projekten zu arbeiten, also an Wikipedia, Wikidata, MediaWiki und den vielen Geschwisterprojekten.

Teil des Hackathons war auch ein spezieller Konferenz-Track, „Fantastic MediaWikis and How to Maintain Them“, der von der MediaWiki Stakeholders‘ Group (hier allen voran Markus Glaser und Richard Heigl) organisiert wurde.

WikiAhoi war an diesem Tag dabei!

Was gibt’s Neues in der MediaWiki-Welt?

Mark A. Hershberger gab einen Einblick in Interviews, die mit Drittnutzern von MediaWiki (=Nutzer außerhalb von Wikimedia Projekten) geführt wurden. Dabei stellte sich heraus: „Content is king, not code“ – also im Wiki geht es immer um Inhalte, nicht vorrangig um die Funktionen.

Content is king, not code.

Nutzer verwenden MediaWiki aus den folgenden Gründen:

  1. Vertrautheit. Aufgrund von Wikipedia kennt man das System.
  2. Zuverlässigkeit. Der Code der Software wird regelmäßig mit Sicherheitsupdates durch die Wikimedia Foundation aktuell gehalten.
  3. Findbarkeit. Ein Wiki fungiert als zentrale Stelle im Unternehmen, Informationen zu suchen und zu finden.
  4. Teilbarkeit/Mehrbenutzbarkeit. Sind Inhalte einmal erstellt, können sie einfach geteilt und weiterverarbeitet werden.
  5. Agilität. Ein Wiki ist flexibel und wächst mit neuen Anforderungen. Prototypen sind rasch erstellt und sofort produktiv einsetzbar.
  6. Transparenz & Zurechenbarkeit. Zu jedem Zeitpunkt ist transparent, wer wann welche Änderungen vorgenommen hat. Das hat noch einen positiven Aspekt: Die Autorschaft von Artikeln kann speziell hervorgehoben werden.

Bernhard Krabina vom KDZ stellte das Wien Geschichte Wiki vor – wer’s noch nicht gesehen hat, unbedingt reinstöbern! Es ist ein sehr schönes Beispiel eines öffentlichen semantischen Wiki. In Zukunft werden noch ein semantisches Glossar eingebaut, außerdem sind ein Ausbau der Inhalte zu Denkmäler und ein neues responsives Design in Planung. Die Schwierigkeiten in der Arbeit mit diesem Wiki sind Performance-Optimierungen, da die Schnelligkeit unter den vielen Abfragen etwas leidet. Derzeit werden dazu noch Servereinstellungen angepasst.

Bernhard lud auch wieder zur Meetup-Gruppe der Semantic MediaWiki Community in Wien ein!

Michael Barylak von der European Space Agency (ESA) stellte den Prototypen eines internen MediaWiki zum Qualitätsmanagement vor.

No system is perfect, concept of improvement is crucial.

Etwas techniklastiger, aber nicht minder interessant waren Vorträge von Niklas Laxström von translatewiki.net, der über die Codeentwicklung mit dem Deployment-Tool Oregano sprach, und von Lex Sulzer von Dataspects, dem es einfache Backups und Klone für Entwicklerumgebungen angetan haben.

Zum Abschluss sprach Richard Heigl von Hallo Welt! über den Vergleich von Confluence und MediaWiki. Es wird derzeit an einem Echtzeit-Editor gearbeitet, das wäre ein Quantensprung für den Editor in MediaWiki!

Make your hidden champions visible.

Und Markus Glaser von Hallo Welt! erläuterte die Installation von Visual Editor in MediaWiki, für diese Extension braucht es ja einige Serveranpassungen.

Auf dem Panel „Promoting MediaWiki“ ging es vor allem um die Frage, welche Vorteile die Nutzung von MediaWiki im Unternehmenskontext für die Wikimedia Foundation haben kann.

Nachlese zur Konferenz am Hackathon

Der Hackathon wurde unter dem Hashtag #wmhack auf Twitter begleitet. Zur Konferenz gibt es von uns auch ein eigenes Storyboard.

Alles in allem ein super Event!

Fantastic MediaWikis and How to Maintain Them (c) Shrini, Quelle: Wikimedia Commons

Any questions? – Mark. A. Hershberger auf dem Wikimedia Hackathon. (c) Sabine Melnicki

Promoting MediaWiki: Panel mit Mark A. Hershberger, Bryon Davis, Brion Vibber, Sabine Melnicki, Richard Heigl. (c) Markus Glaser (Mglaser), Quelle: Wikimedia Commons

Wir waren dieses Jahr mit WikiAhoi wieder bei der SMWCon dabei. Die Konferenz zu Semantic MediaWiki findet zweimal pro Jahr statt, im Frühling in Nordamerika und im Herbst in Europa. Letztes Jahr waren wir schon in Wien dabei und dieses Jahr gings ins herbstlich-sonnige Barcelona. In freundlicher, persönlicher Atmosphäre wurden technische Neuigkeiten, innovative Projekte und besondere Anwendungsfälle besprochen. Wir möchten Sie an den wichtigsten Neuerungen teilhaben lassen.

Neuigkeiten aus der Semantic MediaWiki-Welt

Semantic Forms (Version 3.4 September 2015) hat sich mittlerweile als eigenständige Erweiterung etabliert und ist nun technisch nicht mehr von der Grunderweiterung Semantic MediaWiki abhängig. Weitere wichtige Änderungen:

  • Statt den Spezialattributen werden nun ParserFunctions eingesetzt.
  • Kartenbasierte Eingabeformate (Google Maps, Open Layers) sind nun möglich – diese werden nur eingesetzt, wenn Semantic Maps nicht vorhanden ist.
  • Weiters wird nun Cargo unterstützt, es lassen sich in Formularen auch Eingabeformate und die Autovervollständigungsfunktion aus Cargo nutzen.
  • Dazu kann man nun auch „mapping“-Werte hinterlegen, das sind andere Werte, als auf der Seite angezeigt werden.
  • Ein neuer Parameter erlaubt es, nur einzigartige Werte speichern zu lassen.
  • Alle roten Links können nun mit einer einzelnen Einstellung auf eine Formularauswahlliste weitergeleitet werden.

Die MediaWiki Stakeholder’s Group nahm die Konferenz zum Anlass, um weitere Schritte zu besprechen: Ziel der Gruppe ist die Koordination und die Kommunikation mit Wiki-Nutzern in Unternehmen, die Unterstützung von Entwicklern und Administratoren und die offizielle Kommunikation mit der Wikimedia Foundation. Wikipedia hat etwas andere Ziele als einzelne Drittnutzer der Software MediaWiki. Es geht also stark darum, die Interessen der Nutzer von Wiki in Unternehmen zu vertreten und in der Weiterentwicklung der Software voranzutreiben.

