Planet Wikimedia

27. Januar 2012

Michael Schmalenstroer

Wikipedia, freies Wissen und Netzneutralität

Die Meldung klingt auf den ersten Blick großartig: Die Wikimedia Foundation hat mit dem Mobilfunkanbieter Orange vereinbart, dass der Zugriff auf die Wikipedia in 20 afrikanischen und arabischen Staaten kostenlos wird. Millionen Mobilfunknutzer besitzen demnächst die Möglichkeit, ohne zusätzliche Kosten, ohne eigene Computer von überall aus auf das weltgrößte Lexikon zuzugreifen. Das hat ein ungeheures Potenzial – Wissen und Informationen sind und waren Herrschaftsinstrumente und der schnelle Zugang zu Wissen entfaltet unglaubliche Dynamiken – jeder, der schonmal von einem schnell unter dem Tisch ergoogleten Fakt widerlegt wurde, wird dem zustimmen müssen.

In einer Gegend, in der mehr Menschen Zugriff auf Mobiltelefone als auf Computer haben und in der Internetcafés für einen größeren Teil der Internetnutzung zentral sind – und das sind eben öffentliche Orte, an denen man sensible Informationen etwa über Empfängnisverhütung oder Scheidungen nachschlagen kann. Mobil über die Wikipedia geht dies.

Auf der anderen Seite gibt es zwei Probleme: Zum einen ist die mobile Wikipedia eine kastrierte Wikipedia. Sie besitzt nicht alle Medieninhalte, sie besitzt keine History-Funktion und – besonders wichtig – das Editieren ist nicht möglich. Hier sollte die Foundation einen Weg finden, denn das Wissen von Millionen Menschen aus diesem Raum wären eine Bereicherung für das Lexikon. Ansonsten besteht wieder die Gefahr, dass reiche (und europäische) Menschen die Informationsherrschaft behalten.

Das sind technische Probleme – viel dramatischer ist es aber, dass damit die Netzneutralität verletzt wird. Wir erinnern uns: Netzneutralität bezeichnet die wertneutrale Datenübertragung im Internet. Oder wie die Wikipedia es so schön definiert:

Sie bedeutet, dass Internetdienstanbieter (englisch internet service provider) alle Datenpakete von und an ihre Kunden unverändert und gleich gut übertragen, unabhängig davon, woher diese stammen, zu welchem Ziel sie transportiert werden sollen, was der Inhalt der Pakete ist oder welche Anwendung die Pakete generiert hat.

Die Netzneutralität ist für uns so wichtig, weil sie erst die unglaubliche Dynamik des Internets ermöglicht. Man stelle sich etwa ein Internet vor, in dem Provider die Daten von YouTube deutlich langsamer durchleiten als die von Vimeo. Oder eins, in dem plötzlich Skype gesperrt ist, weil die Provider auch Telefonanschlüsse verkaufen wollen. Die Folgen wären immens, das wäre nicht mehr “unser” Internet.

Daher ist Netzneutralität so wichtig – und natürlich ist auch die Gewährung eines kostenlosen Zuganges zu einer Seite eine Verletzung der Netzneutralität. So bietet etwa E-Plus in Deutschland einen kostenlosen Facebook-Zugang an – und das ist ein klarer Wettbewerbsnachteil für andere Soziale Netzwerke. Warum sollte ich Google Plus, Twitter, StudiVZ & Co nutzen und dafür zahlen, wenn es Facebook kostenlos gibt? Ähnliches gilt auch für Lexika – warum sollte man etwa für den Datentraffic von Brockhaus.de zahlen, wenn man auch kostenlos in der Wikipedia nachschlagen kann?

Die Foundation setzt damit ein recht merkwürdiges Zeichen – die verletzte Netzneutralität wird nicht angesprochen und eine Diskussion mit der Community zum Thema wurde anscheinend nicht geführt. So löblich das Ziel ist, Wissen zu verbreiten, an der dafür elementaren Infrastruktur sollte man trotzdem nicht sägen.

von admin - Januar 27, 2012 01:45

Iberty

Ich habe (k)einen Eintrag bei Wikipedia - Session zur re:publica

So, sofern die re:publicaner es auch wollen, dürft ihr mich auf re:publica 12 bei folgender Session erleben:

Es gibt Menschen, die haben einen eigenen Wikipedia-Eintrag - und sie sind darüber unglücklich. Es gibt Menschen, die haben keinen eigenen Wikipedia-Eintrag - und auch sie sind darüber unglücklich. Beide Gruppen sind in der Lage, ihren Problemen mit Wikipedia abzuhelfen. Sie wissen oft nur nicht, wie sie vorgehen sollen. Der Vortrag wird Betroffenen, Neugierigen, und Wikipediahassern auf kurzweilige Art und Weise erläutern, wie das Opfer eines Artikels sich wehren kann.

Der Vortrag wird die Kriterien darlegen, nach denen Wikipedia Themen aufnimmt. Er wird dabei die Relevanzkriterien streifen, und in einer kleinen Exkursion die schönsten Formulierungen aus den Relevanzkriterien rezitieren. Dazu aber wird der Vortragende erläutern, warum die Relevanzkriterien nicht wichtig sind, und wonach Wikipedianer und Wikipedianerinnen in Wahrheit über Relevanz entscheiden. Er wird darlegen, wie man sich als potentielles Objekt eines Artikels interessant macht – oder eben nicht.

Der vorhandene Artikel in der Wikipedia kann sich allerdings als echtes Problem erweisen: Das beschriebene Objekt erleidet einen massiven Kontrollverlust über sein öffentliches Bild. Das kann positive sein: Nicht Jede und Jeder ist wirklich die beste Darstellerin ihrer selbst.
Die Folgen eines Wikipedia-Eintrags können aber auch negativ sein. Es mag sein, dass der Wikipedia-Eintrag falsch gewichtet ist oder veraltete Informationen enthält. Es kann aber auch zu echten Fehlern kommen, im schlimmsten Fall mit rufschädigenden Wirkungen. Erfahrungsgemäß können Versuche der Beschriebenen, ihren Eintrag zu korrigieren, die Lage eskalieren.

Der Vortrag wird einen Überblick über Konfliktlösungsmechanismen auf verschiedenen Eskalationsstufen geben, und Hilfestellungen vermitteln, Er wird erläutern in welchen Fällen ein Eingreifen lohnt, und in welchen nicht. Und er wird reichlich Gelegenheit bieten, über Sinn und Unsinn von Relevanz, anonyme Autoren, und Selbstbestimmung über Informationen zu diskutieren.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 27, 2012 09:30

26. Januar 2012

Iberty

Ein MdP packt aus. #wmde

Okay, alles halb so dramatisch. Kein MdP packt aus. Martin Rulsch aka derHexer ist ja quasi ein Mitpräsidiumskollege von mir. Und er hat seinen ersten Erlebnisbericht als Mitglied des Wikimedia-Deutschland-Präsidiums geschrieben. Das ist sehr lobenswert. Und fast genauso gut. Er hat mir erlaubt, ihn mit diversen Langzitaten zu verlinken.

http://lists.wikimedia.org/pipermail/vereinde-l/2012-January/005995.html


Martins Bericht im WMDE-Forum (Anmeldung immer noch erforderlich)

[Erste Sitzung]:

Etwas unglücklich war nur, dass so viele neue Mitglieder im Präsidium über die Bestellung des Vorstands mitzuentscheiden hatten, auch wenn sie dies nicht wie der uns vorangegangene Vorstand mit vorbereitet hatten. Zum abschließenden Gespräch von Sue Gardner, das wir unter Streichung der Mittagspause rechtzeitig erreichen konnten, wurde schon viel gesagt. Beim anschließenden late-lunch-early-dinner mit Sue hatte ich leider nur die Gelegenheit, mit Maryana etwas ausführlicher zu reden, dafür konnte ich die Heimfahrt mit ein paar Kollegen zum Austausch nutzen.


[Erstes Telefonat]

als nächster Punkt wäre allerdings eine kurzfristige rund einstündige „Telefonkonferenz“ im Ressort Wikimedia International, also mit Delphine und Sebastian M. Anlass war vorrangig die anstehende Wahl der Chapterkandidaten für das Board of Trustees der Wikimedia Foundation. Wir diskutierten mögliche Kandidaten, zurzeit wird aber noch über den Moderator des Prozederes abgestimmt. Dies war auch eines der größeren Themen auf den Mailinglisten chapters und internal-l; insgesamt befindet sich zurzeit in meinem Ordner „WMDE-Präsidium“ rund 720 E-Mails, die ich gelesen habe – hinzu kommen ein paar dutzend eher private E-Mails mit Bezug zum Präsidium.


[Erstes mal in der Geschäftsstelle]

Dies war sehr erhellend, nicht nur um die Arbeitsabläufe in der Geschäftsstelle besser zu verstehen, sondern auch, um Ideen für meine Arbeit in den Ressorts zu gewinnen. Das anschließende Teammeeting war ebenfalls sehr informativ und in entspannter, netter Atmosphäre – schließlich konnte ich mich noch mit Pavel, vor allem über das neue Projekt WikiData, unterhalten, bevor der rund fünfstündige Besuch beendet war.


[Erste Klausur]

dadurch hatten wir aber in Kauf zu nehmen, dass die inhaltlichen Themen teils auf das Mittagessen, teils nur komprimiert behandelt werden konnten. In künftigen Klausuren und Sitzungen ist ein solches Teambuilding vorerst natürlich nicht mehr in dieser Intensität vonnöten. Trotz einiger, erwartungsgemäßer Meinungsverschiedenheiten in dem einen oder anderen Punkt verlief das Treffen doch, wie von mir auch gewünscht, größtenteils harmonisch und produktiv – von früh am Morgen bis spät in die Nacht hinein. Nervenkitzel war dann mehr, das Verkehrsmittel zurück nach Berlin trotz Freischaufelns von 20 bis 30 cm Neuschnee innerhalb eines Tages doch noch zu erreichen.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 26, 2012 05:17

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 4/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (4/2012)=

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

 

Quellen dieser Ausgabe:

 

Beitragende: Anneke Wolf, Daniel Baur, Jürgen Fenn, Michael Jahn, Catrin Schoneville

==Foundation & International==

WMDE -PROTOKOLLE DES PRÄSIDIUMS

Das Protokoll der ersten Klausur des neu gewählten Präsidiums ist online (Anmeldung erforderlich)
Das Protokoll zum 2. Projekttreffen der AG Mitgliederversammlung ist ebenfalls veröffentlicht worden:
Ein Bericht über die bisherigen Aktivitäten des Präsidiums von Beisitzer Martin Rulsch:

KANDIDATEN FÜR WMF-CHAPTERS-KOMITEE GESUCHT

Das Chapters-Komitee, das im Wesentlichen für die Anerkennung neuer Chapter zuständig ist, sucht fünf neue Kandiaten:

LOBBYARBEIT GEGEN SOPA, PIPA, OPEN ACT

Die Wikimedia Foundation hat die Washingtoner Lobbyagentur ”Dow Lohnes Government Strategies” beauftragt, um auf das laufende Gesetzgebungsverfahren Einfluss zu nehmen, schrieb Politico bereits am 4. Januar 2012. Der Beitrag wurde erst jetzt auf der Mailingliste Foundation-l diskutiert.

WIKIMEDIA NIEDERLANDE

…hat den Monatsbericht für Dezember veröffentlicht. Über den folgenden Link sind auch alle weiteren Berichte erreichbar.

WIKIMEDIA FOUNDATION

Die Foundation verweist in einem Blogposting darauf, dass sie vom Magazin “Global” auf Platz eins einer Liste von 100 Non-Government-Oragnisationen gewählt wurde:

==Technik==

WIKIPEDIA KOSTENLOS MOBIL

Mobilfunknetzbetreiber Orange wird in 20 afrikanischen Ländern den Mobilfunkzugang zu Wikipedia kostenlos ermöglichen.

MEDIAWIKI

Bei der Darstellung von Versionsunterschieden in MediaWiki wurde mitunter Text gekennzeichnet, der sich nicht geändert hatte. Das führte zu einer sehr unübersichtlichen Darstellung. Dieser Bug ist nun behoben worden:

TOOLSERVER

Bei einem zweitägigem Besuch im Rechenzentrum in Amsterdam wurde diverse neue Hardware für den Toolserver eingebaut bzw. gewartet. Die Arbeiten konnten allerdings auf Grund von Lieferproblemen nicht beendet werden.

==Projekte und Initiativen==

GENDERGAP

Interessanter Beitrag und Diskussion, die zum Beteiligen einlädt:

==Termine==

WORKSHOP ZUR TRANSLATE-EXTENSION

Am 28. Januar findet um 21 Uhr deutscher Zeit ein Online-Workshop zur Übersetzungserweiterung von MediaWiki statt. Mehr Infos und Anmeldung:

SHE’S GEEKY

Fünfte  She’s Geeky Veranstaltung in San Francisco/Bay Area – 27.-29. Januar,  im Computer History Museum. Von diesem Event sagen die  Veranstalter:”This  is an unConference just for women geeks – geeks of  all kinds, in any  field – technology, science, math, engineering,  gaming, etc.”

von Michael Jahn - Januar 26, 2012 03:07

25. Januar 2012

Iberty

Not all is happy on Global South

Spannende Mail eines Brasilianers über die Wikimedia Foundation in seinem Land. Er ist nicht glücklich: Waste of money, Wikipediacentrism. - Brazil

*Imagine a world in which every single human being can freely share in the sum of all knowledge. That's our commitment.
*
I'll keep imagining, and having to push myself very hard to see this world.
That will never be reached by Wikipedia alone.Especially in Brazil.

If it were to promote Wikipedia as a site, it would be best to hire a company,
not a Foundation, if that way selected, do things as a Foundation.

Sorry for my English, I'm tired and I didn't review.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 25, 2012 03:03

24. Januar 2012

Achim Raschka

Irrelevant: Das 61. Todesopfer der Rallye Dakar †

Den folgenden Artikel habe ich am 4. Januar anlässlich des tödlichen Sturzes des Rennfahrers Jorge Andrés Martínez Boero bei der Rallye Dakar 2012 in der deutschsprachigen Wikipedia angelegt. Über den Tod wurde international in allen wichtigen Medien berichtet, Artikel entstanden parallel in allen großen Wikipedias.

Am 22. Januar wurde der Artikel wegen Irrelevanz gelöscht, einen Tag später wurde die Irrelevanz der Person ohne Eingehen auf irgendwelche Argumente bestätigt ....

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Jorge Andrés Martínez Boero (* 3. Juli 1973 in Buenos Aires; † 1. Januar 2012) war ein argentinischer Motorradrennfahrer, der an der Rallye Dakar in den Jahren 2011 und 2012 teilnahm. Am 1. Januar 2012 starb er bei einem Unfall bei der Rallye Dakar 2012 auf der ersten Etappe.

Jorge Andrés Martínez Boero war der Sohn des argentinischen Rennfahrers Jorge Martínez Boero. Bei der Teilnahme an der Rallye Dakar 2011 schied er in der fünften Etappe in der Atacamawüste in Chile aus. Grund hierfür war ein Sturz kurz vor dem Etappenziel Iquique, bei dem sein Mottorrad zu Schaden kam und er nicht mehr weiterfahren konnte.

Bei der Rallye Dakar 2012 erlitt er bereits in der ersten Etappe nach etwa 55 Kilometern von Mar del Plata nach Santa Rosa de Toay zwischen Las Grutas und der Ortschaft Energía einen Sturz, der zu schweren Verletzungen führte. Er starb an einem Herzstillstand auf dem Transport im Rettungshubschrauber. Er ist damit das 61. Todesopfer der Rallye Dakar seit 1978.

Belege
* Fahrerprofil auf www.dakar.com (spanisch)
* Dakar Rally: Argentine Jorge Martínez Boero dies in accident. Buenos Aires Herald, Januar 2012.
* Schwarzer Start - Motorradpilot stirbt bei Dakar. Stern.de, 1. Januar 2012.

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Neben mir waren die folgenden Benutzer durch meist kleine Beiträge an der Artikelentstehung beteiligt: Onkelkoeln, Quasma, Rita2008, NiTenIchiRyu, Pitlane02, PM3 und 87.102.162.22.

von Necrophorus (noreply@blogger.com) - Januar 24, 2012 08:06

Wikimedia Deutschland Blog

Countdown – Noch eine Woche: Jetzt Lieblingsartikel und -projekte für den Zedler-Preis vorschlagen!

Am 31. Januar endet die Vorschlagsfrist für Artikel und Projekte, die für den diesjährigen Zedler-Preis für Freies Wissen nominiert werden können.

Bisher sind in den drei Kategorien Wikipedia-Artikel des Jahres, Community-Projekt des Jahres und externes Projekt/Wissensprojekt sehr viele und schöne Vorschläge gemacht worden, jeweils 30 bis 40 pro Bereich. Das ist toll, es ist aber noch Platz für mehr!

Nominiert euch – Nominiert eure Favoriten

Es haben auch weniger bekannte Projekte und Artikel eine Chance, und niemand sollte sich zieren, nicht auch sein eigenes Projekt vorzuschlagen. Ausdrücklich erlauben – bzw. erwünschen! – wir auch Selbstnominierungen.

Wichtigste Voraussetzung für eine Auszeichnung ist, dass die Vorschläge einen Beitrag für Freien Wissens leisten. Freies Wissen bedeutet für uns dabei, dass Werke oder Arbeiten frei zugänglich sind und von jedem, zu jedem beliebigen Zweck, frei angewandt, kopiert, verbreitet und/oder modifiziert werden können. Diese Freiheit lässt sich z. B. mit der Creative Commons Lizenz CC-BY-SA ausdrücken, die auch für alle Wikimedia- und Wikipedia-Inhalte verwendet wird.

Neben dem Vorschlag samt Namen und Link zum Projekt/Artikel sollte auch eine Begründung angegeben werden, was den Vorschlag so besonders macht und warum genau dieser eine Auszeichnung erhalten soll. Alternativ zum Vorschlag direkt auf der Projektseite bieten wir auch ein Formular an, das ihr auch ohne Kenntnisse der Wikisyntax bedienen könnt. Anonyme Einreichungen sind ebenfalls gestattet.

Also los, wir sind gespannt auf eure Favoriten! Wer oder was hat euch im letzten Jahr am meisten begeistert, inspiriert, überzeugt oder überrascht?

Juroren und Partner – wen möchtet ihr hier sehen?

Neben den inhaltlichen Vorschlägen werden auch noch Kandidaten für die externen Juroren sowie Partner und Schirmherren für den Zedler-Preis gesucht. Auch hier freuen wir uns über weitere Ideen.

Alle Fragen rund um den Zedler-Preis beantworte ich gerne auf der Diskussionseite oder per Mail an nicole.ebber@wikimedia.de. Ich freue mich auf Anregungen und Feedback und besonders darüber, wenn ihr euren Freunden, Kolleginnen, Nachbarn und Sozialen Netzwerken vom Zedler-Preis erzählt.

von Nicole Ebber - Januar 24, 2012 07:33

Finanzer

E-Books für Wikisource (Neuzugänge 24.01.2012)

Etwas später als angekündigt, gibt es heute eine Auswahl der neuesten E-Books aus Wikisource:

Als erstes ein Roman von Eugenie John Marlitt:

  • Das Geheimniß der alten Mamsell (Download: epub, Größe: 2.43 MB, mobi, Größe: 454.24 kB)

Als nächstes gibt es eines der älteren Werke bei Wikisource mit vielen Holzschnitten. Deshalb auch die etwas größeren Dateien:

  • Doctor Brants Narrenschiff von 1499 (Download: epub, Größe: 4.42 MB, mobi, Größe: 4.48 MB)

Und da diese Art von Texten häufig in anderen Portalen, die E-Books anbieten, fehlt, gibt es auch wieder eins der wichtigsten naturwissenschaftlichen Werke des 19. Jahrhunderts:

  • Charles Darwin: Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, I. Band (Download: epub, Größe: 1.76 MB,  mobi, Größe: 1.38 MB)

Der 2. Band dieses Werkes ist vor wenigen Tagen auf Wikisource fertiggestellt worden und wird in Kürze ebenfalls zum Download angeboten. Und zum Schluß gibt es zur Zerstreuung einen weiteren Krimi von Max Schraut:

  • Das Geheimnis der Kabine 24.  Band 74 der Romanreihe Harald Harst. Aus meinem Leben. (Download: epub, Größe: 133.8 kB, mobi, Größe: 162.94 kB)

Die weiteren Neuzugänge und natürlich alle anderen E-Books finden sich auf der Seite E-Books.

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von Finanzer - Januar 24, 2012 07:07

22. Januar 2012

Iberty

FAS kaufen! Oder zumindest am Kiosk reinlesen!

Titelseite, untere Hälfte. Die Satire Ciao, navigatore. Es ist selten, dass ich schon vor dem ersten Kaffee so lachen muss.

