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August 26, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OER – wie kann es umgesetzt werden?

Der zweite Teil der Beitragsreihe zum Programm der OER-Konferenz 2014 beschäftigt sich mit der Frage, wie OER in Deutschland konkret umgesetzt werden kann. Zunächst stellt Helene Hahn einen Vortrag zur OER Studie der Technologiestiftung Berlin vor, die Szenarien zur Einführung von OER in Deutschland skizziert. Sebastian Seitz präsentiert einen Konferenzvortrag über die Erstellung von OER in Polen, wo derzeit der Staat viel Geld in OER-Aktivitäten investiert.

Bild “OER-Konferenz 2013”: Agnieszka Krolik, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

 

“Wie ist die Lage von OER in Deutschland?”

Helene Hahn über den Vortrag von Maximilian Heimstädt “Open Education in Berlin: Benchmark und Potentiale – Eine Studie im Auftrag der Technologiestiftung Berlin”

Am 20. Februar bestätigte das Berliner Abgeordnetenhaus einen für die OER-Bewegung wichtigen Entschluss: OER-Prinzipien sollen in der schulischen Bildung umgesetzt und stärker gefördert werden. Dieses positive Ergebnis ist ein klares Bekenntnis zu freien Materialien in der Bildungslandschaft Berlins – wie auch schon Martin Delius schreibt. Doch wo können konkrete OER-Maßnahmen ansetzen, um diesen politischen Konsens in die Praxis zu übersetzen?

Mit dieser Frage hat sich das Team um Prof. Dr. Leonhard Dobusch (Freie Universität Berlin) in einer Studie der Technologiestiftung Berlin (TSB) beschäftigt, die auf der diesjährigen OER-Konferenz unter dem Titel “Open Education in Berlin: Benchmark und Potenziale” von Maximilian Heimstädt präsentiert wird.

Ein Blick in die Studie zeigt, dass es zwischen den Bundesländern große Unterschiede gibt. Mit mehr als drei dokumentierten OER-Aktivitäten stehen Berlin, Brandenburg und Niedersachsen an der Spitze, in den übrigen Bundesländern basieren die Aktivitäten meist auf dem Angebot kostenloser, aber nicht offen lizenzierter Lernmittel, so Leonhard Dobusch.

Die Studie weist auf Herausforderungen hin, die in naher Zukunft angegangen werden sollten. Offene Creative Commons-Lizenzen (CC-BY und CC-BY-SA) dürfen dabei in der Diskussion um OER nicht vernachlässigt werden, da sie eine freie Kooperation sowie das Teilen und Bearbeiten von Materialien erst ermöglichen. An dieser Stelle auch ein Verweis auf den Vortrag von Dr. Paul Klimpel “Creative Commons – Freiheit und Beschränkung”, der den Unterschied zwischen offenen und nicht-offenen Lizenzen und deren Wirkung deutlich macht.

Einsteiger und Fortgeschritte können sich in dieser Session einen guten Überblick über die Lage von OER in Deutschland verschaffen und mitdiskutieren.

Helene Hahn ist Projektleiterin bei der Open Knowledge Foundation Deutschland und engagiert sich insbesondere in den Bereichen OpenGLAM und Open Culture.


 

“Wie funktioniert OER in Polen?”

Sebastian Seitz über den Vortrag von Michał Woźniak “Lessons learned (so far) from OER in Poland – Government agreeing to OER textbooks is just the start of the road

Was würde passieren, gäbe es in Deutschland auf Länderebene ein Programm zur Finanzierung von Open Educational Resources? Würden sofort alle großen Schulbuchverlage bankrottgehen? Würde es z.B. durch öffentliche Ausschreibungen zu einem rasanten Qualitätsverlust der Materialien kommen, weil nun um die Gunst der Vergebenden (Jury, Beamte, …) gebuhlt würde, statt um die der Lehrkräfte? Oder wäre es der seit Langem notwendige Schritt, um größtenteils öffentlich finanzierte Materialien auch wirklich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen? Hierzu gibt es ziemlich viele unterschiedliche Antworten und diese sind vor allem eines: Spekulation.

Genau darum ist es wichtig, dass wir uns zu solchen Fragen mit Menschen austauschen, die sich mit diesen Fragen ebenfalls auseinandersetzen und Antworten suchen bzw. bereits gefunden haben.

In Polen ist die eben beschriebene Situation Realität. Für die Interessierten in Deutschland ist dies ein Vorteil. Wir können von den Erfahrungen der Verantwortlichen in Polen lernen und versuchen die Herausforderungen, die Probleme und die Hürden, die ein solches Unterfangen mit sich bringt, auf die Situation in Deutschland zu übertragen. Ich freue mich darum besonders auf den Vortrag von Michał Woźniak, der seine Präsentation „Lessons learned (so far) from OER in Poland“ mit einer empirischen Aussage untertiteln kann: „Government agreeing to OER textbooks is just the start of the road“.

Wie die meisten Projekte haben auch solche wie dieses, bei denen es um die Erstellung von OER geht, ihre Tücken. Mit nur wenigen Monaten Zeit, um ein vollständiges und offenes Buch für die Grundschule in Polen zu entwickeln, waren bzw. sind die Vorgaben denkbar eng. Probleme treten folglich auf und Lösungen müssen gefunden werden. Darüber sprechen und diskutieren zu können macht diesen Vortrag so spannend und wichtig. Oder, um es mit den Worten von Michał Woźniak zu sagen: „Today it offers a unique chance of looking what dangers and pitfalls for openness are there in a government-­mandated OER project“.

Sebastian Seitz ist Projektmanager für den Themenschwerpunkt OER in der Technologiestiftung Berlin.

 

by Sarah Behrens at August 26, 2014 04:01 PM

Liesel

Die Trennung der Wikipedia

Angesichts des Beharrungsvermögens einiger Wikipedia-Benutzer an ihrer alten Oberfläche und der fast völligen Verweigerung von Design- und Softwareveränderungen sollte die Wikimedia Foundation die Projekte und vor allem die Software-Lösung noch mal neu durchdenken.

Meine radikale Idee ist die totale Trennung zwischen Inhalt und Design. Durch die Wikimedia wird nur noch ein Datenzugang für jeden angeboten. Drittanbieter oder auch Wikimedia selbst bieten dann eigenständige Oberflächen an. So könnte dann Wikimedia neben der derzeitigen Oberfläche auch eine neue Oberfläche anbieten. Oder auch ein Projekt wie “WikiWand” könnte dann nicht nur zur Anzeige sondern auch zur Bearbeitung der Artikel dienen.

Eine solche radikale Lösung wird zwar im ersten Moment zu ein paar Problemchen führen, da ein “gestalteter” Artikel je nach Anwendung anders aussehen könnte und sich dann Nutzer in die Haare bekommen. Aber das haben wir ja jetzt auch schon.

Schwieriger wird es höchstens, wenn es Fragen zu einzelnen Anwendungsfunktionen gibt. Hier gibt es keine für alle verbindlichen Auskünfte mehr, sondern nur noch für die spezielle Endanwendung.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Mediaviewer, Wikipedia, WikiWand

by Liesel at August 26, 2014 12:25 PM

August 25, 2014

Liesel

Die Unwahrheiten der WMF-Mediaviewer-Hasser

In der deutschsprachigen Wikipedia macht inzwischen ein Hass-Mob gegen die Wikimedia Foundation, den von ihr entwickelten Mediaviewer sowie gegen alle Autoren die nicht ihrer Meinung sind, die Runde.

Dabei schrecken die Accounts auch nicht vor offensichtlichen Lügen zurück. So wird behauptet, dass es durch den Einsatz des Mediaviewers zu massenhaften Verletzungen des Urheberrechtes käme. Dabei wird aber nicht erwähnt, dass es auch bisher in großem Umfang zu Urheberrechtsverletzungen bei der Nachnutzung von Bilder aus der Wikipedia oder von Commons kam und kommt.

Bisher gibt es gar keine Fakten, dass durch die Nutzung des Mediaviewers sich die Quote der Urheberrechtsverletzungen nachweislich verschlechtert hat. Aber das stört die Akteure dieser Anti-MV-Kampagne nicht im geringsten.

Das sieht man auch daran, dass einfachste Fakten unterdrückt und ignoriert werden.

Hierzu zwei Screenshot.

Mediaviewer GC Wikipedia Vorschau GC

Im ersten Screenshot mit dem Mediaviewer sieht man das Creative-Commons-Signets und der entsprechenden Lizenzversion, dazu ein Link “Diese Datei verwenden”.

Im zweiten Screenshot sehen wir, wie die herkömmliche Bildbeschreibungsseite beim Aufruf aussieht. Angaben zur Lizenz oder zur Nachnutzung sind überhaupt nicht sichtbar. Dazu muss der Nachnutzer erst mal scrollen. (Ob er das wirklich tut, bevor er das Bild mit copy&paste kopiert?)

Auch wenn jemand nicht weiß, was Creative Commons bedeutet, halte ich es für eine sehr gewagte These, dass früher die Urheberrechte mehr beachtet wurden als mit dem Mediaviewer, als auf dem ersten Blick gar keine Angaben zur Lizenz zu sehen waren.

Natürlich kann man am Mediaviewer einiges kritisieren. Aber in meinen Augen ist er wesentlich besser als die bisherige Bildbeschreibungsseite.

Auf der Diskussionsseite von AFBorchert wird behauptet, dass durch spezielle Wikimedia-Hacks die Nachnutzung nicht mehr möglich ist.

Es ist richtig, dass für die Wikimedia-Projekte inzwischen eine ganze Anzahl an Erweiterungen genutzt werden. Und ich kann es mir gut vorstellen, dass es da unter Umständen zu Problemen bei anderen Wikis kommen kann, wenn eine Erweiterung nicht installiert ist. Außerdem ist schon seit längerem die Wikipedia-Mediawiki-Version eine Vorabversion (sowas wie eine ständige Beta-Version). Auch dadurch könnten Kompatibilitätsprobleme auftreten. Aber ich denke das wird nur in ganz selten Fällen so sein.

Das Bilddateien (Commons) und Daten (Wikidata) ausgelagert wurden und werden ist ein anderes Problem. Aber inzwischen kann man problemlos Commons-Bilder in anderen Wikis einbinden und ich kann mir vorstellen, dass dies in Zukunft auch mit Wikidata-Daten möglich ist.

In meinen Augen produzieren aber die größten Inkompatibilitäten die Benutzer der Wikipedia selber. Da werden aufwändige Vorlagen programmiert, die über mehrere Unterseiten verfügen oder auf andere Vorlagen zurückgreifen. Bei einer solchen Komplexität ist es dann kein Wunder, dass Nachnutzer Probleme haben. Dies ist jedoch nicht die Schuld der WMF sondern die Schuld der Wikipedia-Vorlagen-Ersteller, also der ganz normalen Wikipedia-Benutzer.

Oder es werden projektspezifische Anpassungen der css- und js-Dateien vorgenommen um spezielle Wünsche der Wikipedia-Benutzer zu realisieren. Auch hier ist es für Nachnutzer schwierig herauszufinden, welche Änderungen dies sind. Am Ende tragen die Schuld daran aber die Wikipedia-Benutzer und die Wikipedia-Administratoren, die diese Datei-Änderungen vorgenommen haben.

Wie man sieht wird hier versucht, der Wikimedia Foundation schädliches Verhalten vorzuwerfen, das aber ursächlich bei den Wikipedia-Benutzer zu finden ist.

Aber es zeigt sich wieder mal deutlich, dass im Krieg die Wahrheit auf der Strecke bleibt.

Noch eine kleine Ergänzung. Klaus Graf behauptet in seinem Blog Archivalia am 13. August 2014, dass das Einbetten über die entsprechende Mediaviewer-Funktion nicht urheberrechtskonform wäre.

Folgendes Ergebnis ergibt sich durch das Einbetten des entsprechenden HTML-Codes:

Liesel 24-09-2011 Schloss Burgk.jpg
Liesel 24-09-2011 Schloss Burgk“ von Liesel – eigenes Foto. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons.

Wo liegen also die von Graf behaupteten Probleme? Der Urheber ist angegeben, die Lizenz ist angegeben, mit Link zum Lizenztext und die Herkunft des Bildes.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Mediaviewer, Mediawiki, Wikimedia, Wikipedia

by Liesel at August 25, 2014 12:05 PM

August 24, 2014

Jakob Voss

Das Wissen der Welt

Denny Vrandečić, einer der Köpfe hinter Semantic MediaWiki und Wikidata, hat eine clevere Metrik vorgeschlagen um den Erfolg der Wikimedia-Projekte zu messen. Die Tätigkeit und damit das Ziel der Wikimedia-Foundation wurde 2004 von Jimbo Wales so ausgedrückt:

Imagine a world in which every single person on the planet is given free access to the sum of all human knowledge. That’s what we’re doing.

In Wikiquote wird dieser bekannte Ausspruch momentan folgendermaßen übersetzt: “Stell dir eine Welt vor, in der jeder Mensch auf der Erde freien Zugang zum gesamten menschlichem Wissen hat. Das ist, was wir machen.” Wie lässt sich nun aber quantifizieren, zu welchem Grad das Ziel erreicht ist? So wie ich es verstanden (und in meine Worte übersetzt) habe, schlägt Denny Folgendes vor:

Für jedem Menschen auf der Welt gibt es theoretisch eine Zahl zwischen Null und Eins, die angibt wieviel vom gesamten Wissens der Welt (“the sum of all human knowledge”) diesem Menschen durch Wikimedia-Inhalte zugänglich ist. Der Wert lässt sich als Prozentzahl des zugänglichen Weltwissens interpretieren – da sich Wissen aber kaum so einfach messen und vergleichen lässt, ist diese Interpretation problematisch.

Der Wert von Eins ist utopisch, da Wikipedia & Co nicht alles Wissen der Welt enthält. Für Menschen ohne Internet-Zugang kann der Wert aber bei Null liegen. Selbst mit Zugang zu Wikipedia ist die Zahl bei jedem Menschen eine andere, da nicht alle Inhalte in allen Sprachen vorhanden sind und weil viele Inhalte ohne Vorwissen unverständlich und somit praktisch nicht zugänglich sind.

Die Zahlen der individuellen Zugänglichkeit des Weltwissens lassen sich nun geordnet in ein Diagram eintragen, das von links (maximales Wissen) nach rechts (kein Wissen durch zugänglich) alle Menschen aufführt. Wie Denny an folgendem Bild ausführt, kann die Wikimedia-Community ihrem Weg auf verschiedenen Wegen näher kommen:

(1) Der Ausbau von vielen Artikeln in einem komplexen Spezialgebiet oder einer kleinen Sprache kommt nur wenigen Menschen zu gute.

(2) Stattdessen könnten auch die wichtigsten Artikel bzw. Themen in Sprachen verbessert und ergänzt werden, welche von vielen Menschen verstanden werden.

(3) Schließlich kann Wikimedia auch dafür sorgen, dass mehr Menschen einen Zugang zu den Wikimedia-Ihren Inhalten bekommen – zum Beispiel durch Initiativen wie Wikipedia Zero

Ich halte die von Denny vorgeschlagene Darstellung für hilfreich um über das einfache Zählen von Wikipedia-Artikeln hinauszukommen. Wie er allerdings selber zugibt, gibt es zahlreiche offene Fragen da sich die tatsächlichen Zahlen der Verfügbarkeit von Wissen nicht einfach ermitteln lassen. Meiner Meinung nach liegt ein Grundproblem darin, dass sich Wissen – und vor allem das gesamte Wissen der Menschheit – nicht quantifizieren lässt. Es ist auch irreführend davon auszugehen, dass die Wikimedia-Produkte Wissen sammeln oder enthalten. Möglicherweise ist dieser Irrtum für die Metrik egal, nicht aber für das was eigentlich gemessen werden soll (Zugänglichkeit des Wissens der Welt).

Falls Wikimedia an einem unverstelltem Blick auf die Frage interessiert ist, wieviel des Wissens der Menschheit durch ihre Angebote den Menschen zugänglich gemacht wird, könnte es helfen mal einige Philosophen und Philosophinnen zu fragen. Ganz im Ernst. Mag sein (und so vermute ich mit meinem abgebrochenen Philosophie-Studium), dass am Ende lediglich deutlich wird, warum dass ganze Wikimedia-Projekt nicht zu realisieren ist; selbst Erkenntnisse über mögliche Gründe dieses Scheitern wären aber hilfreich. Vermutlich ist es aber zu verpönt, Philosophen ernsthaft um Rat zu fragen oder die verbliebenen Philosophen beschäftigen sich lieber mit anderen Fragen.

P.S: Eine weitere relevante Disziplin zur Beantwortung der Frage wieviel Wissen der Welt durch Wikipedia & Co der Menschheit zugänglich gemacht wird, ist die Pädagogik, aber da kenne ich mich noch weniger aus als mit der Philosophie.

by jakob at August 24, 2014 08:39 PM

August 21, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 25/2014

Frisch und fröhlich kommt hier die 25. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sommerliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 25/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Deutschland auf der Wikimania

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Wikimedia Deutschland waren ebenfalls auf der Wikimania vertreten. Sie haben zwei Blogbeiträge zu ihren Eindrücken verfasst.

Wikimedia Frankreich auf der Wikimania

Auch Wikimedia Frankreich berichtet in seinem Blog von den Eindrücken und Vorträgen auf der Wikimania (auf Französisch).

Projekte und Initiativen

Die Bedeutung von roten Links

Josh Milburn berichtet im englischsprachigen Kurier-Pendant, The Signpost, über die Bedeutung und vor allem Wichtigkeit der „roten Links“ in den Wikipedia-Artikeln.

Stellungnahme zur „Digitalen Agenda“

Das „Bündnis für freie Bildung“, dem auch Wikimedia Deutschland angehört, hat eine Stellungnahme zur Digitalen Agenda der deutschen Bundesregierung herausgegeben.

„The GLAM-Wiki-Revolution“

Das britische Wikimedia-Chapter hat einen Kurzfilm zu GLAM (galleries, libraries, archives and museums) und ihren GLAM-Projekten produziert.

Vorläufiger Abschlusbsericht zu „Paid Editing“

Dirk Franke, der das Projekt zum Thema „Bezahltes Schreiben“ geleitet hatte, hat die deutschsprachige Übersichtsseite auf Englisch zusammengefasst.

Wikipedia und der US-Kongress

Das Washingtoner Cato Institute hat eine Podiumsdiskussion zum Thema „Wikipedia and the Congress“ organisiert. Ein Video der Diskussion ist auf C-Span.org verfügbar.

Klexikon – das Kinderlexikon

Das von WMDE geförderte Projekt „Klexikon – das Kinderlexikon“ nimmt seine Arbeit auf. Derzeit sammelt das Projekt via Blog und Twitter noch Input und Ideen.

Technik

Wikinews-Links jetzt auch in Wikidata

Ein weiteres Schwesterprojekt wird nun auch in Wikidata integriert: Wikinews. Des Weiteren können die Hinweise für exzellente und lesenswerte Artikel in anderen Sprachversionen nun auch in Wikidata markiert werden.

Vergrößerung der Vorschaubilder auf 300 px

Wie bekannt geworden ist, werden die Standardansicht für Vorschaubilder von derzeit 220 Pixel auf 300 Pixel vergrößert.

Diskussion

MediaViewer und Superprotect

Die Diskussionen um die Auswirkungen des Meinungsbildes zum MediaViewer (Medienbetrachter), unter anderem die Einführung des „Superschutzes“ (Superprotect), halten weiter an. In zahlreichen weiteren Beiträgen innerhalb und außerhalb der Wikipedia wird weiterhin darauf eingegangen.

Diskussionen innerhalb der Wikipedia (Auswahl):

Statements seitens der Wikimedia Foundation

Blogbeiträge (Auswahl)

Presse und Websites

Wikipedia mit „westlichem Bias“

Ansich keine Neuigkeit, hat Mark Graham auf theconversation.com die These, dass Wikipedia vor allem „westliches“ (europäisches und amerikanisches) Wissen wiederspiegelt mit Zahlenmaterial unterfüttert. Funfact: Die meisten (georeferenzierten) Artikel über Bolivien gibt es in der deutschsprachigen Wikipedia.

Mit zehn Tipps zum Wikipedia-Meister

Der Field Guide (Gizmodo) einen Artikel mit zehn Tipps veröffentlicht, mit denen es möglich sein soll, ein „Wikipedia-Meister“ zu werden.

Manuell erstelltes „Streetview“

Der Dienst „Mapillary“ versucht mit Hilfe einer App und zahlreichen Freiwilligen eine Art „Streetview“ zu erstellen. Inzwischen sind die Mapillary-Fotos auch für die Verbesserung der Karten auf OpenStreetMap verfügbar. Möglich scheint die Einbindung von georeferenzierten Fotos aus Wikimedia Commons.

Termine

29-31.8.: Guide-Camp

Vom 29. bis 31. August findet das erste sog. „Guide-Camp“ statt, das sich der Bewältigung von Konflikte ohne administrative Eingriffen annehmen möchte. Es findet in Kassel statt.

30./31.8.: Video-Workshop

Am 30./31. August findet der erste „Videos für Wikipedia“-Workshop an der Universität Lüneburg statt

1.9.: Veranstaltung „Digital Natives“ der Reihe Digitale Kompetenzen

Am 1. September findet in den Berliner Räumen die Veranstaltung „Digital Natives – Ein gut klingender Begriff mit wenig Substanz?“ der Reihe „Digitale Kompetenzen“ statt. Gäste sind Prof. Dr. Rolf Schulmeister (Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung an der Universität Hamburg), Tim Moritz Hector (Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland e.V.), Kristin Narr (Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom)) und Günter Voß (SeniorenComputerClub Berlin-Mitte)

13./14.9.: GLAM-Wiki-Treffen in Wien

Nach den GLAM-Treffen in Kaufbeuren, Hannover und Bremen findet das nächste GLAM-Wiki-Vernetzungstreffen am 13./14. September in Wien statt

20.9.: Wikimedia Deutschland wird Zehn

Wikimedia Deutschland feiert am 20. September um 17 Uhr seinen zehnten Geburtstag. Die Veranstaltung wird in den Berliner Räumen am Tempelhofer Ufer 23-24 stattfinden. Des Weiteren gibt es eine Parallelveranstaltung im Kölner Lokal K sowie einen Live-Stream im YouTube-Kanal von Wikimedia Deutschland. Bei einer Teilnahme in Berlin wird um eine Anmeldung über das Google-Formular erbeten.

by Cornelius Kibelka at August 21, 2014 04:25 PM

Wikimedia Deutschland wird Zehn

Wikimedia Deutschland setzt sich bereits seit 2004 für Freies Wissen ein. 10 Jahre sind ein sehr schöner Anlass, um zusammen zu kommen. Wir möchten gern mit Aktiven aus dem Wikimedia-Projekten, Vereinsmitgliedern, dem Präsidium von WMDE sowie Personen von befreundeten Institutionen und Firmen anstoßen.

Dieser Anlass soll keine Rückschau auf die vergangenen 10 Jahre werden. Vielmehr wollen wir Aktiven und Wegbegleitern mit dieser kleinen Feier Danke sagen.

Am 20. September 2014 wird es um 17:00 Uhr los gehen. Der “offizielle” Teil wird um 17:30 Uhr starten und ca. eine Stunde lang sein. Danach wird in einer ungezwungenen Atmosphäre und bei etwas Musik, die Möglichkeit bestehen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten teilzunehmen. Die Veranstaltung in den Räumen von WMDE am Tempelhofer Ufer 23-24 in Berlin wird auf dem YouTube-Kanal von Wikimedia Deutschland gestreamt. Zeitgleich lädt das Lokal K in Köln, das zweite Haus des Freien Wissens in Deutschland ein, Wikimedia-Aktive vor Ort kennenzulernen. Wer an einem anderen Ort zusammenkommen und per Videoübertragung mitfeiern möchte, ist herzlich eingeladen. Für Unterstützung (z.B. in Form eines Kuchens) bitte eine Email mit dem Wunsch an community@wikimedia.de schreiben.

Für eine Teilnahme in den Räumen am Tempelhofer Ufer 23-24 in Berlin bitten wir um eine Anmeldung.

Wir würden uns freuen, wenn Sie auf die ein oder andere Art mitfeiern.

by Jan Apel at August 21, 2014 02:17 PM

August 19, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikidata at Wikimania 2014 in London

Die deutsche Version dieses Blogposts kann hier gelesen werden.

Wikidata was one of the dominating themes at Wikimania 2014. Many talks mentioned it in passing, even those that didn’t focus on technical topics. Structured data with Wikibase were a topic that was often talked about, be it in discussions on the future of Wikimedia Commons or in projects that do something with GLAM.

When it comes to Wikidata, more and more people are beginning to see the light, so to say. It was fitting that Lydia Pintscher’s talk on Wikidata used this metaphor for the projects: creating more dots of light on the map of free knowledge.

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Another excellent talk on Wikidata was dedicated to the research around it. Markus Krötzsch took us on a journey through the data behind the free knowledge base that anyone can edit.

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Of course, there were meetups by the Wikidata community and hacks were developed during the hackathon. One enthusiastically celebrated project came from the Russian Wikipedia. Russian Wikipedia had infoboxes that come from Wikidata for quite some while now. What they added at the hackathon was the ability to edit data in the columns of these infoboxes in place — and change it on Wikidata at the same time, pretty much like a visual editor for Wikidata. Read about their hack on Wikidata, or have a look at the source code (which is still a long way from being easy to adopt to other Wikipedias, but it’s a start).

by Jens Ohlig at August 19, 2014 10:17 AM

Wikidata auf der Wikimania in London 2014

The English version of the blog post can be found here.

Wikidata war auf der Wikimania 2014 eines der vorherrschenden Themen. In vielen Vorträgen wurde es erwähnt, auch wenn es gar nicht um Technik ging. Strukturierte Daten auf der Basis von Wikibase waren etwa bei Debatten um die Zukunft von Wikimedia Commons ein Thema oder auch bei Aktivitäten im Bereich GLAM.

Es wird Licht im Zusammenhang mit Wikidata. Passenderweise wählte Lydia Pintscher auch diese Metapher für ihre Keynote zu Wikidata, wo es um Lichtpunkte auf der Weltkarte des Freien Wissens ging.

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Ein weiterer hervorragender Beitrag kam von Markus Krötzsch und behandelte die Forschung zu Wikidata. Er nahm uns mit auf eine Reise zu den Zahlen und Daten hinter dem freien Wissensfundus.

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Es gab selbstverständlich Treffen der Wikidata-Community und auf dem Hackathon wurde gehackt.Besonders begeistert gefeiert wurde ein Projekt der russischen Wikipedia. Schon seit einiger Zeit hat die russische Wikipedia Infoboxen, deren Inhalt aus Wikidata befüllt wird. Auf dem Hackathon kam dann ein Gadget hinzu, mit dem die Werte der Infoboxen direkt im Text bearbeitet und auch gleich auf Wikidata angepasst werden können — ein Visual Editor für Wikidata sozusagen. Auf Wikidata haben sie mehr zu ihrem Hack geschreiben, und natürlich ist auch der Quellcode verfügbar. Bis der Code auch einfach auf anderen Wikipedien eingesetzt werden kann, ist es noch ein langer Weg, aber ein Anfang ist gemacht.

by Jens Ohlig at August 19, 2014 10:17 AM

August 18, 2014

Iberty

Openness and Control (#paidediting)

<script src="http://fc.webmasterpro.de/counter.php?name=southgeist" type="text/javascript"></script>Kleiner Hinweis in eigener Sache:



Openness and control

Preliminary project report "Grenzen der Bezahlung."
 <noscript>
</noscript>

by dirkfranke (noreply@blogger.com) at August 18, 2014 05:35 PM

Wikimedia Deutschland Blog

Freies Wissen in der Wissenschaft?!

Die Veranstaltung findet im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 “die digitale Gesellschaft” statt.

Am Montag den 15. September 2014 um 19 Uhr findet in Wien auf dem Ausstellungsschiff “MS Wissenschaft “ die Veranstaltung “Wissenschaft und Freies Wissen – Fortschrittsmotor und Gemeingut der Informationsgesellschaft” statt. Wikimedia ÖsterreichWikimedia DeutschlandWikimedia Schweiz, die Open Knowledge Foundation Österreich und die Open Knowledge Foundation Deutschland laden gemeinsam zur Diskussion über (mehr) Offenheit in der Wissenschaft ein. Gefördert wird die Veranstaltung vom Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF).

Über Offenheit in der Wissenschaft wird bisher nur sehr vereinzelt und zurückhaltend von den beteiligten Akteuren diskutiert – zumeist weil negative Konsequenzen für die wissenschaftliche Karriere gefürchtet werden. Diese Befürchtungen sind ernstzunehmen. Andererseits dürfen aber nicht dazu führen, dass die Chancen und Vorteile der neuen offenen wissenschaftlichen Herangehensweise nur wenig oder gar nicht beachtet werden: Effizienz durch schnelle Rückmeldung, Nachnutzung von Daten, kollaboratives Arbeiten in Echtzeit und die Leistung und Forschung nicht-wissenschaftlicher Personen. Für all dies gibt es auch bereits gute Beispiele, von denen eine Auswahl auf der Veranstaltung in Wien vorgestellt werden sollen. Gemeinsam mit dem Publikum und den Gästen auf dem Podium sollen entlang der Panels Open Science, Open Data und Citizen Science diese Aspekte der Wissenschaft stärker ins Rampenlicht gerückt werden.

 

Podiumsteilnehmende:

Panels

Open Science: Einführung Stefan Kasberger (OKFAT)

Open Science möchte den gesamten Forschungsprozess von der Recherche bis zur finalen Publikation nachvollziehbar und für alle frei nutzbar machen. Egal ob es um erzeugte Daten, entwickelten Quellcode, Labor-Protokolle, gewonnene Erfahrungen oder offene Fragen geht – offene Wissenschaft verbindet die Forschung so früh wie möglich mit der wissenschaftlichen Community und den Bürger*innen. So konnte mit dem Polymath Projekt schon ein mathematisches Problem gelöst werden.

Open Data: Einführung Dr. Peter Kraker (Know-Center/OKFAT)

Eine entscheidende Rolle in der offenen Wissenschaft spielen die im Rahmen der Forschung erhobenen Daten. Im Zeitalter großer Datenströme passen diese oft nicht mehr in die noch aus der Papierzeit stammenden Publikationsfomate. Daten sind aber Kernbausteine der Wissenschaft und sollten als solche begriffen und behandelt werden. Das heißt, dass die Daten samt der ihnen zugrundeliegenden Protokolle und der zu ihrer Analyse benutzten Software für andere Wissenschaftler verfügbar sein müssen, damit diese die Resultate überprüfen und auf ihnen aufbauen können. Ein gutes Beispiel für Open Data in der Wissenschaft ist die internationale Zusammenarbeit im Rahmen von DNA-Sequenzdaten. Entsprechende Sequenzen müssen nach ihrer Entdeckung in einer der DNA-Sequenzdatenbanken veröffentlicht werden und sind danach frei zugänglich. Diese Daten wurden bei der Entschlüsselung des menschlichen Genoms verwendet, haben aber noch viele andere Anwendungsfälle. So werden DNA-Sequenzen auch genutzt, um den Auslöser für das massive Bienensterben in Europa und Nordamerika zu finden.  Mit dem Open Data Portal Österreich stellt Wikimedia eine Plattform für Österreich zur Verfügung, um Forschungsdaten zu veröffentlichen, zu verlinken und weiterzuverwenden.

Citizen Science: Einführung Daniel Mietchen (Museum für Naturkunde Berlin/WMDE/WMCH/OKFDE)

Wenn der Forschungsprozess immer offener wird und die in seinem Laufe entstehenden Resultate allgemein verfüg- und nachnutzbar, werden neue Formen der Teilhabe möglich: Grenzen zwischen wissenschaftlichen Disziplinen oder Verwaltungseinheiten verschwimmen, ebenso wie diejenigen zwischen Amateuren und Profis. Unter geeigneten Rahmenbedingungen – die zunehmend geschaffen werden – können interessierte Bürger in ihrer Freizeit dazu beitragen, wissenschaftliche Fragestellungen anzugehen, für welche die klassische wissenschaftliche Infrastruktur nicht ausgelegt ist. Ein Beispiel für diese sogenannte Bürgerwissenschaft – vom englischen “citizen science” – ist das Hubble-Teleskop, welches bereits Aufnahmen von Millionen von Galaxien gemacht hat, für deren Analyse es keine geeignete Software gibt, aber die Webseite Galaxy Zoo, über welche sich Interessierte aus aller Welt daran beteiligen können. Sie tun dies zu zehntausenden und hatten wesentlichen Anteil an der Beschreibung von zwei neuartigen astronomischen Objekten,Hannys Objekt und Erbsengalaxien.

Weitere Informationen

Ort:  Handelskai, Anlegestelle Millenium Tower, 1200 Wien

Uhrzeit: 19:00 Uhr – ca. 21:00 Uhr. Im Anschluss laden wir zu einem informellen Ausklang der Veranstaltung.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, um Anmeldung wird gebeten.

