Planet Wikimedia

November 23, 2009

Wikimedia Deutschland Blog

Open-Access-Petition: Kostenfreier Zugang zu öffentlich geförderten wissenschaftlichen Publikationen

Bereits seit dem 20. Oktober befindet sich beim Deutschen Bundestag eine Petition in der Mitzeichnungsphase, die den Titel Wissenschaft und Forschung – Kostenloser Erwerb wissenschaftlicher Publikationen trägt. Konkret fordert sie:

Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass wissenschaftliche Publikationen, die aus öffentlich geförderter Forschung hervorgehen, allen Bürgern kostenfrei zugänglich sein müssen. Institutionen, die staatliche Forschungsgelder autonom verwalten, soll der Bundestag auffordern, entsprechende Vorschriften zu erlassen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen.

Dieses Ziel stimmt mit den Ansichten von Wikimedia Deutschland überein, so dass der Verein diese Petition ausdrücklich unterstützt.

Konkret ist es nicht nachvollziehbar, warum durch öffentliche Förderung zustande gekommene Forschungsergebnisse oft ausschließlich in (sehr teuren) kostenpflichtigen Fachzeitschriften publiziert werden und der Steuerzahler für den Zugang zu von ihm bereits finanzierten Ergebnissen erneut bezahlen muss.

Die Zeichnungsfrist der Petition endet am 22. Dezember. Zum Zeitpunkt dieses Postings haben sich bereits 13.380 Unterstützer für die Petition ausgesprochen. Sollte sie bis zum 29. November von 50.000 Befürwortern unterzeichnet worden sein, so muss die Petition vom zuständigen Ausschuss des Bundestages angehört werden. Aus diesem Grund fordert der Wikimedia Deutschland e.V. nachdrücklich zur Unterzeichnung und Unterstützung der Petition auf.

Da die Zeit drängt, bietet es sich an, weitere Interessierte auf das Thema aufmerksam zu machen. Das Aktionsbündnis “Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft” hat dazu einen Flyer gestaltet, der ausdrücklich zum Nachdruck gedacht ist.

von avatar - November 23, 2009 09:49

November 22, 2009

Elvis untot

Mal wieder Wikipedia Löschanträge

Heute (bzw Gestern) landete bei dem Artikel Piratenpartei Deutschland ein Löschantrag. Begründung: Vorlage:Löschantragstext/NovemberDer Artikel ist unkritisch und stellt eine plumpe Verherrlichung — Zeitrafferin 18:29, 21. Nov. 2009 (CET) Er kam dieses mal nicht von den „üblichen Verdächtigen“ und ich gehe davon aus, dass selbst diese den LA nicht ernst genommen hätten. „Leider“ kam es zu keiner grossen Diskussion [...]

von piratenblog - November 22, 2009 02:28

November 20, 2009

DaB.

Mofis

Der Verein Missbrauchsopfer für Internetsperren (kurz MoFIs) ist ein im Frühling 2009 gegründeter Verein, der sich für Internetsperren ausspricht. Erklärtes Fernziel ist es, dass zukünftig nur noch Internetseiten angesteuert werden könne, die auf einer von der Regierung absegneten Whiteliste zu finden sind. Dadurch soll den Opfern sexuellen Missbrauches optimal geholfen bzw. neuer Missbrauch effektiv verhindert werden.
Dieses Ziel versucht der Verein durch Lobbing und Ausrufe zu Demonstrationen zu erreichen. Nach eigener Aussage kämpft der Verein dabei auch gegen Hacker und gegen Anonymisierungsprogramme, da diese ihrem Fernziel im Wege stehen würden.
Der Verein rief mehrmals erfolgreich zu Demonstrationen für die von der Regierung angeregten Internetsperren auf und führte - nach eigenen Angaben - erfolgreiche Spendensammlungen durch.
Erster Vorsitzender und gleichzeitig einiges bekanntes Mitglied ist der als radikale Kinderschützer bekannte Toru Lethe Mall, der auch mehrfach in Magazinen kleineren Fernsehsender zu Gast war. Der Verein versichert jedoch, über mehrere Dutzend Mitglieder zu verfügen.

Mich würde wirklich interresieren, ob die Blogosphäre für diesen Artikel auch so gekämpft hätte….

von DaB. - November 20, 2009 09:44

November 19, 2009

Tim Bartel (Avatar)

Stagniert die Wikipedia?

Waage

Christian Bahls hat sich die Logdateien von der deutschsprachigen Wikipedia genauer angeschaut und kommt zum Schluss, dass die Wikipedia langsam stagniert.

Liest man den Text ungenau, verfestigt sich schnell die Erkenntnis, dass soviele Artikel gelöscht werden, wie hinzukommen (siehe zweites Bild + Erklärung). Das ist jedoch nicht der Fall.

Christian weist selbst auf das methodische Problem hin: Er schaut sich zwar alle Löschungen an. Dazu gehören neben Löschungen von kompletten Artikeln aus unterschiedlichsten Gründen (Ergebnis von Löschdiskussion, Urheberrechtsverletzungen, …) auch Tastaturtests und “Simon stinkt”-Neuanlagen.

Gleichzeitig betrachtet er im Gegenzug die Neuanlagen, die am Ende des Tages noch nicht gelöscht sind (vermutlich also Artikel in halbwegs akzeptabler Qualität).

Sinnvolle Ergebnisse kann man bei gleichzeitiger Betrachtung von Neuanlagen und Löschungen aber nur erhalten, wenn man

  • a) alle Neuanlagen mit allen Löschungen in Bezug setzt oder
  • b) sinnvolle Artikelneuanlagen mit regulären Artikellöschungen (keine Schnelllöschungen!) in Bezug setzt.

Ansatz b) ist sehr kompliziert, da nicht automatisch auswertbar. Ansatz a) bietet sich für eine nähere Untersuchung an.

Nur um das methodische Problem zu verdeutlichen: Erhöht sich die Anzahl von “Nicht-Artikel-Neuanlagen” durch Vandalismus an einem Tag um 1.000 Stück, so werden auch diese 1.000 Stück schnellgelöscht, fließen in die Statistik ein und zeigen, dass dann wesentlich mehr gelöscht wird, als den Tag übersteht.

Konkret ist es so, dass die Wikipedia beständig linear wächst. Dies kann man beispielsweise der Seite Wikipedia:Meilensteine entnehmen. Ich habe den Ersteller der Grafik auf der Seite gebeten, dass er sie noch einmal auf den aktuellen Stand bringt (momentan Juni 2009).

Ich freue mich über weitere Untersuchungen zum Thema!

Update: Die Meilensteingrafik wurde aktualisiert. Vielen Dank an Chumwa.

von Tim Bartel - November 19, 2009 10:20

November 17, 2009

User:Pmartin

wikiwix.mobi, eine Suchmaschine in Ihrer Tasche.

Die Wikipedia benutze ich viel. Ich meine… extrem viel. Normalerweise kann ich natürlich noch ohne sie überleben. Aber an manchen Tagen kann ich kaum ohne sie leben, um zu arbeiten, oder einfach so, nur zum Spaß. An diesen Tagen würde ich es sehr praktisch finden, die Wikipedia anhand meines Handys benutzen zu können. Irgendwann, irgendwo…

Wenn Sie wie ich sind, werden Sie vielleicht daran interessiert sein zu erfahren, daß unsere Firma, Linterweb, gerade eine Version von ihrer semantischen Wikipedia-Suchmaschine Wikiwix für Handys entwickelt hat.

Diese Version für Handys heißt einfach wikiwix.mobi.

Wie Wikiwix, wikiwix.mobi gibt natürlich nur Ergebnisse aus der Wikipedia aus.

Diese Version für Handys steht unter der Adresse http://wikiwix.mobi/ zur Verfügung. Probieren Sie mal!

Also viel Spaß mit der Wikipedia und wikiwix.mobi,

Mit herzlichen Grüßen, Matthieu.

Linterweb ist eine Firma, die schon seit mehreren Jahren verschiedene Wikipedia-Anwendungen entwickelt, darunter:

  • Wikiwix, eine semantische Suchmaschine, die nur Ergebnisse aus den Projekten der Wikimedia-Stiftung ausgibt; My Wikiwix, eine Wikiwix-Version für Ihre eigene Website; wikiwix.mobi, eine Wikiwix-Version für Handys;
  • Okawix, der freie und kostenlose Offline-Wikipedia-Browser, um die Artikel von den verschiedenen Projekten der Wikimedia-Stiftung, sowie die Seiten Ihrer eigenen Website, offline lesen zu können;
  • eine DVD von ungefähr 2000 Artikeln der englischsprachigen Wikipedia; ein USB-Stift, der die Version 0.7 der englischsprachigen Wikipedia enthält;

von Matthieu - November 17, 2009 04:05

November 16, 2009

Wikimedia Deutschland Blog

Position des Vorstands zur laufenden Diskussion über Relevanzkriterien

Die derzeitige Diskussion, ausgelöst durch die Löschung  des Artikels “Missbrauchsopfer gegen Internetsperren” (MOGIS) in der Wikipedia, wurde von Beginn an an vielen Stellen ausgetragen. In unterschiedlichen Blogs, weniger in der Wikipedia, auf dem Blog und in der Mailingliste von Wikimedia-Deutschland. Nach dem Start der diesjährigen Fundraising-Kampagne der Wikimedia-Foundation wurden neben Themen, die sich mit Strukturen und Prozessen innerhalb der Wikipedia auseinandersetzen, zunehmend die Rolle des Vereins und seine Möglichkeiten zur Unterstützung in Frage gestellt. Diese Diskussionen sind nicht am Vorstand vorbeigegangen und werden und wurden von uns verfolgt. Einzelne Vorstandsmitglieder haben sich in die Diskussionen eingebracht. Nun möchten wir als Vorstand und auch als Wikipedianer unsere Position darlegen.

Wikipedia
Wikipedia ist eins der Projekte, die uns besonders am Herzen liegen und wir freuen uns, dass diese Verbundenheit offensichtlich auch bei vielen anderen Menschen vorhanden ist. Sie alle machen sich, ebenso wie wir, die Vereinsmitglieder und die Wikipedianer, Gedanken, wie Wikipedia besser werden kann. Das möchten wir ausdrücklich jetzt und weiterhin unterstützen.

Ort der Diskussion
Es scheint, als ob diese Diskussion überwiegend außerhalb der Wikipedia geführt wird. Möglicherweise fehlt es in der Wikipedia oder überhaupt an einer geeigneten Plattform, die die interne Sicht der Wikipedianer ebenso berücksichtigen kann, wie die externe Sicht, Kritikern und Befürwortern Raum lässt und sowohl kleine Diskussionrunden als auch große öffentliche Podien vorsieht. Dies ist bedauerlich, führt es doch dazu, dass die Diskussionen zerfasern und die Stimmen einzelner Betroffener nicht ausreichend berücksichtigt werden können.

Art der Diskussion
Leider ist der Tonfall etlicher Diskussionbeiträge weit aggressiver, als bei jeder Auseinandersetzung über das Thema in einem persönlichen Gespräch. Verbreitung falscher Tatsachen, Beschimpfungen und Bedrohungen sind keine konstruktive Art, seine Meinung zu vertreten. Mit Argumenten allerdings, die sachlich vorgebracht werden und den Diskussionpartnern die Möglichkeit zur weiterführenden Erwiderung geben, setzen wir uns sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wikipedia gerne auseinander.

Engagement
Das Engagement für Wikipedia und Verein ist freiwillig und unentgeltlich. Lediglich die Mitarbeiter der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland beziehen ein regelmäßiges Gehalt. Vielen Dank an alle Wikipedianer und alle Vereinsmitglieder, die viel Freizeit opfern und geopfert haben, um an diesem großartigen Projekt zu arbeiten. Wir wünschen Euch die Souveränität, aus der Kritik die konstruktiven Ansätze zu erkennen und umzusetzen, aber gleichzeitig unangemessener Meinungsmache standzuhalten. Dabei möchten wir das Engagement von Juliana da Costa José und Ralf Roletschek besonders wertschätzen, die in einer schwierigen Situation die Wogen durch ihre Versuche der Aufklärung glätten konnten, und damit für eine Versachlichung der Diskussion gesorgt haben.

Unser Angebot
Wir möchten die Rahmenbedingungen für weitere Diskussionen aller offenen Punkte schaffen und dabei möglichst viele Ansätze und Meinungen berücksichtigen.

  • Eine FAQ wird kurzfristig viele der aufgeworfenen Fragen zum Verein und der Verwendung der Spendeneinnahmen aufgreifen und beantworten.
  • Wir werden die organisatorischen Zusammenhänge zwischen Wikimedia-Foundation, Wikimedia Deutschland und den anderen Chaptern wie Wikimedia Österreich und Wikimedia CH und den Wikimedia-Projekten darstellen und erläutern.
  • Wir denken, dass eine persönliche Diskussion ein vielversprechender Weg für den Austausch ist und werden eine weitere Podiumsdiskussion vorbereiten. Sie könnte als Diskussionsbasis Kristian Köhntopps Blogeiträge  Communitygift und Communityfix heranziehen, in deren Ansatz, Strukturen in der Community zu ändern, wir viel Potential für die Weiterentwicklung der Wikipedia sehen. Und ja, wir haben die Kritik nach der letzten Podiumsdiskussion gehört und sie wird uns helfen, weitere Veranstaltungen dieser Art besser zu machen.
  • Weitere Möglichkeiten und Plattformen, mit denen wir als Verein persönliche Gespräche und Diskussionen online wie offline unterstützen können, prüfen wir gerade.
  • In den verstreuten Beiträgen zum Thema finden sich viele kreative und ansprechende Ideen und Konzepte. Wir werden versuchen, diese  zu sammeln und an einer Stelle für die weitere Diskussion zur Verfügung zu stellen.

Wikimedia Deutschland unterstützt die Projekte der Wikimedia-Foundation und damit auch die Wikipedia. Darüber hinaus möchten wir auch den vielen Freiwilligen Arbeitsbedingungen schaffen, in denen sie weiterhin motiviert an der Weiterentwicklung der Strukturen und Inhalte der Projekte arbeiten können. Dies möchten wir gemeinsam angehen mit jedem, der sich wie wir konstruktiv einbringen möchte.

Für den Vorstand,
Alice Wiegand

von Alice - November 16, 2009 07:19

November 12, 2009

Wikimedia Deutschland Blog

Treffen der Archäologen

Ein kurzer Bericht, wenngleich etwas verspätet.

Am letzten Wochenende im Oktober trafen sich erstmals auf der Saalburg Mitarbeiter des Portals Archäologie, insbesondere des Projektes “Römischer Limes“. Da aus organisatorischen Gründen das Treffen immer weiter in den Herbst des Jahres gerückt war, konnten leider nicht mehr alle Interessenten teil nehmen, ebenso weil sich der Termin mit dem Mentorentreffen in Nürnberg zur gleichen Zeit überschnitten hatte. Dennoch fanden sich an einem sehr angenehmen Tag sieben Personen ein, darunter fünf “Wikipedia-Archäologen”, ein Heimatforscher und ein “ständiger Gast” auf aller Arten von Wikiepdia-Treffen (was dieses Treffen doch auch nicht unwesentlich bereichert hat).

