Planet Wikimedia

16. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Sturmerprobt: Kelda Niemeyer verstärkt Bereich Politik & Gesellschaft

Neu dabei: Kelda Niemeyer, Foto: Phillip Wilke, CC-BY-SA 3.0

Seit gestern hat sich der Bereich Politik & Gesellschaft um eine weitere Person verstärkt: Als Projektassistentin wird uns Kelda Niemeyer künftig dabei unterstützen, das Monitoring politischer Prozesse zu verbessern und verstärkt in Veranstaltungsformaten (z.B. Wikimedia Foren, Roundtables, Vorträgen) zu arbeiten.

Keldas akadamischer Hintergrund qualifiziert sie insbesondere für das Thema Urheberrecht, das ja in den letzten Tage auch sehr rege im Vereinsblog diskutiert wurde. Kelda studierte Jura mit Schwerpunkt Immaterialgüterrechte und Wettbewerbsrecht u.a. an der Humboldt-Universität Berlin und an der Columbia Law School in New York. Nach einer Station in der Abteilung Presse und Kommunikation des deutschen Bundestages war sie zuletzt als Presseassistentin von Marina Weisband, der ehemaligen politischen Geschäftsführerin der Piratenpartei, tätig. Selbst Gelegenheits-Fernsehguckern wird damit klar sein, welchen Ansturm sie zuletzt zu bewältigen hatte.

Kelda strebt vorerst keine Karriere als Rechtsanwältin an, sondern freut sich darauf, ihr praktisches und fachliches Know-how für die Bewegung Freien Wissens einzubringen. Zwar ist sie keine “reinrassige” Wikipedianerin, kennt aber den Einsatz von Wikis in der politischen Arbeit aus dem Effeff. Bei der Tätigkeit für Wikimedia Deutschland reizt sie insbesondere die Herausforderung, den gesellschaftlichen Mehrwert von “Openness” stärker zu vermitteln:

“Es ist mir wichtig, dass die freie Verfügbarkeit von Wissen als Chance begriffen wird, viele Bereiche unseres Lebens, Lernen und Arbeitens positiv zu verändern. Daher freue ich mich sehr, dieses Anliegen im Rahmen meiner Arbeit für Wikimedia in Politik und Verwaltung tragen zu können.”

von Jan Engelmann - Mai 16, 2012 12:43

LinuxTag 2012 – Wikimedia³

Fußgängertunnel zum ICC (Foto: Kai Effelsberg, CC-BY-3.0*; via Wikimedia Commons)


 
Vom 23. bis 26. Mai findet auf dem Berliner Messegelände der LinuxTag 2012 statt. Zum ersten Mal präsentieren sich die drei deutschsprachigen Wikimedia-Vereine aus der Schweiz, Österreich und Deutschland gemeinsam auf der führenden Open Source-Messe in Europa. Unsere Pressemitteilung zur Veranstaltung findet sich hier.

Das ist der LinuxTag

Der obige Fußgängertunnel mit sechs Ausgängen hat es in die Liste der Fußgängertunnel in Berlin geschafft. Eigentlich führt er zum Internationales Congress Centrum Berlin, und dient nur indirekt dem Zugang zum benachbarten Messegelände. Mit dem LinuxTag ist das so ähnlich: Hinter ihm verbirgt sich mehr, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Beim LinuxTag handelt es sich nicht um einen einzigen, sondern gleich um vier Veranstaltungstage. Es geht auch keineswegs nur um Linux, sondern um aktuelle Entwicklungen und Ideenaustausch rund um Open Source im Allgemeinen.

Was Wikimedia auf dem LinuxTag macht

Freies Wissen ist immer auch mit frei lizenzierter Software verbunden. Wikimedia CH, Österreich und Deutschland werden an einem eigenen Messestand an allen vier Tagen der Veranstaltung über die Förderung Freien Wissens informieren, insbesondere aber auch über aktuelle technische Entwicklungen und Angebote. Schwerpunkte liegen auf Wikidata und dem RENDER-Projekt. Aktuelle Zwischenmeldungen vom Wikidata-Team gibt es übrigens hier, Neuigkeiten vom RENDER-Team hier. Auf dem LinuxTag wird am Stand zusätzlich über die Offline-Verwendung von Wikipedia mittels Kiwix informiert.

Weil sich aus der technischen Möglichkeit, Dinge zu tun, immer auch die Frage ergibt, was für Dinge warum und wie gemacht werden sollten, machen wir es uns zum Ziel, am Stand auf die gezielte und korrekte Weiternutzung von freien Inhalten aufmerksam zu machen. Deshalb werden wir über die vielen Freiwilligen-Projekte rund um Wikimedia sprechen, wie zum Beispiel über den internationalen Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments 2012.

Uns treffen und noch mehr

Das Programm des diesjährigen LinuxTages ist vielfältig, wird Besuchern also viele interessante Anknüpfungspunkte bieten. So führen zum Beispiel Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft eine netzpolitische Podiumsdiskussion zu aktuellen Themen. Außerdem wird unter anderem das Open Data Portal Berlin präsentiert.

Als feste Anlaufstelle für Wikimedia-Themen ist der gemeinsame Stand von WMDE, WMAT und WMCH hier zu finden:
 
23.-26. Mai 2012
Messegelände unter dem Funkturm Berlin
Halle 7.2a
Standnummer 116

 
Wir freuen uns auf Euren Besuch!
 