Ansonsten sind in der Zeitung noch zwei Wikipedia-SOPA-Blackout-Artikel. Ist es nicht großartig? Wikipedia ist im gesellschaftlichen Diskurs angenommen. Und das, ohne, dass man großartig etwas dafür hätte machen müssen.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 22, 2012 12:25

Nando Stoecklin

SGG-Revue: "Wikipedia - Prototyp für ein kulturelles Produkt der Zukunft"

In der Ausgabe 5/2011 der Revue der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft SGG durfte ich den Beitrag zur Kolumne "Und übrigens" verfassen. Ich wählte das Thema "Wikipedia - Prototyp für ein kulturelles Produkt der Zukunft" und stellte im Beitrag den Bezug der Wikipedia zum Leitmedienwechsel her. Die Ausgabe der Revue ist nun als PDF online abrufbar; die Kolumne findet sich auf der allerletzten Seite.

Die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft hat im 2011 übrigens einen Dokumentarfilm "Die freiwillige Schweiz" gedreht. Darin wurden verschiedene Freiwilligenprojekte vorgestellt. Unter anderem erzählten Micha Rieser und ich von unserer Arbeit bei der Wikipedia.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Januar 22, 2012 10:10

21. Januar 2012

Iberty

White Bag Movement, and how the German community planned to fork - ideas for Wikimania talks 2012

Comments? Ideas? Wishes? Please feel free to comment. Auch gerne auf deutsch :-)


The Wikipedia church of the Holy Sepulchre - Decision making in Wikipedia.

White Bag Movement, and how the German community planned to fork. (including some comments about the place of Vulvas in German culture)

Oh! Please read me! - How to be nice to Wikipedians in case you don't have money.

Don't ask what you can do for your chapter. Ask what your chapter can do for you. - How to be nice to Wikipedians in case you have money; a surprisingly difficult task.

Disappearing authors and non-existing readers. Wikipedia as communication without communicating subjects.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 21, 2012 10:35

20. Januar 2012

Iberty

Der Wikipedianer an sich (2012)

Ich hatte heute morgen ein paar Gespräche, wer denn so die aktuelle Wikipedia-Community ist. Deshalb folgt jetzt - natürlich voller Klischees, Vereinfachungen und Übertreibungen - der Steckbrief des Wikipedianers an sich..

.. hätte gerne ein handgeschnitztes Eichenholzregal mit tausenden von Büchern

.. mag authentische, handgemachte Musik

.. hat sämtliche deutsche Duden bis 1996 im Regal

.. akzeptiert Computer als Arbeitsmittel, wäre aber glücklicher wenn sie irgendwie mit Papier wären

.. weiß was richtig ist, und diskutiert das durch, bis einer heult

.. lässt sich nichts sagen. Schon gar nicht von dir.

.. behandelt Museen und Büchereien voller Ehrfurcht.

.. weiß wo arte auf der Fernbedienung ist (sofern er einen Fernseher hat).

.. empfindet Fernsehen aber eigentlich als zu neumodisch.

.. hat seit mindestens zehn Jahren dieselbe Frisur.

.. hält farbfrohe Kleidung für ein sicheres Zeichen höchster Unseriösität.

.. hasst Dummschwätzer und Windbeutel.

.. meint, dass seine Arbeit wichtiger ist als seine Person.

.. empfindet Smalltalk als überflüssigen Tanderadei.

.. hat vermutlich ein enzyklopädisches Wissen der Sportstatistik...

.. oder eine Modelleisenbahn.

.. würde auch in Discos gehen. Sofern diese Bücherregale an den Wänden hätten. Und nicht so laut wären.

.. hat Recht.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 20, 2012 03:25

19. Januar 2012

Finanzer

Gedanken zu Ingenieuren und Freiem Wissen

Gerade wurde von Gustavf im Wikisource ein Vergleich gezogen, der mir sehr gefällt:

Die Naturwissenschaften sind, anders als z. B. die Jurisprudenz oder die Theologie, “akkumulativ”, d. h. jeder Fortschritt, den Sie erarbeiten, geht in das kollektive Menschheitswissen unverlierbar ein und befruchtet weiteren Fortschritt. (Zitat aus http://www.ingenieur-kultur.de/sources/vorwort.pdf)

Freies Wissen ist also nichts anderes als eine Weiterentwicklung des Ingenieursgedanken.

Das freies Wissen und unser kulturelles Gedächtnis nicht nur durch aktuelle Gesetze wie SOPA bedroht ist, zeigt eine Diskussion zu einem US-Gesetz aus dem Jahr 1996 auf Wikimedia Commons, unter dem nicht nur Commons leiden würde, sondern auch die Wikipedia, Wikisource und die anderen Projekte, die Medien aus Commons einbinden. Hinzu käme, dass die entsprechenden Texte auf Wikisource ebenfalls gelöscht werden müssten.

Zitat von Achim Raschka auf der Mailingliste des deutschen Wikimedia-Vereins:

[S]ollte es wirklich in der Folge zur Löschung von tausenden Bildern (von tausenden nach deutschem Recht gemeinfreien Bildern!), u.a. von zahlreichen Künstlern der Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert und eigentlich des gesamten Bildmaterials seit 1915, dann haben wir – ganz konkret WIR – das Ziel, wofür wir stehen, verfehlt. Wenn wir nicht in der Lage sind, Liebermanns Selbstbildnisse und Corinths Spätwerk in der deutschsprachigen WP zu zeigen, obwohl es vollkommen unzweifelhaft nach deutschem Recht legal und gemeinfrei ist, sollten wir das Thema “Förderung Freien Wissens” aus unserer Agenda streichen.

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von Finanzer - Januar 19, 2012 09:55

Iberty

WMDE-CPB im Forum

Wer es noch nicht gesehen hat. Im Wikimedia-Forum gibt es seit ein paar Tagen das Protokoll zur CPB-Telefonkonferenz, und zur Ausschusssitzung. Der ausführliche inhaltliche Bericht existiert auch schon, liegt derzeitig aber noch im Präsidium. Aber er kommt, ich bin sicher.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 19, 2012 06:54

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 3/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und ihrer Ländervertretungen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

=Wikimedia:Woche (3/2012)=

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

 

Quellen dieser Ausgabe:

 

Beitragende: Anneke Wolf, Jürgen Fenn, Michael Jahn

==Foundation & Vereine==

PROTEST GEGEN SOPA UND PIPA

Die englischsprachige Wikipedia schloss sich den Protesten gegen den US-amerikanischen ”Stop Online Piracy Act” und den  PROTECTIP Act (PIPA) an.  Verschiedene Optionen für den Ausdruck des Protests wurden im Vorfeld  diskutiert. Sue Gardner erkundigte sich explizit nach Meinungen in der deutschsprachigen Community.
Die meisten Stimmen in der englischen Communityabstimmung erhielt der Vorschlag eines vollständigen 24-stündigen ”Blackouts”  der englischen Wikipedia am 18. Januar 2012 ab 6 Uhr morgens unserer  Zeit. In der deutschsprachigen Wikipedia und in einigen anderen  Sprachversionen wurden in dieser Zeit aus Solidarität sowie zur  Information über die Aktion Banner geschaltet.
Am Aktionstag beteiligten sich zahlreiche US-amerikanische Websites.

ÜBERSETZUNGEN DER EMPFEHLUNGEN VON SUE GARDNER ZUM FUNDRAISING

Jan Eissfeldt hat eine deutsche Übersetzung von Sue Gardners Empfehlungen an das Board of Trustees der Wikimedia Foundation  angefertigt:

PRINZIPIEN FÜR ZUKÜNFTIGE SPENDENKAMPAGNEN

Ting Chen hat zwischenzeitlich die „leitenden Prinzipien“ des Stiftungsvorstands für zukünftige Spendenkampagnen und für die Verteilung der dabei erzielten Einnahmen veröffentlicht. In den Prinzipien heißt es unter anderem, in erster Linie müßten die Kernaktivitäten der Projekte finanziert werden. Aber auch die dezentralen Aktivitäten der Chapter seien sicherzustellen. Außerdem müsse man den Spendern deutlich sagen, wofür ihr Geld verwendet werden wird, bevor sie an Wikimedia spenden. Der Gedanke der Transparenz wird mehrfach angeführt. Das Spendenaufkommen soll weiter gesteigert werden. Um die Unabhängigkeit der Foundation zu gewährleisten, strebe man weiterhin an, viele Kleinspenden zu erhalten. Da Wikimedia ein internationales Projekt ist, müssten die Spendenkampagnen den jeweils leichtestmöglichen Zufluss an Mitteln ermöglichen.

MONATSBERICHTE

Wikimedia Foundation: Die  Wikimedia-Highlights, eine Zusammenfassung des Monatsberichts der WMF, wurden für den Monat Dezember 2011 veröffentlicht. Eine deutsche Übersetzung ist ebenfalls verfügbar:
Der komplette Monatsbericht hier:
Wikimedia Schweden: …hat den Monatsbericht für November und Dezember 2011 veröffentlicht.
Wikimedia Israel: hat die Monatsberichte für Oktober bis Dezember 2011 veröffentlicht:

STIPENDIEN FÜR DIE WIKIMANIA 2012

Ab sofort können Bewerbungen für ein Stipendium zur Teilnahme an der Wikimania in Washington D.C. eingereicht werden. Bewerbungsschluss ist der 16. Februar 2012.
Wikimedia Österreich vergibt darüber hinaus weitere 10 Stipendien.
Informationen dazu hier:

==Technik==

MEDIAWIKI 1.19

Die Wikimedia Foundation kündigt die Veröffentlichung der neuen Version an und erklärt, in Zukunft kürzere Abstände zwischen Aktualisierungen anzustreben:

LANGUAGE SUPPORT TEAM

Im Foundation Blog weist das “Sprachen-Team” darauf hin, dass die 280 Sprachversionen von Wikipedia den Rahmen der Standard-Code-Datenbank für Sprachen sprengt. Deshalb brauchen Sie Hilfe bei einzelnen Implementierungsproblemen von Sprachen. Hier der Aufruf, Teil des “Language Support Teams” zu werden:

==Projekte und Initiativen==

12 MILLIONEN DATEIEN AUF WIKIMEDIA COMMONS

Auf Wikimedia Commons wurde am 12. Januar 2012 die zwölfmillionste Datei hochgeladen, eine Abbildung des Egyptian Building in Richmond, Virginia.

US-AMERIKANISCHES URHEBERRECHT VS. GEMEINFREIHEIT

Nach der Entscheidung des amerikanischen ”Supreme Court” im Fall ”Golan v. Holder” vom 18. Januar 2012 wird auf Wikimedia Commons und in Wikipedia diskutiert, ob generell Dateien auf Commons und Wikisource gelöscht werden sollten, die Werke zeigen, deren Veröffentlichung noch nicht 95 Jahre zurückliegt. Das deutsche Urheberrecht stellt auf ein anderes Kriterium ab. Demnach werden Werke 70 Jahre nach dem Tod des Werkschöpfers gemeinfrei. Für Konfliktfälle wurde erwogen, Medien von Commons auf die deutschsprachige Wikipedia zu übertragen.

==Termine==

WIKICON 2012

Der Termin für die WikiCon 2012 steht fest: Sie findet vom 31. August 2012 bis zum 2. September 2012 an der Fachhochschule Voralberg statt. Weitere Informationen finden sich unter:

CALL FOR PAPERS: WIKIPEDIA ACADEMY 2012

In Kooperation mit dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und der Freien Universität Berlin veranstaltet Wikimedia Deutschland vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 in Berlin die “Wikipedia Academy 2012: Research and Free Knowledge.” Der Call for Papers läuft bis  zum 31. März und ist bewusst in englischer Sprache gehalten. Er richtet sich demnach an die internationale Wikipedia-Forschungscommunity. Konferenzsprache ist Englisch, in Ausnahmefällen werden auch deutschsprachige Einreichungen akzeptiert.

OFFICE HOURS

  • 20. Januar 2012, 20 Uhr MEZ, mit Howie Fung, Oliver Keyes, Fabrice Florin und Dario Taraborelli über das ”Article Feedback Tool”, version 5
  • 25. Januar 2012, 19 Uhr MEZ, mit dem ”Wikimedia Foundation localisation team” über die Lokalisation der Wikimedia-Projekte
  • IRC: #wikimedia-office auf Freenode.net.

 

von Michael Jahn - Januar 19, 2012 04:12

Iberty

Kleine Wikipedia-SOPA-Presseschau

Wenn es noch Zweifel gab, dass Wikipedia politisch wirkt und wirken kann, sollten die seit gestern ausgeräumt sein. Ein wirklich eindrucksvoller Erfolg: Topmeldung in fast allen englischsprachigen Medien, Hauptseite bei den den deutschen. Wow. Dutzende US-Senatoren ändern plötzlich öffentlich ihre Meinung. Hoffen wir mal, dass Wikimedia den Schwung aus der Episode gut nutzen kann, und Urheberrecht weiter auf die politische Agenda bringt. Zu den lesenswerteren Artikel zum Thema gehören:

Standard: kleine Zusammenfassung dessen was passierte: Die politischen Auswirkungen des SOPA-Protests Längerer Überblick von gestern in der Zeit: Ein schwarzer Tag für die Befürworter von Netzsperren

Ein wunderbare Hommage der New York Times an Wikipedia. “Imagine a world without free knowledge.” I just did and I didn’t like it, now can I have my Wikipedia back?" How I’m Surviving (or Trying to) Without Wikipedia at My Fingertips

Alexis Madrigal im Atlantic, wie und warum der Protest so erfolgreich war: In thinking about this critique, I recalled talking to a long-time organizer during the heat of the Occupy protests late last year. "Protests don't solve things," she told me. "Protests create problems that policymakers then have to solve." To be clear, by "create a problem," I mean to frame some set of facts and events in the world in such a way that they become a coherent bad, separate from the general messiness of the world. The SOPA Blackout Created a Big Problem

Und Joe Brockmeyer bei Readwriteweb mit ein paar perspektiven Gedanken: I'm glad that all of these organizations are taking a stand. But invoking what some call the "nuclear option" is only going to be so effective. Even if SOPA/PIPA are stopped this year, they'll be back under new names next year. The entertainment industry can afford to keep at it, knowing that the public's attention span is extremely short. The lobbyists who work on things like SOPA are paid to press these things through Congress. They can focus on them year after year, while the voting public has to make a conscious effort to keep tabs on their representatives: What I Wish Wikipedia and Others Were Saying About SOPA/PIPA


Zum Abschluss noch etwas nettes. Die süßeste SOPA-Erlärung: The Oatmeal

Ganz zu Ende dann noch ein bißchen Egoschau. Radio 1/RBB spricht mit Dirk Franke, langjähriger Wikipedia-Autor und laut FAZ „prominentester Wikipedianer Deutschlands“: Schweigen im Netz


Schlafendes Lamm
Blacked out sheep.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 19, 2012 02:00

Das WMF-Board hat gesprochen: Developing Scenarios for future of fundraising

Auf der Mailingliste:

[Foundation-l] Resolution:Developing Scenarios for future of fundraising

Allerdings bräuchte ich noch einen Kreml-Astrologen, der mir das ganze in plain English übersetzt, und nicht die wirklich ernst gemeinten Teile rausstreicht.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 19, 2012 10:00

18. Januar 2012

Iberty

Elvis untot

Wikipedia vs SOPA and PIPA

This is how the english version of Wikipedia look today. A protest against censorship.

(you can still use the Wikipedia by turning off javascript)

 

see also: Uncyclopedia protests vs Wikipedia blackout


Einsortiert unter:piraten, politik, wiki, wikimedia, wikipedia, zensur Tagged: wikipedia sopa pipa

von piratenblog - Januar 18, 2012 11:28

17. Januar 2012

Iberty

Vorletztes Wochenende präsidierte ich #wmde

Wildbad kreuth uneingeschneites auto 06.01.2012 20-20-16.2012 20-20-16

Schnee, bunte Kärtchen, spannende kontroverse Diskussionen, Menschen, die mindestens so spannend waren wie erwartet, Schnee, noch mehr Schnee, ein Flipchart, und fröhliche Spiele. Das präsidiale Reisen startete spannend. Nebenan findet sich das Protokoll. Das Protokoll ist nahezu fertig, hier sind eher die persönlichen Eindrücke der Sitzung zu lesen.

Kreuth zimmer

Der Berg:

Die Klausur fand im Hanns-Seidel-Tagungshaus im Wildbad Kreuth statt. Während die Bundestagsgruppe der CSU noch morgens abreiste, kamen wir nachmittags an. Kreuth liegt ungefähr so weit weg von München wie Itzehoe von Hamburg, war aber eine andere Welt; und deutlich pittoresker als Itzehoe. Insbesondere die letzten 500 Meter nach oben hatten es in sich, und wenn man erst einmal oben war, wollte man nicht mehr herunter. Zumal – wer verlässt schon gerne die eigene Klosterzelle, wenn Franz Josef Strauß gütig über einen lächelt.

Andererseits war das mit dem rauf- und runterkommen nicht so einfach. Mit Schneeketten ging das rauffahren, ohne Schneeketten nur manchmal, und ich hörte von tapferen Präsiden, die ihre Koffer noch den Berg hinauf getragen haben. Dafür haben ich dann mit Delphine und Anja nach zwei Tagen auf dem Parkplatz mein Auto nach zwei Tagen eine knappe halbe Stunde lang wieder ausgraben müssen. Der äußert schicke Scheepflugtraktor ist soweit dann doch nicht gekommen, dieses Auto wieder auszugaben.

Auch sonst funktionierte die Abschließung der Klausur gut: Internet gab es nur über den seltsamen Telekom-Hotspot, Handynetz funktionierte gleich gar nicht, und im Talkessel sah und hörte man nichts von der weiten Welt. Selbst zum Fernsehen hätte man in den einen Fernsehraum im Hause gehen müssen.

Wildbad kreuth wald und berge 07.01.2012 13-31-09.2012 13-31-09

Teambuilding:

Stand auf der Tagesordnung, und machte mich ja sehr misstrauisch. Das letzte Mal als ich an einem professionell gecoachten Teambuilding teilgenommen habe, endete das darin, dass wir alle linksherum um eine brennende Kerze gingen, und uns gegenseitig sagten, wie toll wir sind. Und natürlich befürchtete ich die obligatorische Wollknäuelübung, bei der wir am Ende alle verwickelt sind, und überrascht tun, wie vernetzt das ist. Aber okay, ist ja meine erste WMDE-Klausur, ich lasse mich überraschen, und atme tieeeeef durch. Tiefenentspannt beschloss ich, dass ich alles auf mich zukommen lasse und alles mit mir machen lassen würde - selbst Kerzen und Wollknäuel.

Kerzen gab es dann glücklicherweise keine, und das Wollknäuel entpuppte sich als Haken mit Bändern zum Bauklötze stapeln. Ich nahm schon an Schlimmeren teil, würde aber trotzdem die Behauptung aufrechterhalten, dass gemeinsames Schneemannbauen genauso teambildnerisch gewesen wäre, und dabei deutlich mehr Spaß gemacht hätte.

Wildbad kreuth maibaum 07.01.2012 13-19-21.2012 13-19-21

Die langweiligen organisatorischen Teile:


Was ist Kompass 2020, wo kommt er her, und wie sollte man ihn ändern? Was sind Ressorts? Wer macht was? Wer will in welches Ressort? Wie oft finden Telefonkonferenzen statt? Wie findet man „seine“ Mitarbeiter in der Geschäftsstelle? Etc.

Die genaue Ressortverteilung findet man im Forum, wobei die Ressorts ihre Aufgaben und Möglichkeiten an sich eher noch vage beschrieben sind, und durchaus etwas konkrete Ausgestaltung vertragen können.

Meine Ressorts sind mittlerweile Lobbying (aka Politik), Freiwilligenförderung, Organisationsentwickelung, und Vereinskommunikation. Außerdem bin ich noch in den AGs Visionen und Mitgliederversammlung gelandet. Das heißt auch: erst einmal nichts zu tun habe ich mit Finanzen, Fundraising, und PR, vermittle aber natürlich gerne Kontakt.

Communityentwicklung:

Ausgehend von dieser Umfrage in der Wikipedia haben wir durchaus kontrovers diskutiert, inwieweit WMDE Probleme lösen kann, die nach Meinung der Community nicht dringlich sind, oder auch gar nicht bestehen. Oder auch: inwieweit WMDE diese Probleme überhaupt lösen sollte. Sicher kein Thema, mit dem man bei einem Mittagessen zu einem abschließenden Ergebnis kommt.

Lizenzen:

Um es mal so zu sagen: es wurde kontrovers diskutiert.


SMARTe Ziele des Präsidiums für 2012:


Einige. Um die detailliert aufzuzählen, verweise ich auf das Protokoll der Klausur; das hoffentlich bald öffentlich ist. Da steht dann auch drin, was SMART ist.