Zu besprechen gab es reichlich, doch zunächst nutze man die Zeit und schaute sich die Saalburg an, was für einen Teil der Teilnehmer auch eine Premiere war. Nach dem ausgedehnten Rundgang und mehreren Stück Kuchen, einer lukanischen Bratwurst und mehreren erworbenen Römerbroten in der örtlichen Gastronomie wurde dann auch noch das Lager umschritten und die “Grenze” zwischen Römerreich und Barbaricum bestaunt. Asterix lässt grüßen.

Wie jetzt? Größer waren se nich, die Römer? An uns kommt Niemand vorbei! Schau guck wer

Später am Tage ließ man den Tag in einem netten Wildrestaurant ausklingen. Vor allem dort wurden nochmals die vielen kleinen und größeren Probleme besprochen. Angefangen von der Zusammenarbeit mit Institutionen wie der Deutschen Limeskommission oder dem DAI über Probleme wie die Qualitätssischerung im Arbeitsbereich der “Archäologen” bis hin zum Umgang mit auftretenden Problemen.

Ich erlaube mir im Namen aller Teilnehmer zu sagen, daß es ein sehr erfreuliches, konstruktives und auch nutzbringendes Treffen für alle war und sicher viel positive Effekte für die Wikipedia daraus erwachsen werden. Ein Dank an Wikimedia Deutschland, ohne deren Unterstützung bei den Fahrtkosten für ein paar der Teilnehmer aus Elyas Comunitybudget, dieses Treffen in der Form nicht hätte statt finden können. Gerade hier zeigt sich die sehr positive Wirkung die Wikimedia Deutschland auf die Projekte der Wikipedia nehmen kann. Denn hieraus erwächst die Artikelarbeit, die uns weiter bringt. Ein weiterer Dank an die Organisatoren des Treffens.

Für das nächste Jahr wurde schon verabredet ein weiteres Treffen der Archäologen zu veranstalten, dann so, daß möglichst noch mehr der Mitarbeiter ihren Weg dorthin finden können. Uns Treffen und miteinander reden ist einer der besten Wege, das Projekt konstruktiv, qualitativ und menschlich voran zu bringen.

von Marcus Cyron - November 12, 2009 10:59

Kurz zum Spendenticker

Aktuell erreichen uns eine Menge Kleinspenden, zumeist über 1,00 € und verbunden mit Kommentaren zur aktuellen Relevanzdebatte, die dann in unserem Spendenticker veröffentlicht werden. Einige dieser Spenden wurden jedoch von uns aus dem Spendenticker entfernt und auch nicht abgebucht – Warum tun wir das, obwohl unsere Einnahmen zum Großteil aus Klein- und Kleinstspenden bestehen?

Zunächst freuen uns Spenden jeder Größenordnung, unterstützen sie doch unsere Arbeit. Und natürlich sind wir auch dankbar für kritische Kommentare, die uns bei der Weiterentwicklung der Projekte helfen.

Wir haben die Online-Spenden und den Spendenticker nun schon seit mehreren Jahren im Einsatz und daher entsprechende Erfahrungen. Leider hat sich gezeigt, dass immer wieder mit Fake-Einträgen (z.B. durch falsche Bankdaten) “gespendet” wird. Zweitens kommt es auch immer wieder vor, dass solche Lastschriften zurückgegeben werden; dies ist nicht nur ärgerlich, sondern kostet auch viel (Spenden-)Geld.

Daher nehmen wir all die Spenden raus, bei denen wir den Eindruck haben, dass sie uns solche Kosten verursachen könnten. Manchmal ist das sehr eindeutig (Kontonummer “12345″), manchmal ist es nicht ganz so eindeutig. Aber wir haben nicht die Ressourcen, jedes Mal vorab die Bankverbindungen zu überprüfen. Eine Relevanzprüfung für Kommentare entspricht jedoch keineswegs unserem Verständnis von Freiem Wissen.

Abschließend noch ein Punkt, der in der aktuellen Diskussion zu kurz kommt: Wikimedia Deutschland ist nicht Betreiber der Wikipedia, wir haben keinen inhaltlichen, technischen oder redaktionellen Einfluß auf das Projekt. Wir beziehen deshalb auch keine Position in der aktuellen Relevanzdebatte, sondern sehen unsere Aufgabe darin, eine Plattform für die Diskussion zu bieten. Unser Spendenticker ist jedoch die falsche Plattform.

Update (13.11.2009, 8:03 Uhr) aus den Kommentaren, damit es nicht untergeht:

Nur noch mal ein paar Punkte zur Versachlichung:

Auf der einen Seite haben wir als Verein keinen redaktionellen, technischen, inhaltlichen Einfluss auf die Wikipedia. Und das wollen wir auch gar nicht. Die Wikipedia ist ein Projekt von selbstorganisierenden Freiwilligen, die jetzt seit 8 Jahren eine Enzyklopädie aufbauen. Wollte wirklich jemand, das es da einen Verein gibt, der bei diesem Projekt die Richtung vorgibt, der Admins benennt und entlässt, der Relevanzkritierien vorgibt oder der entscheidet, was in die Wikipedia kommt und was nicht? Sollte das wirklich das bessere Modell sein als diese Community, die in öffentlichen, nachvollziehbaren und offenen Diskussionen Lösungen findet und Entscheidungen trifft? Ich bin etwas verwundert wie schnell hier nach einer Autorität namens “Verein” gerufen wird und wie wenig Vertrauen manche hier in selbstorganisierende Prozesse zu haben scheinen.

Aber wir sind dem Projekt natürlich eng verbunden, keine Frage. Wir sind gegründet worden von einer Reihe aktiver Wikipedianer. Wir verfolgen als Vereinszweck die Förderung Freien Wissens und damit natürlich auch der Wikipedia. Und dafür tun wir eine Menge:

  • Wir betreiben und finanzieren ein Rechenzentrum in Amsterdam, in dem wir u.a. den Toolserver haben. Dieser dient der Entwicklung von Anwendungen und Verbesserungen rund um die Wikipedia und andere Wikimedia-Projekte. In dieses Rechenzentrum (Hardware, Support, Betrieb) sind in diesem Jahr mehr als 100.000 € geflossen.
  • Unsere Personalkosten gehen ebenfalls in Wikipedia-Projekte: Wir haben einen Mitarbeiter, der sich um die Befreiung von Inhalten kümmert, und der schon ein paar Hundertausend Bilder für die Wikipedia Commons “befreit” hat und an weiteren Dingen dieser Art arbeitet. Wir haben eine Community Assistentin, die Mentorenworkshops und Support-Team-Treffen organisiert, einen Entwickler, der Softwareerweiterungen macht und eine Pressesprecherin, die jede Menge Presseanfragen beantwortet und auch sonst viel für die Information über die Projekte tut.
  • Und wir unterstützen jede Menge Communityprojekte, vom Mentorentreffen, dem Support-Team-Treffen, über den Schreibwettbewerb bis zum Literaturstipendium. Wir zahlen Leuten Reisekosten, damit sie an solchen Treffen teilnehmen können, wir organisieren Referenten und unterstützen die Organisation.

All das haben wir in 2009 gemacht, den entsprechenden Tätigkeitsbericht gibt es im nächsten Jahr. Was wir aber nicht haben sind dicke Bankkonten, auf denen das Geld rumliegt und nicht eingesetzt wird. Wir sind schon aus rechtlichen Gründen zur zügigen Verwendung der Spendengelder angehalten (nennt sich “zeitnahe Mittelverwendung”) und genug zu tun gibt es auch.

von Pavel - November 12, 2009 01:03

November 08, 2009

Thoken

annalist - Was Wikipedia von Indymedia lernen könnte

Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es (scheinbar?) keinen Weg mehr zurück gibt.
Projekte mit dem Anspruch müssen (wie kommerzielle Anbieter) die neueste Technik und die aktuellen Kommunikationsformen benutzen, damit Leute nicht abwandern, dh. um offen zu bleiben. Die aktuelle Technik für kollaboratives Schreiben ist die von Google Docs.
Die Diskussion um Artikelrelevanz ist eine symptomatische, ähnlich wäre es mit Themen wie Benutzersperren, automatischer Adminstatus. Um den Qualitätsanspruch (indirekt) zu erfüllen, sollten Hürden niedrig sein.

von thoken - November 08, 2009 12:44

November 06, 2009

Wikimedia Deutschland Blog

Fazit der Podiumsdiskussion

Ein ereignisreicher und spannender Abend mit Raum für Verbesserungen – so würde ich unsere gestrige Veranstaltung “Relevanz in der Diskussion – was kommt eigentlich in die Wikipedia und was nicht” in einem Halbsatz zusammenfassen.

Wir haben zwei Ziele mit dieser Diskussionsveranstaltung verbunden: Zum einen wollten wir einen Einblick in die Prozesse der Wikipedia liefern, wie sie ablaufen, wer sie umsetzt, wie sie überhaupt zustande kommen. Und zweitens wollten wir den Ideen, Anregungen und Vorschlägen der Leser und Nutzer der Wikipedia eine Plattform geben.

Die Beteiligung vor Ort war ausgesprochen rege – einige langjährige Wikipedianer waren anwesend und vertraten ihre Sicht auf die aktuelle Debatte, beantworteten Fragen und gaben informative Einblicke in das Projekts. Sehr gefreut hat mich, dass eine ganze Reihe von Leuten da war, die sich im Vorfeld der Diskussion mit Kritik und Lösungsvorschlägen zu Wort gemeldet hatten. Und besonders möchte ich mich nochmals bei unserem Podium bedanken, bei Johnny Haeusler, Pavel Mayer, Leon Weber und Martin Zeise!

Dies war die erste Veranstaltung dieser Art für uns, und der zeitliche Vorlauf war ziemlich knapp.  Licht- und Technikprobleme lassen sich nicht schön reden. Der Stream hat zeitweise gar nicht funktioniert, was uns sehr leid tut. Dadurch war nicht nur das Publikum auf die Leute vor Ort beschränkt, auch eine sinnvolle Einbindung von Fragen und Anmerkungen via Twitter und Chat hat nicht funktioniert. Hier werden wir beim nächsten Mal deutlich nachbessern, versprochen.

Tja, und was hat es nun gebracht? Was passiert nun? Wie geht es weiter? Ich bin davon überzeugt, dass die Diskussion nicht zu Ende ist, ja, dass sie nie zu Ende sein wird. Die Frage, wie sich die Wikipedia weiterentwickelt, was in sie aufgenommen wird, wie sich ihre internen Prozesse verändern, wie man neue Autorengruppen anspricht und bestehende Autorengruppen langfristig bindet und motiviert, wird uns weiter beschäftigen. “Uns” meint nicht nur den Verein, nicht nur die Wikipedia, sondern auch die Leser und Nutzer der Enzyklopädie. Die Debatte der letzten Wochen wird, direkt und indirekt, in die Wikipedia einfließen und dort Spuren hinterlassen. Aber die Wikipedia ist kein homogener Organismus und sie ist insbesondere kein zentral geführtes Unternehmen, in dem Richtungsentscheidungen vorgegeben und dann umgesetzt werden. Sondern, sie ist ein sich selbst organisierendes Projekt von Freiwilligen zum Aufbau einer Enzyklopädie. Kritik und Anregungen “von außen” werden in der Wikipedia wahr- und ernstgenommen. Veränderungen sind in einem solchen Projekt Ergebnis von Diskussionen, von Argumentationen, die auch mal langsam und zäh verlaufen können. Wir als Verein werden auch in Zukunft solchen Diskussionen eine Plattform bieten.

Artikel: spreeblick. com, gulli.com, netzpolitik.org, textberater.com, t3n, schneeschmelze, der freitag

von Pavel - November 06, 2009 12:45

November 05, 2009

Wikimedia Deutschland Blog

Stream und Chat für die Podiumsdiskussion heute abend

Wie bereits angekündigt, wird die Podiumsdiskussion “Relevanz in der Diskussion – Was kommt eigentlich in die Wikipedia und was nicht?” heute abend mittels eine Live-Video-Streams übertragen. Zum Stream geht es hier lang.

Zugleich freuen wir uns, wenn sich auch die Zuschauer ausserhalb der Geschäftsräume an der Diskussion beteiligen. Hierzu gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Via Chat. Wir nutzen hierzu das freenode-IRC-Netzwerk. Bitte wählt als Server irc.freenode.net und geht dann in den Kanal #wikimedia-de-podium irc://irc.freenode.net/#wikimedia-de-podium

2. Via Twitter: Bitte verwendet hierzu den Hashtag #WMDE

Update (13:34 Uhr): Beginn der Veranstaltung ist heute, 18:00 Uhr.

Wir haben so eine Offline-/Online-Diskussion auch noch nicht gemacht und sind sehr gespannt, wie der Abend verläuft.

von Pavel - November 05, 2009 10:45

November 01, 2009

Thoken

France 2 testet

Wikipédia: le contenu est-il sûr?
"En 1997, Marie Drucker a été championne de rubik's cube"
Annulation des modifications 46278869 de 93.17.192.10 (d) peu vraissemblable, où est la source?
Marie Drucker, die Moderatorin, bestätigt am Ende des gesendeten Beitrags, sie sei "Championne de Rubik's Cube" gewesen. "Wenig wahrscheinlich" ist ja auch ziemlich herabsetzend.

von thoken - November 01, 2009 12:45

Oktober 26, 2009

Tim Bartel (Avatar)

Das Mekka der Inklusionisten?

Waage

In der aktuellen Debatte, die zum meistkommentierten Beitrag auf diesem Blog geführt hat, wurde häufig in verschiedenen Ausprägungen die Behauptung aufgestellt, dass die deutschsprachige Wikipedia tendenziell exklusionistisch eingestellt ist und die englischsprachige Wikipedia tendenziell inklusionistisch.

Kai Biermann behauptete so in einem Artikel in der Zeit gar “In der englischen Wikipedia haben letztere [die Inklusionisten] die Oberhand, in der deutschen erstere [die Exklusionisten].”

Diese Aussagen werden allerdings nicht belegt. Während es richtig ist, dass es in der englischensprachigen Wikipedia beispielsweise zu jeder Simpsons-Folge einen Artikel gibt, dieses aber zu meinem Bedauern in der deutschsprachigen Wikipedia unerwünscht ist, ging in der Debatte auch der Link zum Lemma Bauchnabelfussel durch die Netzgemeinde (den es zugegebenermaßen auch in der englischsprachigen WP gibt).

Ich persönlich glaube allerdings nicht daran, dass Löschungen in der englischsprachigen WP grundsätzlich anders behandelt werden, als im deutschen Schwesterprojekt. Das kann ich aber genauso wenig belegen… damit ist es also mal wieder Zeit für etwas Wikipedistik!

Ich habe mir die Löschkandidaten von August und September diesen Jahres in beiden Sprachversionen angeschaut und untersucht, wie viele davon “erfolgreich” (je nachdem, wie man es nimmt…) waren. Die dazu verwendete Metrik habe ich vergleichsweise einfach gewählt:

    Ich extrahiere die Löschkandidaten-Seiten pro Tag und zähle die Löschanträge im Artikelnamensraum, anschließend schaue ich mir an, ob die Lemmata jetzt noch existieren oder nicht.