Interessante neue semantische Erweiterungen gibt es zu Breadcrumbs, Zitaten, Sprachenlinks und Metatags:

Und warum „eine Konferenz mit Folgen“? Diese Konferenz hat Folgen auf mehreren Ebenen: Wir haben persönliche Kontakte für Zusammenarbeit und Austausch geknüpft, es wurden Ideen beflügelt und Inspirationen für neue Projekte ausgetauscht, die Motivation wieder gestärkt, das Projekt MediaWiki als Ganzes voranzubringen und nicht zuletzt viele Features und Software-Änderungen besprochen, die in der Regel meist recht schnell umgesetzt werden. Die Konferenz war somit ein voller Erfolg.

Die Konferenz fand von 28.–30.10.2015 in Barcelona statt, in der schönen Fabra i Coats Kunstfabrik im Stadtteil Sant Andreu. Knappe 40 Teilnehmer nahmen an einem Tutorial- und zwei Konferenztagen teil.

Introduction to Phabricator at Wikimedia Hackathon

07:47, Saturday, 20 2017 May UTC

This weekend I participate at Wikimedia Hackathon in Vienna. I mostly contribute to Wikidata related events and practice the phrase "long time no see", but I also look into some introductionary talks.

In the late afternoon of day one I attended an introduction to Phabricator project management tool given by André Klapper. Phabricator was introduced in Wikimedia Foundation about three years ago to replace and unify Bugzilla and several other management tools.

Phabricator is much more than an issue tracker for software projects (although it is mainly used for this purpose by Wikimedia developers). In summary there are tasks, projects, and teams. Tasks can be tagged, assigned, followed,discussed, and organized with milestones and workboards. The latter are Kanban-boards like those I know from Trello, waffle, and GitHub project boards.

Phabricator is Open Source so you can self-host it and add your own user management without having to pay for each new user and feature (I am looking at you, JIRA). Internally I would like to use Phabricator but for fully open projects I don’t see enough benefit compared to using GitHub.

P.S.: Wikimedia Hackathon is also organized with Phabricator. There is also a task for blogging about the event.

I've been thinking for a longer timeframe now about a WikiDance project, bringing dances and dancing on Wikipedia.

It would give me the chance to combine two passions. (and I've seen some Wikip/media people who like dance as well).

And it should serve Wikipedia as well. Contentwise it is as far removed from military history as possible. The project should open up topics that are undercovered. Maybe it could even attract people we are missing in Wikipedia right now.

BUT 


Writing about dance is about as useless as trying to to describe music by building a house in the style of the music.

And even when describing dance by words would be possible is possible: text describing movement, any movement, is about the most boring text ever written. Just try to read the sports articles in Wikipedia: boooring!

Pictures are not really an improvement. Basically, dance is movement, which means video would be the best form to cover it.


Pirouette
Animated GIF? A solution. Image: Pirouettes performed by Daria L during Paquita grand pas de deux adagio.Author. Jim Lamberson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Using video of course would turn the project from a small, dance-oriented project to a heavy, expensive, tech-dependent project where a lot of time and resources would be spent handling equipment. Not what I would really like to do.

As can be easily seen on Youtube, producing good dance video is difficult. One needs to see what really is happening. And prefereably it should look good as well.

You need accomplished dancers to get across what you need and accomplished filmers.

(Or you need somebody who already has the videos. Then one would spent the most of the time, doing not research and producing content, but lobbying - which is none of my passions.)

SO


I could go the boring way. Limit the project to writing. Which would bring fun to me, but not to readers.

I could sigh and resign and learn a lot about video.

I could just start, see what's happening and hope for the best.

I could inspire someone who does all the work.

So. I really would like to have/start a Wiki-Dance-project. But all the forms I can imagine would either bore myself to death or would involve spending a lot of time with equipmemt and lobbying - which means no time spent with dancing at all.

So I'm having problems to decide. Anybody any ideas?

 

Äpfel, Fotos, Kalifornien

08:08, Friday, 26 2016 August UTC

Wenn die Wikipedia auf Kalifornien trifft, auf Äpfel, Erntefeste, Kollaboration und Fotografem . So wie es sein solte. Gelegentlich erfüllt die Wikipedia jeden Wunsch und sie ist unterstützend, kollaborativ, inspirierend, gibt allen Beteiligten Spaß und der Menschheit dann etwas zu sehen und zu lesen.


Gravenstein Apple Fair 2016 - 01
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es begann mit dem Schreibwettbewerb. Der Schreibwettbewerb der Wikipedia existiert seit 2005 und findet zweimal im Jahr statt. Einen Monat lang versuchen Autoren DEN BESTEN Artikel zu schreiben und zu verbessern. Dafür gibt es Preise. Meist stiften andere Wikipedianer diese Preise. Sie reichen von Buchgutscheinen über Tee, selbstgemachte Marmelade oder Einladungen zum Opernbesuch.

Im März 2016 waren auch fünf Kilo Äpfel von der Streuobstwiese als Preis ausgesetzt – gestiftet von Benutzer:Sternrenette für den besten Artikel mit Bezug zum Thema Obst. Äpfel! Da konnte ich natürlich nicht widerstehen.



Schnell mal in das Bücherregal gesehen, die einschlägigen Bücher durchsucht und dann geschaut, welche Apfelsorten sowohl in den deutschen wie den englischen Publikationen behandelt werden – da war die Auswahl überraschend eng.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 08

Abgesehen von einigen wenigen globalen Sorten (Gala, Golden Delicious, Cripps Pink..) – die zudem meistens in Deutschland selbst nicht angebaut werden – ist das mit den Äpfel doch eher eine lokale oder regionale Sache. Deutschlandweit angebaute Sorten wie Elstar kommen in englischsprachigen Ländern kaum vor, dortige Favoriten wie Braeburn wachsen in Deutschland nicht. Die wenigen Sorten, die den Sprung schafften wie Cox Orange oder Golden Delicious haben bereits seit einiger Zeit ausführliche Wikipedia-Artikel.

Sorten, die den Sprung über eine Sprachgrenze hinweg geschafft haben, sind rar gesät.

Aber dann gab es noch Gravenstein. Vielleicht eigentlich ein italienischer Apfel oder ein dänischer, auf jeden Fall seine Welteroberung beginnend im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Mit seiner Einführung im 17. Jahrhundert ein Apfel, der die Bezeichnung „alte Sorte“ tatsächlich verdient, beliebt einst in ganz Europa und den USA. Laut diversen Experten der bestschmeckende Sommerapfel überhaupt, aber schlecht zu lagern und zu transportieren: heute nur noch Liebhaberapfel. Ein alter Apfel mit Geschichte, Hintergrund, Aufstieg und Fall – der Stoff für einen guten Artikel ist da.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 09
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0 

Etwas mehr Recherche: der Aufstieg brachte den Gravensteiner über den Unweg russischer Pelzhändler bis in das Sonoma County in Kalifornien. Die Gegend bei San Francisco - heute vor allem berühmt für seinen Wein - war ehedem aber Gravenstein County. Dort feierten sie große Volksfeste, bauten Züge, Boote und Zeppeline aus Äpfeln nach, sammelten den ganzen Landkreis zu einer großen Party. Vergessen dann im 20. Jahrhundert, wiederbelebt zum 21. Jahrhundert hin, mittlerweile gefördert durch Slow Food, findet die Fair wieder statt.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 03
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Und wie es so ist, Sonoma County liegt nicht nur abstrakt nahe San Franciscos, sondern auch konkret nahe des Sitzes der Wiki Education Foundation. Damit liegt das Sonoma County auch nahe des  WikiEd Executive Director, wunderbaren Menschen und großartigen Fotografen Frank Schulenburg.