Kreuth naturkaeserei 07.01.2012 14-06-17.2012 14-06-17

Und kein Präsidiums-Klausurpost ohne Essen:

Gut, aber nicht die opulenten Luxusschwelgereien wegen der ich mich habe aufstellen lassen. Freitag beim Südtiroler war ich nicht, weil sich die Planungen änderten, und ich schon auf dem unzugänglichen Berg im Funkloch saß. Sonnabend mittags Kässpätzle in einer Kleinbauern-Selbstverwalteten-Natur-Glückliche-Kühe-Meierei (kulinarischer Höhepunkt), Sa Abend Huhn (okay) mit leckeren karamellisierten Zwiebeln, und einem Dessert, das vermutlich noch von der CSU übrig geblieben war. Das war echt eine andere Liga. Sonntags mittags gab es auch etwas, aber da gleichzeitig die Lizenzdiskussion stattfand, habe ich nicht wirklich mitbekommen, was auf dem Teller lag.

Wildbad kreuth eingeschneites auto 08.01.2012 13-24-10.11.11

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 17, 2012 01:31

Wikimedia Deutschland Blog

Call for Papers – Wikipedia Academy 2012: Research and Free Knowledge.

For an English version, see http://wir.okfn.org.

In Kooperation mit dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft und der Freien Universität Berlin veranstaltet Wikimedia Deutschland vom 29. Juni bis 1. Juli 2012 die “Wikipedia Academy 2012: Research and Free Knowledge.” in Berlin.

Wie zuvor bereits angekündigt, verschieben wir den Fokus der Wikipedia Academy 2012 deutlicher in Richtung „Forschung und Wissenschaft um, in und mit Wikipedia und Freiem Wissen“. Die Academy soll Wikipedia-Forscher miteinander in Kontakt bringen, den Austausch anregen und Möglichkeiten neuer Zusammenarbeit und Interaktion schaffen.

Mit einem engagierten Organizing Committee haben wir Ende letzten Jahres den ersten Grundstein gelegt und uns auf Themen, potentielle Partner, Ziele und Zielgruppe geeinigt.

Heute startet der Call for Papers, zu dem wir alle einladen, die zu den unten genannten Themen beitragen können. Der Call ist bewusst in englischer Sprache gehalten und richtet sich demnach an in die internationale Wikipedia-Forschungscommunity. Konferenzsprache ist Englisch, in Ausnahmefällen werden auch deutschsprachige Einreichungen akzeptiert. Unsere Themenschwerpunkte sind:

Wikipedia Analytics

  • Wikis and Wikipedia as a research tool
  • Analyzing Wikipedia as a source of “Big Data”
  • Assessing and measuring the quality of Wikipedia articles

Wikipedia Global

  • Relations and Differences between different Wikipedia language versions
  • Differences between and critique of free/open knowledge ideologies
  • Regional studies of Wikipedia and free knowledge with global lessons

Sharing Cultures and Practices

  • Sharing culture(s) in Wikipedia and other projects of commons-based peer production
  • Incentives, innovation and community dynamics in open collaborative peer production
  • Wiki theory and wiki practices

Research on Users of and Contributors to Wikipedia

  • Diversity among users of and contributors to Wikipedia
  • Influencing participation by adapting user interfaces in open collaborative settings
  • Using information visualization as information instrument to users and contributors

Economic and Regulatory Aspects of Free Knowledge

  • Economic, regulatory and societal implications of (increased) access to free knowledge
  • Different Modes of Governance: Emergence of Order and Coordination in Wikipedia
  • The role of licensing decisions for Wikipedia and other collaborative forms of knowledge production

Die Academy ist offen für alle an Forschung zu Wikipedia und Freiem Wissen Interessierten. Wir möchten dabei besonders auch junge Doktoranden und Nachwuchsforscher einladen, sich mit einer Einreichung am Call for Papers zu beteiligen.

Es wird verschiedene Formate wie Podiumsdiskussionen, traditionellen Paper Sessions, Lightning Talks, Posterpräsentationen und Science Fair geben, über die wir uns im Rahmen der Programmplanung abstimmen werden.

Der Call for Papers läuft bis zum 31. März, dann sichtet ein noch zu benennendes “Academic Program Committee” die Papers. Wir nehmen gerne Vorschläge für potentielle Kandidaten aus den oben genannten Forschungsgebieten entgegen.

Einreichungen aus der Community sind herzlich willkommen, wir freuen uns auch, wenn ihr den Call for Papers in euren akademischen Netzwerken verbreitet.

Alle Informationen finden sich im Veranstaltungswiki, gemeinsam mit Angelika Adam und Denis Barthel übernehme ich den organisatorischen Part für Wikimedia Deutschland. Bei Fragen zur Wikipedia Academy erreicht ihr uns unter academy@wikimedia.de.

von Nicole Ebber - Januar 17, 2012 10:39

13. Januar 2012

Finanzer

E-Books für Wikisource (Neuzugänge 13.01.2012)

Damit man auch findet was in den letzten Tagen an neuen E-Books aus Wikisource heraus generiert wurde, mache ich hiermit eine voraussichtlich wöchentliche Rubrik auf, in der ich einige der Neuzugänge kurz vorstellen möchte.

Dank des Export-Tools der französischen Wikisource-Kollegen gestaltet sich die Erstellung der E-Books wesentlich einfacher und schneller, als ich in meinem ersten Beitrag zu diesem Thema befürchtet hatte. Dementsprechend sind schon einige auch umfangreichere Werke mittlerweile vorhanden. Ein bisschen Nacharbeit ist dennoch nötig, damit die Bücher auch wirklich gut aussehen.

So nun aber zu einigen Neuzugängen der letzten Tage:

Zuallererst möchte ich auf zwei Kriminalromane aus der Reihe Harald Harst. Aus meinem Leben. eines der meistgelesenen Volks-Schriftsteller der1920er Jahre, Walther Kabel alias Max Schraut, hinweisen, der fünfzehn Jahre lang in Berlin jede Woche eine neues Werk auf den Markt brachte. (Mehr Infos zu Walther Kabel auf laptop-krimis.de).

  • Das Eiland der Toten. Ein Detektiv-/Kriminalroman. Band 184 der Romanreihe Harald Harst. Aus meinem Leben. (Download: epub, Größe: 150.12 kB; mobi, Größe: 139.91 kB)
  • Dämon Chanawutu. Ein Detektiv-/Kriminalroman. Band 226 der Romanreihe Harald Harst. Aus meinem Leben. (Download: epub, Größe: 179.07 kB; mobi, Größe: 171.65 kB)

Eind drittes Werk von Walther Kable steht auf Wikisource kurz vor seiner Vollendung und wird dann auch als E-Book verfügbar sein.

Dann gibt es ein Werk als E-Book, dass es garantiert nirgendwo anders gibt. Und zwar die Transkription einer Handschrift aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts über den Rußlandfeldzug Napoleons während der Jahre 1812 und 1813.

  • Bemerkungen über den Feldzug gegen Rußland in den Jahren 1812 und 1813. Digitale Edition der Original-Handsschrift. (Download:  epub, Größe: 1.36 MB; mobi, Größe: 448.56 kB;)

Neben einigen weiteren Romanen gibt es auch einige Klassiker wie Othello von Shakespeare und das Romanfragment von Friedrich Schiller:

  • Othello, der Mohr von Venedig. Übersetzt von Christoph Martin Wieland. (Download: epub, Größe: 194.09 kB; mobi, Größe: 234.96 kB)
  • Der Geisterseher.  In Schillers Zeitschrift „Thalia“ erschienenes Romanfragment. (Download: epub, Größe: 172.59 kB; mobi, Größe: 280.03 kB)

Und zum Schluss noch der Hinweis auf eine polemische Arbeit zur Verfassung des Heiligen Römischen Reiches aus dem Jahr 1667 von Samuel von Pufendorf, die seinerzeit großes Aufsehen erregte.

  • Über die Verfassung des deutschen Reiches. Übersetzt und mit einer Einleitung versehen von Harry Breßlau. (Download:  epub, Größe: 242.7 kB;  mobi, Größe: 351.75 kB)

Alle E-Books finden sich zum Download auf der Seite E-Books.

P.S. Wenn jemand einen Wunsch hat, welcher Text bei Wikisource als E-Book verfügbar sein sollte, dann bitte einfach diesen Wunsch in den Kommentaren hinterlassen. Ich werde mich dann bemühen diesen Wunsch so schnell wie möglich umzusetzen.

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von Finanzer - Januar 13, 2012 05:53

Iberty

Vor der Löschung bewahrt: Kragen für 2 Krawatten

Fundstück von der Löschdiskussion. Leider wird auch dieser Artikel nicht mehr allzulange bei uns bleiben. Einziger Autor ist Benutzer:Tillmaxx und der Text steht unter den üblichen Lizenzen.

Der Kragen für zwei Krawatten (Binder, Schlipse) und oder auch Fliegen (Schleifen) ist ein neuer Kragentypus, der so konstruiert und ausgelegt ist, dass dieser sich mit zwei sich nebeneinander befindenden Krawatten, Bindern, Schlipsen oder Fliegen tragen lässt und nicht wie herkömmliche Kragen mit nur einer Krawatte. Das Patent wurde 2002 erteilt.[1]






von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 13, 2012 02:24

12. Januar 2012

Iberty

Hilfe gebraucht / Die Rubrik "Schon gewusst" sind die neuen exzellenten Artikel

Und um diese These zu untermaueren, und an dieser Stelle auszubreiten, bräuchte ich Zugriffsstatistiken auf die SG- und KEA-Artikel von der Hauptseite. Hat die zufällig eine Leserin? Oder weiß zumindest, wie sie sich einfach beschaffen lassen?

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 12, 2012 08:47

11. Januar 2012

lyzzy

London ist wie Oberhausen

London ist cool, Oberhausen … naja. Ist nicht ganz einfach, Gemeinsamkeiten zu finden. Und doch gibt es zumindest eine: In beiden Städten fand ein Workshop des Wikipedia Support-Teams statt.

Was macht ein Leser, wenn er einen Fehler in einem Wikipedia-Artikel findet, sich über die Darstellung seiner eigenen Person oder seines Unternehmens beschweren möchte oder sich über die Verspätung seines letzten Flugs nach Madrid beschweren möchte? Manche finden den “Bearbeiten“-Link, die “Fragen zur Wikipedia” oder die Hotline der Fluggesellschaft. Andere sind geduldiger und suchen in den Weiten der Wikipedia, bis sie irgendwann (und die aufzubringenden Mühen sind beträchtlich) den Hinweis auf eine Mail-Adresse finden, an die sie sich wenden können. Und dann? Dann liegt es in der Hand einer Gruppe engagierter und erfahrener Wikipedianer, wie es weiter geht. Sie beantworten die eingehenden Mails, Hinweise und Beschwerden. Und sie tun das freiwillig und unentgeltlich neben dem, was sie sonst noch in oder für die Wikipedia machen.

Seit 2008 trifft sich das deutschsprachige Team ein- bis zweimal im Jahr zu Workshops, bespricht allgemeine Vorgehensweisen, aktuelle Probleme, und wird durch externe Referenten in speziellen Fragen, zum Beispiel zum Persönlichkeitsrecht oder zu den Besonderheiten schriftlicher Kommunikation unterstützt.

Jeder, der eine Mail an Wikipedia schreibt, nimmt die Antwort als Antwort von Wikipedia auf. Es interessiert ihn nicht, wer die Antwort schreibt, ob er damit seinen Lebensunterhalt verdient oder ob er das in seiner Freizeit macht. Damit wird das Support-Team zur Stimme der Wikipedia. Das Team ist eine der wichtigsten Schnittstellen zwischen der Wikipedia und ihren Lesern und es will dieser Erwartung nicht nur genügen, sondern sie bestmöglich erfüllen. Und darum sind diese Treffen sind wichtig. Und doch wurden sie bislang nur in Deutschland durchgeführt. Über den letzten Workshop berichtete ich auch auf internationalen Kanälen und Wikimedia UK griff die Idee flugs auf und organisierte einen Workshop in London.

Und ganz wie in Oberhausen gab es zentrale Diskussionspunkte, die Schwerpunkte erkennen ließen, Problemfelder und Bedürfnisse. Dazu zählen dringend benötigte Anpassungen oder Updates der genutzten Software (OTRS), die Einarbeitung neuer Teammitglieder, Burn-Outs, die Beziehung zur Community aber auch Training und Qualitätssicherung. Alles Punkte, die auch im deutschsprachigen Taem diskutiert wurden. Die etwa 15 Anwesenden diskutierten, debattierten, argwöhnten und formulierten Wünsche, sehr ernsthaft, sehr konzentriert. Beeindruckend. Und sie beendeten den Workshop hochmotiviert und voller Ideen.

Die Arbeitsbedingungen sind gleich, die Probleme sind ähnlich, die Bedürfnisse ebenfalls. Lässt sich daraus ein Workshop-Modell entwickeln, das diese positiven Erfahrungen auf andere Länder und Wikipedien übertragen kann? Ich glaube nicht. Die aktiven Mitarbeiter der englischsprachigen Wikipedia sind ebenso wir deren Support-Team-Mitglieder über die ganze Welt verstreut. Aber auch kleinere Projekte teilen dieses Problem. Es ist kaum möglich, diese Menschen zu einem zweitägigen Workshop zusammenzubringen. Einen Teil der Anforderungen, vor allem, wenn es um Grundlagenwissen, how-tos und Mentoring geht, könnte mit anderen Angeboten abgedeckt werden. Unabhängig von Sprache, Geographie und der Notwendigkeit des persönlichen Treffens. Virtueller Lernumgebungen und virtueller Meetings werden von Unternehmen sowohl im Kundenkontakt aber auch für die interne Kommunikation eingesetzt. Webcasts, Screencasts und Kontext-sensitive Hilfefunktionen könnten auch im Wikimedia-Umfeld gute Dienste leisten. Obwohl es bereits erste Versuche aus unterschiedlichen Richtungen gab (z.B. [1] [2]), wird etwas ähnliches weder in der Wikipedia noch beim Support-Team eingesetzt. Die Prioritäten der Wikimedia Foundation liegen derzeit woanders, aber ich denke auf lange Sicht, dass ergänzende Möglichkeiten der Wissensvermittlung in Wikimedia-Projekten eingesetzt müssen. Für Leser und für die aktiven Freiwilligen, besonders für das Support-Team.

von Alice Wiegand - Januar 11, 2012 10:47

Iberty

Hackordnung

via Napa: Algorithm Measures Human Pecking Order

Wikipedia editors are divided between those who are administrators, and so have greater access to online articles, and non-administrators who do not have such access. Clearly, the admins have more power than the non-admins.

By looking at the changes in linguistic style that occur when people make the transition from non-admin to admin roles, Kleinberg and co cleverly show that the pattern of linguistic co-ordination changes too. Admins become less likely to co-ordinate with others. At the same time, lower ranking individuals become more likely to co-ordinate with admins.


Wobei die Forscher anscheinend nur en erforscht haben. In de wird das natürlich komplett anders sein.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 11, 2012 07:41

Liesel

1 Tag und 200 m

Am 17. Dezember 1900 fand an der Waadtländer Riviera eine Vorführung mit einem Obus-Fahrzeug statt. Die Angaben dazu in der Literatur sind mehr als dürftig.

Inzwischen sprengen die Diskussionen um das Thema jeglichen Rahmen und sind um ein vielfaches länger als die Angaben in der Literatur:

- Artikel
- Artikeldiskussion
- Löschdiskussion
- Löschprüfung.


Einsortiert unter:Ohne Kategorie, Wikipedia Tagged: Artikel, Obus, Wikipedia

von Liesel - Januar 11, 2012 07:50

10. Januar 2012

Iberty

Das Internet vergisst nie

Eigentlich vergisst es ja doch. Um genau zu sein: Das Internet hat ein Gedächtnis wie ein Sieb. Man versuche nur einmal, etwas im Netz wiederzufinden, das dort 2006 stand. Nur weniges bleibt:

Jaegermeister-70


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 10, 2012 01:17

04. Januar 2012

Iberty

"Haben wir Probleme?"

Agneau Loire-Atlantique

"Haben wir Probleme?" fragte ich am 9. Dezember die Wikipedia-Community. Dabei bezog ich mich insbesondere auf die immer wieder diskutierten Themen des Autorenschwunds und der schiefen Geschlechterverteilung im Projekt, vulgo Gender-Gap. Und die Wikipedianer antworteten. Und wie.

134 Wikipedianer haben auf die Frage zum Autorenschwund geantwortet, 131 auf die Frage zum Gender-Gap, 6 Wikipedianer fanden die Umfrage doof, und 67 haben auch noch andere Probleme aufgeworfen. Bei aller Bescheidenheit: ich finde so eine Beteiligung gigantisch. Und was mich genauso freut: zu persönlichen Anwürfen ist es trotz der emotionalen Themen kaum gekommen. Allerdings war der Tonfall bei der Gender-Diskussion wesentlich aggressiver als in der Autorenschwund-Diskussion.

Die Umfrage ist natürlich keineswegs repräsentativ, sondern beruht nur auf den Antworten derjenigen, die motiviert genug waren, an so einer Umfrage teilzunehmen. Immerhin sind das auch im Zweifel diejenigen, die sich an der Lösung oder Verschärfung eines Problems beteiligen.

Was noch viel spannender war: fast alle an-der-Umfrage-Teilnehmenden haben ihr Votum ausführlich begründet. Da kann so ein kleiner Blogpost natürlich nur ganz am Rande wiedergeben, was dort alles steht.

Ich empfehle sehr dringend das Lesen sämtlicher Beiträge.

Insgesamt würde ich bei beiden Themen behaupten, dass etwa die Hälfte der Community Autorenschwund und Gender-Gap als Probleme sieht - aber die Community hält beide Probleme nicht für so dringend, oder behebungsbedürftig wie andere Probleme.

Dabei bestehen Unterschiede zwischen der Einschätzung des Autorenschwunds und des Gender-Gaps. Während beim Autorenschwund durchaus strittig ist, ob er überhaupt existiert, ist das beim Gender-Gap weitgehend unbestritten. Da ist eher unklar, ob das wirklich ein Problem ist. Wobei mein Eindruck ist, dass beim Thema Geschlecht eher Leute emotional involviert sind, und man mit besonders geschicktem oder ungeschicktem Vorgehen, leicht eine Eskalationsspirale in Gang setzen kann.


Autorenschwund


Zahlen zum Thema Autorenschwund. Mit großer Vorsicht zu genießen: neben dem schon erwähnten Problem der Selbstselektion, sind während der Umfrage neue Antwortmöglichkeiten hinzugekommen, und das ganze war keine bindende Abstimmung. Aber ich halte sie trotzdem für nützlich, um die ungefähre Gemütslage der sehr aktiven Community darzustellen:

Es gibt keinen Autorenschwund/wir wissen nicht, ob es welchen gibt: 35
Es gibt Autorenschwund, und das ist normal/egal/unvermeidlich/hat Vor- und Nachteile: 37
Autorenschwund ist ein kleines Problem: 34
Autorenschwund ist ein großes Problem: 25

Inhaltlich würde ich zum Thema Autoren und Accounts einmal vier Hauptargumentationen nennen: (a) die Zahl der Autoren bleibt tatsächlich gleich - da gibt es Statistiken, die die These stützen, und Statistiken, die sie widerlegen, (b) aufgrund dessen, dass vieles bereits geschrieben ist, ist es unvermeidlich, dass die Autoren weniger werden (c) es werden insgesamt weniger Beitragende, aber das hat auch Vorteile (besserer Umgangston, bessere durchschnittliche Artikelarbeit, mehr Ruhe und Sorgfalt), (d) problematisch ist weniger, dass die Zahl sinkt, sondern dass nur ein verschwindend geringer Teil der Menschheit seine Sichtweise in Wikipedia einbringt, und (e) der mögliche Autorenschwund ist schlimm, vor allem aufgrund seiner Ursache, des Arbeitsklimas.



