de.planet.wikimedia

July 29, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikidata als Spiel: Freies Wissen verbessern in der Mittagspause

Es gibt Inhaltsbefreiungsaktionen, die dauern ein bisschen länger. Einen guten oder gar exzellenten Artikel für Wikipedia zu verfassen geht nicht mal eben in ein paar Minuten, die Geodaten des Himmels über Berlin befreien sich auch nicht von selbst, sondern erst nach monatelangem politischem Engagement. Wie schön wäre es, wenn es zwischen all den aufwändigen Arbeiten für die Verbesserung Freien Wissens auch einen kleinen Snack zwischendurch gäbe. Ein bisschen spielerisches Klicken, um die Welt mit nachnutzbaren strukturierten Daten zu einem besseren Ort zu machen. Magnus Manske hat mit seinem Wikidata-Game genau so einen Anlaufpunkt im Netz geschaffen, um zwischen dem Warten auf die Kaffeemaschine oder an der Bushaltestelle ein bisschen mit der Laubharke durch den Garten des Freien Wissens zu gehen und sich dann wieder um andere Dinge zu kümmern.


Wikidata – The game! ist eine Sammlung von kleinen Aufgaben für Wikidata. Wikidata ist ein komplexer Datenfundus mit einigen ziemlich ausgeklügelten Funktionen. In vielen Fällen können allerdings abzuarbeitende Aufgaben von Programmen erahnt werden und brauchen dann „nur noch“ ein bisschen menschliche Hilfe, um die Aufgabe abzuschliessen oder zu verwerfen. Eine Person ist in Wikidata eingetragen, aber ihr Geschlecht wurde nicht vermerkt? Der Beruf zu einem enzyklopädisch relevantem Menschen fehlt, aber im zugehörigen Wikipedia-Artikel wird dieser als Autor oder Schauspielerin bezeichnet? Zwei Wissensgegenstände in Wikidata scheinen sich zu überschneiden und können zu einem zusammengefasst werden? Mit einem einfachen Klick können solche und ähnliche Gartenarbeiten in Wikidata schnell ausgeführt werden. Dabei sammelt man Punkte. Das Prinzip dahinter nennt sich „Gamification“ — aus Ernst wird Spiel. Und nebenbei wird die Datenbasis von Wikidata konsistenter.

„Derzeit ist Wikidata mein Lieblingsprojekt. Das boomt einfach“, sagt Magnus Manske, der auch für eine der ersten Versionen von MediaWiki verantwortlich ist. Mit Begeisterung hat er sich von Anfang an am Datenfundus für strukturierte Daten in Wikimedia-Projekten beteiligt und etliche Tools geschrieben, um die Arbeit dort zu vereinfachen oder die Potenziale der Datenbank mit beeindruckenden Visualisierungen aufzuzeigen. „Auf dem Hackathon in Zürich gab es die Idee, Gamification in Wikidata einzusetzen. Ich habe mich sofort hingesetzt und
etwas programmiert, das geht bei mir nach vielen Jahren MediaWiki-Erfahrung sehr schnell, oft in wenigen Stunden. Tools schreibe ich sehr schnell, meist haben sie dann einen bestimmten Zweck, den sie auch ganz gut erfüllen. Klar, hochsolide Enterprise-Software braucht mehr Zeit, aber ich bringe lieber Sachen schnell in die Community.”

Und für manche ist das Wikidata-Spiel auch der Einstieg in das Editieren von Wikidata. Anstatt Entity- und Propertynummern nachschlagen zu müssen, kann hier gleich losgelegt werden. „Über 1000 Edits habe ich jetzt auf Wikidata — alles durch das Spiel!“ schrieb ein begeisteter Nutzer an Magnus. Die Kombination von künstlicher Intelligenz und menschlicher Kompetenz, verpackt mit einer Jagd nach Highscores zündet einfach. Trotzdem: Das Wikidata-Game ist mehr als nur eine Klickbeschäftigung, sorgfältiges Prüfen ist immer angesagt. Zu schnelle Klicks helfen nicht, um die Datenbasis zu verbessern. „Problematisch war vielleicht das Merge-Game. Die Seite Requests for deletion war dadurch regelmäßig überfüllt.“

Das Spiel hat viele Fans, nur wenige rümpfen die Nase, dass hier Punkte gesammelt werden beim Aufräumen der Datenbank: „Die meisten sind von der Gamification begeistert. Wem das nicht zusagt — nun, es gibt ja auch noch andere Wege, um Wikidata zu editieren.“

Magnus Manske wird sicher nicht aufhören, neue Spiele hinzuzufügen und das Wikidata-Game ständig zu verbessern. Seine anderen Tools für Wikidata laufen alle problemlos, aber im Moment nimmt das Game bei ihm die meiste Zeit als freiwilliger Entwickler ein: „Ich würde mir wünschen, dass vielleicht auch einige Tools von Wikimedia und den angestellten Entwicklerinnen und Entwicklern übernommen und gepflegt werden.“

Das Wikidata-Game ist unter https://tools.wmflabs.org/wikidata-game/# zu finden, der Einlog-Prozess läuft über OAuth und wird beim ersten Besuch der Seite erklärt. Mit nur wenigen hundert Spielerinnen und Spielern ist der Highscore zur Zeit noch durchaus zu knacken…

by Jens Ohlig at July 29, 2014 12:33 PM

July 28, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Videos für Wikipedia-Artikel

"Über 1,7 Millionen Artikel umfasst die deutschsprachige Wikipedia. Videos enthalten die wenigsten. Und das, obwohl bewegte Bilder oft viel anschaulicher sind als reine Text-Einträge. „Videos für Wikipedia-Artikel“ (VWA) möchte das ändern – mit Workshops und einem Video-Wettbewerb zum Leitthema des Wissenschaftsjahres 2014 : „Digitale Gesellschaft“.
Dafür braucht VWA Dich!"

http://projekt-wikivideo.de

by SW at July 28, 2014 08:16 PM

July 27, 2014

Elya & Raymond

Eine Lanze für den Medienbetrachter

Seit einigen Wochen gibt es den neu entwickelten Medienbetrachter in der Wikipedia. Beim Klick auf ein Bild in einem Wikipedia-Artikel wird das Bild groß vor schwarzem Hintergrund dargestellt, unten hereinscrollend finden sich die wichtigsten Informationen. Mit persönlich gefällt der Medienbetrachter, obwohl noch Luft nach oben im Design ist. Insbesondere bei vielen Bildern in einer Commons-Kategorie […]

by raymond at July 27, 2014 08:59 AM

July 25, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OpenGLAM-Arbeitsgruppe – Worum geht es und wie kann ich mitmachen?

Am 15. Juli, zum Start des OKFestivals, fand bei Wikimedia Deutschland ein OpenGLAM-Workshop statt (siehe auch Bericht vom 14. Juli). Wikimedia Deutschland, die Open Knowledge Foundation Deutschland und das Projekt DM2E luden Interessierte ein, einen Überblick zum Stand der Offenheit von Kulturdaten im deutschsprachigen Raum zu gewinnen. Was offene Kulturdaten sind, kann hier nachgelesen werden. Das Interesse an der Veranstaltung war groß, deutlich mehr Leute als erwartet kamen und tauschten sich angeregt über ihre Erfahrungen aus, auch im internationalen Bereich.

Inputs kamen von:

  • Volles Haus beim OpenGLAM-Workshop. Foto: Lilli Iliev (WMDE), CC-BY-SA-4.0

    Lieke Ploeger, Open Knowledge Foundation. Lieke erklärte, was Open GLAM bedeutet und welche Gruppen es bereits gibt, die über die Vorteile der Öffnung von Kulturdaten informieren.

  • Joris Pekel, Europeana, erläutere am Beispiel des Rijksmuseums, warum die Freigabe von Bildern in hoher Auflösung für Museen von Vorteil sein kann.
  • Stephan Bartholmei, Deutsche Digitale Bibliothek, redete über die häufigsten Schwierigkeiten, mit denen er bei der Öffnung von Kulturdaten konfrontiert ist.
  • Lydia Pintscher, Wikidata, WMDE, präsentierte die Möglichkeiten, die Wikidata bezüglicher offener Kulturdaten bietet.
  • Helene Hahn, OKF DE, zeigte am Beispiel des Kultur-Hackathons Coding da Vinci, wie Institutionen bereits Datensätze freigeben.
  • Daniel Mietchen stellte GLAM-Wiki-Kooperationen in der Wissenschaft vor.

Ziel der Veranstaltung war es, den Startschuss für eine deutsche OpenGLAM-Arbeitsgruppe zu geben. Darüber, wie solche Arbeitsgruppen funktionieren, was gut läuft und was vermieden werden sollte, konnten Beat Estermann und Sanna Marttila Auskunft geben. Beat gründete die OpenGLAM Switzerland-Arbeitsgruppe, Sanna die OpenGLAM-Gruppe Finnland und beide hatten Tipps für gutes Gelingen dabei.

Nächste Schritte

Interessierte können sich ab sofort in die neue OpenGLAM-Mailingliste eintragen. Hier wird über die nächsten Treffen und erste Ideen zu gemeinsamen Initiativen und Projekten der Arbeitsgruppe informiert. Auch werden hier Einladungen zu interessanten Veranstaltungen und Hinweise zu Neuigkeiten rund um offene Kulturdaten zu finden sein.

Weiterführende Links:

Alle Vortragsfolien finden sich im Blogbeitrag “Starting the OpenGLAM local group for Germany” von Lieke Ploeger.

Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

by Lilli Iliev at July 25, 2014 05:09 PM

Wikimedia:Woche 21/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 21. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sommerliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 21/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Jahresplan 2014/15 der Wikimedia Foundation

Die Wikimedia Foundation, deren Geschäftsjahr von Juli bis Juni geht, hat ihren neuen Jahresplan für 2014-15 veröffentlicht. Schwerpunkte bleibt der technische Ausbau und Entwicklung der Wikimedia-Projekte. Die Nicole Ebber von Wikimedia Deutschland hat einen deutschsprachige Zusammenfassung des Plans im WMDE-Blog veröffentlicht.

Berechtigungen für Jahresplanförderungen des FDC

Die Wikimedia Foundation hat eine Liste der Wikimedia-Organisationen veröffentlicht, die berechtigt sind an der nächsten Runde der Jahresplanförderungen des Funds Dissemination Committees (FDC) teilzunehmen. Die drei Chapter Wikimedia Deutschland, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Österreich haben ohne Einschränkung die Berechtigung erhalten. Elf weitere Organisationen müssen teilweise noch Berichte nachlegen, um ebenfalls berechtigt zu sein.

Wikimedia Italien und Wikimedia Foundation gewinnen Rechtsstreit gegen Politiker

Seit vier Jahren befand sich Wikimedia Italien in einem Rechtsstreit mit dem Politiker Antonio Angelucci, der sich auf zwei Seiten in der italienischsprachigen Wikipedia diffamiert fühlte. Er verklagte darauf erst Wikimedia Italien und daraufhin die Foundation auf 20 Millionen Euro Schadensersatz. Das römische Zivilgericht wies die Klage ab.

Spendenden-Umfrage von Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland hat die Ergebnisse der Spender-Umfrage 2013 veröffentlicht.

Projekte und Initiativen

Wieso GLAM-Institutionen ihr Material hochladen sollten

Lyam Wiatt, der bei der europäischen „virtuellen Bibliothek“ Europeana als GLAM-Wiki-Koordinator arbeitet, hat in einem Blogbeitrag beschrieben, welche Vorteile es GLAM-Institutionen bringt ihr Material über die Wikimedia-Projekte zur freien Verfügung zu stellen.

Wikimania Videos I

„Vor der Wikimania ist nach der Wikimania.“ Rechtzeitig bevor die nächste Wikimania in zwei Wochen beginnt, hat Wikimedia Deutschland zwei Videos der letztjährigen Wikimania veröffentlicht. Auf der letzten Wikimania in Hong Kong standen Freiwilligen sogenannte „Flip-cams“ (Kleinhandvideokameras) zur Verfügung, mit denen sie andere Teilnehmende der Konferenz interviewen konnten. Daraus ist eine dreiminütige Video-Collage entstanden, welch die Vielfalt der Konferenzteilnehmenden gut widerspiegelt. Für Menschen und Eichhörnchen mit kürzeren Aufmerksamkeitsspannen gibt es auch eine 1-Minuten-Version des Videos.

Wikimania Videos II

Neben Wikimedia Deutschland hat auch Victor Griegas der Wikimedia Foundation, der dort als sogenannter „story teller“ arbeitet und versucht Geschichten und Eindrücke der zahlreichen Freiwilligen aufzunehmen, sein Video der Wikimania 2013 veröffentlicht. Den Hintergrund zum Video erzählt Victor in einem Blogbeitrag im Foundation-Blog.

Videos unter freier Lizenz in HD

Auf der Seite Mazwai.com gibt es inzwischen über 75 Videos in hoher Qualität unter der CC BY 3.0-Lizenz. Die Videos können gezippt in den Formaten WebM und MP4 von der Seite heruntergeladen. Neben einigen Videos mit sehr künstlerischem Anspruch sind auch durchaus Videos für die Wikipedia (und ihre Schwesterprojekte) dabei. Gute Internet-Verbindung und eine aktuelle Version des genutzten Browsers empfehlen sich.

AdaCamp kommt nach Berlin!
Save the date: Am 11. und 12. Oktober findet in den Berliner Räumen von Wikimedia Deutschland das sogenannte „AdaCamp“ statt. Das Camp ist eine Konferenz, der es vor allem darum geht die Beteiligung von Frauen bei in den Bereichen offener Technologie und Kultur zu erhöhen. Es werden Stipendien für die Teilnahme vergeben.

Digitale Kompetenzen

Am 23. Juni begann im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 die Veranstaltungsreihe “Digitale Kompetenzen“ von Wikimedia Deutschland, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Auftakt der Reihe befasste sich mit dem Thema “Datenschutz – Eine unterschätzte digitale Kompetenz?”. Prof. Dr. Karsten Weber von der TU Cottbus, Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit der Stadt Bremen und Martin Müsgens, Referent der EU Initiative klicksafe diskutierten das Thema auf wissenschaftlicher, juristischer und praktischer Ebene. Ein zusammenfassendes Video der Veranstaltung ist nun auf vimeo verfügbar.

Technik

Änderungen Vorschaubilder

Im Rahmen eines neuen Sofware-Updates gibt Änderung bei der Darstellung der Thumbnail-Bilder (der Vorschaubilder, in den Artikeln). Bisher hatten diesen einen durchgehenden Rahmen bzw. Rand, dieser fällt nun weg.

Kurzinterview mit Brandon Harris zu „Winter“
Bereits letzte Woche brachten wir den Link zum Design-Prototypen „Winter“ des WMF-Entwicklers Brandon Harris. Dem mexikanischen Wikimedia Iván Martínez hat dieser nun ein Kurzinterview gegeben, zu lesen ist es auf fayerwayer.com (auf Spanisch). Dabei geht es vor allem um die Motivation und das Ansinnen hinter dem Design-Prototypen.

Diskussion

Edits der russischen Regierung

In der letzten Wochen berichteten wir über die verschiedenen inzwischen entstanden Twitter-Accounts, die anonyme Änderungen in den Wikimedia-Projekten von IP-Adressen verschiedener Regierungen der Welt mitprotokollieren. Im Rahmen dessen hat der norwegische Aktivist eine Liste aller (anonymer) Änderungen von IP-Adressen der russischen Regierung und ihrer untergeordneten Behörden und Unternehmen veröffentlicht. Die Qualität (und politische Tendenz) der Edits ist teilweise sehr divers. Mehrere Medien griffen das Thema auf, unter anderem auch das Blogger-Netzwerk GlobalVoices.

Termine

WMF metrics and activities meeting am 31. Juli 20 Uhr

Das monatliche live gestraemte Metrics and Activities Meeting der Wikimedia Foundation wird am 31. Juli um 20 Uhr MESZ (6PM UTC) stattfinden.

by Cornelius Kibelka at July 25, 2014 10:58 AM

July 24, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Spender-Umfrage 2013 – die Ergebnisse

Vor drei Jahren stellten wir fest: Der Spendende von Wikimedia – wichtiges Element des Wikiversums – ist eine Art unbekannte Spezies. Abhilfe schuf eine repräsentative Umfrage unter unseren Unterstützern mit spannenden Ergebnissen. Doch seither ist viel passiert. Um im Bild zu bleiben: Die Population ist stark gewachsen. Zwei Spendenkampagnen weiter ist die Zahl der Förderer von Freiem Wissen um mehrere Hunderttausend angewachsen – was die Frage nach der Aktualität der Ergebnisse der letzten Umfrage aufwirft. Konnten neue Zielgruppen erreicht werden, so dass “der typische Spendende” von heute ein Anderer ist? Zur Prüfung möglicher Veränderungen, aber auch zur Beantwortung neuer Fragestellungen führte Wikimedia Deutschland im letzen Jahr die zweite große Spender-Umfrage durch. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Knapp eintausend von den rund dreitausend eingeladenen Unterstützern beteiligten sich an der Online-Umfrage. Erneut zeigt die hohe Teilnahmequote von 28 Prozent die hohe Unterstützungsbereitschaft unserer Spendenden. Thematisch interessierten uns Fragestellungen rund um die Wikipedia-Nutzung der Spendenden, ihre Informationsinteressen zu Wikimedia Deutschland und ihre Einstellung zu den Tätigkeitsbereichen des Vereins. Ein weiterer Fokus lag auf Aspekten, die für die Arbeit im Fundraising praktisch relevant sind, etwa rund um Mitgliedschaft und Zuwendungsbescheinigungen.

Demographisch stellten wir trotz des Zuwachses der Unterstützerschaft praktisch keine Veränderungen gegenüber den Ergebnissen aus 2011 fest. Es sind überwiegend männliche Spendende, die sich engagieren. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, weiblich zu sein. Mit 52 Jahren liegt das Durchschnittsalter nur vier Jahre über den Ergebnissen der letzten Befragung. Unveränderte Merkmale sind ebenso ein überdurchschnittliches Einkommen und ein hohes Bildungsniveau mit auffallend großem Anteil an Promovierten.

Auch hinsichtlich der Nutzung von Wikipedia können wir feststellen, dass sich das typische Verhaltensbild der Spendenden nicht verändert hat: Sie besuchen Wikipedia sehr viel häufiger als der durchschnittliche Leser, wie der Vergleich mit den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt. Auch trägt ein höherer Prozentsatz Inhalte zur Freien Enzyklopädie bei. Angesichts des Aktivitätsausmaßes kann man aber kaum Wikipedianer unter den Spendenden finden. Es sind somit größtenteils die Dauerleser und sporadisch aktiven Nutzer, die die Enzyklopädie finanziell erhalten.

Neben der Bewertung verschiedener Qualitätsaspekte der Wikipedia (durchschnittlich gut) und Erfassung der Tätigkeiten bei aktiver Beteiligung (hauptsächlich Ergänzen von Informationen und Korrigieren von Rechtschreibfehlern) wollten wir dieses Mal wissen, was die Spendenden davon abhält, den Button zum Bearbeiten des Textes anzuklicken. In beiden Umfragen lässt sich eigentlich ein hohes Maß an Interesse feststellen, in der Wikipedia aktiv zu werden (rund 60 Prozent). Laut den Ergebnissen ist es interessanterweise weder das fehlende Wissen, dass editiert werden kann, noch die Unkenntnis darüber, wie dies geschieht. Am häufigsten wird genannt, sich nicht kompetent genug zu fühlen, um etwas beizutragen.

Das Studiendesign der Umfrage war allerdings nicht darauf angelegt, eindeutige kausale Rückschlüsse auf Handlungsmotive ziehen zu können. So entschieden wir uns auch dafür, nicht wie 2011 herausfinden zu wollen, warum unsere Spendenden für uns spenden, welche Motive sie also haben. Statt dessen legten wir den Fokus auf die Einstellung der Spendenden zu unserer Verwendung der Spendengelder. Sämtliche vorgestellten Tätigkeitsbereiche erfahren eine breite Unterstützung. Auch gegenüber der Umfrage von 2011 in der Bewertung neu hinzugekommene Aktivitätsbereiche wie die Kooperation mit Museen, Archiven und Bibliotheken und die Förderung der Vielfalt der Beteiligten werden überwiegend als sehr fördernswert bewertet.

Für die Arbeit im Fundraising interessant war unter anderem herauszufinden, welche Informationsbedürfnisse unsere Spendenden haben. Hier konnten wir lernen, dass sich zwei Drittel der Spendenden laut eigener Angaben vorab über Themen wie Mittelverwendung, Ziele und Projekte, Gemeinnützigkeit und Organisation von Wikimedia Deutschland informierten. Ebenso aufschlussreich: Der Versand der Zuwendungsbescheinigung hat für die Spendenden einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert: 60 Prozent der Befragten finden es mindestens wichtig, die Spendenquittung zu erhalten, davon 38 Prozent sogar sehr wichtig. Die Zuwendungsbescheinigung ist eben ein zentraler Eckpfeiler in der Beziehung zum Spendenden. Hinsichtlich einer möglichen Mitgliedschaft im Verein lernten wir einige der Bedenken von Spendenden kennen. Größtenteils sind diese durch bessere Aufklärung adressierbar, wie zum Beispiel der Wunsch, sich nicht langfristig binden zu wollen.

Eine langfristige Zeit-Bindung soll auch durch das Lesen dieses Blogbeitrags nicht entstehen. So können die Ergebnisse der Umfrage hier nur angerissen werden und hoffentlich als Appetithappen Lust auf mehr machen. Wer angebissen hat: Die ausführliche Auswertung mitsamt Graphiken zu allen Ergebnissen sollte jeden Hunger stillen können.

by Tobias Schumann at July 24, 2014 04:13 PM

Wiki Loves Earth: Viel Arbeit und tolle Bilder!

Gewinnerfoto von Satohan, CC-BY-SA 3.0

Zum zweiten Mal wurde nun Wiki Loves Earth durchgeführt – der internationale Wettbewerb rund um Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete. Durch den kurzfristigen Einsatz von aktiven Wikimedianern, konnte der Wettbewerb in diesem Jahr erstmals auch in Deutschland statt finden. Zur Organisation, Mitarbeit und Unterstützung hatten sich Ordercrazy, Blech, Pustekuchen2014, Nightflyer, Indeedous, Lou.gruber, Frank schubert, Holger1959, Derzno und Brücke bereit erklärt.

Bereits im Vorfeld des Wettbewerbs wurden in freiwilligem Engagement unter anderem Wikipedia-Listen der Naturschutzgebiete erstellt, Artikel angelegt, Kategorien sortiert und PR betrieben.

Die ehrenamtlichen Juroren tagten vom 11. bis 13. Juli in Hamburg, um die Top 100 der besten, enzyklopädisch wertvollen Bilder aus den über 14.000 Einreichungen aus Deutschland zu küren. Der Jury bestand aus Aalfons, Bahnmoeller, Catfisheye, Hilarmont, Indeedous, Nightflyer und Olaf Kosinsky. Details ihrer Arbeit können im Jury-Blog nachgelesen werden.

Wikimedia Deutschland bedankt sich ganz herzlich bei allen Helfenden, der Jury und natürlich den Fotografinnen und Fotografen für ihr Engagement und ihre Beiträge zu dem erfolgreichen internationalen Fotowettbewerb. Vielen Dank auch an Bernd Gross und Steinsplitter, die den insgesamt 729 Fotografen wiederum ein offizielles Dankeschön für deren Teilnahme zukommen ließen.

Das Gewinnerbild von Benutzer:Satohan zeigt einen Blick ins Naturschutzgebiet „Heuckenlock“ bei Ebbe, Hamburg. Alle eingereichten Bilder stehen unter freier Lizenz in dem Medienarchiv Commons zur Weiternutzung bereit. Im Wikipedia-Kurier wurde ein ausführlicher Bericht über den Fotowettbewerb veröffentlicht.

by Nicolas Rück at July 24, 2014 03:43 PM

July 23, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Wikimedia Deutschland Blog

„Fit für OER!“ – Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich

Am 11. September, einen Tag vor Beginn der Konferenz „OERde14 – Die Zukunft Freier Bildungsmaterialien“ bietet die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) in Kooperation mit Wikimedia Deutschland e. V. einen Workshop mit Impulsen und Praxisübungen zum Thema OER für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich an. Der Workshop richtet sich an OER-Einsteigende. Dies ist Gastbeitrag von Sabine Kühnel, Referentin Medienkompetenz bei der mabb.

Open Educational Resources haben das Potential, unsere Bildungswelt entscheidend zu verändern. Bild: opensource.com, CC-BY 2.0 via Wikimedia Commons

Das passende Unterrichtsmaterial steht meist nicht fertig im Regal. Um den Lernenden ein solches an die Hand geben zu können, stellen pädagogische Fachkräfte es oft selbst her oder setzen Vorhandenes in neuen, passenden Kombinationen zusammen. Nutzt man dabei auch digitale Bildungsmaterialien, entstehen schnell Unsicherheiten und Hürden, beispielsweise durch urheberrechtliche Aspekte und die Frage der Qualitätssicherung.

Open Educational Resources könnten eine Lösung für diese Herausforderungen sein. Der Workshop „Fit für OER!“ will den Teilnehmenden das Thema OER praxisnah, leicht verständlich und an ihren Bedürfnissen ausgerichtet näher bringen und für den pädagogischen Arbeitsalltag nutzbar machen. Neben einer Einführung, was OER überhaupt sind, lernen die Teilnehmenden konkrete Anlaufstellen für freie Bildungsmaterialien kennen und üben sich im eigenen Herstellen und Freigeben von OER.

Einbindung in die OERde14

Im Rahmen des achtstündigen Workshops sollen die Teilnehmenden eigene Bildungsmaterialien – zum Beispiel Arbeitsblätter, Fragebögen oder Hörstücke – erstellen, die unter Freien Lizenzen veröffentlicht werden sollen und im Rahmen einer Barcamp-Session auf der OERde14 präsentiert werden können. Die Teilnehmenden des Workshops können kostenlos an der Konferenz OERde14 am 12. und 13.September 14 in Berlin teilnehmen.

Programmflyer:Hier

Datum: 11. September 2014

Uhrzeit: 09:00 – 17:00

Zielgruppe: Berliner und Brandenburger Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich. Lehrerende sind besonders willkommen.

Ort: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin

Anmeldung: Anmeldung bis zum 03.09.14 (Anmeldeformular)

Rückfragen bitte an Sabine Kühnel (030.2649670 │ kuehnel@mabb.de ).

Eintritt: Frei

Mitbringen: Teilnehmende sollten ihre eigenen technischen Geräte (z.B. Laptop, Smartphone, Digitalkamera, Tablet) mitbringen!

by Sebastian Horndasch at July 23, 2014 03:30 PM

July 22, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Deine Veranstaltung in Stadtmagazinen

Es gibt so viele tolle Veranstaltungen, die von Freiwilligen für Wikimedia-Projekte gedacht, geplant und umgesetzt werden. Für jemanden wie mich, der erst seit ein paar Wochen bei Wikimedia Deutschland ist, ist es großartig zu sehen, wie viel Engagement in so viele unterschiedliche Projekte fließt!

Einige Veranstaltungen richten sich sicherlich eher an Menschen, die sich schon im Wikiversum auskennen. Andere wünschen sich, dass ihre Veranstaltungen auch von neuen Interessierten besucht werden. Als eine Möglichkeit, diese Veranstaltungen publik zu machen, bietet Wikimedia Deutschland nun an, diese in den Veranstaltungsteilen von Stadtmagazinen anzukündigen.

Im ersten Schritt starten wir mit Stadtmagazinen in Berlin. Das heißt aber nicht, dass nur in Berliner Stadtmagazinen Veranstaltungen veröffentlicht werden können. Es gibt genauso die Möglichkeit, in anderen Städten/Regionen Gäste zu gewinnen, in denen es ebenfalls Stadtmagazine gibt. Wie das praktisch funktioniert, zeigt die Seite Werbung für Community-Veranstaltungen, als Teil des Förderportals, und ist ab sofort verfügbar.

Jan Apel, Foto: Tjane Hartenstein, CC-BY-SA 4.0

Mir Gedanken darüber zu machen, wie Veranstaltungen der Community breiter bekannt werden können, war eine meine ersten Aufgaben bei Wikimedia. Ich bin übrigens Jan und seit dem 15. Mai Teil des Kommunikationsteams von Wikimedia Deutschland. Zuständig für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Ich beantworte, betreue und begleite da, wo WMDE und „die Medien“ zusammen kommen. Also z. B. Presseanfragen, -mitteilungen und -einladungen, aber auch die Social-Media-Kanäle von WMDE sowie die Video- und Audiokommunikation. Kurz: Ich trommele für die Themen der Wikimedia-Bewegung.

Ich würde mich freuen, wenn das neue Tool rege genutzt wird und neue Interessierte zu den Veranstaltungen kommen.

 

 

by Jan Apel at July 22, 2014 04:10 PM

July 21, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

O tempora, o mores - Wikipedia im DA zitiert!

E.-D. Hehl verwies im DA 69 (2013), S. 710 zu Paul Drägers Aufsatz (Ehebruch unter Heiligen - ein bisher unverstandenes Beispiel für das Talion-Prinzip. In: Kurtrierisches Jahrbuch 51, 2011, S. 69-150) auf den Wikipedia-Eintrag

https://de.wikipedia.org/wiki/Flatus_vaginalis

by KlausGraf at July 21, 2014 11:06 PM

July 20, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

July 18, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wer hat den Sound erfunden? – Der 3. Wikimedia-Salon “CROWDROCK”

Künstler Christian von Borries, Danny Bruder (C3S), Olaf Möller (Clubcommission) und Moderatorin Andrea Götzke beim 3. Wikimedia-Salon. Foto: Agnieszka Krolik, CC-BY-SA-3.0

Am 10. Juli wurde in der bereits 3. Ausgabe von “Das ABC des Freien Wissens” der Grad freier Zugänglichkeit und Offenheit in der Musikbranche untersucht. Entsprechend vielschichtig waren die Ansätze der Podiumsgäste:

  • Johannes Kreidler zeigte seine Arbeit “product placements”, mit der er die unzeitgemäßen Regularien der GEMA aufzeigte. Er erzählte, wie es nach der Aktion weiterging, wie die Reaktionen innerhalb der Kunstszene waren und wie sich die Situation seitdem verändert hat.
  • Danny Bruder, Musiker, Free-Culture-Aktivist und Gründungsmitglied der C3S, berichtete über den Status Quo der Genossenschaft, die als faire Alternative zur GEMA angetreten ist. Als funktionierende Verwertungsgesellschaft wird C3S wohl im Herbst 2015 starten. Etwa ein Drittel der benötigten Mitglieder sind bisher zusammengekommen, die erste Generalversammlung steht nun im August an.
  • Olaf Möller, Vorsitzender der Clubcommission, verwies als Verwerter und damit vermeintlich “von der anderen Seite” darauf, dass letztlich alle im selben Boot sitzen. Er erläuterte, wie sich verschiedene Verbände gegen die exorbitanten Forderungen der GEMA zusammenschlossen und welche Aufgaben für ihn als Vertreter der Clublandschaft auch zukünftig anstehen.
  • Christian von Borries, Komponist, Filmemacher und Konzeptkünstler, betrachtete die Detailsdiskussionen um Lizenzen, Tarife und Verträge eher als Klein-Klein in einem grundfalschen System. Ob nun die eine oder andere Stellschraube zugunsten der Urheberinnen und Urheber gedreht wird, letztlich geschenkt. Alternative zur GEMA? Dauert zu lange. Danach suchen, wer eine Melodie, einen Sound erfunden hat und sich dem letztlich unterordnen? Absurd. Mit Wissenstransfer und freier Zugänglichkeit habe das alles nichts zu tun. Und die wirklichen, brutalen  Kämpfe würden sowieso längst an anderen Fronten gekämpft.

Fotos der Veranstaltung

Preview: Beim nächsten “ABC des Freien Wissens” im September sind wir bei D wie “DATENBERG”.

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Wikimedia-Salon – Das ABC des Freien Wissens, C = Crowdrock from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

 

by Lilli Iliev at July 18, 2014 03:27 PM

July 17, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Neue Einsichten, neue Aussichten: Der Jahresplan der Wikimedia Foundation 2014/15

Neue Einsichten, neue Aussichten: die Wikimedia Foundation plant ihr nächstes Geschäftsjahr
(by Õväküvä, PD, via Wikimedia Commons)

Die Wikimedia Foundation hat ihren Jahresplan (PDF, 517 kb) für das kommende Geschäftsjahr 2014/15 veröffentlicht. Wie bereits im letzten Jahr möchten wir euch eine Zusammenfassung des Plans geben, denn er ist auch weiterhin eines der wichtigsten Dokumente, um die Arbeit und die Sicht der Stiftung zu verstehen. Da die Wikimedia Foundation die Betreiberin der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte ist, haben viele ihrer Ziele und Aktivitäten großen Einfluss auf die lokalen Wikimedia-Projekten. Ein Blick in die Vorhaben lohnt sich also durchaus, um die wichtigsten Veränderungen schon jetzt auf dem Radar zu haben und informiert an Diskussionen teilhaben zu können.