Den mal bei Gelegenheit angesprochen: Hey, Frank, schau mal was bei Dir in der Gegend los ist. Das war so im März. Apfelernte allerdings ist nichtmal für Frühäpfel in der Jahreszeit. Also gewartet bis zum August.

Der war nun heiß auf die Äpfel und endlich war am Wochenende Appel Fair. Frank hin. Mit Fotos zurück. Von Äpfel und der Fair, Kuchen und Menschen. Nur eine Apfelkönigin scheint es tatsächlich nicht gegeben zu haben. Hinein in den Artikel.

Inspiration, Literatur, Zeit, Umsetzung, Fotos und Einsatz. Über sechs Monate hinweg und zwei über Kontinente. So bitte darf Wikipedia öfter sein.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 07
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wiki Loves Cocktails auf der Wikicon

05:03, Thursday, 14 2016 July UTC

Wer sich erinnert: Wiki Loves Cocktails war eines der besten Wikipedia-Projekte, das je stattfand.


Sidecar Cocktail

Nun gibt es die Anfrage, das Projekt auf der Wikicon im Herbst in Kornwestheim zu wiederholen. Es scheint noch nicht sicher zu sein - aber damit würden zwei wunderbare Sachen zusammenkommen.

Im Konferenzzentrum gibt es eine Bar, an der am Freitag und Samstag Drinks für die teilnehmenden Wikipedianer gemixt und verkauft werden könnten. Darüber hinaus wäre in einem benachbarten Seminarraum Platz für ein Fotoshooting. 

Iberty bleibt am Ball und hofft auf das Beste.

Wikimania 2016 - random thoughts

08:51, Tuesday, 12 2016 July UTC

Wikimania! The world Wikipedia conference. Every year in a different place on changing continents, organised by locals but with basically a lot of the same people always attending. A highlight in the Wikipedia year. So much to see and to comprehend. In case you missed it, here is my live twitter feed (and thanks to Sucomo for the support). But what happened there of course lasts longer than just for the moment,

Just to get some thinking going and pin down some notes from Wikimania as long as I still remember. Some random thoughts about Wikimania 2016 in Esino Lario, close to Lake Como, Lomardy, Italy.

1200 Wikipedians in a small village with about 800 inhabitants. Sleeping in every free bed the village had to offer, attending workshops in discussions in a school, the local museum, the local gym and the theater. The Wikimania was down to earth. Literally, as this was outdoors and the environment played a big part in Wikipedia, but also metaphorically. Much less about "we save the world" and "why we are important" and a lot more about "The How". Stuff for daily activities one can work with.

Wikimania 2016 the How 26.06.2016 11-11-31

So just for some random thought before I did more thorough thinking and analysis:





Stunning scenery. We were allowed to drive every day the way from Lake Como to Esino Lario and it qualifies as most scenic commute I have ever undertaken.

Wikimania 2016 lago como 25.06.2016 09-14-31
View on my daily commute.

Great venue. The most wiki-style conference. It looked like the whole village was involved andcontributing to the event. As fas as I could see, the village got something infrastructure, events aimed at the locals and events aimed at Wikimedians and locals alike.

Wikimania 2016 cake 25.06.2016 15-03-23



Stones, mountains, the nearby lake, more stones. This Wikimania was down to earth, even literally.

Wikimania 2016 scenery 25.06.2016 20-08-45

Talks: same procedure as last year and the years before. Basically the same people talking about the same topics as always.. Discussions rounds were a great idea but always a bit bogged down because there were too many people in the room to really discuss. Training sessions were a good diea and the one i attended did make sense.

Can we maybe just skip the presentations next time altogether (or put them in some place "for press and others who don't know anything) and just design the real program out of training sessions and discussions? 

Walkimania. Up and down and up again. Following the mule path. Great. Got some movement in between sessions and one was not confined to a hotel/campus setting but walked (and climbed) around the real world. Big, big, plus.

THE RAIN

Wikimania 2016 THE RAIN 26.06.2016 19-22-23

THE HAILSTORM

Wikimania 2016 THE RAIN 26.06.2016 19-33-35

Best conference catering ever. Salad. Vegetables. Good quality meat. Vino rosso. Also really liked that a lot of the catering happened at a restaurant/bar setting, but even the tent-catering was way better than these kunds of catering are in other places.

Wikimania 2016 food 24.06.2016 19-23-19


Texas line dancing on an Italian village square.

My thoughs on Mapping Wikipedia made some progress.

Never seen so few talks by the Wikimedia Foundation or other Wiki-professionals. Did not miss them.

Whoever designed the Wikimania-Shirts and their colour must have spent a lot of time at Pizzeria Oasi looking at their tables and chairs.

Wikimania 2016 oasi shirt 26.06.2016 17-48-49


Not much about Foundation politics. I am sure all politics happening at the Foundation and the chapters were of really big interest to some people. But people who don't really care about this inside baseball did not have to listen to all the people involved for days and hours.

Even the two surprise moments (Christophe Henner as new chairman of the board and Katherine Maher as now-non-temporary CEO - congratulations to both!) were delived elegantly, swiftly and just fitting into ethe occasion and the moment.

Paid editing really differs throughout the different language versions. Though the talk was more about the rules than about actual editing happening or not happening.

Jimmy seemed to be way more enthuastic and engaged at a Wikimania than I have seen him for a long time. Cool. My most touching moment: Jimmy offering his personal help to the blocked Uzbek Wikipedia.

Heard about some cool projects done throughout the Wiki world.

Italy has a lot of different police troups and all of them were at the Wikimania. At least they all were friendly and mingled and such. Still a bit strange: Wikimania in the most peaceful place one could imagine and at the same time the Wikimania with the most police ever.

Wikimania 2016 polizia 24.06.2016 20-13-36


Wikimania 2016 carabinieri 26.06.2016 14-20-02

I have seen a 6-meter theremin played by a falcon.


Offener Brief an das WMDE-Präsidium

14:02, Friday, 17 2016 June UTC

Liebes Präsidium,

da Ihr ja am Wochenende die grobe Richtung für 2017 beschließen wollt, möchte ich Euch auch grob meine drei dringendsten Erwartungen mitteilen, die mein Verein im kommenden Jahr erfüllen sollte:

1. Breite Aufklärung über Wikipedia.
Es ist leider eine Tatsache, dass auch heute noch kaum jemand weiß, dass hinter Wikipedia (und den Schwesterprojekten) ehrenamtliche Autoren, Fotografen und andere Freiwillige stecken.
Bei jedem (Foto-)Projekt wird mir immer wieder bewusst, dass dieser essentielle Fakt bei der übergroßen Mehrheit der Nutzer (=Leser) völlig unbekannt ist – egal, ob es sich dabei um Politiker, Schauspieler, Sportler oder wen auch immer handelt.
Diese Aufklärung in wirklich großem Rahmen – dafür auch gern mal eine „Campaignerin“ einsetzen! – ist für mich essentielle Aufgabe des Vereins. Bisher ist das leider nur partiell und tröpfchenweise passiert, hier braucht es aber endlich eine massentaugliche Strategie/Kampagne!