Ein paar der spannenderen Diskussionsbeiträge aus dem Themenkomplex Autorenschwund:

Wenn man sich die Grafik mit den seit mehr als einem Jahr aktiven Mitarbeitern ansieht, dann ist der Anteil der langfristigen Mitarbeiter unter allen jemals aktiven Mitarbeitern seit 2007 stabil bei 17.5%. Das ist nicht nur kein Schwund, sondern das ist der größte Erfolg der Mitarbeitermotivation, den es in einem freiwilligen Projekt je gegeben hat! Nach der 100-10-1-Regel wären nämlich 10% der höchste zu erwartende Wert, aber die de-Wikipedia schafft es jetzt schon seit 2007 konstant eine Rate von 17,5% aller Mitarbeiter langfristig zu halten.
- h-stt

Ich denke, die Phase des Nettoschwunds bei den guten Autoren haben wir hinter uns. Wer die Zustände hier (Umgangston, Halbwissen-Trollerei etc.) nicht erträgt, ist längst weg. Die weniger guten "Autoren" sind egal.
- PM3

Ich schreibe eh' hauptsächlich für mich ;-)
- Amga

Eigentlich sind alle Alternativen nicht richtig: Es gibt keinen Autorenschwund, aber es gibt nicht den der Bedeutung der Wikipedia angemessenen Zuwachs. Und das ist in erster Linie eine Frage des Klimas. Wobei Klima nicht heißt: Die Wikipedia ist ein angenehmer Platz für eine Chat- und Selbstdarstell-Social-Community, sondern: die Wikipedia ist ein angenehmer Platz für Leute, die konstruktiv arbeiten wollen. Alle anderen haben hier zurecht nichts verloren.
- Magiers

Wikipedia deckt weiterhin nur einen winzigen Bruchteil menschlichen Wissens ab. BTW: Dass es weniger Artikel zu schreiben gibt, weil ja alle Links schon "eingebläut" wären verkennt, wie miserabel der Großteil der sich dahinter versteckenden Artikel tatsächlich ist. Ein paar Mal "zufälliger Artikel" anklicken sollte genügen, um das zu demonstrieren.
- sebmol

Je weniger Autoren (und darunter subsumiere ich nicht jeden Bearbeiter hier, sondern jene, die inhaltlich was beitragen können - und die werden zumindest relativ weniger), desto weniger Pluralität, ergo weniger Ausgewogenheit, ergo weniger enzyklopädische Zuverlässigkeit. Und wenn das noch unser Ziel ist, dann ist diese Entwicklung natürlich furchtbar (wenngleich hier sicher immer noch bei weitem mehr Pluralität herrscht als bei Redaktionszirkeln herkömmlicher Lexika). In Teilbereichen ist das Projekt bereits in hegemonialen Meinungen erstarrt (in wieweit das unvermeidbar oder sogar erwünscht ist sei mal dahingestellt). In NW-Themen mag das akzeptiert sein, in geistes- und sozialwissenschaftlichen Themenfeldern ist das ein riesiges Problem. Dass WP bereits jetzt nichts anderes ist als der kollektive POV einer kleinen Gesellschaftsgruppe (90% Männer, gebildet, unter 30, - gelinde gesagt - dem Internet aufgeschlossen, technikaffin), hab ich schonmal irgendwo geschrieben und ist ein weiterer Aspekt des Problems. Die soziale Komponente dieser Entwicklung will ich gar nicht erst thematisieren.
- Mo4jolo

Dass Autoren verloren gehen (Examen, neue Freundin, endlich wieder ein Job...) ist unvermeidlich; problematisch ist eher, dass es umso schwieriger wird, in die WP neu einzusteigen, je mehr gute Artikel bereits existieren: Weil man spontan, aus eigenem Wissenshintergrund, immer weniger dazu beitragen kann (und darf: alles muss inzwischen belegt werden). Hier müsste gegengesteuert werden. [...]
- Gerbil

ein blick auf meine beo, die letzten änderungen oder auch die löschkandidaten zeigt mir, dass sich hier seit einiger zeit, etwa seit einem jahr, deutlich weniger tut, als noch vor etwa 2 oder 3 jahren. die neue übersichtlichkeit führt dazu, dass ich es hier wieder deutlich angenehmener, geradezu gemütlich finde, eher so wie in den guten alten zeiten (tm) als das projekt noch neu war. so weit zu den vorteilen. ich bin mir jedoch des nachteils deutlich bewusst, dass hier wesentlich vielfältigere beiträge notwendig wären, damit am ende sowas wie enzyklopädie und vor allem NPOV rauskommen kann. andererseits sehe ich deutlich, dass nur ein bestimmtes subset der gesamten menschheit sich für sowas wie artikelschreiben überhaupt eignen und begeistern kann. d.h. auch wenn wir jetzt viele neue autoren gewinnen würden, würden wir vermutlich more of the same gewinnen und nicht eine neue vielfalt. am ende bin ich ratlos.
- poupou


Cheviot lamb on the Isle of Lewis



Gender-Gap

Die Zahlen, mit den bekannten Vorbehalten, zum Thema viele Männer/wenig Frauen:

Gender-Gap ist egal/normal/unvermeidlich: 62
Gender-Gap ist ein kleines Problem: 39
Gender-Gap ist ein großes Problem: 27

Beim Thema Frauen besteht immerhin Einigkeit, dass deren Anteil weder dem der Bevölkerung noch dem der Internetnutzer, oder dem der akademisch gebildetene in diesem Land entspricht. Da gibt es dann aber auch eine große Vielfalt an Reaktionen. Ein großer Teil sagt, dass es egal ist, wer einen Artikel schreibt, da es keinen Unterschied macht. Andere wünschen sich Frauen zur Verbesserung des Betriebsklimas. Wiederum andere sehen thematische Lücken, oder eine schiefe Gewichtung in den vorhandenen Artikeln. Und schließlich gibt es noch den Anteil derjenigen, die die Geschlecterlücke nur als Teilkomplex eines größeren Problems sehen: eigentlich gibt es einen weiße-Männer-mit-Universitätsabschluß-Gap. Diese Gruppe ist weit überrepräsentiert, alle anderen fehlen.

Auch hier mal ein paar typische Diskussionsbeiträge:

Das ist völlig egal, Hauptsache, es werden gute, wissenschaftlich fundierte Artikel geschrieben, egal, ob von Frauen oder Männern. Darstellung von wissenschaftlichen Sachverhalten sollte nichts mit "political correctness" zu http://www.blogger.com/img/blank.giftun haben
- Korrekturen

Das sind höchstens Bauchgefühle wie auch das allgemein schlechte Diskussionsklima. Wir können natürlich wie in der Gesellschaft auch für alles mögliche eine Quote einführen, werden damit aber genau gar nichts verbessern, sondern noch mehr Sand ins Getriebe streuen. Zielführender wäre vielleicht eine Art "Freundlichkeitsoffensive" oder kleine Aufmerksamkeiten für besonders konstruktive Benutzer als Ansporn. Wäre das allgemeine Diskussionsklima freundlicher und weniger hormonbelastet, kämen auch die weiblichen Benutzer von alleine.
- Haselburg-Müller

Es ist mir egal, ob hinter einem Beitrag ein Mann oder eine Frau steht. Die ganze Diskussion – auch und insbesondere außerhalb der Wikipedia (Stichwort: Frauenquote) – hängt mir zum Halse raus.
- Forevermore

Ein paar Frauen mehr täten dem Klima sicher gut, wenn das Prinzip der Wikipedia Frauen aber offensichtlich weniger anspricht (küchenpsychologische Vermutungen über das Warum erspare ich mir...) muss man das aber hinnehmen.
- Studmult

ich glaube nicht, dass die Enzyklopädie dramatisch Schaden daran nimmt, aber ich denke wie beim Autorenschwund haben wir ein soziales Problem wie wir miteinander umgehen. Ich denke, dass der Geschlechterunterschied sowohl eine Auswirkung auf das Klima im Projekt hat als auch durch das schlechte Klima mit-verursacht wird.
- Manuel Schneider

[Es ist ein Problem, w]eil das heißt dass ein Potential nicht ausgeschöpft wird.
- Svíčková

Meines Erachtens hat der geringe Frauenanteil nicht "nur" Auswirkungen auf den Umgangston bei WP, sondern auch auf die Artikelarbeit. Da es Studienrichtungen und Berufe gibt, die vor allem von Frauen gewählt werden, wirkt sich deren Mangel zwangsläufig auch auf den Artikelbestand zu dem Thema und dessen Qualität aus. Beispiel Pädagogik: ca. 84 Prozent der Grundschullehrer sind Frauen [2]. Da überrascht es nicht, dass moderne Grundschulkonzepte wie Lesen durch Schreiben oder Jahrgangsübergreifendes Lernen hier keinen eigenen Artikel haben, sondern nur am Rande erwähnt werden. Ein anderes Problemfeld ist der geringe Anteil an Frauenbiografien bei WP, der sicherlich nicht ausschliesslich darauf begründet ist, dass es über Frauen weniger zu sagen gibt durch ihre rechtliche und bildungsbezogene Benachteiligung in den vergangenen Jahrhunderten, sondern auch an der mangelnden Motivation der Autoren, das wenige aus den vorhandenen Quellen herauszuziehen. Die Auswahl, über welches Thema man einen Artikel schreibt und welche Fakten man in ihm unterbringt, hat immer auch etwas mit dem persönlichen Hintergrund zu tun, demzufolge auch mit dem Geschlecht.
- Berita

Leider fehlt häufig das Problembewusstsein.
- Anima

English Leicester Lambs



Weitere Probleme:

Bei den anderen Problemen kommt häufig die Nennung zum Betriebsklima. Knapp die Hälfte der Beitragenden beklagt den schlechten Umgangston. Auch sehr häufig kommen Löschdiskussionen und Relevanzkriterien zur Sprache, wobei Leute sie sowohl zu hart als auch zu lasch finden. Daneben uralte Technik, mangelnde Funktionalität bei Updates, Verein und Foundation, und schlechte Struktur, falsch/zu viele Regeln. Um ein paar Ausschnitte zu geben:

Unnötig scharfer Ton gegenüber Neulingen ohne gleichzeitige aktive Hilfsangebote vertreiben Neuautoren (und zwar egal welchen Geschlechtes). Beleidigend formulierte LA's oder "Halts Maul und geh spielen" Diskbeiträge müssen schärfer sanktioniert werden
- Kero

neue artikel im benutzerraum fertig zu erstellen finde ich nicht sehr "wiki", da könnte man sich durchaus was einfaches überlegen. ausserdem "vermittelalterlicht" die technik. es gibt keine geeignete software um lehrinhalte zu erstellen, videoupload ist schwierig, kein rating von bildern nach kategorien, keine persönlichen notizzettel die man aufs wiki "kleben" kann (elektronisch natürlich), als "tag" bzw kategorie für einen persönlich oder eine private gruppe. auch technik für einfachere wartung fehlt m.e. etwas.
- ThurnerRupert

Eins? Hunderte. Wo soll man anfangen? Mal in Stichpunkten: Benutzeroberfläche, Interaktionsmodell, Prozessunterstützung, Umgangston, Vielfältigkeit, Nachnutzung, Lizenzfragen, Nutzungskompetenz, Offline-Verbreitung, Wartungsanfälligkeit, Produktivität, Finanzierungsmodell, sprachenübergreifende Zusammenarbeit, Selbstverwaltung der Community sind die ersten, die mir einfallen.
- sebmol

Es gibt unzählige Verbesserungspotentiale (ums positiv zu sehen) - für mich sind allerdings die drei Vereine die Hauptbaustelle. Die Relation von Vereinsmitgliedern zu Wikipedia-Autoren ist ein schlechter Witz, jeder der drei Vereine kocht sein eigenes Süppchen (Projekte, Vereinswiki(!), etc.) und das Spannungsfeld zwischen hauptberuflichen Vereinsangestellten und ehrenamtlichen Autoren sorgt ständig für Streiterein. Dadurch geht viel Potential verloren, was ich sehr schade finde.
- Braveheart

Wie #7 sehe ich eines der Hauptprobleme darin, dass nicht alle erfolgreichen motivationsfördernden Mechanismen der Wikipedia der Anfangsphase in der jetzigen und kommenden Phase geeignet scheinen. Es geht jetzt weniger darum, Neues zu schaffen, sondern darum, die Aktualität und die Qualität des Bestehenden sicherzustellen. Statt dessen besteht eine Tendenz, in immer detailliertere Nischen vorzudringen ohne jedes Gespür, ob das alles von einer endlichen Anzahl Mitarbeiter je aktuell gehalten werden kann. Viele der anderen Probleme sehe ich auch, aber dieses scheint mir am meisten unterschätzt zu werden.
- Cactus26

Mehreres: 1. Der Umgangston. Besonders die Tatsache (sehe ich so), dass man sich als "verdienter Mitarbeiter" fast ungestraft einen schlechteren Umgangston leisten kann als andere. 2. Vergraulen von Neulingen durch zu wenig Geduld mit ihnen. (Ja, auch Neulinge sollten sich Mühe geben. Sie müssen aber nicht alles von Anfang an richtig machen!) 3. Artikelbesitzertum. 4. Der Glaube, neue Artikel müssten von Anfang an nahezu perfekt sein. (Hängt mit Punkt 2 zusammen.) 5. Der Glaube, die de:WP müsse morgen fertig sein. 6. Fehlender Abstand zur eigenen WP-Arbeit, daraus folgende Verbissenheit. Einer der Gründe für Punkt 1-5?
- UKoch

Wir wollen vor allem bessere Artikel? Dann wäre es schön, wenn sich mal wieder etwas mehr Leute am Review beteiligen würden und Artikel, die dort vorgestellt werdent, kritisch unter die Lupe nehmen mit dem Ziel, die Artikel zu verbessern. Beispiel gefällig? Bitte mal ins Review Erdwissenschaften schauen und sich angucken, wieviel dort bislang zu den Artikeln Südbrookmerland und Moormerland beigetragen worden ist (Antwort: null!) und seit wieviel Monaten (!) kein neuer Kommentar mehr zu Friedeburg oder Bunde kam (dreieinhalb bzw. drei!). Natürlich kann man auch ohne Input von außen Artikel verbessern, aber für gewöhnlich ist ein Blick von außen ganz hilfreich. Selbst in der KALP nimmt die Zahl der Wikipedianer ab, die sich an Diskussionen beteiligen. Dabei war dies noch vor wenigen Jahren sozusagen die "Anlaufstelle für den letzten Feinschliff". So jedenfalls habe ich die KALP immer verstanden, und damit stehe ich nicht ganz allein. Schade, sehr schade. LG in die Runde und ein Dank an die Initiatoren dieser Seite, war 'ne gute Idee!
- Frisia Orientalis

Ich stimme dem Standpunkt Qualität vor Quantität unbedingt zu. Meine englischsprachigen Arbeitskollegen lachen mich immer aus wenn ich sage das ich in der Wiki arbeite ...da steht doch nur Schrott drin... Meine deutschsprachigen Kollegen sagen das nicht. Höchstens ...für sowas hab ich keine Zeit. Wenn ich in der englischen Wiki mir die Qualität mancher Artikel und ihren Stub-Wahn ansehe will ich erst gar nicht anfangen zu arbeiten. Doch viel schlimmer ist, dass viele andere Wikis den Blödsinn einfach abschreiben. Wenn ich hier einen Artikel eröffne vergehen mit unter keine 10 min bevor der erste anfängt meine Rechtschreibfehler zu verbessern (manche kennen mich wohl schon). Schreib ich auf Englisch – passiert mitunter gar nichts (und mein Englisch ist bestimmt schlechter als mein Deutsch). Versteht mich nicht falsch. In der englischen Wiki sind wirklich viele tolle Artikel - aber man sollte auf jeden Fall nach anderen Quellen suchen und vielleicht mal auf Goofle Earth kucken ob das überhaupt sein kann. Ich denke unser Weg ist nicht sooo schlecht. Auch der Umgang hier ist in meinen Themenbereichen OK. Es gibt nur einen dem ich hier aus dem Weg gehe. Und das Thema Neulinge – Ich bin jetzt fast 4 Jahre dabei und kenne noch immer nicht alle Spielregeln. Aber ich werde immer wieder überwiegend freundlich darauf aufmerksam gemacht. Wir arbeiten an einem sehr komplexen Thema. Es geht zwar nicht ohne Regeln, aber schreiben und schreiben lassen.
- Peter in s

Und zuletzt:

Die Qualität der Artikel selbst scheint mindestens so oft Lob zu kriegen (oft auch im Verhältnis zur englischen Wikipedia), wie sie kritisiert wird.

Bei den sonstigen Themen wird der Umgangston sehr oft genannt, wobei sowohl Neulinge als auch althergebrachte Autoren dessen Opfer sind. Die bereits außerhalb der Wikipedia bekannten Relevanzkriterien tauchen ebenso als Problem auf, wie schlechte Autoren, die sich nicht an die Wikipedia-internen Vorgaben halten. Wobei die Vorgaben auch ein Problem sind: Starrheit, mangelnde Experimentierfreude, Regelwahn etc. ist ein regelmäßig wiederkehrender Kritikpunkt. Und vor allem: der Umgangston. Und der Umgang miteinander.

Was um so spannender ist, weil ein besserer Umgangston sicher auch etwas zur Motiviation von Neu- und Altautoren beitragen würde - und ich die küchenpsychologische These vertreten würde, dass ein besserer Umgangston den Gender-Gap eher verkleinerte als vergrößerte.

Und ganz zuletzt: die Antworten bei der Umfrage sind deutlich spannender, als sich in einem Blogpost wiedergeben lässt. Umfrageantworten lesen lohnt.

Resting Navajo-Churro lamb

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 04, 2012 10:13

03. Januar 2012

Iberty

Was macht ein Wikimedia Fellow?

Die Wikimedia Foundation sucht bis zum 15. Januar Fellows, auch in der deutschen Wikipedia. Diese Nachricht wird bei den meisten Deutschen, und selbst den meisten Wikipedianern, erst einmal für ein ahnungsloses Schulterzucken sorgen.

Deshalb gehe ich mal einen gedanklichen Schritt zurück:

Die Wikimedia Foundation hat Fellows. Die Foundation unterstützt für einen begrenzten Zeitraum ein Person, und deren Plan, zur Verbesserung von *buzzwords denken* der Wikimedia. Da das Fellow-System in Deutschland eher unbekannt ist, und da die jetzt ausgeschriebenen Community-Fellows auch noch anders funktionieren, als Fellowships das für gewöhnlich tun, verfolge ich einen einfachen Plan, das Programm zu verstehen.

Deshalb schauen ich doch einfach mal, was die Fellows so gemacht haben. Die Foundation hat dankenswerterweise eine Übersicht über alle Fellows

Derzeit gibt es noch zwei aktive Community Fellows und drei aktive Research Fellows. Ihre Fellowship beendet haben acht Fellows und acht Teilnehmer des Summer of Research. Die Fellows wiederum haben irgendwas zwischen 8 Wochen und einemal Jahr rumgefellowed. Und weil das aktuelle ein längerfristiges Fellowship ist, schauen wir doch einfach mal die Community Fellows an, die mindestens 6 Monate aktiv waren:


James Alexander: Die Businessanalyse für den 2011er-Fundraiser habe ich nicht gefunden. Die Reader-relations finde ich auch nicht, aber immerhin die Wikipedia:Wiki Guides. Die sind allerdings in der Categories:Inactive project pages. Am erfolgreichsten scheint mir der Fundraiser-bezogene Teil des Projektes gewesen zu sein, arbeitet er doch mittlerweile als Community Officer am Fundraiser.

Jon Harald Søby hat Übersetzer rekrutiert, die den Fundraiser übersetzen. 1400 aktive Übersetzer haben 500 Übersetzungen in 112 Sprachen geliefert. Und ja, ich hätte spontan gedacht, dass die Zahl der Übersetzungen die der Übersetzer übersteigen sollte.

Steven Walling: The Contribution Taxonomy Project will develop a taxonomy of the contributions made by Wikimedia communities, measure the contributions in that taxonomy, and elicit trends in volunteer contributions to the projects. By creating a comprehensive classification of the different types of roles volunteers may take, and by using our data to find active contributors that fill these roles, the project is intended to bring to light the historical and continuing development of Wikimedia wikis. Klingt halbwegs spannend, habe ich aber seit 2010 auch nichts mehr von gehört. Da würde ich aber nicht ausschließen, dass das noch wo lebt.

Lennart Guldbrandsson Da könnte Gastblogger Frank vermutlich mehr erzählen. Sowohl das Bookshelf-Project als auch das Account Creation Improvement Project haben es immerhin schon mal in mein Blickfeld geschafft, und klingen mir so spontan sinnvoll.-

Maryana Pinchuk:Maryana ist total super. Aber von Research:Virtual Community Histories summer fellowship hörte ich auch nie wieder etwas.


Liam Wyatt:
Okay, über Wittylama und GLAM haben wir alle soviel geredet; das setze ich jetzt mal arrogantermaßen als bekannt voraus.

Sarah Stierchs "initial project will be a new-editor support pilot where she’ll build a team of volunteers to actively reach out to promising new editors (particularly women) to offer help, mentorship and peer support, encouraging them to continue editing and become more integrated into the Wikipedia community."

Ich will ja nicht dissen. Aber so spontan sieht das alles nach Projekten aus, die auch eine Menge deutscher Wikipedianer sinnvoll durchführen könnte. Noch sind es 12 Tage bis Bewerbungsende.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 03, 2012 06:02

Achim Raschka

Noch ein Jahresrückblick

Ich habe schon als ich im Dezember von meiner letzten Reise zurück kam gedacht, daß ich das Jahr mal aufarbeiten müßte. Aber eine rechte Plattform habe ich nicht, was ich vor allem bedauerte, nachdem ich Lyzzy, Achim und Southpark ihre Jahresberichte publizieren sah. Aber danke an Achim, ich kann es hier machen.

JANUAR - MAI

Zunächst begann das Jahr relativ ruhig. Die ersten vier Monate war ich mit Boris damit beschäftigt, das Buch zum 10jährigen Wikipedia-Jubiläum zusammen zu bekommen. Eine zeitweise anstrengende, aber auch sehr interessante Arbeit.

Höhepunkt des Januars war zweifelsohne das eigentliche Jubiläum, 10 Jahre Wikipedia. Und ich kann es selbst kaum glauben, ich war fast genau sechs der ersten zehn Jahre dabei. Höhepunkt des Höhepunktes war die große Jubiläumsfete in Berlin, auch wenn sie nicht ganz mein Fall war. Aber mit Christoph Demmer konnte ich die erste mir noch unbekannte Legende des Projektes im letzten Jahr kennen lernen. Es folgten noch mehrere.