An der Ausarbeitung des neuen Jahresplans waren alle Teams und Abteilungen der Wikimedia Foundation beteiligt. Der Plan wurde von der scheidenden Geschäftsführerin Sue Gardner vorbereitet und von ihrer Nachfolgerin Lila Tretikov bestätigt.

Auffällig an dem neuen Plan sind bereits die Eingangsworte: Ist bisher von immer „free knowledge“ (Freies Wissen) die Rede gewesen, heißt es nun „free, uncensored knowledge“ (Freies, unzensiertes Wissen). Die Wikimedia Foundation ist sich offenbar der Gefahren für das freie Internet sehr bewusst. Sie positioniert sich gleichzeitig deutlich mit „our product is a set of websites“ (unser Produkt ist eine Reihe von Webseiten).

Starker Schwerpunkt auf Technik und Entwicklung

Diese Worte stehen auch sehr deutlich für den starken technologischen Schwerpunkt, der in den letzten Jahren immer weiter manifestiert wurde. Die Stiftung betreibt die fünftmeistbesuchte Webseite der Welt und möchte diese auch weiterhin schützen und modernisieren.

Dieser stetigen Modernisierung wird im Plan viel Raum eingeräumt. Gut 24,9 Millionen US-Dollar werden im neuen Geschäftsjahr im Bereich des „Product & Engineering“ ausgegeben; 3,9 Millionen US-Dollar mehr als im Vorjahr. Und die Foundation hat sich große Aufgaben vorgenommen, die diese Ausgaben rechtfertigen sollen.

Das bisherige Serverzentrum in Tampa (Florida) wird aufgegeben und ein neues wird neben dem bisherigen in Ashburn (Virginia) in Dallas (Texas) eröffnet. Wenn dies geschafft ist, stehen vor allem Verbesserung der Verschlüsselung, wie der vollständige Datenübertragung über HTTPS, und der Aufbau neuer Cache-Server an. Zusätzlich ist die Einführung der PHP-Softwareengine HHVM angedacht – Facebook nutzt diese beispielsweise schon.

Das „Product Team“ der Foundation, verantwortlich für zahlreiche Projekte, z.B. VisualEditor und Media Viewer
(by Fabrice Florin, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Neben diesen infrastrukturellen Maßnahmen, möchte die Foundation vor allem dem Trend der mobilen Nutzung nicht hinterherhinken. Neben der deutlichen Verbesserung der mobilen Webseiten sowie den mobilen Apps (für Android bereits veröffentlicht, für iOS demnächst), werden alle Technikteams angehalten, mobile Geräte bei der Entwicklung stets direkt mitzudenken („Responsive Webdesign“). Um gleichzeitig mehr Leserinnen und Leser zum Editieren zu bewegen, sollen die drei Projekte der Foundation fortgeführt werden: der Abschluss des VisualEditors, die Vollendung des UploadWizards für Wikimedia Commons und die Einführung des neuen Diskussionssystems Flow. Gerade beim VisualEditor wünschen sich die Entwicklerinnen und Entwickler, dass sie die vier großen Communities (englisch-, deutsch-, niederländisch- und spanischsprachige Wikipedias) noch überzeugen können, den neuen Editor wieder standardmäßig einzuschalten.

Dass diese Projekte nicht überall auf ungeteilte Gegenliebe stoßen, ist den Verantwortlichen in San Francisco bewusst. So merken sie zum Beispiel an, dass die Wikimedia-Projekte immer komplizierter und verschlossener werden, während der Rest des Internets offener und partizipativer wird. Eine angedachte Lösung: die Communities besser und früher einbeziehen! Dabei soll unter anderem das neue „Community Engagement Team“ unter Leitung von Rachel diCerbo helfen.

Abseits der Technik

Abseits der technischen Abteilungen – vor allem im Evaluationsteam sowie in der Förder- und Rechtsabteilung – soll sich zunächst wenig ändern. Denn gerade beim Fördern und Auswerten sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus San Francisco weiterhin auf der Suche nach dem Heiligen Gral des Wikiversums: Was bedeutet Wirkung (“Impact”) für das Wikimedia-Movement, wie erzielen wir diese Wirkung und wie kann sie durch Förderung optimal unterstützt werden?

Die absolute Summe des Förderbereichs (“Grants”) bleibt wie im Vorjahr bei 8,2 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus möchte man Personen und Organisationen verstärkt dabei unterstützen, effizienter zu arbeiten, professioneller zu evaluieren und mit dem gleichen Mitteleinsatz bessere Ergebnisse zu erzielen. Das Team um Anasuya Sengupta will dabei verstärkt Einzelpersonen und Online-Projekte fördern, denn bisher gehen 89 Prozent aller Fördergelder an Organisationen des Wikimedia-Movements. Zu den Förderprogrammen gehören beispielsweise die „annual plan grants“ (Jahresplanförderungen), die vom „Funds Dissemination Committee“ (Spendenverteilungsausschuss) vergeben werden (für 2014/15 sind 6 Millionen US-Dollar dafür veranschlagt). Neben den Förderprogrammen rücken auch verstärkt die Erstellung von Handbüchern und Trainingseinheiten in den Fokus. Im Gegensatz dazu sind die Bemühungen, Wikimedia durch mehr Engagement im Globalen Süden und mehr weibliche Nutzerinnen vielfältiger zu machen zwar noch genannt, scheinen aber nicht mehr die höchste Priorität zu haben.

Die Rechtsabteilung (“Legal and Community Advocacy”) setzt ihren Fokus nach den abgeschlossenen Community-Diskussionen des letzten Jahres zum Markenrecht und zum Datenschutz verstärkt auf das Beobachten und Bewerten von Gesetzesänderungen (und vor allem -verschärfungen; zum Beispiel im Urheberrecht, zur Netzneutralität, und zur Freiheit des Internets insgesamt) weltweit.

Finanzen und Belegschaft

Kurz zu den wichtigsten Zahlen des Plans: Im Geschäftsjahr 2013/14 war mit Einnahmen von 50,1 Millionen US-Dollar kalkuliert worden. Aktuell werden 52,5 Millionen US-Dollar prognostiziert. Für 2014/15 wird mit einer Steigerung um sechs Millionen (elf Prozent) auf 58,5 Millionen US-Dollar gerechnet. Bei den Ausgaben waren es 2013/14 41,1 Mio US-Dollar, 2014/15 werden es 58,5. In beiden Geschäftsjahren schlägt der technische Bereich mit gut der Hälfte davon zu Buche, in der Planung sind für das kommende Jahr 24,85 Millionen US-Dollar veranschlagt.

Bis Ende des aktuellen Geschäftsjahres werden bei der Foundation 191 Personen arbeiten, für das nächste Jahr sollen es 240 werden; 157 davon im Product and Engineering, 20 im Grantmaking, und 63 in weiteren Positionen. Die Anmietung einer weiteren Etage im Bürogebäude in San Francisco wird damit unvermeidlich.

Bewusstsein für neue Probleme

Besonders interessant am Jahresplan ist vor allem der erste Anhang, der die Risiken beschreibt, die der erfolgreichen Ausführung des Plans entgegenstehen könnten. Hier wird deutlich, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wikimedia Foundation besorgt und beschäftigt.

Der starke technologische Wandel wird auch an den Wikimedia-Projekten nicht vorbeigehen. Immer mehr Menschen nutzen mobile Geräte – und das hat erheblichen Einfluss auf alle Tätigkeiten. Bisher sind die Menschen, die Wikimedia-Seiten über ihr mobiles Gerät aufrufen, weniger editierfreudig. Und drastischer: sie spenden seltener und weniger. Dem will die Foundation vor allem mit technischen Verbesserungen entgegen halten.

Der akute Mangel an technisch erfahrenem (und bezahlbarem) Personal in der San Francisco Bay Area ist nicht neu und dennoch weiterhin aktuell. Seit des Booms ab 2010 kämpfen alle Unternehmen, große wie kleine, in der Gegend um das Silicon Valley um die besten Entwicklerinnen und Entwickler. Die von der WMF favorisierte Lösung ist bisher vor allem die Anstellung von Personal außerhalb des Büros, bereits jetzt arbeiten 27 Prozent der Product & Engineering-Abteilung auf der Welt verteilt.

Die Stiftung ist Teil des großen Wikimedia-Netzwerkes, das direkt und indirekt immer Einfluss auf ihre Arbeit hat. Wie auch im letzten Jahr befürchtet die Stiftung, dass Probleme oder Skandale in einem großen Wikimedia-Chapter auch ihre Arbeit stark negativ beeinflussen könnten. Während im letzten Plan die Foundation als Lösung die Stärkung ihrer eigenen Rolle sah und die Institutionalisierung der Chapter kritisierte, wird dieses Jahr ein anderer Ton angeschlagen: Es fehle an einer Strategie, um Rollen- und Aufgabenbeschreibungen in der Wikimedia-Bewegung zu klären und die Entwicklung der Bewegung zu steuern. Auch soll das aktualisierte Boardhandbuch zur Verfügung gestellt werden.

Doch die Foundation sieht auch noch ganz andere Probleme: Zum 1. Juni trat Lila Tretikov als Nachfolgerin Sue Gardner die Position der Geschäftsführerin an. Bestenfalls ginge die Arbeit einfach kontinuierlich weiter. Doch jeder Wechsel in der Geschäftsführung bringe von Natur aus Störungen und Komplikationen mit sich. Die Stiftung gibt offen zu, dass dadurch die Ausführung des Plans gefährdet sein kann.

Geleitet wurde die Ausarbeitung des neuen Plans noch von Sue Gardner (rechts). Ihre Nachfolgerin Lila Tretikov bestätigte den Plan schlussendlich.
(by Fabrice Florin, CC-by-sa-3.0, via Wikimedia Commons)

Und Risiken gefährden die Arbeit nicht nur intern und im Movement, auch die gesamte Grundlage der Wikimedia-Projekte – das freie Internet – ist Bedrohungen ausgesetzt. Bisher war dies der Stiftung keine Erwähnung wert, doch hierbei hat offensichtlich ein Umdenken eingesetzt: übliche Zensur (wie in Russland, China, Iran) und unübliche Zensur über Gerichtsverfahren (wie in Frankreich und Griechenland) schüchtern die Communities ein und behindern diese in ihrer Arbeit. Änderungen im Urheberrecht – ob über Freihandelsabkommen (wie TPP) oder im Rahmen neuer Richtlinien (wie in der EU) – könnten erhebliche Auswirkungen auf die Projekte haben. Und das Prinzip der Netzneutralität könnte, je nach Ausgestaltung, das Ende des Vorzeigeprojekts Wikipedia Zero bedeuten. Die Stiftung betont ihre Position für die Stärkung des freien Internets, doch abseits von der juristischen Verteidigung von Community-Mitgliedern könne sie nur bedingt aktiv werden und unterstützte daher Projekte wie das von Wikimedia Deutschland initiierte Netzwerk Free Knowledge Advisory Group.

Was heißt das alles?

Mit mehr als 20.000 Wörtern auf 49 Seiten erklärt die Wikimedia Foundation, wie sie das nächste Geschäftsjahr angehen wird. Was ist die Quintessenz dessen?

Die Stiftung sieht sich auf dem richtigen Weg. Mittels starkem technologischen Ausbau und kontinuierlicher finanzieller Förderung glaubt sie, ihre Communites schützen, stärken und ausbauen zu können. Dass sie – obwohl Eigentümerin und Betreiberin der Projekte – das nicht alleine schaffen kann, ist vielleicht die größte Einsicht des Plans. Die Communities werden stärker in Entwicklungsprozesse eingebunden, und die anderen Wikimedia-Organisationen werden nicht mehr allein als Gefahr wahrgenommen sondern als wertvolle Teile des Wikiversums. Wie jedoch dieses Netzwerk aus Einzelpersonen, informellen Gruppen und Organisationen am besten auf die gemeinsame Mission hinarbeiten kann, das ist das große Fragezeichen dieses Plans, auf die es die Antwort zu finden gilt.

 Den Jahresplan 2014/15 gibt es als pdf-Datei auf Wikimedia Commons zum Download, die häufigsten Fragen und Antworten sind im Wiki der Wikimedia Foundation veröffentlicht. Bisher gibt es keine deutsche Übersetzung des Jahresplans. Und um Verwirrung vorzubeugen noch ein kleiner Hinweis: Anders als z. B. bei Wikimedia Deutschland (Jan-Dez) beginnt das Geschäftsjahr bei der WMF im Juli und endet im Juni des nächsten Jahres.

by Nicole Ebber at July 17, 2014 08:30 PM

Wikimedia:Woche 20/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 20. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser weltmeisterliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 20/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Keine Deaktivierung des Media Viewers

Etwa 60 Mitglieder der Community der englischsprachigen Wikipedia haben sich in einem RfC für die Deaktivierung des Media Viewers ausgesprochen. Erik Möller von der WMF hat die Umsetzung dieses Votums overruled und dem betreffenden Administrator im Fall einer Wiederholung mit der Deadministrierung gedroht. Später hat er sich für diese Drohung entschuldigt. Derweil hatten etwa 16.000 Wikipedianer den Media Viewer bereits über die BetaFeatures noch vor dessen offizieller Veröffentlichung aktiviert.

Neue Mitglieder des FDC

Da vier Mitglieder des Funds Dissemination Committee (FDC) regulär ausscheiden, hat das Board of Trustees der Wikimedia Foundation hat vier neue Mitglieder für den Spendenverteilungausschuss bestimmt. Es sind Anne Clin (Kanada), Dumisani Ndubane (Südafrika), Matanya Moses (Israel) und Osmar Valdebenito (Chile).

Projekte und Initiativen

Wikidata-Einführungstouren

Helen Albert, Praktikantin bei der Wikimedia Foundation für Wikidata, hat zwei Einführungstouren (Tutorials) für Wikidata erstellt, jeweils eine für Objekte und eine für Aussagen. Bisher sind diese jedoch nur auf Englisch verfügbar.

Wikimedia Foundation verteidigt Nutzer

Im letzten Monat wurden vier Autoren der englischsprachigen Wikipedia vom kanadischen Geschäftsmann und Philantropen Yank Barry verklagt, weil sich er diffamiert fühlte. Drei der vier Autoren haben das Angebot der Foundation angenommen und werden nun bei der Verteidigung unterstützt.

Twitter-Accounts berichten von staatlichen Edits

Auf Initiative eines amerikanischen Nutzers wurde inzwischen mehrere Twitter-Account erstellt, die (halb-)automatisch jüngste Änderungen in der Wikipedia auflisten, die mit IP-Adressen staatlicher Institutionen getätigt wurde. Der erste eingerichtete Account listet Edtis aus dem US-Kongress, inzwischen sind zahlreiche weitere Accounts für die viele Länder gegründet worden. Dazu gehören unter anderem auch Accounts zu den Edits aus Bundes- und Landesinstitution der Bundesrepublik sowie aus den EU-Institutionen.

Technik

PediaPress stellt Buchdruck ein

Erik Möller kündigt an, dass die bisherige Option, Wikipedia-Artikel als gedruckte Bücher bei der Firm PediaPress bestellen zu können, in einigen Wochen eingestellt wird. Seit 2008 wurden 15.000 Bücher bestellt, der Aufwand lohnt sich dafür nicht. Die Wikimedia Foundation ist bereit, die Druckmöglichkeit weiterhin zu unterstützen, wenn a) die Community ein deutliches Interesse daran zeigt und sich b) ein neuer Dienstleister findet.

„Winter“-Designprototyp für die Wikipedia

Brandon Harris hat aufgerufen die neueste Pre-Alpha-Version (0.6) des „Winter“-Designs zu testen (“give me your love, give me your hate“). Das Design fällt vor allem durch die in Ansätzen erkennbare Verfügbarkeit für alle Geräte auf („Responsive Design“), die im neuen Jahresplan der Wikimedia Foundation als Ziel ausgegeben wird.

ogv-Javascript in MediaWiki

Chefentwickler Brion Vibber schreibt in seinem Blog über den neuen Javascript-Videoplayer für ogg-Vorbis-Videodateien, an dessen Entwicklung er maßgeblich beteiligt ist. Ein Testbeispiel ist auf WMFLabs zur Benutzung freigegeben.

Wiki ShootMe!

Wiki ShootMe! ist kein Aufruf zur Gewalt sondern ein Tool, welches nahe gelegene Wikipedia-Artikel anzeigt, die noch kein Foto haben. Ursprünglich war diese Funktion in der Android-App enthalten, bis zur erneuten Implementierung in die mobile App können interessierte Fotografierende nun dieses Tool sowohl mobil als auch am Desktop-Browser benutzen.

Das Problem von Wikipedia-Redesigns

Luis Villa, stellvertretender Justiziar bei der Wikimedia Foundation, schreibt in seinem privaten Blog über die Problematiken der inzwischen sehr populären „Wikipedia-Redesigns“. Es geht ihm vor allem darum, dass die Namensnennung, die von den Creative Commons-Lizenzen verlangt wird, weiterhin schlecht dargestellt werde. Keines der Redesign ginge dieses Problem ernsthaft an.

Ein erster Blick auf das neue Übersetzungswerkzeug

Runa Bhattacharjee schreibt im Foundation-Blog über das neue Übersetzungswerkzeug, das dabei helfen mehr Artikel aus anderen Sprachen zu übersetzen. Vorerst ist nur das Sprachpaar Katalanisch/Spanisch verfügbar, da die Übersetzungscommunity für Katalanisch sehr groß und damit eine gute Grundlage darstellt. Das Tool kann auf WMFLabs getestet werde.

Presse und Websites

10.000 Artikel pro Tag

Der schwedische Wikipedianer Sverker Johansson hat mehr als 2,7 Millionen Artikel mithilfe seines Bots geschrieben. Der deutsche Wikipedianer Achim Raschka kritisiert diese Art Artikel zu schreiben. Nachdem die Diskussion in der Wikipedia bereits lange geführt wurde, hat sie es nun auch in die traditionellen Medien (unter anderem Wall Street Journal, FAZ) geschafft.

by Nicole Ebber at July 17, 2014 03:51 PM

July 14, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OpenGLAM-Workshop – Enthusiasten der freien Kultur bei WMDE

OpenGLAM – Für freien Zugang zu digitalisiertem Kulturerbe

Morgen findet bei Wikimedia Deutschland der OpenGLAM-Workshop statt – alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein! Ziel des Workshops ist es, ein OpenGLAM-Netzwerk im deutschsprachigen Raum zu gründen. Die etwa 50 erwarteten Gäste setzen sich in vielfältigen Bereichen für ein gemeinsames Anliegen ein: die Förderung des freien und offenen Zugangs zu digitalisiertem Kulturgut. Darunter verstehen wir Daten etwa aus Bibliotheken, Museen und Archiven, die frei verwendet, genutzt und verbreitet werden können (siehe auch opendefinition.org). Dieses Ziel wird neben Wikimedia Deutschland international von einem Netzwerk von vielen engagierten Freiwilligen und Organisationen getragen.

Bei der von der OpenGLAM-Initiative, dem Projekt DM2E, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland organisierten Veranstaltung lernen sich die verschiedenen Akteure persönlich kennen und tauschen sich über Themen rund um digitale Kultur aus. Einen Vormittag lang wird über Open Data in Kulturinstitutionen und den diesbezüglichen Stand der Dinge im deutschsprachigen Raum gesprochen. Auch ein Community-GLAM-Projekt wird vorgestellt, da die Erfahrungen Ehrenamtlicher mit der Arbeit im Kulturbereich von essentieller Bedeutung sind. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen vorbeizukommen, mitzudiskutieren und Teil des Netzwerks zu werden. Das detaillierte Programm ist hier zu finden.

Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
“Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.” OpenDefinition.org – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
“Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.” OpenDefinition.org – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf

Der Workshop findet zu Beginn des Open Knowledge Festivals 2014 statt, das diese Woche zahlreiche Open-Culture-Enthusiasten in die Berliner Kulturbrauerei zieht. Auf der internationalen Konferenz werden Themen rund um offene Gesellschaft, freie Daten und Freies Wissen besprochen. Bis zu 1.000 Menschen aus 60 Ländern werden erwartet, die sich für offene Kulturdaten einsetzen.

  • 9.30: Begrüßung und Einführung (Lieke Ploeger, Open Knowledge)
  • 9.40: Lightning talks über das Potenzial von offenen Kulturdaten

    Joris Pekel – Europeana

    Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

    Lydia Pintscher – Wikidata/Wikimedia DE

    Helene Hahn – Coding da Vinci/OKF DE

    Vorstellung eines OpenGLAM Community Projekts

  • 10.30: Kaffeepause
  • 10.45: Diskussionsrunde zu offenen Kulturdaten in Deutschland
  • 11.30: Gründung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Deutschland,
    Erfahrungsaustausch mit den OpenGLAM-Arbeitsgruppen aus der Schweiz und Finnland
  • 13:00: Ende des Workshops

- See more at: http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

  • 9.30: Begrüßung und Einführung (Lieke Ploeger, Open Knowledge)
  • 9.40: Lightning talks über das Potenzial von offenen Kulturdaten

    Joris Pekel – Europeana

    Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

    Lydia Pintscher – Wikidata/Wikimedia DE

    Helene Hahn – Coding da Vinci/OKF DE

    Vorstellung eines OpenGLAM Community Projekts

  • 10.30: Kaffeepause
  • 10.45: Diskussionsrunde zu offenen Kulturdaten in Deutschland
  • 11.30: Gründung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Deutschland,
    Erfahrungsaustausch mit den OpenGLAM-Arbeitsgruppen aus der Schweiz und Finnland
  • 13:00: Ende des Workshops

- See more at: http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

Wo? Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

Wann? 15. Juli 2014, 9:30 – 13:00 Uhr

Links:

http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

http://2014.okfestival.org/

by Lilli Iliev at July 14, 2014 02:37 PM

Kurz und klar – Datenschutz ist eine Digitale Kompetenz!

Die anwesenden Gäste und die eingeladenen ExpertInnen waren sich einig: Ja, Datenschutz ist eine wichtige und zentrale Kompetenz in der Digitalen Gesellschaft! Am 23. Juni fand in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland unter dem Titel “Datenschutz – Eine unterschätzte Digitale Kompetenz” die Auftaktveranstaltung der Reihe “Digitale Kompetenzen” statt, die wir als Partner des Wissenschaftsjahres 2014 durchführen. Zu Gast waren Dr. Imke Sommerdie Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Bremen, Prof. Dr. Karsten Weber, der an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg allgemeine Technikwissenschaften lehrt und Martin Müsgens, Referent bei der EU Initiative klicksafe. (Der ausführliche Blogpost dazu erschien bereits am 26. Juni). Wir haben die wichtigsten Aussagen und Momente des Abends nun nochmal in einem Video zusammengefasst und im Anschluss an die Veranstaltung die drei Referierenden sowie Prof. Jürgen Friedrich, Präsidiumsmitglied bei Wikimedia Deutschland, zu ihrer Sicht auf das Thema “Datenschutz als Digitale Kompetenz” befragt.

Viel Spass beim Anschauen! (Die Veranstaltung in voller Länge gibt es übrigens hier zu sehen.)

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Digitale Kompetenzen: “Datenschutz – Eine unterschätzte Digitale Kompetenz?” from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

by Christopher Schwarzkopf at July 14, 2014 08:13 AM

July 10, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 19/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 19. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Heute aus dem Backstage-Bereich des ABC-Salons für Freies Wissen geschrieben und deswegen leicht verspätet. Dieser spielfreie Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 19/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia CH sucht Projektideen

Für das nächste Jahr sucht das schweizer Wikimedia-Chapter Ideen aus der Community. Bis zum 17. August gibt es die Möglichkeit, unverbindlich Ideen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chapters zu schicken.

Wikimedia Israel erhält „Roaring Lion“ 2014

Das israelische Chapter hat für seine letztjährige Kampagne den „Roaring Lion“-Award 2014 gewonnen. Im Zuge dieser Kampagne stiegen die Besuchszahlen der he-Wikipedia um 12 Prozent und die Artikelneuanlagen ebenfalls um 12 Prozent.

WMF schließt sich Fair Deal Coalition an

Die WMF schließt sich der Fair Deal Coalition an und unterschreibt dabei zwei Offene Briefe der Electronic Frontier Foundation. Dabei geht es darum Schutzfristverlängerungen und die Ausweitung der Haftbarkeit von Internetdienstleistern durch internationale Handelsabkommen (hier TPP) zu stoppen.

Projekte und Initiativen

„WikiNics“ auf der ganzen Welt

Auf Initiative einiger Wikimedianer aus den USA hin, organisierten Freiwillige auf der ganzen Welt sogenannte „WikiNics“, Picknicke für und von Wikimedianerinnen und Wikimedianer in New York, Seattle, Tel Aviv (Israel) und Eindhoven (Niederlande).

Neuer schwedischer Fotowettbewerb „Då och Nu“

Wikimedia Schweden und Europeana veranstalten den Wettbewerb „Då och Nu“ (Damals und jetzt), bei dem zu alten Fotos der Europeana-Datenbank neue „Vergleichsfotos“ aus der Gegenwart erstellt werden sollen. Der Wettbewerb läuft bereits seit Ende Mai und geht bis zum 10. September.

Bericht vom größten Bildungstreffen Südamerikas

Melina Massnata, Mitarbeiterin beim argentinischen Wikimedia-Chapter berichtet im Blog von Wikimedia Argentinien über die Konferenz Virtual Educa in Lima (Peru) (auf Spanisch). Schwerpunkt war dabei die Arbeit an „RELPE“, ein südamerikaweites Netzewk von Bildungsportalen.

Eurpäisches Parlament – MdEPs adoptieren!

Die Ausschüsse des neugewählten Europäischen Parlaments stehen. Die relevantesten Ausschüsse für Wikimedianer, die sich einer Urheberrechtsreform verschrieben haben, sind “Binnenmarkt und Verbraucherschutz” (IMCO) und der Rechtsausschuss (JURI). Alle können mithelfen unsere Anliegen den Mitgliedern dieser Gremien näherzubringen, indem sie sich der “Adopt a MEP” Kampagne anschließen.

Technik

Meinungsbild in ENWP zum Media Viewer: Abschalten!

In der englischsprachigen Wikipedia gab es ein Meinungsbild zum Media Viewer. Das Ergebnis: Der Media Viewer soll für angemeldete und nicht-angemeldete Benutzende standardmäßig ausgeschaltet werden.

Auf Wikimedia Commons läuft gerade ein ähnliches Meinungsbild.

Presse und Websites

Was Wikipedia ist und was es nicht ist (auf Spanisch)

Die erst vor kurzem anerkannte Nutzergruppe „Wikimedistas de Colombia“ (Wikimedianer von Kolumbien) macht in ihrem Land mit ersten Aktivitäten auf sich aufmerksam. Für Lesende, die des Spanischen mächtig sind, empfiehlt sich das Youtube-Video über „Que y que no es Wikipedia“ (Was Wikipedia ist und nicht ist), ein Vortrag über Wikipedia auf der 7. Campus Party in Cali.

Atomium & Panoramafreiheit

Dimitri Dimitrov und Mathias Schindler haben mit dem Twitteraccount des Brüsseler Atomiums eine amüsante (virtuelle) Konversation geführt, bei der die Unzulänglichkeiten des belgischen Urheheberrechts im Speziellen und des europäischem im Allgemeinen deutlich wurden. Aufgrund der fehlenden Panoramafreiheit ist beispielsweise nicht möglich, Fotos des Atomiums frei bzw. auch zu kommerziellen Zwecken (sprich: wie in Wikipedia) zu verbreiten, da das Urheberrecht daran erst 2076 ausläuft.

Schlechte Fotos von Celebrities in WP

Ein Tumblr sammelt schlechte Fotos aus Artikeln zu Celebrities. Pädagogische Maßnahme dahinter ist wohl, dass Celebrities sich dazu durchringen sollen, selber qualitativ hochwertige Porträts zur Verfügung zu stellen.

Termine

Prä-Wikimania-Treffen am Wochenende

Am 12. und 13. Juli findet in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein Prä-Wikimania-Treffen statt. Eingeladen sind alle, die aus dem deutschsprachigen Raum zur Wikimania nach London fahren und sich auf diesen besonderen Ausflug inhaltlich und sozial vorbereiten möchten.

Mate-Editathon am 16. Juli

Am 16. Juli ab 19:30 Uhr findet in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein Mate-Editathon statt. “Wikipedianerinnen und Wikipedianer treffen Mate-Freaks voller Mate-Expertise und unterstützen sie dabei, Fotos und relevante Informationen in Artikel einzufügen. Je nach Vorkenntnissen könnt ihr direkt mit er Artikel-Arbeit loslegen oder erst einmal ein Benutzer_innen-Konto anlegen, um dann mit Hilfe erfahrener Wikipedianer_innen euer Fachwissen einzubringen.” Sicher ein toller Anlass, um dem Artikel “Tschunk” neues Leben einzuhauchen (Anm. der Redaktion).

by Nicole Ebber at July 10, 2014 07:35 PM

July 09, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Ein OER-Aktionsplan für Deutschland?!

Welchen Weg geht das Thema Freie Lehr- und Lernmaterialien in Deutschland?, Foto: Tomasz Sienicki, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Freie Lehr- und Lernmaterialien sind in aller Munde – oder zumindest intensiviert sich die Debatte. Die Europäische Kommission will bereits seit längerem „Die Bildung öffnen“ und die Vermittlung digitaler Kompetenzen an Schulen und Hochschulen verbessern. Unterstützend zu dieser Initiative richtete sie im vergangenen Jahr die Website Open Education Europa ein, auf der Studierende, AnwenderInnen und Bildungseinrichtungen frei verwendbare Lehr- und Lernmaterialien austauschen können. Auch der Bundestag teilt grundsätzlich den Ausgangsbefund der Kommissionsinitiative. Es gilt die Potentiale neuer Technologien und digitaler Lehr- und Lernmaterialien hinsichtlich der Verbesserung von Qualität, Effizienz und Zugänglichkeit von Bildungsangeboten besser zu nutzen. Unter der Überschrift „Digitale Bildung“ widmet sich auch der Koalitonsvertrag Freien Lehr- und Lernmaterialien. Die digitale Lehrmittelfreiheit solle gemeinsam mit den Ländern verstärkt genutzt werden, Lehrmaterial solle – soweit möglich – frei zugänglich sein und die Verwendung Freier Lizenzen und Formate ausgebaut werden.

Soweit so gut. Doch wie werden die nächsten Schritte konkret zu gestalten sein, damit Deutschland nicht den Anschluss verpasst? Einen vielversprechenden Ansatz liefert Leonard Dobusch in der Studie: Potentiale für Open Education in Berlin. Auf Landesebene werden drei Szenarien skizziert, die eine Einführung von Freien Lehr- und Lernmaterialien befördern könnten: „Graswurzeln düngen”, „OER Mainstreamen“ und „Vorrang für OER“. Es handelt sich nicht nur um einprägsame Überschriften, sondern um geeignete Ansatzpunkte, um an einem weiterführenden Aktionsplan für Deutschland zu arbeiten. Um dieses Vorhaben anzugehen, haben Wikimedia Deutschland, Creative Commons Deutschland sowie die Open Knowledge Foundation Deutschland das Bündnis Freie Bildung initiiert. Das Bündnis verfasst unter anderem Stellungnahmen mit konkreten politischen Handlungsempfehlungen und führt Vernetzungstreffen für interessierte Organisationen sowie Veranstaltungen durch.

Welche Fragen gilt es bei der Konkretisierung politischer Handlungsempfehlungen zur Einführung von Freien Lehr- und Lernmaterialien zu bedenken?

 

1. Aufbau einer mehrstufigen Einführungsstruktur

Fragen nach Offenheit (oder Öffnungsprozessen) sind auch immer Gestaltungs- und Interessenfragen. Wenn unterschiedliche Akteure eines Aushandlungsprozesses in einer Arena zur Problembearbeitung aufeinandertreffen, müssen sie verhandeln wie sie vorgehen, wer etwas tut und wann. Daher spielt die Öffnung der Beteiligungsformen und die Gestaltung der Prozesse eine wichtige Rolle. Viele Veränderungen im Bereich der Lehr- und Lernmaterialien haben Auswirkungen auf andere Bereiche, so dass es  zunächst (und vor allem) Rahmenbedingungen zu schaffen gilt, die eine kontinuierliche Be- und Aushandlung ermöglichen.

Für die Konkretisierung politischer Handlungsempfehlungen ist daher eine erste Frage zentral: Kommt das Innovationspotential von Freien Lehr- und Lernmaterialien  eher durch eine top-down- oder eine bottom-up-Strategie zum Tragen? Dem traditionellen Ansatz entspricht wohl eher die top-down-Strategie, in deren Mittelpunkt ein Soll/Ist-Vergleich von angestrebten Zielen steht, aufgrund derer die konkrete Art und Weise der Umsetzung einer bestimmten Policy verfolgt wird. Im Gegensatz dazu die bottom-up-Perspektive: Sie betont, dass die Initiierung und Durchführung neuer Ansätze gekennzeichnet ist durch komplexe Interaktionsmuster verschiedener Akteure auf unterschiedlichen Ebenen mit unterschiedlichen Prioritäten und Interessen. Während damit der Komplexität von Prozessen Rechnung getragen wird, darf nicht vernachlässigt werden, dass durch die Prozessorientierung eine Erfolgskontrolle im Sinne von Soll/Ist-Vergleichen erschwert wird.