 

by Christopher Schwarzkopf at August 18, 2014 10:51 AM

August 16, 2014

Iberty

hmmm.. #mediaviewer

Had a discussion with some people about "what the future will bring for Wikipedia" at Wikimania on Friday. Was reminded of my presentation last year "Wikipedia in 2022". That was me in 2013 (and to avoid misunderstandings that's neither a plan nor my goal, just a prediction):

 "Not anymore. Today your phone, car, house, social network, newspaper and doormat give you information you desire. The freezer still does not order the milk by itself, but it is able to sing the best quotes about milk, taken from Wikiquote. Or theses appliances give you some information you maybe desire. ... But why should one visit this large, confusing website to get some information that is badly targeted as well. The Wikimedia Foundation and some of the bigger chapters tried between 2014 and 2018 to develop these apps and software themselves. But still they were way too slow. Can you imagine? They actually tried to include the community in the process. It was a process that was as undemocratic as it was slow and ineffective. The Wikimedia efforts were much too concerned with preserving Wikipedia the way it was. No real change is possible when involving a community. Their attempts never took off. It couldn’t be really successful. So the race was made by more ruthless and more effective competition." 

http://blog.wikimedia.org/2013/10/03/the-hidden-wikipedia-a-view-from-2022/


And by the way: it's not people messing up right now. It's structure that's not really working. <script src="http://fc.webmasterpro.de/counter.php?name=southgeist" type="text/javascript"></script><noscript>
</noscript>

by dirkfranke (noreply@blogger.com) at August 16, 2014 08:38 AM

August 15, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Wikimedia Deutschland Blog

Gesucht: Engagierte Helferinnen und Helfer für OER-Konferenz

Jetzt Teil der OER-Konferenz am 12. und 13. September werden: Für die OERde14 sucht Wikimedia Deutschland engagierte Helferinnen und Helfer. Zu den Aufgaben zählen unter anderem Programmmanagement, Fotografie und die Anmoderation von Sprecherinnen und Sprechern.

Schicke Shirts: Helferinnen und Helfer der OER-Konferenz 2013 – Bild: Agnieszka Krolik, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Die OERde14 ist die größte Veranstaltung zu freien Bildungsmaterialien im deutschsprachigen Raum. “Hinter den Kulissen” warten eine Vielzahl an Aufgaben, die ein engagiertes Team unentbehrlich machen. Wie das geht, erfährst du hier. Sichere dir jetzt deinen Platz im Konferenzteam.

Wie kannst du helfen?

Es gibt folgende vier große Aufgabengebiete, die wir je nach deiner persönlichen Präferenz vergeben:

  • Programmmanagement (Assistenzen Bühnenregie, ReferentInnenbetreuung)
  • Visuelle Dokumentation (FotografInnen, Assistenzen Kamerateam)
  • Schriftliche Dokumentation (Inhalte, Diskussionen und Ergebnisse von Vorträgen und Workshops)
  • Sessionräume (Technikbetreuung, Anmoderation von ReferentInnen und Publikumsfragen moderieren etc.)

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere kleine Aufgaben während der Konferenz, für die wir Hilfe brauchen. Melde dich also auch gerne, falls du dich in keinem der genannten Bereiche siehst. Es bleibt übrigens in jedem Fall Zeit, auch die Konferenz selbst zu besuchen: Je nach Aufgabe liegt die Einsatzzeit bei vier bis sechs Stunden pro Konferenztag. Weitere Informationen findest du im ausführlichen FAQ für Helferinnen und Helfer.

Warum solltest du ehrenamtliche Helferin oder ehrenamtlicher Helfer werden?

  • Du wirst Teil eines motivierten und tollen Konferenzteams und prägst maßgeblich die Atmosphäre auf der Konferenz.
  • Du erhälst die einmalige Gelegenheit, das Geschehen und die Komplexität einer solchen Veranstaltung hinter den Kulissen zu erleben und mitzugestalten (gerne stellen wir auch Referenzen aus).
  • Du arbeitest mit Referierenden und OER-Aktiven zusammen.
  • Die Aufgabengebiete haben einen direkten inhaltlichen Bezug zur Konferenz.
  • Die Konferenzteilnahme sowie die Verpflegung sind kostenlos.

Die Aufgabenbereiche werden nach der Anzahl der angemeldeten Helferinnen und Helfer solange besetzt, bis das Team vollzählig ist. Nun heißt es: dabei sein!

 

by Sarah Behrens at August 15, 2014 02:54 PM

„Wir sind nicht allein!“ – Rückblick auf die Wikimania 2014

„Wir sind nicht allein!“ – ja, so hätte das inoffizielle Motto der Wikimania 2014 lauten können. Denn während es bei den letztjährigen Wikimania-Konferenzen vor allem um die Wikimedia-Communities und ihre Projekte, Vorhaben und Entwicklungen ging, standen diesmal auch thematisch verwandte Organisationen und Bewegungen wie Open Data und Bürgerjournalismus im Fokus der Wikimania.

Salil Shetty, Generalsekretär von Amnesty International, umriss Gemeinsamkeiten zwischen Amnesty und Wikimedia
(by Henry Kellner, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Einen ersten Vorgeschmack darauf gab bereits der Eröffnungsredner Salil Shetty, Generalsekretär der internationalen Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Eindrücklich zeigte er Ähnlichkeiten in der Entwicklung der Amnesty- und der Wikimedia-Bewegung auf und umriss Gemeinsamkeiten hinsichtlich der humanitären Bedeutung beider Organisationen. Beide setzten sich auf ihre Art und Weise für Menschenrechte ein und seien „zwei große Bewegungen unserer Zeit“.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und die neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Lila Tretikov, hielten ebenfalls Eröffnungsreden. Und setzten einen ganz besonderen Fokus: Am Vortag hatten beide bereits auf einer Pressekonferenz den neuen Transparenzbericht der Wikimedia-Stiftung vorgelegt und stolz verkündet, dass sich die rechtlichen Eingriffe in die Wikimedia-Projekte sehr, sehr gering hielten. Mit deutlichen Worten kritisierten beide das vom Europäischen Gerichtshof geschaffene „Recht auf Vergessenwerden“ und gaben damit der Stiftung und der Wikimedia-Bewegung eine unerwartet starke netzpolitische Position.

Datentankstelle mit Star-Allüren, GLAM und Liquid Lobbying

Jimmy Wales (rechts) begutachtet die Datentankstelle
(by Sebastian Sooth, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Open Data zum Anfassen und Auftanken gab es am Stand von Wikimedia Deutschland. Die Datentankstelle, heimlicher Star der Wikimania mit entsprechenden Allüren (verspätetes Erscheinen), zog große Aufmerksamkeit auf sich. Auch Jimmy Wales wollte wissen, wie man sich an der “data pump” den Rohstoff des 21. Jahrhunderts – Informationen bzw. offene Daten – bequem auf sein mobiles Gerät laden kann, von Verwaltungs- oder Geodaten bis zu freier Musik und Katzenbildern.

Wie Kulturinstitutionen sowie Coderinnen und Codern zugleich gezeigt werden kann, welches Potenzial auch für die Wikimedia-Projekte in digitalisiertem Kulturgut steckt, wurde bei der Präsentation des Kultur-Hackathons Coding da Vinci deutlich. Wikimedia Deutschland und Vertretende der Partnerorganisationen teilten mit einem interessierten Publikum ihre Erfahrungen mit der Entwicklung und den Resultaten des Programmierwettbewerbs unter Beteiligung von 16 Kultureinrichtungen.

Wie die Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen erfolgreich gestaltet und damit nachhaltig zunehmend qualitativ hochwertige Inhalte freigegeben werden können, beschäftigte die internationalen GLAM-Communities (GLAM als Akronym für galleries, libraries, archives, museums) in den GLAM-Konferenz-Sessions. Unter anderem wurde das GLAMwiki-Toolset vorgestellt, das es Institutionen erleichtern soll ihre Kulturdaten künftig ohne aufwendige Vermittlungsarbeit selbst hochzuladen. Erfahrungen und Tipps zur Zusammenarbeit von Freiwilligen und Kultureinrichtungen auf lokaler Ebene in Schweden, Norwegen und Deutschland bot die Session „The secrets of local GLAM outreach”. Gemeinsames Fazit: genaue Themensetzung, ausreichend Zeit zum Kennenlernen der Mitarbeitenden und Engagement der Institution aus eigenem Interesse sind die wichtigsten Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Klar wurde, dass ein zukünftiger Schwerpunkt die Auswertung von Aktivitäten im GLAM-Bereich sein wird, Beispiele dafür wurden etwa in Workshops zu Best practices der Evaluation und Metriken für GLAM-Projekte diskutiert.

Großes Interesse zog die Präsentation zur Free Knowledge Advocacy Group EU auf sich, der gemeinsamen Interessenvertretung elf europäischer Wikimedia-Chapter und thematischer Organisationen gegenüber relevanten politischen Entwicklungen auf EU-Ebene. In der folgenden Paneldiskussion unter anderem mit Luis Villa und Jan Engelmann wurde diskutiert, wie die Wikimedia-Bewegung unter dem Schlagwort „Liquid Lobbying“ urheberrechtspolitische Anliegen auf europäischer Ebene nach vorn bringen kann und in welcher Form hier das Eintreten für Freies Wissen sinnvoll ist.

Wikipedia als Zukunft der Bildung?

Das Motto „Wikipedia belongs in education“ (Wikipedia und Bildung gehören zusammen) war stark auf der Wikimania vertreten
(by Petr Novák, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Eines der fünf großen Themen der Wikimania war auch „The Future of Education“ (die Zukunft der Bildung). Wie verändern sich Bildung und Bildungsressourcen aufgrund des Internets? Wie unterrichten Lehrende in der Zukunft?

Die neu geschaffene Wiki Education Foundation stellte sich und ihre Arbeit in drei Talks (1, 2, 3) vor. Die Stiftung, geleitet von Frank Schulenburg, ist eine Ausgründung der Wikimedia Foundation und konzentriert sich auf Bildungsarbeit in den USA und Kanada. Schwerpunkt der Stiftung ist es, Hochschullehrende sowie Studierende im Schreiben von Wikipedia-Artikeln zu schulen. Dabei stehen vor allem Lehrmethoden im Fokus: Wie schaffen wir es, Wikipedia besonders erfolgreich zu „lehren“? Welche Methoden, welche Inhalte, welche Arten von Artikeln sind besonders geeignet?

Auch die weiteren Education-Talks beschäftigten sich vor allem damit, wie Bildungssysteme und Wikimedia-Projekte näher aneinander rücken können – so sprach zum Beispiel Martin Poulter von der Universität Bristol darüber, wie Wikipedia Bildungsinstitutionen näher gebracht werden kann. Und Ziko van Dijk berichtete, wie Wikipedia verständlich zu erklären ist.

Insofern nahm das Thema Bildung einen starken Raum auf der Wikimania ein. Doch letztendlich lag der Fokus der zahlreichen Sessions vor allem auf den praktischen, derzeit anzuwendenden Methoden im Lehrbereich und weniger auf den Möglichkeiten und Herausforderungen der Bildungssysteme.

Vielfalt auf neuen Wegen

Ein ebenso wichtiges Thema war die schon in den letzten Jahren viel angesprochene Vielfalt der Wikimedia-Communities, bekannt unter dem englischen Schlagwort „Diversity“. Insbesondere die Wikimedia Foundation steht weiterhin stark hinter ihren Zielen besonders in den Ländern des sogenannten „Globalen Südens“ neue Autorinnen und Autoren zu gewinnen, sowie allgemein den Anteil weiblicher Autorinnen zu erhöhen.

Als markantestes Beispiel gilt dafür das Wikipedia:Zero-Programm, bei dem es darum geht Mobilfunkbetreiber zu überzeugen, keine Kosten für den mobilen Datenzugriff auf die Seiten der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte zu erheben. Bereits seit einigen Monaten wird dafür mit einer eigenen Petition geworben. Dass das Programm den Prinzipien der in vielen Ländern diskutierten Netzneutralität widerspricht, hindert die Foundation nicht daran, es fortzuführen.

Wikimedia Deutschland engagiert sich in dem Bereich mit dem kürzlich veröffentlichten „Kompass der Vielfalt“ (pdf, 408 KB), der auf der Wikimania offiziell vorgestellt wurde. Dieser soll eine wissenschaltliche Grundlage für die weitere Arbeit in dem Bereich darstellen. Zahlreiche Gruppen, unter anderem die sich gründende Nutzergruppe der schwulen, lesbischen, bi- und transsexuellen Wikimedianer (LGBT+) wie auch die Wikiwomen, zeigten Interesse daran.

Von „Esperanto-Meetup“ bis „Video-Lunch“

Zahlreiche Wikiwomen traffen sich zum gemeinsamen Austausch
(by James Knight, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Abseits dieser zahlreichen Themen ist die Wikimania trotzdem natürlich das größte Treffen von Wikimedianerinnen und Wikimedianer auf der ganzen Welt. Wikimedia Deutschland konnte über das Stipendienprogramm 47 Wikimedia-Aktiven die Teilnahme ermöglichen. Berichte dazu finden sich im Extrablatt des Wikipedia-Kuriers.

Zusätzlich zum offiziellen Programm trafen sich zahlreiche Gruppen, um ihre Projekte und Themen voranzubringen. Für die über die ganze Welt verteilten Interessierten am Thema „Video und Wikipedia“ bot sich die Gelegenheit, sich zum Video-Lunch zu treffen und so gemeinsam die nächsten Schritte zu planen. Auch die französischsprachigen, Esperanto-sprechenden, osteuropäischen oder in Wikisouce arbeitenden Wikimedianerinnen und Wikimedianer trafen sich – der Vielfalt an Gruppen waren keine Grenzen gesetzt.

Ebenso fanden sich die Menschen, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit der Freiwilligenförderung beschäftigen. Am Tag vor der Konferenz trafen sich „volunteer supporter“ aus Deutschland, Österreich, der Schweiz, Italien, Großbritannien, Mexiko, Frankreich und aus den USA, tauschten Erfahrungen aus und legten die Basis für eine engere Zusammenarbeit. Innerhalb des Programms der Wikimania hielt Dirk Franke mehrere Vorträge zu den Erfahrungen aus der Freiwilligenförderung von Wikimedia Deutschland. Birgit Müller knüpfte Kontakte mit dem neu gegründeten Community Engagement Team, das die Communities besser auf neue Softwareupdates vorbereiten soll.

Veränderungen im Board

Das Board of Trustees mit neuen und alten Mitgliedern sowie Lila Tretikov, neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation
(by Mike Peel, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Die Wikimania ist außerdem auch Wikimedia-politisch durchaus von Relevanz, da regulär dort eines der Treffen des Board of Trustees (Kuratorium) der Wikimedia Foundation stattfindet. Zwar ist das Protokoll der Sitzung noch nicht veröffentlicht, dennoch verbreitete das Board bereits erste Meldungen.

Zwei kooptierte, das heißt vom Board selbst benannte Mitglieder, Bishakha Datta und Ana Toni, haben ihren Rücktritt zum Ende des Jahres verkündet. Beide betonten ihre große Sympathie für die Wikimedia-Bewegung, gäben ihre Ämter jedoch aus Zeitgründen auf. In das Board aufgenommen bzw. bestätigt wurden die beiden von den Wikimedia-Mitgliedsorganisationen bestimmten Mitglieder, Frieda Brioschi (aus Italien) und Patricio Lorente (aus Argentinien). Die aus Deutschland stammende Alice Wiegand, die von den Organisationen nicht gewählt worden war, verlängert jedoch trotzdem ihre Amtszeit bis 2016, da das Board sie als Nachfolgerin für einen der kooptierten Plätze bestimmt hat.

Wiedersehen in Mexiko-Stadt

Bei der Abschlusszeremonie hielt Jimmy Wales seine traditionelle „State of the Wiki“-Rede. Ungewöhnlich deutlich appellierte er an die Communities freundlicher und wilkommender zu werden – sowie Trollen und Störenfrieden („toxic people“) die Tür zu zeigen. Als Wikimedianer des Jahres bestimmte Wales den ukrainischen Wikipedianer Ihor Kostenko, der bei den Maidan-Protesten in der Ukraine ums Leben kam.

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Präsentation der Wikimania 2015.
By Juan Carlos Elias, La Casa Productora, Biblioteca Vasconcelos Staff, Protoplasmakid, Dexter Brain. CC-by-sa-3.0, via Youtube

Zum Abschluss gab das mexikanische Wikimania-Team einen videovisuellen Ausblick auf die nächste Wikimania, die in Mexiko-Stadt vom 15. bis 19. Juli 2015 ihren Platz finden wird. Besonderer Jubel und Applaus brandete auf, als der Veranstaltungsort der Konferenz gezeigt wurde: die Vasconcelos-Bibliothek, die durch ihre „fliegenden“ Bücherregale mehr als atemberaubend wirkt. Nach der Wikimania 2011 in Washington DC ist es die vierte, die wieder auf dem amerikanischen Kontinent stattfinden wird. Nach London steht also bereits die nächste Wikimania am Horizont, oder um es mit den Worten des mexikanischen Organisationsteams zu sagen: „¡Nos vemos en México!“.


Zahlreiche Fotos sowie Präsentationsfolien der Wikimania sind bereits in der entsprechenden Kategorie auf Wikimedia Commons zu finden, eine Übersicht der aller Etherpad-Mitschriften der Sessions gibt es ebenfalls. Videos der Keynotes sind auf Livestream.com verfügbar. Berichte zu einzelnen Themen und Sessions sind im Extrablatt des Wikipedia-Kuriers zu finden. Des Weiteren findet derzeit der Auswahlprozess für die Jury der Wikimania 2016 statt. Wer Interesse daran hat mitzuentscheiden wo die Konferenz stattfinden wird, ist sehr herzlich dazu aufgerufen sich bei der Konferenz-Koordinatorin der Wikimedia Foundation, Ellie Young, zu melden!

by Cornelius Kibelka at August 15, 2014 12:07 PM

August 14, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 23+24/2014

Herzlichen Glückwunsch zur Doppelausgabe Nummer 23 und 24 der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Aufgrund der größten Wikimedia-Veranstaltung des Jahres, der Wikimania, die dieses Jahr in London stattfand, pausierte der Newsletter letzte Woche und kommte die Woche doppelt so groß mit zahlreichen Wikimania-Links zurück! Wie üblich wird die Wikimedia:Woche gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, sie serviert in kleineneren und größeren Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 23+24/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wikimania

Vom 8. bis 10. August fand die jährliche Wikimania in London statt. Aufgrund der Fülle an Geschichten und Links gibt es in dieser Sonderausgabe einen eigenen Abschnitt.

Ausgewählte Links

Die Wikimania wurde von zahlreichen Teilnehmenden aber auch von Externen auf allen Kanälen begleitet, beschrieben, fotografiert. Im Folgenden eine (subjektive) Auswahl an verschiedensten Links:

Lodewijk Gelauff hat eine subjektive, persönliche Umfrage nach den beliebtesten Wikimania-Sessions veröffentlicht

Peter Murray-Rust, Wissenschaftler und u.a. Keynote-Speaker auf der Wikimania, beschreibt in einem Blogbeitrag wie die Konferenz „sein Leben verändert hat“

Im „Education blog“ der Open Knowledge Foundation gibt es einen ausführlichen Blogbeitrag was Wikipedia und ihre Schwesterprojekte mit Bildung (Education) zu tun haben

Fabrice Florin, Produktmanager bei der Wikimedia Foundation, organisierte (wie auch schon im letzten Jahr) eine Umfrage zum Thema “Wie können wir Wikipedia verbessern?”. Die Umfrageergebnisse gibt es als Bildergalerie auf Flickr

Carl Miller, unter anderem auch Vortragender auf der Wikimania, stellte die These auf, dass Wikipedia dabei helfen könnte, Politik (positiv) zu gestalten

Aus dem Medienspiegel herausgegriffen: auch die Schweizer Tagesschau berichtete über die Wikimania

Wikimania 2015

Zum Abschluss der Wikimania stellte das mexikanische Organisationsteam den Veranstaltungsort der nächsten Wikimania 2015, in Mexiko-Stadt, vor. Das Video ist auf Wikimedia Commons verfügbar:

Foundation und Organisationen

Veränderungen im Board

Im Rahmen der Wikimania traf sich u.a. auch das Board of Trustees der Wikimedia Foundation. Vorsitzender Jan-Bart de Vreede verkündete einige personelle Neuigkeiten: Bishakha Datta und Ana Toni verlassen das Board zum Ende des Jahres, Frieda Brioschi und Patricio Lorente beginnen ihre neuen Amtszeiten, Alice Wiegand erhält einen Sitz bis Ende 2016.

AffCom bestimmt neuen Sekretär

Das Affiliations Committee, zuständig für die Empfehlungen für Anerkennungen von Wikimedia-Organisationen, hat das eigene Mitglied Tanvir Rahman zum neuen Sekretär („Secretary“) des Komitees ernannt. Er soll sich verstärkt um die Außenkommunikation des Freiwilligenkomitees kümmern.

Erkenntnisse des Chapters Dialogue veröffentlicht

Im Rahmen des WMDE-Projektes „Chapter Dialogue“ wurden Angehörige von Chaptern, Wikimedia Foundation, Funds Dissemination Committee und Affiliations Committee über Rollen, Ziele und Verantwortlichkeiten im Wikimedia Movement befragt. Die Ergebnisse sind nun öffentlich:

Des Weiteren wurde auch eine 30-minütige Dokumentation zu dem Projekt erstellt. Es ist auf Wikimedia Commons sowie auf Vimeo (inklusive Untertitel) verfügbar.

Transparenzbericht der Wikimedia Foundation veröffentlicht

Im Rahmen der Wikimania haben Jimmy Wales und die neue Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Lila Tretikov, den ersten Transparenzbericht („Transparency Report“) der Foundation veröffentlicht.

Projekte und Initiativen

Das Foundation-Blog wird zum Movement-Blog

Das Blog der Wikimedia Foundation öffnet sich nach einem Redesign für interessierte Einzelpersonen oder Organisationen, die dort ihre eigenen Projekte vorstellen, von ihren Erlebnissen im Wikiversum berichten oder kontroverse Themen einem großen internationalem Publikum zugänglich machen können:

Chinesisches Wikipedia-Magazin „The Wikipedian“

Addis Wang, Koordinator der jüngst anerkannten Nutzergruppe der chinesischen Wikipedianer, berichtet in einem Blogbeitrag über das selbsterstellte Wikipedia-Community-Magazin „The Wikipedian“. Das Magazin versucht die auf vier Entitäten (Festlandchina, Macau, Hong Kong und Taiwan) verteilte chinesischsprachige Community zu vernetzen.

„Unfreie“ freie Lizenzen

Luis Villa, stellvertretender Justiziar der Wikimedia Foundation, berichtet in einem Blogbeitrag darüber, dass die Wikimedia Foundation einem Netzwerk beigetreten ist, dass sich gegen die neuen von der International Association of Scientific, Technical & Medical Publishers geschriebenen „Open Access“-Lizenzen wehre. Diese entsprächen nicht den Standards von „freien Lizenzen“.

Technik

Lightbox-Demo

Für den Medienbetrachter (Mediaviewer) sind weitere Verbesserungen in Planungen. Erik Möller hat auf der Mailingliste wikimedia-l auf die „Lightbox demo“ hingewiesen zu dem gerne Feedback entgegen genommen wird.

Diskussion

Mediaviewer und Superprotect

Das von der deutschsprachigen Wikipedia-Community abgehaltene Meinungsbild zur Abschaltung des Medienbetrachters (Mediaviewers) ist deutlich für eine Abschaltung ausgefallen. Nach der Umsetzung des Ergebnisses durch einen Administrator, setzte die Wikimedia Foundation dies wiederum zurück. Inzwischen ist eine MediaWiki-Seite nur noch für Mitarbeitende der Wikimedia Foundation bearbeitbar („Superprotected“).

Daten und Statistiken wie viele Nutzerinnen und Nutzer den Mediaviewer ausgeschaltet haben („opt-out“), finden sich auf WMFlabs.org

Inzwischen gibt es auch eine Stellungnahme des Board of Trustees der Wikimedia Foundation zur der Angelegenheit

Ist Wikimedia gegen das Freie Internet?

Das von der Wikimedia Foundation propagierte Programm „Wikipedia:Zero“, das Menschen in Ländern des Globalen Südens kostenlosen Zugang zu Wikipedia ermöglichen soll, widerspricht nach Ansicht von Kritikern den Prinzipien des Freien Internets, insbesondere dem Prinzip der Netzneutralität. Raegan MacDonald erläutert die Kritik auf Netzpolitik.org.

Presse und Websites

Urheberechtsdebatte um das Monkey-Selfie

Kurz vor der Wikimania wurde bekannt, dass der Inhaber des Fotoapparates des bekannten „Affen-Selfies“ (ein Schopfaffe, der mit einer Kamera von sich selbst ein Foto geschossen hatte) die Wikimedia Foundation verklagen möchte, da diese seinen Antrag auf Löschung des Bildes nicht stattgegeben hat.

Briten glauben eher Wikipedia als anderen Medien

Einer Umfrage von YouGov zu folge vertrauen mehr Briten der Wikipedia als anderen britischen Medien, u.a. auch der BBC.

Bunch of nobodies

Auf Meta tragen Wikimedianerinnen und Wikimedianer ein, was sie in ihrem „früheren“ Leben für Jobs und Aufgaben hatten. Chefentwickler Brandon Harris stand früher u.a. schon mal an der Fritteuse.

Termine

Guide-Camp

Vom 29. bis 31. August findet das erste sog. „Guide-Camp“ statt, das sich der Bewältigung von Konflikte ohne administrative Eingriffen annehmen möchte. Es findet in Kassel statt.

Video-Workshop

Am 30./31. August findet der erste „Videos für Wikipedia“-Workshop an der Universität Lüneburg statt

Veranstaltung „Digital Natives“ der Reihe Digitale Kompetenzen

Am 1. September findet in den Berliner Räumen die Veranstaltung „Digital Natives – Ein gut klingender Begriff mit wenig Substanz?“ der Reihe „Digitale Kompetenzen“ statt. Gäste sind Prof. Dr. Rolf Schulmeister (Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung an der Universität Hamburg), Tim Moritz Hector (Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland e.V.), Kristin Narr (Institut für Kommunikation in sozialen Medien (ikosom)) und Günter Voß (SeniorenComputerClub Berlin-Mitte)

GLAM-Wiki-Treffen in Wien

Nach den GLAM-Treffen in Kaufbeuren, Hannover und Bremen findet das nächste GLAM-Wiki-Vernetzungstreffen am 13./14. September in Wien statt

 

by Cornelius Kibelka at August 14, 2014 04:27 PM

Erstes AdaCamp Europas in den Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland

Am 11. und 12. Oktober 2014 lädt die Ada-Initiative in den Räumen von Wikimedia Deutschland zum ersten AdaCamp Europas ein. Die Ada-Initiative setzt sich für Frauen im Bereich Open Technology ein; dies umfasst unter anderem Software-Entwicklerinnen in der OpenSource Bewegung und Wikipedianerinnen die sich für Freies Wissen einsetzen.

Um Frauen, die im Open Technology Bereich aktiv sind, eine Plattform zu geben, hat die Ada-Initiative (benannt nach der allerersten ProgrammiererinAda Lovelace) die AdaCamps ins Leben gerufen. In Form von “Unkonferenzen”/Barcamps, bieten sie den Teilnehmerinnen die Chance, sich zu Themen, Problemen und Lösungen im Bereich der open technology und culture auszutauschen und zu vernetzen.

Logo der Ada-Initiative mit dem Bild von Ada Lovelace, Autorin: Valerietai, CC0 1.0 via Wikimedia Commons

Die Ada-Initiative hat sich das Ziel gesetzt, die hier aktiven Frauen anzusprechen, zu vernetzen, sie zu stärken und ihnen den Rücken freizuhalten. So bietet die Initiative zum Beispiel Training gegen das Hochstapler-Syndrom an, Workshops in denen interessierten Männern gezeigt wird, wie sie Frauen im tagtäglichen Leben unterstützen und Diskriminierung verhindern können. Zudem hat die Initiative mit verschiedenen Personen eine Empfehlung für Richtlinien gegen Belästigungen entwickelt, die übergriffiges Verhalten insbesondere auf IT-Konferenzen minimieren und verhindern soll.

Bisher fanden AdaCamps nur in Nord-Amerika statt. Dieses Jahr wird das Konzept nun ausgeweitet und es wird mehrere Camps in anderen Ländern geben, unter anderem im November 2014 in Bangalore. Wikimedia Deutschland  freut sich darauf, Gastgeber für das allererste Camp in Europa zu sein.

Die Teilnahme am Camp ist nur für Frauen möglich. Dies umfasst alle Menschen, die sich selber als Frau definieren. Da sich das AdaCamp an Frauen in ganz Europa richtet, wird die Konferenzsprache Englisch sein.

Bewerbungen für die Teilnahme am AdaCamp in Berlin sind nur über die Homepage des AdaCamps möglich. Da die Ada-Initative eine produktive und angenehme Arbeitsatmosphäre garantieren möchte, sind die Plätze begrenzt. Auf der Seite vom AdaCamp kann nachgelesen werden, wie die AdaInitiative Bewerberinnen auswählt.

Die Ada-Initative auf Twitter.

 

by Merle Wittich at August 14, 2014 11:39 AM

August 13, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

"Superprotect": Wikimedia behält das letzte Wort bei Wikipedia

http://heise.de/-2290569

Siehe auch
http://erinnerungshort.de/blog/eine-lanze-fuer-den-medienbetrachter/
https://de.wikipedia.org/wiki/MediaWiki_Diskussion:Common.js#Abschalten_MV
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Kurier
https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia_Diskussion:Meinungsbilder/Medienbetrachter#Antwort_zur_Abstimmung_der_deutschsprachigen_Wikipedia_zum_Medienbetrachter

Ich mag den neuen Bildbetrachter auch nicht. Ich hasse es, wenn ich nicht sofort auf die Commons-Kategorien zugreifen kann.

Und es ist einfach Schwachsinn, wenn

http://erinnerungshort.de/blog/eine-lanze-fuer-den-medienbetrachter/

behauptet, da sei lizenzrechtlich alles in Ordnung.

Nichts ist in Ordnung, wenn man sich folgendes Bild von der aktuellen Hauptseite der Wikipedia ansieht. Es befindet sich aus bildrechtlichen Gründen nicht auf Commons.

2014 - Olympic Stadium (Athens).JPG
2014 - Olympic Stadium (Athens)“. Über Wikipedia.

2014 - Olympic Stadium (Athens)“. Über Wikipedia.

Zur Einbindung wurde die Funktion "Diese Datei verwenden" des Media Viewers genutzt. Oben das Einbetten - es fehlt der Urheber M(e)ister Eiskalt und die Lizenz!

https://de.wikipedia.org/wiki/Category:Datei:CC-by-sa

Die untere Version ergibt sich durch den Reiter herunterladen.

DA IST ALSO NICHTS LIZENZKONFORM!

Und das eingebundene Bild ist viel zu groß.

Das nächste Bild liegt auf Commons und ist Public Domain. Der Einbettungscode ist OK.

[...]
[ https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Maryam_Mirzakhani_2014-08-12_18-14.jpg
Das Bild wird nun viel zu groß dargestellt!]

Das folgende Bild wurde gerade bei Commons hochgeladen.

Saint-Pierre-de-Mésage (38) - Salle des fêtes.jpg
"Saint-Pierre-de-Mésage (38) - Salle des fêtes" by Parisdreux - Own work. Licensed under CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons.

Nur auf den ersten Blick ist der Einbettungscode OK, denn die LIZENZ IST NICHT VERLINKT! Das bezieht sich auf Archivalia, nicht notwendigerweise auf andere Websites.

Wieso können diese Wikimedia-Deppen nicht einfach das machen, was bei dem unter

http://archiv.twoday.net/stories/728556196/

beworbenen Bookmarklet und auf Geograph Deutschland

http://archiv.twoday.net/stories/948989393/

einwandfrei funktioniert?

Ich möchte einen korrekten Einbettungscode, der 1. den Urheber nennt, 2. die Lizenz verlinkt und nicht auf irgendwelche TITLE-Tags setzt, die bei bestimmten Betriebssystemen nicht funktionieren. Alles andere ist streng genommen eine Urheberrechtsverletzung!

Update:

http://schmalenstroer.net/blog/2014/08/wikipedia-und-die-neue-technik/

by KlausGraf at August 13, 2014 07:27 PM

Liesel

Wikipedia – der Nabel der Welt.

Auf Grund des Einschreitens der Wikimedia Foundation im Rahmen der Komplettsperrung des Mediaviewers in der deutschsprachigen Wikipedia mit dem neu geschaffenen Superprotect-Recht wird erneut und heftig die Beziehung zwischen der Foundation und den einzelnen Projekten diskutiert. Benutzer:Sicherlich stellt dabei die wichtige Frage: “Wie war das früher und warum ist das heute nicht mehr so?

Ich glaube das ist nicht einfach zu beantworten. Die einen meinen, es liegt daran, dass die Foundation ihre Verbindung zu den Autoren verloren hat und in ihrer eigenen Welt fernab in San Francisco lebt und gar nicht mehr mitbekommt was notwendig und nötig ist.

Ich denke, dass ist wesentlich kompliziert. Auf der einen Seite stehen Autoren die seit 10 und mehr Jahren in den Projekten aktiv sind. Sie haben sich “eingerichtet” und sind mit mehr oder weniger allen Finessen der Softwareumgebung vertraut, nutzen verschiedene Zusatzprogramme (Tools, Scripte etc.) um ihre Arbeit zu erleichtern. Auch haben sich in den letzten Jahren Hierarchien in den Projekten gebildet, es entstanden Anforderungen an die Artikel (Relevanzkriterien, Namenskonventionen etc.) sowie mit Unterstützung der Chapters im deutschsprachigen Raum auch eine Fördermöglichkeit für die Autoren. Dies betrifft zwar vor allem den Fotobereich, da das Bezahlen von Autoren immer noch anrüchig ist.

Andererseits ist die Foundation nicht mehr die kleine Förderstiftung zum Erhalt der Server. Durch die enorm gewachsenen Spenden entstand auch eine größere Verwaltung und die Notwendigkeit dieses Geld auszugeben. Wurde einerseits versucht neue Autoren zu gewinnen, in dem verschiedene Kampagnen liefen (Global South, Gender Gap) ist andererseits auch die Fortentwicklung der Software notwendig.