Die Ergebnisse haben mich erstaunt. Während ich nicht von grundsätzlichen Unterschieden ausgegangen bin, hätte ich mir schon vorstellen können, dass die englischsprachige Wikipedia zumindest leicht zum Inklusionismus tendiert. Tatsächlich ist das Verhältnis von durchgeführten Löschungen zur Anzahl der Löschkandidaten nahezu gleich.

Von den englischen Löschkandidaten im August 2009 wurden 59,17 % der Artikel gelöscht. Im gleichen Zeitraum traf 61,08 % der deutschen Artikel dasselbe Schicksal. Im September drehte sich das Blatt – während 61,04 % der englischen Artikel ins Gras beißen mussten, wurde “nur” 59,5 % der deutschen Artikel gelöscht.

Fasst man beide untersuchten Monate zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:

Im untersuchten Zeitraum wurden also in beiden Sprachversionen 60 % der Löschanträge im Sinne des Antragstellers entschieden. Legt man die Annahme zugrunde, dass Löschanträge in der englischsprachigen WP nicht grundsätzlich anders gestellt werden, als in der deutschsprachigen WP, scheint mir viel dafür zu sprechen, dass es keine großen Unterschiede in diesem Bereich zwischen den beiden Sprachversionen gibt.

Ich habe für den 1.-14. September eine Gegenprobe zum Test der Metrik gemacht, indem ich die Löschkandidaten-Ergebnisse per Hand ausgezählt habe. Aufgrund von verschiedenen Faktoren (z.B. Falschschreibungen, doppelten Inhalten) habe ich im Testzeitraum die tatsächlichen Werte mit der gewählten Metrik leicht überschätzt. Für die Wahl spricht aber, dass sie verständlich, nachvollziehbar und leicht reproduzierbar ist (und vor allem: einfach automatisiert werden kann).

Dennoch muss man natürlich festhalten: Eine rein quantitative Untersuchung kann zwar Anhaltspunkte geben und als Ausgangspunkt für weitere Hypothesen dienen – für eine umfassende Erklärung braucht man allerdings eine qualitative Methode.

So ist in der englischsprachigen Wikipedia die Gesamtzahl der Löschanträge (5.135) im untersuchten Zeitraum in Bezug zum gesamten Artikelkorpus (~3.070.000 Artikel) niedriger, als die Zahl der Anträge (3.256) in der deutschsprachigen Version (~970.000 Artikel).

Ob das nun wiederum daran liegt, dass in der deutschsprachigen Wikipedia schneller zum Mittel eines Löschantrags gegriffen wird – oder ob die Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia gar im Schnitt schlechter sind, als die in der englischsprachigen Wikipedia, so dass ein Löschantrag eher gestellt wird…

…das bedarf dann einer weiterführenden Untersuchung. Viel Spaß. :-)

von Tim Bartel - Oktober 26, 2009 01:47

Oktober 25, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

42.de

Ich glaube 42.de ist an den richtigen gegangen. Von dort wird man derzeit auf 42 (Antwort) weitergeleitet :-)

von Peter Schlömer - Oktober 25, 2009 09:37

Oktober 20, 2009

Tim Bartel (Avatar)

Unterirdische Diskussionskultur

Einschusslöcher

Völlig unabhängig von der möglicherweise berechtigen Kritik an Löschungen in der Wikipedia, erschreckt es mich, auf welchem Level Menschen “diskutieren”.

Um das einmal zu dokumentieren habe ich nur die folgenden Bezeichnungen gesammelt, die als Reaktion auf die Falschmeldung von Fefe via Twitter als Anfeindungen gegen “die Admins” zu lesen waren.

Schade auch, dass Fefe entsprechende Fehler nicht zeitnah richtig stellen kann und sich seltsame Ausflüchte zurecht legt bzw. alternativ eine große Unkenntnis über die Funktionsweisen der Wikipedia aufweist (Update 1,3,4).

Konkret ging es darum, dass dieser “Artikel” gelöscht wurde:

Siehe Diskussionsseite

Die Diskussionsseite wurde gelöscht, da dort unpassend. Ich habe den Link auf einen Screenshot der Diskussionsseite umgeleitet.

Es gab nie einen Artikel “Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur” und dementsprechend wurde auch keiner gelöscht. Das hält aber niemanden davon ab, “die Admins” wie folgt zu bezeichnen:

Das finde ich erschreckend. Ich frage mich auch, was man dadurch erreichen will. Eine zielführende Diskussion über Inklusionismus und Exklusionismus wohl eher nicht.

Als Admin ist man diese Anfeindungen – wie im konkreten Fall auch gerne mal unbegründet – ja durchaus gewohnt. Gleichwohl führt es nicht unbedingt dazu, dass man sich mit Freude auf die “Argumente” der Kritiker einlässt.

Davon unabhängig will ich natürlich auch mal anmerken, dass die Wortwahl innerhalb der Wikipedia – gerade in der Löschhölle – auch deutlich zu wünschen übrig lässt. Das ist nichts Neues, macht aber die oben angesprochenen Reaktionen auch nicht besser.

Damit das Posting noch den Drall ins Positive bekommt, ein Hinweis auf die lesenswerteren Blog-Posts zum Thema:

von Tim Bartel - Oktober 20, 2009 12:28

Oktober 14, 2009

User:Pmartin

Okawix ist eine freie Software.

Guten Tag,

Kürzlich wir, d.h. die Leute von Linterweb, haben zu unserer größten Überraschung ein paar Mal gelesen, dass Okawix bedauerlicherweise keine freie Software sei. Wieso wurde das geschrieben, haben wir keine Ahnung.

Also jetzt möchten wir es völlig klar behaupten, dass Okawix eine vollkommen freie Software ist. So frei wie ein Vogel!

Okawix, der Offline-Wikipedia-Browser, der von unserer Firma Linterweb entwickelt worden ist, wurde am 13. Juli 2009 veröffentlicht, während der Quelltext von Okawix am 9. des selben Monates veröffentlicht worden war; d.h. vor der Erscheinung von Okawix.

Genauer geschrieben ist Okawix unter der Lizenz GPL, Version 2 verfügbar, wie von der Stiftung für freie Software herausgegeben (d.h., u.a., das Programm ist frei und kostenlos, und alle Interessierten können den Quelltext unter der Adresse http://sourceforge.net/projects/okawix/ lesen und bearbeiten).

Okawix nutzt die Mozilla-Technologien (XUL / Javascript, in C++ geschriebene XPCOM Komponenten) und läuft auf dem beliebten Linux-Betriebssystem, sowie auf den Windows- oder MacOS-Betriebssystemen.

Okawix können Sie kostenlos aus dem Internet unter der folgenden Adresse: http://www.okawix.com/ herunterladen. Wenn Sie möchten, können Sie auch auf unserer Website USB-Stifte finden, die Okawix und alle Artikel der verschiedenen Projekten der Wikimedia Stiftung (die ganze Wikipedia, die ganze Wikisource, … mit den Bildern), in einer oder mehreren Sprachen Ihrer Wahl, enthalten.

Es lohnte sich, erklärt zu werden, oder?

Also viel freien Spaß mit freiem Okawix :-) und bis bald! Matthieu.

von Matthieu - Oktober 14, 2009 10:05

Oktober 05, 2009

User:Pmartin

Mehrere Neuigkeiten für Okawix.

Heute gibt es gleich mehrere Neuigkeiten von Okawix, dem Offline-Wikipedia-Browser, der von der Firma Linterweb entwickelt worden ist, und der die Suchmaschine Wikiwix benützt .

Zunächst möchte ich Ihnen mitteilen, daß Linterweb noch einmal mit der englischsprachigen Wikipedia 1.0-Gemeinschaft zusammenarbeitet. Das Wikipedia 1.0-Projekt hat die Absicht, einen Auswahl der besten bzw. bedeutendsten Artikel der englischsprachigen Wikipedia zu veröffentlichen, nachdem diese Artikel von einem Endreviewteam bereinigt worden sind. Zur Zeit ist dieses Projekt noch nicht vollendet. Eine Version 0.5, die fast 2.000 Artikel umfasst, ist schon im April 2007 erschienen. Also, die Neuigkeit ist, daß die Nachfolgeausgabe der Version 0.5, die Version 0.7, die ungefähr 31.000 Artikel enthalten wird, bald als .okawix-Archiv herausgegeben werden wird. Diese Version wird dann anhand des Okawix-Programms oder direkt auf der Website Okawix.com zum Herunterladen zur Verfügung stehen, mit oder ohne Bilder, um die Artikel anhand des Okawix-Programms offline lesen oder mit der Wikiwix-Suchmaschine durchsuchen zu können.

Anschließend freue ich mich auch mitzuteilen, daß dem Okawix-Programm neue Sprachen hinzugefügt worden sind. Natürlich ist es immer möglich gewesen, die Artikel der verschiedenen Wikimedia-Projekten in den 253 Sprachen, in denen Einträge verfaßt wurden, zu lesen. Von nun an können Sie aber auch die Benutzeroberfläche, die bisher nur auf Deutsch, Französisch, Spanisch, und Englisch verfügbar waren, in den zwölf folgenden Sprachen genießen: nicht mehr nur Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, sondern auch Finnisch, Ungarisch, Indonesisch, Niederländisch, Polnisch, Russisch, Slowakisch, Japanisch. Für diese neuen Übersetzungen der Benutzeroberfläche und die Verbesserung der alten Übersetzungen möchten wir den Mitgliedern der translatewiki.net-Gemeinschaft wirklich herzlich danken!!!

Zudem wurde noch dem Okawix-Programm eine Programmdokumentation hinzugefügt, die im Moment leider nur auf Französisch verfügbar ist, aber bald in anderen Sprachen auch verfügbar sein wird.

Endlich wurden mehrere Programmfehler korrigiert, darunter der störende Programmfehler, der während des Herunterladens großer .okawix-Archive das Okawix-Programm zum Absturz bringen könnte. Von jetzt an sollten diese Abstürze verhindert werden.

Möchten Sie weitere Informationen über Okawix lesen, dann empfehlen wir Ihnen, unser Blog zu lesen, besonders den Artikel „Einführung in Okawix“.

Viel Spaß mit Okawix! Matthieu.


von Matthieu - Oktober 05, 2009 02:32

Oktober 03, 2009

Jakob Voss

LibraryThing doppelt so populär wie WorldCat

Als Mitte dieses Jahrzehnts Wikipedia immer populärer wurde, verfolgten die Wikipedianer das exponentielle Wachstum gespannt anhand der Zugriffsstatistiken der am häufigsten aufgerufenen Webseiten. Inzwischen liegt die freie, kollaborative Enzyklopädie laut Alexa.com nach Google, Facebook, Yahoo, YouTube und Windows Live auf Platz 6: 10% aller Internetnutzer eines Tages rufen mindestens einmal Wikipedia auf und verbringen dort durchschnittlich 5 Minuten. Einen ähnliche Analyse hat sich Tim Spalding für seine kollaborative Bibliographie und Literaturplattform LibraryThing angesehen und herausgefunden, dass LibraryThing fast doppelt so viel Traffic wie WorldCat hat. Die Zahlen stammen von compete.com; bei Alexa sehen die Zugriffszahlen ebenso aus – und LibraryThing wächst deutlich schneller als WorldCat. Genaugenommen könnten die Zahlen von LibraryThing noch etwas höher sein, da Aufrufe von anderen Domains als librarything.com, beispielsweise librarything.de nicht direkt mitgezählt werden. Was bedeutet das für Bibliotheken?

LibraryThing vs. WorldCat

LibraryThing vs. WorldCat (% der Internetnutzer eines Tages)

Als ich Wikipedia vor dreieinhalb Jahren auf dem Bibliothekartag vorstellte [PDF], war die Seite noch auf Platz 18 und wurde damit schon vermutlich mehr besucht als alle Bibliothekswebseiten zusammen – LibraryThing war damals gerade ein halbes Jahr alt. Der Vergleich von Wikipedia mit Bibliothekswebseiten war natürlich unangemessen und sollte nur verdeutlichen, warum sich Bibliotheken mit Wikipedia auseinandersetzen sollten. Wikipedia ist inzwischen auch für Bibliothekare eine ernstzunehmende Institution (wobei die Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek im obrigkeitshörigen Bibliothekswesen wahrscheinlich mehr wiegt als alle Nutzerinteressen) – wie sieht es mit LibraryThing aus?

Während groß und breit diskutiert wird, ob und wie deutsche Bibliothekskataloge in WorldCat eingebunden werden können, warte ich mitlerweile seit Jahren darauf, dass Bibliotheken ernsthaftes Interesse and LibraryThing zeigen und als Partner wahrnehmen. Liegt es daran, dass die Mitarbeiter von LibraryThing noch genügend Zeit und Spaß dafür haben, das Benutzerinterface in Piratensprache zu übersetzen? Oder dass Belletristik den Hauptbestand in LibraryThing ausmacht? Oder dass die Suchfunktion von LibraryThing das einzige ist das fast noch schlechter ist als in herkömmlichen OPACs? (Hintergrund: LibraryThing setzt mehr auf Browsing statt daneben die Suche auszubauen und herkömmliche OPACs verwenden Boolesches Retrieval statt Vektorraum-Suche).

Ich denke, dass Bibliotheken zum einen institutionell träger sind als ein kleines Startup, dass nicht dauernd Fördergelder für befristete Stellen beantragen muss, aber zum anderen auch träger in der Wahrnehmung der stattfindenden Digitalen Revolution. Statt zu schauen, was Wikipedia und LibraryThing erfolgreich macht und wo mit ihnen kooperiert werden kann, wird neidisch auf andere Bibliotheken geguckt und einem verblassendem Bild der Bibliothek als Wissenshort nachgehangen. Dabei wird in Zukunft weder die Katalogisierung noch der eigene Bestand die Relevanz einer Bibliothek ausmachen. Katalogisieren können sowieso besser die Nutzer (wenn man ihnen die richtigen Werkzeuge in die Hand gibt) und der “eigene” Bestand erübrigt sich durch Digitalisierung und bessere Lesegeräte. Was bleibt ist die Fokusierung auf den Nutzer – und das haben sowohl Wikipedia als auch LibraryThing von Anfang an verinnerlicht .

von jakob - Oktober 03, 2009 11:50

Oktober 01, 2009

Elya & Raymond

Stadt- und Regiowikis

Konkurrenz oder Ergänzung zur Wikipedia?

Letztes Wochenende habe ich auf dem RegioWikiCamp in Furtwagen einen Vortrag über die Einbindung von Inhalten aus Wikimedia Commons (Folien als PDF) sowie Karten aus dem OpenStreetMap-Projekt in Stadt- und Regiowikis gehalten, weil ich weiß, dass diese Möglichkeiten noch vielfach unbekannt sind, ein eigenes Wiki jedoch mit interessanten Inhalten aufwerten kann. Entsprechend ist mein Vortrag auch sehr gut angenommen worden und interessante Diskussionen haben sich daraus entwickelt. Auch der Vortrag einer Administratorin des Stadtwikis Karlsruhe hat mir einige Denkanstöße gegeben.

Warum erzähle ich das eigentlich hier?

Weil vielfach der Eindruck einer Konkurrrenzsituation zwischen der grooooßen und übermächtigen Wikipedia auf der einen Seite, die löscht, was nicht enzyklopädisch genug ist, und den nicht so großen Stadt- und Regiowikis besteht.