2. Priorisierung der Freiwilligenunterstützung auf die bereits Aktiven
Seit Jahren wird erfolglos versucht, neue Mitarbeiter für Wikipedia & Co zu generieren. Ja, das ist auch eine wichtige Aufgabe.
Leider wird m. E. bei allen Versuchen, Leser zu Autoren zu machen, die dies zumeist überhaupt nicht wollen, vergessen, dass es immens wichtig ist, die Leute zu unterstützen, die die Inhalte bereits jetzt erstellen – und das teilweise seit 10-15 Jahren. Ich wünsche mir hier eine Prioritätenverschiebung.
Mal davon abgesehen: Wenn Punkt 1 oben erfolgreich umgesetzt würde, erwartete ich auch einen Zustrom neuer Mitarbeiter. Die Aufklärung muss dabei aber voraus gehen, dann klappt’s vielleicht auch mit den Neuautoren.

3. Bestehende und erfolgreiche Projekte weiterführen
Hier meine ich vor allem solche, die auch von der Community angenommen werden. Ich sage nur GLAM, GLAM on tour, Coding da Vinci usw.
Dazu, wie momentan seitens der „Führungsebene“ der Geschäftsstelle versucht wird, genau diese wichtigen und erfolgreichen Projekte einzudampfen, fehlen mir die Worte. Ich möchte das nicht weiter ausführen, da ich sonst die Contenance verlieren könnte.

Ich hoffe, das Präsidium besinnt sich am Wochenende auf die gültigen Leitmotive des Vereins, vor allem auf das damals bewusst an erste Stelle gesetzte, und lässt nicht zu, dass sich Fehler wie beim Referentennetzwerk nun bei GLAM wiederholen.

Mit den besten Grüßen
Steffen Prößdorf

Criteria

18:56, Sunday, 17 2016 April UTC

Ein Kriterium (gr. κριτήριον, „Gerichtshof; Rechtssache; Richtmaß“) ist ein Merkmal, das bei einer Auswahl zwischen Personen oder Objekten (Gegenständen, Eigenschaften, Themen usw.) relevant für die Entscheidung ist. (Seite „Kriterium“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. November 2015, 15:14 UTC. URL:https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kriterium&oldid=148005116 (Abgerufen: 13. April 2016, 21:32 UTC))

These days the WMF chapters and thematic organizations are selecting two new Board members for the Board of Trustees. Frieda and Patricio are not running again, so definitely there will be a major change in the Board’s composition.

Unfortunately the selection process has become more and more like the Community selection since self nomination has been established. It leads to a slate of candidates which is quite exchangeable between both selections. The only difference is that eligible voters are our affiliates instead of individual community members. In my view chapters and thematic organization carelessly hand over a huge opportunity to influence the Board’s diversity and general composition by not nominating people from their networks. Why don’t they look out for people with extraordinary skills coming from GLAM partners, friendly movements, education or any other particular aspect of their activities? Why don’t they nominate at all?

As far as I know there is no consistent process how the heterogeneous affiliates come to their respective vote and I don’t know if the affiliates agreed on a set of common criteria as a basis for their vote. The selection of candidates for the Wikimedia Foundation Board of Trustees has enormous impact on the Board’s stability, its decisiveness, creativity and efficiency. The Board should be supporting and promoting change and improvement rather than a being a millstone around the Foundation’s neck. Even with best intentions there is a good chance to be the latter more than the former.

If I were in the situation to vote, these are 5 criteria I would check with my favorite candidates:

1. Be a teamplayer
Being a Board member means to deal with several issues at the same time. You can’t deal with them all in the same intensity and you need to be able to delegate. Which also means that you have to trust your delegates‘ recommendation. Accepting that the time your colleagues can spend on board issues is limited is a must, and you also have to accept that your own time and energy is restricted as well.

2. Don’t be a second ED
Though our role descriptions, especially the boundaries of each function, may not be defined perfectly, there is at least a common distinction which is determined by the day to day business. As a board member you can’t push individual projects or ideas, neither your own nor others. You have to accept the ED’s responsibility for operational decisions, including setting priorities and assigning work. You just can’t make promises you can’t keep without staff’s support.

3. Pack your ego away
Boards are usually composed of strong characters. Same here. The challenge is to get the most out of this range of opportunities without getting lost in personal competitions. The organization’s health and wellbeing is the priority. Remember that in the end we have to come to a result which is „the Board’s opinion“. In some cases you may not agree individually, but it is your task to support the decision even so.

4. Beware of not getting obsessed with detail
Board members with a community background tend to look at everything under the microscope, weigh any option and discuss all different opinions.  The Board needs to be mindful of the time it spends on process issues, operational details and tasks which are not theirs. Time spent on details is usually not only Board time but also staff time. And wasted time can’t be spent to dig into what really matters. Call it the big picture, strategy, or whatever you want. This is what the Board exists for. Details won’t bring you there.

5. Focus on our future
What we desperately need to talk about on the Board level are questions like „How can the Wikimedia Foundation best serve its mission?“, „How should the organization look like in 10 years?“, „What are our threats and how are we going to respond to them?“. We need to know what kind of organization the Wikimedia Foundation should be, only then the Board can guide and advise the ED. Looking back provides necessary learning, but our energy has to be concentrated on our future. Our mission is much more important than our internal issues.

Magnolien, Wurzelpeter und rempelnde Jogger

20:45, Tuesday, 12 2016 April UTC

KNORKE: Der gemütliche, mehr oder weniger regelmäßige wikipedianische Stadtrundgang durch Berlin fand auch im April statt. Auch wenn der Frühling zumindest an diesem Tage auf sich warten ließ: es war lausig kalt; ansonsten aber schön: 

Streckenmäßig war es diesmal eher ein Mikro-KNORKE: ein Straßenblock (Wöhlertstraße, Pflugstraße, Schwartzkopffstraße, Chausseestraße) am Rande der historischen Mitte, einst dreiseitig von der Mauer und dem Wedding umgeben, noch früher die Grenze zwischen bürgerlich-militärischem Berlin auf der westlichen Straßenseite der Chausseestraße und proletarisch-linkem Berlin auf deren östlichen Straßenseite. Sitz zahlreicher Fabriken im sogenannten Feuerland und des Garde-Füsilier-Regiments; heute ruhige Wohngegend, eigentlich zentral, doch auch so ein wenig städtebauliche Ödnis, geprägt vom Neubau der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes, der mit "Klotz" noch sehr zurückhaltend beschrieben ist.