Die Außerordentliche Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland wurde weniger kontrovers als erwartet. Was sicher auch daran lag, daß der Hauptanträger von den Personen, die ihn in die erste Reihe gedrängt hatten, um nur selbst keinen Schaden zu nehmen, im Regen stehen gelassen wurde. So kann man Engagement auch zerstören.

Im März war die reguläre Mitgliederversammlung. Wie immer lief vieles, aber nicht alles so, wie ich es wollte.

Der Mai und Anfang Juni brachten zwei Veranstaltungen aus dem Bereich "Wikipedia muss Weltkulturerbe werden". Zunächst der Hackathon in Berlin, dann eine Veranstaltung im Technikmuseum Berlin. Und das nachdem ich mit dem Hexer gerade erst von einer Verbesichtigung aus Göttingen für "Wikipedia trifft Altertum" zurück kam und während der Rückfahrt mein Auto kaputt ging.

JUNI

Im Juni begann mein eigentliches Wikimedia-Jahr. Am 10./11. Juni fand in Göttingen "Wikimedia trifft Altertum" statt. Mit einem Erfolg, den wir drei Organisatoren uns nicht im Traum erhofft hätten und mit Kontakten, die nachwirken. Ein halbes Jahr Organisation trug Früchte und ich kann mich hier nur noch einmal mehr bei allen bedanken, die zum Gelingen beitrugen und die teilnahmen.

JULI

Der Juli brachte meine Teilnahme an der Ständigen Ägyptologenkonferenz in Leipzig. Dort war ich als Wikipedia-Vertreter, nicht zuletzt, weil inhaltlich mit der Geschichte der Ägyptologie ein mir wichtiges Thema zentrales Thema war. Daneben war ich im Ägyptischen Museum der Universität und auch in der Antikensammlung, Letztere habe ich für Wikipedia auch nahezu komplett abfotografiert. Ein weiterer Termin führte mich auf der Tour nach Halle, wo ich den Kurator der Unisammlung, Stefan Lehmann, traf und von ihm eine Führung durch die Sammlung im Robertinum bekam.

Die CPB-Blase platzte. Die Kritik war durchaus berechtigt, die Form war es nicht. Und mit Achim und Lyzzy gingen meiner Meinung nach auch die Falschen. Einmal mehr schmerzte die Einsichtslosigkeit Sebastians, der einfach nicht sieht, wenn er fette Böcke schießt. Damit macht er all das kaputt, was er selbst aufgebaut hat. Denn Fakt ist, daß er wirklich vieles Gutes angestoßen hat. Nicht alles. Aber Einiges. Enttäuschend war auch Annekes Rückzug. Wer mit so viel Vertrauensvorschuß der Comunity ausgestattet war, hätte nicht auf diese Art gehen dürfen. Die problematischste Rolle hatte aber Olaf inne. Als Mitglied beider beteiligter Gremien hätte er das Bindeglied sein sollen. Diese Aufgabe hatte er nicht im Ansatz ausgefüllt und war deshalb für mein Dafürhalten das eigentliche Problem in der Sache. Zumal ich nicht verhehlen kann, daß hier Politik gespielt wurde.

AUGUST

Der wikimedianische Jahreshöhepunkt wurde natürlich die Wikimania in Haifa, für die ich dankenswerter Weise ein Stipendium bekam. Es wurde meine erste Wikimania. Viele gute Gespräche, praktische inhaltliche Gewinne für meine Wikip/media-Arbeit und ein interessantes Land. Top organisiert war die Veranstaltung und man merkte, daß uns Haifa wirklich Willkommen hieß. Aber spätestens in Haifa merkte ich, daß mir die Entfernung zwischen Foundation und den Wikimedia-Projekten sehr groß war. Und ich meine nicht den Vorsitzenden des Boards. Ting Chen war - wie auch unser Arne - einer der Wenigen aus der Führungsebene des Vereins, mit dem man sprechen kann. Auch wenn ich über seine Rolle (so wie ich sie zumindest wahr nehme) in der Bildfilterfrage nicht erfreut bin, ist er dennoch ein angenehmer Mensch. Andere Boardmitglieder schwebten über die Veranstaltung, von der Chefin gar nicht anzufangen. Die Abschlußveranstaltung hatte etwas vom Gottesdienst eines Fernsehpredigers. Die Wikimedia-Jünger jubelten Gott Jimbo zu, es war - schrecklich. Zumal er dasselbe sagte wie schon seit Jahren: nichts. Und bei der Wikimania war spätestens der Moment, wo mir das Geheule wegen falscher Zusammensetzung der Autorenschaft (vulgo: Gendergap) aus den Ohren quillte. Aber man kam an Sue Gardners Lieblingsthema nicht mehr vorbei.

Ja. Wir haben gepennt, was den Bildfilter angeht. Man hätte sich informieren können. Aber ganz ehrlich: weder war mir der Umfang der Sache klar, noch die Dringlichkeit. Denn im Allgemeinen ist die Foundation, man denke an SUL oder die gesichteten Versionen, nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannt. Aber wenn die Foundation die Spenden in den USA gefährdet sieht, wird sie offenbar schnell. Mir macht das Sorgen, wenn sich die Foundation immer wieder nach dem Geld dreht, als wäre sie eine Pflanze auf der Suche nach Sonne. So oder so - trotz Sues Trotz haben wir es über die Monate offenbar geschafft den Filter zu verhindern - gut so!

SEPTEMBER

Wiki Loves Monuments! Was für eine Aktion! Wenn sie will, kann die Masse gut zusammenarbeiten und auch neue Mitarbeiter motivieren. Und das über Ländergrenzen hinweg. Mehr als 160.000 Bilder wurden in Europa von Baudenkmalen gemacht und auf Wikimedia Commons hoch geladen. Man muß einfach nochmal die Organisatoren in den Niederlanden und in Deutschland (Elya und Cirdan) loben. Ich habe mich mit Bildern aus meiner Heimatregion beteiligt und mich mit einem Bild völlig überraschend für mich unter den besten 100 platziert. Das motiviert dann doch...

WikiCon in Nürnberg. Mein Workshop zu "Wikimedia trifft als Konzept einer Veranstaltungsreihe" zog nun nicht die Massen, 4 Leutchen waren wir. Aber immerhin macht eine überschaubare Masse an Teilnehmern flexibel. Insgesamt einmal mehr ein erfreuliches Treffen, mit Rax traf ich meine zweite "Legende" in dem Jahr. Auch Flominator konnte ich endlich, nach Jahren, einmal treffen. Unerfreulich im Nachgang: ein Teilnehmer meinte, mich aufs übelste auf seinem Blog nach der Veranstaltung nieder machen zu müssen. Naja, manchmal ist es eben eine Frage des Charakters. Seit ich aus Nürnberg zurück bin, wohne ich auch nicht mehr allein.

Der Verein tritt mit einer Reise durch fünf Städte auf und stellt das Finanzkonzept für 2012 vor. Sehr sinnvoll, denn erst hier verstehe ich, was mir schriftlich noch spanisch vorkam.

Auf Einladung der Gerda Henkel Stiftung war ich Teilnehmer der ".hist 2011". Dazu habe ich mich dort geäußert: Die Sache mit der Deutungshoheit.

Und nicht zu vergessen: das Buch ist da! "Alles über Wikipedia". Am 24. September die Book-release-Party in Berlin. Hier saß ich das erste mal auf einem Podium. Interessant, das mal von der anderen Seite des Raumes zu sehen. Mit Volker Fadinger und Ulrich Waack zwei mir sehr liebe Wikipedianer dort getroffen.

Achja - meine Adminwiederwahl war auch. Nach drei Tagen waren die verlangten 25 Wiederwahlstimmen da, auch wenn außer persönlicher Abneigung kein Argument gegen mich vorgebracht werden konnte. Somit war sie Wahl auch weitaus unproblematischer als alle zuvor, wenngleich wie immer unschöne Begleiterscheinungen abliefen. Leider können manche "Mitarbeiter" nur mit schlechtem Stil und miesen Mitteln ...

OKTOBER

Jawoll! In Italien merkt endlich eine Comunity, was unser Projekt für eine Macht hat und hilft mit seiner Selbstabschaltung mit, ein Berlusconisches Medienknebelgesetzt zu verhindern. Weiter so!

Meine Teilnahme am Schreibwettbewerb beschränkte sich dieses Mal auf die Jurytätigkeit, die mich nach Hamburg führte. Einmal mehr ein interessantes Jurytreffen mit erlebt. Und mit dem Massaker von Katyn hatten wir einen würdigen Gewinner.

NOVEMBER

Wieder eine Einladung der Gerda Henkel Stiftung am Monatsbeginn zur Gerda Henkel Vorlesung von Hermann Parzinger. Mit Lyzzy habe ich einen sehr interessanten Abend verbracht. Diesen Ausflug nach Düsseldorf nutzte ich, um meinen geliebten Kölner Stammtisch zu besuchen und auch um einen Abstecher nach Bonn zu machen, um mir dort die ägyptologische Sammlung und das Akademische Kunstmuseum anzusehen. Auf dem Stammtisch traf ich mit Tsor auf meine dritte Legende im Jahr 2011. Auf dem Rückweg fuhr ich erstmals auf der A2 in Hannover ab - Kestner Museum! Den Leiter der ägyptologischen Sammlung, Christian E. Loeben lernte ich in Göttingen bei "Wikipedia trifft Alterum" kennen. Es wurde Zeit, mal vorbei zu schauen.

Und zwei Wochen später war ich erneut da. Erst ins Museum fotografieren, dann auf die Jubiläumsbuchlesung in der Hannoveraner Leibniz-Bibliothek. Erneut saß ich auf dem Podium, bei einer wunderbar entspannten Veranstaltung mit einem interessierten Publikum. Und danach? Klar. Wieder das Auto kaputt. Aber der Tag danach brachte die dritte, nun zweite reguläre, Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland. Erstmals in Hannover. Da das Auto nicht mehr wollte, konnte ich den zweiten Tag nicht mehr da sein und konnte Sue Garnder nur über das Internet verfolgen. Verpasst habe ich nichts. Und auch der selbsternannte größte Kritiker der Foundation griff nicht ein, als Sue ihre Show abzog und Fragen nicht beantwortete.

Vorher war ich in Berlin bei der Tagung "Transformatio Nummorum", bei der es an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften um die Antike Numismatik in der Frühen Neuzeit ging. Dabei traf ich einen meiner früheren Professoren, Henning Wrede, wieder, der jetzt auch endlich ein Bild in der Wikipedia hat.

DEZEMBER

Anfang Dezember war ich auf meiner zweiten "Dienst"-Auslandsreise. Nun in Amsterdam, GLAMcamp. Eigentlich sollte hier an den Möglichkeiten des GLAMs, der Zusammenarbeit der Wikimedia-Projekte mit GalleriesLibrariesArchivesMuseums besprochen werden. Viel kam aber leider nicht heraus. Zu wenig striktes Program, zu wenig war vorher klar, was die Veranstalter erreichen wollten. Schade, Chance vertan. Dann müssen wir eben in Deutschland 2012 unsere eigenen Strategien entwickeln.

Auf der Rücktour stoppte ich nochmals in Düsseldorf bei der Gerda Henkel Stiftung, wo ich eingeladen war, am Expertenchat L.I.S.A.live "Wikipedia trifft Geschichtswissenschaft" teilnehmen durfte.

Abschluss des Jahres wurde die Unterstützung der Lehrveranstaltung von Professor Bernhard Weisser vom Berliner Münzkabinett, der seinen Studenten auch die Chance gibt, ihre Arbeit als Wikipedia-Artikel zu gestalten. Auch Professor Weisser ist ein Kontakt von "Wikipedia trifft Altertum".

WIKIPEDIA-ARBEIT 2011

Es war irgendwie ein lahmes Jahr. Mein Jahresabschluß 2010 stand bei 4500 gestarteten Artikeln. Mein Orientierungspunkt war für 2011 die 5000 zu schaffen, was ich aber verpasst habe - um 12 Artikel. Mit ‎Christian Hofer habe ich dieses Ziel 2 Tage später dann doch geschafft. Dennoch nicht ein ausgezeichneter Artikel im ganzen Jahr. Allerdings zieht mich auch nicht mehr viel zu den Auszeichnungskandidaturen.

Lange Zeit war der Wintersportbereich ein Rückzugsort für mich, wenn es an anderen Stellen des Projektes nicht mehr so funktionierte. Leider ist das mittlerweile auch zerstört. Erst auf die Bitte externer Personen habe ich nach einer Auszeit überhaupt wieder begonnen, weiter zu arbeiten, um dann wenig später erneut von einem Löschnerver behindert zu werden. Und anders als es früher der Fall war, hielt der Bereich nicht mehr zusammen. Es reicht manchmal ein egoistischer, eitler Mitarbeiter, um alles zu sprengen. So bleibt nur der Ausstieg und die Arbeit für mich allein.

Der Bereich Antike brachte die Komlettierung der Artikel zu allen derzeitigen Lehrstuhlinhabern im Bereich der Klassischen Archäologie in Deutschland, nachdem 2010 schon für den Bereich der Professoren in der Alten Geschichte die Fertigstellung brachte. Auch das Projekt der Skulpturen im Archäologischen Nationalmuseum von Athen ging voran, auch wenn noch viel zu tun ist.

AUSBLICK

Was bringt 2012?

* intensiveres Voranbringen des "Wikipedian in Residence" und damit des GLAM-Projektes
* "Wikipedia trifft Museen" und "Wikipedia trifft Orient" sollen "Wikipedia trifft Altertum" fortsetzen.
* Wikimania in Washington
* meine Artikelprojekte sollen weiter voran schreiten, der WikiCup soll mich dazu zwingen, auch mal wieder in die Spitze zu arbeiten.

Zum Abschluß ein Dank. An alle produktiven Mitarbeiter der Wikimedia Projekte, in welcher Form auch immer. Und an alle externen Freunde, vom DAI, der Henkel Stiftung, der Museumsinsel in Berlin, der Humboldt-Universität, dem Kestner-Museum und der Leibnitz-Bibliothek in Hannover, den Altertumswissenschaften an der Universität Göttingen und, und, und.

Bilder: Book-release-Party: DerHexer (cc-by-sa-3.0); Wikipedia trifft Altertum: Raymond Spekking (cc-by-sa-3.0); Dorfkirche Lichtenow: Marcus Cyron (cc-by-sa-3.0)

von Marcus Cyron (noreply@blogger.com) - Januar 03, 2012 03:48

Iberty

Meine erste Präsidiumsklausur...

wird zusammen mit dem Wikimedia-Deutschland-Präsidium am Wochenende in Wildbad Kreuth stattfinden. Wer Anregungen, Fragen, Vorschläge, Themenwünsche etc. hat: Ruft! Mich! An!

Oder kommentiert hier. Oder ruft einen anderen Präsidialen an. Oder schreibt an praesidium@wikimedia.de.

Wildbad Kreuth 1900


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 03, 2012 10:00

02. Januar 2012

Iberty

6033

Noch mehr Update: die Langversion des Jahresrückblicks bei Iberty, sowie Lyzzys zweiter Teil ihres Rückblicks sind mittlerweile online.

Update: der Link zu lyzzys blogpost funktioniert mittlerweile.

6033 ist der gemeinsame Jahresrückblick von Lyzzy und Achim, die dreimal auf das Jahr 2011 zurückblicken.

Lyzzy schreibt hier: lyzzy sucht das wunderland
Und Achim dort: Freibier-6033!

Mein Jahr: Wikipedia-Artikel unter anderem zu Theremin, Pizzakarton, Sampo (Schiff), Moog Music, First Airphonic Suite, Dorit Chrysler, Deep Fried Butter, The Picayune Creole Cook Book, Radio Baton. Chicago-style Pizza, Hackerethik, Müllwolle, Sportzentrum Schöneberg, "City of New Orleans", Foucault und Recht, Monty Cantsin, K/S, "Freie Kultur", Open Source Ecology, Candy Desk, Macht/Wissen, Foucault-Habermas-Debatte, Coronation Chicken, Suicide Girls Must Die!, Squirrel fishing und JenniCam.

Vielzuwenig Reviews geschrieben, dem Elend von KALP zugesehen, und den Aufstieg von schon gewusst erlebt.

In Haifa gewesen, extrem schick, und in Nürnberg - fast so schick ´, und ähnlich heiß. Über das Wikimedia-präsidieren kann ich nach den drei Tagen noch nicht wirklich etwas schreiben. Iberty hat mittlerweile tatsächlich ernsthaft Leser.

Viele große Dramen in Wikipedia erlebt, auch wenn sie weniger werden. Der Querschnitt der Mitarbeiter, und der allgemeine Horizont verengt sich, und das aus vielen Gründen schaden, aber sorgt immerhin auch für streßfreieres, kurzfristig produktiveres Arbeiten.

Dies war ein Platzhalterpost mit Notprogramm. Er zeigt an, dass ich seit heute Morgen doch nicht mehr an einen Rechner kam. More to come.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Januar 02, 2012 11:51

01. Januar 2012

lyzzy

6033 – der Rest

Hier also die zweite Jahreshälfte:

Juli

Der Monat, den ich am liebsten auslassen möchte, der schwierigste im letzten Jahr.

Mehrere Funktionen zu übernehmen, heißt auch, mit unterschiedlichen Rollen zurecht kommen müssen. Das gilt auch für Schatzmeister, die Vorsitzende im CPB-Ausschuss sind. Wenn die einzige Schnittstelle zwischen zwei Gremien nicht beide Seiten informiert, kommt es nicht nur zu Informations- sondern auch zu Vertrauensverlust. Die Informationsdefizite durch den Zugriff zum Wiki des Ausschusses zu beheben, war keine gute Idee, aber aus der Situation heraus eine nachvollziehbare Entscheidung. Was folgte war fürchterlich. Rücktritte aus dem Ausschuss, seitenlange Diskussionen mit Generalvorwürfen, die das ursächliche Problem noch nicht einmal anrissen, Telefonkonferenzen und nachvollziehbarer Unmut und Irritation auf Seiten der Mitglieder. Es gibt Situationen, die beschweren ein freiwillig und ehrenamtlich übernommenes Amt in einer Dimension, dass auch die Verpflichtung der Sache und dem Wähler gegenüber dahinter zurücktreten. Die Situation war unerträglich, sowohl in in der Community als auch im Vorstand und ich entschloss mich zum Rücktritt.

Die Foundation veröffentlichte ihren Finanzplan für das kommende Geschäftsjahr (Juli 2011-Juni 2012). Mehrausgaben sind vor allem in den Bereichen Personal (insbesondere Entwickler und IT-Profis), das Hosting und Autorenförderung in Indien und Brasilien geplant.

In der FAZ erschien ein Artikel über Einflussnahmen auf Wikipedia-Artikel im Sinne der Pharma-Industrie und Zusammenhängen mit Wiki-Watch. Der Artikel zog rechtliche Maßnahmen nach sich, wurde aus dem Online-Angebot entfernt und blieb auch in der Wikipedia nicht ohne Nachhall.

Communicating the Museum” war eine Konferenz  in Düsseldorf mit Beteiligung etlicher Wikimedianer, die auf nationaler und internationaler Ebener die GLAM-Idee bekannter machen möchten und nach möglichen Kooperationen und Austausch suchten.

August

Der Monat begann mit der Wikimania in Haifa. Sehr gut organisiert, eine Reihe sehr interessanter Vorträge, viel Austausch. Mein eigener Workshop zum Support-Team Samstags morgens um 9:00 – da schlafen andere Menschen noch – war dann doch überraschend gut besucht. Viele Gespräche mit Vertretern von kleinen und großen Chaptern drehten sich um Fragen der Finanzierung der Projekte und der Unterstützung der Chapter – bei ihren Ideen aber auch bei der Vertretung ihrer Interessen. Erst Recht, nachdem das Board nach seinem Treffen einen Brief veröffentlichte, in dem deutlich gemacht wurde, dass es Änderungen im bisherigen Fundraising-Modell geben wird, die die Chapter und bereits den kommenden Fundraiser direkt betreffen. Ein Thema, das das Wikimedia-Universum noch eine Weile beschäftigen wird.

Die Resolutionen und auch die Kurzzusammenfassungen der Treffen des Boards of Trustees sind schon lange öffentlich einsehbar, aber erst jetzt schien die deutsche Community zu bemerken, dass es da etwas gibt, das Einfluss auf “ihr” Projekt nehmen kann. Die Foundation startete ein so genanntes Referendum, um die Meinung der Community zu einem Bildfilter zu erfragen, der ermöglichen sollte, individuell Bilder nach Kategorien zu filtern und so kontroverse Inhalte auszublenden. Der Widerstand in der deutschsprachigen Community gegen die Vorgehensweise, gegen die Idee, gegen die Fremdbestimmung bildete sich schnell und führte zur Vorbereitung eines Meinungsbildes, dessen Diskussionsseite einen guten Überblick über die Emotionalität und die Leidenschaft der Beteiligten bietet.