Wie viele Beispiele zeigen, können weder Planungen mit top-down-Prinzip noch die bottom-up-Variante allein die Erfordernisse bei der Einführung neuer Themen bewältigen. Insofern ist eine Verkopplung beider Ansätzen, wie sie auch Jan Neumann vorschlägt, notwendig und sinnvoll. Von vornherein sollte jedoch klar betont werden, dass der Aufbau einer mehrstufigen Einführungsstruktur und -kultur nicht nur hinreichende, sondern notwendige Bedingung ist. Da gerade Freie Lehr- und Lernmaterialien das Ziel verfolgen, die Artikulation der verschiedenen Interessen zu unterstützen – und damit bewusst Ineffektivität und Ineffizienz in Kauf nehmen, die durch langwierige Aushandlungsprozesse entstehen – ist die deutliche Herausarbeitung einzelner Prozessstufen erforderlich. Diese Stufen wären auch mit Blick auf die Be- und Aushandlungsprozesse klar zu konturieren: Wird beispielsweise ein integrierter oder sektoraler Ansatz verfolgt?

2. OER-Training, OER-Analyse und OER-Budget

Mit OER-Mainstreaming skizziert die Studie: Potentiale für Open Education in Berlin einen Ansatz, der für die Einführung Freier Lehr- und Lernmaterialien geeignete Anknüpfungspunkte liefert. Anders als sein Gleichstellungspedant kann jedoch das OER-Mainstreaming nicht auf rechtliche Grundlagen bauen, sondern muss auf Freiwilligkeit und Eigenmotivation setzen. Daher ist es von größer Wichtigkeit, eben diese Motivationspalette – die von der Qualitäts- bis zu Kostenfrage reicht – auszudeklinieren oder zumindest für die unterschiedlichen Akteure kenntlich zu machen. Hier stellt sich allerdings erneut die Frage zur Verkopplung von top-down und  bottom-up. Im Sinne einer top-down-Strategie muss das Mainstreaming immer „von oben“ gewollt sein und initiiert werden, gleichwohl dürfte das nicht genügen, um ausreichend Spillover-Effekte zu generieren. Gerade Freie Lehr- und Lernmaterialien offenbaren wie notwendig und folgerichtig eine Kombination mit partizipativen Elementen ist. Die Instrumente dafür können der Gleichstellungspolitik entliehen werden. Da es sich bei beiden um Querschnittsanliegen handelt, ist die Übertragung nur folgerichtig. An erster Stelle wären OER-Trainings zu nennen, in dem vor allem die Entscheidungsträger sensibilisiert und in die Grundlagen und Ansätze eingeführt werden. Die Sensibilisierung – beispielsweise in Wissenswerkstätten oder über Runde Tische – dient der ersten Auseinandersetzung mit dem Thema. Ein weiteres Element ist die verstärkte OER-Analyse, bei der es um die systematische Sichtbarmachung der aktuellen Strukturen und deren Auswirkungen in den jeweiligen Bereichen geht. Die Planung, Durchführung und Auswertung weiterer OER-Analysen ist ein weiterer Handlungsschritt zur Initiierung eines Veränderungsprozesse, der nur dann eine Erfolgschance hat, wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit vieler Akteure auf das Thema zu lenken und für einen gemeinsamen Aufbruch zu sensibilisieren. Mit dem dritten Instrument, den OER-Budgets, könnten schließlich in allen Phasen des (haushaltpolitischen) Entscheidungsprozesses die Perspektive der Offenheit einbezogen werden. OER-Budgeting (oder am Ende sogar Open-Budgeting) kann dabei ganz unterschiedliche Formen annehmen: von der Stellungnahme zum Haushalt bis zu grundlegenden Um- und Restrukturierungsmaßnahmen.

Weitreichender wäre es natürlich, die Themen „Offenheit“ oder “Freie Bildung” in den Mittelpunkt zu stellen. Die Betrachtung aus der übergeordneten Perspektive könnte es ermöglichen, das spezifische Thema Freie Lehr- und Lernmaterialien aus der Randständigkeit herauszulösen und Offenheit zum selbstverständlichen Bestandteil aller Betrachtungsweisen zu machen. Eine so verstandene Erweiterung zielt auf die Her­stellung von Offenheit in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern. Die Anwendung des Prinzips ist ein komplexer Prozess, der auf jeder Ebene Fragen aufwirft. Es erfordert ein visionäres Konzept. Analog zum „Gender Mainstreaming“ gäbe die normative Orientierung die Richtung der Entscheidungsprozesse vor.

3. OER-Pakte und OER-Netzwerke

Das transformative Potenzial des Mainstreaming-Ansatzes ist als sehr hoch einzuschätzen, es muss aber flankiert werden durch weitere Querschnittsstrategien. Dieses Vorhaben wird auch innerhalb der Szenarienvorschläge der Studie: Potentiale für Open Education in Berlin deutlich. Dabei ist die Tatsache nicht von der Hand zu weisen, dass Forderungen nach querschnittspolitischer Entfaltung von Politikbereichen oder Handlungsfeldern fast inflationär geäußert werden. Ob Umwelt-, Familien- oder Gleichstellungspolitik – überall wird die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer ressortübergreifenden Einbettung betont. Für Freie Lehr- und Lernmaterialien gilt dies nicht minder und ist nicht zuletzt ein Grund, warum OER-Mainstreaming nur als Bestandteil einer umfangreicheren Strategie verstanden werden kann. Da bisher jene einflussreiche Lobby fehlt, die beispielsweise zu einer supranationalen Geschlechterpolitik geführt hat, muss vor allem die OER-Bewegung weiter gefördert und sichtbar gemacht werden. Best Practices können als Kristallisationspunkte fungieren und sollten entsprechend übertragen werden. Aber die Sichtbarmachung über OER-Wettbewerbe oder ähnliche Formate reicht nicht aus. Es bedarf umfangreicher zivilgesellschaftlicher Pakte und Netzwerke. Diese Formate müssen an die Stelle regelgesteuerter (politischer) Routinen treten. Im Mittelpunkt eines übergreifenden Aktionsplans muss die Förderung dieser OER-Pakte oder OER-Netzwerke stehen. Erfahrungen aus anderen Politikfeldern zeigen leider, dass die Leistungsfähigkeit selbstorganisierter zivilgesellschaftlicher Prozesse zumeist deutlich eingeschränkt ist. Handlungsfähigkeit, professionelle Bearbeitung von Problemen und kollektiv verbindliche Entscheidungen über größere Reichweiten erfordern in der Regel doch die intensive Beteiligung und Unterstützung formell politischer und administrativer Akteure. Insofern scheint eine Verkopplung der Kontradiktion mit den Prozessen institutionalisierter Politikstrukturen selbst notwendig.

4. Vorboten künftiger Aufgaben: OER-Beauftragte

Für diese Verkopplung könnte die Einsetzung eines OER-Beauftragten oder die Erweiterung des Themenfeldes eines bestehenden Beauftragten sinnvoll sein. Als „Vorbote künftiger Aufgaben noch ungewisser organisatorischer Zuordnung“ (Michael Fuchs) ist die Funktion des Beauftragten gerade für neue, mehrere Ebenen betreffende (politische) Aufgaben gut geeignet. Das Amt sollte ressortübergreifend angelegt sein und nimmt eine Scharnierfunktion zwischen Betroffenen und politisch-fachlicher Verantwortung ein. Natürlich stellen sich an eine neue Position folgenreiche Fragen: Wie wäre die rechtliche Stellung einzuordnen? Welche Gesetzesgrundlagen bilden die Basis eines derartigen Amtes? Sofern die Erweiterung des Themenfeldes eines bestehenden Beauftragten als richtiger Schritt angesehen wird, ist im Vorfeld entsprechend zu klären: Gibt es in anderen gesetzlichen Bestimmungen bereits ausreichend Potenzial zur (rechtlichen) Absicherung oder Anknüpfungspunkte?

 

Wir möchten alle Interessierten einladen, gemeinsam mit uns am Thema Freie Lehr- und Lernmaterialien weiter zu arbeiten und über das Thema nachzudenken. In den kommenden Wochen werden wir an dieser Stelle über die weiteren Entwicklungen berichten.

by Nils Weichert at July 09, 2014 02:31 PM

CROWDROCK! – Der dritte Wikimedia-Salon dreht sich um die Zukunft der Musikbranche

Die Frage, ob das Internet Freund oder Feind von Musikschaffenden ist, steht seit bald zwei Jahrzehnten im Raum und kann seither als Knackpunkt der Diskussion um urheberrechtliche Fragen im musikalischen Kontext herhalten. Die Antwort lautet bei Licht betrachtet, wie so oft: Kommt drauf an.

Crowdsurfing. By Rodrigo Bertolino (Mosh) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Wie es gelingen kann, faire Rahmenbedingungen für Urheber und Nutzerinnen zu schaffen, ist steter Gegenstand einer Debatte, in der vermeintlich naturgegebene Interessen langjährig etablierten Usancen und festen Strukturen gegenüberliegen. Die Entwicklungen der digitalen Kultur verstärken auch hier zunehmend den Ruf nach der neuen Realität angepassten Reglungen und flexiblen Lösungen.

Diesen Donnerstag sollen beim 3. Wikimedia-Salon “Das ABC des Freien Wissens” der Status Quo alternativer Verwertungsmodelle und die Interessenlage von musikalischen Urheberinnen und Verbänden ausgelotet werden.

 

Das ABC des Freien Wissens

C = Crowdrock. Die Zukunft der Musikbranche?

Wann: Donnerstag, 10. Juli, Einlass 18:30

Wo: Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin (U-Bhf. Möckernbrücke)

 

Um die Problemlage von Künstlerinnen und Künstlern im Musikbereich zu umreißen, werden zumeist drei Prämissen ins Feld geführt: Es sei für musikalische Urheber unumgänglich, (a) mit ihrer Kunst Geld verdienen zu können, (b) viele Menschen zu erreichen und dabei (c) möglichst unabhängig zu arbeiten. Hier eine Balance gegenüber den Ansprüchen bestehender Rechteverwerter und ihren eingeübten Distributionsmechanismen zu finden, ist immer auch Wandeln auf dünnem Eis. Die Vorstellungen reichen von strikter Anwendung analoger Regelungen auf den digitalen Musikmarkt bis hin zum Grundeinkommen als Problemlösungssvehikel zu urheberrechtlichen Interessensgefällen, wie es zuletzt Ilja Braun argumentiert hat.

Doch wie kann – in Anlehnung an den Titel des Veranstaltungsabends “Crowdrock” – ein Musikmarkt aussehen, der das Kunstwerk nicht als Solitär behandelt, sondern den Künstler grundlegend als Teil eines Netzwerks, als Knotenpunkt diverser ästhetischer und technischer Zusammenhänge versteht? Und wie könnte eine annähernd faire Rechtelage gestaltet werden, die verschwimmende Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten nicht ausblendet, sondern adäquat auf sie reagiert?

Auf zu neuen Ufern?

Wie der Umbruch des Musikmarkts sich zugunsten der Urheberinnen und Urheber gestalten lässt, ist häufig gerade für die betreffenden Akteure schwer abzuschätzen. Angebote wie die der Plattform Music Pool Berlin bieten Orientierung für Musiker auf dem Weg zur Professionalisierung, die im Möglichkeitsdickicht von Labels, Verbänden und Selbstvermarktung den Überblick suchen. Es werden kostenlose Beratung, Workshops und Themenabende angeboten. Ein hilfreiches Angebot, endet doch das Gespräch über Promotion, Distribution und Vergütung von Musik meist bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte.

Für mich ist der Ausstieg irgendwann einfach Überzeugungssache gewesen, da ich mich ganz klar von ihren kapitalistischen Auswüchsen und der reaktionären Haltung gegenüber neuen Strömungen distanzieren wollte. -Danny Bruder über seinen GEMA-Ausstieg

Die C3S (Cultural Commons Collecting Society) ist vor einiger Zeit als Genossenschaft mit dem Ziel angetreten, als neue Verwertungsgesellschaft eine gerechtere Alternative zur GEMA zu bieten. Flexible, individuell kombinierbare Modelle sollen unzeitgemäße Pauschalbehandlung ablösen und damit den veränderten Arbeitsweisen im musikalischen Bereich Rechnung tragen. Auch die Möglichkeit der Rechtewahrnehmung von Creative-Commons-lizenzierten Werken soll von C3S – sobald das Deutsche Marken- und Patentamt grünes Licht gibt – künftig angeboten werden. Danny Bruder, selbst Musiker, Free-Culture-Freund und Gründungsmitglied der C3S, wird im Salon über den Stand der Dinge berichten und einen Ausblick geben, wie nah die Vision ihrer Realisierung wirklich ist.

Kafkaeske Szenarien vs. Reality-Check

Johannes Kreidler bei der Aktion Product Placements. Foto: Zippos, cc-by-sa 2.0

Die Absurdität, die bestehenden Regularien der GEMA in Zeiten des digitalen Umbruchs allein angesichts eines in Konsequenz enorm gestiegenen Verwaltungsaufkommens innewohnt, hat Johannes Kreidler bereits 2008 mit der Performance “product placements” verdeutlicht.

Mit seiner Werkanmeldung einer Komposition mit 70.000 Fremdanteilen wies er medienwirksam auf eine längst nicht mehr der Realität entsprechenden Situation hin. Wo die musikalische Zitat-Grenze etwa in DJ-Sets zu ziehen ist, kann schließlich in Konsequenz niemand beantworten. Dass allein die Fragestellung mehr als zweifelhaft ist, vertritt Christian von Borries. Der Komponist, Filmemacher, Konzeptkünstler sieht alle Bestrebungen, etwa durch verschiedene Lizenzmodelle Interessen auszugleichen, als beflissenene und gestrige Versuche, letztlich an Symptomen zu arbeiten. Kunst entstehe durch die endlose Remontage, Neuzusammensetzung, Versionierung von schon Vorhandenem. Dies irgendwie beschränken und regulieren zu wollen, ist für von Borries letztlich hemmend für die kulturelle Produktion.

Wie finanzielle Ansprüche im Musikbereich tatsächlich die Vielfalt der Angebote bedrohen können, erfuhr die Berliner Clubszene zuletzt durch die Ankündigung neuer Tarifbedingungen der GEMA. Das Szenario massiv gesteigerter Gebühren, das vielen Veranstaltern den perspektivischen Ruin vor Augen hielt, konnte durch den Protest der Clubs, auch durch die Clubcommission, abgewendet werden. Olaf Möller, der dem Verband vorsitzt, setzt sich für die Interessen der Clubs ein und kennt hier liegende Problemfelder von Rechten und Lizenzierung.

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend.

 

by Lilli Iliev at July 09, 2014 10:11 AM

Liesel

Die Feinde des Portales Bahn

Wie schon mehrmals erwähnt, gibt es in der Wikipedia eine lautstarke Fraktion von Benutzern, die aktiv gegen das Portal:Bahn und deren Autoren hetzen und agieren.

Ihnen geht es dabei nicht um die Qualität von Artikel im Bahnbereich. Für diese Benutzer zählt nur die Menge der Artikel. Irgendwelche Zusammenhänge oder Verständnis für die betrieblichen, städtebaulichen bzw. geografischen Bedingungen beim Schienenverkehr ist bei diesen Benutzern nicht zu erwarten. Somit ist die Ursache für die mangelnde Artikelqualtität nicht bei den wenigen noch verbliebenen Autoren zu suchen, sondern bei den Benutzern die eine fortwährende Vertreibungskampagne und Psychokrieg gegen die Bahnautoren führen.

Diese Benutzer sollten aber nicht nur dumm schwätzen, sondern auch aktiv werden, ansonsten wäre sie ja dann nur feige Maulhelden.

Hier ist die Liste der dieser Benutzer:


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Maulhelden, Portal:Bahn, Wikipedia

by Liesel at July 09, 2014 05:44 AM

July 08, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Die Zukunft hat begonnen

Nicht nur virtuelle Ergebnisse bei der Preisverleihung zum Kultur-Hackathon Coding da Vinci in Berlin.  Bild von Marius Förster © cc-by-sa 3.0

Es war fast so heiß wie vor einem Jahr in Hongkong. Und während dort die Zeitmaschine das Publikum noch zehn Jahre in die Zukunft katapultieren musste, hat die Zukunft am Sonntag im Jüdischen Museum Berlin schon begonnen.

Siebzehn Projekte stellten sich dort im Programmierwettbewerb „Coding da Vinci“ den kritischen Augen der Jury und dem Publikum im gut gefüllten Saal. Fünf haben gewonnen. Und drei der Gewinner verwendeten auch Datensets aus den Wikimedia-Projekten. Damit wird schon jetzt Realität, was Dirk Franke in Hongkong für die Zukunft prognostizierte: Künftig werden immer mehr Anwendungen die Inhalte der Wikimedia-Projekte nutzen und der unbedarfte Netz-User werde kaum wahrnehmen, woher die Daten eigentlich kommen. Der Trend geht zur multimedialen und unterhaltsamen Informationsvermittlung. So viel von der Metaebene. Aber noch ist der Quell des Wissens klar: die Wikipedia.

Die Ziele von Coding da Vinci

Zurück zum gelungenen Abschluss eines neuen Projektformats, das Wikimedia Deutschland (WMDE) dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert hat. Unter dem Namen „Coding da Vinci“ richtete WMDE in einer strategischen Partnerschaft mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation und der Servicestelle für Digitalisierung des Landes Berlin einen Kultur-Hackathon aus. Anders als bei üblichen Hackathons hatten die Coderinnen, Designer und Entwickler hier zwischen Start und Ende des Hackathons zehn Wochen Zeit, um aus ihren Ideen fertige Anwendungen zu kreieren. Denn wir wollten nicht nur den 16 Kulturinstitutionen, die zumeist aus Anlass des Programmierwettbewerbes ihr digitalisiertes Kulturgut unter einer freien Lizenz öffentlich zugänglich und nachnutzbar gemacht hatten, zeigen, was „Hacker“ mit Kulturdaten anstellen können. Sondern mit der öffentlichen Preisverleihung am Sonntag im Jüdischen Museum auch weitere Kultureinrichtungen mit den Ergebnissen überzeugen, ihre digitalisierten Sammlungen ebenfalls frei zu lizensieren. Schon in diesem Jahr wurden 20 Kulturdatensets so für Wikimedia-Projekte nachnutzbar.

Spannung bis zum Ende

Mnemosyne, die Göttin der Erinnerung. Aus dem Delaware Art Museum, Samuel and Mary R. Bancroft Memorial, © public domain via Wikimedia Commons

Es war auch für uns vier Veranstalter bis zur letzten Minute spannend, von welcher Qualität die Leistungen aus der Community der Coderinnen und Entwickler sein würden. Natürlich wurden nicht alle Projekte zu Gewinnern. Doch wir wurden für das Warten belohnt! Eines der Projekte, obwohl ohne Preisauszeichnung, möchte ich dennoch besonders würdigen: Mnemosyne. Die Göttin der Erinnerung stand Patin für diese ambitionierte Website. Wer kennt sie nicht, die herrlichen Momente der Erkenntnis, wenn man im Linkhopping durch die Wikipedia streift? Und wer hat schon einen Universalgelehrten als Begleiter, der beim Flanieren durch die Hallen des Museums einen in die Weiten des assoziativen Denkens verführt? Universalgelehrte als Lebensform sind laut Wikipedia Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Diesem letzten Umstand trägt das Projekt Mnemosyne Rechnung. Es möchte den Besuchern komplexer Archivwelten durch eine Kombination aus Zufallsalgorithmen das Stöbern und Entdecken wieder einfacher und sinnlicher machen. Auch wenn bei der Präsentation auf der Bühne einiges nicht funktionierte – das Potential der in Beton gegossenen Mnemosyne blitzte doch auf. Hoffentlich bricht die Arbeit an diesem Projekt nicht ab. Sondern es findet sich im Gegenteil ein Museumsverbund, der mittels Mnemosyne seinen Besuchern seine komplexen Sammlungen im Stöber-Modus erschließen möchte.

Die fünf Gewinner

Nach 2 Stunden Präsentation und einer Stunde Mittagspause standen die verdienten Gewinner in den fünf Kategorien fest und die Preise wurden von der Jury überreicht.

Out of Competition: Ganz weit vorn in der Gunst des Publikums und der Jury war der zzZwitscherwecker. Wem es schwerfällt, morgens mit den Vögeln aufzustehen, dem kann nun geholfen werden. Denn nur wem es gelingt, den richtigen Vogel dem gehörten Gesang zuzuordnen, kann den Wecker abschalten. Nach so kurzweiligem Hirnjogging ist man bestimmt wach.

Funniest Hack: Der Atlaskäfer hat Casanova-Qualitäten. Er verführte IT-Bastlerin Kati Hyppä und ihren Bruder dazu, nicht nur einen tanzenden Cyberbeetle zu bauen, sondern gleich auch noch eine multimediale Käferbox dazu. Mal schauen, ob das Naturkundemuseum die Anregung für ihre entomologische Ausstellung aufnimmt. Auch die Jury ließ sich bezirzen und vergab den Preis für die lustigste Anwendung.

Danke an alle, die an Coding da Vinci teilgenommen haben!
Foto: Volker Agueras Gäng, CC-BY 4.0

Best Design: Für die überzeugendste Gestaltung wurde die Ethnoband ausgezeichnet. Der Gedanke ist der einer Orgel. Die Erfinder der Orgel packten ganze Orchester über Pfeifen in ein Instrument. Thomas Fett schuf mit Ethnoband die Möglichkeit, mittels eines Computers ein Orchester mit Instrumenten aus aller Welt zu besetzen. Wer mag, lädt Freunde aus aller Welt oder der Nachbarschaft zur Jamsession ein.

Most Useful: In dieser Kategorie galt es, mit einer Idee und ihrer Durchführung zu überzeugen, von der die Jury sich fragte, wieso jemand nicht schon lange vorher diese Idee hatte. Diese fast nicht zu lösende Aufgabe meisterte Insight – 19xx. Ausgehend von der Liste der von den Nationalsozialisten verfemten Autoren verknüpft Insight – 19xx in ansprechender Weise die reine Namensliste mit Daten u.a. aus der Wikipedia, sodass Namen zu Biographien werden, die neugierig machen auf das Werk. Unter anderem kam so heraus, dass insgesamt fast 20.000 Buchtitel von den Nazis auf die Indexliste gesetzt worden waren – viel mehr als man bislang wusste.

Screenshot der Alt-Berlin-App von Claus Höfele. Gewinner in der Kategorie “Most Technical”. © cc-by-sa 3.0

Most Technical: Insbesondere durch ihre technische Raffinesse überzeugte die App Alt-Berlin die Jury. Die digitalisierte Gemäldesammlung des Stadtmuseums Berlin, das 2012 einen Wikipedian in Residence zu Gast hatte, illustriert in der App Alt-Berlin moderne OpenStreetMap-Karten. Wer sich auf die Zeitreise begibt, kann historische Karten unter den heutigen Straßenzügen entdecken. Auch aktuelle Bilder aus Wikimedia Commons lassen sich über alte Aufnahmen aus Berliner Straßen legen, und das alles demnächst bequem auf dem Handy beim Stadtspaziergang.

Alle Anwendungen stehen ihrerseits wiederum unter einer freien Lizenz und können entsprechend weiterentwickelt und umgewidmet werden.

 Ausblick 2015

Im kommenden Jahr wollen wir wieder zum Kultur-Hackathon Coding da Vinci einladen. Wir wollen nicht einfach noch mehr Kulturinstitutionen, noch mehr Daten, noch mehr kreative Projekte und noch mehr Coderinnen und Designer zum Mitmachen gewinnen, sondern wir wollen vor allem helfen, das bereitgestellte digitalisierte kulturelle Erbe noch zugänglicher zu machen. Unser Ziel ist es, die Daten vollständig mit den Wikimedia-Projekten zu verknüpfen, damit sie auch unmittelbar von allen Freiwilligen der Wikimedia-Projekte verwendet werden können.

Pressestimmen:

Heise.de

Deutschlandradio Kultur

Golem.de

Die Bilder der Veranstaltung können auf Wikimedia Commons abgerufen werden. Bilder Preisverleihung werden folgen.

by Barbara Fischer at July 08, 2014 11:31 AM

July 07, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

MdEPs adoptieren, Vorschläge artikulieren: Die Zeichen stehen auf EU-Urheberrechtsreform

Dimitar Dimitrov ist seit Juli 2013 lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Im Vereinsblog berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen vor Ort.

Logo: Dimi z, Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Brüssel ähnelt seit der Europawahl einem riesigen Umsteigebahnhof. Neuankömmlinge hetzen zum Ausgang, Passagiere suchen nach ihrem Anschlusszug, routinierte Vielfahrer suchen zielsicher ihre Plätze in der ersten Klasse. Nur sind es hier keine Pendler, sondern Volksvertreter aus 28 Ländern, die ein funktionierendes Parlament bilden müssen – trotz ihrer riesigen Vielfalt und enormen inhaltlichen Dissonanzen.

Nachdem die Gruppenstärke der politischen Familien nach vielen Hinterzimmergesprächen, Lockangeboten und Kompromissen klar geworden ist, wurden nun auch die Ausschüsse aufgeteilt. Ein wichtiges Merkmal des neuen Parlaments werden die neuen Mehrheitskoalitionen sein. Waren in der letzten Legislaturperiode Mehrheiten mit Sozialdemokraten, Grünen und Linken oder auf der anderen Seite mit Liberalen und Christdemokraten möglich, so müsste es nun – aufgrund der zahlenmäßig erstarkten nationalistischen und euroskeptischen Gruppen – entweder eine Große oder eine Viererkoalition (z.B.: aus Sozialdemokraten, Grünen, Liberalen und Linken) sein. Dies verlängert Entscheidungswege und macht die Kompromissfindung noch komplexer.

À la bonne heure: Urheberrecht ist Nummer 1

Unser Blick lenkt sich auf die künftige Zusammenstellung der Kommission, die im Herbst ihre Arbeit aufnimmt und das alleinige Initiativrecht für Gesetzesvorhaben innehat. Ihr designierter Chef Jean-Claude Juncker hat soeben seine Prioritätenliste veröffentlicht. Auf Punkt 1 steht ein einheitlicheres Urheberrecht. Zwar wurde in Brüssel allgemein erwartet, dass Urheberrecht eine der großen Reformanstrengungen der kommenden Kommission sein wird. Dass es aber gleich an der Spitze des Wunschkatalogs des Präsidenten landet, ist gleichwohl überraschend und lässt wieder Hoffnung wachsen, nachdem in letzter Zeit wieder mal eher bescheidene Signale zum Thema geleakt wurden.

Achtung: Die Neuen kommen!

Die erste große Aufgabe eines neugewählten Europäischen Parlaments ist es, thematische Ausschüsse zu formen und zu besetzen. Dessen Anzahl und Arbeitsgebiete bleiben in der neuen Legislaturperiode im Gegensatz zu nationalen Parlamenten erstaunlich konstant. Diese Woche finden konstituierende Sitzungen statt und Vorsitzende werden gewählt. Die relevantesten Ausschüsse für uns als Gruppe, die sich einer Urheberrechtsreform verschrieben hat, sind “Binnenmarkt und Verbraucherschutz” (IMCO) und der Rechtsausschuss (JURI).

Anhörungen: Endlich ein Medienspektakel

Zur zweiten großen Aufgabe des europäischen Parlaments gehört es, die neue Kommission zu bestätigen. Nach dem Präsidenten der Kommission müssen nochmals alle vorgeschlagenen Kommissare befragt und bestätigt werden. Dies geschieht im September bzw. Oktober und ist ein – für Brüsseler Parlamentsstandards – sehr medienwirksamer Prozess. Solche Anhörungen beinhalten wichtige Absichtserklärungen der neuen Ressortchefs und eignen sich hervorragend dazu, die Prioritäten und die Ausrichtung der nächsten fünf Jahre abzuklopfen und sogar mitzugestalten. Kontakte zu den Mitgliedern der JURI- und IMCO- Ausschüsse geben zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, für uns relevante Fragen in diese Anhörungen einzubringen.

Die Kommission steht von allen Seiten unter dem Druck, durch Informationstechnologien enstandene Schieflagen im Urheberrecht zu begradigen. “Die Schäden, die das Internet dem Urheberrecht zuführt, müssen zumindest wirtschaftlich ausgeglichen werden.” – So lässt sich in etwa die gängige Meinung der Film- und Verlagswirtschaft resümieren. Auf der anderen Seite befinden sich eher nutzerorientierte Akteure, die darauf pochen, dass die systematischen Probleme, die das geltende Urheberrecht im Internet mit sich bringt, gelöst werden müssen. Und zwar durch eine Lockerung und Flexibilisierung, nicht durch striktere Regeln und härtere Durchsetzung.

Wikimedia will mitwieseln! Wer macht mit?

Die Free Knowledge Advocacy Group EU gehört zu jenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, die der Kommission ihre Wünsche und Bedenken zu Gehör bringen möchten. Ziel unseres aus 11 europäischen Wikimedia-Chaptern und thematischen Organisationen bestehenden Netzwerks ist es, durch gezieltes Monitoring von Entscheidungsprozessen, der Veröffentlichung von Stellungnahmen und der Präsenz bei Hearings und wichtigen Veranstaltungen unsere urheberrechtspolitischen Anliegen auf die Tagesordnung der Entscheidungsträger auf EU-Ebene zu bringen.

Um unsere Anliegen auf die Tagesordnung zu setzen, dürfen wir nicht nur zentral arbeiten. Wir müssen unser gesamtes Netzwerk bemühen, um Beziehungen zu entscheidenden Akteuren zu stiften und zu pflegen. Ein erster Schritt wird dabei sein, mit den Mitgliedern der wichtigen Ausschüsse für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie Recht in Kontakt zu treten, ihnen zur Nominierung zu gratulieren und sie über unsere Probleme und Wünsche zu informieren. Diese Charme-Offensive sollte am allerbesten von vielen Wikimedianern getragen werden, die von mir aus Brüssel mit den nötigen Informationen und Argumenten versorgt werden. Wer macht mit? Werde ein WEASEL! - Wikimedia European Action System for Enthusiastic Lobbying. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen – z.B. an der Strategieplanung bei Meetings, beim Projekt “Adopt a MEP” oder als Ideengeber für Initiativen. Wer über die uns betreffenden Vorgänge in Brüssel ständig informiert sein möchte, findet auf Meta ein Archiv der monatlichen Monitoring-Reports, das fortlaufend aktualisiert wird.

by Jan Engelmann at July 07, 2014 05:00 PM

Monatsbericht Juni

PROGRAMM FREIWILLIGE

Aufgrund der vielen geförderten Aktivitäten der Communitys im Juni steht im Monatsbericht nur eine kurze Übersicht. Einen ausführlicheren Bericht gibt es in einem gesonderten Blogbeitrag.

Fotoprojekte

Kein Monat vergeht, ohne dass ehrenamtlich tätige Fotografen mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland aktuelle Bilder aus Politik, Sport und Kultur bereit stellen. Im Juni wurden folgende Veranstaltungen abgelichtet:

  • 01.07.: 1. Fotoflug Münsterland
  • 03.06.: Fußball-Länderspiel Österreich-Tschechien in der tschechischen Stadt Olmütz
  • 06.–08.06.: Festival-Sommer Rock am Ring
  • 06.–08.06.: Festival-Sommer Rock im Park
  • 06.–08.06.: Festival-Sommer Moers Festival
  • 06.–09.06.: 78. Internationalen Wiesbadener Pfingstturnier
  • 07.06.: 2. Fotoflug Münsterland
  • 13.06.: Dreharbeiten der ARD-Serie Mord mit Aussicht
  • 14.06.: Industriada im polnischen Katowice
  • 20.–22.06.: Charity-Veranstaltung “Ulle & Friends” in Kürten
  • 28.–29.06.: Bundesparteitag der Piratenpartei

Community-Räume, Community-Treffen

Ob Organisations- und Redaktions-Treffen oder Veranstaltungen in den lokalen Community-Räumen – jeden Monat kommen Wikipedia-Aktive zum gemeinsamen Austausch zusammen. Insgesamt fanden im Juni folgende Treffen mit Beteiligung der Community und in Zusammenarbeit oder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

Förderprogramm Freies Wissen (FFW)

Im FFW fiel der Startschuss für das Projekt “Freies Kinderlexikon”,  das sich mit der Frage beschäftigt, was zeitgemäße Formen sein können, Freies Wissen auch für Kinder attraktiv nutzbar zu machen. Im Projekt “Videos für Wikipedia-Artikel” wird zur Zeit der erste Workshop vorbereitet, der im August stattfinden wird. Eigene Projektideen können jederzeit auf http://ffw.wikimedia.de zur Unterstützung vorgestellt werden.