Womit ich jetzt zum aktuellen Diskussionpunkt komme. War die MediaWiki-Software-Entwicklung früher mehr oder weniger ein Projekt von Ehrenamtlichen so wird es heute auch von etlichen bezahlten Programmierern mitgestaltet. Anfänglich krankte die Software unter vielen Bugs und die Beseitigung dauerte manchmal Jahre, da die Programmierer gerade anderes machten und dazu keine Lust hatten. Die Autoren richteten sich damit ein und lebten mit den kleinen und großen Fehlerchen und jubelten, wenn mal einer beseitigt wurde. Das bedeutete aber auch, dass bis vor wenigen Jahren das Design noch auf dem Stand der 1990er Jahre war und auch die Benutzung der Software eigentlich nur mit bestimmten Helferlein (Gadgets) einen wirklich guten Work-flow erlaubte. Inzwischen wurden seitens der Foundation bezahlte Programmierer angestellt, dass ermöglicht nicht nur eine kontinuierliche Fortentwicklung und Pflege der Software sondern nunmehr auch die Möglichkeit, einer Komplettüberarbeitung mit der Anpassung an die neuen Anforderungen durch mobile Endgeräte (Smartphones, Tablets).

Mit dieser Entwicklung einher geht aber auch eine gewisse Distanz zwischen den Autoren und den Entwicklern der Software. War früher so mancher Autor noch nebenher Entwickler, so ist das heute kaum noch der Fall. Somit geht auch ein gewisser Informationsfluss zwischen den Autoren und der Softwareentwicklung verloren. Die Autoren haben dadurch den Eindruck, es wird etwas entwickelt, was sie nicht benötigen, weil sie ja mit dem bisherigen gut leben konnten. Damit verbunden ist natürlich auch eine gewisse Gewöhnung. Größere Softwareänderungen erfordern eventuell Änderungen am eigenen Nutzerverhalten. Andererseits werden auch die Anforderungen an die Software höher. Nahm man früher den einen oder anderen Bug hin und hoffte darauf, dass er zeitnah beseitigt wird, wird heute von manchen Autoren eine weitgehend bugfreie Software erwartet.

Durch die Trennung zwischen Autoren und Entwicklern ist aber auch ein anderer Prozess eingetreten. War es früher einfacher, bestimmte Entwicklungen anzuschieben oder Softwareverbesserungen einzubringen, ist das heute schwerer. So kommen sich im Gegensatz zu früher, viele Autoren den Softwareentwicklern ausgeliefert vor. Dazu kommt noch, dass im Gegensatz zum Mitspracherecht im Projekt, das Mitspracherecht bezüglich der Softwareentwicklung schon immer relativ eingeschränkt war. Dieser Eindruck wird jetzt noch dadurch verstärkt, dass irgendwo eine Software-Abteilung sitzt, die kommunikativ nicht erreichbar ist.

Mein Eindruck ist, dass sich im Grunde wenig grundsätzliches geändert hat, was den jetzigen Konflikt irgendwie begründen könnte. Meiner Meinung nach liegt der Konflikt eher darin begründet, dass eine gewisse Inflexibilität bei den Autoren eingetreten ist. Man ist nicht mehr so einfach bereit, sich auf Neues einzulassen und auch mal gewissen Einschränkungen hinzunehmen. Im Gegenteil, man erwartet gar keine großen Neuerungen mehr und hofft auf absehbare Zeit, dass der Status Quo bestehen bleibt.

Aber war früher die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ein Vorteil der Wikipedia um neue Autoren zu gewinnen, ist dieser Stillstand meiner Meinung nach ursächlich für den schleichenden Rückgang von Autoren. Während alte Autoren weggehen, lassen sich nur wenige neue Autoren für die eingeschliffenen Verhältnisse in der Wikipedia begeistern.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Mediaviewer, Superprotect, Wikimedia, Wikipedia

by Liesel at August 13, 2014 07:24 AM

August 12, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Digitale Kompetenzen die zweite: Digital Natives – Ein gut klingender Begriff mit wenig Substanz?

 

Anfang September ist es soweit: Die Veranstaltungsreihe Digitale Kompetenzen, die Wikimedia Deutschland im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 – Die digitale Gesellschaft durchführt, geht in die nächste Runde. Unter dem Titel “Digital Natives – Ein gut klingender Begriff mit wenig Substanz?” setzen wir uns am 1. September gemeinsam mit Expertinnen und Experten kritisch mit dem Begriff der “Digital Natives” auseinander.

Prof. Dr. Rolf Schulmeister, CC-BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons

Der amerikanische Pädagoge Marc Prensky prägte den Begriff im Jahr 2001, als er damit Jugendliche beschrieb, die seiner Sicht nach qua Geburtsjahr über besondere Medienkompetenzen verfügen. Aus Sicht der Wissenschaft und Medienpädagogik handelt es sich dabei um nicht viel mehr als eine künstliche Bezeichnung. So können diejenigen, die nach der gängigen Definition als “Digital Natives” gelten, nicht zwangsläufig programmieren oder wie selbstverständlich mit sozialen Medien umgehen und auch kollaborative Arbeitswerkzeuge wie Wikis werden nur selten verwendet. Weniger unser Alter als vielmehr andere Faktoren wie soziale Herkunft, Bildungsniveau und Zugang zu digitalen Technologien haben entscheidenden Einfluss auf unsere Medienkompetenz und digitalen Fähigkeiten.  Müssen wissenschaftliche und pädagogische Ansätze also dahingehend überprüft werden, ob sie die Veränderungen der digitalen Gesellschaft angemessen erfassen? Und was bedarf es in der praktischen Arbeit, um den verschiedenen Nutzergruppen und deren Fähigkeiten und Bedürfnissen gerecht zu werden? Diese und andere Fragen rund um den Begriff der “Digital Natives” sollen im Rahmen der Veranstaltung diskutiert werden.

Wir freuen uns auf einen Vortrag von Prof. Dr. Rolf Schulmeister vom Zentrum für Hochschul- und Weiterbildung (ZHW) der Universität Hamburg, der in den vergangenen Jahren intensiv zum Thema “Digital Natives” geforscht und seine Ergebnisse unter anderem in der Studie „Gibt es eine Net Generation?“  veröffentlicht hat.

Broschüre zur Veranstaltungsreihe als PDF herunterladen

Anschließend wollen wir mit Expertinnen und Expertinnen aus der medienpädagogischen Praxis diskutieren. Zu Gast sind Kristin Narr vom Institut für Kommunikation in sozialen Medien, Günter Voß vom SeniorenComputerClub Berlin-Mitte sowie Tim Moritz Hector, Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland e.V.

Wie schon bei der letzten Veranstaltung zum Thema Datenschutz werden wir für diejenigen, die nicht persönlich vor Ort sein können, einen Livestream auf der Webseite der Veranstaltung anbieten. Via Twitter können unter dem Hashtag #DigiKompz Fragen und Anmerkungen übersendet werden. Außerdem bietet die Diskussionsseite Raum für eigene Beiträge zu dem Thema.

Ort: Wikimedia Deutschland e.V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

Uhrzeit: 19 Uhr – ca. 21:30 Uhr

Anmeldung: Die Veranstaltung ist kostenfrei, über eine Anmeldung freuen wir uns jedoch.

by Christopher Schwarzkopf at August 12, 2014 11:29 AM

August 08, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Guided tours and Wikidata: How to explain a complex project and encourage new editors

The following is a contribution by Bene*, admin and bureaucrat on Wikidata and author of the guided tours on Wikidata. He explains the motovation behind guided tours and how they can attract new editors to the Wikidata community:

Wikidata is no longer a brand new project but still a lot of people do not really know what it actually does. This makes it hard for new editors to get involved with the project and become active contributors. We realized that something had to change; that we had to make things easier to understand and take our newbies by the hand.

Wikidata guided tour intro
Wikidata guided tour intro

Wikidata guided tour labels
Wikidata guided tour labels

 

When it comes to planning how to help new editors, a first approach is typically to create help pages for individual topics. However, these pages are often very long and do not do a good job of explaining concepts beyond their theoretical context. Another way to explain things is to create illustrative presentations including slideshows. Unfortunately, the users still only get the theory and have to make the leap from reading to actually editing on their own. Keeping all this in mind, we decided that we needed a format that is integrated with the editing interface of Wikidata and gives users the opportunity to edit content through a series of practical exercises.
In fact, this is exactly what the GuidedTour extension does. It provides a way to create presentations, or rather interactive tutorials, in which the user can actually complete a set of actions. One great use case of Guided Tours is the Wikipedia Adventure. However, for Wikidata we needed something different because the item editing interface shares very little in common with a standard wiki page. The pages contain more buttons and small text fields because an item does not simply consist of text but stores structured data instead. Therefore, we adjusted the guided tours to our needs and added an overlay feature to highlight single design elements. We also made the tours translatable as Wikidata is a multilingual project. If you are interested in the result just try it out for yourself: there are currently two Wikidata tours available—one on items, and one on statements.

Wikidata items tour stats
Wikidata items tour stats

Wikidata statements tour stats
Wikidata statements tour stats

As you can see from the usage statistics, the work was well worth the effort. Since the release on 11th July more than 150 users have taken the first tour and more than 100 went on to complete the second one. This shows the impact our tours have had and the great need for them. It was lots of fun to create and implement the interactive tutorials but there is still a lot of work to do. New tours are being worked on and the existing ones are also in need of translations. If you have any ideas for new tours or improvements to the existing ones, just add your comments to the coordination page. You might also want to help translate the released tours (which is just like translating any wiki page). You can translate the existing tutorials about items and about statements.

A note from Lydia (Wikidata’s product manager): Thank you so much to Bene* (Wikidata community developer) and Helen (Free Software Outreach Program for Women intern with Wikimedia) who have worked together over the past weeks to make these first guided tours a reality. It’s great to see us making progress towards making Wikidata easier to use every single day.

 

by Jens Ohlig at August 08, 2014 10:00 PM

August 07, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OERde14: Der Countdown läuft!

Foto “OER-Konferenz 2013″: Raimond Spekking, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

75 Referentinnen und Referenten, 7 thematische Bühnen, 2 Tage Konferenz und 1 Programm.

Der Countdown zur größten Konferenz zu freien Bildungsmaterialien im deutschsprachigen Raum, am 12. und 13. September in der Urania Berlin, läuft. Das 12-köpfige Programmteam freut sich, ein vielversprechendes Programm der OERde14 präsentieren zu dürfen. Viele spannende Einreichungen standen für die OERde14 zur Auswahl – vielen herzlichen Dank dafür! Worauf sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der OERde14 im Einzelnen freuen dürfen, soll an dieser Stelle in einer wöchentlichen Beitragsreihe als kleiner Vorgeschmack auf die Konferenz vorgestellt werden. Soviel ist jetzt schon sicher, es wird spannend!

 

“Eine sehr erfolgreiche Dauerbaustelle!”

Sandra Schön über “OER auf ZUM.de (machen!) – Wie viele tun, wovon andere reden” von Karl-Otto Kirst

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, OER zu entwickeln. Mit viel Erfolg machen das die Autorinnen und Autoren im Bereich der offenen Bildungsressourcen rund um die Plattform ZUM e.V., der Zentrale für Unterrichtsmedien im Internet. Mit dem Aufkommen und der Verbreitung der Creative-Commons-Lizenzen hat sich folgende Entwicklung zugetragen: Materialien, insbesondere beim ZUM-Wiki und bei anderen Wikis auf ZUM.de, werden nicht mehr nur (wie anfangs) kostenfrei, sondern auch unter einer CC-BY-SA-Lizenz angeboten. Neben der Wikipedia ist die ZUM-Initiative damit wohl eine der ältesten Initiativen für freien Content im Internet für Unterrichtszwecke in deutscher Sprache.


Wie das Miteinanderschreiben, das ständige Kommen und Gehen, das Unverbindliche und Offene nun auf den ZUM-Plattformen abläuft, wird Thema eines Vortrags bei der OER-Konferenz sein. Es wird auch darum gehen: Wer schreibt eigentlich für ZUM? Welche Inhalte gibt es auf den Webseiten? Die Konferenz ist also auch bei diesem Vortrag eine tolle Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. In diesem Fall ist es eine sehr erfolgreiche Dauerbaustelle!

Sandra Schön forscht bei der Salzburg Research Forschungsgesellschaft im InnovationLab zu Innovationen rund um Soziale Medien und Bildung. Zahlreiche OER-Projekte und Aktivitäten zeigen, dass ihr das Thema besonders am Herzen liegt.

 

“OER – in Kassel selbstverständlich”

Jöran Muuß-Merholz über “Kompetenzorientiertes und individualisiertes Lernen braucht OER – vom Lernenden her denken am Beispiel des Lernschrittkonzepts” von Dietmar Johlen, Waldemar Sobieroj, Wilfried Dülfer und Matthias Huhn

Ich lernte die Arbeit der Schule Anfang 2014 in Leipzig kennen. In einem ausführlichen Interview erklärten mir der Lehrer Dietmar Johlen und die Schülerin Charis Pape das, was sich so selbstverständlich anhört, aber die große Ausnahme ist. Und zwar gab es in der Schule nicht einen Ausgangspunkt hin zu Überlegungen: „Wir sollten digitaler werden” oder „Was können wir mit digitalen Medien machen?“. Es gab auch keinen Vorsatz: „Wir sollten mehr OER machen!“. Stattdessen stand am Anfang ein pädagogisches Konzept (nachzulesen hier: „Das Lernschrittkonzept – Weg in eine neue Lehr- und Lernkultur“ (pdf)). Und dann wurde klar: Beim selbständigen Arbeiten helfen digitale Materialien und entsprechende Plattformen. Beim Erstellen von Inhalten helfen digitale Werkzeuge. Und wenn andere darauf zugreifen und die neuen Inhalte weiter verwenden wollen, dann muss es eben OER sein. Sonst funktioniert das nicht.

An der Oskar-von-Miller-Schule wird deutlich: Es gibt keine digitale Didaktik. OER ist nicht das Zentrum oder der Ausgangspunkt aller Überlegungen. OER ist eine wichtige Grundlage für die Infrastruktur. Sie ist in Kassel so selbstverständlich, dass die Akteure sie kaum thematisieren. Es sei denn, man bittet sie, ihre Arbeit auf der OER-Konferenz 2014 vorzustellen.

Jöran Muuß-Merholz ist Diplom-Pädagoge und betreibt mit einem kleinen Team die Agentur „J&K – Jöran und Konsorten“. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit in den letzten Jahren liegt im Bereich Open Educational Resources (OER).

by Sarah Behrens at August 07, 2014 12:49 PM

Liesel

Die Feinde des Portales Bahn

Wie schon mehrmals erwähnt, gibt es in der Wikipedia eine lautstarke Fraktion von Benutzern, die aktiv gegen das Portal:Bahn und deren Autoren hetzen und agieren.

Ihnen geht es dabei nicht um die Qualität von Artikel im Bahnbereich. Für diese Benutzer zählt nur die Menge der Artikel. Irgendwelche Zusammenhänge oder Verständnis für die betrieblichen, städtebaulichen bzw. geografischen Bedingungen beim Schienenverkehr ist bei diesen Benutzern nicht zu erwarten. Somit ist die Ursache für die mangelnde Artikelqualtität nicht bei den wenigen noch verbliebenen Autoren zu suchen, sondern bei den Benutzern die eine fortwährende Vertreibungskampagne und Psychokrieg gegen die Bahnautoren führen.

Diese Benutzer sollten aber nicht nur dumm schwätzen, sondern auch aktiv werden, ansonsten wäre sie ja dann nur feige Maulhelden.

Hier ist die Liste der dieser Benutzer:


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Maulhelden, Portal:Bahn, Wikipedia

by Liesel at August 07, 2014 05:43 AM

August 05, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Auf dem Pfad der Dämmerung

Das Projekt „Chapters Dialogue“ hat seinen Abschluss gefunden

Vielleicht kann sich die eine oder der andere noch erinnern: vor gut einem Jahr initiierte ich in der Stabsstelle Internationales von Wikimedia Deutschland das Projekt „Chapters Dialogue“. Hauptziel des Projektes war, es zu erfahren, was die Menschen in den Wikimedia-Chaptern (Ländervertretungen) weltweit bewegt, was sie motiviert und vor welchen Problemen sie stehen. Nach 94 Interviews mit Wikimedianerinnen und Wikimedianer auf der ganzen Welt haben sich sechs Fragen herauskristallisiert, die für das Wikimedia Movement von Bedeutung sind. Im Folgenden eine deutschsprachige Zusammenfassung des Projektberichtes.

Projektleiterin Nicole Ebber (links) und Projektmanagerin Kira Krämer
(by Dominic Ernst, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Wikimedia ist eine globale Bewegung. Die Wikimedia Foundation betreibt Onlineprojekte wie die Wikipedia, sammelt Spenden und verteilt diese an die weltweiten Communities. Diese kämpfen und arbeiten gemeinsam für Freies Wissen. In den letzten zehn Jahren hat sich ein ganzes Netzwerk aus Wikimedia-Organisationen gegründet, die alle gemeinsam die gleiche Idee vor Augen haben: Eine Welt, in der das gesamte Wissen der Menschheit jedem frei zugänglich ist. Gemeinsam betreten diese Organisationen Neuland, denn etwas Vergleichbares, das die Gesellschaft auf diese Art beeinflusste und die Welt veränderte, gab es bisher nicht.

Die Wikimedia-Chapter, zu Deutsch in etwa „Ländervertretungen“, sind Teil dieser internationalen Bewegung. Sie sind sogar elementar, denn sie übernehmen viele Aufgaben und viel Verantwortung. Sie unterstützen lokale Communities und kämpfen vor Ort für Freies Wissen. Und sie stehen für die Vielfalt der Bewegung.

Diskussionen und Dissenz

Doch gleichzeitig gibt es auch viele Diskussionen und Dissenz in der Wikimedia-Bewegung. Es geht um die Beziehungen untereinander, Verantwortlichkeiten und die Herausforderungen, vor denen diese Bewegung bestehend aus Foundation, Chaptern, Freiwilligenkommittees und Communites steht. Diese Diskussionen werden jedoch selten offen ausgetragen und genau so selten sind alle Beteiligten miteinbezogen. Außerdem gibt es kein gemeinsames Verständnis davon, was die Chapter eigentlich erreichen sollten, können oder wollen. Es wurde nie vereinbart, welche Aufgaben und Ziele sie konkret haben, noch welche Unterstützung sie brauchen. Und auch nicht, wer diese Unterstützung leisten soll.

Wir von Wikimedia Deutschland wollten deswegen herausfinden, was eigentlich hinter diesen sagenumwobenen „Chaptern“ steckt. Uns war es wichtig, dass die Bewegung eine fundierte Grundlage hat, um ihre zukünftigen Pläne und Entscheidungen auf ein solides Fundament zu stellen. Aus diesem Grund begann im Frühjahr 2013 ein Projekt, um die Bedürfnisse, Ziele und Geschichten der Chapter und ihrer Anspruchsgruppen („Stakeholder“) zu erfahren. Um den offenen und kommunikativen Charakter des Projektes hervorzuheben, haben wir es „Chapters Dialogue“ genannt.

Wie aus 94 Interviews eine „Landkarte der Wikimedia-Welt“ wurde


Von Anfang an war klar, dass dies ein Projekt qualitativer Forschung sein musste. Denn es ging hier vorrangig nicht um Zahlen, sondern eben darum, Geschichten, Eindrücke und Erfahrungen zu sammeln und diese miteinander zu verknüpfen – quasi eine „Landkarte der Wikimedia-Welt“ zu erstellen. Um dies zu erreichen, stellten wir im Juli 2013 Kira Krämer ein, eine Design-Thinking-Expertin, die diese Methodologie dem Chapters-Dialogue-Projekt entsprechend anpasste.

Von August 2013 bis Februar 2014 interviewte Kira insgesamt 94 Menschen des Wikiversums. Nicht nur Freiwillige und Angestellte der Wikimedia-Chapter, sondern auch die der Wikimedia Foundation, des Funds Dissemination Committees und des Affiliations Committees. Bei der Zusammenstellung und Zusammenfassung der Interviews arbeiteten wir die Schlüsselthemen heraus. Jedes Interview hatte für sich eine Bedeutung und stellte einen wichtigen Teil der Landkarte dar.

Erkenntnisse und Schlüsselfragen

Visual Recording der Präsentation bei der Wikimedia Conference
(Foto: Nicole Ebber, CC-by-sa-4.0, via Wikimedia Commons)

Die Erkenntnisse des Projektes betreffen einige der relevantesten Themenfelder der Bewegung. Es geht sehr viel um Rollen und Beziehung, um Erfahrungen und Entscheidungen der Vergangenheit, die die Bewegung zu der haben werden lassen, die sie heute ist. Diese Themenfelder sind

  • Leidenschaft für Wikimedia
  • Entdeckung von „Neuland“
  • Messung von Erfolg
  • Spenden sammeln und verteilen
  • Herausforderungen für Chapter
  • Gegenseitige Wahrnehmung von Chaptern und der Wikimedia Foundation
  • Entwicklung der Strukturen der Wikimedia-Bewegung
  • Das Organisationsmodell der Wikimedia-Bewegung

Das Projekt begann mit sehr vielen Fragen. Und mit den vielen Antworten der Interviewten kamen zahlreiche neue, spezifischere Fragen auf. Dieses Projekt endet daher auch nicht mit etwa mit Lösungen oder Vorschlägen  denn das wäre zum jetzigen Zeitpunkt fast schon verantwortungslos – sondern mit sechs Schlüsselfragen, die die Wikimedia-Bewegung angehen und bearbeiten muss.

  1. Was wollen wir als Wikimedia-Bewegung erreichen?
  2. Wie definieren wir Wirkung („Impact“) und Erfolg?
  3. Was ist die Rolle der Wikimedia Foundation?
  4. Wie wollen wir miteinander und untereinander kommunizieren?
  5. Wo kommt das Geld her und wohin wird es verteilt?
  6. Was ist der beste Organisationsmodell für die Wikimedia-Bewegung, um die gemeinsame Vision zu verwirklichen?

Ein Aspekt, der sich durch das ganze Projekt wie ein roter Faden zog, war der Mangel an gegenseitigem Einfühlungsvermögen (Empathie) bei allen Beteiligten. Der Wechsel von Perspektiven ist unerlässlich, um gerade „alte Wunden“ zu schließen und „olle Kammellen“ hinter sich zu lassen. Natürlich ist das einfacher gesagt als getan. Der detaillierte Abschlussbericht soll eine solide Grundlage für mögliche nächste Schritte bieten. Um Antworten auf die brennenden Fragen zu finden, ist es jedoch absolut notwendig, systematisch und strukturiert vorzugehen. Es geht vor allem darum, nicht weiter an vorhandenen Symptomen herumzudoktern, sondern die grundlegenden Ursachen anzugehen.

Gegenseitiges Verständnis allein ist die Vorbedingung für Wandel. Jetzt ist es an der Zeit, die Zukunft gemeinsam zu gestalten.

Der gesamte Projektbericht ist in einem Dossier im Meta-Wiki aufbereitet (englischsprachig). Ebenso gibt es diesen Bericht als pdf-Datei (1,24 MB) auf Wikimedia Commons. Außerdem gibt es einen Film zu dem Projekt, der seine Premiere auf der Wikimania in London feiert und später ebenfalls Wikimedia Commons verfügbar sein wird. Bei Fragen zum Projekt stehe ich, Nicole Ebber, unter nicole.ebber@wikimedia.de zur Verfügung, und bin auch bei der Wikimania – unter anderem bei meiner Session am Samstag (9. August) um 12:15 Uhr – und auch sonst ansprechbar.

by Nicole Ebber at August 05, 2014 08:13 PM

August 04, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Wikimedia Deutschland Blog

Monatsbericht Juli 2014

PROGRAMM FREIWILLIGE

Aufgrund der vielen geförderten Aktivitäten der Communitys im Juli steht im Monatsbericht nur eine kurze Übersicht. Ausführliche Informationen gibt es im gesonderten Blogbeitrag.

Fotoprojekte

Auch im Juli nahmen Ehrenamtliche wieder an Veranstaltungen aus den Bereichen Kultur, Sport und Politik teil um Freies Wissen zu generieren. Allein das Projekt Festivalsommer verzeichnete im Juli rund 30 Veranstaltungen. Weitere von Freiwilligen durchgeführte und von Wikimedia Deutschland geförderte Events waren:

01.07.: Besuch im Europaparlament, für Fotoaufnahmen des neu gewählten Parlaments und Absprachen über zukünftige Aktivitäten (siehe auch Wikipedians in European Parliament)

06.07.: Ironman Germany

07.07.: Pressetermin zur Filmpremiere der Dokumentation „Verräterkinder – Die Töchter und Söhne des Widerstands“ für Foto- und Filmaufnahmen von Regisseur und Zeitzeugen

16.–17. 07.: Fotoprojekt Bremische Bürgerschaft und Bremer Weserstadion

22.07.: Pressekonferenz zum 10. „Tag der Legenden“ mit Fußball-Profis wie Karl-Heinz-Körbel, Thomas von Heesen und Thomas Berthold, unter der Moderation von Lou Richter

Community-Räume und -Veranstaltungen

Nachdem bereits in Berlin und Köln Community-Räume existieren, beschäftigen sich derzeit auch die Communitys in Hamburg und Hannover mit der Einrichtung eines jeweils lokalen Wikipedia-Büros als Treffpunkt und regionale Anlaufstelle für Wikipedia-Aktive und andere Interessierte.

Die folgende Liste gibt einen Überblick über die von Wikimedia Deutschland geförderten Community-Veranstaltung im Juli:

02.07.: Women Edit

03.07.: Wikipedianischer Salon zum Thema Plagiate

05.–06.07.: Vorbereitungstreffen WikiCon

11.–13.07.: Jury-Sitzung des Fotowettbewerbs Wiki Loves Earth (siehe auch Blogbeitrag vom 24.07.)

12.07.: Sauerland-Treffen in der nordrhein-westfälischen Gemeinde Finnentrop

12. –13.07.: Wikimania-Vorbereitungsworkshop mit Lightning Talks, Vorträgen und Meet-Ups

16.07.: Mate-Edit-a-thon (spezieller Edit-a-thon zum Thema Mate)

18.–20.07.: Urheberrechtsworkshop für Wikipedianerinnen und Wikipedianer

19.–20.07.: Ausflug und Arbeitstreffen von Wikipedianerinnen und Wikipedianern in und um Kempten

26.07.: Projekttreffen des Wikipedia-Referentennetzwerks wiki:team zum Austausch über bisherige und Planung zukünftiger Aktivitäten

31.07.: Offenes Editieren

Toolserver

Nach der Abschaltung des Toolservers Ende Juni wurde eine zentrale Problem-Sammelstelle auf deutsch und englisch aufgesetzt.

Auf dieser Plattform konnten die von den Communitys am stärksten vermissten der noch nicht umgezogenen Tools ermittelt und Verantwortliche für Betreuung und Weiterentwicklung verwaister Tools gefunden werden. Auch das Auffinden defekter Weiterleitungen vom Toolserver nach Tool Labs und deren Korrektur wurde somit ermöglicht.

Weitere Communiy-Aktivitäten

Die Kooperation zwischen Wikipedia und dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wurde mit einem Besuch im Schweriner Schloss am 2. Juli weiter ausgebaut. Auf der Agenda standen unter anderem die Erläuterung Freier Lizenzen und Möglichkeiten zur Beteiligung  an der Wikipedia, die Kandidatur des Schweriner Schlosses für die Welterbeliste der UNESCO und der Einsatz eines offenen Mediawikis.

Weitere Mitteilungen des Team Communitys

Ab sofort besteht offiziell die Möglichkeit Community-Veranstaltungen mit Bezug zu Wikimedia-Projekten wie der Wikipedia über die Stabsstelle Kommunikation bei Wikimedia Deutschland durch Anzeigen in Stadtmagazinen bekannt zu machen, um mehr Interessierte zu gewinnen. Alle Informationen dazu sind auf der entsprechenden Förderportal-Seite zu finden (siehe auch Blogbeitrag vom 22.07.).

Wiki-Dialog

Der Wiki-Dialog ist ein Gesprächs-Format innerhalb der Wikipedia, das Diskussionen in der Wikipedia strukturiert und lösungsorientiert begleitet. Der erste Wiki-Dialog zum Thema “Qualität”, initiiert durch den Benutzer Plani, nähert sich dem Ende und wird seine Ergebnisse bald in einem Kurierartikel der Community vorstellen. Derzeit werden weitere Wiki-Dialoge konzipiert. Wer sich an der Konzeption und/oder dem folgenden Wiki-Dialog beteiligen möchte, ist herzlich willkommen. Geplant sind Wiki-Dialoge zu den Themen “Nicht-administrative Konfliktbewältigung” und “Wie soll der Zedler-Preis 2015 stattfinden?”.

PROGRAMM INSTITUTIONEN

Coding da Vinci

Der 10-wöchige Kulturhackathon, welchen Wikimedia Deutschland zusammen mit der Open Knowledge Foundation, der Deutschen Digitalen Bibliothek und digiS – Servicecenter Digitalisierung veranstaltet hat, fand am 6. Juli im Jüdischen Museum Berlin seinen würdigen Abschluss. 180 interessierte Vertreterinnen und Vertreter aus Kulturinstitutionen, Presse und Hacker-Community fanden sich ein, um der Präsentation von insgesamt 17 neu entwickelten Projekten beizuwohnen. Insgesamt standen Datensets aus 16 Kulturinstitutionen zur Verfügung, die mit anderen frei lizenzierten Daten verknüpft werden konnten. Auf der Preisverleihung wurden fünf glückliche Gewinnerteams gekürt. Fotos gibt es auf Wikimedia Commons, alle entwickelten Anwendungen auf der Webseite von Coding da Vinci.

Mehr Infos auch im Blogbeitrag.

Digitale Kompetenzen

Am 23. Juni fand in der Wikimedia-Geschäftsstelle unter dem Titel “Datenschutz – Eine unterschätzte Digitale Kompetenz” die Auftaktveranstaltung zur Reihe Digitale Kompetenzen statt. Zu Gast waren Dr. Imke Sommer, Prof. Dr. Karsten Weber und Martin Müsgens, wir berichteten bereits an dieser Stelle über die Veranstaltung. Wir haben nun die wichtigsten Aussagen und Momente des Abends nochmal in einem kurzen Video zusammengefasst und auch kurze Interviews mit den Referierenden sowie Prof. Jürgen Friedrich, Präsidiumsmitglied bei Wikimedia Deutschland, geführt.

HIVE Berlin Lernnetzwerk

Das monatliche HIVE Berlin Meetup in der Wikimedia Geschäftsstelle stand unter dem Motto “Hive Berlin Meets OK-Festival 2014”. Aufgrund des in der gleichen Woche stattfindenden Open Knowledge Festivals waren viele internationale Gäste anwesend. Besonders interessant für das Berliner HIVE-Netzwerk war der Kurzvortrag von Matt Hannigan von Hive Pittsburgh, der über deren Aufbau und Arbeitsweise sprach. Daneben wurde auch die School of Open, die Open Coalition und die HacKidemia vorgestellt.

PROGRAMM RAHMENBEDINGUNGEN

OpenGLAM-Workshop

Im Rahmen des Open Knowledge Festivals fand bei Wikimedia Deutschland ein Workshop zum Thema freie Kulturdaten statt. Ziel des Treffens, an dem ca. 60 OpenGLAM-Interessierte (GLAM=galleries, libraries, archives, museums) teilnahmen, war die Gründung eines deutschsprachigen Netzwerks, dass sich mit Digitalisierung und Freiem Wissen im Kulturbereich auseinandersetzen möchte. Weitere Interessierte können sich gern auf der dafür ins Leben gerufenen Mailingliste eintragen.

Umsetzung der PSI-Richtlinie

Wikimedia Deutschland, OKFN (Open Kowledge Foundation) und andere Verbände haben in einer gemeinsamen Stellungnahme den Entwurf der Bundesregierung für ein neues Informationsweiterverarbeitungsgesetz kritisiert. Hauptkritikpunkt ist der Ansatz der Bundesregierung, die Richtlinie in der denkbar engsten Form umzusetzen und keine der in der Richtlinie gegebenen Möglichkeiten für ein Überschreiten der Mindestanforderungen zu nutzen. Die EU-Mitgliedsstaaten müssen die im Jahr 2013 geänderte PSI-Richtlinie bis Sommer 2015 in nationales Recht umsetzen.

3. Ausgabe Monsters of Law

Am 2. Juli fand die dritte Ausgabe der Vortragsreihe Monsters of Law statt, diesmal mit Dr. Ellen Euler von der Deutschen Digitalen Bibliothek als Referentin. Thema ihres Vortrages war der Konflikt zwischen Urheberrecht und dem Auftrag von Kultureinrichtungen für die Sammlung, Erschließung und Bewahrung von Kulturgut.

OER-Konferenz 2014

Die OERde14 (OER=Open Educational Resources) hat Anfang Juli ihr Programm veröffentlicht. Mit dabei sind zahlreiche internationale Referierende, unter anderem Michał Woźniak von der polnischen Free and Open Source Software Foundation sowie Per Brahm, der Gründer von Learnify, einer von der schwedischen Regierung bezahlten OER-Plattform. Daneben konnte WMDE für die OERde14 eine Reihe von Partner- und Unterstützerorganisationen gewinnen. Schirmherrin der Konferenz ist die Deutsche UNESCO Kommission. Partnerinnen sind die Medienanstalt Berlin-Brandenburg, die Technologiestiftung Berlin sowie der Deutsche Bildungsserver. Eine vollständige Liste der Medienpartnerinnen und Unterstützerinnen findet sich auf der Webseite der OER-Konferenz.

Bündnis Freie Bildung

Das Bündnis Freie Bildung hat für August 2014 zu einem ersten Treffen von Fachleuten zur Erstellung politischer Handlungsempfehlungen geladen. Bis Ende des Jahres soll sich die breit angelegte Gruppe auf Handlungsempfehlungen an die Politik einigen, um OER in Deutschland voran zu bringen.