In der Diskussion wurde deutlich, dass die Betreiber der Stadt- und Regiowikis sehr wohl wissen, wo die Grenzen der Wikipedia sind. Wo die Wikipedia aufhört, fängt das Gebiet der Stadt- und Regiowikis an. Diese wollen sowohl für ihre Bürger mehr Detailinformationen bereitstellen als auch Touristen in vielen Sprachen informieren.

Es ist also kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Der eine kann vom anderen profitieren und ich würde mich sehr freuen, wenn neben mir noch mehr Wikipedianer einen Blick über den Tellerrand werfen würden und Stadt- und Regiowikis unterstützen würden. Sei es durch eine sinnvolle Verlinkung oder durch den Übertrag von Informationen.

Ich finde das Thema sehr spannend und werde es weiter beobachten.

Raymond.

PS: Gerade, bevor ich diesen Beitrag online stellen wollte, sehe ich im Chat noch Friedels Hinweis auf den SpON-Artikel über die Konferenz.

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Oktober 01, 2009 10:28

September 30, 2009

Daniel Arnold

Umgang mit Politikartikeln in Wikipedia

Dies ist kein Blogbeitrag über den unsäglichen Spamwebwahlkampf der Piraten, der – hätte ihn eine andere Partei geführt – ob der Methoden und des Auftretens vieler Piratenmitglieder und Sympatisanten, welches on- wie offline immer mehr Der Welle glich, zu einem furiosen Aufschrei der Piraten geführt hätte. Mir geht es vielmehr um die Frage, ob und wenn [...]

von arnomane - September 30, 2009 08:59

September 29, 2009

DaB.

Goodbye, and thanks for all the code

Brion Vibber, unser Chefentwickler und CTO der Foundation, wird uns verlassen. Er wechselt zu StatusNet, dem Betreiber hinter identi.ca.
Obwohl uns Brion laut seinem Blogeintrag als Entwickler erhalten bleiben wird, möchte ich an dieser Stelle meinen Dank zum Ausdruck bringen: Danke für deine Gelassenheit auch in hektischen Situation und für all den Code :-).

von DaB. - September 29, 2009 11:26

September 17, 2009

Thoken

Swarm: Distributed Computation in the Cloud

Swarm is a framework allowing the creation of web applications which can scale transparently through a novel portable continuation-based approach.
Dieses Projekt, Skalierbarkeit von Webdiensten zu erleichtern - ein Scala-Compiler-Plugin soll bei Erzeugung von Server-Code automatisch für "portable continuation" sorgen - stellt ein Video vor, in dessen ersten acht Minuten Ian Clarke, bekannt von Freenet, anschaulich Problem und Lösungsansätze beschreibt.
Wikipedia nennt er nicht als Beispiel für Skalierschäden.
via
http://www.reddit.com/r/reddit.com/comments/9l951/swarm_a_new_and_novel_approach_to_distributed/
http://www.nabble.com/-scala-tools--Swarm-to25481597.html#a25481597
 

von thoken - September 17, 2009 09:13

Peter Schloemer (Dapete)

Wikimedia zieht um

Die Wikimedia Foundation wird innerhalb von San Francisco umziehen. Das hat Daniel Phelps auf der Foundation-Mailingliste bekanntgegeben. Das bisherige Büro war zu klein geworden, die Mitarbeiter der Usability-Team mussten bereits anderswo untergebracht werden (in den Büros von Wikia, der ein oder andere wird sich erinnern, dass es einige Wellen schlug, als das bekannt wurde). Das alte Büro wird erstmal untervermietet werden, da der Mietvertrag noch länger läuft.

Anders als bisher wird die Adresse öffentlich gemacht werden. Ich hatte mich ja schon länger gefragt, warum die Adresse – die mit nicht allzu viel Aufwand durchaus herauszufinden war – bisher vertraulich behandelt wurde. Jetzt hab ich die Antwort: Sicherheitsbedenken. Das alte Büro war im Erdgeschoss und lag in einer Seitenstraße, das neue im 2. Stock und an einer größeren Straße. Ab Mitte Oktober wird die Foundation also unter dieser Adresse erreichbar sein:

149 New Montgomery Street
San Francisco, CA 94105

Das Gebäude sieht ganz ansehnlich aus (man kann es sich bei Google Street View ansehen) und liegt nur wenige Minuten von einer BART-Haltestelle entfernt. Damit ist es gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Außerdem liegt direkt gegenüber das PacBell Building, ein neugotischer Bau, der mit 133 Metern Höhe immerhin mal das höchste Gebäude der Stadt war – von 1925 bis 1927 alleine und noch bis 1964 zusammen mit dem gleich hohen Russ Building.

von Peter Schlömer - September 17, 2009 04:31

September 15, 2009

Nando Stoecklin

Informationskompetenz, Plagiate und Wikipedia

Vom 6.-9. September 2009 fand in Chur die Tagung "Die Lernende Bibliothek" statt. Thematischer Schwerpunkt war die Informationskompetenz und hierbei vor allem die Plagiatsproblematik. Mein subjektiver Eindruck nach der ausgesprochen umsichtig organisierten Tagung:

Es herrscht Konsens, dass der Förderung der Informationskompetenz bei Schülerinnen und Schülern sowie bei Studierenden viel mehr Gewicht beigemessen werden sollte. Uneinig ist man sich, wer fördern soll. Hochschulen verweisen darauf, dass das Sache der Gymnasien sei. Gymnasien bestreiten das nicht - doch wer genau soll jetzt fördern? Der Informatiklehrer? Die Deutschlehrerin? Bibliothekarinnen und Bibliothekare ihrerseits wären als Informationsspezialisten prädestiniert dafür und viele von ihnen würden die Aufgabe gerne übernehmen. Doch sind sie zu weit weg von der Lehre und/oder haben keinen entsprechenden Auftrag erhalten.

Und wie sieht es mit der Informationskompetenz der Lehrpersonen und Dozierenden aus? Interessant dabei ist die sinngemässe Aussage von Samuel Weibel von der Hochschule der Künste, Bern:
»Es wäre schon mal gut, wenn wir die Informationskompetenz der Dozierenden wenigstens auf das Niveau der Studierenden anheben könnten.«
Wollen die Schulen und Hochschulen sich also nicht hinsichtlich der Informationskompetenz engagieren, weil sie es nicht können? Fazit: Hochschulen und Gymnasien können oder wollen die Informationskompetenz nicht fördern, Bibliotheken möchten und können, dürfen aber oft nicht.

Analog lässt sich das Vorgehen gegen Plagiate zusammenfassen: Hochschulen und Schulen versuchen das Problem mit dem Einsatz von Plagiatserkennungssoftware zu umschiffen, Bibliotheken würden das Problem lieber bei der Wurzel packen und Studierende sensibilisieren. Selbstverständlich gibt es immer Ausnahmen und die Meinungen sind heterogener, als dies meine grobe Einschätzung wiedergibt.

Eine schöne Ausnahme betreffend Informationskompetenz ist der Ansatz der Hochschule Ansbach. Nicht nur ist es der dortigen Bibliothek gelungen, mit für viele Studiengänge verpflichtenden Lehrveranstaltungen zur Förderung der Informationskompetenz in die Lehre vorzustossen, sondern es ist ihr auch gelungen, sich vom Bibliotheks-Fokus zu lösen und die Informationskompetenz breiter zu betrachten als Einführungen in Fachdatenbanken und Bibliothekskatalogen.

Allerdings kenne ich bislang keinen Ansatz zur Förderung der Informationskompetenz, bei dem die Wikipedia ein ausdrückliches Thema ist (Beispiele nehme ich sehr gerne entgegen). Ich hatte an der Tagung Gelegenheit, mit meinem Referat zum Thema "Glaubwürdigkeit von Wikipedia-Inhalten: Bibliotheken sind gefragt" (schriftlicher Beitrag als PDF, die Folien sollten demnächst auf der Tagungswebsite aufgeschalten werden) die Wikipedia einzubringen. Wikipedia ist die häufigst genutzte textbasierte Informationsseite und als solche wohl Herkunft der meisten Plagiate. Der Fokus meiner Ausführungen lag bei Sensibilisierungsmassnahmen für Schülerinnen und Studierende. Nicht angesprochen habe ich Möglichkeiten der Lehrenden, ihre Arbeitsaufträge den Zeiten von Wikipedia & Co. anzupassen. Traditionelle Aufträge zur Sammlung von Informationen scheinen mir heute weniger wichtiger. Wichtiger wäre es, mit den Informationen etwas spannendes zu tun. Ein konkretes Beispiel (Didaktiker könnten bestimmt viel bessere Ideen entwickeln als ich): Der Auftrag "Schreibe eine Arbeit über Napoleons Russlandfeldzug" könnte ersetzt werden durch "Schreibe eine fiktive Geschichte eines Schweizers, der am Russlandfeldzug teilgenommen hat, basierend auf dem tatsächlichen historischen Hintergrund". Damit müssten Schülerinnen und Schüler zwar noch immer recherchieren, resp. sie müssten nun zwingend recherchieren, denn ohne Kenntnis des geschichtlichen Hintergrundes lässt sich die fiktive Geschichte nicht schreiben. Aber ein Plagiat aus der Wikipedia wäre sehr viel schwieriger.

Und wer soll nun Informationskompetenz fördern? Ich denke auch, dass das primär Aufgabe der obligatorischen Schulen und der Gymnasien ist, nicht der Hochschulen. Und ich bin überzeugt, dass die Informationskompetenz am besten von informationskompetenten Spezialistinnen und Spezialisten in einem eigenen Fach Informationskompetenz gefördert werden kann.

Für eine detailliertere und neutralere Zusammenfassung der Tagungsinhalte verweise ich auf das Blog von Hans-Dieter Zimmermann.

Update: Die PowerPoint-Präsentationen der Referate sind jetzt online.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - September 15, 2009 03:46

September 11, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

Kein Terror in Bluewater

Der deutsche Regisseur Jan Henrik Stahlberg hat der dpa und der halben deutschen Medienlandschaft gezeigt, wie leicht es doch ist, falsche Nachrichten zu verbreiten: er inszenierte gestern einen Terroranschlag in Bluewater, einem 265-Seelen-Ort in Südkalifornien.

Ich will nicht auf alle Details eingehen, das hat das BILDblog in zwei Artikeln schon gemacht. Wichtig ist mir, dass die englischsprachige Wikipedia eine wichtige Rolle spielte.

Zum einen wurde ein Artikel über den erfundenen lokalen Fernsehsender KPVK-TV, der über den Anschlag berichtete, angelegt; da Journalisten gerne Wikipedia für einen schnellen Fakten-Check benutzen, war das damit schon mal plausibel. Da hat sich jemand gut vorbereitet, denn der Artikel war korrekt kategorisiert, mit einer Infobox versehen und was sonst noch dazugehört, um legitim auszusehen.

Zum anderen wurde der Ortsartikel um eine gefälschte Website ergänzt, auf der falsche Telefonnummern der örtlichen Behörden standen. Anrufe dorthin wurden nach Deutschland umgeleitet, so dass Polizei und Feuerwehr allerlei über den Anschlag zu berichten hatten.


Die Presse – vor allem eine große Nachrichtenagentur, deren Meldungen jeder vertraut – muss sich unter anderem mal wieder die Frage stellen, warum sie eigentlich Wikipedia als Quelle benutzt, wenn sie doch genau weiß, dass die nicht verlässlich ist (nicht zuletzt, weil sie darüber immer wieder berichtet). Sie könnten ja wenigstens die Versionsgeschichte durchsehen, ob da nicht in letzter Zeit irgendwas geändert wurde. Vielleicht wären sie dann ja nicht darauf hereingefallen?

Was ist mit unserer Seite: hätte man von der Wikipedia aus irgendwie wirksam verhindern können, dass gezielt Fehlinformationen platziert wurden? Ich fürchte nein. Ein plausibler Artikel über einen Fernsehsender fällt nicht weiter auf, und der hinzugefügte Link zur Website der Stadt – oder jedenfalls etwas, das danach aussieht – auch nicht. Gesichtete Versionen hätten da auch nicht geholfen, denn selbst bei einer Überprüfung wäre man ja scheinbar auf echten Websites gelandet.

Nur eins würde ich kritisieren: Der Artikel war seit gestern Nachmittag als Hoax zur Schnelllöschung markiert, wurde aber erst heute morgen gelöscht. Dauert das bei den englischsprachigenen Kollegen immer so lange?

Naja, bleibt zu hoffen, dass die Medien mehr Medienkompetenz entwickeln …

von Peter Schlömer - September 11, 2009 03:54

September 06, 2009

Johannes Moskaliuk

Wikipedia und die Öffentlichkeit

Vor einiger Zeit habe ich mich zur Idee eines unabhängigen Wikipedia-Beirates geäußert, als Kontrollgremium, das Verein und Administratoren in kritischen, und von der Öffentlichkeit wahrgenommenen Problemfällen berät. Die Idee passt zur Diskussion im Juni diesen Jahres) um den Versuch, Informationen über David Rohde geheim zu halten und einen Wikipediaartikel über ihn zu überarbeiten. Der “New York Times”-Reporter war im November letzten Jahres in Afghanisten von Taliban entführt worden. Die New York Times versuchte, die Bedeutung des Reporters herunter zuspielen, die Entführung aus den aktuellen Nachrichten rauszuhalten und löschte z.B. den “Hinweis auf einen früheren Arbeitgeber Rohdes [...], den Christian Science Monitor.”

Ob das tatsächlich dazu beigetragen hat, dass Rhode mittlerweile wieder frei ist, kann nicht beantwortet werden. Es steht aber die Frage im Raum, ob diese Vorgehen der New York Times mit Hilfe eines Teams aus Wikipedia-Administratoren um Jimmy Wales gerechtfertig ist oder unter dem Vorzeichen “Zensur” kritisch betrachtet werden muss.

Zunächst ist für mich völlig selbst verständlich, dass wir in einer Demokratie immer abwägen zwischen dem berechtigten Interesse der Öffentlichkeit auf Informationen und den Interessen eines einzelnen Individuums. So akzeptieren wir es, dass z.B. manche Gerichtsverhandlungen nicht öffentlich sind (um die Opfer zu schützen), die Polizei manche Informationen zurückhält (um einen Fahnungserfolg nicht zu gefährden) oder Details über Entführungen geheim bleiben (um Nachahmer zu vermeiden). Das dieses Abwägen manchmal schwierig ist, ist unbestritten. In sofern halte ich es für völlig in Ordnung, dass hier Informationen zurückgehalten werden, die möglicherweise jemanden in Gefahr bringen. Die Frage ist, wer entscheidet, ob und welche Informationen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Und solange das eine demokratisch legitimiertes Gremium ist, das für seine Entscheidungen (zumindest im Nachhinein) Rechenschaft ablegen muss, kann man nicht von Zensur sprechen.

Und nun kann man behaupten: Die Administratoren der Wikipedia sind von der Community legitimiert, eine solche Entscheidung zu treffen. Aber genau das wird in Frage gestellt: Zensiert sich die Wikipedia selbst oder übernimmt hier eine einzelne Person (Jimmy Wales) die Entscheidung über Wahrheit und Veröffentlichung von Inhalten. Die Community-Struktur der Wikipedia ist für Außenstehende kaum zu verstehen: Wie hängen Verein in Deutschland (Wikimedia.de), die Wikimedia-Foundation (wikimediafoundation.org), ehrenamtliche Administrator, angestellten Pressesprechern und den Größen der Wikipedia im Hintergrund (Jimmy Wales). Und wenn wir dann noch bedenken, dass sicher ein nicht unerheblicher Teil der Wikipedia-Nutzer davon ausgeht, hinter der Enzyklopädie steht eine Redaktion von Fachleuten wird es noch komplizierter.