Tech-News

Am 3. Juni wurde die Umfrage zum MediaViewer gestartet, und erzielte weit über 1000 Rückmeldungen aus der deutschsprachigen Community. Beim MediaViewer handelt es sich um eine neue Darstellungsmöglichkeit, um die Ansicht von Medien auf Wikipedia, Wikimedia Commons und MediaWiki-Seiten angenehmer zu gestalten. Laut dem bisherigen Ergebnis liegt die Akzeptanz des MediaViewers in der deutschsprachigen Community bei 27,8 Prozent. Verbesserungswünsche werden entsprechend der Umfrage priorisiert behandelt.

Bis Ende Juni müssen alle Tool-Entwickler mit ihren Programmen vom Toolserver nach Tool-Labs umgezogen sein.

Wiki Dialog

Mehr als 35 Wikipedia-Aktive beteiligten sich am Projekt “Wiki-Dialog”, um gemeinsam zum Thema “Qualität in der Wikipedia” zu arbeiten. Wer sich für dieses Thema interessiert,  kann die ausführliche Diskussion dazu auf der Diskussionsseite des ersten Wiki-Dialogs nachlesen. Wiki-Dialoge sind Online-Treffen, angelehnt an das Format des cMOOCs (connectivist Massive Open Online Course). Wer Lust hat, einen eigenen Wiki-Dialog zu initiieren, kann sich gerne auf der Projektseite melden. Für Fragen stehen Julia Kloppenburg und Dirk Franke zur Verfügung.

Community-Debatten auf Wikidata

Auf Wikidata ist gerade die Zeit der Debatten in der Community. Diskutiert werden zum Beispiel ein neues Design für die Benutzeroberfläche oder Schwerpunkte für das Jahr 2015, wie beispielsweise Datenqualität.

Tool für Wikimedia Commons

Auf http://tools.wmflabs.org/commonscategorycount/ gibt es ein neues Tool, um Bilder aufzuspüren und zu zählen, die auf (Unter-)Kategorien von Wikimedia Commons hochgeladen wurden.

Elasticsearch

Die Software-Entwicklung hatte Besuch von Nik Everett von der Wikimedia Foundation – Experte für Elasticsearch. Diese Technologie für die Indizierung und Suche auf Wikimedia-Projekten wird uns weiter beschäftigen und bei eigenen Entwicklungen verstärkt zum Einsatz kommen.

PROGRAMM INSTITUTIONEN

HIVE Berlin Lernnetzwerk

Beim monatlichen HIVE Berlin MeetUp am 11.06.2014 stellten die Geek Girls Carrots Berlin, the School of Machines, Making & Make-Believe und der Science Hack Day ihre Arbeit vor. In der anschließenden Diskussion tauschten sich die anwesenden Institutionen und Einzelpersonen über Zielgruppen, Möglichkeiten und Erwartungen aus. Im Hinblick auf die Einbeziehung von Schulen ins Lernnetzwerk gab die Sicht einer Berliner Lehrkraft einen guten Einblick, wie sich HIVE Berlin aufstellen sollte. Im Juni fand dann auch das erste von HIVE Berlin unterstützte Projekt statt: Am 21.06. veranstalten die Geek Girls Carrots unter dem Dach von HIVE einen Scrum-Einführungsworkshop mit 19 Teilnehmenden in den Räumen von WMDE.

Wissenschaftsjahr 2014 – Digitale Kompetenzen

Am 23.06.2014 haben wir mit etwa 50 Besucherinnen und Besuchern erfolgreich unsere Veranstaltungsreihe “Digitale Kompetenzen” gestartet, die im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 zur Digitalen Gesellschaft stattfindet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.  Drei Vorträge und eine anschließende Podiumsdiskussion beschäftigten sich mit dem Thema “Datenschutz – eine unterschätzte digitale Kompetenz?”. Zu Gast waren die Datenschutzbeauftragte Dr. Imke Sommer, der Medienpädagoge Martin Müsgens und Prof. Dr. Karsten Weber, Professor für Allgemeine Technikwissenschaften an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Eine Videodokumentation wird demnächst auf der Veranstaltungsseite abrufbar sein.  Am 01.09.2014 folgt die zweite Veranstaltung mit dem Thema “Digital Natives – Ein gut klingender Begriff mit wenig Substanz?”.

Coding da Vinci

Derzeit werden in der Arbeitsphase des Hackathons bis Anfang Juli 27 Projekte, basierend auf 20 frei lizenzierten Datensets von 16 Kulturinstitutionen, entwickelt. Im Juni wurde der zweite Teil der Veranstaltung geplant: Die Präsentation und Preisverleihung wird am 6. Juli im Jüdischen Museum Berlin stattfinden. Allen registrierten 49 Teilnehmenden winken 5 Hauptpreise.

GLAM on Tour

Bei GLAM-on-Tour-Veranstaltungen (GLAM steht für galleries, libraries, archives, museums)  finden auf Initiative der ehrenamtlichen Aktiven im GLAM-Bereich Veranstaltungen statt, bei denen Wikipedianer auf Mitarbeitende aus Kultur- und Gedächtnisinstitutionen treffen. Die nächste GLAM-on-Tour-Station findet in Brilon zum Thema Montanindustrie im Sauerland statt. Anmeldungen erwünscht.

Vortrag und Workshop beim SWR

Am 13. Juni war Wikimedia zu Besuch beim Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart. Nach einem Einführungsvortrag zum Wikiversum fand ein  Hands-on-Workshop für Redakteure und Mitarbeitende des SWR statt. Mit von der Partie waren vier Wikipedia-Aktive aus dem Raum Stuttgart, die dem SWR Rede und Antwort standen. Sie erklärten den interessierten Teilnehmenden etwa, wie freie Lizenzen in Arbeitsabläufe eingebunden werden können, welche Richtlinien es beim Editieren gibt  und regten zu ersten Schritten in der Wikipedia an.

Erster Weltkrieg und Braunschweig

GLAM on Tour machte vom 27. bis 29. Juni Station in Braunschweig. Gemeinsam mit dem Braunschweigischen Landesmuseum (BLM) haben wir einen Schreib- und Fotowettbewerb zum Thema Erster Weltkrieg ausgerichtet. An dem Kick-Off-Wochenende in Braunschweig nahmen 28 Editoren und Fotografen teil. Es gab viele Fachvorträge, Exkursionen und ein buntes Rahmenprogramm. Anlass war die entstehende Ausstellung 1914… schrecklich kriegerische Zeiten, die am 1. August beginnt. Anhand ausgewählter Ausstellungsstücke militärischer Art und bereitgestellter Fachliteratur entstanden bisher acht neue Artikel und 167 Fotos. Die Ergebnisse werden fortlaufend auf der Projektseite dokumentiert. Der Wettbewerb endet am 3. August.

Zum Rahmenprogramm des Treffens gehörten eine Fotoexkursionen zum Hauptfriedhof Braunschweig, eine Stadtführung und ein Besuch im Depot des Museums. Die Veranstaltung wurde als Folgeprojekt von“Die Römer kommen!” (2013) durch das ehrenamtliche Engagement des Wikipedia-Autors brunswyk, und in Zusammenarbeit mit dem BLM und Wikimedia Deutschland entwickelt. Mehr zum Thema im Gastbeitrag von Benutzer Schlesinger im WMDE-Blog.

Zugang gestalten

Für die jährlich stattfindende Konferenz “Zugang gestalten – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe” wurde ein Veranstaltungsort gefunden. Sie wird am 13. und 14. November im Hamburger Bahnhof in Berlin stattfinden. Außerdem sind nun neun Partnerinstitutionen und ein Sponsor an Bord. Die grobe Programmplanung ist abgeschlossen, es wird unter anderem Vorträge zur Weiternutzung freier Inhalte, beispielsweise aus Wikimedia Commons oder am Beispiel des Kultur-Hackathons Coding da Vinci und zur Open Data Gesetzgebung in Norwegen geben.

PROGRAMM RAHMENBEDINGUNGEN

OERde14 – Konferenzprogramm steht

Am 17. Juni endete der Call for Participation der OERde14 (OER = Open Educational Resources = freie Bildungsmaterialien; OERde14 = OER-Konferenz 2014). Insgesamt wurden 49 Vorschläge eingereicht, in etwa die gleiche Zahl wie 2013. Das Programmteam war mit einer Reihe von OER-Fachleuten hochkarätig besetzt: Dabei waren unter anderem Sandra Schön von Salzburg Research, eine der profiliertesten Stimmen zu OER im deutschsprachigen Bereich, Jan Neumann, Leiter Recht und Organisation vom Hochschulbibliothekszentrum NRW und Simon Köhl, der Gründer von Serlo. Das Programmteam wählte insgesamt 31 Einreichungen aus. Zu den Höhepunkten gehört unter anderem ein Vortrag von Thomas Curran, dem ehemaligen CTO (Chief Technology Officer) der Deutschen Telekom, der über Graswurzelansätze im OER-Bereich sprechen wird.

Barcamp “Gesellschaft 2.0”

Wikimedia Deutschland veranstaltete am 13. und 14. Juni zusammen mit Wissenschaft im Dialog und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft ein Barcamp zum Thema “Gesellschaft 2.0”.  50 Teilnehmende diskutierten zwei Tage lang in zwölf Sessions über die unterschiedlichsten Aspekte der digitalen Gesellschaft. Open Knowledge, Onlinepartizipation und Crowdsourcing: Welche aktuellen Entwicklungen bestimmen unsere Zukunft? Was folgt der Sharing-Culture? Was kommt nach der Maker-Bewegung?

7-Tage-Frist im Rundfunk – Anhörung im Landtag NRW

Wikimedia Deutschland war am 26. Juni als Sachverständige in den Ausschuss für Kultur und Medien des Landtages NRW geladen, um dort zu zwei Anträgen von SPD/Grünen und Piraten Stellung zu nehmen. In beiden Anträgen geht es um das Ende der 7-Tage-Depublikationsfrist für öffentlich-rechtliche Inhalte im Internet. Wikimedia Deutschland hat in seiner Stellungnahme auf die Bedeutung freier Lizenzen für das Recht auf Nachnutzung dieser Inhalte und auf die Wechselwirkungen einer solchen Lizenz mit Depublikationspflichten allgemein hingewiesen.

Wikimedia in Brüssel

Während sich das neu gewählte Europäische Parlament in Brüssel langsam an die Arbeit macht, wurde von unserem Mann in Brüssel die Anlaufstelle für alle Interessierten auf Meta grundsaniert.

Personelles

Seit 1. Juni unterstützt Lucie-Aimee Kaffee als Werkstudentin das Wikidata-Team.

Ebenfalls seit 1. Juni kümmert sich Nicola Zeuner als Expertin für Stiftungsfundraising um Drittmittelakquise.

 

by Tjane Hartenstein at July 07, 2014 11:58 AM

July 03, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 18/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 18. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sportliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Seit 1. Juli ist Cornelius Kibelka wieder als Werkstudent in der Stabsstelle Internationales tätig. Cornelius hat unter anderem essentiell an der Erstellung der Wikimedia:Woche mitgewirkt. Ihm und den vielen anderen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 18/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Protokoll der Mitgliederversammlung von WMDE

Wikimedia Deutschland hat das Protokoll zur Mitgliederversammlung am 24. Mai veröffentlicht.

Protokoll der Mitgliederversammlung von WMAT

WMAT hat das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 14. April veröffentlicht.

AffCom stimmt für Chapteranerkennung von Wikimedia Belgien

Ein Beschluss des Board of Trustees besagt, dass Nutzergruppen erst nach zweijährigem Bestehen als Chapter anerkannt werden können. Einzelfallprüfungen für angehende Chapter, die bereits seit längerem mit AffCom und/oder Board in Kontakt stehen, sind dennoch möglich. Diese Ausnahmeregelung stellt nun das Affiliations Committee auf die Probe und hat sich für die Anerkennung von Wikimedia Belgien als Chapter ausgesprochen. Die belgischen Freiwilligen argumentieren vor allem, dass sie als Nutzergruppe nicht ernst genommen werden und nur als anerkanntes Chapter ihre Projekte durchführen könnten.

AffCom verlängert Wikimedia Nepal

Die Mitglieder des Affiliation Committee haben eine Verlängerung des User Group-Agreements für die Nutzergruppe “Wikimedia Nepal” zugestimmt. Die Nutzergruppe war im Mai 2013 anerkannt worden, ihr Jahresbericht findet sich auf Meta. Herauszuheben sind besonders die zahlreichen Schulworkshops, welche die Freiwilligen organisieren.

Wikimedia Bangladesch endlich registriert

Die Freiwilligen von Wikimedia Bangladesch freuen sich nach zwei Jahren endlich offiziell als Verein bei den lokalen Behörden registriert worden zu sein. In einem Blogbeitrag erzählt Schatzmeister Ali Haidar Khan über den mühevollen, bürokratischen Prozess, der mehr als vier Jahre dauerte. Weniger als fünf Prozent aller Registrierungen von NGOs pro Jahr werden von Behörden akzeptiert.

Wikimedia Foundation Kuratorium stimmt Empfehlung des FDCs zu

Das Kuratorium der Wikimedia Foundation stimmt den Empfehlung des Funds Dissemination Committees für die Runde zwei der Jahresplan-Förderungen zu. Gefördert werden Wikimedia Frankreich, Wikimedia Norwegen, das indische Centre for Internet and Society und die Wikimedia Foundation selbst. Wikimedia Frankreich hat als erste Bewerberin eine hundertprozentige Förderung des Antrages erhalten.

Umfrage zur Online-Abstimmung bei Wikimedia Deutschland

Die AG Wahlen von Wikimedia Deutschland hat die Umfrage zur Online-Abstimmung ausgewertet. 432 der 1750 aktiven Wikimedia Deutschland-Mitglieder, also gut 25 Prozent, haben sich an der Umfrage beteiligt. 75% der Teilnehmer an der Umfrage halten Online-Abstimmungen für geeignet oder sehr geeignet. Weitere Ergebnisse im Auswertungsbericht.

Report der Wikimedia Foundation: Mai

Die Wikimedia Foundation hat ihren Mai-Report veröffentlich, unter anderem werden die neuen Features des VisualEditors hervorgehoben, unter anderem Tools zum besseren Zitieren und für mathematische Formeln. Des Weiteren wurden unter anderem 12 Förderungen vergeben, unter anderem für die Förderung der Telugu-Wikipedia (eine südindische Sprache, gesprochen von 74 Millionen Menschen), Wikivoyage, Aufnahme neuer Aussprache-Tondateien und ein WikiQuiz.

Shortlist der zu bestimmenden FDC-Mitglieder veröffentlicht

Bishakha Datta hat die Shortlist der vom Board of Trustees zu bestimmenden vier FDC-Mitglieder veröffentlicht. Von den 17 nominierten werden nun 12 in der nächsten Auswahlphase interviewt, am 11. Juli gibt das Board die Entscheidung bekannt.

Projekte und Initiativen

Wikimedia Summer of Monuments

In Anlehnung an den bekannten und erfolgreichen Fotowettbewerb “Wiki Loves Monuments” organisiert Wikimedia DC den Wettbewerb “Wikmedia Summer of Monuments”. Ziel ist es möglichst viele Denkmale im Süden der USA zu fotografieren, da diese [in der englischsprachigen Wikipedia] sehr unterepräsentiert seien. Der Wettbewerbszeitraum begann am 1. Juli und endet am 30. September, es gibt ebenso Geldpreis für die besten Fotos. Interessant ist auch, dass Institutionen ebenfalls angesprochen werden Fotos aus ihren Beständen zu spenden.

Weißbuch zum Urheberrecht geleakt

Ein fortgeschrittener Entwurf des Weißbuches der Europäischen Kommission zur Urheberrechtsreform wurde geleakt. In der EU sind Weißbücher Dokumente, die gesetzgebereische odere andere Vorschläge zum Vorgehen in einem bestimmten Bereich erhalten. Obwohl der öffentlich gewordene Vorschlag sehr vorsichtig ist, kommt an einigen Stellen die Harmonisierung zumindest einiger Schranken vor. Die offizielle Veröffentlichung ist für den 28 Juli angesetzt.

Open Data Portal Österreich gestartet

Zusammen mit der Cooperation OGD Österreich und der Open Knowledge Foundation Österreich hat Wikimedia Österreich ein öffentliches Open Data Portal aufgebaut und am 1. Juli offiziell gelauncht. Auf dem ODP können Metadaten und Datensätze unter einer Freien Lizenz eingestellt und veröffentlicht werden. Es ist eine Ergänzung zu den Open Government Data Portalen der österreichischen Verwaltung. Zum Start haben einige Organisationen bereits Daten gespendet und erste Apps wurden entwickelt – zum Beispiel Cha Ching – 6 aus 45, ein App welches die Gewinnchancen der Lieblingslottozahlen anhand der im ODP gespeicherten Lottozahlen von 1986 bis 2013.

Pressestimmen:

Wikimedia Schweden startet eigene Translatewiki-Initiative

John Andersson berichtet im Wikimedia-Blog über die jüngste Initiative von Wikimedia Schweden, bei der es darum geht die Übersetzungen von Open Source-Sofware stärker zu fördern Gemeinsam mit der Universität Umeå and Meta Solutions Ltd versucht das Chapter die schwedischsprachige Community des Übersetzungswikis zu stärken und so mehr der 27 auf Translatewiki zu übersetzenden Programme auch auf Schwedisch bereitzustellen.

Technik

Wikidata-Einträge mit Vorschlagssystem für Eigenschaften

Wie Lydia Pintscher auf der Wikidata-Mailingliste berichtet, ist es nun einfacher geworden Wikidata-Einträge zu bearbeiten. Ein Team von Studendierenden des Hasso-Plattner-Instituts hat in Zusammenarbeit mit dem Entwicklerteam von WMDE ein Tool entworfen, das automatisch Eigenschaften vorschlägt, die passend erscheinen. Bei Einträgen zu Personen schlägt das Tools beispielsweise die Eigenschaften “Geburtsdatum”, “Geburtsort”, “Tätigkeit”, etc. vor.

Sammelstelle „Vermisste Tools“ nach der Toolserver-Abschaltung

Am 1. Juli um 1:00 UTC ist der Toolserver abgeschaltet worden. Für den Überblick danach ist eine englisch- und deutschsprachige Sammelstelle für vermisste Tools sowie Fehlermeldungen eingerichtet worden. Leute, die an einer Übernahme verwaister Tools interessiert sind, sind herzlich eingeladen, sich ebenfalls dort einzutragen.

„Perfect Forward Secrecy“ auf Wikimedia-Servern aktiviert

Wie die Wikimedia Foundation mitteilt, wurde auf allen Serven „Perfect Forward Secrecy“ aktiviert, um so die Benutzerinnen und Benutzer besser zu schützen.

Mehr zu Perfect Forward Secrecy:

Presse und Websites

Dokumentation: The Internet’s own boy: Aaron Swartz

Die Dokumentation “The Internet’s Own Boy. Aaron Swartz” ist unter einer freien Lizenz erschienen.

Tim Howard ist Verteidigungsminister der USA

Nach dem Fußballspiel USA gegen Belgien, in dem der US-Torwart Tim Howard mindestens 16 Torschüsse gehalten hat, hat ihn ein Benutzer der englischen Wikipedia zum Verteidigungsminister der USA gemacht. Der Ruhm war nur von kurzer Dauer.

Elektrischer Reporter über Lobbying für digitale Bürgerrechte

Der Elektrische Reporter (zdf_info) berichtet über den Lobbyisten Thomas Lohninger und den Verein EDRi, der sich für digitale Bürgerrechte einsetzt.

Erster Wikipedia-Workshop in Myanmar

Die Zeitung „Myanmar Business Today“ berichtet über den ersten Wikipedia-Workshop in Myanmar, der im Hauptquartier des Telekommunitationskonzerns Telenor stattfand. Ziel war es vor allem Artikel über das südostasiastische Land zu erstellen.

Termine

Monthly Metrics Meeting der WMF am 3. Juli um 20 UHR MESZ

Das Monthly Metrics Meeting der Wikimedia Foundation wird am 3. Juli um 18 Uhr UTC (20 UHR MESZ) im IRC channel #wikimedia-office und live gestreamt auf Youtube stattfinden.

Vor-Wikimania-Treffen in Berlin (12. Juli) und Eindhoven (6. Juli)

In Berlin und Eindhoven finden Treffen zur Vorbereitung der Wikimania statt. Das Treffen bei Wikimedia Deutschland wird einen programmatischen Schwerpunkt haben, während das Treffen in den Niederlanden eher ein lockeres Picknick werden soll.

Save the date: Wir feiern 10 Jahre Wikimedia Deutschland

Tim-Moriz Hector, Vorsitzender von Wikimedia Deutschland, hat eine Feier für das zehnjährige Bestehen von Wikimedia Deutschland angekündigt. Als Datum wurde der Nachmittag/Abend des 20. September 2014 announciert. Neben einer Veranstaltung in der in den offenen Räumen am Tempelhofer Ufer in Berlin soll es auch die Möglichkeit geben virtuell mitzufeiern.

by Nicole Ebber at July 03, 2014 04:06 PM

July 02, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Nikolaus im Sommer

Coding da Vinci : Der Kultur-Hackathon. Jetzt kommt die Preisverleihung im Programmierwettbewerb am Sonntag im Jüdischen Museum. Bild © cc-by-sa

Am Sonntag werde ich glänzende Augen haben, wie in Kindertagen am 6. Dezember. Denn am 6. Juli sehe ich nach 10 Wochen spannungsvollen Wartens endlich 17 der Anwendungen, die im Rahmen des Programmierwettbewerbes  “Coding da Vinci: Der Kultur-Hackathon” entstanden sind. Da Freude in einer großen Gruppe mehr Spaß macht, möchte ich alle Leserinnen und Leser auf diese 17 Wettbewerbsbeiträge neugierig machen, die im Großen Saal des Jüdischen Museums präsentiert werden. Lasst uns den Saal bis zum letzten Platz füllen.

Am 06. Juli 2014 endet die zehnwöchige Projektphase mit einer öffentlichen Preisverleihung. Die besten Projekte werden in fünf Preiskategorien prämiert: Most Technical, Most Useful, Best Design, Funniest Hack und Out of Competition und die Gewinner bekommen ihre verdienten Preise.

Ausgangspunkt für alle Teams waren die Kulturdaten der teilnehmenden 16 deutschen Kultureinrichtungen. Da sie alle unter einer freien Lizenz für Coding da Vinci bereitgestellt wurden, konnten Scans  eines Hebariums mit Musikbeispielen eines anderen Museums vermischt werden, die Metadaten  einer Bibliothek durch die Bilddateien eines Instituts angereichert werden oder vergessene Autoren gelangen über Twitter wieder in die öffentliche Wahrnehmung von heute wieder. Alles war möglich. Ca. 150 Teilnehmende des ersten deutschen Kultur-Hackathons Coding da Vinci stellten sich den Herausforderungen des Wettbewerbes. Ihre Ergebnisse, die programmierten Apps, Webseiten, Spiele und Anwendungen stehen auch unter einer freien Lizenz und können von allen weiterentwickelt und mit weiteren Daten verknüpft werden. Der Nikolaus im Sommer ist daher womöglich erst der Anfang. Wie könnte es auch anders sein? Im Netz bleibt alles in Bewegung.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn enthüllt wird, was neu entstanden ist. Vielleicht sind Tierstimmen zu einer App geworden? Oder auf 3D-Scans von Musikinstrumenten kann virtuell gespielt werden? Und was ist aus den Inschriften der jüdischen Grabsteine in Hamburg gemacht worden? Wir sind sehr gespannt auf die Anwendungen. Auf den neuen Glanz “verstaubten” Kulturerbes. Und auf die Gespräche mit denen, die neu gedacht und gecodet haben.

Öffentliche Preisverleihung

Sonntag 06. Juli 2014, 10:30-16:00 Uhr (Einlass ab 10:00 Uhr)

Großer Saal des Jüdischen Museums (2. OG)

Lindenstr. 9-14

10969 Berlin

Eine kleine Liste von FAQ

Was ist ein Hackathon?

Ein Hackathon ist ein Event, bei dem Programmierer (auch Hacker genannt), Grafikdesigner, Interface-Designer und Projektmanager zusammenkommen, um in einem vorgegebenen Zeitrahmen intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Der zweite Wortteil ist von Marathon abgeleitet und zielt auf die intensive Zeit und Anstrengung, die die Teilnehmer miteinander verbringen. Die Dauer eines Hackathons kann variieren, von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Zu Beginn wird üblicherweise das Material vorgestellt, das bearbeitet werden soll. Die Teilnehmenden sprechen dann über ihre Ideen und schließen sich zu Teams zusammen, in die sie ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Ziel ist es, am Ende etwas erarbeitet zu haben, das weiter genutzt werden kann – von einer neuen Programmiersprache bis hin zu fertigen Apps ist alles möglich. Mehr Information unter dem Link.

Was ist ein Kultur-Hackathon?

Bei einem Kultur-Hackathon werden Kulturdaten zur Verfügung gestellt, die von allen Teilnehmenden bearbeitet werden können. Im Fall von Coding da Vinci haben 16 deutsche Kulturinstitutionen Kulturdaten zur Verfügung gestellt, aus denen die Teams Neues schaffen. Damit werden die Daten nicht nur in andere Zusammenhänge gebracht, sondern auch in neuer Form nutzbar gemacht. Raus aus den Archiven, rein in den Alltag.

Was sind Freie Lizenzen?

Freie Lizenzen ermöglichen nicht nur das Anschauen von Daten, sondern die freie Nachnutzung, ohne dies zuvor durch den Urheber genehmigen zu lassen. Es gibt unterschiedliche Lizenzmodelle für Inhalte und für Anwendungen. Mehr Information unter diesem Link.

 Wer sind die Macher von Coding da Vinci?

Coding da Vinci wird veranstaltet von der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gemeinsam mit der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) und Wikimedia Deutschland (WMDE).

Wo kann ich mich anmelden?

Webseite und Anmeldung:http://codingdavinci.de

Wo finde ich mehr Informationen zu den Projekten?

Auf dem schwarzen Brett des Wettbewerbs, dem Hackdash, stellen sich alle 27 Projekte vor, auch diejenigen, die nicht am Sonntag präsentiert werden:http://cdvinci.hackdash.org

Kann ich Coding da Vinci auf Twitter folgen?

Ja sicher, unter @codingdavinci oder über den Hashtag #codingdavinci.

by Barbara Fischer at July 02, 2014 02:46 PM

Future of Education Workshop in London

Kilian Kluge ist seit Jahren ehrenamtlich in der Wikipedia aktiv und beteiligt sich dort unter anderem am unabhängigen Referentennetzwerk Wiki-Team. Er besuchte den Future of Education Workshop in London und berichtet für den Blog.

Das Barbican Arts Centre in der City of London, wo im August auch die Wikimania stattfinden wird. Foto: Barbican, London – 21 June 2014 – Andy Mabbett.JPG von Andy Mabbett. Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Am 21. und 22. Juni fand im Londoner Barbican Centre der Future of Education Workshop statt, der dem Austausch zwischen verschiedenen Wikipedia-Bildungsprogrammen und der Vorbereitung der themengleichen Vorkonferenz der  diesjährigen Wikimania diente. Dank der finanziellen Unterstützung von Wikimedia Deutschland konnte ich als Vertreter des unabhängigen Wikipedia-Referentennetzwerks wiki:team an der Veranstaltung teilnehmen.

Bestandsaufnahme

Da ein Großteil der gut 20 Teilnehmer in den amerikanischen oder britischen Bildungsinitiativen aktiv ist, standen diese Aktivitäten im Mittelpunkt des ersten Tages. Der Trend ging hierbei deutlich in Richtung Institutionalisierung, also die Verankerung der zahlreichen erfolgreichen Konzepte in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten. Während sich Wikimedia Deutschland im letzten Jahr nahezu vollständig aus der direkten Arbeit mit einzelnen Klassen und Kursen zurückgezogen hat, wurde das erfolgreiche Hochschulprogramm der Wikimedia Foundation in die Wiki Education Foundation ausgegliedert. Diese verfolgt nun das Ziel, die beeindruckende Zahl von jährlich über 100 betreuten, semesterlangen Kursen zu erhöhen und Universitäten zu befähigen, diese auch ohne externe Unterstützung durchführen zu können. Der Fokus liegt hierbei ausdrücklich nicht auf der Gewinnung neuer Autoren für die Wikimedia-Projekte, sondern auf der Entwicklung von Medienkompetenz. Wikipedia wird hierbei als Werkzeug eingesetzt, um so wichtige Fähigkeiten wie Katalog- und Bibliotheksrecherche, Bewertung von Informationsquellen und das richtige Zitieren zu vermitteln. Im Gegensatz zu üblichen Kursen zu wissenschaftlichem Arbeiten besteht für die Studenten der Reiz darin, dass ihre Texte tatsächlich gelesen werden und von zeitüberdauernder Bedeutung sind.

Viel Austausch gab es über die im Rahmen der weltweit über 60 aktiven Bildungsprogramme erstellten Materialien. Vorreiter ist hier erwartungsgemäß der englischsprachige Raum, wo unter anderem ein Einführungskurs für Dozenten, die Wikipedia einsetzen möchten, eine zugehörige Einführung sowie Videos wie das folgende produziert wurden:

 

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Zukunftspläne

Große Pläne für die nächsten zehn Jahre. Foto: Future of Education Workshop von LiAnna Davis Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Wie schon der Titel des Workshops deutlich macht, sollte es in London in erster Linie um die Zukunft gehen. Auf den Erfahrungsaustausch folgte also der Blick nach vorne, wobei Wunschträumen explizit erlaubt war. Ergebnis waren Ein-, Fünf- und Zehn-Jahres-Ziele für die Wikipedia-Bildungsprogramme insgesamt, die anschließend entweder bereits in konkrete Schritte überführt wurden oder auf der anstehenden Vorkonferenz und der EduWiki Conference Ende Oktober in Edinburgh weiter bearbeitet werden sollen.

Im Laufe des nächsten Jahres liegt der Fokus auf der besseren Bewerbung der Programme, die bislang häufig nur einem kleinen Teil der Lehrenden des jeweiligen Landes bekannt sind. Auch die Übersetzung und bessere Bekanntmachung des Lehrmaterials war ein Wunsch, den viele Aktive teilten. Mittelfristig soll die Medienkompetenz und insbesondere die ”digital literacy” von Schülern und Studenten gesteigert werden, wobei die Wikipedia-Bildungsprogramme und Wikipedia als Lehrplattform eine zentrale Rolle spielen sollen. In zehn Jahren, so die Vision, sind Wikipedia und Medienkompetenz auf allen Ebenen des Bildungssystems fest verankert und etabliert.

Dass diese Ziele nicht unrealistisch sind, zeigen die Erfahrungen aus den letzten Jahren. Einerseits ist die Akzeptanz von Wikipedia als ernstzunehmende Informationsplattform auch im akademischen Bereich gewachsen, viele Lehrer und Dozenten stehen der Idee offen gegenüber, die freie Enzyklopädie als Lehrwerkzeug zu verwenden. Andererseits wird, nicht nur in Deutschland, durch Plagiatsfälle auf unterschiedlichsten Ebenen immer wieder deutlich, dass vielen Schülern und Studenten das nötige Handwerkszeug fehlt, korrekt zu zitieren und angemessenen mit unterschiedlichen Medien umzugehen. Dass Wikipedia die beliebteste (und häufig einzige) Informationsquelle für Studenten ist, macht es nur umso naheliegender, durch die aktive Beteiligung an diesem Projekt die entsprechenden Kompetenzen zu schulen.

Fazit

Teilnehmer des “Future of Education”-Workshops. Foto: Future of education event von: Stevie Benton (WMUK) Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Nach zwei Tagen intensiver Arbeit und vielen Gesprächen mit anderen Teilnehmern ging ein ermutigender Workshop zu Ende. Auf dem Feld Wikipedia an Schulen und Universitäten hat sich in den letzten fünf Jahren eine ganze Menge bewegt und es sieht nicht danach aus, als würde das in den nächsten Jahren anders werden. Aus vielen positiven wie negativen Erfahrungen konnten sich ansprechende und skalierbare Konzepte entwickeln, die es nun gilt, in die Breite zu tragen. Gerade in Deutschland fehlt es hierzu jedoch derzeit sowohl an aktiven Mitstreitern als auch institutioneller Unterstützung.

Wünschenswert wäre eine stärkere Beteiligung zumindest aus den europäischen Ländern gewesen, die bereits jetzt im Vergleich zum angelsächsischen Raum viel Nachholbedarf haben. Zudem bestand seitens der Teilnehmer großes Interesse daran, andere Organisationsformen von Wikipedia-Bildungsprogrammen als die zentralisierten Strukturen in den USA und Großbritannien kennenzulernen. Letzteres wird daher auf der Vorkonferenz nachgeholt, deren Programm hier eingesehen werden kann. Alle Interessierten mit und ohne Erfahrung in Wikipedia-Bildungsprogrammen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

by Dirk Franke at July 02, 2014 10:44 AM

July 01, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OERde14: Das Programm steht!