Weiteres

Wikimedia-Salon: Das ABC des Freien Wissens, C=Crowdrock

Am 10. Juli fand in den Räumen von WMDE der inzwischen 3. Wikimedia-Salon: Das ABC des Freien Wissens statt, der sich mit offenen Systemen in der Musikbranche auseinandersetzte. Der künstlerische Beitrag stammte dieses Mal von Johannes Kreidler, der von seiner Aktion erzählte, die die unzeitgemäßen Regularien der GEMA verdeutlichte. Weitere Podiumsgäste waren Danny Bruder, Gründungsmitglied der alternativen Verwertungsgesellschaft C3S, Olaf Möller, Vorsitzender der Clubcommission und Christian von Borries, Komponist, Filmemacher und Künstler. Moderiert wurde die Runde von Andrea Goetzke u.a. von newthinking. Auch diese Veranstaltung wurde wieder visuell aufbereitet: Video und Fotos des Abends können auf der Webseite angesehen werden.

Datentankstelle auf Reise

Auf Einladung und auf dem Stand des Bundesinnenministeriums bei dem 2. Zukunftskongress Staat und Verwaltung konnte Wikimedia dem interessierten Publikum die Datentankstelle vorführen und über die Vorzüge Freier Lizenzen bei Inhalten des öffentlichen Sektors reden. Zu den Standbesuchern zählte auch die Staatssekretärin Cornelia Rogall-Grothe, Beauftragte der Bundesregierung für Informationstechnik.

Spenderumfrage

Im September 2013 hat das Fundraising die zweite große Spenderumfrage unter unseren Spendenen durchgeführt. Fast 1.000 Spenderinnen und Spender haben an der Online-Umfrage teilgenommen. Interessierten stehen die Ergebnisse der Umfrage und ausführliche Informationen online zur Verfügung.

Personelles

Seit 1. Juli 2014 unterstützt Eileen Miedtank das Office-Team.

Ebenfalls seit 1. Juli 2014 ist Jacob Warkotsch im Rahmen eines Praktikums Teil der Teams Software Entwicklung.

Auch die Stabsstelle Internationales hat zum 1. Juli 2014 mit Cornelius Kibelka  Verstärkung erhalten.

Philip Heltzel hat seine Tätigkeit als Werkstudent im Team Fundraising zum  31. Juli beendet.

by Tjane Hartenstein at August 04, 2014 12:09 PM

Liesel

US-Kreuze und andere Probleme

In der Wikipedia toben nun schon seit einigen Monaten bzw. Jahren die Kriege um die Markierung von Geburts- und Todesdatum (*/ †) und die Bezeichung us-amerikanisch/amerkanisch.

Die Standpunkte für beide Seiten sind weitgehend ausgetauscht und neue Argumente sind ganz selten noch zu erwarten.

Im Grunde handelt es sich um ein- und das selbe Problem. Auf der einen Seite stehen Autoren, die sich um die Inhalte und Gestaltung der Artikel gedanken gemacht haben und entsprechendes Fachwissen verfügen. Auf der anderen Seite stehen dann eher diejenigen, die eine Einheitlichkeit und Eindeutigkeit wollen.

Ohne jetzt bezüglich der einzelnen Argumente ins Detail gehen zu wollen, ist eine Lösung derzeit nicht in Sicht. Beide Seiten haben sich so sehr investiert, dass ein Zurückgehen, als Niederlage empfunden wird. Ja selbst ein irgendwie ausgehandelter Kompromiss würde als Niederlage angesehen werden.

Ich habe auch keine Lösung. Aber die Probleme sind symptomatisch für den derzeitigen Zustand der Wikipedia.
– eine Marginalität wird (auch mittels Störsockenpuppen) zur Eskalation gebracht
– eine nahezu unversöhnliche und kompromisslose Grundeinstellung alle Beteiligten
– das Unterschiedliche wird mehr betont als das Gemeinsame
– es ist wichtiger den “Feind” zu vernichten, als durch einen Kompromiss einen Autor für die Wikipedia zu erhalten

In diesem “Krieg” gibt es nur einen Verlierer, die Menschheit selbst.
Durch das Wegbleiben von Autoren, wird Wissen nicht der Wikipedia gespendet und damit nicht für die Menschheit frei verfügbar.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Dagger, Kreuz, US-amerikanisch, Wikipedia

by Liesel at August 04, 2014 11:18 AM

July 31, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 22/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 22. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sommerliche Newsletter im Vorfeld der großen Wikimania in London wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 23/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:
* https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche und unter
* https://blog.wikimedia.de/tag/wikimediawoche/

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia Foundation akzeptiert Bitcoin

Wie Lisa Gruwell, Leiterin der Fundraising-Abteilung der Wikimedia Foundation berichtet, akzeptiert die Stiftung auch die virtuelle Währung Bitcoin. Derweil gibt es in den Kommataren im Blog und auf der Mailingliste Diskussion über den Datenschutz der Bitcoin-Spenden, da keine anonymen Spenden möglich sind.

Agenda des Board-Meeting in London

Im Vorfeld der Wikimania findet traditionell ein Real-Life-Treffen des Board of Trustees der Wikimedia Foundation statt. Vorsitzender Jan-Barte de Vreede hat die Agenda des zweitägigen Treffens (6. und 7. August) veröffentlicht.

Best Practices zur Verwendung der Wikimedia-Logos durch Organisationen

Das Affiliations Committee hat eine Seite mit Best Practice-Beispielen für die Verwendung der Wikimedia-Logos durch Chapter, thematische Organisationen und Nutzergruppen veröffentlicht.

Zwei neue Nutzergruppen anerkannt

Das Affiliations Committee hat zwei neuen Nutzergruppen (User Groups) anerkannt, eine aus Ägypten („Egypt Wikimedians User Group“) und eine aus China („Wikimedia User Group China“) anerkannt.

Auswertung des Feedbacks zur Wikimedia Conference 2014

Wenke Storn, Leiterin des Veranstaltungsmanagements von Wikimedia Deutschland, hat die Feedback-Auswertung und die Finanzen zur Wikimedia Conference 2014 veröffentlicht.

Metrics Meeting der Wikimedia Foundation

Am 31. Juli fand das monatliche „Metrics-Meeting“ der Wikimedia Foundation statt, das auch live gestreamt wurde. Das Video ist inzwischen auf Youtube verfügbar. Themen waren die Entwicklung im mobilen Bereich, Neuerung beim VisualEditor und des Growth-Teams (das sich um mehr Nutzer im Allgemeinen bemüht) und ein Update des Grant-Teams.

Wikimania steht vor der Tür

Nächste Woche findet die Wikimania in London statt, die bisher größte Ausgabe ihrer Art. Das Programm hat nochmal ein großes Update erfahren.

Projekte und Initiativen

Auswertung und Analyse der britische Wikimedian-in-Residence-Programme

Daria Cybulska, Mitarbeiterin bei Wikimedia UK, hat eine ausführliche Analyse der britischen „Wikimedian-in-Residence“-Programme veröffentlicht

Baugeschichte.at mit Bildern von Wiki Loves Monuments

Die österreichische Datenbank baugeschichte.at verwendet neuerdings auch die Fotos des österreichischen Wiki Love Monuments-Wettbewerbs:

Wendy das Wiesel ist jetzt Mitglied im Board of Cuties

Wendy, das Maskottchen der Free Knowledge Advisory Group EU, ist zum Mitglied des Boards of Cuties der Wikimedia Cuteness Association ernannt worden. Wendy das Wiesel hat seinen Namen aus dem ursprünglichen Akronym der Gruppe: Wikimedia European Action System for Enthusiastic Lobbying (W.E.A.S.E.L.).

Program & Evaluation: Impact-Bericht 2013-14

Das Evaluationsteam der Wikimedia Foundation hatte am 28. Juli einen Hangout veranstaltet, um über die Ergebnisse des sog. „Impact Reports“ ihrer Förderungen im Finanzjahr 2013-14 zu berichten. Der Hangout ist inzwischen als Video auf Youtube hochgeladen worden, die Präsentation auf Wikimedia Commons.

Petition für Wikipedia Zero

Die Wikimedia Foundation hat eine Petition für ihre Programm „Wikipedia:Zero“ lanciert, bei dem es darum geht, Menschen kostenlosen (mobilen) Zugang zu Wikipedia zu ermöglichen. Bereits jetzt ist dies in einigen Ländern Afrikas und Asiens möglich.

Technik

Meinungsbild zum Medienbetrachter

In der deutschsprachigen Wikipedia findet derzeit ein Meinungsbild zur Abschaltung des Medienbetrachters („Mediaviewer“) statt.

Eine Lanze für den Medienbetrachter

Wikipedianer Benutzer:Raymond bloggt u.a. darüber, wie der Medienbetrachter bei der korrekten Nachnutzungen von Bildern helfen kann:

Wikipedia-App jetzt auch für iOS

Die vor kurzem erneuerte Wikipedia-App ist nun auch für Apples mobiles Betriebssystem iOS verfügbar. Für Android war die App bereits vor ein paar Wochen veröffentlicht worden.

Diskussionen

20 Dollar für Edit aus dem Repräsentantenhaus

Der Entwickler John Resig hatte 20 US-Dollar für eine karitative Einrichtung ausgelobt, wenn jemand aus dem Netzwerk des Repräsentantenhauses die Artikel „Reptilians“ (Reptilien) oder „New World Order“ (die Verschwörungstheorie Neue Weltordnung) bearbeitet und dies vom Twitter-Account @congressedits registriert wird. Die 20 US-Dollar sind inzwischen gespendet.

 

by Cornelius Kibelka at July 31, 2014 09:15 PM

July 30, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im Juli 2014

Ambitionierte Freiwillige entwickeln und realisieren fortdauernd Ideen und Projekte zur Schaffung freier Inhalte. Bei einem Teil dieser Aktivitäten ist es Wikimedia Deutschland möglich, ihnen finanzielle und organisatorische Unterstützung zukommen zu lassen. Alleine bei den von WMDE geförderten Projekten sind die Communitys allerdings dermaßen aktiv, dass eine ausreichende Würdigung all ihrer Tätigkeiten den Umfang des Monatsberichts von Wikimedia Deutschland sprengen würde. Wir stellen daher, ergänzend zum Monatsbericht, an dieser Stelle jene Projekte vor, die im Juli 2014 dank dem Engagement von Freiwilligen und mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland stattgefunden haben.

Fotoprojekte

Weserstadion, Foto: CC-BY-SA 3.0

Gleich zu Beginn des Monats statteten Wikipedianer dem Europaparlament einen Besuch ab, um Bilder des neu gewählten Parlaments zu schießen und Absprachen über zukünftige Aktivitäten zu treffen. (siehe auch Wikipedians in European Parliament)

Weitere Aufnahmen aus dem Politikbereich entstanden am 16. und 17. Juli in der Bremischen Bürgerschaft, dem Landesparlament der Freien Hansestadt Bremen. Bei der Gelegenheit konnten neben den Bildern der Parlamentarier auch Bilder des Bremer Weserstadions aufgenommen werden; womit wir bereits bei der Kategorie Sport wären. Auch in diesem Bereich darf Wikimedia Deutschland Monat für Monat freiwillige Fotografen beim Besuch diverser Sportereignisse unterstützen. So wurden von Olaf Kosinsky im Juli freie Bilder des diesjährigen Triathlon-Langstreckenwettbewerbs Ironman Germany aufgenommen und bei Wikimedia Commons eingestellt.

Festivalsommer, Foto: Carstor, CC-BY-SA 3.0

Der erfolgreiche Festivalsommer hat in diesen Wochen Hochsaison und erreichte im Juli einen Meilenstein von 25.000 hochgeladenen Bildern (siehe Wikipedia-Kurier). Um die sage und schreibe 30 Veranstaltungen stehen für diesen Monat insgesamt auf der Liste der Festival-Fotografen. Die einzelnen Events können dem Festivalplan entnommen werden. Bildergebnisse werden zudem auf einer Übersichtsseite gesammelt. Gleich fünf Wochenenden in Folge war Huhu Uet für den Festivalsommer unterwegs, um freies Bildmaterial von Bands und Musikern einzufangen und über das Medienarchiv Commons bereit zu stellen. Im Juli nahm er Fotos zahlreicher Gruppen auf dem Deichpiraten Festival, dem Black Way Open Air, dem Langeln Open Air und dem Headbangers Open Air auf. Der Festivalsommer wird mit der Bereitstellung von Technik und Reisekostenerstattungen von Wikimedia Deutschland unterstützt.

Zwei Pressetermine wurden in diesem Monat zudem mit einer Förderung von Wikimedia Deutschland besucht. Am 7. Juli nutzte ein Wikipedianer die Gelegenheit der Filmpremiere der Dokumentation „Verräterkinder – Die Töchter und Söhne des Widerstands“ für Foto- und Filmaufnahmen von Regisseur und Zeitzeugen. Ferner besuchte er am 22. Juli die Pressekonferenz zum 10. „Tag der Legenden“ mit Fußball-Profis wie Karl-Heinz-Körbel, Thomas von Heesen und Thomas Berthold, unter der Moderation von Lou Richter.

Community-Räume und -Veranstaltungen

Aktive aus der Hamburger Community planen derzeit die Einrichtung eines lokalen Wikipedia-Büros. Regelmäßige Veranstaltungen sind bereits in Planung. Außerdem arbeitet die Hannoveraner Community an der Idee eines dortigen Wikipedia-Büros, das sowohl erfahrenen und neuen Wikipedianerinnen und Wikipedianern als auch allen anderen Interessierten als dauerhafter Wikipedia-Treffpunkt und regionale Anlaufstelle zur Verfügung stehen soll.

Zu Women edit kamen in diesem Monat neun Frauen – darunter drei Neuautorinnen – im Berliner Community-Raum zusammen, um gemeinsam die Wikipedia zu bearbeiten. Das Alter der Teilnehmerinnen reichte von 20 bis 70 Jahren, womit fast jede Generation vertreten war. Das neue Portal mit Tipps für Wikiwomen die Veranstaltungen anbieten wollen, wurde um zahlreiche Informationen ausgebaut. Women edit findet immer am ersten Mittwoch eines Monats statt und möchte Frauen dazu ermuntern, sich aktiv an den Wikimediaprojekten zu beteiligen.

Wikipedianischer Salon, Foto: Frank schubert, CC-BY-SA 3.0

Der Wikipedianische Salon erreichte am 3. Juli auch live und in Farbe die Zuschauer an den Streaming-Empfangsgeräten zu Hause oder unterwegs. Die Gastgeber Andreas Paul und Michael Schlesinger behandelten diesmal das Thema Plagiate. Mit auf dem Podium saß Frau Prof. Dr. Debora Weber-Wulff. Sie ist seit 2004 als Wikipedianerin aktiv, und arbeitete unter anderem im GuttenPlag-Wiki und im VroniPlag-Wiki. Die Aufzeichnung der Veranstaltung ist online abrufbar.

Vom 11.–13. Juli fand die Jury-Sitzung des Fotowettbewerbs Wiki Loves Earth statt. Wikimedia Deutschland übernahm die Reisekosten der Juroren und spendete 1000 Euro für Sachpreise. Die Top 100 des Fotowettbewerbs ist hier zu finden. (siehe auch Blogbeitrag vom 24.07.)

Mit großen Schritten steuert die Community auf die diesjährige WikiCon zu, die vom 3. bis 5. Oktober in Köln stattfinden wird. Zur Planung und Organisation des Events fand am ersten Juli-Wochenende ein weiteres Vorbereitungstreffen statt. Doch natürlich finden neben der jährlichen überregionalen Konferenz auch zahlreiche kleinere lokale Wikipedianertreffen statt. So lud der Sauerland-Stammtisch beispielsweise am 12. Juli zu einem Ausflug in die nordrhein-westfälischen Gemeinde Finnentrop. Um das Treffen entstanden zahlreiche Fotos historischer Bauwerke und Exponate des Heimatmuseums Schönholthausen, sowie Artikel-Neuanlagen und Ausbauarbeiten. Die Ergebnisse sind auf der Stammtischseite dokumentiert.

Vom 8. bis 10. August wird in London die Wikimania 2014 stattfinden. Zur Vorbereitung und zum gemeinsamen Kennenlernen der Teilnehmenden bot Wikimedia Deutschland am 12. und 13. Juli einen Vorbereitungstreffen an. Das Programm setzte sich aus Workshops, Lightning Talks, Vorträgen und Meet-Ups zusammen. Behandelt wurden unter anderem die Strukturen des Wikimedia-Movements und die interessantesten Programmpunkte der Wikimania. Außerdem bereiteten die Teilnehmenden des Workshops die gezielte Vernetzung mit anderen aktiven Wikimania-Besucherinnen und Besuchern vor. Als besonderer Gast war Stuart Prior vom Wikimania-Organisationsteam anwesend. Alle für die deutschsprachige Community relevanten Informationen zur Wikimania, sind nun auf einer neugestalteten Online-Präsenz zu finden.

Mate, Foto: André Karwath aka Aka, CC-BY-SA 2.5

Ein sehr spezieller Edit-a-thon fand am 16. Julie im Berliner Community-Raum statt: Freundinnen und Kenner des vielseitig nutzbaren Mate-Strauchs trafen sich, um gemeinsam Fotos der Pflanze oder der daraus gewonnenen Produkte hochzuladen, Artikel zum Thema auszubauen, fachliche Korrekturen vorzunehmen, Neuautorinnen und -Autoren in die Wikipedia einzuführen und natürlich zur gemeinsamen Verköstigung. Weitere offene Mate-Edit-a-thons sind bereits angedacht.

18.–20. Juli fand erstmals ein Urheberrechtsworkshop für Wikipedianerinnen und Wikipedianer statt. Zielgruppe waren in erster Linie all diejenigen, die bei der Beantwortung von Urheberrechtsfragenoder bei Dateiüberprüfung helfen, Freiwillige aus dem Support-Team und Commons-Mitarbeiter. zu den Schwerpunktthemen gehörten unter anderem der Umgang mit Werken der angewandten Kunst, amtlichen Werken und Musikrechte.

Am gleichen Wochenende, vom 19. bis 20. Juli, trafen sich Wikipedianerinnen und Wikipedianer zu einem zweitägigen Ausflug und Arbeitstreffen in und um Kempten. Alle Ergebnisse des Treffens werden auf der Seite des Stammtisch Kempten und Allgäu gesammelt, darunter mehrere Bilder und Artikel.

Im Lokal K fand am 26. Juli ein Projekttreffen des Wikipedia-Referentennetzwerks wiki:team zum Austausch über bisherige und Planung zukünftiger Aktivitäten statt. Außerdem veranstaltet die Kölner Community im Lokal K wöchentlich das Open door/Offenes Editier-Treffen, das nachmittags beginnt und sich bis in den späten Abend zieht.

Das nächste Offene Editieren in Berlin findet am 31. Juli von 19.00 bis 22.00 Uhr am Tempelhofer Ufer 23/24 statt. Vorher gibt es ein Public Viewing des halbstündigen Dokumentarfilms Wikimania 2013 in Hong Kong.

Toolserver-Umzug

Nach der Abschaltung des Toolservers Ende Juni wurde eine zentrale Problem-Sammelstelle auf deutsch und englisch aufgesetzt.

Auf dieser Plattform konnten die von der Community am stärksten vermissten der noch nicht umgezogenen Tool ermittelt und Verantwortliche für Betreuung und Weiterentwicklung verwaister Tools gefunden werden. Auch das Auffinden defekter Weiterleitungen vom Toolserver nach Tool Labs und deren Korrektur wurde somit ermöglicht.

Weitere Communiy-Aktivitäten

Die Kooperation zwischen Wikipedia und dem Landtag von Mecklenburg-Vorpommern wurde mit einem Besuch im Schweriner Schloss am 2. Juli weiter ausgebaut. Auf der Agenda standen unter anderem die Erläuterung der Freien Lizenzen und Mitarbeitsmöglichkeiten in der Wikipedia, die Kandidatur des Schweriner Schlosses für die Welterbeliste der UNESCO und der Einsatz eines offenen Mediawikis.

Weitere Mitteilungen des Team Communitys

Ab sofort besteht offiziell die Möglichkeit Community-Veranstaltungen mit Bezug zu denWikimedia-Projekten wie der Wikipedia überdie Stabstelle Kommunikation bei Wikimedia Deutschland über Anzeigen in Stadtmagazinen bekannt zu machen, um mehr Interessierte zu gewinnen. Alle Informationen dazu sind auf der entsprechenden Förderportal-Seite zu finden. (siehe auch Blogbeitrag vom 22. Juli)

by Nicolas Rück at July 30, 2014 10:00 AM

Liesel

Das Märchen vom Autohersteller

Es war einmal Mitte 1980er Jahre eine kleine Autowerkstatt in einem Berliner Hinterhof. Die Geschäfte gingen ihren gewohnten Gang und es reichte gerade so zum überleben. Meist gab es irgendwelche Basteleien an alten Autos oder mal ein paar Umbauten oder ein wenig Tuning für ein paar betuchtere Kunden.

Da der Chef sich immer wieder nach neuen Geschäftsfelder umsah, fiel sein Blick auf die entstehende Kitcar-Szene in Deutschland. Was in England schon seit Jahren in der Mode war, schwappte jetzt auch auf den Kontinent. Es hörte sich ja gut an, einen Autobausatz z. B. für einen AC Cobra-Nachbau bestellen, zusammenbauen und fahren. Also bot der findige Unternehmer ein solches Auto an. Dabei griff er auf einen Bausatz aus England zurück und bot auch den Zusammenbau an um seinen Kunden den Selberbau zu ersparen.

Nur leider hatten auch andere diese Idee und es wurde kein Verkaufskracher. Also schaute er sich erneut um und fand einen Bausatz für einen kleinen zwei- und später auch viersitzigen Roadster von der britischen Firma Pilgrim. Als Besitzer einer Autowerkstatt war es für ihn kein Problem so ein Auto zusammenzubauen und auch entsprechend den deutschen Zulassungsvorraussetzungen zur Zulassung zu bringen. Ein kleiner Test auf einem TÜV-Prüfstand ergab dann sogar eine sagenhafte Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h.

Leider war ihm auch damit kein Erfolg gekönnt. Das Auto das Chefs war das einzige welches die Werkstatt aus gekauften Bausätzen zusammensetze. Irgendwann Anfang der 1990er Jahre wurde dann die Werkstatt dichtgemacht. Der Chef des Ganzen wandte sich dann der Luftfahrtbranche zu und begann Flugzeuge von und nach Nordamerika zu überführen.

Aber ihm sollte noch die Adelung zum Autohersteller bevorstehen. Durch seine Presseaussendungen an verschiedenen einschlägigen Zeitschriften und Katalogen wurden die Herausgeber einer Auto-Enzyklopädie auf ihn aufmerksam und vermerkten ihn in ihrer Datensammlung. Und weitere 25 Jahre wurde die kleine Autowerkstatt die mal ein paar aus England erworbene Autobausätze zusammenschrauben wollte von der Wikipedia zum Automobilhersteller deklariert. Und wenn der Artikel nicht gelöscht wird, dann bleibt das so bis zum Ende aller Tage.

Übereinstimmungen mit lebenden und toten Personen sind rein zufällig und nicht beabsichtigt.


Einsortiert unter:Autos, Wikipedia Tagged: Berlin, Kitcar, Wikipedia

by Liesel at July 30, 2014 08:44 AM

July 29, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikidata als Spiel: Freies Wissen verbessern in der Mittagspause

Es gibt Inhaltsbefreiungsaktionen, die dauern ein bisschen länger. Einen guten oder gar exzellenten Artikel für Wikipedia zu verfassen geht nicht mal eben in ein paar Minuten, die Geodaten des Himmels über Berlin befreien sich auch nicht von selbst, sondern erst nach monatelangem politischem Engagement. Wie schön wäre es, wenn es zwischen all den aufwändigen Arbeiten für die Verbesserung Freien Wissens auch einen kleinen Snack zwischendurch gäbe. Ein bisschen spielerisches Klicken, um die Welt mit nachnutzbaren strukturierten Daten zu einem besseren Ort zu machen. Magnus Manske hat mit seinem Wikidata-Game genau so einen Anlaufpunkt im Netz geschaffen, um zwischen dem Warten auf die Kaffeemaschine oder an der Bushaltestelle ein bisschen mit der Laubharke durch den Garten des Freien Wissens zu gehen und sich dann wieder um andere Dinge zu kümmern.


Wikidata – The game! ist eine Sammlung von kleinen Aufgaben für Wikidata. Wikidata ist ein komplexer Datenfundus mit einigen ziemlich ausgeklügelten Funktionen. In vielen Fällen können allerdings abzuarbeitende Aufgaben von Programmen erahnt werden und brauchen dann „nur noch“ ein bisschen menschliche Hilfe, um die Aufgabe abzuschliessen oder zu verwerfen. Eine Person ist in Wikidata eingetragen, aber ihr Geschlecht wurde nicht vermerkt? Der Beruf zu einem enzyklopädisch relevantem Menschen fehlt, aber im zugehörigen Wikipedia-Artikel wird dieser als Autor oder Schauspielerin bezeichnet? Zwei Wissensgegenstände in Wikidata scheinen sich zu überschneiden und können zu einem zusammengefasst werden? Mit einem einfachen Klick können solche und ähnliche Gartenarbeiten in Wikidata schnell ausgeführt werden. Dabei sammelt man Punkte. Das Prinzip dahinter nennt sich „Gamification“ — aus Ernst wird Spiel. Und nebenbei wird die Datenbasis von Wikidata konsistenter.

„Derzeit ist Wikidata mein Lieblingsprojekt. Das boomt einfach“, sagt Magnus Manske, der auch für eine der ersten Versionen von MediaWiki verantwortlich ist. Mit Begeisterung hat er sich von Anfang an am Datenfundus für strukturierte Daten in Wikimedia-Projekten beteiligt und etliche Tools geschrieben, um die Arbeit dort zu vereinfachen oder die Potenziale der Datenbank mit beeindruckenden Visualisierungen aufzuzeigen. „Auf dem Hackathon in Zürich gab es die Idee, Gamification in Wikidata einzusetzen. Ich habe mich sofort hingesetzt und
etwas programmiert, das geht bei mir nach vielen Jahren MediaWiki-Erfahrung sehr schnell, oft in wenigen Stunden. Tools schreibe ich sehr schnell, meist haben sie dann einen bestimmten Zweck, den sie auch ganz gut erfüllen. Klar, hochsolide Enterprise-Software braucht mehr Zeit, aber ich bringe lieber Sachen schnell in die Community.”

Und für manche ist das Wikidata-Spiel auch der Einstieg in das Editieren von Wikidata. Anstatt Entity- und Propertynummern nachschlagen zu müssen, kann hier gleich losgelegt werden. „Über 1000 Edits habe ich jetzt auf Wikidata — alles durch das Spiel!“ schrieb ein begeisteter Nutzer an Magnus. Die Kombination von künstlicher Intelligenz und menschlicher Kompetenz, verpackt mit einer Jagd nach Highscores zündet einfach. Trotzdem: Das Wikidata-Game ist mehr als nur eine Klickbeschäftigung, sorgfältiges Prüfen ist immer angesagt. Zu schnelle Klicks helfen nicht, um die Datenbasis zu verbessern. „Problematisch war vielleicht das Merge-Game. Die Seite Requests for deletion war dadurch regelmäßig überfüllt.“

Das Spiel hat viele Fans, nur wenige rümpfen die Nase, dass hier Punkte gesammelt werden beim Aufräumen der Datenbank: „Die meisten sind von der Gamification begeistert. Wem das nicht zusagt — nun, es gibt ja auch noch andere Wege, um Wikidata zu editieren.“

Magnus Manske wird sicher nicht aufhören, neue Spiele hinzuzufügen und das Wikidata-Game ständig zu verbessern. Seine anderen Tools für Wikidata laufen alle problemlos, aber im Moment nimmt das Game bei ihm die meiste Zeit als freiwilliger Entwickler ein: „Ich würde mir wünschen, dass vielleicht auch einige Tools von Wikimedia und den angestellten Entwicklerinnen und Entwicklern übernommen und gepflegt werden.“

Das Wikidata-Game ist unter https://tools.wmflabs.org/wikidata-game/# zu finden, der Einlog-Prozess läuft über OAuth und wird beim ersten Besuch der Seite erklärt. Mit nur wenigen hundert Spielerinnen und Spielern ist der Highscore zur Zeit noch durchaus zu knacken…

by Jens Ohlig at July 29, 2014 12:33 PM

July 28, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Videos für Wikipedia-Artikel

"Über 1,7 Millionen Artikel umfasst die deutschsprachige Wikipedia. Videos enthalten die wenigsten. Und das, obwohl bewegte Bilder oft viel anschaulicher sind als reine Text-Einträge. „Videos für Wikipedia-Artikel“ (VWA) möchte das ändern – mit Workshops und einem Video-Wettbewerb zum Leitthema des Wissenschaftsjahres 2014 : „Digitale Gesellschaft“.
Dafür braucht VWA Dich!"

http://projekt-wikivideo.de

by SW at July 28, 2014 08:16 PM

July 27, 2014

Elya & Raymond

Eine Lanze für den Medienbetrachter

Seit einigen Wochen gibt es den neu entwickelten Medienbetrachter in der Wikipedia. Beim Klick auf ein Bild in einem Wikipedia-Artikel wird das Bild groß vor schwarzem Hintergrund dargestellt, unten hereinscrollend finden sich die wichtigsten Informationen. Mit persönlich gefällt der Medienbetrachter, obwohl noch Luft nach oben im Design ist. Insbesondere bei vielen Bildern in einer Commons-Kategorie […]

by raymond at July 27, 2014 08:59 AM

July 25, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OpenGLAM-Arbeitsgruppe – Worum geht es und wie kann ich mitmachen?

Am 15. Juli, zum Start des OKFestivals, fand bei Wikimedia Deutschland ein OpenGLAM-Workshop statt (siehe auch Bericht vom 14. Juli). Wikimedia Deutschland, die Open Knowledge Foundation Deutschland und das Projekt DM2E luden Interessierte ein, einen Überblick zum Stand der Offenheit von Kulturdaten im deutschsprachigen Raum zu gewinnen. Was offene Kulturdaten sind, kann hier nachgelesen werden. Das Interesse an der Veranstaltung war groß, deutlich mehr Leute als erwartet kamen und tauschten sich angeregt über ihre Erfahrungen aus, auch im internationalen Bereich.

Inputs kamen von:

  • Volles Haus beim OpenGLAM-Workshop. Foto: Lilli Iliev (WMDE), CC-BY-SA-4.0

    Lieke Ploeger, Open Knowledge Foundation. Lieke erklärte, was Open GLAM bedeutet und welche Gruppen es bereits gibt, die über die Vorteile der Öffnung von Kulturdaten informieren.

  • Joris Pekel, Europeana, erläutere am Beispiel des Rijksmuseums, warum die Freigabe von Bildern in hoher Auflösung für Museen von Vorteil sein kann.
  • Stephan Bartholmei, Deutsche Digitale Bibliothek, redete über die häufigsten Schwierigkeiten, mit denen er bei der Öffnung von Kulturdaten konfrontiert ist.
  • Lydia Pintscher, Wikidata, WMDE, präsentierte die Möglichkeiten, die Wikidata bezüglicher offener Kulturdaten bietet.
  • Helene Hahn, OKF DE, zeigte am Beispiel des Kultur-Hackathons Coding da Vinci, wie Institutionen bereits Datensätze freigeben.
  • Daniel Mietchen stellte GLAM-Wiki-Kooperationen in der Wissenschaft vor.

Ziel der Veranstaltung war es, den Startschuss für eine deutsche OpenGLAM-Arbeitsgruppe zu geben. Darüber, wie solche Arbeitsgruppen funktionieren, was gut läuft und was vermieden werden sollte, konnten Beat Estermann und Sanna Marttila Auskunft geben. Beat gründete die OpenGLAM Switzerland-Arbeitsgruppe, Sanna die OpenGLAM-Gruppe Finnland und beide hatten Tipps für gutes Gelingen dabei.

Nächste Schritte

Interessierte können sich ab sofort in die neue OpenGLAM-Mailingliste eintragen. Hier wird über die nächsten Treffen und erste Ideen zu gemeinsamen Initiativen und Projekten der Arbeitsgruppe informiert. Auch werden hier Einladungen zu interessanten Veranstaltungen und Hinweise zu Neuigkeiten rund um offene Kulturdaten zu finden sein.

Weiterführende Links:

Alle Vortragsfolien finden sich im Blogbeitrag “Starting the OpenGLAM local group for Germany” von Lieke Ploeger.

Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

by Lilli Iliev at July 25, 2014 05:09 PM

Wikimedia:Woche 21/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 21. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sommerliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 21/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Jahresplan 2014/15 der Wikimedia Foundation

Die Wikimedia Foundation, deren Geschäftsjahr von Juli bis Juni geht, hat ihren neuen Jahresplan für 2014-15 veröffentlicht. Schwerpunkte bleibt der technische Ausbau und Entwicklung der Wikimedia-Projekte. Die Nicole Ebber von Wikimedia Deutschland hat einen deutschsprachige Zusammenfassung des Plans im WMDE-Blog veröffentlicht.

Berechtigungen für Jahresplanförderungen des FDC

Die Wikimedia Foundation hat eine Liste der Wikimedia-Organisationen veröffentlicht, die berechtigt sind an der nächsten Runde der Jahresplanförderungen des Funds Dissemination Committees (FDC) teilzunehmen. Die drei Chapter Wikimedia Deutschland, Wikimedia Schweiz und Wikimedia Österreich haben ohne Einschränkung die Berechtigung erhalten. Elf weitere Organisationen müssen teilweise noch Berichte nachlegen, um ebenfalls berechtigt zu sein.

Wikimedia Italien und Wikimedia Foundation gewinnen Rechtsstreit gegen Politiker

Seit vier Jahren befand sich Wikimedia Italien in einem Rechtsstreit mit dem Politiker Antonio Angelucci, der sich auf zwei Seiten in der italienischsprachigen Wikipedia diffamiert fühlte. Er verklagte darauf erst Wikimedia Italien und daraufhin die Foundation auf 20 Millionen Euro Schadensersatz. Das römische Zivilgericht wies die Klage ab.

Spendenden-Umfrage von Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland hat die Ergebnisse der Spender-Umfrage 2013 veröffentlicht.