September

Die WikiCon bietet vielen deutschsprachigen Community-Mitgliedern die Möglichkeit, sich während drei Tagen mit Vorträgen, Workshops, Kneipen-Quiz, Foto-Exkursion und vielem mehr endlich mal wieder oder überhaupt mal zu treffen. Bemerkenswert die Podiumsdiskussion zum Bildfilter, auf der die heiß geführte Debatte auch sehr deutlichen Äußerungen gegen Ting Chen beinhaltete. Admin-Themen im weiteren Sinne wurden auf der Veranstaltung von mir und von Henriette in Beiträgen zum Programm angesprochen. Die Idee eines Admin-Treffens führte danach in der Community zu konträren Meinungen. Noch scheint der einsame Admin, der sich selbst in die gelebte Auslegungspraxis ungeschriebener Regeln einlesen muss und seine Entscheidungen einsam und ohne Rücksprache hält, eher dem Idealbild zu entsprechen, aber es gibt auch eine Reihe von Interessenten.

Pavel Richter und Sebastian Moleski zogen in fünf Tagen durch fünf Städte der Republik, um den Wirtschaftsplan von Wikimedia Deutschland vorzustellen und mit Interessierten zu diskutieren.

Die Foundation stellt den Entwurf für eine Neufassung der Nutzungsbedingungen vor und lädt zur Diskussion ein. Schwieriger Zeitpunkt, da die Bildfilter-Diskussion ebenfalls weiter läuft, nachdem die Ergebnisse des Referendums veröffentlicht wurden.

Angeregt von Mitgliedern und gemeinschaftlich umgesetzt wurde die erste Ausgabe der Wikimedia-Woche veröffentlicht, mit der Wikimedia Deutschland mit Interessierten Informationen aus dem Wikimedia-Universum zusammenträgt und regelmäßig (mittlerweile auch in der Wikipedia) veröffentlicht.

Oktober

Im Oktober gab es wieder einen Workshop des Support-Teams. Zwei Tagen sehr intensiven Arbeitens mit dem Schwerpunkt auf Kommunikation, die sehr viel Spaß und viel Lust auf den nächsten Workshop machten.

Am Ende des Monats nahm ich an der Veranstaltung Building digital Commons in Barcelona teil, die im Rahmen des Free Culture Forums stattfand und deren Fokus nicht allein auf Wikipedia lag, sondern eine Vielzahl anderer Organisationen und Personen umschloss, die sich mit freien Inhalten und neuen Formen der Wissensvermittlung beschäftigen.

Für drei Tage machte die italienische Wikipedia aus Protest gegen einen Gesetzesentwurf dicht, der Aufruf der Wikipedia führt auf eine Erklärung, die eigentlichen Seiten waren nur über Umwege zu erreichen. Die Aktion warf die Frage auf, ob es vertretbar ist, für die Verteidigung Freien Wissen bereits generiertes Freies Wissen unzugänglich zu machen.

November

Eine Woche später folgte die eintägige Veranstaltung Wikimedia Conferentie in Utrecht, organisiert von Wikimedia Nederland. Beeindruckend, wie viele interessante und gut gemachte Vorträge man in einem Tag unterbringen kann.

Die Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland bescherte dem Verein das erste Mal ein Präsidium, mit interessanten Menschen, sechs davon neu. Ein gutes Gefühl, und es sieht danach auch, dass sich die Arbeit des Gremiums im Vergleich zur ehemaligen Vorstandsarbeit der veränderten Situation angemessen positiv verändert. Klare Position und Beschluss der Mitgliederversammlung: Ein Bildfilter wird von Wikimedia Deutschland nicht unterstützt.

Überraschend und ein wenig enttäuschend fand ich, dass nach den vielen Diskussionen zum Bildfilter nur wenige Community-Mitglieder am Tag darauf den Weg nach Hannover gefunden haben, um mit Sue Gardner selbst zu sprechen. Ihr Vortrag, bei dem sie unter anderem herausstellte, dass es den Bildfilter in der bislang diskutierten Umsetzung nicht geben wird, wurde nur selten kommentiert.

Fellowhips, die Möglichkeit für eine befristete Zeit mit einem ganz konkreten Projekt für die Wikimedia Foundation zu arbeiten, gibt es seit 2010. Im November veröffentlichte die Foundation einen Aufruf, sich für 2012 zu bewerben. Themenschwerpunkt, wenig überraschen, soll Partizipation und Autorenbindung sein.

Dezember

Ruhig klingt das Jahr aus. Der europäische Foto-Wettbewerb “Wiki Loves Monuments” endete mit einer Abschlussveranstaltung in Paris, auf der die Gesamtsieger ausgezeichnet vorgestellt und der französische Sieger ausgezeichnet wurden (vielen Dank an Raymond für den Hinweis). Die Jury legte einen interessanten Bericht dazu vor. Für den neu konzipierten Zedler-Preis für neues Wissen begannen die Wahlen für die Jury und ich kandidiere für die Kategorie  ”Projekt des Jahres, extern”.

Geoff Brigham, Rechtsberater der Foundation, erläutert in einem Blogbeitrag die Bedeutung und Auswirkungen von SOPA und stellt sehr deutlich dar, dass das Gesetzesvorhaben große Gefahren für Freies Wissen und die Wikipedia birgt und dass die Entscheidung, ob und welche Protestmaßnahmen getroffen werden, durch die Community erfolgen muss.

Und ein Zückerchen obendrauf: Der erste Prototyp des visuellen Editors wurde vorgestellt und bekam überraschend positive Kritiken.

 

Das war’s in etwa aus meiner Sicht. Und so oder ähnlich geht es wohl auch weiter.

von Alice Wiegand - Januar 01, 2012 03:06

31. Dezember 2011

Achim Raschka

6033

Vorweg eine Warnung an alle Nicht-Wikipedianer:
Der folgende Text könnte euch maßlos langweilen, denn er wird genau das enthalten, was drübersteht: Einen furztrockenen Jahresrückblick eines Wikipedianers, mit vielen für euch sicher anödenden Passagen und Interna - vielleicht solltet ihr also statt hier weiterzulesen doch lieber einen Spaziergang zum nächsten netten Café machen ... Falls nicht: Sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt.

Achya: Parallel zu diesem Blog haben sich auch lyzzy und southpark aufgemacht, das Jahr 2011 wikipedianisch rückblickend zu betrachten; daher auch der komische Name: 3 mal 2011 macht ... 6033. Ihr findet sie unter 6033 und 6033.

Ob ich jetzt alles Wichtige erfasst habe - ich weiß es nicht. Nun denn, beginnen wir doch gleich am Anfang, beim Januar ...

Januar
Gleich Anfang Januar ein Highlight: eine Einladung der Wikimedia Foundation bringt mich in das fast frühlingshafte San Francisco, wo ich als externer Beobachter des Wikimedia Ambassador-Programms teilnehmen und ein paar interessante Tage verbringen durfte - gemeinsam mit dem Outreach Team von Frank Schulenburg und drei weiteren sehr netten internationalen Beobachtern aus Israel, Schweden und Brasilien. Abseits des Wikimedia-Umfelds wird der Besuch des San Francisco Museum of Modern Art zu einem Highlight.

Die ersten Monate 2011 standen ansonsten vor allem im Schatten der Vereinsaktivitäten für den Wikimedia Deutschland e.V. Hier war ich seit September Vorstandsreferent für den Bereich Qualität und unterstützte so den damals aktuellen Vorstand sehr aktiv bei den Beratungen zu den Zielsetzungen für das kommende Jahr. Gerade zu diesem Zeitpunkt schwebte über dem Vorstand jedoch das Damokles-Schwert eines Mißtrauensantrags. Der kam zwar nicht durch, war trotzdem anstrengend.

Und die Wikipedia? - Artikeltechnisch sehr enttäuschend. Neben ein paar Grammy-Listen kann ich kaum Neuanlagen aufweisen, immerhin wird Grammy Award for Best Metal Performance als erste Grammy-Liste als informative Liste augenommen, ihr sollen in den kommenden Monaten einige weitere folgen.

Februar
Da mir zum Februar spontan gerade gar nichts mit Wikipedia/Wikimedia-Bezug einfällt, kann hier nicht allzu viel Wichtiges passiert sein, oder?

März
Der März steht wie in jedem Jahr im Zeichen des Schreibwettbewerbs - nur: Wie soll man da mitspielen, wenn man kaum Zeit hat. Ich habe mich auf einen Artikel zu einem Bakterium verlegt, mit dem ich beruflich zu tun hatte: Clostridium ljungdahlii, ein unspannender aber immerhin überschaubarer Artikel, mit dem ich in meiner Sektion immerhin den Rang 5 erreichen konnte. Der Sieger in dem Spektakel: Wahrerwattwurms Stade Reims.

Allerdings war da noch was anderes: Am 19. März 2011 fand die Mitgliederversammlung des Wikimedia Deutschland e.V. statt - nur zwei Monate nach der außerordentlichen MV im Januar. Ich hatte mich mittlerweile entschieden, für den Vorstand als Beisitzer zu kandidieren und diesen damit vor allem im Bereich der Qualitätsentwicklung und Freiwilligenförderung zu unterstützen. Naiv wie ich war ging ich davon aus, dass ein Mensch mit dem direkten Kontakt zu den Communities ja nicht so verkehrt sein sollte in einem Gremium, dass genau diese Communities unterstützen soll. Ich wurde tatsächlich gewählt, knapp nach Michail sogar mit der zweithöchsten Stimmanzahl. Von nun an also war ich Teil des Vorstands von Wikimedia Deutschland e.V. - zumindest bis zum Juli.

April
Am 4. April 2011 starte ich dieses Blog - vor allem durch southparks "iberty"-Blog gewinnt die Blogluust nun doch und ich starte einfach mal. Als erstes Highlight erscheint der vielgelesene Beitrag "Fukushima und die German Angst" am 15. April und in "Countdown läuft" arbeite ich meine persönliche Bilanz aus 14. Schreibwettbewerben auf. Obwohl anfangs für alle möglicghen Themen gestartet, verschiebt sich das Artikelspektrum recht rasch auf reine Wikipedia/Wikimedia-Themen.

Mai
Im Mai endlich mal wieder eine umfassende Artikelüberarbeitung mit abschliessender Lesenswertauszeichnung: Der Artikel Vagina. Leider tatsächlich im Jahr 2011 meine einzige Artikelauszeichnung, eine enttäuschende Bilanz ... Allerdings passiert artikeltechnisch im Mai doch einiges - ich habe spontan einen Miniaturenwettstreit ausgeschrieben, der recht gut angenommen wird: Über 50 Artikelchen werden nominiert, darunter einige echte Perlen wie die Gewinner Crimmitschauer Streik, Berliner Rahmen, Kuhschubsen und Fore-edge Painting. Ich selbst beteilige mich mit mehreren Miniaturen zu Gemälden von Lovis Corinth, einer meiner Hauptbaustellen 2011 und John Frederick Peto, einem amerikanischen Maler.

In "A Day at the Races" schildere ich meinen ersten Besuch bei einem Pferderennen ever - mit drei WikipedianerInnen und meinem Sohn - ein toller Sonntag.

Und dann darf natürlich Community-Projektbudget des Wikimedia Deutschland e.V. an dieser Stelle nicht fehlen. Die Einreichfrist lief bis zum 31. Mai und nach einzelnen Diskussionen im Vorstand reichte auch ich (als Wikipedianer) zwei Anträge ein (nachlesbar) - hätte ich das nur gelassen, aber dazu mehr im Juli ...

Juni
Am ersten Wochenende im Juni traf sich die Redaktion der Wikipedia-Biologen zum jährlichen Lebewesentreffen, das diesmal erstmalig außerhalb der deutschsprachigen Grenzen in einem Ort namens Dunabogdány (hat noch keinen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel) nahe Budapest in Ungarn stattfand. Wie jedes Jahr war das Treffen geprägt von langen Wanderungen, jeder Menge biologischer Klugscheißerei, Botanisierung, Schmetterlingsnetzschwingen und Fotografieren und natürlich von tollen Gesprächen, weinreichen Abenden und jeder Menge Spaß.

Ein weiteres Highlight im Juni: "Wikipedia trifft Altertum" - die Wikipedianer Martin Rulsch, Marcus Cyron und Johannes Groß organisieren eine Tagung in der Universität Göttingen, in der sie renomierte Wissenschaftler auf Wikipedianer treffen lassen. Die Stimmung ist prima, das Programm ebenfalls (ich berichtete)- und gemeinsam mit Ralf und Michail sind wir sogar mit drei Vorstandsmitgliedern des Vereins vertreten; dass es im Hintergund Orga-Probleme mit der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland gab, erfahre ich erst im Nachhinein und es ärgert mich ernsthaft.

Am 9. Juni schrieb der Wikipedianer Rob Irgendwer unter dem Titel "Warum ich noch mispiele" einen wunderbaren Artikel über seine Motivation als Wikipedianer

Ja, und dann war da noch ein eifriger Sensationsreporter namens Marvin Oppong, der mir die kommenden Monate mächtig auf die Eier gehen sollte: Der "Enthüllungsjournalist" versucht aus meinem Engagement für das Projekt Nachwachsende Rohstoffe und meine Beratungstätigkeiten einen Skandal zu basteln und belästigt mich und andere mit unverschämten Mails (ich berichtete mehrfach, wirklich). Das Ergebnis erscheint im November in der Zeit unter dem Titel "Wikipedia und Wahrheit".

Und zum Ende Juni knallt's dann nochmal, diesmal im Kontext des Community-Projektbudgets. Nach langer Informationssperre durch den Schatzmeister Olaf K. an den Vorstand bezüglich des CPB entschließt sich der Vorstitzende Sebastian dazu, sich (und dem Restvorstand) die gewünschten Informationen zum Fortgang selbst zu beschaffen und verschafft den Vorständlern Einblicksrechte in das interne Wiki des Vorstands - eine dumme aber nachvollziehbare Aktion mit Konsequenz: Rücktritte aus dem Ausschuß, seitenlange Diskussionen, viel böses Blut bis weit in den Juli.

Juli
Aus dem Juli will ich eigentlich gar nicht viel berichten - im Wikimedia-Kontext der beschissenste Monat ever. Die Streitigkeiten um den CPB-Ausschuß spitzen sich zu und eskalieren in Korruptionsvorwürfen, Vorwürfen, zu weit von der Community entfernt zu sein - bitte? - und persönlichen Beleidigungen - unter anderem gegen meine Person, da ich es ja gewagt hatte, auch Anträge zu stellen.

Den Höhepunkt stellt ein Mail von Olaf Simons in der öffentlich einsehbaren Mailingliste des Vereins dar, in der er mir Korruption und Vetternwirtschaft vorwirft - cut ... nachdem bereits lyzzy als langjährige zweite Vorsitzende ihr Amt niedergelegt hat, ziehe auch ich die Notbremse und trete am 18. Juli aus dem Vorstand zurück, beide Anträge werden zurückgezogen und alle Community-Events (vor allem die WikiCon) für die kommenden Monate gecancelt.

Die Zeit danach wird ruhig, statt der Wikipedia widme ich mich twick.it und lege Twicks für alle Staaten der Erde an.

August
Am ersten August-Wochenende spitzt sich im Wikimedia-Universum alles auf ein Highlight zu: Die Wikimania in Haifa - nicht für mich, denn ich habe Karten für das Wacken-Open-Air und geniesse das erste August-Wochenende bei Sonne- und-Regenmix in Schleswig-Holstein. Metalberieselung pur, dazwischen ein kurzes Treffen mit den Wikipedianern Zyκurε, buckfish und ixitixel Die dortigen Headliner Motörhead haben seit Jahresende dank Benutzer Siechfred einen exzellenten Artikel.

Zum Ende August stolpere ich erstmals über ein Autorenspiel der englischsprachigen Wikipedia mit dem Namen WikiCup - ich beschliesse, dieses für die deutschsprachige Wikipedia zu modifizieren und 2012 ebenfalls zu starten. Ich will wieder zurück zu dem, was ich kann: Artikel schreiben - aber der Frust der vergangenen Monate blockiert und frisst an der Seele ...

September
Anfang September wage ich ein Experiment: mal wieder in Wikisource editieren - und falle voll auf die Schnauze. Da sich bei mir mittlerweile etliche gemeinfreie kunsthistorische Bücher zur Kunstgeschichte des beginnenden 20. Jahrhunderts ansammeln, hielt ich es für sinnvoll, diese dort einzuspeisen. Doch nicht nur, dass ich vollkommen unfähig bin, trotz Wikiaffinität etwas beizutragen - die Resonanz ist auch noch so unfreundlich, dass ich diese Erfahrung erstmal wieder als solche verbuche und auch dieses Thema begrabe.

Der September steht jedoch vollkommen im Zeichen von Wiki loves Monument. Bereits in den vergangenen Monaten wurden hunderte Denkmallisten angelegt, Artikel zu Einzeldenkmälern geschrieben und auch erste Bildexpeditionen durchgeführt - im September jedoch ging es richtig los. Auch ich verbrachte eigentlich jeden freien Tag gemeinsam mit meiner Tochter oder meinem Sohn auf der Fotografenpiste, vor allem in den Dörfen rund um Erftstadt, Kerpen und Bergheim sowie in Köln. In den vier Wochen konnte ich Hunderte Bilder hochladen (und habe nochmal sicher die gleiche Menge auf meiner Festplatte) - ein Riesenspaß! In diesem Sinne nochmal den herzlichsten Dank an die Organisatoren.

Doch auch an anderer Stelle passierte etwas: Ich konnte als Dozent in einem kleinen Kurs an der Volkshochschule Erftstadt den ersten VHS-Kurs im Kontext von "Silberwissen", einer Initiative um ältere Internetbenutzer zur Wikipedia zu bringen, veranstalten. Der Kreis war klein, aber erlesen - und von den sechs Teilnehmern editieren bis heute vier relativ regelmäßig und hochwertig. Ich merke, dass es Spaß macht, Neulinge zu betreuen - und sehe zugleich, wie schwer sie es haben, all die Hürden der Wikipedia zu überwinden.

Doch noch ist der September nicht zu Ende: Die Diskussionen zum geplanten Bildfilter eskalieren und die deutschsprachige Wikipedia ist in Revoluzzerstimmung. Auf der Podiumsdiskussion bei der WikiCon greift der Wikipedianer Carbidfisher den Vorsitzenden de Boards der Wikimedia Foundation Ting verbal an, die Mailinglisten kochen über und Sue Gardner, Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, sieht sich in einem vielbeachteten Blogbeitrag genötigt, den ungeheuer aggressiven Ton der Diskussion anzukreiden - nicht jedoch ohne all jene, die sich gegen den Bidfilter auflehnen, als "provocateurs and agitators" zu beschimpfen. Im Mittelpunkt der Geschichte immer wieder der Vorwurf, dass es die Deutschen gewagt haben, eine Vulva auf ihrer Hauptseite zu platzieren und damit die Notwendigkeit eines solchen Filters unterstrichen haben. Durch diesen Beitrag fühle ich mich genötigt, den ersten englischsprachigen Artikel als offenen Brief an Sue in diesem Blog zu veröffentlichen: "A story about a vulva picture - an open letter to Sue Gardner" wird international gelesen und diskutiert, Sue bekräftigt, dass sie das doch alles soo nicht meinte und vor allem ich - der Autor des Vulva-Artikels - gar nicht gemeint sei. Die Diskussionen gehen weiter, in der deutschsprachigen Wikipedia steigert sich der Protest in das White-Bag-Movement und im November kommt Sue nach Deutschland - und sagt eigentlich auch nix Neues. Und der Bildfilter? Man hört, er sei erstmal gestoppt und schlummert, bis eine brauchbare Lösung gefunden sei - im Zweifel auch gegen den Willen der deutschsprachigen oder anderer Communities.

Oktober
Und warum schreibe ich im September nichts über den Schreibwettbewerb? - Ganz einfach, im September hatte ich damit nichts zu tun. In dieser Runde war ich Juror und zwar in genau der Sektion, von der ich zugegebenermassen am allerwenigsten einen Plan habe. Der Grund hierfür lag im August - in der Sektion Gesellschaftswissenschaft und der ganze Rest wollten sich nicht genügend Kandidaten für die Jury finden und damit wenigstens etwas Auswahl bestand, habe ich mich kurzerhand ebenfalls nomoniert - und dabei klar gestellt, dass ich eigentlich eine ganz blöde Wahl wäre. Nun - ich wurde gewählt (warum?) und war somit Jurur, gemeinsam mit dem Wahrenwattwurm, der ja den Frühjahrswettbewerb für sich entscheiden konnte. Das Jurywochenende fand am Ende Oktober in Altona statt (so ein Anhängsel bei Hamburg) und war trotz der leider nicht in überquellender Anzahl vorhandenen Artikel prima, ebenso wie der Abend beim Hamburger Stammtisch. Gewinner wurde übrigens das Massaker von Katyn.