Hier sehe ich einer der Herausforderungen für die nächsten Jahre, die die Wikipedia stellvertretend für viele andere Angebote und Dienste im Web 2.0 lösen muss: Wie lassen sich selbstgesteuerte Communities, deren Mitglieder wertvollen Content produzieren und wirtschaftliche, organisationale und gesellschaftliche Verantwortung vereinen.

von Johannes Moskaliuk - September 06, 2009 12:03

August 31, 2009

Nando Stoecklin

Seminarveranstaltung zur Wikipedia an schwedischer Universität

Heute beginnt an der schwedischen Mittuniversitetet (Mid Sweden University) ein Semesterkurs über die Wikipedia. Statt die Nutzung der Wikipedia zu verbieten, will Dozent Magnus Eriksson in der Veranstaltung "Wikipedia - writing, reliability and technology" zeigen, wie die Wikipedia sinnvoll genutzt, und wie man selbst in der Wikipedia Inhalte einpflegen kann. Als Grundlage dient das Buch "Så fungerar Wikipedia" (Wie die Wikipedia funktioniert) von Lennart Guldbrandsson, dem Präsidenten des schwedischen Wikimedia Chapters.

Aus der Schweiz kennen wir mindestens drei ähnliche universitäre Veranstaltungen: 2007 führte der Basler Historiker Peter Haber den Kurs "Schreiben für Wikipedia. Eine medienpraktische Einführung mit theoretischen Bezügen." durch. 2008 gab es gleich zwei Kurse an der Universität Basel, die Veranstaltung "Africa in Wikipedia" von Gregor Dobler am ethnologischen Seminar sowie "Wikipedistik", wiederum von Peter Haber.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - August 31, 2009 03:21

August 30, 2009

Elya & Raymond

How Big Is Too Big?

At Mr. Lih’s numbers-heavy talk, one woman stood up and said she answered mail to Wikipedia and was struck that people “have an emotional connection to Wikipedia – we need to sustain it and reproduce it.”

“Why don’t women feel comfortable to contribute?” she asked.

Could it be, she asked in Spanish-accented English, “less women is connected to the fact we are very cold and not as emotionally connected?”

Everyone agreed she had a good point and moved on to the next question.

Gelesen in: The New York Times, Noam Cohen über die gerade beendete Wikimania.

(elya)

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August 30, 2009 02:42

Nando Stoecklin

Erster Wikipedia-Kurs für Bibliothekarinnen und Bibliothekare

Auf Anfrage der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken führten wir (das Zentrum für Bildungsinformatik der PHBern) am 15. März 2007 zum ersten Mal einen ganztägigen Kurs zu Social Software durch. Die lange Warteliste ergab einen zweiten Kurs und weitere Wartelisten führten zu einer ganzen Liste Wiederholungs- und Fortsetzungskursen für Bibliothekarinnen und Bibliothekaren. Immer auch ein Thema war die Wikipedia.

Am 27. August 2009 nun führten wir zum ersten Mal einen ganztägigen Kurs zur Wikipedia durch. Bereits bei der Konzeptionierung des Kurses wurde klar: Der zeitliche Umfang des Kurses ist definitiv nicht zu lange. Ein ganzer Tag klingt komfortabel, viele für Bibliothekarinnen und Bibliothekare wertvolle Informationen zur Wikipedia blieben aus zeitlichen Gründen aber doch auf der Strecke.

Das Interesse der Teilnehmenden an der Wikipedia war sehr erfreulich und zeigt, dass Bibliotheken längst über den Tellerrand von Bibliothekskatalog und Fachdatenbanken hinausschauen. Ich bin überzeugt, dass ihnen als Informationsprofis künftig zur Steigerung der Informationskompetenz eine wichtige Rolle zukommen könnte. Und die Wikipedia ist da ein wichtiger Bestandteil des Inhaltes.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - August 30, 2009 08:47

August 29, 2009

Nando Stoecklin

Akademische Wikipedia? (2)

Die Bezüge von Peter Haber und Klaus Graf auf meinen vorherigen Beitrag lassen vermuten, dass dieser zuwenig präzis und differenziert war. Ich unternehme einen zweiten Versuch.

Ich stimme sowohl mit Peter Haber als auch mit Klauf Graf überein und finde beide Ausführungen inhaltlich sehr spannend. Wie sie, denke ich auch, dass sich die akademische und "öffentliche" Welt überschneiden, zuweilen gar vermischen. In der Wikipedia wird das ganz besonders deutlich. Ich zweifle aber, dass ein Dienst auf das Zielpublikum Akademie und gleichzeitig auf das Zielpublikum Öffentlichkeit fokussieren kann. Die Wikipedia ist auf letzteres ausgerichtet. Deshalb finde ich es nur bedingt sinnvoll, Überlegungen anzustrengen, wie man das Zielpublikum Akademie besser bedienen kann. Die vorsichtige Formulierung "nur bedingt" soll den Fällen gerecht werden, wo Verbesserungen am System Wikipedia beiden Zielgruppen dienen würden, resp. wenigstens einer und der anderen nicht schädlich wäre. Würden die Wikipedia-Autoren beispielsweise einer Identitätskontrolle unterzogen, wäre das möglicherweise dem Zielpublikum Akademie dienlich, dem Zielpublikum Öffentlichkeit hingegen wohl eher schädlich, da sich deutlich weniger Autoren beteiligen würden. Für die Sprache gilt ähnliches. In der Wikipedia sollten Fachbegriffe erklärt werden, damit der Inhalt möglichst leicht verständlich ist. Für den Akademiker ist das mitunter eher hinderlich, da er sich durch einen längeren Text durchwälzen muss, um die für ihn relevanten Informationen zu finden. Deshalb plädiere ich für getrennte, aber durchaus durchlässige Systeme: Eines, das sich auf die Öffentlichkeit konzentriert und ein anderes, das auf die akademische Welt fokussiert. Dann müssten sich die beiden Systeme nicht Gedanken machen, wie sie näher zum Zielpublium des anderen Systemes rücken könnten.

Im Prinzip wären vermutlich gar mehr als zwei Systeme notwendig. Die englischsprachige Wikipedia gibt es ja bereits doppelt: Die "normale" Version für die breite Öffentlichkeit und die Version "Simple English" für ein jüngeres oder weniger gut gebildetes Publikum.

Es wäre aber in der Tat interessant, sich mal Gedanken zu machen, wie die optimale Ausgestaltung des Systems Wikipedia aussehen würde, wenn es sowohl der akademischen Welt als auch der breiten Öffentlichkeit in möglichst grösstem Ausmass dienlich sein sollte, allerdings im Zweifelsfall immer auf die Zielgruppe Öffentlichkeit fokussiert.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - August 29, 2009 09:26

Akademische Wikipedia?

Peter Haber war am Donnerstag in einem sehr hörenswerten längeren Gespräch auf Radio DRS 2 zu hören. Er gab fundiert und überlegt Auskunft zu Fragen rund um Wissenschaft (mit Schwerpunkt Geschichtswissenschaft) und Wikipedia. Dazu gibt es jede Menge spannende Fragen, besonders zur sinnvollen Nutzung der Wikipedia. Peter Haber brachte es mit einer schönen Aussage auf den Punkt. Hier sinngemäss seine Worte:
»Wikipedia ist als Einstieg in einen Rechercheprozess sehr geeignet. Unklar ist, wann man aussteigen soll.«
Etwas schade, dass das Gespräch dann abschweifte zum leidigen Thema, wie wissenschaftlich die Wikipedia ist. Da wird meiner Meinung nach versucht, zwei Dinge zusammenzubringen, die nicht zusammen passen und bei denen es auch keinen Sinn machen würde, sie zusammenzubringen. Auch wenn beispielsweise die Wikipedia künftig Identitätskontrollen der Autoren durchführen und die Klarnamen der Autoren nennen würde: Die Wikipedia wäre noch immer nicht wissenschaftlich. Das kann sie fast per Definition nicht sein. Sie ist eine Enzyklopädie und sammelt als solche gesicherte (wenigstens gemäss aktuellem Wissensstand) Informationen. Sämtliche Informationen müssen an anderen Orten publiziert oder sonstwie nachprüfbar sein. Wikipedia ist ein Dienst für die Öffentlichkeit, kein Dienst primär für Akademiker. Wir sollten die Welt der Wissenschaft und die Welt der Öffentlichkeit deutlich auseinanderhalten. Ich glaube auch nicht, dass Fachlexika wie beispielsweise das Historische Lexikon der Schweiz einen Beitrag leisten können, die beiden Welten zusammenzuführen. Letzlich sind auch solche Fachlexika, die nach klar wissenschaftlicheren Prinzipien funktionieren, für wissenschaftliche Zwecke bloss für den Einstieg sinnvoll nutzbar. Ich gehe deshalb auch nicht mit Peter Haber einig, dass sich vertikale Fachlexika durchsetzen werden und horizontale Nachschlagewerke wie die Wikipedia es nicht schaffen werden, das "Wissen der Welt" zu sammeln. Wir werden sehen ;-)

Interessant hingegen ist der Gedanke, einen ähnlichen Dienst wie die Wikipedia für die Wissenschaft aufzubauen. Das sehe ich aber nicht realistisch, solange die Wissenschaft gemäss dem Prinzip Publish or Perish funktioniert. Sollten einmal die Leistungen des einzelnen Wissenschaftlers weniger im Zentrum stehen, liesse sich ein kollaboratives Web-Projekt für die Wissenschaft gewinnbringend für alle etablieren.

Das Gespräch mit Peter Haber kann hier angehört oder heruntergeladen werden.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - August 29, 2009 12:23

August 28, 2009

Jakob Voss

BibRecord: Wikipedia als Literaturdatenbank

Während die Wikimania 2009 ohne mich zu Ende geht (Videomitschnitte hier) habe ich heute mal wieder etwas mehr in Wikipedia getan und das bereits Ende 2008 erwähnte Projekt einer zentralen Wikimedia-Literaturdatenbank weiterverfolgt. Das Konzept sieht vor, einen Katalog aller Publikationen zu erstellen, die in Wikipedia-Artikeln zitiert werden. Wie bei Bildern, Videos und Audiodateien, die zentral in Wikimedia Commons verwaltet werden, sollen Literaturangaben mit einem einfachen Verweis in beliebige Artikel eingebunden werden (siehe BibRecord-Dokumentation).

Die Referenzierung der Publikationen geschieht über Identifikatoren wie ISBN, DOI, URN, Google-Books-ID, OCLC-ID und (falls die deutschen Bibliotheksverbände endlich die Relevanz von Identifikatoren wahrnehmen und entsprechend agieren) EKI. Für Titel ohne ID könnte zudem ein Bibkey-Verfahren verwendet werden. Um in Wikipedia eine bereits beschriebene Publikation zu referenzieren, genügt eine Vorlageneinbindung nach folgendem Muster:

{{BibISBN|0801857899}} (bei bekannter ISBN) oder
{{BibDOI|10.1038/35057062}} (bei bekannter DOI)

Der Zitierstil kann per format-Parameter angepasst werden (später sollte ggf. die Citation Style Language unterstützt werden). In der ISBN-Suche von Wikipedia werden bekannte Publikationen automatisch angezeigt. Die Zahl der unterstützen Datenfelder ist bislang noch etwas begrenzt und die Literaturangaben werden noch nicht in einer eigenen Datenbank, sondern in Form von Wikipedia-Seiten gespeichert (siehe ISBN/…, DOI/…). Dies geschieht mit Hilfe von Vorlage:BibRecord. Alles weitere (Import aus anderen bibliographischen Datenbanken, Werkverknüpfungen, Katalogsuche etc.) kommt getreu der Web-2.0-Philosophie des “Perpetual Beta” – nicht zu verwechseln mit “Relaunch” – später.

von jakob - August 28, 2009 08:48

August 27, 2009

User:Pmartin

Die Übersetzung von Okawix wird von translatewiki.net unterstützt.

Linterweb freut sich mitzuteilen, dass sein Offline-Wikipedia-Browser Okawix der Liste der Projekte, die von translatewiki.net unterstützt werden, hinzugefügt worden ist.

Translatewiki.net ist eine Lokalisierungsplattform für Open-Source-Projekte.

Das heißt dass, von nun an, das Programm Okawix von der Übersetzungscommunity Translatewiki.net übersetzt werden wird.

Für ihre Hilfe möchten wir herzlich danken: Nike und Siebrand, die das Projekt Translatewiki.net betrieben ; und die zahlreichen Mitglieder der Translatewiki.net Übersetzungscommunity (u.a. ‎Michawiki,Fryed-peach, Hosiryuhosi, Naudefj, Umherirrender, Bennylin, ‎Александр Сигачёв, Toliño, Kiranmayee, Purodha, Fulup, Cedric31), die  seit vorgestern die Übersetzung in schon mehr als 10 verschiedene Sprachen begonnen haben.

Möchten Sie mithelfen, werden Sie die Hauptseite der Übersetzungsprojekt hier finden: http://translatewiki.net/wiki/Translating:Okawix.

von Matthieu - August 27, 2009 10:11

August 26, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

David Gerard bei Newsnight

Der bald anstehende Probelauf der gesichteten Versionen in der englisch(sprachig)en Wikipedia schlägt derzeit seine Wellen in der Presse. Unter Anderem war der mehr oder weniger bekannte Wikipedianer David Gerard gestern zu Gast in der BBC-Sendung Newsnight – wenn ich der Wikipedia glaube, ist das im britischen Fernsehen sowas wie die Tagesthemen im deutschen. Ich denke er hat sich in der kürze der Zeit ganz gut geschlagen. Den entsprechenden Teil der Sendung kann man sich auf der Website der BBC ansehen.

Es folgen zwei Zitate von David samt Übersetzung, die mir gefallen haben. Das erste ist eine allgemeine Aussage, der viele aus tagtäglicher Erfahrung nicht nur in der Wikipedia zustimmen werden:

The Internet is part of the world and the world has a certain number of idiots in it.

Das Internet ist Teil der Welt und auf der Welt gibt es eine gewisse Anzahl Idioten.

Das zweite, ganz vom Schluss des Videos, ist meiner Meinung nach eine schöne Zusammenfassung, wie überraschend der Erfolg der Wikipedia war:

We’re a bunch of encyclopedia nerds who did this thing that’s become hugely popular and we’re going How did that happen?

Wir sind ein Haufen Enzyklopädie-Nerds, die diese Sache gemacht haben, die extrem beliebt geworden ist, und wir fragen jetzt Wie ist das passiert?

von Peter Schlömer - August 26, 2009 07:41

August 18, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

wikipedia.de ist Gold wert

Wie wäre es, die Domain wikipedia.de für zwei Milliarden Euro zu verkaufen? Geht nicht? Wenn man BIZinformation glaubt, dann schon. Es dürfte mit an den 2.862.795 Links liegen, dass der Wert so großzügig bemessen wird.