Projekte und Initiativen

Wieso GLAM-Institutionen ihr Material hochladen sollten

Lyam Wiatt, der bei der europäischen „virtuellen Bibliothek“ Europeana als GLAM-Wiki-Koordinator arbeitet, hat in einem Blogbeitrag beschrieben, welche Vorteile es GLAM-Institutionen bringt ihr Material über die Wikimedia-Projekte zur freien Verfügung zu stellen.

Wikimania Videos I

„Vor der Wikimania ist nach der Wikimania.“ Rechtzeitig bevor die nächste Wikimania in zwei Wochen beginnt, hat Wikimedia Deutschland zwei Videos der letztjährigen Wikimania veröffentlicht. Auf der letzten Wikimania in Hong Kong standen Freiwilligen sogenannte „Flip-cams“ (Kleinhandvideokameras) zur Verfügung, mit denen sie andere Teilnehmende der Konferenz interviewen konnten. Daraus ist eine dreiminütige Video-Collage entstanden, welch die Vielfalt der Konferenzteilnehmenden gut widerspiegelt. Für Menschen und Eichhörnchen mit kürzeren Aufmerksamkeitsspannen gibt es auch eine 1-Minuten-Version des Videos.

Wikimania Videos II

Neben Wikimedia Deutschland hat auch Victor Griegas der Wikimedia Foundation, der dort als sogenannter „story teller“ arbeitet und versucht Geschichten und Eindrücke der zahlreichen Freiwilligen aufzunehmen, sein Video der Wikimania 2013 veröffentlicht. Den Hintergrund zum Video erzählt Victor in einem Blogbeitrag im Foundation-Blog.

Videos unter freier Lizenz in HD

Auf der Seite Mazwai.com gibt es inzwischen über 75 Videos in hoher Qualität unter der CC BY 3.0-Lizenz. Die Videos können gezippt in den Formaten WebM und MP4 von der Seite heruntergeladen. Neben einigen Videos mit sehr künstlerischem Anspruch sind auch durchaus Videos für die Wikipedia (und ihre Schwesterprojekte) dabei. Gute Internet-Verbindung und eine aktuelle Version des genutzten Browsers empfehlen sich.

AdaCamp kommt nach Berlin!
Save the date: Am 11. und 12. Oktober findet in den Berliner Räumen von Wikimedia Deutschland das sogenannte „AdaCamp“ statt. Das Camp ist eine Konferenz, der es vor allem darum geht die Beteiligung von Frauen bei in den Bereichen offener Technologie und Kultur zu erhöhen. Es werden Stipendien für die Teilnahme vergeben.

Digitale Kompetenzen

Am 23. Juni begann im Rahmen des Wissenschaftsjahrs 2014 die Veranstaltungsreihe “Digitale Kompetenzen“ von Wikimedia Deutschland, gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Der Auftakt der Reihe befasste sich mit dem Thema “Datenschutz – Eine unterschätzte digitale Kompetenz?”. Prof. Dr. Karsten Weber von der TU Cottbus, Dr. Imke Sommer, Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit der Stadt Bremen und Martin Müsgens, Referent der EU Initiative klicksafe diskutierten das Thema auf wissenschaftlicher, juristischer und praktischer Ebene. Ein zusammenfassendes Video der Veranstaltung ist nun auf vimeo verfügbar.

Technik

Änderungen Vorschaubilder

Im Rahmen eines neuen Sofware-Updates gibt Änderung bei der Darstellung der Thumbnail-Bilder (der Vorschaubilder, in den Artikeln). Bisher hatten diesen einen durchgehenden Rahmen bzw. Rand, dieser fällt nun weg.

Kurzinterview mit Brandon Harris zu „Winter“
Bereits letzte Woche brachten wir den Link zum Design-Prototypen „Winter“ des WMF-Entwicklers Brandon Harris. Dem mexikanischen Wikimedia Iván Martínez hat dieser nun ein Kurzinterview gegeben, zu lesen ist es auf fayerwayer.com (auf Spanisch). Dabei geht es vor allem um die Motivation und das Ansinnen hinter dem Design-Prototypen.

Diskussion

Edits der russischen Regierung

In der letzten Wochen berichteten wir über die verschiedenen inzwischen entstanden Twitter-Accounts, die anonyme Änderungen in den Wikimedia-Projekten von IP-Adressen verschiedener Regierungen der Welt mitprotokollieren. Im Rahmen dessen hat der norwegische Aktivist eine Liste aller (anonymer) Änderungen von IP-Adressen der russischen Regierung und ihrer untergeordneten Behörden und Unternehmen veröffentlicht. Die Qualität (und politische Tendenz) der Edits ist teilweise sehr divers. Mehrere Medien griffen das Thema auf, unter anderem auch das Blogger-Netzwerk GlobalVoices.

Termine

WMF metrics and activities meeting am 31. Juli 20 Uhr

Das monatliche live gestraemte Metrics and Activities Meeting der Wikimedia Foundation wird am 31. Juli um 20 Uhr MESZ (6PM UTC) stattfinden.

by Cornelius Kibelka at July 25, 2014 10:58 AM

July 24, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Spender-Umfrage 2013 – die Ergebnisse

Vor drei Jahren stellten wir fest: Der Spendende von Wikimedia – wichtiges Element des Wikiversums – ist eine Art unbekannte Spezies. Abhilfe schuf eine repräsentative Umfrage unter unseren Unterstützern mit spannenden Ergebnissen. Doch seither ist viel passiert. Um im Bild zu bleiben: Die Population ist stark gewachsen. Zwei Spendenkampagnen weiter ist die Zahl der Förderer von Freiem Wissen um mehrere Hunderttausend angewachsen – was die Frage nach der Aktualität der Ergebnisse der letzten Umfrage aufwirft. Konnten neue Zielgruppen erreicht werden, so dass “der typische Spendende” von heute ein Anderer ist? Zur Prüfung möglicher Veränderungen, aber auch zur Beantwortung neuer Fragestellungen führte Wikimedia Deutschland im letzen Jahr die zweite große Spender-Umfrage durch. Die Ergebnisse liegen jetzt vor.

Knapp eintausend von den rund dreitausend eingeladenen Unterstützern beteiligten sich an der Online-Umfrage. Erneut zeigt die hohe Teilnahmequote von 28 Prozent die hohe Unterstützungsbereitschaft unserer Spendenden. Thematisch interessierten uns Fragestellungen rund um die Wikipedia-Nutzung der Spendenden, ihre Informationsinteressen zu Wikimedia Deutschland und ihre Einstellung zu den Tätigkeitsbereichen des Vereins. Ein weiterer Fokus lag auf Aspekten, die für die Arbeit im Fundraising praktisch relevant sind, etwa rund um Mitgliedschaft und Zuwendungsbescheinigungen.

Demographisch stellten wir trotz des Zuwachses der Unterstützerschaft praktisch keine Veränderungen gegenüber den Ergebnissen aus 2011 fest. Es sind überwiegend männliche Spendende, die sich engagieren. Nur 17 Prozent der Befragten gaben an, weiblich zu sein. Mit 52 Jahren liegt das Durchschnittsalter nur vier Jahre über den Ergebnissen der letzten Befragung. Unveränderte Merkmale sind ebenso ein überdurchschnittliches Einkommen und ein hohes Bildungsniveau mit auffallend großem Anteil an Promovierten.

Auch hinsichtlich der Nutzung von Wikipedia können wir feststellen, dass sich das typische Verhaltensbild der Spendenden nicht verändert hat: Sie besuchen Wikipedia sehr viel häufiger als der durchschnittliche Leser, wie der Vergleich mit den Ergebnissen der ARD/ZDF-Onlinestudie zeigt. Auch trägt ein höherer Prozentsatz Inhalte zur Freien Enzyklopädie bei. Angesichts des Aktivitätsausmaßes kann man aber kaum Wikipedianer unter den Spendenden finden. Es sind somit größtenteils die Dauerleser und sporadisch aktiven Nutzer, die die Enzyklopädie finanziell erhalten.

Neben der Bewertung verschiedener Qualitätsaspekte der Wikipedia (durchschnittlich gut) und Erfassung der Tätigkeiten bei aktiver Beteiligung (hauptsächlich Ergänzen von Informationen und Korrigieren von Rechtschreibfehlern) wollten wir dieses Mal wissen, was die Spendenden davon abhält, den Button zum Bearbeiten des Textes anzuklicken. In beiden Umfragen lässt sich eigentlich ein hohes Maß an Interesse feststellen, in der Wikipedia aktiv zu werden (rund 60 Prozent). Laut den Ergebnissen ist es interessanterweise weder das fehlende Wissen, dass editiert werden kann, noch die Unkenntnis darüber, wie dies geschieht. Am häufigsten wird genannt, sich nicht kompetent genug zu fühlen, um etwas beizutragen.

Das Studiendesign der Umfrage war allerdings nicht darauf angelegt, eindeutige kausale Rückschlüsse auf Handlungsmotive ziehen zu können. So entschieden wir uns auch dafür, nicht wie 2011 herausfinden zu wollen, warum unsere Spendenden für uns spenden, welche Motive sie also haben. Statt dessen legten wir den Fokus auf die Einstellung der Spendenden zu unserer Verwendung der Spendengelder. Sämtliche vorgestellten Tätigkeitsbereiche erfahren eine breite Unterstützung. Auch gegenüber der Umfrage von 2011 in der Bewertung neu hinzugekommene Aktivitätsbereiche wie die Kooperation mit Museen, Archiven und Bibliotheken und die Förderung der Vielfalt der Beteiligten werden überwiegend als sehr fördernswert bewertet.

Für die Arbeit im Fundraising interessant war unter anderem herauszufinden, welche Informationsbedürfnisse unsere Spendenden haben. Hier konnten wir lernen, dass sich zwei Drittel der Spendenden laut eigener Angaben vorab über Themen wie Mittelverwendung, Ziele und Projekte, Gemeinnützigkeit und Organisation von Wikimedia Deutschland informierten. Ebenso aufschlussreich: Der Versand der Zuwendungsbescheinigung hat für die Spendenden einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert: 60 Prozent der Befragten finden es mindestens wichtig, die Spendenquittung zu erhalten, davon 38 Prozent sogar sehr wichtig. Die Zuwendungsbescheinigung ist eben ein zentraler Eckpfeiler in der Beziehung zum Spendenden. Hinsichtlich einer möglichen Mitgliedschaft im Verein lernten wir einige der Bedenken von Spendenden kennen. Größtenteils sind diese durch bessere Aufklärung adressierbar, wie zum Beispiel der Wunsch, sich nicht langfristig binden zu wollen.

Eine langfristige Zeit-Bindung soll auch durch das Lesen dieses Blogbeitrags nicht entstehen. So können die Ergebnisse der Umfrage hier nur angerissen werden und hoffentlich als Appetithappen Lust auf mehr machen. Wer angebissen hat: Die ausführliche Auswertung mitsamt Graphiken zu allen Ergebnissen sollte jeden Hunger stillen können.

by Tobias Schumann at July 24, 2014 04:13 PM

Wiki Loves Earth: Viel Arbeit und tolle Bilder!

Gewinnerfoto von Satohan, CC-BY-SA 3.0

Zum zweiten Mal wurde nun Wiki Loves Earth durchgeführt – der internationale Wettbewerb rund um Naturdenkmäler und Naturschutzgebiete. Durch den kurzfristigen Einsatz von aktiven Wikimedianern, konnte der Wettbewerb in diesem Jahr erstmals auch in Deutschland statt finden. Zur Organisation, Mitarbeit und Unterstützung hatten sich Ordercrazy, Blech, Pustekuchen2014, Nightflyer, Indeedous, Lou.gruber, Frank schubert, Holger1959, Derzno und Brücke bereit erklärt.

Bereits im Vorfeld des Wettbewerbs wurden in freiwilligem Engagement unter anderem Wikipedia-Listen der Naturschutzgebiete erstellt, Artikel angelegt, Kategorien sortiert und PR betrieben.

Die ehrenamtlichen Juroren tagten vom 11. bis 13. Juli in Hamburg, um die Top 100 der besten, enzyklopädisch wertvollen Bilder aus den über 14.000 Einreichungen aus Deutschland zu küren. Der Jury bestand aus Aalfons, Bahnmoeller, Catfisheye, Hilarmont, Indeedous, Nightflyer und Olaf Kosinsky. Details ihrer Arbeit können im Jury-Blog nachgelesen werden.

Wikimedia Deutschland bedankt sich ganz herzlich bei allen Helfenden, der Jury und natürlich den Fotografinnen und Fotografen für ihr Engagement und ihre Beiträge zu dem erfolgreichen internationalen Fotowettbewerb. Vielen Dank auch an Bernd Gross und Steinsplitter, die den insgesamt 729 Fotografen wiederum ein offizielles Dankeschön für deren Teilnahme zukommen ließen.

Das Gewinnerbild von Benutzer:Satohan zeigt einen Blick ins Naturschutzgebiet „Heuckenlock“ bei Ebbe, Hamburg. Alle eingereichten Bilder stehen unter freier Lizenz in dem Medienarchiv Commons zur Weiternutzung bereit. Im Wikipedia-Kurier wurde ein ausführlicher Bericht über den Fotowettbewerb veröffentlicht.

by Nicolas Rück at July 24, 2014 03:43 PM

July 23, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Wikimedia Deutschland Blog

„Fit für OER!“ – Workshop für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich

Am 11. September, einen Tag vor Beginn der Konferenz „OERde14 – Die Zukunft Freier Bildungsmaterialien“ bietet die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) in Kooperation mit Wikimedia Deutschland e. V. einen Workshop mit Impulsen und Praxisübungen zum Thema OER für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich an. Der Workshop richtet sich an OER-Einsteigende. Dies ist Gastbeitrag von Sabine Kühnel, Referentin Medienkompetenz bei der mabb.

Open Educational Resources haben das Potential, unsere Bildungswelt entscheidend zu verändern. Bild: opensource.com, CC-BY 2.0 via Wikimedia Commons

Das passende Unterrichtsmaterial steht meist nicht fertig im Regal. Um den Lernenden ein solches an die Hand geben zu können, stellen pädagogische Fachkräfte es oft selbst her oder setzen Vorhandenes in neuen, passenden Kombinationen zusammen. Nutzt man dabei auch digitale Bildungsmaterialien, entstehen schnell Unsicherheiten und Hürden, beispielsweise durch urheberrechtliche Aspekte und die Frage der Qualitätssicherung.

Open Educational Resources könnten eine Lösung für diese Herausforderungen sein. Der Workshop „Fit für OER!“ will den Teilnehmenden das Thema OER praxisnah, leicht verständlich und an ihren Bedürfnissen ausgerichtet näher bringen und für den pädagogischen Arbeitsalltag nutzbar machen. Neben einer Einführung, was OER überhaupt sind, lernen die Teilnehmenden konkrete Anlaufstellen für freie Bildungsmaterialien kennen und üben sich im eigenen Herstellen und Freigeben von OER.

Einbindung in die OERde14

Im Rahmen des achtstündigen Workshops sollen die Teilnehmenden eigene Bildungsmaterialien – zum Beispiel Arbeitsblätter, Fragebögen oder Hörstücke – erstellen, die unter Freien Lizenzen veröffentlicht werden sollen und im Rahmen einer Barcamp-Session auf der OERde14 präsentiert werden können. Die Teilnehmenden des Workshops können kostenlos an der Konferenz OERde14 am 12. und 13.September 14 in Berlin teilnehmen.

Programmflyer:Hier

Datum: 11. September 2014

Uhrzeit: 09:00 – 17:00

Zielgruppe: Berliner und Brandenburger Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aus dem Bildungsbereich. Lehrerende sind besonders willkommen.

Ort: Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23/24, 10963 Berlin

Anmeldung: Anmeldung bis zum 03.09.14 (Anmeldeformular)

Rückfragen bitte an Sabine Kühnel (030.2649670 │ kuehnel@mabb.de ).

Eintritt: Frei

Mitbringen: Teilnehmende sollten ihre eigenen technischen Geräte (z.B. Laptop, Smartphone, Digitalkamera, Tablet) mitbringen!

by Sebastian Horndasch at July 23, 2014 03:30 PM

July 22, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Deine Veranstaltung in Stadtmagazinen

Es gibt so viele tolle Veranstaltungen, die von Freiwilligen für Wikimedia-Projekte gedacht, geplant und umgesetzt werden. Für jemanden wie mich, der erst seit ein paar Wochen bei Wikimedia Deutschland ist, ist es großartig zu sehen, wie viel Engagement in so viele unterschiedliche Projekte fließt!

Einige Veranstaltungen richten sich sicherlich eher an Menschen, die sich schon im Wikiversum auskennen. Andere wünschen sich, dass ihre Veranstaltungen auch von neuen Interessierten besucht werden. Als eine Möglichkeit, diese Veranstaltungen publik zu machen, bietet Wikimedia Deutschland nun an, diese in den Veranstaltungsteilen von Stadtmagazinen anzukündigen.

Im ersten Schritt starten wir mit Stadtmagazinen in Berlin. Das heißt aber nicht, dass nur in Berliner Stadtmagazinen Veranstaltungen veröffentlicht werden können. Es gibt genauso die Möglichkeit, in anderen Städten/Regionen Gäste zu gewinnen, in denen es ebenfalls Stadtmagazine gibt. Wie das praktisch funktioniert, zeigt die Seite Werbung für Community-Veranstaltungen, als Teil des Förderportals, und ist ab sofort verfügbar.

Jan Apel, Foto: Tjane Hartenstein, CC-BY-SA 4.0

Mir Gedanken darüber zu machen, wie Veranstaltungen der Community breiter bekannt werden können, war eine meine ersten Aufgaben bei Wikimedia. Ich bin übrigens Jan und seit dem 15. Mai Teil des Kommunikationsteams von Wikimedia Deutschland. Zuständig für Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Ich beantworte, betreue und begleite da, wo WMDE und „die Medien“ zusammen kommen. Also z. B. Presseanfragen, -mitteilungen und -einladungen, aber auch die Social-Media-Kanäle von WMDE sowie die Video- und Audiokommunikation. Kurz: Ich trommele für die Themen der Wikimedia-Bewegung.

Ich würde mich freuen, wenn das neue Tool rege genutzt wird und neue Interessierte zu den Veranstaltungen kommen.

 

 

by Jan Apel at July 22, 2014 04:10 PM

July 21, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

O tempora, o mores - Wikipedia im DA zitiert!

E.-D. Hehl verwies im DA 69 (2013), S. 710 zu Paul Drägers Aufsatz (Ehebruch unter Heiligen - ein bisher unverstandenes Beispiel für das Talion-Prinzip. In: Kurtrierisches Jahrbuch 51, 2011, S. 69-150) auf den Wikipedia-Eintrag

https://de.wikipedia.org/wiki/Flatus_vaginalis

by KlausGraf at July 21, 2014 11:06 PM

July 20, 2014

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

July 18, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wer hat den Sound erfunden? – Der 3. Wikimedia-Salon “CROWDROCK”

Künstler Christian von Borries, Danny Bruder (C3S), Olaf Möller (Clubcommission) und Moderatorin Andrea Götzke beim 3. Wikimedia-Salon. Foto: Agnieszka Krolik, CC-BY-SA-3.0

Am 10. Juli wurde in der bereits 3. Ausgabe von “Das ABC des Freien Wissens” der Grad freier Zugänglichkeit und Offenheit in der Musikbranche untersucht. Entsprechend vielschichtig waren die Ansätze der Podiumsgäste:

  • Johannes Kreidler zeigte seine Arbeit “product placements”, mit der er die unzeitgemäßen Regularien der GEMA aufzeigte. Er erzählte, wie es nach der Aktion weiterging, wie die Reaktionen innerhalb der Kunstszene waren und wie sich die Situation seitdem verändert hat.
  • Danny Bruder, Musiker, Free-Culture-Aktivist und Gründungsmitglied der C3S, berichtete über den Status Quo der Genossenschaft, die als faire Alternative zur GEMA angetreten ist. Als funktionierende Verwertungsgesellschaft wird C3S wohl im Herbst 2015 starten. Etwa ein Drittel der benötigten Mitglieder sind bisher zusammengekommen, die erste Generalversammlung steht nun im August an.
  • Olaf Möller, Vorsitzender der Clubcommission, verwies als Verwerter und damit vermeintlich “von der anderen Seite” darauf, dass letztlich alle im selben Boot sitzen. Er erläuterte, wie sich verschiedene Verbände gegen die exorbitanten Forderungen der GEMA zusammenschlossen und welche Aufgaben für ihn als Vertreter der Clublandschaft auch zukünftig anstehen.
  • Christian von Borries, Komponist, Filmemacher und Konzeptkünstler, betrachtete die Detailsdiskussionen um Lizenzen, Tarife und Verträge eher als Klein-Klein in einem grundfalschen System. Ob nun die eine oder andere Stellschraube zugunsten der Urheberinnen und Urheber gedreht wird, letztlich geschenkt. Alternative zur GEMA? Dauert zu lange. Danach suchen, wer eine Melodie, einen Sound erfunden hat und sich dem letztlich unterordnen? Absurd. Mit Wissenstransfer und freier Zugänglichkeit habe das alles nichts zu tun. Und die wirklichen, brutalen  Kämpfe würden sowieso längst an anderen Fronten gekämpft.

Fotos der Veranstaltung

Preview: Beim nächsten “ABC des Freien Wissens” im September sind wir bei D wie “DATENBERG”.

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Wikimedia-Salon – Das ABC des Freien Wissens, C = Crowdrock from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

 

by Lilli Iliev at July 18, 2014 03:27 PM

July 17, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Neue Einsichten, neue Aussichten: Der Jahresplan der Wikimedia Foundation 2014/15

Neue Einsichten, neue Aussichten: die Wikimedia Foundation plant ihr nächstes Geschäftsjahr
(by Õväküvä, PD, via Wikimedia Commons)

Die Wikimedia Foundation hat ihren Jahresplan (PDF, 517 kb) für das kommende Geschäftsjahr 2014/15 veröffentlicht. Wie bereits im letzten Jahr möchten wir euch eine Zusammenfassung des Plans geben, denn er ist auch weiterhin eines der wichtigsten Dokumente, um die Arbeit und die Sicht der Stiftung zu verstehen. Da die Wikimedia Foundation die Betreiberin der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte ist, haben viele ihrer Ziele und Aktivitäten großen Einfluss auf die lokalen Wikimedia-Projekten. Ein Blick in die Vorhaben lohnt sich also durchaus, um die wichtigsten Veränderungen schon jetzt auf dem Radar zu haben und informiert an Diskussionen teilhaben zu können.

An der Ausarbeitung des neuen Jahresplans waren alle Teams und Abteilungen der Wikimedia Foundation beteiligt. Der Plan wurde von der scheidenden Geschäftsführerin Sue Gardner vorbereitet und von ihrer Nachfolgerin Lila Tretikov bestätigt.

Auffällig an dem neuen Plan sind bereits die Eingangsworte: Ist bisher von immer „free knowledge“ (Freies Wissen) die Rede gewesen, heißt es nun „free, uncensored knowledge“ (Freies, unzensiertes Wissen). Die Wikimedia Foundation ist sich offenbar der Gefahren für das freie Internet sehr bewusst. Sie positioniert sich gleichzeitig deutlich mit „our product is a set of websites“ (unser Produkt ist eine Reihe von Webseiten).

Starker Schwerpunkt auf Technik und Entwicklung

Diese Worte stehen auch sehr deutlich für den starken technologischen Schwerpunkt, der in den letzten Jahren immer weiter manifestiert wurde. Die Stiftung betreibt die fünftmeistbesuchte Webseite der Welt und möchte diese auch weiterhin schützen und modernisieren.

Dieser stetigen Modernisierung wird im Plan viel Raum eingeräumt. Gut 24,9 Millionen US-Dollar werden im neuen Geschäftsjahr im Bereich des „Product & Engineering“ ausgegeben; 3,9 Millionen US-Dollar mehr als im Vorjahr. Und die Foundation hat sich große Aufgaben vorgenommen, die diese Ausgaben rechtfertigen sollen.

Das bisherige Serverzentrum in Tampa (Florida) wird aufgegeben und ein neues wird neben dem bisherigen in Ashburn (Virginia) in Dallas (Texas) eröffnet. Wenn dies geschafft ist, stehen vor allem Verbesserung der Verschlüsselung, wie der vollständige Datenübertragung über HTTPS, und der Aufbau neuer Cache-Server an. Zusätzlich ist die Einführung der PHP-Softwareengine HHVM angedacht – Facebook nutzt diese beispielsweise schon.

Das „Product Team“ der Foundation, verantwortlich für zahlreiche Projekte, z.B. VisualEditor und Media Viewer
(by Fabrice Florin, CC-by-sa 3.0, via Wikimedia Commons)

Neben diesen infrastrukturellen Maßnahmen, möchte die Foundation vor allem dem Trend der mobilen Nutzung nicht hinterherhinken. Neben der deutlichen Verbesserung der mobilen Webseiten sowie den mobilen Apps (für Android bereits veröffentlicht, für iOS demnächst), werden alle Technikteams angehalten, mobile Geräte bei der Entwicklung stets direkt mitzudenken („Responsive Webdesign“). Um gleichzeitig mehr Leserinnen und Leser zum Editieren zu bewegen, sollen die drei Projekte der Foundation fortgeführt werden: der Abschluss des VisualEditors, die Vollendung des UploadWizards für Wikimedia Commons und die Einführung des neuen Diskussionssystems Flow. Gerade beim VisualEditor wünschen sich die Entwicklerinnen und Entwickler, dass sie die vier großen Communities (englisch-, deutsch-, niederländisch- und spanischsprachige Wikipedias) noch überzeugen können, den neuen Editor wieder standardmäßig einzuschalten.

Dass diese Projekte nicht überall auf ungeteilte Gegenliebe stoßen, ist den Verantwortlichen in San Francisco bewusst. So merken sie zum Beispiel an, dass die Wikimedia-Projekte immer komplizierter und verschlossener werden, während der Rest des Internets offener und partizipativer wird. Eine angedachte Lösung: die Communities besser und früher einbeziehen! Dabei soll unter anderem das neue „Community Engagement Team“ unter Leitung von Rachel diCerbo helfen.

Abseits der Technik

Abseits der technischen Abteilungen – vor allem im Evaluationsteam sowie in der Förder- und Rechtsabteilung – soll sich zunächst wenig ändern. Denn gerade beim Fördern und Auswerten sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus San Francisco weiterhin auf der Suche nach dem Heiligen Gral des Wikiversums: Was bedeutet Wirkung (“Impact”) für das Wikimedia-Movement, wie erzielen wir diese Wirkung und wie kann sie durch Förderung optimal unterstützt werden?

Die absolute Summe des Förderbereichs (“Grants”) bleibt wie im Vorjahr bei 8,2 Millionen US-Dollar. Darüber hinaus möchte man Personen und Organisationen verstärkt dabei unterstützen, effizienter zu arbeiten, professioneller zu evaluieren und mit dem gleichen Mitteleinsatz bessere Ergebnisse zu erzielen. Das Team um Anasuya Sengupta will dabei verstärkt Einzelpersonen und Online-Projekte fördern, denn bisher gehen 89 Prozent aller Fördergelder an Organisationen des Wikimedia-Movements. Zu den Förderprogrammen gehören beispielsweise die „annual plan grants“ (Jahresplanförderungen), die vom „Funds Dissemination Committee“ (Spendenverteilungsausschuss) vergeben werden (für 2014/15 sind 6 Millionen US-Dollar dafür veranschlagt). Neben den Förderprogrammen rücken auch verstärkt die Erstellung von Handbüchern und Trainingseinheiten in den Fokus. Im Gegensatz dazu sind die Bemühungen, Wikimedia durch mehr Engagement im Globalen Süden und mehr weibliche Nutzerinnen vielfältiger zu machen zwar noch genannt, scheinen aber nicht mehr die höchste Priorität zu haben.

Die Rechtsabteilung (“Legal and Community Advocacy”) setzt ihren Fokus nach den abgeschlossenen Community-Diskussionen des letzten Jahres zum Markenrecht und zum Datenschutz verstärkt auf das Beobachten und Bewerten von Gesetzesänderungen (und vor allem -verschärfungen; zum Beispiel im Urheberrecht, zur Netzneutralität, und zur Freiheit des Internets insgesamt) weltweit.

Finanzen und Belegschaft

Kurz zu den wichtigsten Zahlen des Plans: Im Geschäftsjahr 2013/14 war mit Einnahmen von 50,1 Millionen US-Dollar kalkuliert worden. Aktuell werden 52,5 Millionen US-Dollar prognostiziert. Für 2014/15 wird mit einer Steigerung um sechs Millionen (elf Prozent) auf 58,5 Millionen US-Dollar gerechnet. Bei den Ausgaben waren es 2013/14 41,1 Mio US-Dollar, 2014/15 werden es 58,5. In beiden Geschäftsjahren schlägt der technische Bereich mit gut der Hälfte davon zu Buche, in der Planung sind für das kommende Jahr 24,85 Millionen US-Dollar veranschlagt.

Bis Ende des aktuellen Geschäftsjahres werden bei der Foundation 191 Personen arbeiten, für das nächste Jahr sollen es 240 werden; 157 davon im Product and Engineering, 20 im Grantmaking, und 63 in weiteren Positionen. Die Anmietung einer weiteren Etage im Bürogebäude in San Francisco wird damit unvermeidlich.

Bewusstsein für neue Probleme

Besonders interessant am Jahresplan ist vor allem der erste Anhang, der die Risiken beschreibt, die der erfolgreichen Ausführung des Plans entgegenstehen könnten. Hier wird deutlich, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Wikimedia Foundation besorgt und beschäftigt.

Der starke technologische Wandel wird auch an den Wikimedia-Projekten nicht vorbeigehen. Immer mehr Menschen nutzen mobile Geräte – und das hat erheblichen Einfluss auf alle Tätigkeiten. Bisher sind die Menschen, die Wikimedia-Seiten über ihr mobiles Gerät aufrufen, weniger editierfreudig. Und drastischer: sie spenden seltener und weniger. Dem will die Foundation vor allem mit technischen Verbesserungen entgegen halten.

Der akute Mangel an technisch erfahrenem (und bezahlbarem) Personal in der San Francisco Bay Area ist nicht neu und dennoch weiterhin aktuell. Seit des Booms ab 2010 kämpfen alle Unternehmen, große wie kleine, in der Gegend um das Silicon Valley um die besten Entwicklerinnen und Entwickler. Die von der WMF favorisierte Lösung ist bisher vor allem die Anstellung von Personal außerhalb des Büros, bereits jetzt arbeiten 27 Prozent der Product & Engineering-Abteilung auf der Welt verteilt.

Die Stiftung ist Teil des großen Wikimedia-Netzwerkes, das direkt und indirekt immer Einfluss auf ihre Arbeit hat. Wie auch im letzten Jahr befürchtet die Stiftung, dass Probleme oder Skandale in einem großen Wikimedia-Chapter auch ihre Arbeit stark negativ beeinflussen könnten. Während im letzten Plan die Foundation als Lösung die Stärkung ihrer eigenen Rolle sah und die Institutionalisierung der Chapter kritisierte, wird dieses Jahr ein anderer Ton angeschlagen: Es fehle an einer Strategie, um Rollen- und Aufgabenbeschreibungen in der Wikimedia-Bewegung zu klären und die Entwicklung der Bewegung zu steuern. Auch soll das aktualisierte Boardhandbuch zur Verfügung gestellt werden.

Doch die Foundation sieht auch noch ganz andere Probleme: Zum 1. Juni trat Lila Tretikov als Nachfolgerin Sue Gardner die Position der Geschäftsführerin an. Bestenfalls ginge die Arbeit einfach kontinuierlich weiter. Doch jeder Wechsel in der Geschäftsführung bringe von Natur aus Störungen und Komplikationen mit sich. Die Stiftung gibt offen zu, dass dadurch die Ausführung des Plans gefährdet sein kann.

Geleitet wurde die Ausarbeitung des neuen Plans noch von Sue Gardner (rechts). Ihre Nachfolgerin Lila Tretikov bestätigte den Plan schlussendlich.
(by Fabrice Florin, CC-by-sa-3.0, via Wikimedia Commons)

Und Risiken gefährden die Arbeit nicht nur intern und im Movement, auch die gesamte Grundlage der Wikimedia-Projekte – das freie Internet – ist Bedrohungen ausgesetzt. Bisher war dies der Stiftung keine Erwähnung wert, doch hierbei hat offensichtlich ein Umdenken eingesetzt: übliche Zensur (wie in Russland, China, Iran) und unübliche Zensur über Gerichtsverfahren (wie in Frankreich und Griechenland) schüchtern die Communities ein und behindern diese in ihrer Arbeit. Änderungen im Urheberrecht – ob über Freihandelsabkommen (wie TPP) oder im Rahmen neuer Richtlinien (wie in der EU) – könnten erhebliche Auswirkungen auf die Projekte haben. Und das Prinzip der Netzneutralität könnte, je nach Ausgestaltung, das Ende des Vorzeigeprojekts Wikipedia Zero bedeuten. Die Stiftung betont ihre Position für die Stärkung des freien Internets, doch abseits von der juristischen Verteidigung von Community-Mitgliedern könne sie nur bedingt aktiv werden und unterstützte daher Projekte wie das von Wikimedia Deutschland initiierte Netzwerk Free Knowledge Advisory Group.

Was heißt das alles?

Mit mehr als 20.000 Wörtern auf 49 Seiten erklärt die Wikimedia Foundation, wie sie das nächste Geschäftsjahr angehen wird. Was ist die Quintessenz dessen?

Die Stiftung sieht sich auf dem richtigen Weg. Mittels starkem technologischen Ausbau und kontinuierlicher finanzieller Förderung glaubt sie, ihre Communites schützen, stärken und ausbauen zu können. Dass sie – obwohl Eigentümerin und Betreiberin der Projekte – das nicht alleine schaffen kann, ist vielleicht die größte Einsicht des Plans. Die Communities werden stärker in Entwicklungsprozesse eingebunden, und die anderen Wikimedia-Organisationen werden nicht mehr allein als Gefahr wahrgenommen sondern als wertvolle Teile des Wikiversums. Wie jedoch dieses Netzwerk aus Einzelpersonen, informellen Gruppen und Organisationen am besten auf die gemeinsame Mission hinarbeiten kann, das ist das große Fragezeichen dieses Plans, auf die es die Antwort zu finden gilt.