Über den Hamburger Stammtisch nur so viel: Es waren sehr viele bekannte und noch mehr mir bis dahin unbekannte Menschen zugegen und ich hatte viele spannende Gespräche mit Autoren, Kartenmalern und Fotografen - und natürlich hatte ich sehr viel Spaß.

November
Herr Oppong bringt Achim in die Zeit - eine ganze Seite zu den dunklen Machenschaften des bösen Raschka: "Wikipedia und Wahrheit". Ich lasse das mal unkommentiert ...

Darüber hinaus ist der November entspannt, ich komme langsam wieder zurück ans Schreiben und spare mir die Fahrt zur MV und zum Gespräch mit Sue nach Hannover. Trotz Abwesenheit kann ich zumindest Spuren hinterlassen: Die MV beschliesst eine Pflicht zur Veröffentlichung der Tagesordnungen und Protokolle aller Sitzungen der Vereinsorgane., die ich beantragt hatte.

Dezember
Der Dezember startet ruhig und plätschert so auch vor sich hin - zumindest bezogen auf die Wikipedia. Ich übersetze den Artikel zu einer auf Madagaskar lebenden Fledermausart und stelle ihn als ersten Artikel seit der Vagina zur Kandidatur; kurz darauf starte ich mit dem Ausbau des Artikels zum Tibetfuchs.

Einen Lichtblick gibt es noch zum Jahresende: Der Artikelmarathon läuft sehr nett - ich habe mich zwar an der ersten Runde nur mit drei Artikeln beteiligt, die zweite Runde wurde es immerhin 25. Der Fokus: Felltiere - vor allem Raubtiere - hier zeichnet sich nämlich ab, dass wir 2012 das Themenfeld abschliessen können. Zumindest die Skunks und Marder konnte ich in diesem Rahmen vervollständigen.

... und wie geht's weiter?
Ich fand das Jahr im Rückblick als Wikipedianer zwar ereignisreich, als Autor jedoch wenig erfüllend. Vor allem ist eine Menge Spaß am Schreiben abhanden gekommen, den ich im Jahr 2012 gern wieder reinholen möchte. Noch am 31.12 konnte ich den WikiCup soweit vorbereiten, dass er tatsächlich am 1. Januar starten kann.

Und zum Verein: Ich gebe zu, das "Geh mir wech"-Gefühl bleibt bestehen, allerdings kandidiere ich gerade für die Jury zum Zedler-Preis, der im kommenden Jahr erstmalig in neuer Form vergeben werden soll ....

Für mich kann das Motto 2012 also nur eines heissen:

Back to the roots! Endlich wieder Autor werden

Bilder: Achim in San Francisco: Sage Ross (CC-by-sa 3.0); Porträt zur Vorstandswahl: Martina Nolte (CC-by-sa 3.0); Nafar, der Gewinner beim 2. Rennen (Königstreuen-Rennen) beim Zieleinlauf: Achim Raschka (CC-by-sa 3.0); Lebewesentreffen: Anonym (CC-by-sa 3.0); Wikipedianer in Wacken: Anonym (CC-by-sa 3.0);

von Necrophorus (noreply@blogger.com) - Dezember 31, 2011 06:00

29. Dezember 2011

Iberty

Where to meet women.

Kleiner Hinweis auf eine ganz spannende Info auf der Gendergap-Mailingliste. Frauenanteil pro Projekt ( - bzw. Anteil der Nutzerinnen und Nutzer, die sich selbst als weiblich identifizieren; das ist nur vage so ähnlich wie der echte Frauenanteil). Mal ein paar Zahlen für die großen Projekte:

Slowenische Wikipedia 36%
Portugiesische Wikipedia 25%
Russische Wikipedia 23%
Arabische Wikipedia 15%
Französische Wikipedia 14%

Rekordhalter übrigens die slowenischen Wikisourcler mit knapp 80% Frauenanteil.

Auch ganz spannende Diskussion auf der Mailingliste, die sich vor allem darum dreht, wieviel diese Zahlen tatsächlich wert sind.



von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 29, 2011 01:11

21. Dezember 2011

Iberty

20. Dezember 2011

Iberty

Wer braucht schon Mikroskope...

Gut: Wikimedia Deutschland verleiht zu enzyklopädischen Zwecken einen ganzen Haufen Technik.

Schlecht: Im Bestand fehlt eindeutig dieses Gerät:




von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 20, 2011 09:01

southpark@wikipedia.de

Hooray!

Lieber Wikipedianer,

Deine angeforderte E-mail-Adresse ist eingerichtet. Diese Mail wurde an Deine @wikipedia.de-Adresse gesendet. [...]


Wer auch möchte, folge bitte dem Link.



von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 20, 2011 02:57

17. Dezember 2011

Iberty

Stürmt die Bibliotheken!

Altona, eine semi-urige Kneipe direkt am Elbhang. Im Hintergrund blinkende Lichter und Kräne des Containerhafens. Vor uns Apfelschorle und Bier. Regen peitscht an die Scheiben, das Klavier wartet auf den Walzer zur späteren Stunde. Zwei Wikipedianer unterhalten sich:

* sp: "Mein Ziel ist es ja, dass möglichst viel Geld direkt den Leuten zugute kommt, die die Inhalte erstellen. Mir ist nur noch nicht vollkommen klar, wie das am geschicktesten geht."
* nn: "Warum zum Beispiel finanziert Wikimedia nicht allen Leuten - die meinetwegen eine bestimmte Zahl an Edits haben - die Bibliotheksgebühren. Und bloß keine große Bürokratie. Wikipedianer werden die Bücher doch auf jeden Fall für Wikipedia-Artikel nutzen.
* sp: Macht Wikimedia doch neuerdings. Genau so.
* nn: Ach, ich weiß wieder von nichts.


Wobei ich den Eindruck habe, dass viele Leute dies noch nicht mitbekommen haben. Leute, stürmt die Bibliotheken und lasst andere Menschen dafür bezahlen. Ich kann mir tatsächlich kaum effizienter eingesetztes Geld vorstellen.

Soviel dazu.

Das Gespräch fand am Rande des Hamburger Wikipedia-Stammtisches statt, der - zumindest da, wo ich saß, sehr unverschwörerisch war. Neben den Bibliotheken ging es um Hamburger Siele, Hochwasser in Sankt Pauli, Halligen, Inkunabeln, singende Wirte, trockenen Zander und saftigere Scholle, darüber ob man seine Toilette für Wikimedia-Fotos aufschneiden sollte, natürlich die leidige Lizenz-Debatte, warum die Hafencity keine Hochbahn bekommt, den Berliner Stammtisch, Anstandswauwaus auf Stammtischen, Freimaurer, Glücksrotweinkäufe, schimmelnde Buchrücken, und halt das worüber Wikipedianer so reden. Wie immer nett, wie immer schön. Auch wenn es eine Frechheit ist, dass Mitglieder des Hamburger Stammtisch, *fußaufstampf* den ich mitgegründet habe *fußaufstampf* ganz überrascht sind, dass ich nicht schon immer in Berlin bin. Ahnungslose Frischlinge!

Stabi Fassade Haupteingang


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 17, 2011 08:22

14. Dezember 2011

Iberty

Wikipedia-Academy: Ick freu mir.


Die Wikipedia-Academy hat ja durchaus eine bewegte Geschichte voller Höhepunkte und Höhepunkten an Tiefpunkten. Ich denke mal, ich trete niemand zu nahe, wenn ich sage, dass die Academy seit einigen Jahren in einer veritablen Krise steckte.

Deshalb gibt es dieses Jahr eine Neukonzeption. Mit klarerer Ausrichtung, gezielterem Vorgehen, und in der Hoffnung, ein paar eingeschliffene Probleme zu lösen. Das hatte jetzt schon einigen Vorlauf, führte aber jetzt in einem achten Stock in Berlin-Wilmersdorf zum ersten Treffen des organizing committees - und ich war dabei(*).

Die Academy hat einen klaren Fokus auf Forschung über Wikipedia. Es wird also kein zweiter Wikicon, und die Hauptinteressenten dürften auch andere Forscher sein, keine Wikipedianer. Aber im Gegensatz zu manch früherer Academy scheinen alle Beteiligten durchaus sehr interessiert daran, Mitglieder aus Community dabei zu haben.

Der Plan in wenigen Monaten eine Academy auf die Beine zu stellen, erscheint sportlich aber machbar; zumal in der Art Weise wie das da im achten Stock angefangen hat.

Überhaupt: Alle Anwesenden (incl. Nicole, Angelika, Denis) besitzen ein sehr sympathisches Verhältnis zwischen persönlicher Kompetenz und allgemeiner Anspruchshaltung an die Welt. Die machen das.

Und genug inhaltliche Substanz für eine ganze Konferenz zur Wikim/pedia-Forschung scheint es auch es auch zu geben. Ich bin sehr gespannt, und erwarte das beste.


* Zur Sortierung persönlicher Wassersuppen: die Einladung war schon raus, bevor ich auch nur für das WMDE-Präsidium kandidierte. Ich fasse das also mal nicht als MdP-Tätigkeit auf














von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 14, 2011 06:33

Wikimedia-Verfassung: last chance to act

Von der Mailingliste:

Hi.

The "Terms of use" rewrite is starting to wind down. The current draft is
here: https://meta.wikimedia.org/wiki/Terms_of_use.

All users are encouraged to edit and improve the draft before January 1,
2012. In particular, the document could use a thorough copy-edit, so any
skilled copy-editors who are able and willing to donate a few minutes to
look over and clean up the draft would be greatly appreciated.

Sometime in early 2012, a finalized version will be sent to the Wikimedia
Board for approval.

MZMcBride



von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 14, 2011 05:32

Michael Schmalenstroer

Man glaubt es kaum – Wikipedia testet WYSIWYG-Editor

Auf G+ und Twitter herrschte gestern ein Ton leicht ironischer Begeisterung: Wikimedia hat den ersten Prototypen des lange geplanten WYSIWYG-Editors für die Wikipedia vorgestellt. Das ist der erste Schritt zu einer wirklichen technischen Weiterentwicklung der Plattform seit – naja – eigentlich seit ihrer Gründung. Das bislang zum Editieren verwendete Wikitext-System ist in seinen Grundzügen zwar nicht so kompliziert, benötigt aber trotzdem eine gewisse Einarbeitungszeit. Um etwa einen Artikel zu verlinken, setzt man den [[Namen]] in zwei eckige [[Klammern]]. Das ist, wenn man es einmal weiß, recht effektiv – ich nutze das sogar mittlerweile etwa in Vorlesungsmitschriften, um Dinge zu markieren, die ich später nochmal nachschlagen will. Für neue oder technisch nicht erfahrene Autoren ist das System aber recht kompliziert – vor allem, da sich der Komplexitätsgrad schnell erhöht. Eine simple Tabelle sieht etwa so aus:

{| class="wikitable"
|-
! Header text !! Header text !! Header text
|-
| Example || Example || Example
|-
| Example || Example || Example
|-
| Example || Example || Example
|}

Viel Spaß beim Einfügen der passenden Daten in jede Zelle. Kombiniert man dies mit Vorlagen, mathematischen Funktionen und Einzelnachweisen, wird der Quelltext eines Wikipedia-Artikels schnell unübersichtlich. Ein Blick in den Quelltext des tollen Artikels Hurwitzquaternion lohnt sich. Wer das (und den Artikel ;) ) versteht, darf sich als Experte bezeichnen – der Normalnutzer wird dort aber selbst bei der Korrektur eines simplen Rechtschreibfehlers scheitern.

Die Hoffnung ist natürlich, dass durch den WISIWYG-Editor endlich die heiß ersehnten neuen Autoren in die Wikipedia strömen. Diesen kann man hier ausprobieren, man sollte aber nicht in allzu große Begeisterung verfallen. Der Funktionsumfang ist noch relativ gering: So lassen sich etwa noch keine Einzelnachweise setzen, Tabellen sind ebenfalls noch manuell zu setzen und andere simple Pflichtfunktionen (Kategorisierung, Unterschrift, Umgang mit Vorlagen, etc.) fehlen ebenfalls. Trotzdem – es ist ein Schritt in die richtige Richtung, der schon seit mindestens 5 Jahren überfällig ist.

Als nächstes würde ich mir dann einen vereinfachten Uploader für die Wikimedia Commons wünschen. Deren System ist nämlich so dermaßen umständlich, selbst wenn man Tools wie den Commonist nutzt, dass ich mittlerweile kaum noch Bilder hochlade. Tragischerweise ist es nämlich einfacher, Bilder etwa bei Flickr hochzuladen und dann von freundlichen Bots auf die Commons spiegeln zu lassen als sie dort direkt hochzuladen.

von admin - Dezember 14, 2011 02:00

12. Dezember 2011

Jakob Voss

Wikipedia ist keine Loseblattsammlung

Seit mittlerweile sieben Jahren gibt es mit dem Wikipedia-Portal Bibliothek, Information, Dokumentation eine Übersicht der Wikipedia-Artikel aus dem BID-Bereich. Ich gehe davon aus, dass alle Studieren der Bibliotheks- und Informationswissenschaft die dort aufgeführten Wikipedia-Inhalte auch für ihr Studium nutzen.

Wenn ich mir die Artikel anschaue, die Christoph Demmer unermüdlich als neu angelegt im BID-Portal einträgt (vielen Dank!), frage ich mich allerdings manchmal, ob das Projekt nicht gescheitert ist (wieder so eine Idee für einen LIBREAS-Artikel zum Thema Scheitern). Es ist zwar nicht so, dass Wikipedia nicht oder nur passiv verwendet würde. Der Anteil derer, die sich trauen, einen Fehler zu korrigieren oder fehlende Informationen und Zusammenhänge einzutragen, liegt eben nur im einstelligen Prozentbereich. Vereinzelt finden sich sich aber sowohl Studierende als auch Institutionen und ihre Mitarbeiter, die etwas zu Wikipedia beisteuern. Die neuen Artikel sind auch nicht unbedingt schlecht, sie müssen in der Regel nur etwas angepasst werden. Trotzdem bleibt ein wenig Enttäuschung, wenn ich mir Artikel zu Bibliotheken, Bibliothekaren und den Phänomenen mit denen sie sich beschäftigen, in Wikipedia anschauen. Was ist das Problem?

Ich glaube, dass viele Menschen Wikipedia als Loseblattsammlung missverstehen: ab und zu kommen Änderungen und neue Artikel, die Artikel haben einige Links, aber das war es auch schon. Weder dem Austausch zwischen den Wikipedia-Autoren noch dem Hypertext-Charakter der Online-Enzykopädie als Gesamtsystem wird diese Vorstellung gerecht. Dabei finde ich viel wichtiger dass Wikipedia Denkanstöße schafft, Zusammenhänge aufzeigt und einen Überblick bieten kann. Neue Artikel, wie zum Beispiel Elektronische Bibliothek Schweiz oder Primo Central, stehen jedoch eher da wie Inseln im Informationsdschungel, um eine mißglückte Metapher zu bemühen (@LIBREAS habt ihr was zu gescheiterten Metaphern?). Auf den Inseln lässt sich es sich zwar leben, geographische Grundkenntnisse bleiben aber begrenzt.

In einer Studie zum Lernverhalten im Internetzeitalter fasste kürzlich ein Tutor das Problem für die passive Wikipedia-Nutzung zusammen:

The problem with Wikipedia is it’s too easy. You can go to Wikipedia, you can get an answer, you don’t actually learn anything, you just get an answer.

Dies gilt ähnlicher Weise auch für die aktive Wikipedia-Nutzung durch das Anlegen von Artikeln. Man lernt zwar etwas über den Gegenstand des Artikels und wie man einen Artikel schreibt. Das Verständnis der Zusammenhänge bleibt jedoch eher gering, solange nicht ein ganzes Teilnetz von thematisch verwandten Artikeln überarbeitet wird.

von jakob - Dezember 12, 2011 09:35

Iberty

Was ich spannend fände:

.. Wikimedia Deutschland bekommt ja eventuell vielleicht wahrscheinlich oder so im nächsten Jahr echte Veranstaltungsräume.

Da könnte man doch einen lustigen Vortrag machen: Karl Theordo zu Guttenberg spricht über die Unzulänglichkeiten des herrschenden Urheberrechts.



von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 12, 2011 03:56

11. Dezember 2011

Achim Raschka

Dunkle Künste

Robert Glashüttner greift im Blog des FM4@ORF.at den Fall der überführten und anschliessend ziemlich hart abgestraften PR-Agentur Bell Portinger auf - diese hatten sich gebrüstet, neben Suchmaschinenoptimierung auch problemlos Wikipedia-Artikel manipulieren zu können.

Soweit bekannt - spannend finde ich den letzten Absatz des Posts:

es fehlt an konkreten Maßnahmen, wie man manipulative Autor/innen überführt und gleichzeitig ein transparentes System schafft, bei dem Firmen, Vereine und Personen mithelfen können, Fakten über sich selbst zu verbessern und zu korrigieren. Derzeit gibt es nur allgemeine - wenn auch stellenweise sehr präzise formulierte - Richtlinien zur Erstellung und Editieren von Einträgen. Interessenskonflikte werden dort streng gehandhabt, von "eigenen" Einträgen wird gänzlich abgeraten. Diese Politik ist einerseits verständlich, führt aber leider auch dazu, dass manipulative Strategien aus dem Untergrund beflügelt werden. Verbotene Dinge sind bekanntermaßen immer besonders interessant.

Diesen Teil kann ich nur unterschreiben. Heute sind Unternehmen, Vereine und vor allem PR-Abteilungen, die korrekte Inhalte in ihre Artikel einbringen, unerwünscht und werden als "Selbstdarsteller" beschimpft - die Option, dass sie nicht selten tatsächlich mithelfen könnten, Inhalte zu verbessern, wird vehemenet verneint, der eigentlich als Grundsatz bestehende Spruch "Geh von guten Absichten aus" wird hier vollkommen negiert - im Gegenteil wird unterstellt, dass PR-Profies grundsätzlich und immer Unwahrheiten und Werbung produzieren. Ich halte dies bekanntermassen für Blödsinn: Wenn man Unternehmen die Spielregeln der Wikipedia erklärt hat man die Chance, dass sie sich daran halten - nur muß man Ihnen dann auch die Chance geben, beizutragen.

von Necrophorus (noreply@blogger.com) - Dezember 11, 2011 10:51

10. Dezember 2011

Iberty

Lücken, riesige Lücken in de.wp

Da hat Wikipedia doch über 10 Jahre gebraucht, um sich dieses Themas anzunehmen. Aber heute konnte ich die Lücke füllen. Endlich hat Wikipedia einen Artikel zum WC-Reiniger.



von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 10, 2011 08:31

09. Dezember 2011

Iberty

Die Welt benutzt Deine freien Inhalte?

oder genau: die Welt benutzt Deine vielleicht freien Inhalte, versteht aber die Lizenz nicht? Oder hat andere Probleme? Dann geht es Dir wie vermutlich fast allen. Zumindest wie mir: die Angaben bei den von mir zweitgenutzten Wikipediafotos sind fast nie bis ins Detail korrekt. Die dreimal, dass ich wirklich commons-Bilder verkauft habe, fanden statt, als die Leute lieber Geld investierten, um eine klare Ansage zu haben, als Zeit dafür aufzuwenden, CC zu verstehen. Da das System der freien Lizenzen auf Wikipedia und der Nachnutzungen deutlich verbesserbar ist, hat Wikimedia Deutschland die weise Variante gewählt, und fragt Betroffene.

Für unter Einsatz von Vereins- bzw. Spendenmitteln erstellte Werke soll ein möglichst einfaches Hilfsmittel bereitgestellt werden, das es dem Nachnutzer ermöglicht, mit wenig Aufwand eine lizenzkonforme Nachnutzung zu erreichen. Für die Entwickung eines solchen Tools ist Wikimedia Deutschland auf Erfahrungen von aktiven Wikimedianern angewiesen.


Und noch ein Tipp am Rande: wer hier auf die Kamera clickt, und Google dann die Datei verrät, kann viele ungeahnte Bildnutzungen finden.

Während meine Erfahrungen als Fotograf da übrigens sehr vielgestaltig sind, sind die des Autors komplett uniform: nobody ever cares, und selbst wenn man es richtig macht, versteckt Wikipedia selbst schon sehr sehr gut, wer die Texte eigentlich kreiert.



von dirkfranke (noreply@blogger.com) - Dezember 09, 2011 02:28

08. Dezember 2011

Achim Raschka

Der neue Zedler-Preis für Freies Wissen

Man verzeihe mir da cross-posting mit dem Wikipedia-Kurier:

Gestern vergab die bekannte Organisation Reporter ohne Grenzen ihre diesjährigen Auszeichnungen für Menschenrechte und Pressefreiheit an den syrischen Karikaturisten Ali Ferzat und die Wochenzeitung Weekly Eleven News aus Myanmar und ebenfaklls gestern wurden die Künstler benannt, die 2012 in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen werden. So machen sowohl die einen wie auch die anderen auf ihre spezifischen Interessen aufmerksam und ehren Personen, deren Werk mit diesen Visionen verknüpft ist.