Die Würfel sind gefallen: Aus 49 Einreichungen hat das Programmteam 30 Vorträge und Workshops für die Konferenz OERde14 am 12. und 13. September ausgewählt. Das Programm der OERde14 enthält eine Reihe von Highlights: Vom ehemaligen Chief Technology Officer für Products & Innovation der Telekom, dem eine Wikipedia für OER vorschwebt über Michał Woźniak, der über OER in Polen spricht bis hin zu Lehrenden der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel, die darüber berichten, wie sie OER bereits in der Praxis umsetzen.

Draußen scheint die Sonne, drinnen wird gearbeitet: Das OERde14-Programmteam bei der Arbeit. Bild: Jan Apel, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Es war ein langer Tag: Am 23. Juni traf sich das Programmteam der OERde14, um aus 49 Einreichungen die besten für die Konferenz zu küren. Von 10:00 bis 19:00Uhr diskutierte die Gruppe alle Einreichungen. Zwar fielen fast alle Entscheidungen im Konsens – doch gerade im Mittelfeld waren einige schwierige Abwägungen nötig, gerade wenn sich einzelne Auswahlkriterien widersprachen.

Für die Auswahl der Beiträge hatte sich das Programmteam für vier Haupt- und vier Nebenkriterien entschieden. Die Hauptkriterien waren:

A. Relevanz: Passt die Einreichung zum Konferenzthema und den definierten Kriterien für OER?

B. Interesse: Ist zu erwarten, dass das Thema bei den Teilnehmenden Interesse findet?

C. Qualität: Ist die Einreichung seriös und gut begründet?

D. Angemessenheit: Ist die Einreichung innerhalb der gegebenen Zeit- und Raummöglichkeiten umsetzbar?

Nebenkriterien:

E. Redundanz: Ist das Thema bereits anderweitig abgedeckt?

F. Streuung: Verteilen sich die Beiträge über die thematischen Schwerpunkte der Konferenz?

G. Quote: Sind unter den Mitwirkenden die Geschlechter annähernd ausgeglichen vertreten?

X. X-Factor: Joker für tolle Einreichungen, die das Programmteam positiv überraschen.

Das Programmteam

Das Programmteam bestand aus Menschen mit großer Erfahrung im OER-Bereich, Repräsentierenden der Partnerorganisationen und der Wikimedia-Bewegung. Mit dabei waren die folgenden Personen:

Highlights: Was euch auf der OERde14 erwartet

Hat wieder ein spannendes Programm: Die OERde14.

Zwar stehen einige Programmpunkte noch nicht fest, Teilnehmende können sich aber schon jetzt auf einige spannende Vorträge und Diskussionen freuen. Eine subjektive Auswahl einiger Programmhöhepunkte findet ihr im Folgenden (und das gesamte Programm der OERde14 gibt es hier).

Wie eine Wikipedia für OER gelingen kann – Rahmenbedingungen und Kooperationsmodelle für eine OER-Community of Practice: Thomas Aidan Curran (ehemaliger Chief Technology Officer für Products & Innovation der Telekom) und Simon Köhl (Serlo) sprechen über ihre Vision, mit einer Wikipedia für OER die Bildungslandschaft zu revolutionieren.

When Bottom-Up meets Top-Down – Grundlagen des OER-Policy-Making: Jan Neumann diskutiert, was Politik in Sachen OER tun kann. Dabei geht er vor allem auf den (gefühlten?) Widerspruch zwischen dem Graswurzelansatz von großen Teilen der OER-Bewegung und der Funktionslogik von Politik und großen Institutionen ein.

Lessons learned (so far) from OER in Poland – Government agreeing to OER textbooks is just the start of the road: Michał Woźniak berichtet vom großangelegten OER-Programm Polens: Dort gab die Regierung eine große Reihe von OER-Schulbüchern in Auftrag, die momentan entwickelt werden und in Teilen bereits verfügbar sind. Er spricht über die Probleme, Lernerfahrungen und den weiteren Weg des Projektes.

200.000 users in an infrastructure for OER in Sweden – Share, create, collaborate, student participation are keywords for Learnify: Die schwedische Regierung verfolgt einen einzigartigen OER-Ansatz: Sie beauftragte die Privatfirma Learnify, eine umfassende OER-Plattform zu errichten. Heute wird sie von über 200.000 regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzern in Anspruch genommen. Per Brahm, der Gründer von Learnify, berichtet über seine Erfahrungen und sagt, was wir in Deutschland von Learnify lernen können.

Kompetenzorientiertes und individualisiertes Lernen braucht OER – Vom Lernenden her denken am Beispiel des Lernschrittkonzepts: Die Oskar-von-Miller-Schule in Kassel lebt OER im täglichen Unterricht. Ein kompetenzorientiertes und individualisiertes Lernen sorgt für Freiräume; Schülerinnen und Schüler übernehmen selbst Verantwortung für ihren Lernprozess. Sie produzieren ihre Bildungsmaterialien zu großen Teilen selbst. Die Lehrer Dr. Dietmar Johlen, Waldemar Sobieroj und Wilfried Dülfer stellen das Modell vor.

OERde14: Mitmachen!

Wer den Call for Participation verpasst hat, kann die OERde14 dennoch mitgestalten: Die Hälfte der Konferenz ist für das OER-BarCamp reserviert. Im BarCamp melden Teilnehmende spontan Sessions und Diskussionen an. Jede Besucherin und jeder Besucher bestimmt den Inhalt des BarCamps mit. Auf diese Weise soll auch die Konferenz die Offenheit von OER widerspiegeln. Sessions können hier bis zum Beginn des BarCamps eingereicht werden.

Und das wichtigste: Die Anmeldung für die Konferenz ist jetzt offen!

by Sebastian Horndasch at July 01, 2014 09:47 AM

June 30, 2014

Achim Raschka

Loudwire - Wikipedia: Fact or Fiction?

Bock auf eine richtig coole Serie zur Wikipedia UND Heavy Metal?

Dann solltet ihr mal bei dem Online-Magazin Loudwire reinschauen. Loudwire? - Ja, das Online-Magazin beschäftigt sich mit den härteren Musikrichtungen und hat eine Interviewserie namens "Wikipedia: Fact or Fiction?"ins Leben gerufen. Initiator der Serie ist Graham Hartmann, der nach eigenen Angaben musiksüchtig ist und offenbar auch ein Faible für Wikipedia-Artikel hat. In loser Reihe interviewt er Musiker aus der Hardrock-, Punk- und Metalszene und stellt Ihnen zu Inhalten, die er in den jeweiligen Wikipedia-Artikeln der Musiker gefunden hat, die immer gleiche Frage: Fact or Fiction?

Ville Valo (Bild: Tuomas Vitikainen, CC-by-sa 3.0)

Was kommt etwa dabei heraus, wenn beispielsweise Ville Valo, der Sänger von HIM, gefragt wird, ob er tatsächlich als Jugendlicher im Sex-Shop seines Vaters gearbeitet hat, er tatsächlich vier täwierte Herzen auf seinem Körper trägt und ob er das von ihm entwickelte Heartagram wirklich nicht urheberrechtlich geschützt hat.

Oder wurde Phil Anselmo, bekannt etwa von den Bands Pantera und Down, wirklich mit dem Zweitnamen "Hansen" geboren und hat die Schule abgebrochen? Und wie viel ist dran an dem italienischen Imbiss seines Vaters, der nach ihm "Anselmo's" genannt wurde und nach dem Hurrican Katrina geschlossen werden musste oder an dem Feuerchen, dass Phil mit 14 legte, um seine Schwester zu erschrecken und mit dem er das Haus abfackelte? Auch KISS-Legende Ace Frehley wurde von Hartmann interviewt und erklärt zum Beispiel seine Idee von einem Headset mit einem Aufsatz, aus dem ein Laserstrahl kommt und der Profi-Wrestler Chris Jericho stellt klar, ob er wirklich für seine Leistungen in seinem Journalismus-Studium mit "top honors" ausgezeichnet wurde.

Noch Fragen? - Mal ganz offen: Zieht euch das rein - sehr geile Interviews, und vor allem für Metalheads und Wikipedia-Nerds (oder beiden Personalunion) absolut zu empfehlen!

Ihr findet neben den genannten noch Interviews mit der Band Whitechapel, den Legenden von Judas Priest, Mikael Akerfeldt von der Band Opeth, Tom Keifer von Cinderella, Scott Ian und Frank Bello von Anthrax, David Ellefson von Megadeth, Taylor Momsen von der Mädelsband Pretty Reckless, A Day to Remember, dem vor kurzem verstorbenen Oderus Ungurs von Gwar, Lita Ford, den Walking Papers, Davey Havok von AFI und Korn.

Ich frage mich ernsthaft, wie diese Serie bisher unbemerkt an mir vorbeigehen konnte ...

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 30, 2014 04:38 PM

Wikimedia Deutschland Blog

100 Jahre 1. Weltkrieg – Wikipedianer beschäftigten sich dazu im Braunschweigischen Landesmuseum

Dies ist ein Gastbeitrag von Schlesinger, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor.

Metallrestaurator des Braunschweigischen Landesmuseums bei der Arbeit. Foto: Medvedev , CC-BY-SA-3.0

 

Am Wochenende vom 27. bis zum 29. Juni 2014 fand im Braunschweigischen Landesmuseum ein Treffen von Autoren und Fotografen statt, die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigen.

Nach einer Begrüßung der ehrenamtlichen Wikipedia-Autoren durch die Museumsdirektorin informierten Vorträge von Kuratoren und Wissenschaftlern die 26 Wikipedianer über die entstehende Ausstellung 1914… schrecklich kriegerische Zeiten, Eröffnung 1. August, die aus einem regionalen Blickwinkel betrachtet sowohl über individuelle Schicksale im Ersten Weltkrieg als auch über seine Auswirkungen auf das Leben in Braunschweig weit über 1918 hinaus informieren will.

Anhand von ausgewählten Ausstellungsstücken militärischer Art und bereitgestellter Fachliteratur konnten die Fotografen und Autoren einiges für die Wikipedia und das Medienarchiv Commons liefern. So entstanden mehrere Artikel und Fotoserien, die Lücken in der Bebilderung in Bezug auf Braunschweig füllen können. Eine Liste der neu erstellten Artikel und hochgeladenen Bilder findet sich hier.
Weitere Bearbeitungen und Uploads werden auch noch im Nachgang der Veranstaltung entstehen. Im Rahmenprogramm des Treffens gab es neben einer Fotoexkursionen zum bemerkenswerten Hauptfriedhof Braunschweig auch eine Stadtführung und einen Besuch im Depot des Museums. Hier erläuterte der Metallrestaurator des BLM Methoden der Aufarbeitung und Pflege von Fundstücken für die Ausstellung.

Vortrag zu Propaganda respektive Medienarbeit im 1. Weltkrieg Foto: AxelHH, CC-BY-3.0

Die Veranstaltung wurde als Folgeprojekt von “Die Römer kommen!” (2013), durch das ehrenamtliche Engagement des Wikipedia-Autors brunswyk, und in Zusammenarbeit mit dem BLM und Wikimedia Deutschland entwickelt. Bei GLAM on Tour-Veranstaltungen (GLAM steht für galeries, libraries, archives, museums) finden auf Initiative der ehrenamtlichen Aktiven im GLAM-Bereich Veranstaltungen statt, bei denen Wikipedianer auf Mitarbeitende aus Kultur- und Gedächtnisinstitutionen treffen.

Die nächste GLAM on Tour-Station findet in Brilon zum Thema Montanindustrie im Sauerland statt. Interessierte können sich hier anmelden.

by Lilli Iliev at June 30, 2014 02:15 PM

Achim Raschka

Eröffnung des Lokal K als erster Communistützpunkt der Wikipedia

Am letzten Samstag eröffnete das Lokal K in Köln als erster Community-Stützpunkt für Wikipedianer und andere Comminitys rund um das freie Wissen. Und da das andere bereits beschreiben habe verweise ich hier nur kurz auf Vorhandenes:

* Ein Blogbeitrag von elya zur Eröffnung
* Ein podcast von DroidBoy
* die am Eröffnungstag gestartete facebook-Seite
* die Wikipedia-Seite mit Kalender und Kurz-Blog
* die am Samstag neu angelegte WikiData-Seite
* der twitter-Account

(Bild: Geolina163, CC-by-sa- 3.0)


by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 30, 2014 09:43 AM

June 29, 2014

Elya & Raymond

Diplomatische Ehren

Gestern wurde ich auf den Tweet des ukrainischen Außenministers Pawlo Klimkin aufmerksam gemacht: Зробили мені зауваження про якість фото в Твіт. Я якось фотосесії ніколи не робив. Тому гугльнув і взяв фото з Вікіпедії. Нехай буде таке. Mein ukrainisch ist leider bis auf 2-3 Worte nicht vorhanden, aber die Aussage war klar: Der Außenminister hat […]

by raymond at June 29, 2014 04:23 PM

Wenn der Skeptikerin das Grinsen nicht aus dem Gesicht gehen will …

Es gibt ja diesen Spruch: setz eine Handvoll Wikipedianer zusammen, gib ihnen WLAN und alle sind glücklich. Das Glücklichsein leuchtete vielen von uns gestern den ganzen Tag über aus den Augen, und das hatte nur teilweise mit dem WLAN zu tun, denn wir hatten was zu feiern: Unser Lokal K, der erste lokale, ehrenamtlich von […]

by elya at June 29, 2014 12:27 PM

June 26, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 17/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 17. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sportliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 17/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Indonesien mit neuem Büro

Wie Isabella Apriyana auf wikimedia-l schreibt, hat Wikimedia Indonesien ein neues Büro bezogen. Das Büro teilt sich WMID gemeinsam mit dem Zedler-prämierten Projekt Humanitarian Open Street Map (HOT-OSM), mit dessen Hilfe im Katastrophenfall OpenStreetMap-Karten erstellt werden, und der World Wide Web Foundation, die sich für eine „Verbesserung des Internets“ einsetzt.

Erik Möller: Chapter sollen Glam-Tools programmieren

Erik Möller ruft an Softwareentwicklung interessierte Wikimedia-Chapter dazu auf, Tools für GLAM zu programmieren.

Übergangskommission zur Suche eines neues WMDE-Vorstands

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland richtet eine Übergangskommission ein, die das Präsidium bei der Suche nach einem neuen Vorstand beraten soll.

Projekte und Initiativen

Vietnamesischsprachige Wikipedia mit mehr als 1 Million Artikeln

Wie Anders Wennersten auf wikimedia-l berichtet, hat die vietnamesischsprachige Wikipedia die Schwelle von einer Million Artikel übersprungen. Dies gelang vor allem durch den Einsatz des Bots “Cheers!-Bot”, mit dessen Hilfe Artikel zu Lebewesen veröffentlicht wurden.

Prämierte Fotos bei Wiki Loves Earth Brasilien

In Brasilien hat die Jury des Fotowettbewerbs Wiki Loves Earth die bestplatzierten Fotos ausgesucht: Gewonnnen hat das Foto einer Morgendämmerung über den Bergkämmen der Serra dos Órgãos aus gleichnamigen Nationalpark im Bundesstaat Rio de Janeiro. Rodrigo Padula, Organisator des Wettbewerbs, berichtet zudem, dass die 7060 Fotos zu 96 Prozent von neu angemeldeten Nutzerinnen und Nutzern stammten, insgesamt nahmen 935 Menschen daran.

Technik

Neue Android-App für Wikipedia

Die Wikimedia Foundation hat am 25. Juni eine neue Android-App für Wikipedia veröffentlicht. Unter anderem ist es jetzt möglich, Wikipedia mobil zu editieren.

Diskussion

Wil Sinclair verlässt Wikipediocracy

Wil Sinclair, der Lebenspartner von Lila Tretikov, hat seinen Account auf Wikipediocracy gekündigt und schreibt längere Blogposts über das Forum und seine Rolle dort.

Presse und Websites

“Die unerträgliche Bürokratie von Wikipedia”

Dariusz Jemielniak hat auf slate.com einen Artikel über die Bürokratie in der englischen Wikipedia veröffentlicht. Das dortige Regelwerk ist noch sehr viel umfangreicher ausgefallen als dasjenige in der deutschsprachigen Wikipedia. Jemielniak beschreibt, wie Regularien, Richtlinien und Regeln sich auf die Arbeit in Wikipedia auswirken, insbesondere die Richtlinie “Ignoriere alle Regeln”.

Wired UK über neue Regeln zu bezahltem Schreiben

In der UK-Ausgabe der Wired werden die neuen Regeln zum bezahlten Schreiben in Wikipedia beleuchtet.

Slate sucht die längste Inhaltszusammenfassung eines Film-Artikels in der Wikipedia

Das Web-Magazin Slate sucht in der englischen Wikipedia die längste Zusammenfassung eine Filmhandlung. “Gewinner” mit einer Handlungs”zusammenfassung” von über 4.266 Wörtern ist der Artikel über die Disney-Channel-Produktion Die Bowling Gang.

Klage gegen Wikipedia-Autoren wegen Rufschädigung

Der Kanadier Yank Barry verklagt vier Wikipedia-Autoren wegen Rufschädigung. Diese hätten absichtlich unwahre Behauptungen in seinen Artikel eingebaut und wahre Informationen entfernt und ihm damit geschäftlich geschadet.

Termine

Als Volunteer auf das Open Knowledge Festival in Berlin

Vom 15.-17. Juli findet in Berlin das Open Knowledge Festival statt. Neben der Möglichkeit, sich über das Participation Support Programm für ein Stipendium zu bewerben, können Interessierte sich auch als freiwillige Helfende an die Organisatoren wenden und so den Eintrittspreis sparen.

by Nicole Ebber at June 26, 2014 02:53 PM

Geförderte Projekte aus den Communitys im Juni 2014

Ambitionierte Freiwillige entwickeln und realisieren fortdauernd Ideen und Projekte zur Schaffung freier Inhalte. Bei einem Teil dieser Aktivitäten ist es Wikimedia Deutschland möglich, ihnen finanzielle und organisatorische Unterstützung zukommen zu lassen. Alleine bei den von WMDE geförderten Projekten sind die Communitys allerdings dermaßen aktiv, dass eine ausreichende Würdigung all ihrer Tätigkeiten den Umfang des Monatsberichts von Wikimedia Deutschland sprengen würde. Wir stellen daher, ergänzend zum Monatsbericht, an dieser Stelle jene Projekte vor, die im Juni 2014 dank dem Engagement von Freiwilligen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland stattgefunden haben.

Fotoprojekte

Festivalsommer, Foto: Goroth, CC-BY-SA 3.0

Kein Monat vergeht, ohne dass ehrenamtlich tätige Fotografen freie aktuelle Bilder aus Politik, Sport und Kultur bereit stellen. Der Auftakt des Fotoprojektmonats Juni fand am 3. in der tschechischen Stadt Olmütz statt. Ralf Roletschek war dort für Aufnahmen des Fußball-Länderspiels Österreich-Tschechien.

Der Festival-Sommer findet zwar auch im Winter statt, eine besondere Fülle an Veranstaltungen liegt aber selbstverständlich in den Sommermonaten. Mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland wurden im Juni Rock am Ring, Rock im Park und das Moers Festival besucht, die allesamt an dem Wochenende um den 6. bis 8. statt fanden. Sämtliche Bildergebnisse des Festivalsommers werden von den Teilnehmenden sehr anschaulich auf einer Übersichtsseite dokumentiert.

Wiesbadener Pfingsttunier, Foto: Mich.kramer, CC-BY-SA 3.0, 2.5, 2.0, 1.0

Mich.kramer fotografierte in diesem Monat für die Wikipedia auf dem 78. Internationalen Wiesbadener Pfingsttunier. Darunter befinden sich Aufnahmen der erfolgreichen Springreiter John Whitaker und Felix Haßmann.

ARD-Filmset, Bild: Olaf Kosinsky, CC-BY-SA 3.0

Wie bereits im Vormonat, nutzte der Fotograf Olaf Kosinsky erneut die Gelegenheit einer TV-Produktion, um Aufnahmen von Filmset und Darstellern einzufangen. Er begleitete diesmal die Dreharbeiten der ARD-Serie Mord mit Aussicht, wobei unter anderem Fotos der Schauspieler Johann von Bülow, Meike Droste, Caroline Peters, Bjarne Mädel und Petra Kleinert entstanden.

Sowohl Autorinnen als auch Fotografen besuchten die diesjährige Industriada am 14. Juni im polnischen Katowice, um das eintägige Festival fotografisch zu dokumentieren und/oder später Artikel zur Straße technischer Kulturdenkmäler in der Woiwodschaft Schlesien, einem Teil der Europäischen Route der Industriekultur, und dem industriellen Erbe der Woiwodschaft Schlesien zu schreiben. Wikimedia Deutschland übernahm einen Technikverleih. Die Reisekosten wurden von Wikimedia Polen getragen.

“Ulle & Friends”, Foto: Nicola, CC-BY-SA 3.0

Die Wikipedianierin Nicola arbeitet schon lange in der Wikipedia an dem Themenbereich Radsport. Mit einer Kamera aus dem Wikimedia-Technikpool besuchte sie für Aufnahmen von Radrennfahrern wie Jan Ullrich und Jens Heppneran die Charity-Veranstaltung „Ulle & Friends“ an dem Wochenende vom 20. bis 22. Juni in Kürten.

Gleich zwei Fotoflüge über das Münsterland wurden im Juni von den ehrenamtlichen Fotografen Watzmann und XRay organisiert. So entstanden an den Wochenenden um den 1. und den 7. einzigartige Luftbilder der Region.

Fotoflug Münsterland, Foto: XRAY, CC-BY-SA 3.0

Während selbst die gebührenfinanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in der Regel unfreies Bildmaterial von tagesaktuellen politischen Ereignissen produzieren, entstanden in der Vergangenheit dank dem Einsatz ehrenamtlich tätiger Fotografen stets auch freie Bilder von Parteitagen und Wahlpartys. Am 28. und 29. Juni wird der Fotograf Ralf Roletschek auf dem Bundesparteitag der Piratenpartei anwesend sein.

Community-Räume, Community-Treffen

Das von ehrenamtlichen Wikipedia-Autorinnen und Autoren betriebene Lokal K in Köln hat sich mit regelmäßigen Veranstaltungen wie dem Offenen Editieren in kürzester Zeit und noch vor seinem offiziellen Start als feste lokale Community-Anlaufstelle etabliert. Außerdem befindet sich derzeit eine Präsenzbibliothek im Aufbau. Am 28. Juni wird der Start der Einrichtung offiziell gefeiert.

Organisatorische Dinge zur WikiCon wurden am 1. Juni in Hannover besprochen und alle Neuigkeiten im Wikipedia-Kurier veröffentlicht. Derzeit sammeln die Veranstalter Programmeinreichungen für das große jährliche Community-Event.

Foto: Southgeist, CC-0

Am 12. Juni wurde die Internetverbindung von Wikimedia Deutschland auf die Probe gestellt. Erstmals fand mit zwölf Teilnehmenden das Große Datenladen in der Berliner Geschäftsstelle statt, um gemeinsam Bilder für den laufenden Fotowettbewerb Wiki loves earth oder anderweitig nutzbare interessante Medien auf das freie Archiv Commons zu übertragen. Das Veranstaltungsformat ergänzte somit das monatliche Offene Editieren um den Bereich Multimedia und soll voraussichtlich auch zukünftig als regelmäßiges Event statt finden. Die Internetverbindung hielt stand und neben zahlreichem enzyklopädisch wertvollem Bildmaterial fanden unter anderem eine Audio-Aufnahme eines Drosselrohrsängers und zugehörige Portraitaufnahmen des Sängerknaben den Weg in das freie Medienarchiv.

Nachdem am 4. Juni bereits das monatliche Women-edit-Treffen in Berlin stattgefunden hatte, trafen sich Wikipedianerinnen am 21. und 22. Juni zu einem zweitätigen Women-edit-Workshop im Wichern-Kultur- und Tagungszentrum in Dortmund, um gezielt an der Vernetzung und einem besseren Austausch zwischen Autorinnen der Wikipedia zu arbeiten. Relevante Informationen zur Durchführung weiterer Women-edit-Veranstaltungen werden derzeit als Handreichung zusammengetragen. Ein Themenabend mit den Digital Media Women und ein Offener Women-edit-Treff sind als mögliche Folgeprojekte angedacht.

Die Teilnahme eines Community-Mitglieds am Future of Education Workshop, wurde von Wikimedia Deutschland mit Reisekostenerstattung unterstützt. Die zweitägige Konferenz fand am 21. und 22. Juni in London statt und beschäftigte sich mit dem Thema Bildung und Wikipedia.

Zum Ende des Monats stehen noch weitere Community-Veranstaltungen an:

Das allmonatliche Offene Editieren geht am 26. Juni in seine nächste Runde und am 27. bis 29. Juni trifft sich die Redaktion Medizin der deutschsprachigen Wikipedia in München.

Tech-News

Am 3. Juni wurde die Umfrage zum MediaViewer gestartet, und erzielte weit über 1000 Rückmeldungen aus der deutschsprachigen Community. Bei dem MediaViewer handelt es sich um eine neue Darstellungsmöglichkeit, um die Ansicht von Medien auf Wikipedia, Commons und MediaWiki-Seiten angenehmer zu gestalten. Laut dem bisherigen Ergebnis liegt die Akzeptanz des MediaViewers in der deutschsprachigen Community bei 27,8 Prozent. Bestehende Verbesserungswünsche werden entsprechend der Umfrage priorisiert behandelt.
Bis Ende Juni müssen alle Tool-Entwickler mit ihren Programmen vom Toolserver nach Tool-Labs umgezogen sein. Der Umzug wurde kommunikativ auf deutsch und englisch begleitet.

Weitere Mitteilungen des Team Communitys

Anläßlich des plötzlichen Ablebens von Cynthia Ashley-Nelson, während der Wikimedia Conference in Berlin, die auch als Benutzerin Cindamuse in der englischsprachigen Wikipedia aktiv war, hat Wikimedia Deutschland ihre Arbeit für die Freie Enzyklopädie zusammengestellt und im Gedenken und als Anerkennung für ihr Werk fünf Exemplare in Druck gegeben und Angehörigen und Kollegen zukommen lassen. Das Buch ist außerdem online verfügbar.

by Nicolas Rück at June 26, 2014 10:00 AM

Der erhobene Zeigefinger ist keine Lösung – Datenschutz als Digitale Kompetenz

Am Montag den 23. Juni war es soweit: Unter dem Titel „Datenschutz – eine unterschätzte Digitale Kompetenz“ fand die Auftaktveranstaltung der Reihe „Digitale Kompetenzen“ statt, die Wikimedia Deutschland als Partner des Wissenschaftsjahres 2014 – Digitale Gesellschaft durchführt und die durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Die Veranstaltungsreihe widmet sich an insgesamt fünf Abenden jenen Fähigkeiten und Kenntnissen, die im Digitalen Zeitalter immer wichtiger werden und die natürlich auch die Basis für die Mitarbeit in den Wikimedia-Projekten bilden. 

Los ging es mit einer Veranstaltung zum Thema Datenschutz und der Frage „Ist Datenschutz eine Kompetenz, der wir noch nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet haben?“. Dass die Fähigkeit zum richtigen Umgang mit den eigenen Daten ein hochaktuelles Thema ist, zeigt sich nicht zuletzt daran, dass Bundesinnenminister Thomas de Maiziére just am Tag der Veranstaltung eine Rede hielt, in der er die Bundesbürgerinnen und -bürger zu mehr Sensibilität im Umgang mit persönlichen Informationen im Internet ermahnte. Das Interesse an der Thematik war dementsprechend groß und trotz der parallel stattfindenden Fußball-WM fanden sich über 50 interessierte Gäste in der Wikimedia Geschäftsstelle ein, um den Vorträgen der eingeladenen Referentinnen und Referenten zuzuhören und anschließend mit ihnen zu diskutieren.

Ist Datenschutz eine unterschätzte Digitale Kompetenz? Diese Frage stand im Zentrum der Auftaktveranstaltung der Reihe “Digitale Kompetenzen”, Foto von Sebastian Horndasch (WMDE), CC-BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Nach der Eröffnung der Veranstaltungsreihe durch Präsidiumsmitglied Prof. Dr. Jürgen Friedrich folgte zunächst eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation durch Dr. Imke Sommer, ihres Zeichens Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Bremen. Sie widersprach der verbreiteten These, dass die Kompetenz zum sensiblen Umgang mit den eigenen Daten bei den Bürgerinnen und Bürgern zu wenig ausgeprägt sei, schließlich hätte rund ein Viertel der Bevölkerung seit der Snowden-Affäre ihr Nutzungsverhalten im Internet geändert. Natürlich sei es wichtig und wünschenswert, das Bewusstsein für den Umgang mit Informationen bei den Nutzerinnen und Nutzern weiter zu schärfen, dies betreffe angesichts der Vielzahl unterschiedlicher Nutzergruppen aber eben nicht alle gleichermaßen. In der Debatte um Datenschutz als Digitale Kompetenz könne der von vielen Datenschützerinnen und Datenschützern pauschal erhobene Zeigefinger nach dem Motto „Wir sagen euch, wie ihr euch im Internet zu verhalten habt“ daher nicht die Lösung sein, sondern es bedürfe gezielterer Ansätze.

Diese Argumentation griff auch Prof. Dr. Karsten Weber auf, der an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg allgemeine Technikwissenschaften lehrt. Er beleuchtete das Konzept der Privatsphäre und dessen historischen Wandel. Dabei ging er auch auf die von der Post Privacy-Bewegung vorgebrachte Argumentation ein, der Schutz der Privatsphäre als Digitale Kompetenz werde heutzutage nicht mehr gebraucht, da man sich ohnehin nicht gegen die Datensammelwut von Konzernen und Behörden wehren könne, beziehungsweise die Preisgabe sämtlicher persönlicher Informationen sogar von gesellschaftlichem Nutzen sei. Dies bezeichnete er als ebenso große “normative Anmaßung” wie die paternalistische Haltung, die von vielen Datenschützern vertreten werde. Auch für ihn sei der erhobene Zeigefinger daher der falsche Weg, denn letztendlich seien wir als Nutzerinnen und Nutzer selber dafür verantwortlich, zu entscheiden, wie und in welchem Umfang wir unsere persönlichen Informationen preisgeben.

Datenschutz ist nicht gerade sexy

Martin Müsgens, der als Referent bei der EU Initiative klicksafe tätig ist, beleuchtete das Thema anschließend aus der medienpädagogischen Perspektive. Im Zentrum stand dabei die Frage, wie speziell junge Menschen für das Thema Datenschutz interessiert werden könnten, denn: Datenschutz sei eben “nicht gerade sexy”. Es sei also wichtig, Schulen und Eltern bei der Vermittlung von Datenschutz, Datensparsamkeit und Datenvermeidung bestmöglich zu unterstützen. Dazu gehöre allerdings auch, Erwachsene, die häufig ihrerseits einen Nachholbedarf in dieser Hinsicht hätten, entsprechend zu sensibilisieren, damit sie eine Vorbildfunktion einnehmen könnten. Müsgens bezeichnete Datenschutz daher als “generationenübergreifende Schlüsselkompetenz” im Digitalen Zeitalter.

Die anschließende Podiumsdiskussion bot Raum für zahlreiche Fragen aus dem Plenum und auch online wurde unter dem Hashtag #DigiKompz fleißig über das Thema diskutiert. Insgesamt also ein gelungener und spannender Auftakt der Veranstaltungsreihe. Die nächste Veranstaltung findet am 1. September statt und wird sich mit dem Thema “Digital Natives” beschäftigen. Mehr Informationen über die Reihe “Digitale Kompetenzen” gibt es hier.

Den Mitschnitt der gesamten Veranstaltung gibt es hier zu sehen:

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by Christopher Schwarzkopf at June 26, 2014 08:16 AM

June 25, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Ein Raum aller Zeiten

Heute vor 30 Jahren verstarb der französische Philosoph Michel Foucault. Das Internet erlebte er nicht mehr. Was hätte er wohl zum digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit gesagt? Und wie hätte er über die Ordnung des Wissens durch Wikipedia geurteilt?

Michel Foucault (1926-1984), Bild: Nemomain, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Foucault ist der erste Philosoph, der die Metapher des Netzes auffallend häufig verwendet. Heute ist sie aus dem begrifflichen Repertoire der Gegenwartsdiagnose nicht mehr wegzudenken. Ob nun kleine geile Firmen, Fußballmannschaften mit „automatisierten Abläufen“ oder twitternde Freundeskreise – sie alle denken sich heutzutage als flexible Netzwerke und bestätigen dabei die kulturelle Leitidee, dass jedes Subjekt sich nicht mehr als souveräner König, sondern nur noch als Knotenpunkt inmitten von geschalteten Energieflüssen fühlen darf.