 Den Jahresplan 2014/15 gibt es als pdf-Datei auf Wikimedia Commons zum Download, die häufigsten Fragen und Antworten sind im Wiki der Wikimedia Foundation veröffentlicht. Bisher gibt es keine deutsche Übersetzung des Jahresplans. Und um Verwirrung vorzubeugen noch ein kleiner Hinweis: Anders als z. B. bei Wikimedia Deutschland (Jan-Dez) beginnt das Geschäftsjahr bei der WMF im Juli und endet im Juni des nächsten Jahres.

by Nicole Ebber at July 17, 2014 08:30 PM

Wikimedia:Woche 20/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 20. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser weltmeisterliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 20/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Keine Deaktivierung des Media Viewers

Etwa 60 Mitglieder der Community der englischsprachigen Wikipedia haben sich in einem RfC für die Deaktivierung des Media Viewers ausgesprochen. Erik Möller von der WMF hat die Umsetzung dieses Votums overruled und dem betreffenden Administrator im Fall einer Wiederholung mit der Deadministrierung gedroht. Später hat er sich für diese Drohung entschuldigt. Derweil hatten etwa 16.000 Wikipedianer den Media Viewer bereits über die BetaFeatures noch vor dessen offizieller Veröffentlichung aktiviert.

Neue Mitglieder des FDC

Da vier Mitglieder des Funds Dissemination Committee (FDC) regulär ausscheiden, hat das Board of Trustees der Wikimedia Foundation hat vier neue Mitglieder für den Spendenverteilungausschuss bestimmt. Es sind Anne Clin (Kanada), Dumisani Ndubane (Südafrika), Matanya Moses (Israel) und Osmar Valdebenito (Chile).

Projekte und Initiativen

Wikidata-Einführungstouren

Helen Albert, Praktikantin bei der Wikimedia Foundation für Wikidata, hat zwei Einführungstouren (Tutorials) für Wikidata erstellt, jeweils eine für Objekte und eine für Aussagen. Bisher sind diese jedoch nur auf Englisch verfügbar.

Wikimedia Foundation verteidigt Nutzer

Im letzten Monat wurden vier Autoren der englischsprachigen Wikipedia vom kanadischen Geschäftsmann und Philantropen Yank Barry verklagt, weil sich er diffamiert fühlte. Drei der vier Autoren haben das Angebot der Foundation angenommen und werden nun bei der Verteidigung unterstützt.

Twitter-Accounts berichten von staatlichen Edits

Auf Initiative eines amerikanischen Nutzers wurde inzwischen mehrere Twitter-Account erstellt, die (halb-)automatisch jüngste Änderungen in der Wikipedia auflisten, die mit IP-Adressen staatlicher Institutionen getätigt wurde. Der erste eingerichtete Account listet Edtis aus dem US-Kongress, inzwischen sind zahlreiche weitere Accounts für die viele Länder gegründet worden. Dazu gehören unter anderem auch Accounts zu den Edits aus Bundes- und Landesinstitution der Bundesrepublik sowie aus den EU-Institutionen.

Technik

PediaPress stellt Buchdruck ein

Erik Möller kündigt an, dass die bisherige Option, Wikipedia-Artikel als gedruckte Bücher bei der Firm PediaPress bestellen zu können, in einigen Wochen eingestellt wird. Seit 2008 wurden 15.000 Bücher bestellt, der Aufwand lohnt sich dafür nicht. Die Wikimedia Foundation ist bereit, die Druckmöglichkeit weiterhin zu unterstützen, wenn a) die Community ein deutliches Interesse daran zeigt und sich b) ein neuer Dienstleister findet.

„Winter“-Designprototyp für die Wikipedia

Brandon Harris hat aufgerufen die neueste Pre-Alpha-Version (0.6) des „Winter“-Designs zu testen (“give me your love, give me your hate“). Das Design fällt vor allem durch die in Ansätzen erkennbare Verfügbarkeit für alle Geräte auf („Responsive Design“), die im neuen Jahresplan der Wikimedia Foundation als Ziel ausgegeben wird.

ogv-Javascript in MediaWiki

Chefentwickler Brion Vibber schreibt in seinem Blog über den neuen Javascript-Videoplayer für ogg-Vorbis-Videodateien, an dessen Entwicklung er maßgeblich beteiligt ist. Ein Testbeispiel ist auf WMFLabs zur Benutzung freigegeben.

Wiki ShootMe!

Wiki ShootMe! ist kein Aufruf zur Gewalt sondern ein Tool, welches nahe gelegene Wikipedia-Artikel anzeigt, die noch kein Foto haben. Ursprünglich war diese Funktion in der Android-App enthalten, bis zur erneuten Implementierung in die mobile App können interessierte Fotografierende nun dieses Tool sowohl mobil als auch am Desktop-Browser benutzen.

Das Problem von Wikipedia-Redesigns

Luis Villa, stellvertretender Justiziar bei der Wikimedia Foundation, schreibt in seinem privaten Blog über die Problematiken der inzwischen sehr populären „Wikipedia-Redesigns“. Es geht ihm vor allem darum, dass die Namensnennung, die von den Creative Commons-Lizenzen verlangt wird, weiterhin schlecht dargestellt werde. Keines der Redesign ginge dieses Problem ernsthaft an.

Ein erster Blick auf das neue Übersetzungswerkzeug

Runa Bhattacharjee schreibt im Foundation-Blog über das neue Übersetzungswerkzeug, das dabei helfen mehr Artikel aus anderen Sprachen zu übersetzen. Vorerst ist nur das Sprachpaar Katalanisch/Spanisch verfügbar, da die Übersetzungscommunity für Katalanisch sehr groß und damit eine gute Grundlage darstellt. Das Tool kann auf WMFLabs getestet werde.

Presse und Websites

10.000 Artikel pro Tag

Der schwedische Wikipedianer Sverker Johansson hat mehr als 2,7 Millionen Artikel mithilfe seines Bots geschrieben. Der deutsche Wikipedianer Achim Raschka kritisiert diese Art Artikel zu schreiben. Nachdem die Diskussion in der Wikipedia bereits lange geführt wurde, hat sie es nun auch in die traditionellen Medien (unter anderem Wall Street Journal, FAZ) geschafft.

by Nicole Ebber at July 17, 2014 03:51 PM

July 14, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OpenGLAM-Workshop – Enthusiasten der freien Kultur bei WMDE

OpenGLAM – Für freien Zugang zu digitalisiertem Kulturerbe

Morgen findet bei Wikimedia Deutschland der OpenGLAM-Workshop statt – alle Interessierten sind herzlich eingeladen, dabei zu sein! Ziel des Workshops ist es, ein OpenGLAM-Netzwerk im deutschsprachigen Raum zu gründen. Die etwa 50 erwarteten Gäste setzen sich in vielfältigen Bereichen für ein gemeinsames Anliegen ein: die Förderung des freien und offenen Zugangs zu digitalisiertem Kulturgut. Darunter verstehen wir Daten etwa aus Bibliotheken, Museen und Archiven, die frei verwendet, genutzt und verbreitet werden können (siehe auch opendefinition.org). Dieses Ziel wird neben Wikimedia Deutschland international von einem Netzwerk von vielen engagierten Freiwilligen und Organisationen getragen.

Bei der von der OpenGLAM-Initiative, dem Projekt DM2E, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland organisierten Veranstaltung lernen sich die verschiedenen Akteure persönlich kennen und tauschen sich über Themen rund um digitale Kultur aus. Einen Vormittag lang wird über Open Data in Kulturinstitutionen und den diesbezüglichen Stand der Dinge im deutschsprachigen Raum gesprochen. Auch ein Community-GLAM-Projekt wird vorgestellt, da die Erfahrungen Ehrenamtlicher mit der Arbeit im Kulturbereich von essentieller Bedeutung sind. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen vorbeizukommen, mitzudiskutieren und Teil des Netzwerks zu werden. Das detaillierte Programm ist hier zu finden.

Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
“Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.” OpenDefinition.org – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf
“Offene Daten sind Daten, die von jedermann frei verwendet, nachgenutzt und verbreitet werden können – maximal eingeschränkt durch Pflichten zur Quellennennung und Weitergabe unter gleichen Bedingungen.” OpenDefinition.org – See more at: http://okfn.de/openglam/#sthash.sJojvTWp.dpuf

Der Workshop findet zu Beginn des Open Knowledge Festivals 2014 statt, das diese Woche zahlreiche Open-Culture-Enthusiasten in die Berliner Kulturbrauerei zieht. Auf der internationalen Konferenz werden Themen rund um offene Gesellschaft, freie Daten und Freies Wissen besprochen. Bis zu 1.000 Menschen aus 60 Ländern werden erwartet, die sich für offene Kulturdaten einsetzen.

  • 9.30: Begrüßung und Einführung (Lieke Ploeger, Open Knowledge)
  • 9.40: Lightning talks über das Potenzial von offenen Kulturdaten

    Joris Pekel – Europeana

    Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

    Lydia Pintscher – Wikidata/Wikimedia DE

    Helene Hahn – Coding da Vinci/OKF DE

    Vorstellung eines OpenGLAM Community Projekts

  • 10.30: Kaffeepause
  • 10.45: Diskussionsrunde zu offenen Kulturdaten in Deutschland
  • 11.30: Gründung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Deutschland,
    Erfahrungsaustausch mit den OpenGLAM-Arbeitsgruppen aus der Schweiz und Finnland
  • 13:00: Ende des Workshops

- See more at: http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

  • 9.30: Begrüßung und Einführung (Lieke Ploeger, Open Knowledge)
  • 9.40: Lightning talks über das Potenzial von offenen Kulturdaten

    Joris Pekel – Europeana

    Stephan Bartholmei – Deutsche Digitale Bibliothek

    Lydia Pintscher – Wikidata/Wikimedia DE

    Helene Hahn – Coding da Vinci/OKF DE

    Vorstellung eines OpenGLAM Community Projekts

  • 10.30: Kaffeepause
  • 10.45: Diskussionsrunde zu offenen Kulturdaten in Deutschland
  • 11.30: Gründung einer OpenGLAM-Arbeitsgruppe in Deutschland,
    Erfahrungsaustausch mit den OpenGLAM-Arbeitsgruppen aus der Schweiz und Finnland
  • 13:00: Ende des Workshops

- See more at: http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

Wo? Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

Wann? 15. Juli 2014, 9:30 – 13:00 Uhr

Links:

http://okfn.de/openglam/#openglam-workshop

http://2014.okfestival.org/

by Lilli Iliev at July 14, 2014 02:37 PM

Kurz und klar – Datenschutz ist eine Digitale Kompetenz!

Die anwesenden Gäste und die eingeladenen ExpertInnen waren sich einig: Ja, Datenschutz ist eine wichtige und zentrale Kompetenz in der Digitalen Gesellschaft! Am 23. Juni fand in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland unter dem Titel “Datenschutz – Eine unterschätzte Digitale Kompetenz” die Auftaktveranstaltung der Reihe “Digitale Kompetenzen” statt, die wir als Partner des Wissenschaftsjahres 2014 durchführen. Zu Gast waren Dr. Imke Sommerdie Landesbeauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit in Bremen, Prof. Dr. Karsten Weber, der an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg allgemeine Technikwissenschaften lehrt und Martin Müsgens, Referent bei der EU Initiative klicksafe. (Der ausführliche Blogpost dazu erschien bereits am 26. Juni). Wir haben die wichtigsten Aussagen und Momente des Abends nun nochmal in einem Video zusammengefasst und im Anschluss an die Veranstaltung die drei Referierenden sowie Prof. Jürgen Friedrich, Präsidiumsmitglied bei Wikimedia Deutschland, zu ihrer Sicht auf das Thema “Datenschutz als Digitale Kompetenz” befragt.

Viel Spass beim Anschauen! (Die Veranstaltung in voller Länge gibt es übrigens hier zu sehen.)

<iframe allowfullscreen="allowfullscreen" frameborder="0" height="281" src="http://player.vimeo.com/video/100393848" width="500"></iframe>

Digitale Kompetenzen: “Datenschutz – Eine unterschätzte Digitale Kompetenz?” from Wikimedia Deutschland on Vimeo.

by Christopher Schwarzkopf at July 14, 2014 08:13 AM

July 10, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 19/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 19. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Heute aus dem Backstage-Bereich des ABC-Salons für Freies Wissen geschrieben und deswegen leicht verspätet. Dieser spielfreie Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 19/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Wikimedia CH sucht Projektideen

Für das nächste Jahr sucht das schweizer Wikimedia-Chapter Ideen aus der Community. Bis zum 17. August gibt es die Möglichkeit, unverbindlich Ideen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Chapters zu schicken.

Wikimedia Israel erhält „Roaring Lion“ 2014

Das israelische Chapter hat für seine letztjährige Kampagne den „Roaring Lion“-Award 2014 gewonnen. Im Zuge dieser Kampagne stiegen die Besuchszahlen der he-Wikipedia um 12 Prozent und die Artikelneuanlagen ebenfalls um 12 Prozent.

WMF schließt sich Fair Deal Coalition an

Die WMF schließt sich der Fair Deal Coalition an und unterschreibt dabei zwei Offene Briefe der Electronic Frontier Foundation. Dabei geht es darum Schutzfristverlängerungen und die Ausweitung der Haftbarkeit von Internetdienstleistern durch internationale Handelsabkommen (hier TPP) zu stoppen.

Projekte und Initiativen

„WikiNics“ auf der ganzen Welt

Auf Initiative einiger Wikimedianer aus den USA hin, organisierten Freiwillige auf der ganzen Welt sogenannte „WikiNics“, Picknicke für und von Wikimedianerinnen und Wikimedianer in New York, Seattle, Tel Aviv (Israel) und Eindhoven (Niederlande).

Neuer schwedischer Fotowettbewerb „Då och Nu“

Wikimedia Schweden und Europeana veranstalten den Wettbewerb „Då och Nu“ (Damals und jetzt), bei dem zu alten Fotos der Europeana-Datenbank neue „Vergleichsfotos“ aus der Gegenwart erstellt werden sollen. Der Wettbewerb läuft bereits seit Ende Mai und geht bis zum 10. September.

Bericht vom größten Bildungstreffen Südamerikas

Melina Massnata, Mitarbeiterin beim argentinischen Wikimedia-Chapter berichtet im Blog von Wikimedia Argentinien über die Konferenz Virtual Educa in Lima (Peru) (auf Spanisch). Schwerpunkt war dabei die Arbeit an „RELPE“, ein südamerikaweites Netzewk von Bildungsportalen.

Eurpäisches Parlament – MdEPs adoptieren!

Die Ausschüsse des neugewählten Europäischen Parlaments stehen. Die relevantesten Ausschüsse für Wikimedianer, die sich einer Urheberrechtsreform verschrieben haben, sind “Binnenmarkt und Verbraucherschutz” (IMCO) und der Rechtsausschuss (JURI). Alle können mithelfen unsere Anliegen den Mitgliedern dieser Gremien näherzubringen, indem sie sich der “Adopt a MEP” Kampagne anschließen.

Technik

Meinungsbild in ENWP zum Media Viewer: Abschalten!

In der englischsprachigen Wikipedia gab es ein Meinungsbild zum Media Viewer. Das Ergebnis: Der Media Viewer soll für angemeldete und nicht-angemeldete Benutzende standardmäßig ausgeschaltet werden.

Auf Wikimedia Commons läuft gerade ein ähnliches Meinungsbild.

Presse und Websites

Was Wikipedia ist und was es nicht ist (auf Spanisch)

Die erst vor kurzem anerkannte Nutzergruppe „Wikimedistas de Colombia“ (Wikimedianer von Kolumbien) macht in ihrem Land mit ersten Aktivitäten auf sich aufmerksam. Für Lesende, die des Spanischen mächtig sind, empfiehlt sich das Youtube-Video über „Que y que no es Wikipedia“ (Was Wikipedia ist und nicht ist), ein Vortrag über Wikipedia auf der 7. Campus Party in Cali.

Atomium & Panoramafreiheit

Dimitri Dimitrov und Mathias Schindler haben mit dem Twitteraccount des Brüsseler Atomiums eine amüsante (virtuelle) Konversation geführt, bei der die Unzulänglichkeiten des belgischen Urheheberrechts im Speziellen und des europäischem im Allgemeinen deutlich wurden. Aufgrund der fehlenden Panoramafreiheit ist beispielsweise nicht möglich, Fotos des Atomiums frei bzw. auch zu kommerziellen Zwecken (sprich: wie in Wikipedia) zu verbreiten, da das Urheberrecht daran erst 2076 ausläuft.

Schlechte Fotos von Celebrities in WP

Ein Tumblr sammelt schlechte Fotos aus Artikeln zu Celebrities. Pädagogische Maßnahme dahinter ist wohl, dass Celebrities sich dazu durchringen sollen, selber qualitativ hochwertige Porträts zur Verfügung zu stellen.

Termine

Prä-Wikimania-Treffen am Wochenende

Am 12. und 13. Juli findet in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein Prä-Wikimania-Treffen statt. Eingeladen sind alle, die aus dem deutschsprachigen Raum zur Wikimania nach London fahren und sich auf diesen besonderen Ausflug inhaltlich und sozial vorbereiten möchten.

Mate-Editathon am 16. Juli

Am 16. Juli ab 19:30 Uhr findet in den Räumen von Wikimedia Deutschland ein Mate-Editathon statt. “Wikipedianerinnen und Wikipedianer treffen Mate-Freaks voller Mate-Expertise und unterstützen sie dabei, Fotos und relevante Informationen in Artikel einzufügen. Je nach Vorkenntnissen könnt ihr direkt mit er Artikel-Arbeit loslegen oder erst einmal ein Benutzer_innen-Konto anlegen, um dann mit Hilfe erfahrener Wikipedianer_innen euer Fachwissen einzubringen.” Sicher ein toller Anlass, um dem Artikel “Tschunk” neues Leben einzuhauchen (Anm. der Redaktion).

by Nicole Ebber at July 10, 2014 07:35 PM

July 09, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Ein OER-Aktionsplan für Deutschland?!

Welchen Weg geht das Thema Freie Lehr- und Lernmaterialien in Deutschland?, Foto: Tomasz Sienicki, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Freie Lehr- und Lernmaterialien sind in aller Munde – oder zumindest intensiviert sich die Debatte. Die Europäische Kommission will bereits seit längerem „Die Bildung öffnen“ und die Vermittlung digitaler Kompetenzen an Schulen und Hochschulen verbessern. Unterstützend zu dieser Initiative richtete sie im vergangenen Jahr die Website Open Education Europa ein, auf der Studierende, AnwenderInnen und Bildungseinrichtungen frei verwendbare Lehr- und Lernmaterialien austauschen können. Auch der Bundestag teilt grundsätzlich den Ausgangsbefund der Kommissionsinitiative. Es gilt die Potentiale neuer Technologien und digitaler Lehr- und Lernmaterialien hinsichtlich der Verbesserung von Qualität, Effizienz und Zugänglichkeit von Bildungsangeboten besser zu nutzen. Unter der Überschrift „Digitale Bildung“ widmet sich auch der Koalitonsvertrag Freien Lehr- und Lernmaterialien. Die digitale Lehrmittelfreiheit solle gemeinsam mit den Ländern verstärkt genutzt werden, Lehrmaterial solle – soweit möglich – frei zugänglich sein und die Verwendung Freier Lizenzen und Formate ausgebaut werden.

Soweit so gut. Doch wie werden die nächsten Schritte konkret zu gestalten sein, damit Deutschland nicht den Anschluss verpasst? Einen vielversprechenden Ansatz liefert Leonard Dobusch in der Studie: Potentiale für Open Education in Berlin. Auf Landesebene werden drei Szenarien skizziert, die eine Einführung von Freien Lehr- und Lernmaterialien befördern könnten: „Graswurzeln düngen”, „OER Mainstreamen“ und „Vorrang für OER“. Es handelt sich nicht nur um einprägsame Überschriften, sondern um geeignete Ansatzpunkte, um an einem weiterführenden Aktionsplan für Deutschland zu arbeiten. Um dieses Vorhaben anzugehen, haben Wikimedia Deutschland, Creative Commons Deutschland sowie die Open Knowledge Foundation Deutschland das Bündnis Freie Bildung initiiert. Das Bündnis verfasst unter anderem Stellungnahmen mit konkreten politischen Handlungsempfehlungen und führt Vernetzungstreffen für interessierte Organisationen sowie Veranstaltungen durch.

Welche Fragen gilt es bei der Konkretisierung politischer Handlungsempfehlungen zur Einführung von Freien Lehr- und Lernmaterialien zu bedenken?

 

1. Aufbau einer mehrstufigen Einführungsstruktur

Fragen nach Offenheit (oder Öffnungsprozessen) sind auch immer Gestaltungs- und Interessenfragen. Wenn unterschiedliche Akteure eines Aushandlungsprozesses in einer Arena zur Problembearbeitung aufeinandertreffen, müssen sie verhandeln wie sie vorgehen, wer etwas tut und wann. Daher spielt die Öffnung der Beteiligungsformen und die Gestaltung der Prozesse eine wichtige Rolle. Viele Veränderungen im Bereich der Lehr- und Lernmaterialien haben Auswirkungen auf andere Bereiche, so dass es  zunächst (und vor allem) Rahmenbedingungen zu schaffen gilt, die eine kontinuierliche Be- und Aushandlung ermöglichen.

Für die Konkretisierung politischer Handlungsempfehlungen ist daher eine erste Frage zentral: Kommt das Innovationspotential von Freien Lehr- und Lernmaterialien  eher durch eine top-down- oder eine bottom-up-Strategie zum Tragen? Dem traditionellen Ansatz entspricht wohl eher die top-down-Strategie, in deren Mittelpunkt ein Soll/Ist-Vergleich von angestrebten Zielen steht, aufgrund derer die konkrete Art und Weise der Umsetzung einer bestimmten Policy verfolgt wird. Im Gegensatz dazu die bottom-up-Perspektive: Sie betont, dass die Initiierung und Durchführung neuer Ansätze gekennzeichnet ist durch komplexe Interaktionsmuster verschiedener Akteure auf unterschiedlichen Ebenen mit unterschiedlichen Prioritäten und Interessen. Während damit der Komplexität von Prozessen Rechnung getragen wird, darf nicht vernachlässigt werden, dass durch die Prozessorientierung eine Erfolgskontrolle im Sinne von Soll/Ist-Vergleichen erschwert wird.

Wie viele Beispiele zeigen, können weder Planungen mit top-down-Prinzip noch die bottom-up-Variante allein die Erfordernisse bei der Einführung neuer Themen bewältigen. Insofern ist eine Verkopplung beider Ansätzen, wie sie auch Jan Neumann vorschlägt, notwendig und sinnvoll. Von vornherein sollte jedoch klar betont werden, dass der Aufbau einer mehrstufigen Einführungsstruktur und -kultur nicht nur hinreichende, sondern notwendige Bedingung ist. Da gerade Freie Lehr- und Lernmaterialien das Ziel verfolgen, die Artikulation der verschiedenen Interessen zu unterstützen – und damit bewusst Ineffektivität und Ineffizienz in Kauf nehmen, die durch langwierige Aushandlungsprozesse entstehen – ist die deutliche Herausarbeitung einzelner Prozessstufen erforderlich. Diese Stufen wären auch mit Blick auf die Be- und Aushandlungsprozesse klar zu konturieren: Wird beispielsweise ein integrierter oder sektoraler Ansatz verfolgt?

2. OER-Training, OER-Analyse und OER-Budget

Mit OER-Mainstreaming skizziert die Studie: Potentiale für Open Education in Berlin einen Ansatz, der für die Einführung Freier Lehr- und Lernmaterialien geeignete Anknüpfungspunkte liefert. Anders als sein Gleichstellungspedant kann jedoch das OER-Mainstreaming nicht auf rechtliche Grundlagen bauen, sondern muss auf Freiwilligkeit und Eigenmotivation setzen. Daher ist es von größer Wichtigkeit, eben diese Motivationspalette – die von der Qualitäts- bis zu Kostenfrage reicht – auszudeklinieren oder zumindest für die unterschiedlichen Akteure kenntlich zu machen. Hier stellt sich allerdings erneut die Frage zur Verkopplung von top-down und  bottom-up. Im Sinne einer top-down-Strategie muss das Mainstreaming immer „von oben“ gewollt sein und initiiert werden, gleichwohl dürfte das nicht genügen, um ausreichend Spillover-Effekte zu generieren. Gerade Freie Lehr- und Lernmaterialien offenbaren wie notwendig und folgerichtig eine Kombination mit partizipativen Elementen ist. Die Instrumente dafür können der Gleichstellungspolitik entliehen werden. Da es sich bei beiden um Querschnittsanliegen handelt, ist die Übertragung nur folgerichtig. An erster Stelle wären OER-Trainings zu nennen, in dem vor allem die Entscheidungsträger sensibilisiert und in die Grundlagen und Ansätze eingeführt werden. Die Sensibilisierung – beispielsweise in Wissenswerkstätten oder über Runde Tische – dient der ersten Auseinandersetzung mit dem Thema. Ein weiteres Element ist die verstärkte OER-Analyse, bei der es um die systematische Sichtbarmachung der aktuellen Strukturen und deren Auswirkungen in den jeweiligen Bereichen geht. Die Planung, Durchführung und Auswertung weiterer OER-Analysen ist ein weiterer Handlungsschritt zur Initiierung eines Veränderungsprozesse, der nur dann eine Erfolgschance hat, wenn es gelingt, die Aufmerksamkeit vieler Akteure auf das Thema zu lenken und für einen gemeinsamen Aufbruch zu sensibilisieren. Mit dem dritten Instrument, den OER-Budgets, könnten schließlich in allen Phasen des (haushaltpolitischen) Entscheidungsprozesses die Perspektive der Offenheit einbezogen werden. OER-Budgeting (oder am Ende sogar Open-Budgeting) kann dabei ganz unterschiedliche Formen annehmen: von der Stellungnahme zum Haushalt bis zu grundlegenden Um- und Restrukturierungsmaßnahmen.

Weitreichender wäre es natürlich, die Themen „Offenheit“ oder “Freie Bildung” in den Mittelpunkt zu stellen. Die Betrachtung aus der übergeordneten Perspektive könnte es ermöglichen, das spezifische Thema Freie Lehr- und Lernmaterialien aus der Randständigkeit herauszulösen und Offenheit zum selbstverständlichen Bestandteil aller Betrachtungsweisen zu machen. Eine so verstandene Erweiterung zielt auf die Her­stellung von Offenheit in den unterschiedlichsten Handlungsfeldern. Die Anwendung des Prinzips ist ein komplexer Prozess, der auf jeder Ebene Fragen aufwirft. Es erfordert ein visionäres Konzept. Analog zum „Gender Mainstreaming“ gäbe die normative Orientierung die Richtung der Entscheidungsprozesse vor.

3. OER-Pakte und OER-Netzwerke

Das transformative Potenzial des Mainstreaming-Ansatzes ist als sehr hoch einzuschätzen, es muss aber flankiert werden durch weitere Querschnittsstrategien. Dieses Vorhaben wird auch innerhalb der Szenarienvorschläge der Studie: Potentiale für Open Education in Berlin deutlich. Dabei ist die Tatsache nicht von der Hand zu weisen, dass Forderungen nach querschnittspolitischer Entfaltung von Politikbereichen oder Handlungsfeldern fast inflationär geäußert werden. Ob Umwelt-, Familien- oder Gleichstellungspolitik – überall wird die Wichtigkeit und Notwendigkeit einer ressortübergreifenden Einbettung betont. Für Freie Lehr- und Lernmaterialien gilt dies nicht minder und ist nicht zuletzt ein Grund, warum OER-Mainstreaming nur als Bestandteil einer umfangreicheren Strategie verstanden werden kann. Da bisher jene einflussreiche Lobby fehlt, die beispielsweise zu einer supranationalen Geschlechterpolitik geführt hat, muss vor allem die OER-Bewegung weiter gefördert und sichtbar gemacht werden. Best Practices können als Kristallisationspunkte fungieren und sollten entsprechend übertragen werden. Aber die Sichtbarmachung über OER-Wettbewerbe oder ähnliche Formate reicht nicht aus. Es bedarf umfangreicher zivilgesellschaftlicher Pakte und Netzwerke. Diese Formate müssen an die Stelle regelgesteuerter (politischer) Routinen treten. Im Mittelpunkt eines übergreifenden Aktionsplans muss die Förderung dieser OER-Pakte oder OER-Netzwerke stehen. Erfahrungen aus anderen Politikfeldern zeigen leider, dass die Leistungsfähigkeit selbstorganisierter zivilgesellschaftlicher Prozesse zumeist deutlich eingeschränkt ist. Handlungsfähigkeit, professionelle Bearbeitung von Problemen und kollektiv verbindliche Entscheidungen über größere Reichweiten erfordern in der Regel doch die intensive Beteiligung und Unterstützung formell politischer und administrativer Akteure. Insofern scheint eine Verkopplung der Kontradiktion mit den Prozessen institutionalisierter Politikstrukturen selbst notwendig.

4. Vorboten künftiger Aufgaben: OER-Beauftragte

Für diese Verkopplung könnte die Einsetzung eines OER-Beauftragten oder die Erweiterung des Themenfeldes eines bestehenden Beauftragten sinnvoll sein. Als „Vorbote künftiger Aufgaben noch ungewisser organisatorischer Zuordnung“ (Michael Fuchs) ist die Funktion des Beauftragten gerade für neue, mehrere Ebenen betreffende (politische) Aufgaben gut geeignet. Das Amt sollte ressortübergreifend angelegt sein und nimmt eine Scharnierfunktion zwischen Betroffenen und politisch-fachlicher Verantwortung ein. Natürlich stellen sich an eine neue Position folgenreiche Fragen: Wie wäre die rechtliche Stellung einzuordnen? Welche Gesetzesgrundlagen bilden die Basis eines derartigen Amtes? Sofern die Erweiterung des Themenfeldes eines bestehenden Beauftragten als richtiger Schritt angesehen wird, ist im Vorfeld entsprechend zu klären: Gibt es in anderen gesetzlichen Bestimmungen bereits ausreichend Potenzial zur (rechtlichen) Absicherung oder Anknüpfungspunkte?

 

Wir möchten alle Interessierten einladen, gemeinsam mit uns am Thema Freie Lehr- und Lernmaterialien weiter zu arbeiten und über das Thema nachzudenken. In den kommenden Wochen werden wir an dieser Stelle über die weiteren Entwicklungen berichten.

by Nils Weichert at July 09, 2014 02:31 PM

CROWDROCK! – Der dritte Wikimedia-Salon dreht sich um die Zukunft der Musikbranche

Die Frage, ob das Internet Freund oder Feind von Musikschaffenden ist, steht seit bald zwei Jahrzehnten im Raum und kann seither als Knackpunkt der Diskussion um urheberrechtliche Fragen im musikalischen Kontext herhalten. Die Antwort lautet bei Licht betrachtet, wie so oft: Kommt drauf an.

Crowdsurfing. By Rodrigo Bertolino (Mosh) [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons

Wie es gelingen kann, faire Rahmenbedingungen für Urheber und Nutzerinnen zu schaffen, ist steter Gegenstand einer Debatte, in der vermeintlich naturgegebene Interessen langjährig etablierten Usancen und festen Strukturen gegenüberliegen. Die Entwicklungen der digitalen Kultur verstärken auch hier zunehmend den Ruf nach der neuen Realität angepassten Reglungen und flexiblen Lösungen.

Diesen Donnerstag sollen beim 3. Wikimedia-Salon “Das ABC des Freien Wissens” der Status Quo alternativer Verwertungsmodelle und die Interessenlage von musikalischen Urheberinnen und Verbänden ausgelotet werden.

 

Das ABC des Freien Wissens

C = Crowdrock. Die Zukunft der Musikbranche?

Wann: Donnerstag, 10. Juli, Einlass 18:30

Wo: Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin (U-Bhf. Möckernbrücke)

 

Um die Problemlage von Künstlerinnen und Künstlern im Musikbereich zu umreißen, werden zumeist drei Prämissen ins Feld geführt: Es sei für musikalische Urheber unumgänglich, (a) mit ihrer Kunst Geld verdienen zu können, (b) viele Menschen zu erreichen und dabei (c) möglichst unabhängig zu arbeiten. Hier eine Balance gegenüber den Ansprüchen bestehender Rechteverwerter und ihren eingeübten Distributionsmechanismen zu finden, ist immer auch Wandeln auf dünnem Eis. Die Vorstellungen reichen von strikter Anwendung analoger Regelungen auf den digitalen Musikmarkt bis hin zum Grundeinkommen als Problemlösungssvehikel zu urheberrechtlichen Interessensgefällen, wie es zuletzt Ilja Braun argumentiert hat.

Doch wie kann – in Anlehnung an den Titel des Veranstaltungsabends “Crowdrock” – ein Musikmarkt aussehen, der das Kunstwerk nicht als Solitär behandelt, sondern den Künstler grundlegend als Teil eines Netzwerks, als Knotenpunkt diverser ästhetischer und technischer Zusammenhänge versteht? Und wie könnte eine annähernd faire Rechtelage gestaltet werden, die verschwimmende Grenzen zwischen Produzenten und Konsumenten nicht ausblendet, sondern adäquat auf sie reagiert?

Auf zu neuen Ufern?

Wie der Umbruch des Musikmarkts sich zugunsten der Urheberinnen und Urheber gestalten lässt, ist häufig gerade für die betreffenden Akteure schwer abzuschätzen. Angebote wie die der Plattform Music Pool Berlin bieten Orientierung für Musiker auf dem Weg zur Professionalisierung, die im Möglichkeitsdickicht von Labels, Verbänden und Selbstvermarktung den Überblick suchen. Es werden kostenlose Beratung, Workshops und Themenabende angeboten. Ein hilfreiches Angebot, endet doch das Gespräch über Promotion, Distribution und Vergütung von Musik meist bei der Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte.