Ab 2012 möchte auch der Wikimedia Deutschland e.V. Personen und vor allem Projekte ehren, die für das Freie Wissen stehen - aus dem Grund wurde der in den letzten Jahren als Zedler-Medaille vergebene Zedler-Preis neu aufgelegt und vollständig umgebaut - zu einem Preis, mit dem in Zukunft jedes Jahr Personen, Gruppen oder Projekte ausgezeichnet werden sollen, die sich im Vorjahrahr ganz besonders für Freies Wissen engagiert haben.

Der Zedler-Preis wird in seinem ersten Jahr in drei verschiedenen Kategorien vergeben:

* Wikipedia-Artikel des Jahres
* Community-Projekt des Jahres
* Projekt des Jahres (extern)


In den Folgejahren soll der Radius der Auszeichnung erweitert werden und neue Kategorien und Zielgruppen hinzukommen.

Damit dies allerdings erfolgreich wird, möchten wir euch gewinnen, diese Initiative zu unterstützen und gemeinsam mit WMDE zu gestalten. So sollen noch in diesem Jahr die Juries für die einzelnen Kategorien nominiert und gewählt werden - auf Wikipedia:Zedler-Preis/Jury 2011 können noch bis zum 11.12 sowohl Community-Vertreter wie auch externe Juroren nominiert werden. Bis zum Januar sollen dann Artikel und Projekte nominiert werden, die von der Jury begutachtet werden - die Nominierung findet auf Wikipedia:Zedler-Preis/Vorschläge 2011 statt. Zeigt uns, welche Artikel und Projekte im Wikimedia-Universum und darüber hinaus euch im Jahr 2011 besonders fasziniert, überrascht oder bewegt haben und helft uns, den Zedler-Preis zum Erfolg zu führen.

von Necrophorus (noreply@blogger.com) - Dezember 08, 2011 08:51

05. Dezember 2011

Michael Schmalenstroer

Der Strom des Wissens – Wikistream

Das Wissen dieser Welt befindet sich in einem stetigen Fluß. Alles verändert sich. Was heute noch unumstößlich ist, kann morgen schon veraltet sein. Der technische und wissenschaftliche Fortschritt beschleunigt sich immer weiter. Soweit sollte das bekannt sein – aber es ist doch etwas anderes, es live beobachten zu können.

Die Seite Wikistream zeigt alle Edits als ein stetiger, gewaltiger Strom von Änderungen an. Pausenlos und unüberschaubar laufen die aktuellen Edits über den Bildschirm. Der Stream wird erst überhaupt lesbar, wenn man eine Sprachversion auswählt, aber auch dann ist die Flut der Veränderungen kaum zu überblicken.

Wirklich praktisch für den produktiven Einsatz ist so ein Stream natürlich nicht. Dazu rauschen die Informationen einfach zu schnell durch – es ist erstaunlich, dass die Wikipedia überhaupt eine Qualitätskontrolle dieser Änderungen leisten kann. Interessanter ist hingegen die Seite “Trends“: Sie zeigt an, welche Artikel und Nutzer gerade am aktivsten sind.

Siehe zum Thema Wikipedia-Visualisierungen auch:

 

von admin - Dezember 05, 2011 02:15

Nando Stoecklin

Erster Wikipedia-Kurs für Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Auf Anfrage der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken führten wir (das Zentrum für Bildungsinformatik der PHBern) am 15. März 2007 zum ersten Mal einen ganztägigen Kurs zu Social Software durch. Die lange Warteliste ergab einen zweiten Kurs und weitere Wartelisten führten zu einer ganzen Liste Wiederholungs- und Fortsetzungskursen für Bibliothekarinnen und Bibliothekaren. Immer auch ein Thema war die Wikipedia.

Am 27. August 2009 nun führten wir zum ersten Mal einen ganztägigen Kurs zur Wikipedia durch. Bereits bei der Konzeptionierung des Kurses wurde klar: Der zeitliche Umfang des Kurses ist definitiv nicht zu lange. Ein ganzer Tag klingt komfortabel, viele für Bibliothekarinnen und Bibliothekare wertvolle Informationen zur Wikipedia blieben aus zeitlichen Gründen aber doch auf der Strecke.

Das Interesse der Teilnehmenden an der Wikipedia war sehr erfreulich und zeigt, dass Bibliotheken längst über den Tellerrand von Bibliothekskatalog und Fachdatenbanken hinausschauen. Ich bin überzeugt, dass ihnen als Informationsprofis künftig zur Steigerung der Informationskompetenz eine wichtige Rolle zukommen könnte. Und die Wikipedia ist da ein wichtiger Bestandteil des Inhaltes.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:36

Leonardo Award für European Corporate Learning 2011 an Wikipedia

By Franz Pfluegl, CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons
Am 21. September 2011 wurde auf dem Messegelände in Köln der Leonardo Award für European Corporate Learning verliehen. Preisträger war Wikipedia-Gründer Jimmy Wales, stellvertretend für ihn durften Denis Barthel, Ziko van Dijk und ich den Preis in Empfang nehmen. Für weitere Informationen zur Preisverleihung verweise ich auf die Berichte von Denis und Ziko. Gerne mache ich an dieser Stelle aber noch meine kleine Rede anlässlich der Verleihung öffentlich:

"Ladies and gentlemen, I feel like a bacterium, accidentally being examined under a microscope. There are two more bacteria under this microscope, named Denis Barthel and Ziko van Dijk. And there are thousands of other bacteria, together creating the world's biggest yoghurt of knowledge, called Wikipedia.

So, what's so special about this yoghurt? Why has Wikipedia been able to prevail against all the traditional yoghurts - also called encyclopedias - in less than 10 years? The answer is: Wikipedia was the first encyclopedia, which adapted itself to the internet. As researchers have found, bacteria in the internet need a different temperature to create a really good yoghurt than the ones outside the internet. In the 20th century we had famous encyclopedias like Brockhaus or Encyclopædia Britannica. This was in a time when our culture was dominated by books. Then the internet came along and has spread around the world. This has changed many aspects of our lives and it will continue to change many aspects in the future. The success of Wikipedia is due to the fact that Jimmy Wales, the founder of Wikipedia, not only created a new digitized encyclopedia in the internet like others did, but adapted his encyclopedia to the new world, dominated by the Internet. He harnessed the network properties of the internet, first by creating the content. The articles are written, improved and monitored by thousands of volunteers around the globe. There is no paid editorial staff. The second thing Jimmy Wales did was to harness the network properties of the internet to finance Wikipedia. Each year there is an appeal for money placed directly in Wikipedia. Thus, Wikipedia is financed by thousands of small and a few larger donations. This allows the content of Wikipedia to be offered for free and without ads. All other special features of Wikipedia are logical consequences of these two properties: The free licence, the editorial process, the quality management and so on.

Well, what about schools? Even they are in this world dominated by the internet. And to top it all off they have to deal with Wikipedia too. Internet means chatting, gaming and collaborating; Wikipedia means cheating, plagiarizing and passing yourself off as knowing more than you really do. This is where our research team at the University of Teacher Education Bern has tried to find solutions. In our opinion banning the Internet and Wikipedia does not solve any problems, not to mention that such bans are unenforceable. Banning does not enable students to use the Internet or Wikipedia in a reasonable and competent manner. Two measures however would solve this problem. The first one would be to foster the students' information literacy, explaining how the Internet and Wikipedia work, what the pitfalls are and how they can be avoided. The second measure is more difficult. Just as encyclopedias have to be adapted to the new world, so does education. Wikipedia now is what the pocket calculator was a few decades ago. Students let pocket calculators do the calculating for them. Initially many mathematics teachers banned the pocket calculator. Later however teachers did an about face and decided to have each student purchase a pocket calculator and have them use it as a basis to assign them more complex tasks. And the same is going to happen with Wikipedia. At first, some teachers banned the online encyclopedia, however now more and more teachers have students use it as a basis to give more complex tasks. Just as the process of calculating can be done by pocket calculators, the process of summarizing information can be done by Wikipedia. Therefore, I see my primary duty at the University of Teacher Education Bern is to show teachers how they can improve the level of education by using this yoghurt called Wikipedia.

Thank you!"

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:36

Wikipedia hat sich etabliert

Noch vor wenigen Jahren achteten die allermeisten Bildungsinstitute darauf, nicht mit der Wikipedia in Verbindung gebracht zu werden. Lieber auf der Website einen Link auf die kostenpflichtige Online-Version einer Enzyklopädie setzen als auf die Wikipedia, lautete die Devise. Und heute?


Heute scheint die Verbindung mit der Wikipedia förderlich für den guten Ruf. So wenigstens meine Interpretation der Website "bildung und ict" des Kantons Zürich, auf der das Logo der Wikipedia gar noch grösser als das des Kantons abgebildet wird und die zumindest auf den ersten Blick nur ganz am Rande einen inhaltlichen Bezug zur Wikipedia erkennen lässt.

(Die urheberrechtliche Situation lasse ich mal ausgeblendet.)


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von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:36

Neuer Vorstand für Wikimedia CH

An der gestrigen Mitgliederversammlung von Wikimedia CH in der Schweizerischen Nationalbibliothek interessierten vor allem die Vorstandswahlen. Die Ausgangslage war spannend: Mit Michael Bimmler, Robin Schwab und mir stellten sich drei der vier bisherigen deutschschweizer und der gesamthaft sechs Vorstandsmitglieder nicht mehr zur Verfügung. Konnten im Vorjahr nur sechs der sieben Pätze besetzt werden, kandidierten diesmal 10 Mitglieder für den Vorstand, vier davon für das Präsidialamt.

Zuerst bestimmten die Anwesenden, wie viele Plätze im Vorstand besetzt werden sollen. Statutarisch möglich sind 5-7, die Anwesenden entschieden sich für 6. Aufgrund der vielen Bewerber für das Präsidialamt zog Mourad Ben Abdallah während der Stimmenauszählung für die Vorstandswahl seine Präsidentschaftkandidatur zurück. Wenig später lag das Ergebnis der Vorstandswahlen vor. Gewählt sind
  • Frédéric Schütz (bisher),
  • Ludovic Péron,
  • Mourad Ben Abdallah,
  • Gion Hosang,
  • Bagawathram Maheswaran,
  • Ilario Valdelli (bisher).
Der vierte Deutschschweizer des bisherigen Vorstandes, Rupert Thurner, wurde nicht wieder gewählt. Somit besteht der Vorstand neu aus drei Romands, einem Deutschschweizer (Bagawathram Maheswaran), einem Tessiner (Ilario Valdelli) und erstmals aus einem Rätoromanen (Gion Hosang).

In einem zweiten Schritt wurde aus dem neuen Vorstand der Präsident gewählt. Da alle drei verbliebenen Präsidenschaftskandidaten die Wahl in den Vorstand verpasst hatten, bot sich die kuriose Situation, dass kein Präsidentschaftkandidat mehr übrig blieb. Mourad Ben Abdallah löste das Problem durch einen Rückzug von seinem Rückzug und wurde per Akklamation gewählt.

Der neue Vorstand tritt 60 Tage nach der Wahl sein Amt an. Ich bin überzeugt, dass die Neuen frischen Wind in die Tätigkeit von Wikimedia CH bringen und wünsche allen viel Erfolg und gutes Gelingen!

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:36

Twick.it und Wikipedia im Vergleich

Mit Twick.it hat vor einigen Monaten ein neues Online-Lexikon die Welt erblickt. Wie bei der Wikipedia kann jeder Nutzer Stichworte erklären, die Inhalte stehen unter einer freien Lizenz und sind kostenlos abrufbar. Allerdings kann ein Stichwort nur mit max. 140 Zeichen erklärt werden. Zusätzlich kann ein einzelner Weblink zu weiteren Informationen führen. Im Gegensatz zur Wikipedia werden die Stichwort-Erklärungen nicht kollaborativ verfasst, sondern wie bei Google Knol können konkurrenzierende Erklärungen erstellt werden. Angemeldete User können eine Erklärung positiv oder negativ beurteilen. Gibt es mehrere Erklärungen zu einem Thema, wird die bestbewertete zuoberst gelistet. Für konzisere Erklärungen von Twick.it siehe http://twick.it/de/Twickit.

Was die Wikipedia von Twick.it lernen kann
  • Bei Twick.it fühlt man sich willkommen und wohl. Es sind Details, die den Ton bestimmen. Z.B.: Ist man angemeldet, erscheint oben nicht einfach der nackte Benutzername, sondern der Text "Hallo, xy. Schön, dass du da bist." Bei der Wikipedia hingegen wurde in letzter Zeit oft über den destruktiven Empfang von Neu-Autoren diskutiert.
  • Bei der Wikipedia immer wieder ein Thema sind Bewertungen von Artikeln durch die Besucher. Bei Twick.it ist das ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts. Nur angemeldete User können bewerten, so lassen sich Mehrfachbewertungen einer Stichworterklärung durch denselben User problemlos vermeiden. Das macht besonders in Kombination mit der Möglichkeit Sinn, konkurrenzierende Erklärungen zu verfassen. Aber vielleicht könnten Bewertungen durch die User in der Wikipedia auch zum Qualitätsmanagement beitragen.
  • Beschränkt auf 140 Zeichen schreibt es sich bei Twick.it ganz anders als in der Wikipedia, wo unbeschränkt Platz für eine Stichworterklärung zur Verfügung steht. Beides lässt sich nicht vergleichen. Die Wikipedia könnte sich das Twick.it-Prinzip aber als Vorbild für eine verdichtetere und wenig ausschweifendere Schreibe nehmen.
Was Twick.it von der Wikipedia lernen könnte
  • Dank der Hyperlinkstruktur in der Wikipedia kann man leicht von einem Lemma zum nächsten hüpfen. Bei Twick.it würde ich mir wünschen, dass Autoren Begriffe innerhalb einer Stichwort-Erklärung verlinken können. Angenehmer Nebeneffekt könnte sein, dass die in der rechten Spalte teilweise angezeigten "Verwandten Themen" sowie die generierten Tags passender bestimmt werden könnten, weil aus mehreren Worten zusammengesetzte Begriffe als Einheit erkannt und Flexionen zu ihrem Stamm reduziert würden.
  • Viele Stichworte lassen sich durch ein Bild besser beschreiben als durch Worte. Die Möglichkeit, zusätzlich zu 140 Zeichen Text und einem Weblink noch ein (freies) Bild anzufügen, könnte hilfreich sein.
  • Wie in der Wikipedia können auch bei Twick.it die Definitionen jederzeit geändert werden, allerdings nur vom Verfasser selbst. Änderungen werden aber bei Twick.it nicht ausgewiesen. Eine Versionsgeschichte drängt sich aufgrund der nicht-kollaborativen Arbeitsweise nicht zwingend auf, könnte aber doch von Interesse sein, z.B. nur schon um persistent zitieren zu können.
Ich wünsche Twick.it und der Wikipedia sowie allen Leserinnen und Lesern ein erfolgreiches neues Jahr!

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:32

Informationskompetenz, Plagiate und Wikipedia

Vom 6.-9. September 2009 fand in Chur die Tagung "Die Lernende Bibliothek" statt. Thematischer Schwerpunkt war die Informationskompetenz und hierbei vor allem die Plagiatsproblematik. Mein subjektiver Eindruck nach der ausgesprochen umsichtig organisierten Tagung:

Es herrscht Konsens, dass der Förderung der Informationskompetenz bei Schülerinnen und Schülern sowie bei Studierenden viel mehr Gewicht beigemessen werden sollte. Uneinig ist man sich, wer fördern soll. Hochschulen verweisen darauf, dass das Sache der Gymnasien sei. Gymnasien bestreiten das nicht - doch wer genau soll jetzt fördern? Der Informatiklehrer? Die Deutschlehrerin? Bibliothekarinnen und Bibliothekare ihrerseits wären als Informationsspezialisten prädestiniert dafür und viele von ihnen würden die Aufgabe gerne übernehmen. Doch sind sie zu weit weg von der Lehre und/oder haben keinen entsprechenden Auftrag erhalten.

Und wie sieht es mit der Informationskompetenz der Lehrpersonen und Dozierenden aus? Interessant dabei ist die sinngemässe Aussage von Samuel Weibel von der Hochschule der Künste, Bern:
»Es wäre schon mal gut, wenn wir die Informationskompetenz der Dozierenden wenigstens auf das Niveau der Studierenden anheben könnten.«
Wollen die Schulen und Hochschulen sich also nicht hinsichtlich der Informationskompetenz engagieren, weil sie es nicht können? Fazit: Hochschulen und Gymnasien können oder wollen die Informationskompetenz nicht fördern, Bibliotheken möchten und können, dürfen aber oft nicht.

Analog lässt sich das Vorgehen gegen Plagiate zusammenfassen: Hochschulen und Schulen versuchen das Problem mit dem Einsatz von Plagiatserkennungssoftware zu umschiffen, Bibliotheken würden das Problem lieber bei der Wurzel packen und Studierende sensibilisieren. Selbstverständlich gibt es immer Ausnahmen und die Meinungen sind heterogener, als dies meine grobe Einschätzung wiedergibt.

Eine schöne Ausnahme betreffend Informationskompetenz ist der Ansatz der Hochschule Ansbach. Nicht nur ist es der dortigen Bibliothek gelungen, mit für viele Studiengänge verpflichtenden Lehrveranstaltungen zur Förderung der Informationskompetenz in die Lehre vorzustossen, sondern es ist ihr auch gelungen, sich vom Bibliotheks-Fokus zu lösen und die Informationskompetenz breiter zu betrachten als Einführungen in Fachdatenbanken und Bibliothekskatalogen.

Allerdings kenne ich bislang keinen Ansatz zur Förderung der Informationskompetenz, bei dem die Wikipedia ein ausdrückliches Thema ist (Beispiele nehme ich sehr gerne entgegen). Ich hatte an der Tagung Gelegenheit, mit meinem Referat zum Thema "Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Inhalten: Bibliotheken sind gefragt" (schriftlicher Beitrag als PDF, die Folien sollten demnächst auf der Tagungswebsite aufgeschalten werden) die Wikipedia einzubringen. Wikipedia ist die häufigst genutzte textbasierte Informationsseite und als solche wohl Herkunft der meisten Plagiate. Der Fokus meiner Ausführungen lag bei Sensibilisierungsmassnahmen für Schülerinnen und Studierende. Nicht angesprochen habe ich Möglichkeiten der Lehrenden, ihre Arbeitsaufträge den Zeiten von Wikipedia & Co. anzupassen. Traditionelle Aufträge zur Sammlung von Informationen scheinen mir heute weniger wichtiger. Wichtiger wäre es, mit den Informationen etwas spannendes zu tun. Ein konkretes Beispiel (Didaktiker könnten bestimmt viel bessere Ideen entwickeln als ich): Der Auftrag "Schreibe eine Arbeit über Napoleons Russlandfeldzug" könnte ersetzt werden durch "Schreibe eine fiktive Geschichte eines Schweizers, der am Russlandfeldzug teilgenommen hat, basierend auf dem tatsächlichen historischen Hintergrund". Damit müssten Schülerinnen und Schüler zwar noch immer recherchieren, resp. sie müssten nun zwingend recherchieren, denn ohne Kenntnis des geschichtlichen Hintergrundes lässt sich die fiktive Geschichte nicht schreiben. Aber ein Plagiat aus der Wikipedia wäre sehr viel schwieriger.

Und wer soll nun Informationskompetenz fördern? Ich denke auch, dass das primär Aufgabe der obligatorischen Schulen und der Gymnasien ist, nicht der Hochschulen. Und ich bin überzeugt, dass die Informationskompetenz am besten von informationskompetenten Spezialistinnen und Spezialisten in einem eigenen Fach Informationskompetenz gefördert werden kann.

Für eine detailliertere und neutralere Zusammenfassung der Tagungsinhalte verweise ich auf das Blog von Hans-Dieter Zimmermann.

Update: Die PowerPoint-Präsentationen der Referate sind jetzt online.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:32

Seminarveranstaltung zur Wikipedia an schwedischer Universität

Heute beginnt an der schwedischen Mittuniversitetet (Mid Sweden University) ein Semesterkurs über die Wikipedia. Statt die Nutzung der Wikipedia zu verbieten, will Dozent Magnus Eriksson in der Veranstaltung "Wikipedia - writing, reliability and technology" zeigen, wie die Wikipedia sinnvoll genutzt, und wie man selbst in der Wikipedia Inhalte einpflegen kann. Als Grundlage dient das Buch "Så fungerar Wikipedia" (Wie die Wikipedia funktioniert) von Lennart Guldbrandsson, dem Präsidenten des schwedischen Wikimedia Chapters.

Aus der Schweiz kennen wir mindestens drei ähnliche universitäre Veranstaltungen: 2007 führte der Basler Historiker Peter Haber den Kurs "Schreiben für Wikipedia. Eine medienpraktische Einführung mit theoretischen Bezügen." durch. 2008 gab es gleich zwei Kurse an der Universität Basel, die Veranstaltung "Africa in Wikipedia" von Gregor Dobler am ethnologischen Seminar sowie "Wikipedistik", wiederum von Peter Haber.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Dezember 05, 2011 12:32