Bereits 1966 sah Foucault eine „Epoche des Simultanen“ hinaufziehen, ohne auch nur ahnen zu können, wie sehr sich sein Theorem der anderen Räume einmal für die Beschreibung des wichtigsten globalen Konvergenzmediums am Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert eignen würde: „Wir sind, glaube ich, in einem Moment, wo sich die Welt weniger als ein großes, sich durch die Zeit entwickelndes Leben erfährt, sondern eher als ein Netz, das seine Punkte verknüpft und sein Gewirr durchkreuzt.“ In seiner Skizze der Heterotopien – gewissermaßen räumliche Enklaven und Durchgangsorte, die sich jede Kultur schafft – zählt Foucault die Bibliotheken und Museen zu den besonders eigentümlichen Orten, weil mit ihnen die Hoffnung auf eine umfassende Verfügungsmacht über kulturelles Wissen verbunden ist:

„Die Idee, alles zu sammeln und damit gleichsam die Zeit anzuhalten oder sie vielmehr bis ins Unendliche in einem besonderen Raum zu deponieren; die Idee, das allgemeine Archiv einer Kultur zu schaffen; der Wunsch, alle Zeiten, alle Epochen, alle Formen und Geschmacksrichtungen an einem Ort einzuschließen; die Idee, einen Raum aller Zeiten zu schaffen, als könnte dieser Raum selbst endgültig außerhalb der Zeit stehen, diese Idee ist ein ganz und gar moderner Gedanke.“

Dieses Streben nach einer totalen Verfügungsmacht fand im Internet seine bislang kongenialste technologische Form. Ein globaler Nicht-Ort entstand, dessen gerechnete Simulacren (Chaträume, Atavare etc.) eine ganz eigene Aufenthaltsqualität mit sich brachten. Doch wurde und wird das massive Zugriffsversprechen des Internet, wie immer in medialen Umbruchssituationen, nicht etwa nur als ein sozialer Fortschritt erlebt. Im Gegenteil bestehen vielfach begründete Vorbehalte, die Umsteuerung auf einen großen Wissensnavigator könne zu Einbußen an anderer Stelle führen.

Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts, als das Internet sich durch die ersten Web-Browser allmählich zu einem Massenmedium neuen Typs mauserte, waren es zunächst die Untiefen seiner „Informationsflut“, die kulturkritische Affekte hervorriefen. Der Konkurenzkampf von Suchmaschinen wie AltaVista, Lycos oder Yahoo machte für jedermann deutlich, dass nun vermehrt Logarithmen an die Stelle archivarischer Systematisierungsleistungen treten würden, um dem „Wuchern der Diskurse“ zu begegnen.

Die Warnung vor der technologischen und marktstrategischen hidden agenda wurde zum Credo einer Netzkritik, die sich über mangelnde Anstöße – das Vordrängen der globalen brands mit internetbasierten Business-Modellen, die Etablierung von Data-Mining-Methoden für das Sammeln von Kundenkontakten, die Verengung der Kommunikationswege auf die Übermittlung von Werbebotschaften – wahrlich nicht beklagen konnte. In der kurzen Ära der New Economy erschien das Internet vielen Menschen eher als ein Sammelbecken für windige Geschäftemacher denn als Mega-Bibliothek und vermeinlich egalitäre Austauschplattform.

Scherzkekse und Statuskämpfe

Spätestens seit der Gründung der Wikipedia im Jahr 2001 lässt sich von einer zweiten Phase der Netzkultur sprechen, die unter dem schon etwas strapazierten Stichwort Web 2.0 die Möglichkeiten gesteigerter Interaktion und kollaborativer Wertschöpfung verhandelt. Wikipedia gehört nach nur wenigen Jahren ihrer Existenz bereits zu jenen zentralen Instanzen, mit dem unsere Gesellschaft ihre „allgemeine Politik der Wahrheit“ (Foucault) ausrichtet. Doch gerade in der Analyse ihrer genauen Funktionsweise wird deutlich, dass mit der gemeinsamen Erstellung und Redigatur von Texten keineswegs ein basisdemokratisches Paradies erreicht worden ist.

Die Grundidee der MediaWiki-Software ist das freie Spiel einer kollektiven Intelligenz. Menschen mit unterschiedlicher Expertise sind arbeitsteilig mit dem Aufbau und der Pflege der Online-Enzyklopädie betraut. Dabei können sie anonym Lexikoneinträge anlegen, punktuelle Veränderungen in bereits existierenden Texten vornehmen und in Diskussionsforen über die Gültigkeit der darin niedergelegten Argumente und Fakten streiten. Die einsehbaren Editierungsschritte und Kommentare ermöglichen eine hohe Transparenz bei der Redaktion. Eine solche „Weisheit der Menge“, wie sie der Wikipedia-Gründer Jimmy Wales proklamiert, löst sich von den Funktionen einer personalen Autorschaft und setzt durch kollektive Mechanismen einer ständigen Plausibilitätsprüfung einen permanenten „Kampf um den Status der Wahrheit“ (Foucault) in Gang.

Anlässe, an den Ergebnissen eines solchen Open-Content-Systems zu zweifeln, gibt es reichlich: Scherzkekse bauen abstruse Fehler in wissenschaftliche Abhandlungen, eitle Gemüter verändern biografische Angaben zu ihren Gunsten, Firmen schmuggeln ungeniert Eigenwerbung in Artikel ein. Diese Fälle geben zwar immer neue Nahrung für das Bashing stümperhafter Einträge, ziehen die Anziehungskraft des Projekts aber nicht grundsätzlich in Zweifel. Schwerer wiegen da die internen Klagen, wonach weniger die inhaltliche Kompetenz, als vielmehr die Hartnäckigkeit und das soziale Prestige eines Autors bei der Diskussion von Texten zum Tragen kämen.

Wie Christian Pentzold unter Zuhilfenahme der Foucault`schen Diskursanalyse gezeigt hat, sind die beteiligten Akteure eigentlich permanent in Statuskämpfe und dynamische Konflikte um Deutungsmacht verstrickt. So werde deutlich, „dass in den Wissenskonstitutionsprozessen eines Wikipedia-Artikels diskursive Regime wirksam sind, mittels derer zum einen Aussagen auf ihre Plausibilität und Akzeptabilität hin überprüft, angenommen oder verworfen und zum anderen die äußernden Subjekte bestätigt, diszipliniert und gegebenenfalls ausgeschlossen werden.“

Nun sind diese individuellen Machtspiele innerhalb eines Diskursensembles sicherlich verkraftbar, wenn man die Alternative bedenkt: eine Monopolisierung des Weltwissens. Eben diese Gefahr sehen viele Kritiker derzeit angesichts der aggressiven Geschäftsstrategie von Google. In der Selbstbeschreibung des Unternehmens heißt es treuherzig: „Das Ziel von Google besteht darin, die auf der Welt vorhandenen Informationen zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen.“ Dass dies alles nicht aus reiner Menschenfreundlichkeit, sondern mit dokumentierbaren Klickrates und Online-Werbebannern passiert, bleibt freilich unerwähnt. Was wäre eigentlich, so mahnen Kritiker, wenn diese Verfügungsgewalt über eine unvorstellbare Menge an Informationen zu einer Zentralisierung öffentlicher Güter führte, die nicht mehr umzukehren ist? Für Foucaults Vorstellung eines ständig vorwärts drängenden Macht-Wissens ist der Fall Google sicherlich der beste Beleg, der sich aktuell finden lässt.

Der Autor, eine Insel des Wissens

Neben der Gefahr einer Wissensverknappung bzw. Monopolisierung gibt es derzeit auch die begründete Sorge, die Verfahren der digitalen Wissensgenerierung, -speicherung und -distribution könnten zu einem Verlust eingeübter Kulturtechniken führen. Foucault hat die Verwirrung, die ein neues Medium in einem bestehenden Wissensregime anrichtet, einmal sehr konkret benannt: Die „Freiheit der Übertragung, der Verschiebung, der Transformationen, der Ähnlichkeiten und des Anscheins, der Reproduktion, der Verdopplung und der Fälschung“ war zwar auf die aufkommende Fotografie zwischen 1860 und 1880 gemünzt, passt aber genauso gut zu den Irritationen, welche die digitale Kultur mit ihrer Feier der freien Kopie gegenwärtig heraufbeschwört.

Beim Streit um das Urheberrecht in einer zunehmend von getauschten Immaterialgütern geprägten Welt gerät auch ein emphatischer Begriff von Autorschaft zunehmend unter Druck: Wen kümmert’s, wer spricht? Mit der zunehmenden Indifferenz gegenüber Quellenangaben, so der Soziologe Heinz Bude in einem google-kritischen Zeitungsessay von 2009, könne man leben, solange damit „das kindische Phantasma der geistigen Selbstgeburt“ ad acta gelegt werde. Nicht verabschieden dürfe man sich indes von der Autorschaft als orientierender sozialer Rolle. Gleichsam mit Foucault und gegen Foucault warnt Bude deshalb vor einer schleichenden Erosion des droit d’auteur:

„Der Name des Autors markiert eine ganz bestimmte Stelle in der Welt: die Stelle, an der aus dem Meer der Informationen eine Insel des Wissens entstanden ist. Kein absolutes Wissen, das sich auf mysteriöse Weise selbst weiß, sondern ein endliches, bezügliches und bewegliches Wissen, das an ein Ich gebunden ist, das auf eine ganz bestimmte, nicht so einfach reproduzierbare und schon gar nicht ersetzbare Weise Stellung genommen hat zur Welt. Der Autor macht sich durch seine Bewertungen angreifbar, aber genau dadurch beglaubigt er Wissen.“

Wird Google also dem Autor jenen Todesstoß versetzen, den der Poststrukturalismus nur wortreich andeutete? Charakteristisch für den inkonsequenten, aber „glücklichen“ Positivisten Foucault ist die Tatsache, dass er es bei einem Fatalismus der Macht niemals belässt. So betont er stets die unaufhörliche Dynamik von gegenläufigen Impulsen, die „negative Mechanismen der Verknappung“ in Gang setzen.

Auch wenn er vor den technischen Medien des 20. Jahrhunderts Halt macht, ist Foucault nicht nur ein wichtiger Stichwortgeber für die endlose Dynamik von Vermachtung und Freiheitsdrang, auch sein Blick auf Ablösungen, Brüche und Diskontinuitäten könnte dabei helfen, ein reflexives Ethos für die digitale Ära zu bewahren. In einer Welt der permanenten Updates und politischen „Nachbesserungen“ ist seine Bereitschaft zur ständigen Korrektur von eigenen Forschungshypothesen sicherlich nicht das schlechteste Vorbild.

P.S. Dieser Beitrag ist eine stark gekürzte Version eines Textes, der bereits 2009 erschien. Sein Verfasser wurde übrigens am Todestag Foucaults 14 Jahre alt.

by Jan Engelmann at June 25, 2014 07:00 AM

June 23, 2014

Liesel

Dan bleibt der unvollständige Schrott eben hier und ist ungepflegt.

Angesichts dieser Aussage in der Wikipedia weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

Es sind gerade die Schrott-Artikel die meist nach LA behalten wurden, die auch noch nach Jahren ungepflegt und in miesester Qualität in der Wikipedia rumgammeln. Da kümmert sich dann niemand mehr drum, vor allem nicht die lauten “Behalten”-Schreier.

Nachdem irgendjemand einen uninteressanten, uninteressierten und nicht informativen Artikel abgesondert hat und damit für alle Zeiten als “Erstautor” gilt, gibt es nur noch wenige “Autoren” die Lust haben, Zeit und Energie in etwas zu investieren, bei dem sie nur unter ferner liefen erwähnt werden.

Und angesichts des Hasses der derzeit in der Wikipedia gegenüber Autoren grassiert, die Qualität in den Vordergrund stellen, muss man sich nicht wundern, wenn diese Autoren unter diesen Umständen die Wikipedia wieder verlassen.

Dann gibt es auch niemanden der mal so einen Schrott-Artikel verbessert.

Aber es ist ja einfacher “Die Löschfraktion” für schlechte Artikel verantwortlich zu machen, als zu erkennen, dass die Löschfraktion (so es denn eine gäbe) gute Artikel behalten und schlechte löschen will.

 


Einsortiert unter:Ohne Kategorie, Wikipedia Tagged: Löschdiskussionen, Wikipedia

by Liesel at June 23, 2014 09:29 AM

June 19, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 16/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 16. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser wöchentliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 16/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Bishakka Datta bloggt über Leadership und Entscheidungsfindung im WMF Board of Trustees

Bishakka Datta, seit 2010 Mitglied des Kuratoriums der Wikimedia Foundation, hat im globalen Blog einen Beitrag zum Thema Leadership und Entscheidungsfindung im Kuratorium geschrieben. Der Beitrag gibt sehr anschaulich Einblick in die Herausforderungen und Besonderheiten der Kuratoriumsarbeit, und geht auch auf die Zusammenarbeit mit Gremien wie dem FDC und AffCom sowie mit der Geschäftsführung der WMF ein.

Signpost über die Wahl der Affiliate Selected Boardmitlieder

Die (oder heißt es der?) Signpost beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe mit der Frage, ob die Stimmabgaben der einzelnen Organisationen öffentlich gemacht werden sollten oder nicht. Bisher wurden die Stimmen im nicht-öffentlichen Chapters-Wiki abgegeben, einige Chapter haben ihre Präferenzen sowieso in den lokalen Wikis veröffentlicht, andere nicht. Im Beitrag kommen auch drei der vier Kandidierenden zu Wort.

Nominierungen neuer FDC-Mitglieder: Fragt sie aus!

Zur Zeit werden vier neue Mitglieder für das Funds Dissemination Committee gesucht. Per Eigen- oder Fremdnominierung sind bis zum 15. Juni 19 Bewerbungen eingegangen, darunter drei Kandidatinnen. Nun ist es an den interessierten aus dem Wikiversum, diesen Kandidierenden alle möglichen Fragen zu stellen und damit auch Einfluss auf den zukünftigen FDC-Prozess auszuüben.

Copyright-Industrie verklagt Wikimedia Schweden

Wikimedia Schweden hat eine Klage von Bildkonst Upphovsrätt i Sverige (BUS) erhalten, weil sie öffentliche Kunst öffentlich zugänglich machen. Die Website offentligkonst.se visualisiert Kunst im öffentlichen Raum in Schweden, was nach Ansicht von BUS eine Urheberrechtsverletzungen darstellt. Wikimedia Schweden sieht das indes anders.

Mitgliederversammlung von Wikimedia Österreich

Am 12. Juni fand die Mitgliederversammlung von Wikimedia Österreich statt.

Projekte und Initiativen

Wikimedia UK lässt “UK Wikimedians of the Year” nominieren

Wikimedia UK vergibt Preise für den UK-Wikimedian des Jahres, um den Freiwilligen und Institutionen für ihr Engagement zu danken. Zur Zeit werden Nominierungen entgegen genommen, die Preisverleihung findet im Rahmen der Wikimania statt.

Education-Newsletter ist da

Der Education-Newsletter berichtet über viele globale und lokale Aktivitäten rund um Bildung und Wissen im Wikiversum.

Neue Nutzungsbedingungen: Bezahltes Schreiben muss offen gelegt werden

Änderung unserer Nutzungsbedingungen: Verpflichtung zur Offenlegung Die Wikimedia Foundation hat Änderungen an den Nutzungsbedingungen für die Wikimedia-Projekte vorgenommen. Diese Änderung verdeutlicht und verstärkt das Verbot der Verheimlichung von bezahlten Bearbeitungen auf allen Wikimedia-Projekten und verpflichtet bezahlte Schreibende zur Offenlegung. Sie ist ab sofort gültig. Einzelne Projektcommunitys können jedoch für sich entscheiden, ob sie diese Änderungen anwenden, oder noch Modifizierungen vornehmen.

Auf Commons läuft bereits ein Meinungsbild, diese Änderungen der Nutzungsbedingungen für das Projekt nicht anzunehmen.

Heise berichtet

300.000 neue Bot-Artikel in der schwedischen Wikipedia und Diskussion zu Bot-Artikeln

Anders Wennersten hat angekündigt, dass Lsjbot 300.000 Wikipedia-Artikel über Pflanzenarten anlegen wird. Achim Raschka hat in seinem Blog auf englisch seine Position zu Bot-Artikeln dargelegt. Darauf antwortete Gerard Meijssen.

Wikicon 2014: Call for papers

Von Freitag 3. bis Sonntag 5. Oktober findet in Köln die WikiCon 2014 statt. Wer gerne einen Vortrag halten, einen Workshop anbieten, eine Diskussion organisieren oder ein spannendes Thema in einem anderen Format anbieten möchte, ist herzlich eingeladen, sich auf der WikiCon-Programm-Seite einzutragen. Bis zum 15. August 2014, also noch knapp zwei Monate, können noch Programmvorschläge gemacht werden.

@WeAreWikipedia auf Global Voices

Subhashish Panigrahi hat einen Beitrag über das Twitter-Projekt „We Are Wikipedia“ auf der Bloggerplattform GlobalVoices veröffentlicht. Subhashish erklärt unter anderem wo die Idee für das Projekt herkommt und greift einiger der unterschiedlichste Beiträge auf, die über den Twitter-Account in den letzten Wochen liefen. Inzwischen gibt es auch schon eine deutschsprachige Version des Beitrags

Technik

Wikimedia Technik-Report Mai 2014

Der aktuelle “Engineering Report” berichtet über alle Aktivitäten und Projekte, die die Wikimedia Foundation zum Betrieb der Seiten und technischen Weiterentwicklung durchführt. Neben dem Rückblick werden auch zukünftige Termine für Office Hours angekündigt.

Techn Newsletter

Der aktuelle Tech-Newsletter, der von den Tech-Ambassadors gefüllt wird, ist da. Themen sind u.a. VisualEditor, MediaViewer und Single-User-Login.

Diskussion

Sigpost über bezahltes Schreiben

Im Nachgang zum Statement der Kommunikationsagenturen in und über Wikipedia hat sich nun die Signpost dem Thema angenommen und interviewt William Beutler (WWB), den Initator des Treffens der Agenturen.

Und auch das Statement selber ist Thema der aktuellen Ausgabe.

Presse und Websites

Gangnam statt Wikipedia

Der Economist hat festgestellt, dass diese Woche das bekannte Musikvideo „Gangnam Style“ des koreanischen Sängers Psy mehr als zwei Milliarden Mal angeschaut wurde. Dies entspricht 140 Millionen Stunden bzw. 16.000 Jahren. In einer amüsanten Grafik stellt die Zeitschrift darauf Vergleiche auf, was in (mit) dieser Zeit noch alles hätte erreicht werden können: unter anderem mehr als anderthalb Mal die gesamte Wikipedia zu schreiben.

Termine

OpenSym (früher: WikiSym) in Berlin

Noch über zwei Monate hin, aber hier sei schon mal darauf hingewiesen: Vom 27.-29. August 2014 findet in Berlin die OpenSym (die früher WikiSym hieß) statt. Die Konferenz spricht Forscher und Praktiker an, die sich mit offener Kollaboration und Innovation (wie Open Access, Open Data und Open Educational Resources) befassen.

OpenData Portal Österreich

Das OpenData Portal Österreich geht am 1. Juli online. Deswegen findet eine Feier in Wien unter anderem mit Wikimedia Österreich statt.

http://lists.wikimedia.org/pipermail/vereinat-l/2014-June/001810.html

Digitale Kompetenzen: Datenschutz – Eine unterschätzte digitale Kompetenz?

Am Montag, den 23.06.2014 startet die Veranstaltungsreihe “Digitale Kompetenzen”. Die Reihe findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 – Digitale Gesellschaft statt und wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Die Auftaktveranstaltung der Reihe wird sich mit dem Thema “Datenschutz – Eine unterschätzte digitale Kompetenz?” befassen. Die Veranstaltung ist kostenfrei, über eine Anmeldung freuen wir uns.

by Nicole Ebber at June 19, 2014 03:40 PM

June 17, 2014

Liesel

Jimmy Guthrie und Kurt Mansfeld

Durch die Wikipedia-Diktatoren Andreas Werle und Otberg wird folgender Artikelabschnitt wegzensiert und der Autor Pessottino mit Autorensperre bestraft.
Damit das Wissen nicht durch diese nichtwissenden Sperr- und Löschaccounts vernichtet wird, hier nochmals die Erwähnung

 Beteiligung am tödlichen Unfall Jimmie Guthries

Im August 1937 spielte Kurt Mansfeld eine wohl entscheidende, aber nie vollständig aufgeklärte Rolle beim Unfalltod des britischen Ausnahmepiloten Jimmie Guthrie. Dieser lag an jenem Tag in der letzten Runde des 500er-Rennens um den Großen Preis von Deutschland auf dem Sachsenring auf seiner Norton mit über zwei Minuten Vorsprung in Führung, als er wenige hundert Meter vor dem Ziel, unterhalb des Streckenabschnitts „Heiterer Blick“, stürzte und sich dabei so schwer verletzte, dass er wenig später verstarb.

Lange Zeit galt ein Kettenriss an Guthries Maschine als wahrscheinliche Unglücksursache. Im Jahr 1992 sprach jedoch Stanley Woods, ein langjähriger Konkurrent und Wegbegleiter Guthries zum ersten mal über den Unfall und gab einem Deutschen – Kurt Mansfeld – die Schuld am Unglück.

“I am prepared to go on oath that Guthrie was fouled. I saw the accident because I was coasting to a halt with a broken petrol pipe. Two riders passed me, a German and Guthrie. It was just before a downhill right-hander which Jimmie took flat out. The German knew Guthrie was right behind him, for he’d been there for some time. But the German couldn’t take it flat out, slackened, and pulled into Jimmie’s path, forcing him off the road into a line of saplings. He ended up in the foot of a ditch.”

– Stanley Woods 1992
(„Ich bin bereit zu beschwören, dass Jimmie gefoult wurde. Ich sah den Unfall, weil ich mit einer defekten Benzinpumpe ausrollte. Zwei Fahrer passierten mich, ein Deutscher und Guthrie. Das war genau vor der Bergab-Rechtskurve, die Jimmie mit Vollgas durchfuhr. Der Deutsche wusste, dass Guthrie genau hinter ihm war, da er ihm bereits einige Zeit lang folgte. Aber der Deutsche konnte die Kurve nicht voll nehmen, lupfte, zog auf Jimmies Linie und zwang ihn von der Strecke in eine Reihe junger Bäume. Er endete in einem Böschungsgraben.“)


Einsortiert unter:Motorsport, Wikipedia Tagged: Andreas Werle, Jimmie Guthrie, Kurt Mansfeld, Otberg, Sachsenring, Wikipedia

by Liesel at June 17, 2014 06:26 AM

Achim Raschka

Commons random files: Tupolew Tu-144 auf einer russischen Briefmarke


Tupolew Tu-144 auf einer russischen Briegmarke (Public Domain)

Mal was vollständig anderes in dieser Serie: Eine abgestempelte Briefmarke aus dem Jahr 1969, die das russische Überschallflugzeug Tupolew Tu-144 zeigt. Zu der Maschine etwas zu schreiben ist müssig, dafür gibt es einen langen Wikipedia-Artikel - einzig, dass es sich bei der Tu-144 um das erste Überschallverkehrsflugzeug noch vor der bekannten Concorde handelte sei hier erwähnt.

Spannender scheint mir als Nicht-Philateslisten der Briefmarkenbogen, der neben der Abbildung des Flugzeuges auch ein Bild mit den Tierkreiszeichen sowie ein Zitat des Erfinders des Flugzeuges, Alexei Andrejewitsch Tupolew, enthält. Die Marke hatte einen Wer von 50 Kopeken, also einem halben Rubel.

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 17, 2014 06:24 AM

June 16, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Einen Köder ausgeworfen

Förderer des Freien Wissens im Einsatz

Gefühlt 30° im Schatten. Freitag in Stuttgart. Aufgeräumte Redakteure und Wikipedianer in einem Raum. Es ging recht lustig zu. Man sprach über Linux und Open Data, über das Wikiversum, Abrufstatistiken und die öffentlich rechtlichen Sendeanstalten. Gruselbilder wurden gezeigt und schließlich surrten die Rechner.

Zu Gast beim Südwestrundfunk. © Foto: Ra Boe / Wikipedia / Lizenz: Creative Commons CC-by-sa-3.0 de, via Wikimedia Commons

 

Gemeinsam mit vier Wikipedianern aus dem Raum Stuttgart war ich zu Besuch beim Südwestrundfunk im Stuttgarter Stammhaus. Wir waren eingeladen worden zu erklären, warum Freie Lizenzen auch im Sender zur Anwendung kommen sollten: Win Win, wie es Neudeutsch heißt. Entspricht das nicht dem Gedanken: Eine Hand wäscht die andere? Diesen Blog haben wir schon oft den öffentlich rechtlichen gewidmet – diesmal direkt vor Ort. Unser Anliegen war es, die Mitarbeiter zu motivieren, selber und mit tatsächlichem Verständnis der Wikipedia-Richtlinien in der Wikipedia aktiv zu werden. Zum anderen den Sender dazu zu bewegen, eigenes Material unter einer Freien Lizenz nachhaltig für die Weiternutzung zur Verfügung zu stellen. Doch vor allem ging es darum zu demonstrieren, dass hinter der Online-Enzyklopädie und den anderen Wikimedia-Projekten Menschen stehen, mit denen man reden kann. Einige der Redakteure staunten nicht schlecht, als sie erfuhren, dass Wikipedianer in ihrer Freizeit mit eben so viel Elan Wikipedia-Artikel schreiben, oder Fotos in Wikimedia Commons hochladen, wie andere Fußball spielen, und dabei eben soviel Spaß haben.

Ein paar der Fragen

„Ja, woher wissen Sie denn, dass da keiner Quatsch reinschreibt?“ Dafür gibt es die Beobachtungslisten.

„Wer legt denn fest, ob eine ARD-Serie einen eigenen Wikipedia-Artikel haben kann?“ Lesen Sie es nach bei den Relevanzkriterien.

„Wer bestimmt, ob die Löschung eines Artikels oder eines Fotos gerechtfertigt ist?“ Die Schwarmintelligenz.

„Wie kommen denn ausgerechnet diese teils grauslichen Fotos von den Showgrößen der ARD in die Wikipedia-Artikel?“ Es sind die besten, die wir bekommen können. Geben Sie uns doch besseres Material!

Peter Boudgoust unter Beobachtung

Vortrag und Diskussion und anschließend noch ein Einführungsworkshop in die Wikimedia-Projekte für interessierte Mitarbeiter des SWR. So sah das Tagesprogramm dieser ersten Begegnung aus. Als nächstes soll im Herbst eine Führung für Wikipedianer durch das Sendehaus mit Besuch einer Live-Sendung folgen. Bis dahin hat sich der SWR vielleicht schon durchringen können, zum Beispiel Fotos der Presseabteilung unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen. Erste Benutzerkonten wurden schon angelegt. Behalten wir mal den Artikel zum SWR Intendanten auf der Beobachtungsliste. Möglicherweise schmeckt der Wurm dem Fisch.

 

 

by Barbara Fischer at June 16, 2014 08:17 PM

June 13, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Nikki Zeuner – Herzlich Willkommen!

Foto: Jan Apel, CC-BY-SA 3.0

Der Jahresplan für 2014 kündigt eine Diversifizierung der Einnahmequellen des Vereins an. Was heißt das? Neben der jährlichen Spendenkampagne des Fundraising-Teams und u. a. den Mitgliederbeiträgen, soll in Zukunft die Mischung aus verschiedenen finanziellen Standbeinen absichern, dass Wikimedia Deutschland seinem Vereinszweck nachkommen und Freies Wissen fördern kann. Dazu gehört zum Beispiel auch die Kooperation mit Stiftungen und anderen privaten und öffentlichen Partnern. Konkret geht es um Drittmittel, aber ich habe ganz bewusst das Wort “Kooperation” zuerst geschrieben, denn Geld ist nichts ohne Kontext. In der Arbeit mit geldgebenden Institutionen geht es um gemeinsame Ziele, um eine Beziehung zueinander. Beides fällt nicht vom Himmel, sondern benötigt aktiven Outreach, Aufbau von Vertrauen und das effektive Arbeiten auf eine gemeinsame Vision hin. Ich freue mich sehr, dass wir in Nikki Zeuner jemanden gefunden haben, die dank großer Erfahrung und Expertise genau das für Wikimedia Deutschland angehen wird. Nikki ist seit dem 1. Juni für Drittmittelakquise und Partnerschaften zuständig. Nikki bringt viel Erfahrung mit, um die Aufgabe der Einnahmendiversifizierung anzugehen. Ich möchte ihr aber nicht vorgreifen und gebe an dieser Stelle gerne das Wort weiter:

Ich freue mich sehr auf die Arbeit bei Wikimedia – darauf, institutionelles Fundraising für diese starke, gut aufgestellte Organisation voranzubringen. Partnerschaften und kollaborative Projekte sind seit vielen Jahren zentraler Fokus meiner Arbeit als Fundraiser und Grant Writer. Ich habe in den letzten 20 Jahren im US-Nonprofit-Sektor gearbeitet, wo gemeinsames Wirken und kooperative Ressourcenbeschaffung mehr und mehr das wettbewerbsbestimmte Fundraising ersetzt. Wikimedia hat schon viele Elemente aufgebaut, die uns zu einem interessanten und förderfähigen Partner machen: Kommunikation, Evaluation, innovative Projekte und starke Bindung an die Communitys. In den nächsten Wochen und Monaten werde ich mich intensiv in die Themen und Strukturen einarbeiten, um dann in der nächsten Phase potentielle Partner zu identifizieren.”

Herzlich willkommen, Nikki!

by Pavel Richter at June 13, 2014 09:15 AM

Achim Raschka

A position on bot-generated articles

At the beginning of this week I was asked by a journalist from the Wall Street Journal about my opinion on bot-generated articles and the activity of Lsj and his bot Lsjbot in the swedish wikipedia as an addition to the answers she got from Lennart Guldbranson, a well known wikipedian from Sweden. The following is what I answered:
You asked me to answer some questions concernig the bot-generated content since I may have a more critical opinion on Lsjbot and bot-generated content than Lennart. To claim first: I am not active in the Swedish Wikiepdia so my view is more general on the topic than focussed on sv.wikipedia.org.

To introduce myself: I am mostly active in the German Wikipedia where you can find my profile and work at https://de.wikipedia.org/wiki/<wbr></wbr>Benutzer:Achim_Raschka - there are also some dropboxes where you can find a list of articles written by me. As you can see there my focus is on zoology and especially on animal species - one of the main areas the Lsjbot has been working in.
To come to your questions:
Concerning Lsj:
I do not know Lsj (the user who started with bot-generated contend via his bot Ljsbot) personally and the only work from him I know is the topic on bot-generated content in several wikipedias. I am sure he is doing his best to bring Wikipedia forward and that the start of this project for him is a step to make Wikipedia better again. So from my point I am not in opposition to him as a person even when I am critizising hin in this special topic.
Concerning bot-generated articles:
In this case I have a clear point: I am mostly against the production of bot-generated stubs and especially against this type of content on species that was produced by Lsjbot in the swedish and other wikipedias in a very high number. In my opinion this type of content may only push quantities if you are counting numbers but they aren't useful for readers and for the evolution of a wikipedia (from my point of view)

For readers an article like e.g. Yungasia_tricolor (random article) does not really help if someone is searching for informations. This article only transports more or less correct taxonomic notes on a species name - it does not help if you want to know something on this species - how it looks like, where it lives and how it lives. So if really someone searches for this special species of leafhoppers (what only can be expected for experts in entomology) he will not find any needful information on it that helps - the information given is not better than no information. I would expact that an author at least would tell me where I can find it (Brasil as you can read in the easy to find first description of Zanol 1991) - the main argument that this article is better than none does not count for me.
For quality reasons I  prefer to have less good than millions of non-articles. To compare: Rüppellfuchs was the work of weeks for me and may be an extreme but even articles like Rot-Weißes_Riesengleithörnchen (2 hours work at maximum) show what should be the goal - compare them with the svedish one <wbr></wbr>Petaurista_alborufus (and please compare the number of subspecies that is 0 in sv and 6 in my article).

For browsing users who will find this article by random it is the same - the article is boring to read and 99% of other random articles are the same (try slumpartikel).
For authors: It is often claimed that if there is a short article (stub) new users will come and expand this - my experience tells another story: It is unattractive to expand an existing stub since most users will try to find niches where to start articles from scratch - articles that are not existing are the best way to persuade authors to bring in their knowledge with the start of a new article and even if this may be the same quality as a bot-content it is worth more since it is the start of a potential new author. The best way to discourage potential authors is to present them a field of thousands of pseudo-articles with always the same structure where his own work will get lost between all these and will not be find by others. I think: yes, you can have a 1.5-million-articles wikipedia if you use bots but this will lead to the decrease or even death of user activity in the areas you try to fill with this action. If the German WP were populated with those stubs I don't think that I would be interested to work in this with my knowledge.
To have a compromise: I would think it would be a good idea to use Ljsbot and others to fill in datasets in the WikiData project and provide those data to the authors for example when they start an article to choose if they want to use it. This could increase the quality of WikiData as a database without flooding the wikipedias and could be a valuable addition. The only fields where I could imagine boticles are areas where nothing more is existing than database entries (e.g. galaxies) or for some geographical additions - but also there I see more problems than positive effects.

It is a bit longer than I expected now. Sorry about my not that good english but I think one can understand my points. If there are any open questions please don't hesitate to contact me.
Best regards,
Achim

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 13, 2014 05:28 AM

June 12, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 15/2014

Herzlich Willkommen zur 15. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser wöchentliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 15/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

FDC Advisory Group empfiehlt Fortbestehen des FDC

Die Funds Dissemination Advisory Group empfiehlt, dass das FDC auch nach der zweijährigen Testphase weiter bestehen soll. Allerdings sollen am Gesamtprozess mehrere kleine und große Veränderungen vorgenommen werden. Ende Juli wird die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Lila Tretikov, die endgültige Entscheidung über die Zukunft des FDC treffen.