Wurzelpeter 10.04.2016 14-11-36
Wegzehrung,

Acht Knorkistas und Gäste trafen sich am U-Bahnhof-Schwartzkopffstraße, ehemals der Geisterbahnhof Stadion der Weltjugend, davor der Bahnhof Walter-Ulbricht-Stadion, und noch davor der Bahnhof Schwartzkopffstraße, um dann sofort in die Seitenstraßen zu verschwinden. Dort bereits die erste Entdeckung in der Wöhlertstraße: eine ungewöhnliche Baumbepflanzung unter anderem mit blühenden Magnolien und einer Haselnuss - diverse Knorkistas meinten, sie hätten tatsächlich noch nie Magnolien als Straßenrandbepflanzung gesehen. Der bestens vorbereitete und gut aufgelegte Aalfons begann in der Pflugstraße mit seinen literarischen Auszügen der zahlreichen jungen Literaten, die es um die Jahrhunderte in den Kiez verschlagen hatte. Ungewöhnlich wie die lebendig die verschlafen scheinende Gegend plötzlich wirkte. Auch wenn die Worte Aalfons die Gegend zum Leben erweckten, auf der Straße selbst herrschte eher dämmrige Ruhe. Selbst das von Jenny de la Torre Castro betriebene Gesundheitszentrum für Obdachlose sorgte durch seine Existenz nicht für mehr Leben, sondern hing auch eher verschlafen in den Seilen.

Dass hier früher mehr Leben herrschte, zeigte sich auch an den Schilderungen zahlreicher Straßenschlachten, die sich hier ehemals abspielten. Während der Teil westlich der Chausseestraße schon lange Militär- und später Polizeigelände gewesen war - demnach in der Weimarer Republik solides Rückzugsgebiet nationaler bis SA-naher Menschen - lebten im Carree Wöhlert/Pflug/Schwartzkopffstraße vor allem die Arbeiter der nahegelegenen Maschinenfabriken. Da ging die Luzie ab. Immerhin davon bekamen wir auch live einen kleinen Eindruck durch den Jogger, der plötzlich wild durch die Führung pflügte, ältere Damen umrempelte und sich in bester Berliner Manier doch noch beschwerte. Was waren das für Zeiten als in Vor-Wende und Kurz-Nachwende-Zeiten fast ausschließlich Polizisten in dem Kiez wohnten und jede Form der Kriminalität oder des Rowdytums komplett unbekannt war.

Aber zurück zu den Literaten: Theodor Fontane statteten wir an seinem Grab noch einen kleinen Besuch ab und hörten die Lebensgeschichte von Peter Hille und einigen zurecht in Vergessenheit geratetenen anderen Literaten. Wir bewunderten neue Luxusbauten gegenüber dem BND und ließen uns von BotBln über den Unsinn aufklären, ausgewachsene Kiefern umpfanzen zu wollen. Unter der Pöschke-Werbung tranken wir Wurzelpeter und gedachten der Friedensfahrt-Teilnehmer, die hier das Friedensfahrt-Etappenende mit einem oder mehreren Likörchen am Werksausschank feierten.

Schließlich fachsimpelten wir noch über Hausnummernklau, die Entstehung des Liedes Lili Marleen an genau dieser Straßenecke, verirrte Touristen an Straßenbahnendhaltestellen und die regionalen Bezeichungen von Spätis beziehungsweise Vergisslichkeitslädchen. Ein kleines Eckchen Berlin mit viel Geschichte und Power. Wie eigentlich immer ein sehr vergnügliches KNORKE - schreibt der Berichterstattende, auch nachdem die Wirkung des Wurzelpeters mittlerweile nachgelassen hat.

Randlage

09:12, Monday, 21 2016 March UTC

Eine Fahrt durch einen langenTunnel. Weite Felder, Sand, Kräne - eine Baustelle mit Stau. Eine leere Straße durch Industriebauten. Gefühltes Ende der Welt, vage Erinnerungen an nächtliches Verfahren inmitten sachsen-anhaltinischer Chemiekombinate steigen auf. Eine Kurve: eine Hauptstraße, Dönerbuden, afrikanische Imbisse, Jugendliche in Jogginghosen, türkische Lebensmittelgeschäfte, Karstadt, Menschenmengen auf der Straße, Ein-Euro-Shops, Leben pur. Welcome to the wonderful Wedding.

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich ja intensiv mit dem WikiWedding, dem Versuch mehr Wedding in die Wikipedia zu bringen. Wenn ich mich dann mal mit Weddingern unterhalte, ist einer der ersten Punkte des Gespräches: „Ach, du kommst gar nicht aus dem Wedding?“ Nun treibt mich ja bei allem was ich in Wikipedia mache, die Wissbegier Neues zu lernen, Unbekanntes zu erkunden und mein inneres Bild der Welt bunter, weiter und vielfältiger zu machen. Aber warum nun ein Ortsteil ohne große, bekannte Attraktionen? Ein Ortsteil bei dem ich knapp eine Stunde rechne, nur um von zu Hause aus überhaupt vor Ort zu sein?

Berlin Wedding safari imbiss 14.11.2015 14-15-40

Es waren für mich diese Autofahrten von den bürgerlich-schicken Teilen Berlins (sei es nun Schöneberg, Wilmersdorf oder Kreuzberg) durch gefühltes ländliches Sachsen-Anhalt hinein in das pralle Leben, die WikiWedding zum Leben erweckten. Der Stadtteil hinter den sieben Bergen, ein wenig ein verwunschenes Traumland,; oft genannt aber weitgehend unbekannt. Der Ortsteil von dem selbst die meisten Berliner kaum mehr wissen als dass es existiert und dass er irgendwie anders ist.

Dabei ist das Traumland Wedding gewöhnungsbedürftig. Die Schießereien und regelrechten Exekutionen, die eine News-Suche nach dem Wedding liefert, sind eher alptraumhaft. Das auffallende Engagement diversester sozialer Initiativen wirkt auf den ersten Blick gut, auf den zweiten Blick fragt man sich, warum die sozialen Initiativen alle hier einen geeigneten Standort sehen. Andererseits: Parks, Grünanlagen, Friedhöfe. Mit der Panke schon fast ein richtiger Fluss. Riesige Wohnanlagen aus der Zeit, als Wohnen die Menschheit noch besser machen sollte: Licht, Sonne, Liebe und Sozialismus.

Berlin Wedding bayer parkhaus 14.11.2015 13-40-01

Fabrikgebäude aus der Zeit als Fabriken noch nach etwas aussehen sollten und ein Statement abgeben. Eine Straße, deren Händler im Stadtplanerdeutsch „kleinteilig migrantisch und mit wenig Kapital“ benannt werden, was für mich aber vor allem heißt: lebendig, innovativ und mit Herzblut. Berliner Direktheit auf der Straße. Spezialgeschäfte für Darts, Carrerbahnen, Tanzbedarf und Regenschirme; den niedrigen Mieten sei Dank.

Ein riesiger Abenteuerspielplatz und Gänsegehege direkt neben dem Rathaus. Hundert Jahre Architektur gewordene Versuche, die Gegend vor sich selbst zu retten. Schulen alt und neu. Ein großer Schwimmbadkomplex. Kirchen. Ein ganzes Diakonissenstift inmitten der Ein-Euro-Shops. Ein atheistisches Obdachlosenheim aus dem frühen 20. Jahrhundert, heute eine Künstlerkolonie kurz vor dem Einsturz.