Der Hammer: das ist mehr als was google.de einbringen würde, schlappe 462,62 Millionen. Wir könnten google.de mehr als viermal kaufen! Das muss man sich mal vorstellen!!!

Es ist auch mehr als wikipedia.org wert ist: Das sind nur 2,35 Milliarden Dollar, nach aktuellem Wechselkurs also schlappe 1,6 Milliarden Euro – und das, wo da doch die eigentlichen Inhalte liegen.

Dieses Blog wäre übrigens schlappe 4.975,28 Euro wert. Ah ja, na klar. Und ich bin der Weihnachtsmann.

Schade eigentlich, ich hatte mich gedanklich schon darauf vorbereitet, was Wikimedia Deutschland mit 2 Milliarden Euro alles anstellen könnte. Damit könnte man zum Beispiel

  • über hundert F-16 kaufen (passend zu den bisherigen Vandalenjäger-Fahrzeugen),
  • mit fast zwei Prozent bei Google einsteigen (um bei der Weltherrschaft später nicht außen vor zu bleiben),
  • die Abwrackprämie noch drei Monate länger auszahlen (bringt Pluspunkte bei der Bevölkerung und bei der Automobilindustrie) oder
  • allen Administratoren der deutschsprachigen Wikipedia sechs Millionen Euro auszahlen (damit sich die große Admin-Vereins-Verschwörung endlich mal lohnt).

von Peter Schlömer - August 18, 2009 05:32

August 14, 2009

User:Pmartin

Einführung in Okawix (Offline-Betrieb Wikipedia).

Mit Okawix können Sie alle Artikel von Wikipedia einfach herunterladen, mit oder ohne die Bilder, um diese Artikel offline lesen zu können.

Mit Okawix können Sie die Artikel von Wikipedia gemütlich lesen, sowie die Artikel von Wikipedias Schwesterprojekten (Wikisource, Wiktionary, Wikiquote, Wikibooks, …) in 253 Sprachen heutzutage.

Mit der von der Firma Linterweb entwickelten Wikiwix-Suchmaschine ermöglicht auch Okawix die Suche nach Artikeln.

Das Programm Okawix, auch von Linterweb entwickelt, war ursprünglich für das Lesen der  Artikel von den verschiedenen Projekten der Wikimedia Stiftung (Wikipedia, Wikibooks, Wikiversity, Wiktionary, Wikiquote, Wikispecies, Wikinews, Wikisource, …) bestimmt. Aber mit Okawix können Sie in Wirklichkeit jeden HTML Dokument lesen.

Eines ihrer Merkmale ist, dass es Ihnen erlaubt, alle Artikel von einem bestimmten Wikimedia Projekt (Wikipedia, …) mühelos auf ein Speichermedien (z.B. die Festplatte Ihres Computers, eine CD, oder einen USB-Stift) zu speichern, und dann diese Artikel offline zu lesen (d.h. , nachdem Sie die Artikel eines Projektes aus z.B. dem Internet oder aus einer CD kopiert haben, können Sie sogar ohne Internetverbindung diese Artikel lesen).

Zudem können Sie die Artikel mit oder ohne Bilder kopieren (zur Reduktion des benötigten Speicherbedarfs).

Okawix ist freie Software, unter den Bedingungen der GNU General Public License, wie von der Stiftung für freie Software herausgegeben (d.h., u.a., das Programm ist kostenlos, und alle Interessierten können den Quellcode unter der Adresse http://sourceforge.net/projects/okawix/ lesen und bearbeiten).

Okawix nutzt die Mozilla-Technologien (XUL / Javascript, in C++ geschriebene XPCOM Komponenten) und läuft auf dem beliebten Linux-Betriebssystem, sowie auf den Windows- oder MacOS-Betriebssystemen.

Okawix können Sie kostenlos aus dem Internet unter der folgenden Adresse: http://www.okawix.com/ herunterladen. Wenn Ihre Internetverbindung langsam ist, können Sie auch auf unserer Website USB-Stifte finden, die Okawix und alle Artikel der verschiedenen Projekten der Wikimedia Stiftung (die ganze Wikipedia, die ganze Wikisource, … mit den Bildern), in einer oder mehreren Sprachen Ihrer Wahl, enthalten.

von Matthieu - August 14, 2009 11:35

Juli 31, 2009

DaB.

Sysadmintag 2009

Zum heutigen Syadmin-Tag danke an alle die Sysadmins, die direkt oder indirekt dafür sorgen, dass die Wikimedia-Projekte ihren Dienst mehr oder weniger zuverlässig tun.

DANKE! :-).

von DaB. - Juli 31, 2009 01:31

Juli 30, 2009

User:Pmartin

Atlas von Wikiwix: Einigkeit macht stark.

Alle für einen, einer für alle! Das Bündnis von Google Maps, Wikipedia, und Wikiwix: das werden Sie dank Atlas, der von dem Unternehmen Linterweb entwickelten Funktionalität, genießen.

Atlas verwendet Wikiwix, die von Linterweb entwickelte semantische Suchmaschine, um die Google Maps Karten aus Wikipedia, der berühmten freien Online-Enzyklopädie,  stammenden Informationen zu verbessern.

Capture d\'écran d\'Atlas en action.

Atlas können Sie zum Beispiel benutzen, um die Besichtigung einer Stadt bzw. eine Geschäftsreise vorzubereiten.

Zur Anzeige von Atlas Karten geben es zumindest zwei Möglichkeiten:

Nehmen wir zum Beispiel an, daß Sie  nach Informationen über die französische Stadt Rouen suchen möchten. Nach Eingabe des Suchbegriffs Rouen liefert Wikiwix eine Liste von Suchergebnissen. In unserem Beispiel mit Rouen ist das erste Suchergebnis der Artikel der deutschsprachigen Wikipedia über Rouen. Für jeden Suchergebnis liefert Wikiwix auch gewisse Links nach zusätzlichen Informationen (unter anderem Kategorie, Nahe Orte, Karte). Wenn Sie nun auf Karte klicken, öffnet sich die Atlas Webseite mit einer eingebetteten Google-Karte von Rouen, und auf dieser Karte  werden gewisse Standorte mit blauen oder roten Markierungen hervorgehoben.  Wenn Sie nun auf solch eine Markierung klicken, erscheinen Infofenster, die zusätzliche aus der Wikipedia stammende Informationen zur Position enthalten. Zum Beispiel, wenn Sie auf die blaue Markierung mitten auf der Seite von Rouen klicken, erscheint ein kleines Infofenster, das Informationen über die Kathedrale von Rouen anzeigt.

Um diese verbesserte Karte anzuzeigen, können Sie auch einfach direkt die Atlas Webseite besuchen, und einen Ortsnamen eingeben.

Atlas, sowie Wikiwix, sind schon in zahlreichen Sprachen.

Probieren Sie einfach Atlas und Wikiwix, und bitte senden Sie uns Ihre Kommentare, damit wir unser Programm weiter verbessern können.

Mit herzlichen Grüßen, Matthieu.

von Matthieu - Juli 30, 2009 02:32

Juli 29, 2009

DaB.

Neues vom Toolserver

In den letzten Tagen und Wochen gab es einige Veränderungen auf dem Toolserver, von denen ich hier kurz berichten möchte.

Zunächst mal haben wir den Account-Accepting (also das Zugangs-Genehmigungsverfahren) überarbeitet und beschleunigt. In der Vergangen kam es vor, dass Leute monatelang auf ihren Zugang warten mussten, weil es eine Weile dauerte bis ich den Antrag bemerkte, Zeit fand um rückzufragen, der User das nicht bemerkte, ich eine Zeit braucht um zu bemerken, dass er geantwortet hatte, dann gerade keine Hardware da war (ok, das löst das neue Verfahren auch nicht ;-)) und so weiter.
Zukünftig benutzen wir einen festgelegten Arbeitsablauf. Dafür ist das ganze nach JIRA - unserem Fehlerbenachrichtigungsystem - umgezogen. Läuft bis jetzt sehr gut an, auch wenn es noch Optimierungspotenzial gibt.

Zweitens hat uns die Foundation Geld zur Verfügung gestellt um weitere Datenbankserver zu kaufen. Dies soll die Stabilität erhöhen. Daniel Kinzler berichtet hier ausführlich.

Außerdem haben wir, nachdem die stabilen Projekte nicht so recht zünden, uns eine neue Strategie überlegt wie man Leute motivieren kann, Tools zusammen zu entwickeln. Dafür haben wir „multi-maintainer tool“s eingeführt. Der Prozess ist weniger aufwändig wie ein stabiles Projekt, man kann auch alleine ein multi-maintainer-tool beginnen, und es läuft auf dem normalen Toolserver. Hier (en) finden sich weitere Details dazu.

Abschließend soll der Web-Server von Debian auf Solaris umziehen. Aktuell befinden wir uns dazu in einer Testphase. Wer beim Testen helfen möchte, kann einfach http://toolserver.org durch http://willow.toolserver.org ersetzen (aus http://toolserver.org/~daniel/WikiSense/Gallery.php wird also http://willow.toolserver.org/~daniel/WikiSense/Gallery.php). Die Toolautoren freuen sich sicher über Rückmeldungen.

von DaB. - Juli 29, 2009 02:11

Juli 18, 2009

Jakob Voss

Deutschsprachige BID/LIS-Wikis – eine Bestandsaufnahme

Angeregt durch eine Diskussion über Fachcommunities auf dem BibCamp 2009 habe ich recherchiert, welche deutschsprachigen Wikis es für den Informations- und Dokumentationsbereich in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt.

Ein Wiki ist zwar nicht das Gleiche wie eine Community, aber es kann sowohl ein hilfreiches Werkzeug für eine Community sein als auch der Keim, um den sich eine Community bildet. Weitere Werkzeuge und Sammelpunkte von (Online-)Communities sind unter Anderem Foren, Mailinglisten und allgemeine Soziale Netzwerke á la StudiVZ, Facebook und MySpace. Die dafür eingesetzte Software wird allgemein auch als Soziale Software bezeichnet. Ein allgemeiner Irrtum in Bezug auf Online-Communities ist, dass sie sich allein mit der richtige Software schaffen ließen – dabei entstehen Communities meiner Erfahrung eher dadurch, dass sich Personen mit einem gemeinsamen Interesse finden, miteinander kommunizieren und zusammentun. Bei Wikipedia ist das gemeinsame Interesse zum Beispiel die Idee, eine Enzyklopädie zu erstellen, während bei Last.fm ganz klar die Musik im Zentrum steht. Nicht für alle Interessen und Communities sind Wikis das beste Mittel – Wikis lassen sich allerdings sehr flexibel einsetzen. Eine gute Einführung in Wikis bieten die Lektion 11 und Lektion 12 des Online-Kurs “13 Dinge“. Ausführlichere Erfahrungsberichte gibt es unter Anderem in der aktuellen Ausgabe (4/2009) der Information – Wissenschaft & Praxis (IwP) mit dem Schwerpunkt Soziale Software und Wikis. Die IfW ist leider weder Open Access noch vernüftig z.B. in DBLP erschlossen, so dass ich hier auf nichts verlinken kann: #fail

Aber zurück zu den deutschsprachigen Wikis aus dem und für den Bereich Bibliothek, Information, Dokumentation (BID) bzw. Library and Information Science (LIS): Das internationale LIS-Wiki enthält eine Linksammlung anderer Wikis in Deutsch. Eine ähnliche Übersicht enthält das MuseumsWiki unter Wikis für Bibliotheken. Geschlossene Wikis, die nicht zur Mitarbeit einladen – wie zum Beispiel das Wiki der Universitätsbibliothek Rostock, habe ich hier ausgenommen, zumal viele davon als Unternehmenswikis nicht öffentlich zugänglich sind. Mit dem ErwerbungsWiki und dem GBV-Wiki gibt es zwei Grenzfälle: das Erwerbungswiki der Expertengruppe Erwerbung und Bestandsentwicklung im Deutschen Bibliotheksverband erlaubt zwar die freie Anmeldung, aber die Hauptseiten können nur von einer Redaktion bearbeitet werden. Im Wiki des Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) werden Benutzeraccounts nur auf Anfrage erteilt (z.B. bei mir unter jakob.voss öt gbv.de); grundsätzlich kann sich aber jedoch, der einmal dabei ist, an allen Inhalten beteiligen. Ebenfalls einen eher eingeschränkten Nutzerkreis hat das Wiki des Arbeitskreis fuer Information Stuttgart (AKI-Wiki). Es bleiben fünf allgemeine, offen zugängliche, deutschsprachige BID/LIS-Wikis:

Das Netbib-Wiki sammelt Informationen rund um die Themen des netbib Weblogs.

Das Buecherei-Wiki sammelt Informationen für die Arbeit in öffentlichen Bibliotheken.

Das B.I.T. Wiki ist ein Projekt der Fachzeitschrift B.I.T. online und von Informationsmanagement-Studierenden an der Hochschule der Medien in Stuttgart (HdM).

Das InfoWissWiki wird von der (inzwischen auslaufenden) Fachrichtung Informationswissenschaft an der Uni Saarbrücken betrieben.

Schließlich beinhaltet auch die deutschsprachige Wikipedia eine Vielzahl von Artikeln aus dem Bereich Bibliothek, Information, Dokumentation.

Das Netbib-Wiki und das Buecherei-Wiki werden mit der Software CoMaWiki und die anderen drei Wikis mit MediaWiki betrieben. Obgleich beide Wiki-Engines Usability-Probleme haben, halte ich MediaWiki für die beste Wahl für allgemeine, offene Wikis: die Software wird auch in Wikipedia eingesetzt und der technische Umgang mit Wikipedia sollte zumindest rudimentär zur Grundkenntnis eines jeden Informationsspezialisten gehören (wer noch nie etwas in Wikipedia geändert hat, suche sich bei Gelegenheit einen Artikel mit Fehler oder Lücke und nehme eine kleine Korrektur vor oder hinterlasse eine Nachricht auf der Diskussionsseite des Artikels. Vom Neuanlegen von Artikeln ohne vorherige Einarbeitung muss ich aufgrund des rauhen Umgangstons dagegen leider eher abraten).

Zum Betrieb eines Wikis gehört die regelmäßige Aktualisierung der MediaWiki-Installation, damit die in Wikipedia möglichen Bearbeitungsfunktionen zur Verfügung stehen. Ebenso ist eine inhaltliche Administration notwendig, um neuen Benutzern unter die Arme zu greifen, Spam zu entfernen und im Wiki aufzuräumen – denn die Tendenz zur Vermüllung ist allen Wikis inhärent. Es sollte deshalb überlegt werden, bei welchen LIS/BID-Wikis eine dauerhafte Administration gewährleistet werden kann. Denkbar wäre zum Beispiel der Betrieb durch einen Bibliotheksverband; da sich deutsche Bibliotheksverbände in der Vergangenheit jedoch weder durch technische Kompetenz und Innovationsfreudigkeit noch durch politisches Verantwortungsbewußtsein sondern eher durch Schnarchnasigkeit hervorgetan haben, vertraue ich lieber einer NGO wie der Wikimedia Foundation.