Für mich ist der Ausstieg irgendwann einfach Überzeugungssache gewesen, da ich mich ganz klar von ihren kapitalistischen Auswüchsen und der reaktionären Haltung gegenüber neuen Strömungen distanzieren wollte. -Danny Bruder über seinen GEMA-Ausstieg

Die C3S (Cultural Commons Collecting Society) ist vor einiger Zeit als Genossenschaft mit dem Ziel angetreten, als neue Verwertungsgesellschaft eine gerechtere Alternative zur GEMA zu bieten. Flexible, individuell kombinierbare Modelle sollen unzeitgemäße Pauschalbehandlung ablösen und damit den veränderten Arbeitsweisen im musikalischen Bereich Rechnung tragen. Auch die Möglichkeit der Rechtewahrnehmung von Creative-Commons-lizenzierten Werken soll von C3S – sobald das Deutsche Marken- und Patentamt grünes Licht gibt – künftig angeboten werden. Danny Bruder, selbst Musiker, Free-Culture-Freund und Gründungsmitglied der C3S, wird im Salon über den Stand der Dinge berichten und einen Ausblick geben, wie nah die Vision ihrer Realisierung wirklich ist.

Kafkaeske Szenarien vs. Reality-Check

Johannes Kreidler bei der Aktion Product Placements. Foto: Zippos, cc-by-sa 2.0

Die Absurdität, die bestehenden Regularien der GEMA in Zeiten des digitalen Umbruchs allein angesichts eines in Konsequenz enorm gestiegenen Verwaltungsaufkommens innewohnt, hat Johannes Kreidler bereits 2008 mit der Performance “product placements” verdeutlicht.

Mit seiner Werkanmeldung einer Komposition mit 70.000 Fremdanteilen wies er medienwirksam auf eine längst nicht mehr der Realität entsprechenden Situation hin. Wo die musikalische Zitat-Grenze etwa in DJ-Sets zu ziehen ist, kann schließlich in Konsequenz niemand beantworten. Dass allein die Fragestellung mehr als zweifelhaft ist, vertritt Christian von Borries. Der Komponist, Filmemacher, Konzeptkünstler sieht alle Bestrebungen, etwa durch verschiedene Lizenzmodelle Interessen auszugleichen, als beflissenene und gestrige Versuche, letztlich an Symptomen zu arbeiten. Kunst entstehe durch die endlose Remontage, Neuzusammensetzung, Versionierung von schon Vorhandenem. Dies irgendwie beschränken und regulieren zu wollen, ist für von Borries letztlich hemmend für die kulturelle Produktion.

Wie finanzielle Ansprüche im Musikbereich tatsächlich die Vielfalt der Angebote bedrohen können, erfuhr die Berliner Clubszene zuletzt durch die Ankündigung neuer Tarifbedingungen der GEMA. Das Szenario massiv gesteigerter Gebühren, das vielen Veranstaltern den perspektivischen Ruin vor Augen hielt, konnte durch den Protest der Clubs, auch durch die Clubcommission, abgewendet werden. Olaf Möller, der dem Verband vorsitzt, setzt sich für die Interessen der Clubs ein und kennt hier liegende Problemfelder von Rechten und Lizenzierung.

Wir freuen uns auf einen anregenden Abend.

 

by Lilli Iliev at July 09, 2014 10:11 AM

July 08, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Die Zukunft hat begonnen

Nicht nur virtuelle Ergebnisse bei der Preisverleihung zum Kultur-Hackathon Coding da Vinci in Berlin.  Bild von Marius Förster © cc-by-sa 3.0

Es war fast so heiß wie vor einem Jahr in Hongkong. Und während dort die Zeitmaschine das Publikum noch zehn Jahre in die Zukunft katapultieren musste, hat die Zukunft am Sonntag im Jüdischen Museum Berlin schon begonnen.

Siebzehn Projekte stellten sich dort im Programmierwettbewerb „Coding da Vinci“ den kritischen Augen der Jury und dem Publikum im gut gefüllten Saal. Fünf haben gewonnen. Und drei der Gewinner verwendeten auch Datensets aus den Wikimedia-Projekten. Damit wird schon jetzt Realität, was Dirk Franke in Hongkong für die Zukunft prognostizierte: Künftig werden immer mehr Anwendungen die Inhalte der Wikimedia-Projekte nutzen und der unbedarfte Netz-User werde kaum wahrnehmen, woher die Daten eigentlich kommen. Der Trend geht zur multimedialen und unterhaltsamen Informationsvermittlung. So viel von der Metaebene. Aber noch ist der Quell des Wissens klar: die Wikipedia.

Die Ziele von Coding da Vinci

Zurück zum gelungenen Abschluss eines neuen Projektformats, das Wikimedia Deutschland (WMDE) dieses Jahr zum ersten Mal ausprobiert hat. Unter dem Namen „Coding da Vinci“ richtete WMDE in einer strategischen Partnerschaft mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation und der Servicestelle für Digitalisierung des Landes Berlin einen Kultur-Hackathon aus. Anders als bei üblichen Hackathons hatten die Coderinnen, Designer und Entwickler hier zwischen Start und Ende des Hackathons zehn Wochen Zeit, um aus ihren Ideen fertige Anwendungen zu kreieren. Denn wir wollten nicht nur den 16 Kulturinstitutionen, die zumeist aus Anlass des Programmierwettbewerbes ihr digitalisiertes Kulturgut unter einer freien Lizenz öffentlich zugänglich und nachnutzbar gemacht hatten, zeigen, was „Hacker“ mit Kulturdaten anstellen können. Sondern mit der öffentlichen Preisverleihung am Sonntag im Jüdischen Museum auch weitere Kultureinrichtungen mit den Ergebnissen überzeugen, ihre digitalisierten Sammlungen ebenfalls frei zu lizensieren. Schon in diesem Jahr wurden 20 Kulturdatensets so für Wikimedia-Projekte nachnutzbar.

Spannung bis zum Ende

Mnemosyne, die Göttin der Erinnerung. Aus dem Delaware Art Museum, Samuel and Mary R. Bancroft Memorial, © public domain via Wikimedia Commons

Es war auch für uns vier Veranstalter bis zur letzten Minute spannend, von welcher Qualität die Leistungen aus der Community der Coderinnen und Entwickler sein würden. Natürlich wurden nicht alle Projekte zu Gewinnern. Doch wir wurden für das Warten belohnt! Eines der Projekte, obwohl ohne Preisauszeichnung, möchte ich dennoch besonders würdigen: Mnemosyne. Die Göttin der Erinnerung stand Patin für diese ambitionierte Website. Wer kennt sie nicht, die herrlichen Momente der Erkenntnis, wenn man im Linkhopping durch die Wikipedia streift? Und wer hat schon einen Universalgelehrten als Begleiter, der beim Flanieren durch die Hallen des Museums einen in die Weiten des assoziativen Denkens verführt? Universalgelehrte als Lebensform sind laut Wikipedia Ende des 19. Jahrhunderts ausgestorben. Diesem letzten Umstand trägt das Projekt Mnemosyne Rechnung. Es möchte den Besuchern komplexer Archivwelten durch eine Kombination aus Zufallsalgorithmen das Stöbern und Entdecken wieder einfacher und sinnlicher machen. Auch wenn bei der Präsentation auf der Bühne einiges nicht funktionierte – das Potential der in Beton gegossenen Mnemosyne blitzte doch auf. Hoffentlich bricht die Arbeit an diesem Projekt nicht ab. Sondern es findet sich im Gegenteil ein Museumsverbund, der mittels Mnemosyne seinen Besuchern seine komplexen Sammlungen im Stöber-Modus erschließen möchte.

Die fünf Gewinner

Nach 2 Stunden Präsentation und einer Stunde Mittagspause standen die verdienten Gewinner in den fünf Kategorien fest und die Preise wurden von der Jury überreicht.

Out of Competition: Ganz weit vorn in der Gunst des Publikums und der Jury war der zzZwitscherwecker. Wem es schwerfällt, morgens mit den Vögeln aufzustehen, dem kann nun geholfen werden. Denn nur wem es gelingt, den richtigen Vogel dem gehörten Gesang zuzuordnen, kann den Wecker abschalten. Nach so kurzweiligem Hirnjogging ist man bestimmt wach.

Funniest Hack: Der Atlaskäfer hat Casanova-Qualitäten. Er verführte IT-Bastlerin Kati Hyppä und ihren Bruder dazu, nicht nur einen tanzenden Cyberbeetle zu bauen, sondern gleich auch noch eine multimediale Käferbox dazu. Mal schauen, ob das Naturkundemuseum die Anregung für ihre entomologische Ausstellung aufnimmt. Auch die Jury ließ sich bezirzen und vergab den Preis für die lustigste Anwendung.

Danke an alle, die an Coding da Vinci teilgenommen haben!
Foto: Volker Agueras Gäng, CC-BY 4.0

Best Design: Für die überzeugendste Gestaltung wurde die Ethnoband ausgezeichnet. Der Gedanke ist der einer Orgel. Die Erfinder der Orgel packten ganze Orchester über Pfeifen in ein Instrument. Thomas Fett schuf mit Ethnoband die Möglichkeit, mittels eines Computers ein Orchester mit Instrumenten aus aller Welt zu besetzen. Wer mag, lädt Freunde aus aller Welt oder der Nachbarschaft zur Jamsession ein.

Most Useful: In dieser Kategorie galt es, mit einer Idee und ihrer Durchführung zu überzeugen, von der die Jury sich fragte, wieso jemand nicht schon lange vorher diese Idee hatte. Diese fast nicht zu lösende Aufgabe meisterte Insight – 19xx. Ausgehend von der Liste der von den Nationalsozialisten verfemten Autoren verknüpft Insight – 19xx in ansprechender Weise die reine Namensliste mit Daten u.a. aus der Wikipedia, sodass Namen zu Biographien werden, die neugierig machen auf das Werk. Unter anderem kam so heraus, dass insgesamt fast 20.000 Buchtitel von den Nazis auf die Indexliste gesetzt worden waren – viel mehr als man bislang wusste.

Screenshot der Alt-Berlin-App von Claus Höfele. Gewinner in der Kategorie “Most Technical”. © cc-by-sa 3.0

Most Technical: Insbesondere durch ihre technische Raffinesse überzeugte die App Alt-Berlin die Jury. Die digitalisierte Gemäldesammlung des Stadtmuseums Berlin, das 2012 einen Wikipedian in Residence zu Gast hatte, illustriert in der App Alt-Berlin moderne OpenStreetMap-Karten. Wer sich auf die Zeitreise begibt, kann historische Karten unter den heutigen Straßenzügen entdecken. Auch aktuelle Bilder aus Wikimedia Commons lassen sich über alte Aufnahmen aus Berliner Straßen legen, und das alles demnächst bequem auf dem Handy beim Stadtspaziergang.

Alle Anwendungen stehen ihrerseits wiederum unter einer freien Lizenz und können entsprechend weiterentwickelt und umgewidmet werden.

 Ausblick 2015

Im kommenden Jahr wollen wir wieder zum Kultur-Hackathon Coding da Vinci einladen. Wir wollen nicht einfach noch mehr Kulturinstitutionen, noch mehr Daten, noch mehr kreative Projekte und noch mehr Coderinnen und Designer zum Mitmachen gewinnen, sondern wir wollen vor allem helfen, das bereitgestellte digitalisierte kulturelle Erbe noch zugänglicher zu machen. Unser Ziel ist es, die Daten vollständig mit den Wikimedia-Projekten zu verknüpfen, damit sie auch unmittelbar von allen Freiwilligen der Wikimedia-Projekte verwendet werden können.

Pressestimmen:

Heise.de

Deutschlandradio Kultur

Golem.de

Die Bilder der Veranstaltung können auf Wikimedia Commons abgerufen werden. Bilder Preisverleihung werden folgen.

by Barbara Fischer at July 08, 2014 11:31 AM

July 07, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

MdEPs adoptieren, Vorschläge artikulieren: Die Zeichen stehen auf EU-Urheberrechtsreform

Dimitar Dimitrov ist seit Juli 2013 lokaler Ansprechpartner für die Wikimedia-Aktivitäten in Brüssel. Im Vereinsblog berichtet er in loser Folge von seinen Erfahrungen vor Ort.

Logo: Dimi z, Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Brüssel ähnelt seit der Europawahl einem riesigen Umsteigebahnhof. Neuankömmlinge hetzen zum Ausgang, Passagiere suchen nach ihrem Anschlusszug, routinierte Vielfahrer suchen zielsicher ihre Plätze in der ersten Klasse. Nur sind es hier keine Pendler, sondern Volksvertreter aus 28 Ländern, die ein funktionierendes Parlament bilden müssen – trotz ihrer riesigen Vielfalt und enormen inhaltlichen Dissonanzen.

Nachdem die Gruppenstärke der politischen Familien nach vielen Hinterzimmergesprächen, Lockangeboten und Kompromissen klar geworden ist, wurden nun auch die Ausschüsse aufgeteilt. Ein wichtiges Merkmal des neuen Parlaments werden die neuen Mehrheitskoalitionen sein. Waren in der letzten Legislaturperiode Mehrheiten mit Sozialdemokraten, Grünen und Linken oder auf der anderen Seite mit Liberalen und Christdemokraten möglich, so müsste es nun – aufgrund der zahlenmäßig erstarkten nationalistischen und euroskeptischen Gruppen – entweder eine Große oder eine Viererkoalition (z.B.: aus Sozialdemokraten, Grünen, Liberalen und Linken) sein. Dies verlängert Entscheidungswege und macht die Kompromissfindung noch komplexer.

À la bonne heure: Urheberrecht ist Nummer 1

Unser Blick lenkt sich auf die künftige Zusammenstellung der Kommission, die im Herbst ihre Arbeit aufnimmt und das alleinige Initiativrecht für Gesetzesvorhaben innehat. Ihr designierter Chef Jean-Claude Juncker hat soeben seine Prioritätenliste veröffentlicht. Auf Punkt 1 steht ein einheitlicheres Urheberrecht. Zwar wurde in Brüssel allgemein erwartet, dass Urheberrecht eine der großen Reformanstrengungen der kommenden Kommission sein wird. Dass es aber gleich an der Spitze des Wunschkatalogs des Präsidenten landet, ist gleichwohl überraschend und lässt wieder Hoffnung wachsen, nachdem in letzter Zeit wieder mal eher bescheidene Signale zum Thema geleakt wurden.

Achtung: Die Neuen kommen!

Die erste große Aufgabe eines neugewählten Europäischen Parlaments ist es, thematische Ausschüsse zu formen und zu besetzen. Dessen Anzahl und Arbeitsgebiete bleiben in der neuen Legislaturperiode im Gegensatz zu nationalen Parlamenten erstaunlich konstant. Diese Woche finden konstituierende Sitzungen statt und Vorsitzende werden gewählt. Die relevantesten Ausschüsse für uns als Gruppe, die sich einer Urheberrechtsreform verschrieben hat, sind “Binnenmarkt und Verbraucherschutz” (IMCO) und der Rechtsausschuss (JURI).

Anhörungen: Endlich ein Medienspektakel

Zur zweiten großen Aufgabe des europäischen Parlaments gehört es, die neue Kommission zu bestätigen. Nach dem Präsidenten der Kommission müssen nochmals alle vorgeschlagenen Kommissare befragt und bestätigt werden. Dies geschieht im September bzw. Oktober und ist ein – für Brüsseler Parlamentsstandards – sehr medienwirksamer Prozess. Solche Anhörungen beinhalten wichtige Absichtserklärungen der neuen Ressortchefs und eignen sich hervorragend dazu, die Prioritäten und die Ausrichtung der nächsten fünf Jahre abzuklopfen und sogar mitzugestalten. Kontakte zu den Mitgliedern der JURI- und IMCO- Ausschüsse geben zu diesem Zeitpunkt die Gelegenheit, für uns relevante Fragen in diese Anhörungen einzubringen.

Die Kommission steht von allen Seiten unter dem Druck, durch Informationstechnologien enstandene Schieflagen im Urheberrecht zu begradigen. “Die Schäden, die das Internet dem Urheberrecht zuführt, müssen zumindest wirtschaftlich ausgeglichen werden.” – So lässt sich in etwa die gängige Meinung der Film- und Verlagswirtschaft resümieren. Auf der anderen Seite befinden sich eher nutzerorientierte Akteure, die darauf pochen, dass die systematischen Probleme, die das geltende Urheberrecht im Internet mit sich bringt, gelöst werden müssen. Und zwar durch eine Lockerung und Flexibilisierung, nicht durch striktere Regeln und härtere Durchsetzung.

Wikimedia will mitwieseln! Wer macht mit?

Die Free Knowledge Advocacy Group EU gehört zu jenen zivilgesellschaftlichen Gruppen, die der Kommission ihre Wünsche und Bedenken zu Gehör bringen möchten. Ziel unseres aus 11 europäischen Wikimedia-Chaptern und thematischen Organisationen bestehenden Netzwerks ist es, durch gezieltes Monitoring von Entscheidungsprozessen, der Veröffentlichung von Stellungnahmen und der Präsenz bei Hearings und wichtigen Veranstaltungen unsere urheberrechtspolitischen Anliegen auf die Tagesordnung der Entscheidungsträger auf EU-Ebene zu bringen.

Um unsere Anliegen auf die Tagesordnung zu setzen, dürfen wir nicht nur zentral arbeiten. Wir müssen unser gesamtes Netzwerk bemühen, um Beziehungen zu entscheidenden Akteuren zu stiften und zu pflegen. Ein erster Schritt wird dabei sein, mit den Mitgliedern der wichtigen Ausschüsse für Binnenmarkt und Verbraucherschutz sowie Recht in Kontakt zu treten, ihnen zur Nominierung zu gratulieren und sie über unsere Probleme und Wünsche zu informieren. Diese Charme-Offensive sollte am allerbesten von vielen Wikimedianern getragen werden, die von mir aus Brüssel mit den nötigen Informationen und Argumenten versorgt werden. Wer macht mit? Werde ein WEASEL! - Wikimedia European Action System for Enthusiastic Lobbying. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen – z.B. an der Strategieplanung bei Meetings, beim Projekt “Adopt a MEP” oder als Ideengeber für Initiativen. Wer über die uns betreffenden Vorgänge in Brüssel ständig informiert sein möchte, findet auf Meta ein Archiv der monatlichen Monitoring-Reports, das fortlaufend aktualisiert wird.

by Jan Engelmann at July 07, 2014 05:00 PM

Monatsbericht Juni

PROGRAMM FREIWILLIGE

Aufgrund der vielen geförderten Aktivitäten der Communitys im Juni steht im Monatsbericht nur eine kurze Übersicht. Einen ausführlicheren Bericht gibt es in einem gesonderten Blogbeitrag.

Fotoprojekte

Kein Monat vergeht, ohne dass ehrenamtlich tätige Fotografen mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland aktuelle Bilder aus Politik, Sport und Kultur bereit stellen. Im Juni wurden folgende Veranstaltungen abgelichtet:

  • 01.07.: 1. Fotoflug Münsterland
  • 03.06.: Fußball-Länderspiel Österreich-Tschechien in der tschechischen Stadt Olmütz
  • 06.–08.06.: Festival-Sommer Rock am Ring
  • 06.–08.06.: Festival-Sommer Rock im Park
  • 06.–08.06.: Festival-Sommer Moers Festival
  • 06.–09.06.: 78. Internationalen Wiesbadener Pfingstturnier
  • 07.06.: 2. Fotoflug Münsterland
  • 13.06.: Dreharbeiten der ARD-Serie Mord mit Aussicht
  • 14.06.: Industriada im polnischen Katowice
  • 20.–22.06.: Charity-Veranstaltung “Ulle & Friends” in Kürten
  • 28.–29.06.: Bundesparteitag der Piratenpartei

Community-Räume, Community-Treffen

Ob Organisations- und Redaktions-Treffen oder Veranstaltungen in den lokalen Community-Räumen – jeden Monat kommen Wikipedia-Aktive zum gemeinsamen Austausch zusammen. Insgesamt fanden im Juni folgende Treffen mit Beteiligung der Community und in Zusammenarbeit oder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

Förderprogramm Freies Wissen (FFW)

Im FFW fiel der Startschuss für das Projekt “Freies Kinderlexikon”,  das sich mit der Frage beschäftigt, was zeitgemäße Formen sein können, Freies Wissen auch für Kinder attraktiv nutzbar zu machen. Im Projekt “Videos für Wikipedia-Artikel” wird zur Zeit der erste Workshop vorbereitet, der im August stattfinden wird. Eigene Projektideen können jederzeit auf http://ffw.wikimedia.de zur Unterstützung vorgestellt werden.

Tech-News

Am 3. Juni wurde die Umfrage zum MediaViewer gestartet, und erzielte weit über 1000 Rückmeldungen aus der deutschsprachigen Community. Beim MediaViewer handelt es sich um eine neue Darstellungsmöglichkeit, um die Ansicht von Medien auf Wikipedia, Wikimedia Commons und MediaWiki-Seiten angenehmer zu gestalten. Laut dem bisherigen Ergebnis liegt die Akzeptanz des MediaViewers in der deutschsprachigen Community bei 27,8 Prozent. Verbesserungswünsche werden entsprechend der Umfrage priorisiert behandelt.

Bis Ende Juni müssen alle Tool-Entwickler mit ihren Programmen vom Toolserver nach Tool-Labs umgezogen sein.

Wiki Dialog

Mehr als 35 Wikipedia-Aktive beteiligten sich am Projekt “Wiki-Dialog”, um gemeinsam zum Thema “Qualität in der Wikipedia” zu arbeiten. Wer sich für dieses Thema interessiert,  kann die ausführliche Diskussion dazu auf der Diskussionsseite des ersten Wiki-Dialogs nachlesen. Wiki-Dialoge sind Online-Treffen, angelehnt an das Format des cMOOCs (connectivist Massive Open Online Course). Wer Lust hat, einen eigenen Wiki-Dialog zu initiieren, kann sich gerne auf der Projektseite melden. Für Fragen stehen Julia Kloppenburg und Dirk Franke zur Verfügung.

Community-Debatten auf Wikidata

Auf Wikidata ist gerade die Zeit der Debatten in der Community. Diskutiert werden zum Beispiel ein neues Design für die Benutzeroberfläche oder Schwerpunkte für das Jahr 2015, wie beispielsweise Datenqualität.

Tool für Wikimedia Commons

Auf http://tools.wmflabs.org/commonscategorycount/ gibt es ein neues Tool, um Bilder aufzuspüren und zu zählen, die auf (Unter-)Kategorien von Wikimedia Commons hochgeladen wurden.

Elasticsearch

Die Software-Entwicklung hatte Besuch von Nik Everett von der Wikimedia Foundation – Experte für Elasticsearch. Diese Technologie für die Indizierung und Suche auf Wikimedia-Projekten wird uns weiter beschäftigen und bei eigenen Entwicklungen verstärkt zum Einsatz kommen.

PROGRAMM INSTITUTIONEN

HIVE Berlin Lernnetzwerk

Beim monatlichen HIVE Berlin MeetUp am 11.06.2014 stellten die Geek Girls Carrots Berlin, the School of Machines, Making & Make-Believe und der Science Hack Day ihre Arbeit vor. In der anschließenden Diskussion tauschten sich die anwesenden Institutionen und Einzelpersonen über Zielgruppen, Möglichkeiten und Erwartungen aus. Im Hinblick auf die Einbeziehung von Schulen ins Lernnetzwerk gab die Sicht einer Berliner Lehrkraft einen guten Einblick, wie sich HIVE Berlin aufstellen sollte. Im Juni fand dann auch das erste von HIVE Berlin unterstützte Projekt statt: Am 21.06. veranstalten die Geek Girls Carrots unter dem Dach von HIVE einen Scrum-Einführungsworkshop mit 19 Teilnehmenden in den Räumen von WMDE.

Wissenschaftsjahr 2014 – Digitale Kompetenzen

Am 23.06.2014 haben wir mit etwa 50 Besucherinnen und Besuchern erfolgreich unsere Veranstaltungsreihe “Digitale Kompetenzen” gestartet, die im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2014 zur Digitalen Gesellschaft stattfindet und vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.  Drei Vorträge und eine anschließende Podiumsdiskussion beschäftigten sich mit dem Thema “Datenschutz – eine unterschätzte digitale Kompetenz?”. Zu Gast waren die Datenschutzbeauftragte Dr. Imke Sommer, der Medienpädagoge Martin Müsgens und Prof. Dr. Karsten Weber, Professor für Allgemeine Technikwissenschaften an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Eine Videodokumentation wird demnächst auf der Veranstaltungsseite abrufbar sein.  Am 01.09.2014 folgt die zweite Veranstaltung mit dem Thema “Digital Natives – Ein gut klingender Begriff mit wenig Substanz?”.

Coding da Vinci

Derzeit werden in der Arbeitsphase des Hackathons bis Anfang Juli 27 Projekte, basierend auf 20 frei lizenzierten Datensets von 16 Kulturinstitutionen, entwickelt. Im Juni wurde der zweite Teil der Veranstaltung geplant: Die Präsentation und Preisverleihung wird am 6. Juli im Jüdischen Museum Berlin stattfinden. Allen registrierten 49 Teilnehmenden winken 5 Hauptpreise.

GLAM on Tour

Bei GLAM-on-Tour-Veranstaltungen (GLAM steht für galleries, libraries, archives, museums)  finden auf Initiative der ehrenamtlichen Aktiven im GLAM-Bereich Veranstaltungen statt, bei denen Wikipedianer auf Mitarbeitende aus Kultur- und Gedächtnisinstitutionen treffen. Die nächste GLAM-on-Tour-Station findet in Brilon zum Thema Montanindustrie im Sauerland statt. Anmeldungen erwünscht.

Vortrag und Workshop beim SWR

Am 13. Juni war Wikimedia zu Besuch beim Südwestrundfunk (SWR) in Stuttgart. Nach einem Einführungsvortrag zum Wikiversum fand ein  Hands-on-Workshop für Redakteure und Mitarbeitende des SWR statt. Mit von der Partie waren vier Wikipedia-Aktive aus dem Raum Stuttgart, die dem SWR Rede und Antwort standen. Sie erklärten den interessierten Teilnehmenden etwa, wie freie Lizenzen in Arbeitsabläufe eingebunden werden können, welche Richtlinien es beim Editieren gibt  und regten zu ersten Schritten in der Wikipedia an.

Erster Weltkrieg und Braunschweig

GLAM on Tour machte vom 27. bis 29. Juni Station in Braunschweig. Gemeinsam mit dem Braunschweigischen Landesmuseum (BLM) haben wir einen Schreib- und Fotowettbewerb zum Thema Erster Weltkrieg ausgerichtet. An dem Kick-Off-Wochenende in Braunschweig nahmen 28 Editoren und Fotografen teil. Es gab viele Fachvorträge, Exkursionen und ein buntes Rahmenprogramm. Anlass war die entstehende Ausstellung 1914… schrecklich kriegerische Zeiten, die am 1. August beginnt. Anhand ausgewählter Ausstellungsstücke militärischer Art und bereitgestellter Fachliteratur entstanden bisher acht neue Artikel und 167 Fotos. Die Ergebnisse werden fortlaufend auf der Projektseite dokumentiert. Der Wettbewerb endet am 3. August.

Zum Rahmenprogramm des Treffens gehörten eine Fotoexkursionen zum Hauptfriedhof Braunschweig, eine Stadtführung und ein Besuch im Depot des Museums. Die Veranstaltung wurde als Folgeprojekt von“Die Römer kommen!” (2013) durch das ehrenamtliche Engagement des Wikipedia-Autors brunswyk, und in Zusammenarbeit mit dem BLM und Wikimedia Deutschland entwickelt. Mehr zum Thema im Gastbeitrag von Benutzer Schlesinger im WMDE-Blog.

Zugang gestalten

Für die jährlich stattfindende Konferenz “Zugang gestalten – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe” wurde ein Veranstaltungsort gefunden. Sie wird am 13. und 14. November im Hamburger Bahnhof in Berlin stattfinden. Außerdem sind nun neun Partnerinstitutionen und ein Sponsor an Bord. Die grobe Programmplanung ist abgeschlossen, es wird unter anderem Vorträge zur Weiternutzung freier Inhalte, beispielsweise aus Wikimedia Commons oder am Beispiel des Kultur-Hackathons Coding da Vinci und zur Open Data Gesetzgebung in Norwegen geben.

PROGRAMM RAHMENBEDINGUNGEN

OERde14 – Konferenzprogramm steht

Am 17. Juni endete der Call for Participation der OERde14 (OER = Open Educational Resources = freie Bildungsmaterialien; OERde14 = OER-Konferenz 2014). Insgesamt wurden 49 Vorschläge eingereicht, in etwa die gleiche Zahl wie 2013. Das Programmteam war mit einer Reihe von OER-Fachleuten hochkarätig besetzt: Dabei waren unter anderem Sandra Schön von Salzburg Research, eine der profiliertesten Stimmen zu OER im deutschsprachigen Bereich, Jan Neumann, Leiter Recht und Organisation vom Hochschulbibliothekszentrum NRW und Simon Köhl, der Gründer von Serlo. Das Programmteam wählte insgesamt 31 Einreichungen aus. Zu den Höhepunkten gehört unter anderem ein Vortrag von Thomas Curran, dem ehemaligen CTO (Chief Technology Officer) der Deutschen Telekom, der über Graswurzelansätze im OER-Bereich sprechen wird.

Barcamp “Gesellschaft 2.0”

Wikimedia Deutschland veranstaltete am 13. und 14. Juni zusammen mit Wissenschaft im Dialog und dem Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft ein Barcamp zum Thema “Gesellschaft 2.0”.  50 Teilnehmende diskutierten zwei Tage lang in zwölf Sessions über die unterschiedlichsten Aspekte der digitalen Gesellschaft. Open Knowledge, Onlinepartizipation und Crowdsourcing: Welche aktuellen Entwicklungen bestimmen unsere Zukunft? Was folgt der Sharing-Culture? Was kommt nach der Maker-Bewegung?

7-Tage-Frist im Rundfunk – Anhörung im Landtag NRW

Wikimedia Deutschland war am 26. Juni als Sachverständige in den Ausschuss für Kultur und Medien des Landtages NRW geladen, um dort zu zwei Anträgen von SPD/Grünen und Piraten Stellung zu nehmen. In beiden Anträgen geht es um das Ende der 7-Tage-Depublikationsfrist für öffentlich-rechtliche Inhalte im Internet. Wikimedia Deutschland hat in seiner Stellungnahme auf die Bedeutung freier Lizenzen für das Recht auf Nachnutzung dieser Inhalte und auf die Wechselwirkungen einer solchen Lizenz mit Depublikationspflichten allgemein hingewiesen.

Wikimedia in Brüssel

Während sich das neu gewählte Europäische Parlament in Brüssel langsam an die Arbeit macht, wurde von unserem Mann in Brüssel die Anlaufstelle für alle Interessierten auf Meta grundsaniert.

Personelles

Seit 1. Juni unterstützt Lucie-Aimee Kaffee als Werkstudentin das Wikidata-Team.

Ebenfalls seit 1. Juni kümmert sich Nicola Zeuner als Expertin für Stiftungsfundraising um Drittmittelakquise.

 

by Tjane Hartenstein at July 07, 2014 11:58 AM

July 03, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 18/2014

Herzlichen Glückwunsch zur 18. Ausgabe der Wikimedia:Woche im Jahr 2014. Dieser sportliche Newsletter wird gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellt, serviert in kleinen Häppchen Aktuelles und Brisantes aus der internationalen Wikimedia-Welt und möchte zum Weiterlesen anregen.

Die Woche entsteht in einem offenen Redaktionsprozess: Wenn du über die internationalen Kanäle auf Links oder Storys stößt, die für die lokale Arbeit der deutschsprachigen Community von Relevanz sein können, hinterlasse einen Hinweis in der nächsten Woche! Du kannst entweder selber einen Teaser-Text vorbereiten, oder einfach nur einen Link setzen, den wir dann vor Versand mit einer Zusammenfassung dekorieren.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren.

Und noch ein Hinweis in eigener Sache: Seit 1. Juli ist Cornelius Kibelka wieder als Werkstudent in der Stabsstelle Internationales tätig. Cornelius hat unter anderem essentiell an der Erstellung der Wikimedia:Woche mitgewirkt. Ihm und den vielen anderen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Wikimedia:Woche 18/2014

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Organisationen

Protokoll der Mitgliederversammlung von WMDE

Wikimedia Deutschland hat das Protokoll zur Mitgliederversammlung am 24. Mai veröffentlicht.

Protokoll der Mitgliederversammlung von WMAT

WMAT hat das Protokoll der Mitgliederversammlung vom 14. April veröffentlicht.

AffCom stimmt für Chapteranerkennung von Wikimedia Belgien

Ein Beschluss des Board of Trustees besagt, dass Nutzergruppen erst nach zweijährigem Bestehen als Chapter anerkannt werden können. Einzelfallprüfungen für angehende Chapter, die bereits seit längerem mit AffCom und/oder Board in Kontakt stehen, sind dennoch möglich. Diese Ausnahmeregelung stellt nun das Affiliations Committee auf die Probe und hat sich für die Anerkennung von Wikimedia Belgien als Chapter ausgesprochen. Die belgischen Freiwilligen argumentieren vor allem, dass sie als Nutzergruppe nicht ernst genommen werden und nur als anerkanntes Chapter ihre Projekte durchführen könnten.

AffCom verlängert Wikimedia Nepal

Die Mitglieder des Affiliation Committee haben eine Verlängerung des User Group-Agreements für die Nutzergruppe “Wikimedia Nepal” zugestimmt. Die Nutzergruppe war im Mai 2013 anerkannt worden, ihr Jahresbericht findet sich auf Meta. Herauszuheben sind besonders die zahlreichen Schulworkshops, welche die Freiwilligen organisieren.