Alles hinter dem Ring. Hinter der Spree, der Grenze in Berlin, die den Süden – wo alle wohnen - vom Norden trennt, den niemand kennt. Ein Land der Träume und Alpträume. Halb vergessen durch die Berliner. Mehr ein Name, vielleicht noch ein Symbol, weniger ein echter Stadtteil. Dieses gilt es zu erkunden. Und wer mitmachen möchte: Mittwoch ist das nächste Treffen. Beginn zwischen 19 und 20 Uhr im Nachbarschaftsladen Buttmannstraße 16.

Berlin Gesundbrunnen Buttmannstraße 16 (09030183) 
Buttmanstraße 16. In deren wikipedianisch unterwanderten Nachbarschaftsladen wir ein erstes Obdach gefunden haben. Bild:  Denkmalgeschütztes Wohnhaus im Ensemble Badstraße, erbaut 1888-1892 Von: Kvikk
 Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Dies ist ein Crossposting mit dem Wikipedia:Kurier, dem internen wikipedianichen Mitteilungsblatt.

Skandal beim Jubiläumsknorke Das legendäre erste Hermannstraßenknorke ging gar nicht durch die Hermannstraße! Die Wikipedia-Geschichte muss neu geschrieben werden! Einer der Hauptautoren des legendären Hermannstraßen-Artikels sagt, dass die Straße eigentlich recht langweilig sei! Ist da ein Löschantrag fällig? Skandalöse Offenbarungen kommen zusammen, wenn sich einfach nur neun Menschen für einen netten Stadtspaziergang treffen.

Aber von Anfang an. "Knorke" - wie hier schon mehrfach geschrieben - ist eine nette informelle Veranstaltungsreihe, bei der sich Wikipedianer und Wikipedianerinnen unregelmäßig treffen, um bekannte und vor allem unbekanntere Berliner Gegenden abzulaufen, anzuschauen, zu erkunden und zu erforschen. Das allererste dieser Knorkes fand vor 10 Jahren statt und ging durch die Hermannstraße - so die Legende. Das Knorke war ein wichtiger Beitrag zum Entstehung des Hermannstraßen-Artikeln. Zu einer Zeit, zu der es heftig umstritten war, ob überhaupt Artikel zu Straßen in Wikipedia stehen sollten, schlug der Hermannstraßen-Artikel eine diskursive Bresche: man kann nicht nur Artikel über Straßen schreiben, sondern man kann sogar sehr gute und interessante Artikel über eine Straße schreiben. Dieses erste Knorke legte Grundlagen für die spätere Wikipedia.

Wie es sich für ein kleines Jubiläum gehört, wollten wir der Ursprünge gedenken und noch einmal - wie damals im Dezember 2005 - die Hermannstraße in Neukölln entlanglaufen.

Neukoelln schillerpromenade buffet kostenlos
Hallo, Neukölln!

Nachdem Krankheit und Wetter in letzter Sekunde fünf der neun angekündigten Teilnehmenden am Erscheinen gehindert hatte, trafen wir letzten vier uns im kräftigen Nieselregen/schwächelnden Starkregen vor der Tür des Handwerkerstübchens. Über den KNORKisten hing die große Hertha-Fahne, denn sonntag war Spieltag und das Handwerkerstübchen überträgt. Ein Knorkist fehlte unentschuldigt. Aber nachdem er auch nach dem akademischen Viertelstündchen nicht auftauchte, begann Veteran Lienhard mit einführenden Worten über Rollbergsiedlung, Hermannstraße und Schillerkiez und dem Ur-Knorke 2005.

Dann ging es - wie es die historische Tradition will - entlang der Allerstraße durch den Schillerkiez Richtung Tempelhof. So richtig aufgehübscht sieht die Gegend entgegen aller Gerüchte auch 10 Jahre später noch nicht aus. Immerhin kamen wir - neben Futschi-Sonderangeboten, Eckkneipen und vielen Anarchie-A's auch an dem ein oder anderen Streetwearstore, der ein oder anderen Kitesurfschule und einem "Korean Soul Food" mit "Pop Up Kitchen" vorbei.

Damals ging der Weg Richtung Flughafen, diesmal ging es Richtung Tempelhofer Park. Trotz Schließung des Flughafens und Eröffnung des Parks in den letzten zehn Jahren hat allerdings die Genezarethkirche an der Schillerpromenade bis heute ihre Turmspitze nicht zurückerhalten, die ihr einst der landenden Flugzeuge wegen gekappt wurde.

Genezarethkirche Cafe
Gekappte Kirche. Bild: Cafe im Anbau der Genezarethkirche Von: Bodo Kubrak Lizenz: Public Domain

Weiter nach Süden auf dem Parkgelände. Erinnerungen wurden wach. Damals bei der WM 2006 als die Nacht durch bis morgens zum acht die Privatjets der Fußballgranden starteten und landetetn, Flugzeuge am Küchenfenster. Flugzeuge sichtbar aus der Badewanne. Und die diversen Volksbegehren.

Nach der Besichtigung von "Gebäude 113" und der Frage wo sich hier wohl die anderen 112 Gebäude verstecken, ging die Route bis zum Werner-Seelenbinder-Sportpark. Dort konnten wir nicht nur aus der Ferne ein Eishockeyspiel beobachten, sondern uns standen - im Gegensatz zum Dezember 2005 -  auch die Tore des Sportgeländes offen. So konnten wir Werner Seelenbinder in seiner ziemlich unprätentiösen und gut versteckten Gedenkstätte einen Besuch abstatten. Nachdem wir die kurze, ruhmlose Fußball-Bundesligazeit von Tasmania Neukölln gewürdigt hatten, ging es wieder Richtung Hermannstraße.

Durch die Warthestraße wandelten wir, immer noch im Regen, - entlang eines 80er(?)-Jahre Spielplatzes und künstlerisch verschönter Grünfläche - durch eine ruhige, tendenziell ganz nett wirkende Wohngegend. An der Hermannstraße waren dann diverse Friedhöfe. Der 2005 aufgesuchte Gedenkstein für die Zwangsarbeiter-der-evangelischen-und-katholischen-Kirchengemeinden-im-Zweiten-Weltkrieg ist mittlerweile zwei Friedhöfe die Straße weiter hoch gezogen. Ergänzt wird der Gedenkstein durch einen vermutlich informativen - sonntags aber geschlossenen - Infopavillon. Nicht versetzt wurden die Flutlichter für die Anflugschneise zum Tempelhof-Airport mitten durch den Kirchhof V der Jerusalems- und Neuen Kirche - fast noch eigentümlicher als der abgesäbelte Kirchturm aus dem Schillerkiez.

Jubilaeumsknorke Kunst in der Warthestrasse
Kunst in Kreisform. Knorkisten bewundern.