Neben der Administration ist ein weiterer Punkt, der bei offenen Wikis häufig vernachachlässigt wird, die inhaltliche Ausrichtung: Oft wird davon gesprochen, wie bei Wikipedia “eine Enzyklopädie” oder “ein Nachschlagewerk” zu erstellen, was ebenso oft Quatsch ist. Die Wiki-basierte Erstellung von enzyklopädischen Artikeln macht außerhalb der Wikipedia nur dann Sinn, wenn es sich um Themen handelt, die für Wikipedia zu speziell sind oder den Charakter einer Enzyklopädie sprengen (siehe Was Wikipedia nicht ist). Beispiele für Fachwikis sind unter Anderem das Genderwiki und diverse Stadt- und Regionalwikis. Im BIT-Wiki gibt es unter Anderem ein Herstellerverzeichnis, im NetbibWiki diverse Linksammlungen und im GBV-Wiki technische Beschreibungen. Leider werde in Wikis jedoch oft auch allgemeine Definitions-Artikel angelegt, die besser in Wikipedia aufgehoben werden (z.B. vor einigen Tagen Eugene Garfield im InfoWissWiki). Ich vermute als einen Grund, dass die Autoren sich nicht den Wikipedia-Gepflogenheiten unterwerfen wollen; das ist einerseits verständlich, da die Einarbeitung in Wikipedia-Qualitätsrichtlinien Zeit erfordert und der Umgang mit der Wikipedia-Community nicht unproblematisch ist. Andererseits bietet die Arbeit im selbstverwalteten Refugium eine bequeme Ausrede, sich keinen Qualitätsstandards zu unterwerfen und andere Themenbereiche, Sichtweisen und Quellen nicht zur Kenntnis nehmen zu müssen. Wie beim Schreiben für eine Fachzeitschrift muss sich, wer in Wikipedia mitarbeiten möchte, mit speziellen Richtlinien und Empfehlungen vertraut machen und mit den anderen Beteiligten koordinieren – was im Endeffekt aber zu besseren Artikeln führt.

Die deutschsprachige BID/LIS-Wiki führen in ihrer Verstreutheit dagegen eher ein Schattendasein: Anstatt sich wenigstens auf ein allgemeines, offenes Fachwiki zu einigen werkelt jeder vor sich hin. Zwischen all den Artikelleichen, die irgendwann angelegt und dann nie wieder angefasst wurden, gibt es einige sehr hilfreiche Informationssammlungen, aber wenig Struktur – dafür dass sich Informations- und Bibliotheksspezialisten mit der Erschließung von Informationen auskennen sollten, ist das eigentlich ziemlich peinlich.

Vielleicht bin ich mal wieder etwas zu naiv was die sozialen Abgrenzungs- und Widerstandsprozesse betrifft, aber es sollte doch möglich sein, zumindests die allgemeinen, offenene, deutschsprachigen BID/LIS-Wiki (mindestens Netbib-Wiki, InfoWissWiki und BIT-Wiki) zusammenzuführen, um gemeinsam die kritische Masse für eine dauerhafte Community zu erreichen. Einzelne Projekte und Bereiche wie das sehr zu empfehlende Zukunftswerkstatt-Wiki, das Buecherei-Wiki und ein bislang nur angedachtes FaMI-Wiki können dabei ebenfalls integriert werden, während allgemeine Definitionsartikel sich besser auf ein Minimum beschränken und dann auf Wikipedia weiterverweisen.

von jakob - Juli 18, 2009 12:48

Juli 17, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

The Great Wikipedia Dramaout

In der englischsprachigen Wikipedia startet am 18. Juli The Great Wikipedia Dramaout. Eine griffige Übersetzung will mir nicht einfallen, aber wenn ich das auf deutsch benennen müsste, würde ich sowas wie aufregungsfreie Woche daraus machen, auch wenn es nur fünf Tage sind. (Das spielt natürlich auf den autofreien Sonntag an, so wie das Original auf den Great American Smokeout anspielt, bei dem amerikanische Raucher an einem Tag im Jahr die Glimmstengel steckenlassen sollen.)

Im Prinzip ist das sowas wie die Idee mit dem artikelfreien Sonntag (die Seite ist mir gerade vor ein paar Tagen nochmal untergekommen, weil sie archiviert wurde). Statt aber darauf zu verzichten, neue Artikel anzulegen, sollen Artikel erstellt/erweitert/verbessert/… werden und auf drama verzichtet werden.

Mein liebstes Internet-Wörterbuch liefert für drama nur die wenig hilfreiche, triviale Übersetzung Drama und nichts zur umgangssprachlichen Bedeutung. Gemeint sind damit unangenehme Dinge, die einen aufregen (daher meine Übersetzung als aufregungsfreie Woche), in der Wikipedia also Editwars, Löschdiskussionen, Diskussionen über Benutzerverhalten und Ähnliches.

von Peter Schlömer - Juli 17, 2009 04:38

Juli 06, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

Was der Tod des “King of Pop” für die Wikipedia bedeutete (3)

Dank Erik Zachte, der in einem Blogeintrag einige allgemeine Statistiken zusammengestellt hat, kann ich mir eine eigene, abschließende Auswertung des Effekt von Jackos Tod ersparen. Der Beitrag ist zwar englisch, aber Diagramme und Tabellen sollten eigentlich auch so verständlich sein.

Ich beschränke mich also auf einen Aspekt, den ich in meinem letzten Beitrag schon hatte: den relativen Verlauf der Zugriffszahlen im mehrsprachigen Vergleich. Die Grafik in meinem letzten Beitrag umfasste vier Tage, diese umfasst jetzt zehn (bis auf die Werte für Arabisch und Japanisch, für die ich keine Daten mehr gesammelt habe). Zur Erinnerung, die Zugriffe am 26. Juni sind jeweils auf 1 gesetzt:

Schon erstaunlich, dass die Leser über die Sprachen hinweg so gleichmäßig an dem Thema interessiert sind …

von Peter Schlömer - Juli 06, 2009 04:41

„Hjertelig velkommen“, „bom dia“ und „Привіт“

Die Wikimedia Foundation hat drei neue Chapter, also ein herzliches Willkommen, einen guten Tag und Hallo an:

  • Wikimedia Dänemark (dänisch/färöisch Wikimedia Danmark, grönländisch Wikimedia Danmarki)
  • Wikimedia Portugal
  • Wikimedia Ukraine (Вікімедіа Україна)

von Peter Schlömer - Juli 06, 2009 04:19

Juli 04, 2009

User:Pmartin

Was neues über die Zeittafeln!

Hallo,

Seit Ende Mai bietet das Unternehmen Linterweb eine Internet Anwendung, die aus Biografien der Wikipedia stammende Informationen benutzt, und diese Informationen in Form von Zeittafeln darstellt.
Zwei Typen von Zeittafeln sind verfügbar:
- der erste zeigt die wichtigsten Persönlichkeiten eines vorgegebenen Zeitraums mit einem Maßstab von ungefähr zwei Jahrhunderten. Jede Persönlichkeit wird von einer Linie zwischen seinem Geburtsdatum und seinem Todesdatum dargestellt, mit dem Namen der Persönlichkeiten über dieser Linie.
Wenn man den Namen mit der Maus anklickt, erscheint ein kleines Fenster, das den Anfang der Wikipedia Biografie und ein kleines Bild der Persönlichkeit anzeigt. Wenn man den Namen der Persönlichkeit in diesem kleinen Fenster anklickt, öffnet sich der entsprechende Wikipedia Artikel. Eine andere Verknüpfung zeigt eine Zeittafel der Zeitgenossen an.
Oben rechts auf der Seite ermöglichen Eingabefelder, direkt die Zeittafel eines gegebenen Jahres oder einer gegebenen Persönlichkeit zu finden.
- der zweite Typ von Zeittafel stellt, in Verbindung mit Wikinews, die Ereignisse für einen gegebenen Tag dar.
Eine Zeittafel zeigt die Ereignisse der kürzlichen vergangenen Tagen, um den heutigen Tag herum an.
Eine zweite Zeittafel zeigt die Ereignisse (Geburt, Tod, wichtige Ereignisse) an, die am selben Datum in anderen Jahren geschehen sind, mit einem Maßstab von ungefähr fünfzig Jahren.

Einige Javascript Linien können durch Kopieren und Einfügen auf Ihrer eigenen Website eingeführt werden, sodass die Zeittafel auch auf Ihrer Website Ihren Besuchern zur Verfügung steht.

Diese zwei schon in zahlreichen Sprachen verfügbaren Anwendungen gehören zu einem Bündel von seit mehreren Jahren von dem Unternehmen Linterweb entwickelten Anwendungen, darunter eine Suchmaschine, die nur Ergebnisse aus den Projekten der Wikimedia Stiftung ausgibt und eine DVD von ungefähr 2000 Artikeln der englischsprachigen Wikipedia.

von Matthieu - Juli 04, 2009 02:16

Juni 29, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

Was der Tod des “King of Pop” für die Wikipedia bedeutete (2)

Mittlerweile sind mir noch zwei Dinge aufgefallen:

  • Die deutschsprachige Wikipedia hatte erst am folgenden Tag die meisten Zugriffe auf den Michael-Jackson-Artikel innerhalb einer Stunde, wenn auch nur unwesentlich mehr. Klar, die Nachricht kam spät am Abend, das hat den die Zugriffe auf den nächsten Tag verschoben. Den Effekt findet man auch bei anderen Sprachen, etwa Polnisch.

  • Die Zahl der Zugriffe auf den gesamten Tag (UTC) gerechnet ist zwischen den Sprachversionen sehr ähnlich verteilt. Setzt man jeweils die Zugriffe am 26. Juni gleich 1 ergibt sich bisher fast dieselbe Kurve:

    Ich vermute mal es wird noch einige Ausreißer wie die arabischsprachige Wikipedia hier geben, aber letztlich scheint das weltweit sehr ähnlich zu sein.

von Peter Schlömer - Juni 29, 2009 04:23

Juni 27, 2009

Peter Schloemer (Dapete)

Was der Tod des “King of Pop” für die Wikipedia bedeutete (1)

In der Nacht vom 25. auf dem 26 Juni kam die traurige Nachricht: Michael Jackson, der King of Pop, ist tot. Andere werden bessere Nachrufe schrieben (oder haben das schon), als ich je könnte, also lasse ich das lieber. Ich mache lieber ein paar Zahlenspielereien, das kann ich zumindest etwas besser.

Etliche Websites brachen unter der Last der Zugriffe zusammen, darunter CNN, Twitter und auch die Wikipedia. Zwischen 22:00 und 23:00 UTC (00:00 bis 01:00 deutscher Zeit) gab es in der englischsprachigen Wikipedia fast 1 Million Zugriffe auf den Artikel über Michael Jackson, in der deutschsprachigen immerhin fast 70.000.

Die folgende Grafik zeigt die Zugriffszahlen von kurz vor dem Ausschlag bis zum Ende des nächsten Tages. Die Zeiten sind jeweils UTC und beziehen sich auf den Zeitstempel der zugrundeliegenden Logdateien, die jeweils die Zugriffe der vorhergehenden Stunde enthalten.

Zum Vergleich: In der englischsprachigen Wikipedia wurde der Artikel über Barack Obama im gesamten letzten November 7,1 Millionen mal aufgerufen, darunter 2,8 Millionen mal am Wahltag. Der Artikel über Michael Jackson wurde an den vergangenen zwei Tagen (25. und 26. Juni) 7,8 Millionen mal aufgerufen, davon fast 1 Million mal innerhalb nur einer Stunde und 5,8 Millionen mal am zweiten Tag.

Mal sehen, wie das weitergeht. Ich warte jetzt mal eine Woche ab, dann will ich nochmal ein paar Zahlen zusammentragen.

von Peter Schlömer - Juni 27, 2009 11:34

Juni 26, 2009

Nando Stoecklin

Wikibu: Hinweise zur Verlässlichkeit von Wikipedia-Artikeln

Anfangs Juni hat unser Team vom Zentrum für Bildungsinformatik der Pädagogischen Hochschule Bern einen Prototypen von Wikibu im Internet veröffentlicht. Einige Kolleginnen und Kollegen haben bereits darüber gebloggt oder getwittert. Gerne füge ich hier noch einige Gedanken an.

Primärer Zweck von Wikibu ist die Sensibilisierung von Schülerinnen und Schülern sowie von Studierenden für eine überlegte Nutzung der Wikipedia. Wikibu versucht das mit verschiedenen Mitteln:
  • Die Wikibu-Punkte sollen einen ersten groben Hinweis bezüglich der Verlässlichkeit eines Wikipedia-Artikels geben. Die Wikibu-Punkte basieren ausschliesslich auf statistischen Kriterien und bilden entsprechend nur Wahrscheinlichkeiten ab. Sie sind vergleichbar mit Vorsicht-Wildwechsel-Schildern. An Stellen mit solcher Beschilderung besteht erhöhte Gefahr, dass z.B. ein Reh vors Auto springt. Das muss aber nicht zwingend der Fall sein und es garantiert auch nicht, dass an Stellen ohne Schild kein Reh vors Auto springen wird.
  • Die Wikibu-Kriterien wie Anzahl Besucher oder Anzahl Einzelnachweise (relativ zur Länge des Artikels) sollen Ideen liefern, wie Besucher der Wikipedia selbst die Inhalte kritisch bewerten können.
  • Warnhinweise sollen animieren, Meta-Informationen der Wikipedia wie die Diskussionsseiten und Versionsgeschichten in die kritische Artikel-Prüfung miteinzubeziehen. Sie machen auf aktuelle Diskussionen oder Änderungen aufmerksam.
  • Ein konkretes Unterrichtsszenario soll aufzeigen, wie Informationskompetenz bezüglich Wikipedia in der Schule gefördert werden kann und welche Rolle Wikibu dabei spielen kann.
Die Wikibu-Punkte sollen nun wissenschaftlich erhärtet werden. Knackpunkt hier dürften Artikel zu Nischenthemen sein, die von einem spezialisierten Experten verfasst worden sind. Wir vermuten, dass solche Artikel derzeit noch zu schlecht bewertet werden. Aber lieber ein Wildwechsel-Schild zu viel als zu wenig.

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Juni 26, 2009 04:47

Juni 04, 2009

Thoken

[Foundation-l] Google Wave and Wikimedia projects

http://lists.wikimedia.org/pipermail/foundation-l/2009-May/052135.html -- mailing list thread
http://en.wikipedia.org/wiki/Google_Wave
Serverkapazität und Berücksichtigung der Privatsphäre sprechen dagegen, dass demnächst "auf WP-Welle" editiert wird.

von thoken - Juni 04, 2009 08:06

Juni 02, 2009

Arne Klempert (Akl)

Endlich meine Generation-Irgendwas gefunden

Am vergangenen Samstag bin ich beim Einkaufen in die Wanderausstellung “Das Jahrhundert des Computers” gestolpert.

Nicht fehlen durfte dabei ein C64. Auf einem solchen Gerät habe ich mein erstes Computerprogramm geschrieben, das nicht als Übungsaufgabe gedacht war. Leicht benebelt von der Erinnerung an sechs Wochen Sommerferien mit dem Basic-Handbuch musste ich auch noch kurz innehalten an einem PET 2001 und einem IBM-PC.

Auf diesen Geräten durfte ich später (sic!) in der Schule lernen. Zu allen drei Geräten habe ich eine besondere Bindung (etwas, das meinem Amiga 500, meinem 386SX-25, meinem Power Mac G3 oder den ihnen folgenden, namenlosen Kisten nicht vergönnt war), die stärkste aber zum C64.