Diskussion zur Wahl der Affiliate Selected Board Seats

Patricio Lorente und Frieda Brioschi sind in der letzten Woche auf die Affiliate Selected Board Seats ins Kuratorium der Wikimedia Foundation gewählt worden. Chris Keating, einer der Moderatoren des Wahlvorganges, hat nun einen Rückblick auf den Wahlprozess angestoßen und bittet um weitere Kommentare.

Wikimedia Israel: Kooperation mit Bildungsministerium

Wikimedia Israel haben eine gemeinsame Initiative angestoßen: Schülerinnen und Schüler in Israel sollen im Geschichts-, Geografie- und Wissenschaftsunterricht lernen, wie sie an der Wikipedia mitarbeiten können. Um die neuen Lehrpläne umsetzen zu können, werden Lehrenden entsprechende Trainings absolvieren.

Projekte und Initiativen

GLAM-Newsletter Mai

Der Newsletter rund um Themen zu Galleries, Libraries, Archives and Museums für den Monat Mai ist da!

Statement zu Wikipedia von Kommunikationsagenturen

Mehrere Kommunikationsagenturen haben – nach Beratung mit Wikipedianern und Akademikern – ein Statement zum Umgang zwischen eben diesen Agenturen, ihren Kunden und der Wikipedia veröffentlicht. Ein gemeinsames Treffen fand in Washington statt, eingeflossen sind vorherige Diskussionen und die Richtlinien, die das UK Chartered Institute of Public Relations in 2012 veröffentlicht haben. Das Statement ist bisher nur in der englischsprachigen Wikipedia verfügbar, heise.de berichtet.

OpenGLAM-Workshop: Teilnehmende gesucht!

Im Rahmen des Open Knowledge Festival im Juli in Berlin findet in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein Workshop zum Thema OpenGLAM statt. Für das 4-stündige Treffen werden noch GLAM-Aktive gesucht, die sich als Teilnehmende oder Referenten einbringen möchten. Ziel des Workshops ist die Gründung einer deutschsprachigen OpenGLAM-Arbeitsgruppe.

@WeAreWikipedia twittert aus Deutschland

Jede Woche übernimmt eine andere Person aus dem Wikiversum den Account @WeAreWikipedia und twittert, was in einer ganz normalen Wiki-Woche so um sie oder ihn herum passiert. Diese Woche ist Benutzer:Southpark an der Reihe. Themenvorschläge können auf seiner Benutzerseite hinterlassen werden.

Sumana Harihareswaras Keynote bei der WikiConference USA

Und unter anderem die Signpost lobt Sumana’s Keynote auf der WikiConference USA von letzter Woche. Sie referiert 30 Minuten lang über Willkommenskultur, Diversität und das Klima in den Wikimeda-Projekten.

Wikimania-Deadlines verlängert

Die Anmeldefristen für die Wikimania-Anmeldung haben sich verlängert. PayPal wird als Zahlungsmöglichkeit zugelassen werden. Auch kündigte Ellie Young von der Wikimedia Foundation an, dass es weitere Veranstaltungshotels geben wird.

Technik

Code-Review bei Wikimedia Deutschland

Die PHP-Experten Sebastian Bergmann (Autor von PHPUnit), Stefan Priebsch und Arne Blankerts haben das Softwareentwicklungsteam von Wikimedia Deutschland einen ganzen Tag für ein intensives Seminar besucht. Gemeinsam wurde dort unter anderem ein Code Review am Sourcecode von Wikibase für MediaWiki (der Software hinter Wikidata) durchgeführt.

WMF: Erster Entwurf der Planung für 2014-15 der Softwareentwicklung

Erik Möller hat den ersten Entwurf der Ziele des “Engineering and Product Development department” der Wikimedia Foundation für das Geschäftsjahr 2014-15 veröffentlicht. Der Planungsprozess zieht sich noch durch den gesamten Juni, noch gibt es also die Möglichkeit, die Ziele und Vorhaben der WMF für neue Tools und technische Änderungen in den Wikimedia-Projekten zu kommentieren und zu beeinflussen. Auf der Benutzerseite von Jimmy Wales wird z. B. das Thema Flow (die neuen Diskussionsseiten) und die Archivierung der vorhandenen Diskussionsseiten angesprochen.

WMF und Entwickler-Community wechseln von Bugzilla zu Phabricator

Phabricator ist eine Open Source Softwareentwicklungsplattform für Projektmanagement, Bug Reporting und Code Review. Nachdem ein Meinungsbild innerhalb der Entwickler-Community sich positiv für einen Wechsel weg von Bugzilla, Trello, Gerrit und anderen Tools hin zu Phabricator ausgesprochen hat, läutet die WMF nun Schritt für Schritt die Migration ein. Andre Klapper ist “Bug Wrangler” bei der WMF und leitet das Projekt.

Presse und Websites

BND startet Transparenzoffensive wegen Wikipedia

Die NDR-Sendung ZAPP bringt einen Beitrag zum Bundesnachrichtendienst und dessen aktueller Transparenzoffensive (z. B. BND-Schilder an BND-Gebäude anbringen). Darin kommt der BND-Chef Schindler zu Wort und gibt zu, dass Wikipedia nicht ganz unschuldig an der neuen Transparenz und der “modernen Homepage” des BND ist.

Termine

Open Knowledge Festival in Berlin

Noch ein paar Wochen hin, aber sicher auch für die Leser- und Leserinnenschaft der Woche interessant: Vom 15. bis 17. Juli findet in Berlin das Open Knowledge Festival statt. Unter dem Motto “Open Minds to Open Action” kommen in der Kulturbrauerei im Prenzlauer Berg etwa 1000 Menschen aus der ganzen Welt zusammen. Auf der Agenda steht die Veränderung der Gesellschaft durch Open Data und Freies Wissen, die Zusammenarbeit verschiedener Menschen und Communities, die gemeinsam die Kraft von freien und offenen Tools erkannt haben und der Ausblick in eine gemeinsam zu gestaltende Zukunft. Tickets sind noch erhältlich, auf der Website sieht man auch, wie divers die Teilnehmerschaft sein wird. Interessierte können über das internationale Teilnahmeunterstützungs-Programm die Übernahme der Reisekosten beantragen.

Deutschsprachige Sprechstunde zum Umzug vom Toolserver nach Tool Labs

Am Dienstag, den 17.06. findet um 18 Uhr eine deutschsprachige Sprechstunde mit Silke Meyer und Birgit Müller (WMDE) zu Fragen rund um den Umzug statt. Die Sprechstunde im IRC-Channel #wikimedia-office richtet sich insbesondere an Nutzer und Nutzerinnen der Tools.

Prä-Wikimania-Treffen am 12./13.7. in Berlin

Am 12./13. Juli wird in Berlin ein Prä-Wikimania-Treffen für Wikimania-Fahrende und -interessierte geben.

by Nicole Ebber at June 12, 2014 04:16 PM

GLAM-Aktive: Kommt zum OpenGLAM-Workshop

Kommt zum Open-GLAM-Workshop am 15. Juli 2014

Vom 15. bis 17. Juli findet in der Berliner Kulturbrauerei das Open Knowledge Festival 2014 statt. Auf der internationalen Konferenz werden Themen rund um offene Gesellschaft, freie Daten und Freies Wissen besprochen. Es werden bis zu 1.000 Menschen aus ca. 60 Ländern erwartet.

Eine der vielen Satellitenveranstaltungen rund um das OKFestival ist ein OpenGLAM-Workshop, der von der OpenGLAM-Initiative, dem Projekt DM2E, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland organisiert wird. Erwartet werden ca. 50 Gäste, vorrangig aus den DACH-Ländern, die sich in verschiedenen Bereichen mit offenen Kulturdaten beschäftigen. Die ca. vierstündige Veranstaltung soll dazu dienen, dass sich die verschiedenen Akteure persönlich kennenlernen und über Themen rund um digitale Kultur austauschen können. Einen Vormittag lang wird über Open Data in Kulturinstitutionen und den diesbezüglichen Stand der Dinge im deutschsprachigen Raum gesprochen. Darüber hinaus soll an diesem Tag der Startpunkt für die Gründung eines OpenGLAM-Netzwerks gelegt werden. Die Perspektive der Ehrenamtlichen, die sich seit Jahren für die freie Nachnutzung von Kulturdaten einsetzen und viel Erfahrung auf diesem Gebiet mitbringen, darf hierbei natürlich nicht fehlen.

Wir möchten euch gern zum OpenGLAM-Workshop einladen – als Teilnehmende und gern auch als Speakerin oder Speaker. Habt ihr Lust, bei einem 10-minütigen Vortrag eure GLAM-Aktivitäten in den Wikimedia-Projekten vorzustellen? Die Teilnahme von Aktiven aus den Wikimedia-Projekten ist bei der Gründung eines deutschen OpenGLAM-Netzwerks sehr wichtig, da schließlich deren Engagement die Zusammenarbeit zwischen Freiwilligen und Kulturinstitutionen und die Zugänglichkeit von freien Inhalten gewährleistet. Wikimedia Deutschland übernimmt die Reise- und Fahrtkosten für die Teilnahme. Zusätzlich kann der Referent oder die Referentin, finanziert von Wikimedia Deutschland, am gesamten OKFestival teilnehmen, das unmittelbar nach der OpenGLAM-Veranstaltung stattfindet.

Bitte schreibt bis zum 24. Juni an kultur@wikimedia.de, ob ihr am OpenGLAM-Event teilnehmen wollt und schickt uns eine kurze Beschreibung der GLAM-Aktivität, die ihr vorstellen möchtet.

In Kürze:

OpenGLAM-Workshop

15. Juli 2014, 9 – 13:30 Uhr

Ort: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

Links:

http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

http://2014.okfestival.org/

Foto:

Volker Agueras Gäng (Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon) [CC-BY-2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons, basierend auf der Zeichung von Julian Kücklich (@playability), [CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

by Katja Ullrich at June 12, 2014 01:21 PM

Edit-a-thon “Frauen in der Wissenschaft”

Dies ist ein Gastbeitrag von der Sengerin, Mitorganisatorin des Edit-a-thon “Frauen in der Wissenschaft” im Rahmen des Projektes Women edit.

Der Artikel über die britische Botanikerin Margaret Cavendish Bentinck entstand im Rahmen des Edit-a-thons, Bild von Christian Friedrich Zincke via Wikimedia Commons

Am 30. Mai 2014 machten sich acht wackere Wikipedianerinnen und vier virtuelle Autor_innen auf, gemeinsam etwas Sinnvolles in die Tastaturen zu tippen. Edit-a-thons sind in der deutschsprachigen Wikipedia ein eher neues Format. Man steckt sich ein Themenfeld ab, setzt sich ein Ziel, und dann geht’s los – online wie offline. Wir hatten das Thema “Frauen in der Wissenschaft” gewählt und wollten damit dem Wikipedia-Tagesgeschäft etwas hinterher räumen und über längst vergessene oder brandaktuelle Wissenschaftlerinnen schreiben. Das Feld ist riesig und das Ziel sehr ambitioniert, denn ein Großteil der relevanten Forscherinnen fehlt in unserer Enzyklopädie noch. So fiel es unserem Berliner Kreis auch nicht schwer, unbeackertes Feld zu finden: Kaum eingeloggt war jede in ihre Arbeit versunken.

Zwischenzeitliche Freudenschreie, wenn wieder ein Artikel fertig war oder – was uns auch sehr gefiel – wenn Autor_innen online “Geschenke” brachten in der Form von Edits oder ganzen Artikeln. Kuchen gab es auch, und dennoch war das kein Kaffeeklatsch. 13 neue Artikel sind entstanden, fünf wurden ausgebaut! Einige Autorinnen editierten noch am Abend und am nächsten Morgen weiter an ihren neuen Artikeln.

Nicht zuletzt hat jede von uns aber noch viel mehr mitgenommen: Ich selbst bin seit gestern stolze Autorin eines Artikels über Lydia Makhubu, habe schon ein neues Projekt begonnen und freue mich über die vielen anderen neuen Artikel, etwa über die Botanikerin Margaret Cavendish Bentinck, die Industriephysikerin Ellen Lax oder die Ethnologin Karin Hahn-Hissink. Nicht nur bringen sie die Wikipedia voran und machen aus ihr die beste Enzyklopädie, die wir haben können. Solche Artikel entstehen zu lassen ist für uns auch empowernd, so sehr, dass wir die Veranstaltung im August wiederholen werden.

by Christopher Schwarzkopf at June 12, 2014 09:40 AM

June 11, 2014

Achim Raschka

100 Arschlöcher

Immer wieder wird über Sexbilder auf den commons geschimpft, zuletzt griff ein Lehrerverband dieser Thema auf und schaffte damit ein beachtliches Presseecho. Nun gehöre ich sicher nicht zur prüdesten Fraktion der Wikipedianer (nicht umsonst hatte ich in der Vergangenheit eine Anzeige aufgrund der Verbreitung pornografischer Inhalte am sprichwörtlichen Sack) und als Hauptautor zahlreicher Artikel der Genitalanatomie (sowohl die Vulva und Vagina wie auch der Penis und der Hodensack sind weitestgehend von mir) nutze ich sogar regelmässig die Fülle des vorhandenen Materials - aber in einem kann ich den Kritikern nur recht geben:

Wir haben viel zu viele schlechte bis katastrophale Bilder von Penissen, Vulven, Arschlöchern, Ejakulationen und Sexualpraktiken!

Das Problem: Auch für das schlechteste Bild finden sich Befürworter, die es als wertvoll betrachten und es ist nahzu unmöglich, die Massen wieder loszuwerden. Eines meiner neuen Projekte nenne ich entsprechend 100 Arschlöcher - in den nächsten Wochen möchte ich mindestens 100 dieser vollkommen überflüssigen Bilder löschen lassen! Die ersten 8 wurden dabei bereits gelöscht, das nächste Set wurde der Löschdiskussion übergeben.

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 11, 2014 04:32 PM

Liesel

Revolutionäre Ideen?

Auf der Benutzerdiskussionsseite von Olaf Simons fand ich eine interessante Diskussion.

Mal ein paar Anmerkungen meinerseits dazu. Ob jetzt die gesichteten Versionen wirklich so kontraproduktiv sind, möchte ich bezweifeln. Ja auch nach Jahren der Einführung der Sichtungen ist die Meinung noch immer gespalten. Ich kann mich aber an Diskussionen aus der Anfangszeit der Gesichteten Versionen erinnern, als argumentiert wurde, dass gerade im Wissenschaftsbetrieb es als “komisch” angesehen wird, dass alle Änderungen sofort live gehen und niemand weiteres darüber schaut. Ich glaube hier haben wir es eher mit einem Kommunikationsproblem bezüglich der gesichteten Versionen zu tun. Natürlich wird grundsätzlich erstmal kein Vandalismus unterstellt, aber es ist auch nicht schwer zu begründen, dass bestimmte Edits (IPs, Neulinge) kontrolliert werden sollten. Wir haben einen relativ geringen Rückstand bei den Sichtungen was die Anzahl (ca. 7000 Artikel) aber einen hohen was die maximale Anzahl der Tage (ca. 14) betrifft. Hier sollte auf jeden Fall etwas passieren.

Was hilft es dem Leser wer der Autor eines Artikels ist? Die Namen der Autoren sagt nur den langjährigen Wikipedianern etwas und nur sie können einschätzen ob der Autor in diesem Thema über entsprechendes Wissen bzw. Können verfügt oder nicht. Die Frage der Autorennennung ist somit eher etwas für die Eitelkeit der Autoren. ;-)
Um wirklich erkennen zu können, ob jemand in einem Gebiet entsprechende Kenntnisse hat, wäre es dann sinnvoll, wenn dem Leser entsprechende weiterführende Infos zum Autor geboten werden (hat auch geschrieben ….)
Man kann so etwas machen, nur wird es keine großen Auswirkungen auf die Wikipedia haben.

Die Abschaffung des “Neutral point of view” (NPOV), “original research” (OR) und der Relevanzkritierien sind verschiedene Punkte die nicht in einem Topf gehören.
Mit dem NPOV soll erreicht werden, dass bei den Themen eine gewisse Neutralität zum Thema gewahrt wird. Es geht eben nicht nur um kontroverse oder umstrittene Sachen. Auch der Artikel zu einem Fußballklub könnte nach Abschaffung des NPOV mehr nach Vergötterung als nach seriöser Information ausschauen. Ich halte deshalb die Abschaffung dieses Punktes nicht für sinnvoll, weil sie die Arbeit der Autoren erschwert und die Wartung der Artikel unmöglich macht.

Was bedeutet “original research”? Ursprünglich ging man davon aus, dass nur anerkanntes Wissen in die Wikipedia aufgenommen wird, d. h. vorhandenes wird wiedergekäut.
Inzwischen ist aber durch die Vielfalt der Themen und der Möglichkeit dazu zuschreiben insbesonders beim Zusammenstellen einzelner Fakten eine Art “Forschung” entstanden. Ich denke da nur an die vielen Artikel im Bereich Geografie. Gerade dort wird erstmals eine umfassende Beschreibung von Orten, Gewässern, Bergen etc. geleistet, die in diesem Umfang bisher einmalig ist. In diesem Sinne kann man über die Abschaffung von OR nachdenken.
Schwieriger wird es aber wenn dieser eher beschreibende Bereich verlassen wird. Wie soll gewährleistet werden, dass eine These die jemand aufstellt und in der Wikipedia niederschreibt auch wirklich haltbar ist. Wo soll die Diskussion dazu stattfinden und wer soll das diskutieren?
Ich denke es wird nicht funktionieren, die Wissenschaft mit der Wikipedia zu fusionieren, so wie es Olaf Simons vorschwebt. Im Endeffekt wird das Diskussionsverhalten und das Diskussiongebahren in der Wikipedia die Wissenschaftler eher verschrecken. Und ein Diskussionsverbot oder ähnliches wird die Community nicht akzeptieren.

Die Abschaffung der Relevanzkritierien ist immer wieder umstritten. Dies aber vor allem deshalb, weil sie von vielen, auch Inklusionisten aus “Löschkriterien” angesehen werden. Eine Abschaffung würde nur dazu führen, dass über viel mehr Artikel als jetzt diskutiert wird, da ja jeder Artikel potentiell irrelevant sein könnte.

Um Wikipedia für andere attraktiver zu machen ist es sinnvoll, die Diskussions- und Umgangskultur in der Wikipedia zu ändern. Immer mehr werden diejenigen, mit denen man nicht einer Meinung ist, die man (wegen was auch immer) beneidet, als Feinde gesehen, die aus der Wikipedia gedrängt werden müssen. Das dies so ist, sieht man ja deutlich an den zurückgehenden Autorenzahlen. Man muss es deutlich sagen, in der Wikipedia herscht Krieg.

Abschließend komme ich eigentlich zum Schluss, man kann über vieles debattieren, solange es nicht gelingt den Krieg in der Wikipedia zu beenden, wird sich die Situation nicht verbessern und wir werden auch keine neue Autoren oder Autorengruppen gewinnen.

 

 

 


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Wikipedia

by Liesel at June 11, 2014 08:04 AM

June 10, 2014

Liesel

Wikipedia und die Union Pacific Railroad

Ich lese derzeit das sehr empfehlenswerte Werk von Maury Klein zur Geschichte der Union Pacific Railroad. Da macht es natürlich Sinn, immer mal zu schauen, was den so in der Wikipedia dazu steht.

Da ich mit der Lektüre noch nicht fertig bin, kann es sein dass es Fortsetzungen dieses Artikels gibt.

Aber beginnen wir mal.

Union Pacific Railroad: Angesichts der Bedeutung der Gesellschaft für den Schienenverkehr in den USA, ist er relativ kurz und auf wenige Dinge beschränkt. Das er noch nicht aktualisiert wurde (der in der deutschen WP genannte Präsident ist inzwischen verstorben) ist jetzt nicht wirklich wikipedia-untypisches. Das wird viele Artikel betreffen und ist ein Zeichen von fehlenden Autoren.

Der Geschichtsteil ist einigermaßen umfangreich. Der Artikel enthält jedoch einen gravierenden Fehler. Die Gesellschaft musste in den 1870er nicht Konkurs anmelden. Die Umfirmierung hat einen ganz anderen Grund. Dieser Fehler wurde wahrscheinlich aus der englischen Wikipedia übernommen.

Außerdem wird Jay Gould als Präsident aufgeführt. Das war er jedoch zu keinem Zeitpunkt.

Kommen damit gleich zu Jay Gould. Der Artikel ist noch auf dem Stand der 1890er Jahre und die neuesten Erkenntnisse der Forschung sind nicht eingearbeitet (siehe englische Wikipedia). In der deutschen Wikipedia wird er noch als der ultimativ böse Kapitalist und Robber Baron dargestellt. Das war die Wertung zu Lebzeiten und kurz nach seinem Tod. Heute wird sein Handeln vielfach anders bewertet. Auch die Aussage, dass er zu den schlechtesten amerikanischen Geschäftsführer bestimmt wurde, ist nicht nur ein übler Übersetzungsfehler (es ist im entsprechenden Link eher gemeint im Sinne von arbeitnehmerfeindlich). Wie kann jemand ein schlechter Geschäftsführer sein, wenn er gut wirtschaftet.

So war zeitweise Mehrheitsaktionär der UP, hatte jedoch während dieser Zeit und auch später keine offizielle Position in der Geschäftsführung des Unternehmens außer seinen Sitz im Aufsichtsrat. Aber auf Grund seiner Anteile konnte er natürlich die Geschäfte mitbestimmen. Während seiner Zeit gelang es ihm das Unternehmen in Richtung Effizienz und Konsolidierung nach den eher unwirtschaftlichen und chaotischen Jahren des Aufbaus und der ersten Betriebsjahre.

Hier ist der englische Artikel wirklich besser.

Der Artikel zu Thomas Alexander Scott ist mehr als dürftig. Man erfährt nicht einmal, dass er Manager bei der Pennsylvania Railroad und President der Union Pacific war. Das Projekt Texas and Pacific Railway wird ebenfalls nicht erwähnt.

Der Artikel zur Kansas Pacific Railway ist auch mehr als dürftig. Die Informationen zum Bau, vor allem die Verknüpfungen zur UP im Rahmen der Pacific Railroad Acts und schließlich die Entwicklungen im Rahmen des Anschlusses von Denver ans Schienennetz fehlen völlig.

Der Artikel zu Grenville M. Dodge geht auch kaum auf seine Tätigkeit bei der Union Pacific ein. Er war einer der treibenden Kräfte bei Bau der Strecke. Er hatte sich auch für Omaha als Startpunkt stark gemacht. Auch seine Lobbytätigkeit für den Bahnbereich wird nicht weiter erwähnt.

Der Artikel zu Oakes Ames geht kaum auf seinen Einfluss beim Bau der transkontinentalen Bahnstrecke, u.a. auch die Gründe für seine Verwicklung im Credite-Mobilier-Skandal ein.

Ein besonderer Fall ist der Artikel First Transcontinental Railroad in der englischen Wikipedia. Der Artikel bringt die verschiedensten Aspekte beim Bau dieser Bahnstrecke gut zusammen. Ob ein solches Lemma aber wirklich sinnvoll ist, ist eine andere Frage. In meinen Augen ist es ein auf den typischen US-Bias basierende Darstellungsweise. Vor allem beschränkt sich diese Darstellung wirklich nur auf die Strecke Omaha-Oakland. Der Rest der transkontinentalen Verbindung bleibt unerwähnt. So wurde ja die Brücke über den Missouri erst nach 1869 fertiggestellt. Systematisch sinnvoller wäre eine Darstellung nach Gesetzen (Pacific Railroad Acts), Bahnstrecken (Omaha-Ogden, Ogden-Sacramento), Bahngesellschaften (UP, CP; hier vor allem die Finanzierung des Bau etc.)

Das sind nur die vorhandenen Artikel. Es fehlen jedoch noch einige wirklich wichtige Artikel zu:

  • Thomas C. Durant (Protagonist und Enfant-Terrible beim Bau der transkontinentalen Bahnstrecke)
  • Pacific Railroad Acts (die Artikel zu den einzelnen Gesetze sind auch noch nicht vorhanden, bilden aber eine wichtige Grundlage um die ganze Sache mit den Land Grants etc. zu verstehen)
  • Credit Mobilier of America (der Artikel zur “Baugesellschaft” der transkontinentalen Bahnstrecke und dem anschließenden Betrugs- und Bestechungsskandal)
  • Oliver Ames (Präsident während der Bauzeit, eine der treibenden Kräfte bei der Umsetzung des Vorhabens)

Wie schon geschrieben, wenn mir noch mehr Artikel auffallen, gibt es eine Fortsetzung.

 

 


Einsortiert unter:Eisenbahn, Geschichte, Wikipedia Tagged: Union Pacific Railroad, Wikipedia

by Liesel at June 10, 2014 02:09 PM

June 08, 2014

Iberty

Das Wikiversum ist international

Aus dem Anmeldeformular für @WeAreWikipedia:



Und wo ich dabei bin: @WeAreWikipedia ist super. Ein Twitter-Account, der einmal die Woche an je einen anderen Wikipedianer geht, und der dann news und wichtiges und unwichtiges und instruktives aus der heimischen Wikipedia posten kann. Man kriegt echt schnell einen Einblick darin, wie weit die Wikiwelt ist - also falls noch jemand anderes aus dem de-wp-Bereich möchte: ran an das Ding. <script src="http://fc.webmasterpro.de/counter.php?name=southgeist" type="text/javascript"></script><noscript>
</noscript>

by dirkfranke (noreply@blogger.com) at June 08, 2014 07:24 PM

Achim Raschka

Pschyrembel Sexualität, Seite 1

Was macht der gemeine Wikipedianer, wenn draussen die Sonne die Luft auf unerträgliche Grade aufheizt? Richtig: Er hockt sich in seinen eigenen vier kühlen Wänden auf's Sofa und greift sich ein Buch, um das Wissen der Menschheit zu mehren. Eher zufällig griff also ich mal wieder vergleichsweise wahllos in mein Bücherregal und kam mit dem 2003 als Sonderband des bekannten Medizin-Standardwerks Pschyrembel erschienen "Pschyrembel Wörterbuch Sexualität" zurück. Die Idee "Mal sehen, welche Stichworte denn noch fehlen", ist dabei weder neu noch innovativ - aber doch immer wieder überraschen: Vor allem im wortwörtlich "sexy"-Bereich Sexualität sollten wir doch mittlerweile eigentlich alles in unsere 1,725 Millionen Artikel umfassende Online-Enzyklopädie aufgesaugt haben ... oder etwa nicht?

Ich begann also, mich mit der Seite 1 des Lexikons zu beschäftigen. Das Werk ist handlich und zweispalitg bedruckt, die Einträge bis auf Ausnahmen lexikalisch kurz. Die Seite 1 enthält dabei 16 Einträge - und mit denen war ich denn auch einige Zeit beschäftigt:
  • AAM - eine Abkürzung für Angebohrener Auslösemechanismus und damit auch nicht mehr als eine Weiterleitung. Der Artikel zum Angebohrenen Auslösemechanismus ist sogar richtig gut, Handlungsdarf also nicht vorhanden.
  • AASECT - o.k., noch eine Abkürzung und diese weist auf die American Association of Sex Educators, Counselors und Therapists; zu dieser Gesellschaft haben wir noch keinen Artikel und er wandert auf meine Wunschliste.
  • Nun wir es zum ersten Mal spannend: Abartigkeit ... was mache ich jetzt damit? Ich entschliesse mich, die drei Zeilen in den vorhandenen Kurzartikel einzuflechten und gehe weiter ...
  • zu Abasiophilie. Ein schöner Begriff für das Quizduell und ähnliche Spiele und zugleich ein Begriff, der mich nun doch ein wenig länger aufhält. Wir hatten den Begriff noch nicht in der Wikipedia (jetzt ist er als Weiterleitung vorhanden) und auch den eng damit verknüpften Amputationsfetischismus suchte man vergeblich. WTF? Richtig: Abasiephilie bezeichnet die sexuelle Bevorzuung von gehbehinderten Partnern. Bei der weiteren Suche stiess ich dann auf den Amelotatismus, der den übergreifende Deformationsfetischismus beschrieb (und lt. Pschyrembel nur ein Teil desselben ist). Zusammenfassend bezeichnet er die Apotemnophilie, dem Wunsch nach der Amputation eigener Gliedmaßen, wie auch die Acrotomophilie, mit der Lust an Verstümmelungen des Partners. Ich kläre also die Zusammenhänge der verschiedenen Fetischismen auf, ergänze die Abasiophilie und den Amputationsfetischismus und lege mehrere Weiterleitungen an - dadurch bin ich mittlerweile Hauptautor des Artikels, den ich vorher nie gesehen habe. Seitenbemerkung: Der Versuch, die Interwiki-Verlinkungen auf den Artikel via WikiData zu fixen, schlug grandios fehl ...
  • Abbruch - Begriffsklärung mit Verweis auf den Schwangerschaftsabbruch.
  • Abbruchblutung - eigentlich auch nicht sonderlich kompliziert und ein Artikel ist vorhanden. Ich ergänze einen Satz, stelle ein paar andere Punkte um und belege mit dem Pschyrembel ... und bin nun auch hier Hauptautor.
  • Abdominalgravidität oder Bauchhöhlenschwangerschaft - hier ist ein guter Artikel vorhanden und ich sehe keinen Ergänzungsbedarf aus dem Pschyrembel.
  • Abelmoschus moschatus - eine Pflanze, aus der sich ein moschusartiger Geruch extrahieren lässt. Haben wir noch nicht, kommt in die Wunschliste.
  • Abenteuer - gemeint ist die Kurzaffäre, kennt man ja; wird aber in dem Artikel Abenteuer der Wikipedia nicht behandelt. Ergebnis: eine Begriffsklärungsseite wurde neu angelegt.
  • Abenteuersexualität - never heard, könnte aber spannend sein und hat keinen eigenen Wikipediaartikel bisher -> Wunschliste.
  • Aberglaube ist natürlich tricky. Natürlich haben wir dazu einen umfassenden und sicher auch hart umkämpften Wikipedia-Artikel, also beschränke ich mich auf eine Änderung der Formulierungen im Einleitungsteil und warte ab, ob das Bestand haben wird - sieht gut aus bis jetzt.
  • Aberratio menstruorum, eine nach innen gerichtete Menstruation, gibt es noch nicht - > Wunschliste
  • Aberration gibt es als Begriffsklärungsseite und ich ergänze und strukturiere ein wenig.
  • Aberratio testis als Sammelbezeichnung für Lageanomalien des Hodens gab es zwar noch nicht, dem konnte jedoch durch die Anlage einer Weiterleitung und der Einfügung des Begriffs im umfangreichen Artikel zum Thema abgeholfen werden.
  • Abfuhr - das könnte noch spannend werden. In der Begriffsklärung tauchte der Begriff in der  von Sigmund Freud geprägten Bedeutung bisher nicht auf-> eingetragen und auf die Wunschliste
  • Abhängigkeit - dieser Eintrag nimmt etwa ein Viertel der Seite sowie auf der Seite 2 mehr als eine vollständige zusätzliche Spalte ein und beschreibt verschiedene Formen und Ausprägungen der Abhängigkeit. Beim Abgleich mit der Wikipedia fällt auf, dass dort die Fokussierung eigentlich vollständig auf Suchtphänomene (Drogen und substanzunabhängige Abhängigkeiten wie Spielsucht) liegt. Abhängigkeiten zwischen Personen kommen in der Wikipedia dagegen quasi nicht vor, wodurch die Begriffe Sexuelle Abhängigkeit und Juristische Abhängigkeit in die Wunschliste wandern. Hier kann man sicher noch einiges an Inhalten schaffen.
All in all bin ich doch sehr überrascht - meine Eingangsthese "haben wir alles schon" liess sich zumindest an diesem Kurzexperiment  nicht halten. Insgesamt legte ich anhand dieser einen Seite heute 5 Weiterleitungen und eine neue Begriffsklärungsseite an, dazu kamen einige Überarbeitungen die zu zwei Hauptautorenschaften führten. Meine Wunschliste ist zudem um 8 Lemmata reicher. Das Buch hat übrigens 620 Seiten ...

Ich ziehe hieraus jetzt keine Schlüsse, vor allem keine die die Qualität unserer sehr gut arbeitenden Redaktion Medizin in Frage stellen würde - zumal ich ja auch keine wirklichen Fehler entdeckt habe. Ich stelle allerdings mal wieder fest, dass wir von dem Ziel Vollständigkeit auch in diesem gut bearbeiteten Bereich offensichtlich noch Äonen entfernt sind und kann die vielbeschworene "Wir haben ja mittlerweile alle Artikel" nur ein weiteres Mal kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen. Ich gehe davon aus, dass das gleiche Ergebnis auch beim Griff zum Handbuch Pädagogik, Baustilkunde oder dem Künstlerlexikon zustande gekommen wäre.