Da der Regen immer noch regnete, verzogen wir uns nach etwa 20 Metern auf der Hermannstraße in ein recht nettes und schickes Cafe (bestimmt nach 2005 eröffnet) zu Bagel, Milchkaffee und Bananenkuchen, um aus dem anwesenden Zeitzeugen die schriftlich nicht mehr dokumentierte damalige Route herauszubekommen. Und siehe da: "Weiter ging es nicht". Hier war es dann zu Ende. Er meinte noch: Die Straße ist ja auch recht langweilig, da gibt es nichts zu sehen. Der Ex-Knorkist verabschiedete sich also hier, die anderen gingen noch ein Stück die Hermannstraße hinauf. Letzlich waren allerdings durch den Regen so ausgelaugt, dass die erste Chance nutzten, in den nächsten Bus direkt nach Hause zu springen. Und damit war dies bereits der zweite Hermannstraßen-Knorke, der die Hermannstraße weitgehend ignorierte.

Soviel zum legendären Ur-KNORKE an der Hermannstraße! Es hat nie stattgefunden! Die Wikipedia-Geschichte muss neu geschrieben werden. Der Artikel gelöscht. Immerhin war es ein schöner, kleiner Schillerkiez-KNORKE mit Wikipedia-historischen Anwandlunge. Wir sehen uns da wieder 2025!

Allein mit der Madonna zum Hasen

09:15, Sunday, 28 2016 February UTC
Darmstadtmadonna

Darmstädter Madonna
Hans Holbein der Jüngere, 1526/1528
Öl auf Nadelholz (?), 146,5 × 102 cm
Sammlung Würth, Johanniterhalle (Schwäbisch Hall)

Wikipedia-KNORKE erwähnte ich ja an dieser Stelle schon einmal. Berliner Wikipedianerinnen und Wikipedianer treffen sich und erkunden zusammen eine ihnen unbekannte Gegend. Soweit so üblich. Diesmal jedoch gab es etwas besonderes: Auf ins Museum!

In Berlin gastiert gerade die Darmstädter Madonna, ein 1526 entstandenes Gemälde von Hans Holbeim dem Jüngeren. Diese Madonna hat eine bewegte Lebens- und Reisegeschichte, ist eines der bedeutendsten deutschen Gemälde des 16. Jahrhunderts und kann Menschen auch über Jahre faszinieren. Wunderbar, wenn man eine kundige Bilderklärung der Autorin des exzellenten Wikipedia-Artikels dazu bekommt.

Wir trafen uns einige Minuten vor der Öffnung in kleiner Gruppe vor dem Bode-Museum und konnten - da alle Anwesenden über eine Jahreskarte verfügten - auch sofort zur Madonna und zur Sonderausstellung "Holbein in Berlin" begeben. Der Raum war noch leer, die Museumswachmannschaft ließ freundlicherweise die leise aber engagiert redende Gruppe gewähren. Ein einziger Saal, in dessen Mittelpunkt die Madonna hängt. Links davon einige Holbein-Teppiche, ansonsten weitere Bilder und Zeichnungen von Holbein, Inspiratoren und andere Madonnen. Nicht überladen, sinnvoll aufbereitet und mit einem klaren Konzept - eine der besseren Kunstausstellungen.

Und dann ging es los: Es begann mit Schilderungen von der bewegten Entstehungszeit zur Zeit des Basler Bildersturms im Auftrag des Basler Ex-Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen. Die Aussage des Bildes traditioneller Marienfrömmigkeit in Zeiten der Reformation war Thema, ebenso natürlich wie der Teppich und seine Falte. Wir staunten über die Eigentümlichkeit, dass sich niemand auf dem Gemälde eigentlich anschaut und wurden über dden Unterschied zwischen Schutzmantelmadonnen und Stifterbildern aufgeklärt. Vermutungen tauchten auf, wo das Bild wohl im Original hing - vermutlich in der Martinskirche als Epitaph - und wir verfolgten gedanklich seine Wanderung aus Basel über den Grünen Salon im Berliner Stadtschloss bis hin zum Hause Hessen und das Frankfurter Städelmuseum bis hin zum spektakulären Verkauf an die Privatsammlung Würth. Die Meinungen über die Sammlung Würth in der Gruppe waren durchaus geteilt, ebenso wie die richtige Benennung des Bildes: ist es nun eher die Darmstädter Madonna oder eher die Madonna des Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen?

Über die Darmstädter Madonna ging es dann zur Dresdner Madonna und einem der prägenden Momente deutscher Kunstgeschichte: dem Dresdner Holbeinstreit. Im 19. Jahrhundert wurde es den Menschen bewusst, dass es zwei fast identische Holbein-Madonnas gab und nur eine die echte sein konnte. In einer großen Ausstellung, unter lebhafter Anteilnahme der Öffentlichkeit und erregten Debatten der Experten entschieden sich die Kunsthistoriker schließlich für das Darmstädter Gemälde. Eine Sensation,  da die Kunstkennerschaft vorher felsenhaft von der Originalität des Dresdner Gemäldes ausging. Hier zeigte sich erstmals das Bemühen, um eine rein sachlich, objektive Abwägung der verschiedenen Gesichtspunkte - der Dresdner Holbeinstreit ist einer der Ausgangspunkte um die Kunstwissenschaft als Wissenschaft zu etablieren. Und - wie sich später herausstellte - lag die Kunstwissenschaft auch in diesem ihren Anfangsurteil richtig; sämtliche mittlerweile vorhandenen naturwissenschaften Verfahren die Darmstädter Madonna als die originale der beiden bestätigten.

Erkenntnisse am Rande: eine weitere Kopie des Gemäldes (beziehungsweise eine Kopie der Kopie - es stellt aus unerfindlichen Gründen das Dresdner Exemplar dar) hat sich in das Set des James-Bond-Filmes "Man lebt nur zweimal verirrt".

Holbein, Hans - Georg Gisze, a German merchant in London
Hans Holbein der Jüngere: Bildnis des Danziger Hansekaufmanns Georg Gisze in London, 1532. Eichenholz, 96,3 × 85,7 cm. Gemäldegalerie Dahlem der Staatlichen Museen zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz

Und nachdem wir dann auch noch gerätselt hatten, wer die beiden Knaben unterhalb der Madonna sind, den verschwundenen Haaren der Tochter nachspürten und weiter über den Teppich in der Renaissancemalerei sinniert hatten, kamen wir dann nach knapp einer Stunde noch zu Georg Giesze. Giesze (auch Georg Giese) ist Titelheld in einem anderen Holein-Hauptwerk, das praktischerweise fünf Meter weiter links hing. Wieder mit Teppich und nun auch noch mit Glas, Metall, Bücherregalen und Briefen. Gedanklich begleitete wir Holbein dann weiter von Basel nach Antwerpen und London. Mittlerweile hatte sich der Raum etwas gefüllt. Nachdem wir dann noch den Weg aus dem Museum gefunden hatte (wie immer im Bodemuseum nicht ganz einfach und jedes mal findet man zwischendurch neue Säle) folgte noch ein erschöpfter Abschlusskaffee.