Diese beim Wochenend-Einkauf aufgefrischte Erinnerung wird wohl noch ein wenig anhalten. Denn heute ruft Christian Stöcker bei SpOn die “Generation C64” aus. Mit der Generation Golf mochte ich mich nie so recht anfreunden, aber mit einer “Generation C64″ kann ich mich prima identifizieren - auch weil sie eine politische zu sein scheint.

Der Artikel ist übrigens völlig unabhängig vom Lebensalter lesenswert, und um Computer geht es dabei auch nur am Rande: http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,628017,00.html

von Arne Klempert - Juni 02, 2009 09:20

Mai 28, 2009

DaB.

Toolserverausfall

Auf Grund eines unbekannten Netzwerkproblems ist der komplette Toolservercluster (mit Ausnahme des Servers Amaranth) momentan offline. Aktuell kann nicht abgeschätzt werden, wann der Schaden repariert sein wird.

Update:Der Toolserver steht wieder zur Verfügung. Problem war wohl ein defekter Port am Switch.

von DaB. - Mai 28, 2009 06:44

Mai 04, 2009

Arne Klempert (Akl)

Beim PolitCamp infiziert

Muss mich am Wochenende auf dem PolitCamp wohl irgendwie infiziert haben.

  1. Habe heute als einer der ersten 100 Mitzeichner meinen Otto unter die Petition Internet - Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten gesetzt. Hat ganz schön Überwindung gekostet, diese “gammelige Software” zu bedienen.
  2. Eben habe ich mich auch noch der Aktion Politiker-Stopp - Jetzt wird zurück zensiert angeschlossen und diese Seite vor den “Internet-Ausdruckern” versteckt. Ätsch!
  3. Jetzt blogge ich darüber. Habe ich eine halbe Ewigkeit nicht mehr gemacht.
  4. Und gleich werde ich auch noch microbloggen.

Kinder, Kinder, so politisch aktiv war ich ja seit Jahren nicht mehr.

von Arne Klempert - Mai 04, 2009 10:50

April 18, 2009

DaB.

Die Zukunft?

In naher Zukunft:

X-Dorf

  • aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
  • Hauptautoren: Vielschreiber1, Historiker7, Heimatkundler65, Student5, Laberrer303
  • Ohne die folgenden Lektoren und Korrekturen würde dieser Artikel immer noch von Fehlern wimmeln: Lektor37, AlterRechtschreibler56, NeuerRechtschreibler43.
  • Ohne die folgenden Bots wäre eine Verlinkung in andere Sprachen und weiteres automatisches Bearbeiten nicht möglich gewesen: Bot2, Linkbot5, Interbot3, Typobot5.
  • Danke auch an die folgenden Administratoren, die diesen Artikel vor Trollen/Vandalen/Spammern beschützt haben: RCler76, Sperradmin23.
  • Wir danken weiterhin der Wikimedia Foundation, das sie die dieses Projekt hostet, namentlich für das Board: WichtigerBenutzer7, Urgestein6, Gründer5.
  • Sowie den zahlreichen Chaptern - besonders Wikimedia Deutschland - für die finanzielle und moralische Unterstützung beim Aufbau dieses Artikels sowie der Interessensgemeinschaft der Wikipedia-AutorInnen für das Durchsetzen von Autorenrechten gegenüber jederman

X-Dorf ist ein Dorf im nordöstlichen X-Land.

von DaB. - April 18, 2009 12:17

Mrz 29, 2009

Nando Stoecklin

Neuer Vorstand für Wikimedia CH

An der gestrigen Mitgliederversammlung von Wikimedia CH in der Schweizerischen Nationalbibliothek interessierten vor allem die Vorstandswahlen. Die Ausgangslage war spannend: Mit Michael Bimmler, Robin Schwab und mir stellten sich drei der vier bisherigen deutschschweizer und der gesamthaft sechs Vorstandsmitglieder nicht mehr zur Verfügung. Konnten im Vorjahr nur sechs der sieben Pätze besetzt werden, kandidierten diesmal 10 Mitglieder für den Vorstand, vier davon für das Präsidialamt.

Zuerst bestimmten die Anwesenden, wie viele Plätze im Vorstand besetzt werden sollen. Statutarisch möglich sind 5-7, die Anwesenden entschieden sich für 6. Aufgrund der vielen Bewerber für das Präsidialamt zog Mourad Ben Abdallah während der Stimmenauszählung für die Vorstandswahl seine Präsidentschaftkandidatur zurück. Wenig später lag das Ergebnis der Vorstandswahlen vor. Gewählt sind
  • Frédéric Schütz (bisher),
  • Ludovic Péron,
  • Mourad Ben Abdallah,
  • Gion Hosang,
  • Bagawathram Maheswaran,
  • Ilario Valdelli (bisher).
Der vierte Deutschschweizer des bisherigen Vorstandes, Rupert Thurner, wurde nicht wieder gewählt. Somit besteht der Vorstand neu aus drei Romands, einem Deutschschweizer (Bagawathram Maheswaran), einem Tessiner (Ilario Valdelli) und erstmals aus einem Rätoromanen (Gion Hosang).

In einem zweiten Schritt wurde aus dem neuen Vorstand der Präsident gewählt. Da alle drei verbliebenen Präsidenschaftskandidaten die Wahl in den Vorstand verpasst hatten, bot sich die kuriose Situation, dass kein Präsidentschaftkandidat mehr übrig blieb. Mourad Ben Abdallah löste das Problem durch einen Rückzug von seinem Rückzug und wurde per Akklamation gewählt.

Der neue Vorstand tritt 60 Tage nach der Wahl sein Amt an. Ich bin überzeugt, dass die Neuen frischen Wind in die Tätigkeit von Wikimedia CH bringen und wünsche allen viel Erfolg und gutes Gelingen!

von Nando Stöcklin (noreply@blogger.com) - Mrz 29, 2009 11:09

Mrz 18, 2009

Jakob Voss

Aktuelle Entwicklungen zu Freien Daten

Freie Software existiert als solche seit den 1980er Jahren (vorher war Software bis in die 1960er frei) und setzt sich im (Wind-)Schatten von Open Source Software immer mehr durch. Freie Inhalte gewinnen dank Creative Commons und Wikipedia ebenfalls seit Anfang des Jahrtausend an Bedeutung. Seit etwa zwei Jahren kommen nun auch vermehrt Freie Daten. Erst im Februar hat beispielsweise Web-Begründer Tim Berners Lee auf der TED-Konferenz mit der Forderung Raw Data Now! der Notwendigkeit von Freien Daten Nachdruck verliehen. Aus verschiedenen Gründen (andere Rechtsgrundlagen, Praktikabilität …) können Lizenzen für Freie Software und Freie Inhalte bei reinen Datensammlungen nicht so einfach angewandt werden. Deshalb wird zur Zeit im Projekt OpenDataCommons (ODC) von der Open Knowledge Foundation (OKF) an einer passenden Lizenz für Freie Daten gearbeitet. Weitere Informationen zu diesem Prozess gibt es bei OpenStretmap.

Für das freie Kartenprojekt und die OpenStreetMap Foundation besteht der größte Bedarf nach einer Lizenz, weshalb sie dankenswerterweise die Sache in die Hand genommen haben. Weitere Beteiligte sind unter Anderem die Autoren Jordan Hatcher und Charlotte Waelde, Creative Commons sowie Talis. Zur Diskussion steht momentan die ”Open Database License” (ODbL) zusammen mit der “Factual Information Licence” (ODC-Factual). Zur Freigabe als Public Domain gibt es bislang schon die ODC Public Domain Dedication and Licence (PDDL) und seit kurzem von Creative Commons die CC Zero [via Netzpolitik].

Kommentare zur ODbL werden möglichst bis zum 20. März erbeten. Weitere Grundlagen und Vorarbeiten zu Lizenzen für Freie Daten gibt es von der OKF mit dem Guide to Open Data Licensing und bei Creative Commons bzw. Science Commons mit dem Protocol for Implementing Open Access Data. Die Privatisierungs-Mafia versucht übrigens derweil am demokratischen Prozess vorbei mit Geheimabsprachen an immateriellen Monopolrechten festzuhalten.

von jakob - Mrz 18, 2009 07:39

Mrz 02, 2009

Jakob Voss

Wikimania 2009: Call for Participation

Last week the Wikimania 2009 team announced its Call for Participation for the annual, international conference of the Wikimedia Foundation. Wikimania 2009 will take place August 25-28, 2009 in Buenos Aires, Argentina at the Centro Cultural General San Martín.

Deadline for submitting workshop, panel, and presentation submissions is April 15th, posters, open space discussions, and artistic works have time until April 30th. There is a Casual Track, for members of wiki communities and interested observers to share their own experiences and thoughts and to present new ideas; and the Academic Track, for research based on the methods of scientific studies exploring the social, content or technical aspects of Wikipedia, the other Wikimedia projects, or other massively collaborative works, as well as open and free content creation and community dynamics more generally.

Wikimania 2010 will take place in Europa again in one of Amsterdam, Gdańsk, and Oxford (unless another city pops up until the end of this week).

von jakob - Mrz 02, 2009 08:36

Februar 16, 2009

Jakob Voss

So funktioniert die Informationsgesellschaft

Nachdem letzte Woche jemand einen zusätzlichen Vornamen in den Wikipedia-Artikel zu Herr Guttenberg eingetragen hatte, übernahmen zahlreiche Journalisten den Namen und lieferten ein schönes Beispiel für mangelnde Recherche, fehlende Quellenangaben und Relevanz (siehe u.A. die Zusammenfassung bei Johannes Wilhelm Moskaliuk und bei Stefan Wilhelm Niggemeier). Die Titanic hat den Vorgang schon vor einigen Wochen anschaulich illustriert ; bald kann ich eine Kategorie Wikipedia & Titanic anlegen).

Dass nicht nur Wikipedia-Mitarbeiter und Journalisten schludern, sondern grob unnötige Fehler auch im Wissenschaftsbetrieb vorkommen, zeigt der Fall von Mohamed El Naschie. Der Mensch führte jahrelang ein Elsevier-Journal, in dem er Hunderte von eigenen Artikeln mit Unsinn veröffentlichte. Wie zuvor die Bogdanov-Affäre, die Sokal-Affäre oder der SCIgen Paper Generator (siehe dazu auch hier) zeigt der Fall Nashie, wie korrupt und verkommen das herrschende Wissenschaftssystem zuweilen ist.* Da einige Kommentare zur Aufdeckung des Falls vermutlich wegen anwaltlichem Druck entfernt wurden, verweise ich auf den etwas unübersichtlichen El Naschie Watchblog und auf die Zusammenstellung bei Archivalia.

* Dabei meine ich nicht die wissenschaftliche Methode – auch sie hat ihre Blinden Flecken – sondern den institutionellen Wissenschaftsbetrieb sowie fehlende Quellenangaben, Closed Access und intransparente, geschlossene Review-Strukturen im Allgemeinen

P.S: Eine weitere Darstellung der Krankheit des Wissenschaftssystem (gefischt aus der Biblioblogosphäre) führen Eric Steinhauer und die Steuereule an: Joachim Wolf: Der schlaue Weg zur Publikation, in: FAZ vom 21. Januar 2009 (als PDF verfügbar)

von jakob - Februar 16, 2009 03:58

Februar 13, 2009

Johannes Moskaliuk

Bitte schreibt weiter aus der Wikipedia ab!

Vor zwei Jahren habe ich, um zu demonstrieren, wie die Wikipedia funktioniert in einer Lehrveranstaltung auf der Seite über Tübingen den Satz “Tübingen ist eine Universitätsstadt in Baden-Württemberg” verändert in “Tübingen ist eine Kleinstadt in Hessen”. Drei Minuten später war diese Änderung wieder rückgängig gemacht worden, was mich begeistert hat. Hätte ich stattdessen den Namen des Herrn “weiß nicht genau wieviele Vornamen der hat” von Guttenberg geändert, hätte das wahrscheinlich ein bisschen länger gedauert, aber wäre irgendwann auch geändert worden.

Das konnte zumindest Anonym zeigen. Und hat es damit in alle Tageszeitungen geschafft. Und der Erkenntnisgewinn aus  dieser Aktion: Wir wissen das, was wir schon wussten. Die Inhalte der Wikipedia sind nicht von einer Redaktion erstellt, die für deren Richtigkeit gradesteht, sondern von einer Community von Freiwilligen, die Fehler meistens schnell finden, aber eben nicht so schnell, als das einige schnellere Redakteure nicht vorher schon abgeschrieben haben.

Und damit eignet sich diese Aktion mal wieder dazu, um eine allzu unkritische Rezeption von Inhalten anzuprangern und selbstkritisch anzumerken: Wikipedia darf für journalistische Arbeit nie die einzige Quelle sein und sich vorzunehmen, in Zukunft misstrauischer zu sein.

Mal ehrlich: Mir ist es sowas von egal, ob der Bundeswirtschaftsminister nun 10 oder 11 oder 12 Namen hat, und ob einer davon Wilhelm ist. Irgendwie hätte es gespasst. Insofern greift hier die Forderung nach einer kritischeren Rezeption nicht wirklich: Das Rezeptionsverhalten berücksichtigt letztlich immer auch die Wichtigkeit und Relevanz der Inhalte. So scheint es durchaus sinnvoll zu sein, bei der Recherche des 11 Vornamens eben nicht mehr Aufwand zu betreiben, als “mal eben in der Wikipedia nachzuschauen” und deshalb mehr Zeit für die wirklich wichtigen Recherchen zu haben.

Peinlich wirds nur, wenn man Gordon Brown heißt, und vermeintliche Fakten nutzt, um seinen Kollegen aus der Opposition falsche Infos über das Alter des Malers Tizian aufbinden will. Wenn das mal nicht die Weltpolitik nachhaltig verändert.

von Johannes Moskaliuk - Februar 13, 2009 09:04

Februar 10, 2009

Arne Klempert (Akl)

Wilhelm von und zu Guttenberg: Realität überholt Titanic-Satire

Neulich bin ich bei Markus über einen Startseiten-Cartoon des Titanic-Magazins gestolpert:

Schon damals fragte ich mich, was dieses Schaubild wohl mit Satire zu tun haben soll. Denn gefühlt war es schon häufiger der Fall, dass Journalisten Fehler aus der Wikipedia übernommen haben und sich in der Folge dann wiederum Wikipedianer auf diesen Qualitätsjournalismus als Quelle beriefen.

Das Bildblog hat einen aktuellen Fall dokumentiert. Nicht witzig.

von Arne Klempert - Februar 10, 2009 11:24

Januar 03, 2009

Wikizine

DE Wikizine - Jahr: 2008 Woche: 52 Ausgabe: 103

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von Deutsche Versionen der Wikizine - Januar 03, 2009 05:12

Thoken

Ein frohes neues Jahr! -- [Der Schockwellenreiter: Weblog-Archiv 02.01.2009]

MediaWiki API

Dave Winer ist überrascht: Das MediaWiki hat eine API. Tja Dave, damit kann man auch die Wikipedia anzapfen. Hier gibt es eine Live Demo mit Source Code: Using the Wikipedia API. (Und ich hab das hier endlich mal aufgeschrieben, weil ich ständig die URL für die Doku-Seiten vergesse.) [Scripting News]

von thoken - Januar 03, 2009 07:18