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 08, 2014 01:53 PM

June 07, 2014

Festivalsommer

Pfingstsommer

Strahlener Sonnenschein, knallblauer Himmel und Temperaturen über 30 °Celsius - so sollen die Pfingsttage aussehen und uns einen Vorgeschmack auf den Sommer geben - nicht umsonst stellt Pfingsten seit Jahren den ersten inoffiziellen Höhepunkt der Festivalsaison dar und auch für den Festivalsommer sind mehrere Fotografen unterwegs, um dies zu zelebrieren. Hier mal ein Überblick:

1. Wave-Gotik-Treffen
Das Wave-Gotik-Treffen ist immer meine erste Assoziation an ein Pfingstwochenende - meine schwarze Seele lässt sich also wohl kaum verbergen. Bereits im letzten Jahr besuchte der Wikipedia-Autor und -Fotograf das Schwarze-Szene-Treffen, das jedes Jahr zu Pfingsten die gesamte Innenstadt von Leipzig in ein schwarzbuntes Paradies verwandelt - und auch dieses Jahr wird er wieder unterwegs sein und uns ein paar Bilder der Veranstaltung mitbringen - versprochen!

(Bild: Ralf Lotys, CC-by-sa 3.0)

2. Rock am Ring
In den letzten Tagen kam man am Rock am Ring nicht vorbei - die Trennung des Rock-am-Ring von sienem angestammten Veranstaltungsort, dem Nürburgring in der Eifel, ging durch alle Presseblätter. Die Fotografen JoeJoeJoe93 und Goroth sind nun seit Donnerstag auf dem Gelände aktiv und fangen die Atmosphäre eine Woche nach dieser Entscheidung ein.

3. Rock im Park
Das Parallelfestival zum RaR in Nürnberg ist nicht weniger spektakulär und bietet das gleiche Line-up - die Gefahr, das uns wichtige Bands durch die Lappen gehen ist da also gering. In Nürnberg sind Antje und 2eight unterwegs.

Billie Joe Armstrong, Sänger und Gitarrist der Band Green Day, beim Rock im Park-Festival 2013
 (Bild: Sven-Sebastian Sajak, CC-by-sa 3.0)

4. Rock Hard Festival
Nicht so riesig aber sicher nicht weniger fein, vor allem für die Fans der wirbelnden Mähnen und der Luftgitarre ist das Rock-Hard-Festival in Gelsenkirchen, das Markus für uns besuchen wird...

5. Open Air Werden
... bevor er sich gemeinsam mit Ticketautomat am Montag zum Unsonst-und-draussen in Essen-Werden begibt, wo beide eine Bühnengraben-Akkreditierung haben und Bands wie die Mighty Oaks, Feine Sahne Fischfilet und MC Fitti ablichten dürfen.

6. Moers Festival
Jazzig geht es in Moers zu, wenn sich die Größen der nationalen und internationalen Jazz-Szene in Moers treffen und Modell stehen für Seewolf.

 Melvyn Poore beim Moers festival 2010 (Bild: Nomo, CC-by-sa 3.0)

7. Kundgebung „Birlikte“
Raymond begibt sich abseits des Festivalsommers zur Kundgebung „Birlikte“, 10 Jahre nach dem Nagelbombenanschlag der NSU auf der Keupstraße, Köln. Die politische Veranstaltung, zu der u.a. der Bundespräsident Gauck anreisen wird, wird begleitet von einem vielfältigen Bühnenprogramm mit Musiker wie Udo Lindenberg und BAP sowie Schauspieler, Comedians ...

Ein volles Wochenende also mit vielen unterschiedlichen Veranstaltungen. Angefragt waren daneben noch das Pinkpop in den Niederlanden sowie das Hip-Hop-Festival Out4Fame, bei dem der Autor dieser Zeilen nun wäre - beide haben leider nciht geklappt. Aber auch meine Abendplanung steht fest: Balkongrillen, Großfamiliensockensortieren und ein Zombieklassiker von Romero werden mein Abendprogramm darstellen ...

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 07, 2014 11:07 AM

June 06, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

#picnic on the carpet

Bericht über eine etwas andere GLAM Konferenz

 

Immer noch prägend. Der Kulturpalast in Warschau. Eine Monument aus einer Zeit in der “bits” nur “pieces” waren. Bild von Abu el mot CC-BY-SA-3.0 via Wikimedia Commons

Nach zwei langen Tagen in verschiedenen Sprachen, vielen Vorträgen und noch mehr Gesprächen sitze ich auf dem Flughafen in Warschau und überlege, was ist von dem Erlebten interessant für den Leser dieser Zeilen? Natürlich fährt man auf solche Konferenzen um neue Kontakte zu knüpfen, bestehende Kontakte zu vertiefen, um neue Projekte kennenzulernen, die einen in der eigenen Arbeit inspirieren können, und natürlich auch, um mit anderen über die eigene Arbeit zu sprechen. All das habe ich getan, und ich möchte alle Leser einladen, mittels der Linkliste am Ende des Beitrages ein paar der Projekte zu erforschen, die mir besonders gefallen haben. Auf der Konferenz „We are museums“ (WAM), die nun zum zweiten Mal stattfand, ging es mal wieder um das Verhältnis von Museum und Digitalem, das gern mit dem Akronym GLAM umschrieben wird. Dabei steht das englische GLAM für Ausstellungen, Bibliotheken, Archive und Museen. Nächstes Jahr kommt WAM nach Berlin. Daher ist es vielleicht geboten, sich intensiver mit dem Format dieser Konferenz im Verhältnis zur der GLAM-Konferenz „Zugang gestalten“, die Wikimedia Deutschland mit Partnern im November ausrichtet, zu befassen.

 Was war anders?

Es fängt mit dem Publikum an. Im Schnitt deutlich jünger und es ließ sich mit einer lässigen Selbstverständlichkeit auf die zu Hockern umfunktionierten Getränkekästen, auf walking lunch und andere ungewohnte Formate ein. Alle sprachen Englisch, auch wenn manchmal etwas holperig, aber es fühlte sich gut an international zu sein. Es gab Referenten aus Australien, über USA, Frankreich, England, Schweden bis nach Polen. Auch das Publikum war zumindest europäisch, wenn auch mit einem klaren Plus an Einheimischen. Bei „Zugang gestalten“ setzen wir bislang eher auf konventionelle Formate. Der Fokus in Warschau lag hingegen auf dem selber Ausprobieren.

Zum Beispiel der Workshop „Creative Process in a Museum“, der sich über beide Tage zog und dessen Ergebnisse zum Abschluss der Konferenz präsentiert wurden. Nach dem Zufallsprinzip wurden die Konferenzteilnehmer auf verschiedene Arbeitsgruppen aufgeteilt und bekamen die Aufgabe, ein Projekt 2.0 für ein Warschauer Museum zu kreieren. Ich kam in die Gruppe „Museum of Modern Art“. Für unseren „Auftraggeber“ entwickelten wir in kurzweiligen Sessions eine Aktion, mit dem Ziel neue Besuchergruppen jenseits der Hipsters zu erschließen und diese mittels Social Media an das Museum zu binden.

Was kam raus?

Ausgehend von der zentralen und begehbaren Kunstinstallation „prayway“,  auch unter „Flying carpet“ bekannt, des Künstlerduos Slavs and Tartars überlegte unsere zufällige Gruppe mit „Kreativauftrag“, wie wir die Aufgabe lösen könnten. Am ersten Tag besuchten wir während des walking lunch das Museum. Dort erfuhren wir im Gespräch mit einer Museumsmitarbeiterin etwas über das Haus, das Kunstwerk, den vorherrschenden Besuchertypus und über die Wünsche des Museums. Am zweiten Tag erarbeiteten wir mit viel Spaß ein Projekt. Unser Vorschlag:  #picknickontheprayway. Damen aus den umliegenden Bürotürmen laden ihre Freundinnen zum Picknick auf dem fliegenden Teppich des Künstlerduos ein. Sie können ihr eigenes Picknick mitbringen oder eines fertig im Museumscafé erwerben. Mit ihren eigenen gadgets dokumentieren sie ihr Picknick auf dem Prayway. Sie integrieren das Kunstwerk zum Dialog der Kulturen in ihren eigenen Alltag und verbreiten mit ihrem Foto der Aktion, nicht nur diese, sondern auch die Idee des offenen Museums gleich mit. Ob die Idee wirklich taugt und vom Museum umgesetzt wird, weiß ich nicht. Aber uns hat die Erfahrung gefallen, wie leicht man als Außenstehende Ideen zur Lösung einer konkreten Aufgabe finden kann, mit der man sich als Mitarbeiter vielleicht viel schwerer tut. Wir malten uns aus, wie man auch ohne große Budgets das Museum für Social Media Projekte öffnen kann.

Warum ist das wichtig?

Auch in Warschau wurde wieder einmal deutlich, wie weit die GLAMs auch im Jahr 25 der Erfindung des Webs noch von einem offenen Zugang über digitale Medien entfernt sind. In meiner Gruppe waren Mitarbeiter des Botanischen Gartens in Leiden, eine Kuratorin des WRO art center, eine Museologin aus dem Baltikum und zwei junge Museumsmitarbeiterinnen aus Warschau. Und alle hatten wir unsere eigenen Erfahrungen mit dem geschlossenen System Museum gemacht. Ich glaube, aus Warschau sind wir alle mit dem Gefühl nach hause gegangen: Digital ist machbar! Das ist mehr als die meisten Konferenzbesucher nach dem 100. Vortrag über das coole wie auch immer digitale Projekt denken. Und das ist wiederum gut für die mögliche Zusammenarbeit mit Wikimedia-Projekten.

 

Ausschnitt der Projektpräsentation von #picknickontheprayway auf der GLAM Konferenz "We are museums" in Warschau. (Eigenes Bild unter cc by sa)


Ausschnitt der Projektpräsentation von #picknickontheprayway auf der GLAM Konferenz "We are museums" in Warschau. (Eigenes Bild unter cc by sa)

Ausschnitt der Projektpräsentation von #picknickontheprayway auf der GLAM Konferenz “We are museums” in Warschau. (Eigenes Bild unter cc by sa)

Linkliste:

Tate Gallery, UK

Versailles, F

Cooper Hewitt Museum, USA

Viktoria Albert Museum, UK

Nordiska Museum, S

Culture Themes, webbased

Museum Selfie, do your own

 

by Barbara Fischer at June 06, 2014 09:33 PM

Offene Daten in der Praxis: Die Europawahl, Teil 1: Zwischenstand

Holzschnittartige Übersicht über die Verfügbarkeit von Wahldaten. Mustergültig sind hier vor allem die Stadtstaaten und Neufünfland [grün=landesweite Daten bereit, gelb=landesweite Daten unterwegs, rot=keine landesweiten Daten oder keine Informationen]

tl;dr: Wikimedia Deutschland ist für die Freigabe von Staatlichen Informationen, dazu zählen auch Wahlinformationen. Wir haben uns ein konkretes Beispiel herausgesucht und erzählen von unseren Erfahrungen.

Am 25. Mai schlossen um 18 Uhr die Wahllokale zur Europawahl 2014 in Deutschland. Ein Heer von Freiwilligen und Mitarbeitern des Öffentlichen Dienstes halfen bei der Auszählung mit, schon in der darauffolgenden Nacht lag kurz vor 3 Uhr ein vorläufiges amtliches Ergebnis durch den Bundeswahlleiter vor. Am Tag nach der Europawahl wurde durch den beim Statistischen Bundesamt ansässigen Bundeswahlleiter dieses vorläufige Ergebnis als CSV-Datei nach Wahlkreisen auf dem Regierungsdatenportal govdata.de veröffentlicht, nach kleinen Nachbesserungen übrigens mit Lizenzbedingungen, die grundsätzlich eine freie Nachnutzung erlauben. Wahlkreisebene bedeutet, dass hier für ganz Berlin ein gesammeltes Ergebnis ausgewiesen wird.  Die gesetzliche Untergrenze dessen, wie fein aufgedröselt ein Wahlergebnis berichtet werden darf, ergibt sich aus dem Wahlgeheimnis: Das individuelle Stimmverhalten einer Person darf nicht mehr erkennbar sein. Diese Gefahr besteht nicht bei einer Veröffentlichung auf der Ebene des Wahlbezirks. Lässt man die Briefwahlbezirke außen vor, gab es davon in Berlin zur Europawahl 1709 solcher Bezirke mit durchschnittlich 1470 Wahlberechtigten. Wer sich das Wahlergebnis der Europawahl genauer ansehen möchte, wird mit den Daten von 90.000 Wahlbezirken eine interessante Grundlage für Analysen haben. Korrekterweise: Man hätte eine interessante Grundlage, denn es existiert weder seit dem späten Wahlabend noch heute noch in der nahen Zukunft eine Sammlung der Ergebnisse der Europawahl (weder vorläufig noch endgültig) auf Wahlbezirksebene. Bei früheren Wahlen wurde eine CD-ROM durch das Büro des Bundeswahlleiters produziert, die einige Monate nach der Wahl für ca. 100 Euro bestellt werden konnte. In einigen Wochen oder Monaten soll eine CD-ROM mit den Ergebnissen der Bundestagswahl 2013 erscheinen, erst danach steht die Erstellung einer CD mit den Europawahlergebnissen an. Eine Veröffentlichung der Daten auf Govdata ist derzeit nicht vorgesehen, auch von der Preisvorstellung will man derzeit nicht abrücken.

Nachgefragt

Nun, wenn man nicht die Ergebnisse vom Bundeswahlleiter direkt bekommt, so vielleicht von den 16 Landeswahlleiterinnen und Landeswahlleitern der einzelnen Bundesländer für ihr jeweiliges Bundesland. Die Ergebnisse sind durchwachsen. So gibt Niedersachsen beispielsweise an, von den 47 Stadtwahlleiterinnen und Stadtwahlleitern, Kreiswahlleiterinnen und Kreiswahlleitern nur addierte Ergebnisse der jeweiligen Wahlkreise erhalten zu haben. Gleiches gilt für das Land Baden-Württemberg. Dass der Wunsch nach den Wahlergebnissen auf Wahlbezirksebene nicht utopisch ist, zeigt sich aber daran, dass sieben Bundesländer diese Daten anbieten. Um ein Bild von der Situation zu bekommen, sind am Anfang der Woche 16 gleich formulierte E-Mails an die Landeswahlleiterinnen und -leiter gegangen, in denen ich um folgende Daten und Informationen zum Lizenzstatus bat:

  • Ergebnisse (ggf. auch vorläufige Ergebnisse) der Europawahl vom 25. Mai 2014 mit Granularität auf Ebene der Wahlbezirke
  • Beschreibungen, Geodaten, Shapes oder Straßenverzeichnisse der Zuschneidung der Wahlbezirke zur Europawahl 2014

Sofern vom Land eine Nachricht kam, über diese Daten nicht zu verfügen, gingen E-Mails an die Kreiswahlleiterinnen und -leiter heraus: 47 in Niedersachsen, etwa gleich viele an die Kollegen in Baden-Württemberg und noch einmal 5 in das Saarland.

Heute, 6. Juni 2014 ist der Stand der Rückmeldungen wie folgt:

(Vorläufige) Wahlbezirksergebnisse sind landesweit verfügbar für Berlin, Brandenburg, Bremen (via E-Mail), Hamburg, Hessen (Download), Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt (via E-Mail) und Thüringen. Berlin und Hamburg stellen Daten bereit, um eine Zuordnung von Straße zu Wahlbezirk zu ermöglichen. Von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen gibt es keine Informationen über den lizenzrechtlichen Status dieser Dateien. Es ist möglich, dass sie zumindest als Datenbanken einem Schutz nach §§87a ff. UrhG unterliegen, eine freie Nachnutzung wäre dann nur mit Zustimmung des Datenbankherstellers zulässig. Wenn Daten auf Landesebene fehlen, ist es mit einem vertretbaren Aufwand nahezu ausgeschlossen, diese Daten selbst aus den Daten der Kreise zu erstellen. Zu unterschiedlich sind die Veröffentlichungsmethoden, nur in wenigen Fällen sind CSV- oder Excel-Dateien verfügbar. Aus nicht wenigen Kreisen bekommt man auf Nachfrage maximal die eingescannten Ausdrucke von Tabellen, angeblich lägen keine elektronischen Dateien vor. Übereinstimmend berichten die Kreiswahlleiter, über keine Daten zur Zuordnung der Wahlbezirke zu verfügen, dies sei Sache der Gemeinden.

Offene Wahldaten im Jahr 2014

Insgesamt ist die Situation sehr unbefriedigend. Nicht nur wünschenswert, sondern eher als Mindestanforderung gilt:

  • Wahldaten gehören auch auf der Ebene der Wahlbezirke zeitnah veröffentlicht, d.h. in der Wahlnacht als vorläufige Ergebnisse und nach den Sitzungen der Kreis- und Landeswahlausschüsse in ihrer Form als Endergebnis.
  • Die Daten sollten in einem einheitlichen Datenformat veröffentlicht werden, um Konvertierungsaufwand zu reduzieren. Es gibt keinen Grund gegen eine behutsame Vereinheitlichung oder wenigstens ein einheitliches elektronisches Austauschformat
  • Zu den notwendigen Daten zum Verständnis der Wahlergebnisse zählen auch maschineninterpretierbare Daten zum Zuschnitt der Wahlbezirke, um eine gegebene Adresse zweifelsfrei einem bestimmten Wahlbezirk zuordnen zu können
  • Alle Daten, die nicht zweifelsfrei als amtliche Werke gemeinfrei sind oder die nötige Schöpfungshöhe nicht übersprungen haben, gehören von den Rechteinhabern zur freien Nachnutzung freigegeben. Für diese Daten bietet sich Creative Commons Zero an.
  • Ein Vertrieb viele Monate nach der Wahl auf CD-ROM ist selbstverständlich kein Problem, wenn die Daten schon früher über die naheliegenden Datenportale wie beispielsweise govdata.de veröffentlicht wurden.

Wahldaten gehören zu der Gruppe von Informationen des öffentlichen Sektors, die für viele Anwendungen und Personengruppen interessant sind. Ihre Verfügbarkeit trägt auch dazu bei, das Vertrauen in einen ordnungsgemäßen Ablauf einer Wahl zu verfestigen. Durch die Verfügbarkeit von Wahlergebnissen mit feiner Auflösung lassen sich auch Ungereimtheiten erkennen und aufklären. Eine Gruppe von Dateninteressierten in Dänemark war so am Wahltag bei der Auswertung von Ergebnissen eines Referendums zum Beitritt Dänemarks zum Europäischen Einheitspatent auf einen Zahlendreher aufmerksam geworden, der durch menschlichen Fehler entstanden war.

by Mathias Schindler at June 06, 2014 01:52 PM

Achim Raschka

Play the WikiData Game

Bekanntlich bin ich kein Freund der freien Datenbank WikiData und ihrer bisherigen Umsetzung - vor allem habe ich tatsächlich Angst vor dem Moment, in dem großflächig Daten von WikiData in die Wikipedien eingespeist werden - mit Diskussionen zu diesem Thema habe ich virtuell und real schon Stunden und Diskussionskilometer verbrannt ....

ABER:

Am gestrigen Abend stellte mir elya beim Open Donnerstag im Lokal K (dem Community-Treffpunkt der Communitys rund um Freies Wissen in Köln) ein Tool vor, das die Arbeit an WikiData abseits aller inhaltlicher Bedenken einfach zu einem netten Spaß werden lässt. Das WikiData Game (mal wieder programmiert von dem grandiosen Magnus Manske, der es auch in seinem Blog vorstellt) lässt die Mitspieler spielerisch mit einem einfachen Tagging-System die Datenbank mit noch fehlenden Daten füllen oder Probleme korrigieren.

Wie es geht:
Nach einer Anmeldung (bzw. Aktivierung via Single Login für aktive Wikipedianer) kann man loslegen und das Spiel in 7 Varianten spielen. In allen Spielen bekommt der Spieler Einleitungsschnipsel aus verschiedenen Wikipedia-Sprachversionen vorgesetzt und muss eine mehr oder weniger simple Zuordnung machen. Die Antwort wird dann direkt in einen Edit in der Datenbank WikiData umgesetzt. Dabei stehen die folgenden Spiele zur Verfügung:
  1. Person - wahrscheinlich die einfachste Spiel: Es muss entschieden werden, ob es sich bei dem Stichwort um eine Person handelt oder nicht. Im ersten Fall wird in WikiData dem Stichwort die Eigenschaft "Mensch" zugeordnet.
  2. Gender - direkt darauf aufbauend geht es weiter mit meinem bisherigen Favoriten. Bei Gender muss einer bereits als Mensch definierten Person ein Geschlecht zugeordnet werden - man sollte sich dabei allerdings nicht von den Vornamen blenden lassen, denn ein Maria kann auch durchaus ein Mann sein. Vollkommen unlösbar für mich sind dabei übrigens Stichworte aus der chinesischen, japanischen, ... Wikipedia.
  3. Disambiguation items - handelt es sich bei den Stichworten evtl. gar nciht um Artikel sondern um Begriffsklärungsseiten? Das herauszufinden ist der Sinn dieses Spiels.
  4. Country of citizenship - hier geht es darum, Personen, deren Geburtsort bekannt ist, auch ein Herkunftsland zuzuordnen. Hört sich einfach an, ist jedoch tricky - es geht zum einen nicht um Nationalitäten und zum anderen bedarf es häufig guter Kenntnisse der historischen Zuordnung.
  5. No date - Kein Geburts- und Sterbedatum? Kann man hier für die Datensätze ergänzen und manchmal lohnt sich auch der Blick in die Wikipedien, wenn man eine Lösung gefunden hat, um auch dort die Daten hizuzufügen.
  6. No image - zugegeben, den Sinn dieses Spiels habe ich nicht verstanden. Hier sollen Datensätzen Bilder zugeordnet werden, wenn in WikiData kein Bild angegeben und in den Wikipedien jedoch Bilder vorhanden sind.
  7. Merge items -  obwohl das Spiel in der Spieleliste ganz oben steht, halte ich es für das anspruchsvollste Spiel in der Serie. Die Aufgabe ist, potenzielle Doppeleinträge zu identifizieren und zusammenzuführen. Anders als bei den andreen Spielen bedarf das Ergebnis einer Aktion durch einen aktiven WikiData-Admin, da hier Datensätze zusammengeführt und doppelte Einträge gelöscht werden müssen. Als Neuling sollte man hier also sehr vorsichtig agieren.
  8. Random - wenn einem ein spezieller Spieltyp zu langweilig auf die Dauer ist kann man sich auch nach jeder Lösung ein Zufallsspiel zuordnen lassen - damit kommt mehr Abwechslung rein.
Wer darf spielen?
Natürlich darf jeder mitspielen, wenn er Spaß an fremden Sprachen und Verschlagwortungen etc. hat. Es wird ein Benutzerprofil benötigt, das aber schnell angelegt ist.

Es lebe die Gamification des Wissen ;)

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 06, 2014 11:18 AM

June 05, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 14/2014

Herzlich Willkommen zur vierzehnten und pünktlichen Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser wöchentliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 14/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Neue Boardmitglieder gewählt

Die Wahlen für die durch die Chapter und thematischen Organisationen gewählten Sitze im Board of Trustees der Wikimedia Foundation sind entschieden. Die Organisationen haben sich für die Wiederwahl von Patricio Lorente (nominiert durch Wikimedia Argentinien) und für die Wahl von Frieda Brioschi (nominiert durch Wikimedia Italien) entschieden. Anders Wennersten (nominiert durch Wikimedia Schweden) und Alice Wiegand (nominiert durch Wikimedia Deutschland) konkurrierten ebenfalls. Glückwunsch an die beiden gewählten!

Hallo Kolumbien!

Das Affiliations Committee hat die “Wikimedistas de Colombia” (Wikimedianer von Kolumbien) als Usergroup anerkannt. Bienvenidos! Damit gibt es derzeit zwölf anerkannte Usergroups im Wikimedia-Movement.

Lila Tretikov: “Let’s think big”

Zum offiziellen Antritt ihren Stelle als neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation hat Lila Tretikov einen emphatischen Blogbeitrag geschrieben.

Projekte und Initiativen

Kostenaufstellung Wikimanias

Aufgrund der Initiative mehrere Freiwilliger existiert auf Meta (!) eine Aufstellung der Budgets verschiedener Wikimanias.

Individual Engagement Grants vergeben

Die Wikimedia Foundation hat 12 Individual Engagement Grants für Projekte aus der Community vergeben. Diese befassen sich unter anderem mit WikiVoyage, einem Wikiquiz, einem Open Access Reader und Programmen für verschiedene spezielle Gruppen und Wikipedien.

Die Veranstaltungsreihe Digitale Kompetenzen startet am 23.06.2014

Am Montag, den 23.06.2014 startet im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 die Veranstaltungsreihe “Digitale Kompetenzen” von Wikimedia Deutschland, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Auftakt der Reihe befasst sich mit dem Thema “Datenschutz – Eine unterschätzte digitale Kompetenz?”

Zwei neue Workshops bei WMUK

Wikimedia UK, die bereits im März den Trainingsworkshop für Vorstandsmitglieder von Wikimedia-Organisationen haben, haben zwei neue Workshops im Vorfeld der Wikimania terminiert. Einerseits eine Neuauflage des März-Workshops, als auch ein “Train the trainers”-Workshops, bei dem es darum geht, die Freiwilligen, die bereits jetzt bspw. Neulingen Wikipedia erklärt, zu schulen. Plätze sind begrenzt, Kosten sollen von den Organisationen übernommen werden.

Das “Recht auf vergessen werden”, Netzneutralität und Digitale Bürgerrechte nach den Europawahlen

Eine EuGH Entscheidung bringt Google dazu persönliche Daten von den Suchergebnissen auf Anfrage zu löschen. Der Europäische Rat hat Schwierigkeiten eine strikte Definition von Netzneutralität zu akzeptieren. Währenddessen werden im Europäischen Parlament die politischen Gruppen gebildet und die Ausschüsse verhandelt.

Das Wikidata-Game

Magnus Manske bloggt über das Wikidata-Game.

Research-Newsletter im Mai 2014

Der monatliche Research-Newsletter, der in Zusammenarbeit des Wikimedia Research Committee und der Signpost entsteht, berichtet in seiner aktuellen Ausgabe z. B. über 99 Studien zur Leserschaft der Wikipedia.

Technik

Umzug vom Toolserver nach Tool Labs

Ab dem 1. 7. laufen Tools nur noch auf Tool Labs. Entwickler und Entwicklerinnen haben noch bis zum 30.06. Zeit, ihre Tools umzuziehen.

Multimedia-Plan für 2014-2015

Das Multimedia-Team der Wikimedia Foundation hat einen ersten Planentwurf für den Zeitraum 2014-2015 veröffentlicht. Nachdem letztes Jahr mit der Entwicklung des Media Viewers vor allem Entwicklung für Leserinnen und Leser gemacht wurde, soll es im kommenden Jahr vor allem um Beitragende zu den Projekten gehen.

Unterstützung für die Entwicklung des Teahouse-Projekts gesucht

Wikimedia Deutschland sucht für die Entwicklung des Teahouse-Projektes einen freien Mitarbeiter für ca. 12 Tage. Kenntnisse in JavaScript und jQuery sowohl Erfahrung in MediaWiki sind erforderlich.

Neue Wikipedia-App für Android

Das Mobile-Team der Wikimedia Foundation hat eine Betaversion der Wikipedia-App für Android veröffentlicht. Über die App kann man auf dem mobilen Endgerät nicht nur Artikel lesen, sondern auch Bearbeitungen vornehmen. Beta-Tester sind herzlich Willkommen!

Presse und Websites

Interview mit Sue Gardner im SRF

Das “Schweizer Radio und Fernsehen” hat Sue Gardner für die Sendung “Echo der Zeit” interviewt. Das Interview gibt einen Gesamtüberblick zur Philosophie und Geschichte hinter Wikipedia und Sues Vorstellung zur Zukunft des Internets.

Lehrerverband beschwert sich über Links in Wikipedia

Der deutsche Lehrerverband warnt vor Nutzung der Wikipedia, da es dort Links zu pornographischen Seiten gäbe.

Termine

Metrics Meeting der Wikimedia Foundation

Am Donnerstag, 5. Juni 2014, findet um 20 Uhr das monatliche Metrics Meeting der Wikimedia Foundation statt. Interessierte können der Video-Liveübertragung folgen oder per IRC Fragen stellen.

by Nicole Ebber at June 05, 2014 04:23 PM

June 04, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Eine Biene im All

GLAM on Tour machte Station in Bonn

Diese Biene ist auf der Erde. Foto von Vera Buhl  CC-BY-SA-3.0, via Wikimedia Commons

 

Seit dem 28. Mai 2014 befindet sich zumindest eine Biene im All. Wie kommt eine Biene ins Weltall? Alle Wikipedianer, die Mitte Mai in der Bonner Bundeskunsthalle auf GLAM on Tour Station waren, kennen die Antwort. Für die anderen ist dieser Artikel.

Das englische Akronym GLAM steht für Kunsthallen, Bibliotheken, Archive und Museen. GLAM on Tour ist eine Veranstaltungsreihe bei der sich Mitarbeiter eine GLAM-Einrichtung und Freiwillige der Wikimedia-Projekte treffen. Die Bonner Kunsthalle ist die dritte GLAM on Tour Station, die Wikimedia Deutschland unterstützt. Auf Initiative von Raimond und der Bibliothekarin der Kunsthalle, Laura Held, kamen ein Dutzend Wikimedianer und einige Mitarbeiter der Bundeskunsthalle am 17. und 18. Mai zusammen, um Wikipedia-Artikel über Weltraum-Themen zu schreiben. Sie erwartete ein umfangreiches und unterhaltsames Programm. Ziel war es, ausgehend von dem Stichwortverzeichnis des Kataloges zur Ausstellung „Outerspace“, die im Oktober eröffnet, Wikipedia-Artikel zu schreiben, zu aktualisieren oder zu ergänzen. Die Kuratoren der Ausstellung, Stephan Andreae und Claudia Dichter, präsentierten kurzweilig die Konzeption der umfassenden Ausstellung. Hier werden nicht nur Raumfahrtfans auf ihre Kosten kommen. Der Weltraum war und ist seit je her auch Thema in der Kunst. Film und Literatur bedienen sich des Weltraums als eindrucksvolle Kulisse für ihre Geschichten. Die Raumpatrouille Orion ist in Bonn ebenso vertreten wie Jules Verne. Outerspace bietet Antworten auf so krude Fragen wie: Wie besucht man im Weltraum die Toilette oder wie kommt eine Biene ins All?

Wie kommt eine Biene ins All?

Ach so, das wollen Sie ja wissen! Nun denn. Auf dem Dach der Bundeskunsthalle siedeln Bienen. Eine von ihnen, in Kunstharz eingeschlossen, hat der Astronaut Alexander Gerst mit in den Weltraum genommen. Wenn Sie im November die Ausstellung Outerspace der Bundeskunsthalle in Bonn besuchen, dann können Sie die Bundesbiene persönlich in Augenschein nehmen. Und nur dort, denn in der Wikipedia hat die Bundesbiene keinen Eintrag. Einstweilen sind Sie herzlich eingeladen, selbst an den Weltraum-Artikeln  in der Wikipedia weiter zu schreiben. Sollten Sie hierfür noch Unterstützung brauchen, dann besuchen Sie die Seite des Mentorenprogramms in der Wikipedia. Wer Lust bekommen hat, ebenfalls eine GLAM on Tour Station mitzumachen, hat schon bald in Braunschweig Gelegenheit. Hier findet ein Schreibwettbewerb zum Thema „Erster Weltkrieg“ statt. Start ist der 28. Juni 2014.

Weitere Blogbeiträge zur Veranstaltung GLAM on Tour Station in Bonn:

by Barbara Fischer at June 04, 2014 06:42 PM

Achim Raschka

Projektideen: Bauen wir einen Mikosatelliten und schicken ihn ins All ...

Dank einer kurzen Notiz auf der Diskussionsseite des deutschsprachigen Wikipedia-Kuriers wurde ich auf ein spannendes Projekt im ideaLab aufmerksam gemacht: 

Wikipedia likes Galactic Exploration for Posterity 


Die Idee hinter dem Projekt klingt trivial: Das Wissen der Wikipedia soll für zukünftige Bewohner und potenziell auch Außerirdische verfügbar gemacht werden. In diesem Fall in Form einer Kopie, die allerdings nur die guten Artikel der englischsprachigen Wikipedia enthalten soll.
Folgt man der Idee bräuchte es nur einiger kleiner Satelliten mit einem Bordrechner und einer automatischen Sendeeinheit, alles angetrieben durch Solarpanels und gesteuert über kleine Booster-Raketensysteme. Nicht unerwähnt lassen sollte man die Tatsache, dass das System mindestens 20.000 Jahre überstehen und funktionieren sollte. .... auf einer Benutzerseite stellt der Benutzer Geraldshields11 seine Idee zur Diskussion und gibt weitere Details bsp. zu einer kickstarter-Kampagne preis.

Kann man machen ....

(Bild: Elen Schurova, CC-by-sa, Bildbeschreibung)

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 04, 2014 11:36 AM