Eine Stunde fast allein mit der Madonna. Und immer noch Neues zu entdecken.

Berlin Wedding rathausbaer 14.11.2015 14-11-21Was passiert, wenn man eine Internet-Enzyklopädie und einen Stadtteil aufeinander loslässt? Diese Frage soll in den nächsten Monaten das Projekt WikiWedding klären. Zum einen soll es dazu dienen, Lücken in Wikipedia/Commons/Wikivoyage/Wikidata zum Berliner Stadtteil Wedding zu füllen. Zum anderen soll es Weddinger dazu animieren, nach ihrer Lust und ihren Fähigkeiten zu den Wikiprojekten beizutragen. Wer selbst mal schauen möchte, Ideen hat, oder selbst an und mit einem der ärmsten und sexiesten Berliner Stadtteile zu arbeiten, der gehe hier entlang.

Schweigen

11:18, Sunday, 24 2016 January UTC

Schweigen ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, bei der nicht gesprochen wird und bei der auch keine Laute erzeugt werden. (Seite „Schweigen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2016, 23:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schweigen&oldid=150101218 (Abgerufen: 24. Januar 2016, 08:16 UTC))

Nein, wir haben gerade keinen guten Lauf im Kuratorium der Wikimedia Foundation. Unsere letzten Entscheidungen sind für die Community überraschend und wenig nachvollziehbar. Unverständnis, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Wut machten sich breit und mündeten zuletzt in ein Misstrauensvotum.

Und das Kuratorium schweigt.

Was viele für einen weiteren Beweis dafür nehmen, dass sich die Wikimedia Foundation und insbesondere das Kuratorium komplett von der Community verabschiedet haben, ist aus meiner Sicht dem Zusammentreffen verschiedener Aspekte nicht angemessener Kommunikation geschuldet. Weder Absicht noch Desinteresse liegen dem zugrunde. Das macht es nicht wirklich besser, das ist klar.

Nehmen wir die Diskussion um die Ernennung von Arnnon Geshuri. Nach der Bekanntmachung, dass wir zum 1. Januar 2016 mit Kelly Battles und Arnnon Gehuri zwei weitere Amerikaner in das Kuratorium berufen, deren beruflicher Werdegang auch Unternehmen des Silicon Valley umfasst, wurde zunächst kritisiert, dass bei der Auswahl zu wenig Gewicht auf Vielfalt gelegt wurde. Sehr bald brachte ein Communitymitglied Arnnons Beteiligung bei den Absprachen großer Tech-Unternehmen wie Google, Apple und Intel gegen die Abwerbung von Beschäftigten in die Diskussion.

Und zack – auf kaltem Fuß erwischt.

Während die Community auf der Mailingliste schnell zu Urteilen kam, musste sich das Kuratorium zunächst mit der Situation an sich auseinandersetzen. Welche Fakten liegen uns vor, was sagt Arnnon dazu, warum wurde das Thema bei der Auswahl der Kandidaten nicht berücksichtigt? Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn das Auswahlkomitee das gewusst hätte? Hätten wir während dieser Zeit zumindest eine kurze Mail absetzen können, in dem wir mitteilen, dass wir die Diskussion verfolgen, uns mit der Angelegenheit beschäftigen aber noch etwas Zeit brauchen, bis wir uns dazu äußern? Ja, das hätten wir tun können und auch sollen.

Wenn ich in schwierigen Situationen das Wirrwarr meiner Gedanken ordnen und zu einer Entscheidung führen muss und nicht weiterkomme, laufe ich eine Runde durch den Wald, lege mich in die Badewanne oder höre ausgiebig laute Musik. In komplexen Fällen kommen alle drei Maßnahmen der Reihe nach zum Zuge. In einem Gremium, in dem die Mitglieder zudem noch räumlich über mehrere Zeitzonen und etliche Sprachgrenzen voneinander getrennt sind, funktioniert das leider nicht. Und plötzlich steckt man in einem Vakuum, in dem völlig unklar ist, ob man sich als Gremium äußert, mit welchem Schwerpunkt man das tut, ob es sich um eine kurze und knappe Mitteilung oder doch mehr um eine ausführliche Betrachtung handeln soll. Hätten wir während dieser Phase zumindest eine kurze Mail absetzen können? Ja. Hat aber niemand.

Das Schweigen verfestigt und verselbstständigt sich mit jedem weiteren Tag. Es lähmt, es verunsichert und es schadet. Nicht nur dem Kuratorium und der Organisation dahinter, sondern auch der Diskussionskultur schlechthin. Doch es ist schwierig. Das Verfolgen der Diskussionen an verschiedenen Orten frisst nicht nur Zeit sondern auch Lust. Mit jeder Mail und jedem Beitrag setzt man sich erneut der öffentlichen Empörung, der Diskussion um die Person mehr als um die Sache und weiteren Nachfragen in einem teilweise sehr irritierenden investigativen Stil aus. Muss man das nicht aushalten als Kuratoriumsmitglied? Nein, meine Vorstellung von respektvollem Umgang ist eine andere und ich halte eine solche Erwartungshaltung für realitätsfremd.

Vieles an der laufenden Diskussion gefällt mir nicht. Sie zeigt aber deutlich, wie sensibel die Community auf unsere Entscheidungen reagiert, wie sehr sie befürchtet, dass entscheidende Veränderungen ohne ihr Zutun durchgesetzt werden und wie groß der Vertrauensverlust in das Gremium als solches geworden ist. Manches fußt auf falschen Vorstellungen über Art und Umfang der Entscheidungen des Kuratoriums. Was erneut zeigt, dass wir es noch immer nicht geschafft haben, unser Selbstverständnis als Kuratorium, unsere Aufgaben und unsere Vorstellungen klar zu kommunizieren.

Und was jetzt?

In der Diskussion um Arnnons Ernennung bereiten wir ein Statement vor und Arnnon wird sich auch persönlich einbringen. Vor allem aber müssen wir aus dem Mustopf raus, weg von der Nabelschau hin zu den eigentlichen Fragen rund um freies Wissen. Als Kuratorium müssen wir uns fragen, warum wir uns nur selten in grundsätzliche Diskussionen einbringen, an welcher Stelle unser Input etwas bewirken kann und soll und auch, wie wir gemeinsam mit der Community ein Miteinander schaffen können, in dem wir voneinander profitieren und uns auch über kontroverse Themen zivilisiert austauschen können.

Ich nehme das sehr ernst und es ist weiter mein Ziel, ein Stück dazu beizutragen. Und ich weiß, dass, während ich meine Freizeit in Hangouts, auf Mailinglisten und in Telefonaten verbringe, anderswo weiter Artikel für die Wikipedia geschrieben und verbessert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar überwiegend von Menschen, die sich noch nicht einmal dafür interessieren, ob es ein Kuratorium der Wikimedia Foundation gibt oder nicht.

Ein paar Worte zum 15.

11:21, Saturday, 16 2016 January UTC

Ein erster kurzer Beitrag von mir zum 15. Wikipedia-Geburtstag ist nebenan:

15 Jahre Wikipedia: Alles Gute!

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