Wikimedia Bangladesch endlich registriert

Die Freiwilligen von Wikimedia Bangladesch freuen sich nach zwei Jahren endlich offiziell als Verein bei den lokalen Behörden registriert worden zu sein. In einem Blogbeitrag erzählt Schatzmeister Ali Haidar Khan über den mühevollen, bürokratischen Prozess, der mehr als vier Jahre dauerte. Weniger als fünf Prozent aller Registrierungen von NGOs pro Jahr werden von Behörden akzeptiert.

Wikimedia Foundation Kuratorium stimmt Empfehlung des FDCs zu

Das Kuratorium der Wikimedia Foundation stimmt den Empfehlung des Funds Dissemination Committees für die Runde zwei der Jahresplan-Förderungen zu. Gefördert werden Wikimedia Frankreich, Wikimedia Norwegen, das indische Centre for Internet and Society und die Wikimedia Foundation selbst. Wikimedia Frankreich hat als erste Bewerberin eine hundertprozentige Förderung des Antrages erhalten.

Umfrage zur Online-Abstimmung bei Wikimedia Deutschland

Die AG Wahlen von Wikimedia Deutschland hat die Umfrage zur Online-Abstimmung ausgewertet. 432 der 1750 aktiven Wikimedia Deutschland-Mitglieder, also gut 25 Prozent, haben sich an der Umfrage beteiligt. 75% der Teilnehmer an der Umfrage halten Online-Abstimmungen für geeignet oder sehr geeignet. Weitere Ergebnisse im Auswertungsbericht.

Report der Wikimedia Foundation: Mai

Die Wikimedia Foundation hat ihren Mai-Report veröffentlich, unter anderem werden die neuen Features des VisualEditors hervorgehoben, unter anderem Tools zum besseren Zitieren und für mathematische Formeln. Des Weiteren wurden unter anderem 12 Förderungen vergeben, unter anderem für die Förderung der Telugu-Wikipedia (eine südindische Sprache, gesprochen von 74 Millionen Menschen), Wikivoyage, Aufnahme neuer Aussprache-Tondateien und ein WikiQuiz.

Shortlist der zu bestimmenden FDC-Mitglieder veröffentlicht

Bishakha Datta hat die Shortlist der vom Board of Trustees zu bestimmenden vier FDC-Mitglieder veröffentlicht. Von den 17 nominierten werden nun 12 in der nächsten Auswahlphase interviewt, am 11. Juli gibt das Board die Entscheidung bekannt.

Projekte und Initiativen

Wikimedia Summer of Monuments

In Anlehnung an den bekannten und erfolgreichen Fotowettbewerb “Wiki Loves Monuments” organisiert Wikimedia DC den Wettbewerb “Wikmedia Summer of Monuments”. Ziel ist es möglichst viele Denkmale im Süden der USA zu fotografieren, da diese [in der englischsprachigen Wikipedia] sehr unterepräsentiert seien. Der Wettbewerbszeitraum begann am 1. Juli und endet am 30. September, es gibt ebenso Geldpreis für die besten Fotos. Interessant ist auch, dass Institutionen ebenfalls angesprochen werden Fotos aus ihren Beständen zu spenden.

Weißbuch zum Urheberrecht geleakt

Ein fortgeschrittener Entwurf des Weißbuches der Europäischen Kommission zur Urheberrechtsreform wurde geleakt. In der EU sind Weißbücher Dokumente, die gesetzgebereische odere andere Vorschläge zum Vorgehen in einem bestimmten Bereich erhalten. Obwohl der öffentlich gewordene Vorschlag sehr vorsichtig ist, kommt an einigen Stellen die Harmonisierung zumindest einiger Schranken vor. Die offizielle Veröffentlichung ist für den 28 Juli angesetzt.

Open Data Portal Österreich gestartet

Zusammen mit der Cooperation OGD Österreich und der Open Knowledge Foundation Österreich hat Wikimedia Österreich ein öffentliches Open Data Portal aufgebaut und am 1. Juli offiziell gelauncht. Auf dem ODP können Metadaten und Datensätze unter einer Freien Lizenz eingestellt und veröffentlicht werden. Es ist eine Ergänzung zu den Open Government Data Portalen der österreichischen Verwaltung. Zum Start haben einige Organisationen bereits Daten gespendet und erste Apps wurden entwickelt – zum Beispiel Cha Ching – 6 aus 45, ein App welches die Gewinnchancen der Lieblingslottozahlen anhand der im ODP gespeicherten Lottozahlen von 1986 bis 2013.

Pressestimmen:

Wikimedia Schweden startet eigene Translatewiki-Initiative

John Andersson berichtet im Wikimedia-Blog über die jüngste Initiative von Wikimedia Schweden, bei der es darum geht die Übersetzungen von Open Source-Sofware stärker zu fördern Gemeinsam mit der Universität Umeå and Meta Solutions Ltd versucht das Chapter die schwedischsprachige Community des Übersetzungswikis zu stärken und so mehr der 27 auf Translatewiki zu übersetzenden Programme auch auf Schwedisch bereitzustellen.

Technik

Wikidata-Einträge mit Vorschlagssystem für Eigenschaften

Wie Lydia Pintscher auf der Wikidata-Mailingliste berichtet, ist es nun einfacher geworden Wikidata-Einträge zu bearbeiten. Ein Team von Studendierenden des Hasso-Plattner-Instituts hat in Zusammenarbeit mit dem Entwicklerteam von WMDE ein Tool entworfen, das automatisch Eigenschaften vorschlägt, die passend erscheinen. Bei Einträgen zu Personen schlägt das Tools beispielsweise die Eigenschaften “Geburtsdatum”, “Geburtsort”, “Tätigkeit”, etc. vor.

Sammelstelle „Vermisste Tools“ nach der Toolserver-Abschaltung

Am 1. Juli um 1:00 UTC ist der Toolserver abgeschaltet worden. Für den Überblick danach ist eine englisch- und deutschsprachige Sammelstelle für vermisste Tools sowie Fehlermeldungen eingerichtet worden. Leute, die an einer Übernahme verwaister Tools interessiert sind, sind herzlich eingeladen, sich ebenfalls dort einzutragen.

„Perfect Forward Secrecy“ auf Wikimedia-Servern aktiviert

Wie die Wikimedia Foundation mitteilt, wurde auf allen Serven „Perfect Forward Secrecy“ aktiviert, um so die Benutzerinnen und Benutzer besser zu schützen.

Mehr zu Perfect Forward Secrecy:

Presse und Websites

Dokumentation: The Internet’s own boy: Aaron Swartz

Die Dokumentation “The Internet’s Own Boy. Aaron Swartz” ist unter einer freien Lizenz erschienen.

Tim Howard ist Verteidigungsminister der USA

Nach dem Fußballspiel USA gegen Belgien, in dem der US-Torwart Tim Howard mindestens 16 Torschüsse gehalten hat, hat ihn ein Benutzer der englischen Wikipedia zum Verteidigungsminister der USA gemacht. Der Ruhm war nur von kurzer Dauer.

Elektrischer Reporter über Lobbying für digitale Bürgerrechte

Der Elektrische Reporter (zdf_info) berichtet über den Lobbyisten Thomas Lohninger und den Verein EDRi, der sich für digitale Bürgerrechte einsetzt.

Erster Wikipedia-Workshop in Myanmar

Die Zeitung „Myanmar Business Today“ berichtet über den ersten Wikipedia-Workshop in Myanmar, der im Hauptquartier des Telekommunitationskonzerns Telenor stattfand. Ziel war es vor allem Artikel über das südostasiastische Land zu erstellen.

Termine

Monthly Metrics Meeting der WMF am 3. Juli um 20 UHR MESZ

Das Monthly Metrics Meeting der Wikimedia Foundation wird am 3. Juli um 18 Uhr UTC (20 UHR MESZ) im IRC channel #wikimedia-office und live gestreamt auf Youtube stattfinden.

Vor-Wikimania-Treffen in Berlin (12. Juli) und Eindhoven (6. Juli)

In Berlin und Eindhoven finden Treffen zur Vorbereitung der Wikimania statt. Das Treffen bei Wikimedia Deutschland wird einen programmatischen Schwerpunkt haben, während das Treffen in den Niederlanden eher ein lockeres Picknick werden soll.

Save the date: Wir feiern 10 Jahre Wikimedia Deutschland

Tim-Moriz Hector, Vorsitzender von Wikimedia Deutschland, hat eine Feier für das zehnjährige Bestehen von Wikimedia Deutschland angekündigt. Als Datum wurde der Nachmittag/Abend des 20. September 2014 announciert. Neben einer Veranstaltung in der in den offenen Räumen am Tempelhofer Ufer in Berlin soll es auch die Möglichkeit geben virtuell mitzufeiern.

by Nicole Ebber at July 03, 2014 04:06 PM

July 02, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

Nikolaus im Sommer

Coding da Vinci : Der Kultur-Hackathon. Jetzt kommt die Preisverleihung im Programmierwettbewerb am Sonntag im Jüdischen Museum. Bild © cc-by-sa

Am Sonntag werde ich glänzende Augen haben, wie in Kindertagen am 6. Dezember. Denn am 6. Juli sehe ich nach 10 Wochen spannungsvollen Wartens endlich 17 der Anwendungen, die im Rahmen des Programmierwettbewerbes  “Coding da Vinci: Der Kultur-Hackathon” entstanden sind. Da Freude in einer großen Gruppe mehr Spaß macht, möchte ich alle Leserinnen und Leser auf diese 17 Wettbewerbsbeiträge neugierig machen, die im Großen Saal des Jüdischen Museums präsentiert werden. Lasst uns den Saal bis zum letzten Platz füllen.

Am 06. Juli 2014 endet die zehnwöchige Projektphase mit einer öffentlichen Preisverleihung. Die besten Projekte werden in fünf Preiskategorien prämiert: Most Technical, Most Useful, Best Design, Funniest Hack und Out of Competition und die Gewinner bekommen ihre verdienten Preise.

Ausgangspunkt für alle Teams waren die Kulturdaten der teilnehmenden 16 deutschen Kultureinrichtungen. Da sie alle unter einer freien Lizenz für Coding da Vinci bereitgestellt wurden, konnten Scans  eines Hebariums mit Musikbeispielen eines anderen Museums vermischt werden, die Metadaten  einer Bibliothek durch die Bilddateien eines Instituts angereichert werden oder vergessene Autoren gelangen über Twitter wieder in die öffentliche Wahrnehmung von heute wieder. Alles war möglich. Ca. 150 Teilnehmende des ersten deutschen Kultur-Hackathons Coding da Vinci stellten sich den Herausforderungen des Wettbewerbes. Ihre Ergebnisse, die programmierten Apps, Webseiten, Spiele und Anwendungen stehen auch unter einer freien Lizenz und können von allen weiterentwickelt und mit weiteren Daten verknüpft werden. Der Nikolaus im Sommer ist daher womöglich erst der Anfang. Wie könnte es auch anders sein? Im Netz bleibt alles in Bewegung.

Sie sind herzlich eingeladen dabei zu sein, wenn enthüllt wird, was neu entstanden ist. Vielleicht sind Tierstimmen zu einer App geworden? Oder auf 3D-Scans von Musikinstrumenten kann virtuell gespielt werden? Und was ist aus den Inschriften der jüdischen Grabsteine in Hamburg gemacht worden? Wir sind sehr gespannt auf die Anwendungen. Auf den neuen Glanz “verstaubten” Kulturerbes. Und auf die Gespräche mit denen, die neu gedacht und gecodet haben.

Öffentliche Preisverleihung

Sonntag 06. Juli 2014, 10:30-16:00 Uhr (Einlass ab 10:00 Uhr)

Großer Saal des Jüdischen Museums (2. OG)

Lindenstr. 9-14

10969 Berlin

Eine kleine Liste von FAQ

Was ist ein Hackathon?

Ein Hackathon ist ein Event, bei dem Programmierer (auch Hacker genannt), Grafikdesigner, Interface-Designer und Projektmanager zusammenkommen, um in einem vorgegebenen Zeitrahmen intensiv an einem Projekt zu arbeiten. Der zweite Wortteil ist von Marathon abgeleitet und zielt auf die intensive Zeit und Anstrengung, die die Teilnehmer miteinander verbringen. Die Dauer eines Hackathons kann variieren, von einem Tag bis zu mehreren Wochen. Zu Beginn wird üblicherweise das Material vorgestellt, das bearbeitet werden soll. Die Teilnehmenden sprechen dann über ihre Ideen und schließen sich zu Teams zusammen, in die sie ihre persönlichen Interessen und Fähigkeiten einbringen. Ziel ist es, am Ende etwas erarbeitet zu haben, das weiter genutzt werden kann – von einer neuen Programmiersprache bis hin zu fertigen Apps ist alles möglich. Mehr Information unter dem Link.

Was ist ein Kultur-Hackathon?

Bei einem Kultur-Hackathon werden Kulturdaten zur Verfügung gestellt, die von allen Teilnehmenden bearbeitet werden können. Im Fall von Coding da Vinci haben 16 deutsche Kulturinstitutionen Kulturdaten zur Verfügung gestellt, aus denen die Teams Neues schaffen. Damit werden die Daten nicht nur in andere Zusammenhänge gebracht, sondern auch in neuer Form nutzbar gemacht. Raus aus den Archiven, rein in den Alltag.

Was sind Freie Lizenzen?

Freie Lizenzen ermöglichen nicht nur das Anschauen von Daten, sondern die freie Nachnutzung, ohne dies zuvor durch den Urheber genehmigen zu lassen. Es gibt unterschiedliche Lizenzmodelle für Inhalte und für Anwendungen. Mehr Information unter diesem Link.

 Wer sind die Macher von Coding da Vinci?

Coding da Vinci wird veranstaltet von der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) gemeinsam mit der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS), der Open Knowledge Foundation Deutschland (OKFN) und Wikimedia Deutschland (WMDE).

Wo kann ich mich anmelden?

Webseite und Anmeldung:http://codingdavinci.de

Wo finde ich mehr Informationen zu den Projekten?

Auf dem schwarzen Brett des Wettbewerbs, dem Hackdash, stellen sich alle 27 Projekte vor, auch diejenigen, die nicht am Sonntag präsentiert werden:http://cdvinci.hackdash.org

Kann ich Coding da Vinci auf Twitter folgen?

Ja sicher, unter @codingdavinci oder über den Hashtag #codingdavinci.

by Barbara Fischer at July 02, 2014 02:46 PM

Future of Education Workshop in London

Kilian Kluge ist seit Jahren ehrenamtlich in der Wikipedia aktiv und beteiligt sich dort unter anderem am unabhängigen Referentennetzwerk Wiki-Team. Er besuchte den Future of Education Workshop in London und berichtet für den Blog.

Das Barbican Arts Centre in der City of London, wo im August auch die Wikimania stattfinden wird. Foto: Barbican, London – 21 June 2014 – Andy Mabbett.JPG von Andy Mabbett. Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Am 21. und 22. Juni fand im Londoner Barbican Centre der Future of Education Workshop statt, der dem Austausch zwischen verschiedenen Wikipedia-Bildungsprogrammen und der Vorbereitung der themengleichen Vorkonferenz der  diesjährigen Wikimania diente. Dank der finanziellen Unterstützung von Wikimedia Deutschland konnte ich als Vertreter des unabhängigen Wikipedia-Referentennetzwerks wiki:team an der Veranstaltung teilnehmen.

Bestandsaufnahme

Da ein Großteil der gut 20 Teilnehmer in den amerikanischen oder britischen Bildungsinitiativen aktiv ist, standen diese Aktivitäten im Mittelpunkt des ersten Tages. Der Trend ging hierbei deutlich in Richtung Institutionalisierung, also die Verankerung der zahlreichen erfolgreichen Konzepte in den Lehrplänen der Schulen und Universitäten. Während sich Wikimedia Deutschland im letzten Jahr nahezu vollständig aus der direkten Arbeit mit einzelnen Klassen und Kursen zurückgezogen hat, wurde das erfolgreiche Hochschulprogramm der Wikimedia Foundation in die Wiki Education Foundation ausgegliedert. Diese verfolgt nun das Ziel, die beeindruckende Zahl von jährlich über 100 betreuten, semesterlangen Kursen zu erhöhen und Universitäten zu befähigen, diese auch ohne externe Unterstützung durchführen zu können. Der Fokus liegt hierbei ausdrücklich nicht auf der Gewinnung neuer Autoren für die Wikimedia-Projekte, sondern auf der Entwicklung von Medienkompetenz. Wikipedia wird hierbei als Werkzeug eingesetzt, um so wichtige Fähigkeiten wie Katalog- und Bibliotheksrecherche, Bewertung von Informationsquellen und das richtige Zitieren zu vermitteln. Im Gegensatz zu üblichen Kursen zu wissenschaftlichem Arbeiten besteht für die Studenten der Reiz darin, dass ihre Texte tatsächlich gelesen werden und von zeitüberdauernder Bedeutung sind.

Viel Austausch gab es über die im Rahmen der weltweit über 60 aktiven Bildungsprogramme erstellten Materialien. Vorreiter ist hier erwartungsgemäß der englischsprachige Raum, wo unter anderem ein Einführungskurs für Dozenten, die Wikipedia einsetzen möchten, eine zugehörige Einführung sowie Videos wie das folgende produziert wurden:

 

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Zukunftspläne

Große Pläne für die nächsten zehn Jahre. Foto: Future of Education Workshop von LiAnna Davis Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Wie schon der Titel des Workshops deutlich macht, sollte es in London in erster Linie um die Zukunft gehen. Auf den Erfahrungsaustausch folgte also der Blick nach vorne, wobei Wunschträumen explizit erlaubt war. Ergebnis waren Ein-, Fünf- und Zehn-Jahres-Ziele für die Wikipedia-Bildungsprogramme insgesamt, die anschließend entweder bereits in konkrete Schritte überführt wurden oder auf der anstehenden Vorkonferenz und der EduWiki Conference Ende Oktober in Edinburgh weiter bearbeitet werden sollen.

Im Laufe des nächsten Jahres liegt der Fokus auf der besseren Bewerbung der Programme, die bislang häufig nur einem kleinen Teil der Lehrenden des jeweiligen Landes bekannt sind. Auch die Übersetzung und bessere Bekanntmachung des Lehrmaterials war ein Wunsch, den viele Aktive teilten. Mittelfristig soll die Medienkompetenz und insbesondere die ”digital literacy” von Schülern und Studenten gesteigert werden, wobei die Wikipedia-Bildungsprogramme und Wikipedia als Lehrplattform eine zentrale Rolle spielen sollen. In zehn Jahren, so die Vision, sind Wikipedia und Medienkompetenz auf allen Ebenen des Bildungssystems fest verankert und etabliert.

Dass diese Ziele nicht unrealistisch sind, zeigen die Erfahrungen aus den letzten Jahren. Einerseits ist die Akzeptanz von Wikipedia als ernstzunehmende Informationsplattform auch im akademischen Bereich gewachsen, viele Lehrer und Dozenten stehen der Idee offen gegenüber, die freie Enzyklopädie als Lehrwerkzeug zu verwenden. Andererseits wird, nicht nur in Deutschland, durch Plagiatsfälle auf unterschiedlichsten Ebenen immer wieder deutlich, dass vielen Schülern und Studenten das nötige Handwerkszeug fehlt, korrekt zu zitieren und angemessenen mit unterschiedlichen Medien umzugehen. Dass Wikipedia die beliebteste (und häufig einzige) Informationsquelle für Studenten ist, macht es nur umso naheliegender, durch die aktive Beteiligung an diesem Projekt die entsprechenden Kompetenzen zu schulen.

Fazit

Teilnehmer des “Future of Education”-Workshops. Foto: Future of education event von: Stevie Benton (WMUK) Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Nach zwei Tagen intensiver Arbeit und vielen Gesprächen mit anderen Teilnehmern ging ein ermutigender Workshop zu Ende. Auf dem Feld Wikipedia an Schulen und Universitäten hat sich in den letzten fünf Jahren eine ganze Menge bewegt und es sieht nicht danach aus, als würde das in den nächsten Jahren anders werden. Aus vielen positiven wie negativen Erfahrungen konnten sich ansprechende und skalierbare Konzepte entwickeln, die es nun gilt, in die Breite zu tragen. Gerade in Deutschland fehlt es hierzu jedoch derzeit sowohl an aktiven Mitstreitern als auch institutioneller Unterstützung.

Wünschenswert wäre eine stärkere Beteiligung zumindest aus den europäischen Ländern gewesen, die bereits jetzt im Vergleich zum angelsächsischen Raum viel Nachholbedarf haben. Zudem bestand seitens der Teilnehmer großes Interesse daran, andere Organisationsformen von Wikipedia-Bildungsprogrammen als die zentralisierten Strukturen in den USA und Großbritannien kennenzulernen. Letzteres wird daher auf der Vorkonferenz nachgeholt, deren Programm hier eingesehen werden kann. Alle Interessierten mit und ohne Erfahrung in Wikipedia-Bildungsprogrammen sind herzlich zur Teilnahme eingeladen.

by Dirk Franke at July 02, 2014 10:44 AM

July 01, 2014

Wikimedia Deutschland Blog

OERde14: Das Programm steht!

Die Würfel sind gefallen: Aus 49 Einreichungen hat das Programmteam 30 Vorträge und Workshops für die Konferenz OERde14 am 12. und 13. September ausgewählt. Das Programm der OERde14 enthält eine Reihe von Highlights: Vom ehemaligen Chief Technology Officer für Products & Innovation der Telekom, dem eine Wikipedia für OER vorschwebt über Michał Woźniak, der über OER in Polen spricht bis hin zu Lehrenden der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel, die darüber berichten, wie sie OER bereits in der Praxis umsetzen.

Draußen scheint die Sonne, drinnen wird gearbeitet: Das OERde14-Programmteam bei der Arbeit. Bild: Jan Apel, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Es war ein langer Tag: Am 23. Juni traf sich das Programmteam der OERde14, um aus 49 Einreichungen die besten für die Konferenz zu küren. Von 10:00 bis 19:00Uhr diskutierte die Gruppe alle Einreichungen. Zwar fielen fast alle Entscheidungen im Konsens – doch gerade im Mittelfeld waren einige schwierige Abwägungen nötig, gerade wenn sich einzelne Auswahlkriterien widersprachen.

Für die Auswahl der Beiträge hatte sich das Programmteam für vier Haupt- und vier Nebenkriterien entschieden. Die Hauptkriterien waren:

A. Relevanz: Passt die Einreichung zum Konferenzthema und den definierten Kriterien für OER?

B. Interesse: Ist zu erwarten, dass das Thema bei den Teilnehmenden Interesse findet?

C. Qualität: Ist die Einreichung seriös und gut begründet?

D. Angemessenheit: Ist die Einreichung innerhalb der gegebenen Zeit- und Raummöglichkeiten umsetzbar?

Nebenkriterien:

E. Redundanz: Ist das Thema bereits anderweitig abgedeckt?

F. Streuung: Verteilen sich die Beiträge über die thematischen Schwerpunkte der Konferenz?

G. Quote: Sind unter den Mitwirkenden die Geschlechter annähernd ausgeglichen vertreten?

X. X-Factor: Joker für tolle Einreichungen, die das Programmteam positiv überraschen.

Das Programmteam

Das Programmteam bestand aus Menschen mit großer Erfahrung im OER-Bereich, Repräsentierenden der Partnerorganisationen und der Wikimedia-Bewegung. Mit dabei waren die folgenden Personen:

Highlights: Was euch auf der OERde14 erwartet

Hat wieder ein spannendes Programm: Die OERde14.

Zwar stehen einige Programmpunkte noch nicht fest, Teilnehmende können sich aber schon jetzt auf einige spannende Vorträge und Diskussionen freuen. Eine subjektive Auswahl einiger Programmhöhepunkte findet ihr im Folgenden (und das gesamte Programm der OERde14 gibt es hier).

Wie eine Wikipedia für OER gelingen kann – Rahmenbedingungen und Kooperationsmodelle für eine OER-Community of Practice: Thomas Aidan Curran (ehemaliger Chief Technology Officer für Products & Innovation der Telekom) und Simon Köhl (Serlo) sprechen über ihre Vision, mit einer Wikipedia für OER die Bildungslandschaft zu revolutionieren.

When Bottom-Up meets Top-Down – Grundlagen des OER-Policy-Making: Jan Neumann diskutiert, was Politik in Sachen OER tun kann. Dabei geht er vor allem auf den (gefühlten?) Widerspruch zwischen dem Graswurzelansatz von großen Teilen der OER-Bewegung und der Funktionslogik von Politik und großen Institutionen ein.

Lessons learned (so far) from OER in Poland – Government agreeing to OER textbooks is just the start of the road: Michał Woźniak berichtet vom großangelegten OER-Programm Polens: Dort gab die Regierung eine große Reihe von OER-Schulbüchern in Auftrag, die momentan entwickelt werden und in Teilen bereits verfügbar sind. Er spricht über die Probleme, Lernerfahrungen und den weiteren Weg des Projektes.

200.000 users in an infrastructure for OER in Sweden – Share, create, collaborate, student participation are keywords for Learnify: Die schwedische Regierung verfolgt einen einzigartigen OER-Ansatz: Sie beauftragte die Privatfirma Learnify, eine umfassende OER-Plattform zu errichten. Heute wird sie von über 200.000 regelmäßigen Nutzerinnen und Nutzern in Anspruch genommen. Per Brahm, der Gründer von Learnify, berichtet über seine Erfahrungen und sagt, was wir in Deutschland von Learnify lernen können.

Kompetenzorientiertes und individualisiertes Lernen braucht OER – Vom Lernenden her denken am Beispiel des Lernschrittkonzepts: Die Oskar-von-Miller-Schule in Kassel lebt OER im täglichen Unterricht. Ein kompetenzorientiertes und individualisiertes Lernen sorgt für Freiräume; Schülerinnen und Schüler übernehmen selbst Verantwortung für ihren Lernprozess. Sie produzieren ihre Bildungsmaterialien zu großen Teilen selbst. Die Lehrer Dr. Dietmar Johlen, Waldemar Sobieroj und Wilfried Dülfer stellen das Modell vor.

OERde14: Mitmachen!

Wer den Call for Participation verpasst hat, kann die OERde14 dennoch mitgestalten: Die Hälfte der Konferenz ist für das OER-BarCamp reserviert. Im BarCamp melden Teilnehmende spontan Sessions und Diskussionen an. Jede Besucherin und jeder Besucher bestimmt den Inhalt des BarCamps mit. Auf diese Weise soll auch die Konferenz die Offenheit von OER widerspiegeln. Sessions können hier bis zum Beginn des BarCamps eingereicht werden.

Und das wichtigste: Die Anmeldung für die Konferenz ist jetzt offen!

by Sebastian Horndasch at July 01, 2014 09:47 AM

June 30, 2014

Achim Raschka

Loudwire - Wikipedia: Fact or Fiction?

Bock auf eine richtig coole Serie zur Wikipedia UND Heavy Metal?

Dann solltet ihr mal bei dem Online-Magazin Loudwire reinschauen. Loudwire? - Ja, das Online-Magazin beschäftigt sich mit den härteren Musikrichtungen und hat eine Interviewserie namens "Wikipedia: Fact or Fiction?"ins Leben gerufen. Initiator der Serie ist Graham Hartmann, der nach eigenen Angaben musiksüchtig ist und offenbar auch ein Faible für Wikipedia-Artikel hat. In loser Reihe interviewt er Musiker aus der Hardrock-, Punk- und Metalszene und stellt Ihnen zu Inhalten, die er in den jeweiligen Wikipedia-Artikeln der Musiker gefunden hat, die immer gleiche Frage: Fact or Fiction?

Ville Valo (Bild: Tuomas Vitikainen, CC-by-sa 3.0)

Was kommt etwa dabei heraus, wenn beispielsweise Ville Valo, der Sänger von HIM, gefragt wird, ob er tatsächlich als Jugendlicher im Sex-Shop seines Vaters gearbeitet hat, er tatsächlich vier täwierte Herzen auf seinem Körper trägt und ob er das von ihm entwickelte Heartagram wirklich nicht urheberrechtlich geschützt hat.

Oder wurde Phil Anselmo, bekannt etwa von den Bands Pantera und Down, wirklich mit dem Zweitnamen "Hansen" geboren und hat die Schule abgebrochen? Und wie viel ist dran an dem italienischen Imbiss seines Vaters, der nach ihm "Anselmo's" genannt wurde und nach dem Hurrican Katrina geschlossen werden musste oder an dem Feuerchen, dass Phil mit 14 legte, um seine Schwester zu erschrecken und mit dem er das Haus abfackelte? Auch KISS-Legende Ace Frehley wurde von Hartmann interviewt und erklärt zum Beispiel seine Idee von einem Headset mit einem Aufsatz, aus dem ein Laserstrahl kommt und der Profi-Wrestler Chris Jericho stellt klar, ob er wirklich für seine Leistungen in seinem Journalismus-Studium mit "top honors" ausgezeichnet wurde.

Noch Fragen? - Mal ganz offen: Zieht euch das rein - sehr geile Interviews, und vor allem für Metalheads und Wikipedia-Nerds (oder beiden Personalunion) absolut zu empfehlen!

Ihr findet neben den genannten noch Interviews mit der Band Whitechapel, den Legenden von Judas Priest, Mikael Akerfeldt von der Band Opeth, Tom Keifer von Cinderella, Scott Ian und Frank Bello von Anthrax, David Ellefson von Megadeth, Taylor Momsen von der Mädelsband Pretty Reckless, A Day to Remember, dem vor kurzem verstorbenen Oderus Ungurs von Gwar, Lita Ford, den Walking Papers, Davey Havok von AFI und Korn.

Ich frage mich ernsthaft, wie diese Serie bisher unbemerkt an mir vorbeigehen konnte ...

by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 30, 2014 04:38 PM

Wikimedia Deutschland Blog

100 Jahre 1. Weltkrieg – Wikipedianer beschäftigten sich dazu im Braunschweigischen Landesmuseum

Dies ist ein Gastbeitrag von Schlesinger, ehrenamtlicher Wikipedia-Autor.

Metallrestaurator des Braunschweigischen Landesmuseums bei der Arbeit. Foto: Medvedev , CC-BY-SA-3.0

 

Am Wochenende vom 27. bis zum 29. Juni 2014 fand im Braunschweigischen Landesmuseum ein Treffen von Autoren und Fotografen statt, die sich mit dem Ersten Weltkrieg beschäftigen.

Nach einer Begrüßung der ehrenamtlichen Wikipedia-Autoren durch die Museumsdirektorin informierten Vorträge von Kuratoren und Wissenschaftlern die 26 Wikipedianer über die entstehende Ausstellung 1914… schrecklich kriegerische Zeiten, Eröffnung 1. August, die aus einem regionalen Blickwinkel betrachtet sowohl über individuelle Schicksale im Ersten Weltkrieg als auch über seine Auswirkungen auf das Leben in Braunschweig weit über 1918 hinaus informieren will.

Anhand von ausgewählten Ausstellungsstücken militärischer Art und bereitgestellter Fachliteratur konnten die Fotografen und Autoren einiges für die Wikipedia und das Medienarchiv Commons liefern. So entstanden mehrere Artikel und Fotoserien, die Lücken in der Bebilderung in Bezug auf Braunschweig füllen können. Eine Liste der neu erstellten Artikel und hochgeladenen Bilder findet sich hier.
Weitere Bearbeitungen und Uploads werden auch noch im Nachgang der Veranstaltung entstehen. Im Rahmenprogramm des Treffens gab es neben einer Fotoexkursionen zum bemerkenswerten Hauptfriedhof Braunschweig auch eine Stadtführung und einen Besuch im Depot des Museums. Hier erläuterte der Metallrestaurator des BLM Methoden der Aufarbeitung und Pflege von Fundstücken für die Ausstellung.

Vortrag zu Propaganda respektive Medienarbeit im 1. Weltkrieg Foto: AxelHH, CC-BY-3.0

Die Veranstaltung wurde als Folgeprojekt von “Die Römer kommen!” (2013), durch das ehrenamtliche Engagement des Wikipedia-Autors brunswyk, und in Zusammenarbeit mit dem BLM und Wikimedia Deutschland entwickelt. Bei GLAM on Tour-Veranstaltungen (GLAM steht für galeries, libraries, archives, museums) finden auf Initiative der ehrenamtlichen Aktiven im GLAM-Bereich Veranstaltungen statt, bei denen Wikipedianer auf Mitarbeitende aus Kultur- und Gedächtnisinstitutionen treffen.

Die nächste GLAM on Tour-Station findet in Brilon zum Thema Montanindustrie im Sauerland statt. Interessierte können sich hier anmelden.

by Lilli Iliev at June 30, 2014 02:15 PM

Achim Raschka

Eröffnung des Lokal K als erster Communistützpunkt der Wikipedia

Am letzten Samstag eröffnete das Lokal K in Köln als erster Community-Stützpunkt für Wikipedianer und andere Comminitys rund um das freie Wissen. Und da das andere bereits beschreiben habe verweise ich hier nur kurz auf Vorhandenes:

* Ein Blogbeitrag von elya zur Eröffnung
* Ein podcast von DroidBoy
* die am Eröffnungstag gestartete facebook-Seite
* die Wikipedia-Seite mit Kalender und Kurz-Blog
* die am Samstag neu angelegte WikiData-Seite
* der twitter-Account

(Bild: Geolina163, CC-by-sa- 3.0)


by Achim Raschka (noreply@blogger.com) at June 30, 2014 09:43 AM

June 29, 2014

Elya & Raymond

Diplomatische Ehren

Gestern wurde ich auf den Tweet des ukrainischen Außenministers Pawlo Klimkin aufmerksam gemacht: Зробили мені зауваження про якість фото в Твіт. Я якось фотосесії ніколи не робив. Тому гугльнув і взяв фото з Вікіпедії. Нехай буде таке. Mein ukrainisch ist leider bis auf 2-3 Worte nicht vorhanden, aber die Aussage war klar: Der Außenminister hat […]

by raymond at June 29, 2014 04:23 PM