* Kurzfassung der CC-BY 3.0-Lizenz. Kleine Anmerkung: Das hier verwendete Foto von Kai Effelsberg verlangt nur die Namensnennung bei Weiterverwendung, keine Kenntlichmachung von Änderungen (ShareAlike-Bedingung). Trotzdem, Ehre, wem Ehre gebührt: Diese Bild ist beim Einbinden deutlich beschnitten worden. Original angucken hier!

von Michael Jahn - Mai 16, 2012 12:03

14. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Camouflierte Interessen: Auf Du und Du mit dem Urheberrecht

Mit dem in der letzten ZEIT veröffentlichten Aufruf “Wir sind die Urheber” ist eine seit Jahren andauernde Debatte endgültig Mainstream geworden. Günther Jauch muss sich so langsam darauf gefasst machen, dass es beim betulichen Schlagabtausch unter der Donnerkuppel demnächst etwas kleinteiliger und juristischer zugehen dürfte. Der Grund für den plötzlichen Hype des Urheberrechtsthemas? Sicherlich das Erstarken der Piratenpartei. Obwohl, das allein dürfte die zunehmende Verhärtung kaum erklären.

Es gibt wohl kein Thema, das den Bereich “Politik und Gesellschaft” bei Wikimedia Deutschland mehr beschäftigt als der Reformbedarf beim Urheberrecht. Nicht erst in den letzten Monaten, seit Jahren schon. So verfassen wir Stellungnahmen für das BMJ und geben Inputs für Grünbücher, nehmen an Hearings der EU teil, klären über die Ausweitung von Schutzfristen auf, thematisieren in Wahlprüfsteinen die Effekte eines restriktiven Urheberrechts und erläutern in Broschüren und auf Podien die Wirkungsweise freier Lizenzen. Immer und immer wieder.

Vor allem aber reden wir darüber, ständig. Und solange Zusammenkünfte mit Akteuren aus Politik, Gesellschaft und Wirtschaft lösungsorientiert und mit einem Multi-Stakeholder-Ansatz erfolgen, gibt es über bestimmte Unstimmigkeiten des geltenden Urheberrechts sofort einen Grundkonsens: Ja, die Zustimmungspflichtigkeit jedes Veröffentlichungsvorganges entspricht dem technischen Stand des analogen Zeitalters; ja, die Trennung zwischen Nutzungshandlungen im privaten und gewerblichem Kontext im Zeitalter von Blogs und Social Networks ist schon konzeptionell nicht mehr aufrechtzuerhalten; ja, die Proliferation verwaister Werke und damit die Nicht-Verfügbarkeit von Wissensbeständen bei gleichzeitiger Überproduktion auf den Kulturmärkten ist im Grunde ein Skandal für jede selbst ernannte “Bildungsrepublik”. Auch auf dem von iRights.info eingeleiteten “Urheber-Nutzer-Dialog” am letzten Freitag war dieser Common Ground deutlich zu spüren.

Doch sobald die Arenen des Austauschs so gestaltet sind, dass das eigentliche Thema die Anpassungprobleme von Rechteverwertern mit ihren auf Werkstücksverkauf und Kopienkontrolle fußenden Geschäftsmodellen sind, geraten auch wir schnell zwischen die Fronten der Partikularinteressen. Ich durfte diese Erfahrung erst letzte Woche wieder machen, als beim Medientreffpunkt Mitteldeutschland ein Vertreter von Sky Deutschland leutselig verkündete, endlich habe sich mit Sven Regener ein Vertreter der Urheber zu Wort gemeldet.

Die gegenwärtige Urheberrechtsdebatte, und das ist ein kritischer Befund für die Belange Freien Wissens, wird fast vollständig auf die Refinanzierungsprobleme von Inhalteanbietern (Fernsehen, Film, Musik, Buchbranche) und die Existenzsorgen von Urhebern enggeführt. Letztere sind durchaus kein neues Phänomen, siehe die Jahresberichte der Künstlersozialkasse. Und gerade deshalb erstaunt die Beharrlichkeit, mit der die Unterzeichner des ZEIT-Aufrufs – samt und sonders Bestsellerautoren mit vergleichsweise hoher Umsatzbeteiligung – offenbar kein Problem mit den Verhältnissen haben, unter denen etwa Übersetzer oder freie Journalisten ihre Miete erwirtschaften müssen. Die gesamte Bigotterie des Aufrufs, der durch einen bekannten Literaturagenten orchestriert wurde und in einer Publikation des Holtzbrink-Verlags sein Forum fand, wird durch den CARTA-Kommentar von Petra van Cronenburg deutlich: “Ich verdiene meinen Lebensunterhalt nicht durch die Existenz des Urheberrechts, sondern durch knallharte Verhandlungen mit immer sparsameren Auftraggebern.”

Zum geschickten Camouflieren der eigenen Interessen passt, dass die VG Wort in die ganze Aufregung hinein ein Positionspapier platziert hat, bei dem ein Lob für Creative-Commons-Lizenzen (“Auch hier ist der Urheber, der freiwillig entscheidet, welche Nutzungen und Bearbeitungen er erlauben will.”) mit einem Bekenntnis zum gesetzgeberischen Status-Quo verknüpft wird: “Eine Schutzfristverkürzung würde das geistige Eigentum der Urheber deutlich entwerten ohne von wirklichem Vorteil für die Allgemeinheit zu sein.”

Dass allein die Piratenpartei und der CCC mit seinem Modell der “Kulturwertmark” hinter solche vermeintlichen Wahrheiten ein Fragezeichen setzen, macht die Debatte nicht eben einfacher. Die zuletzt sehr erfreulichen Reformüberlegungen auch bei den etablierten Parteien werden durch den gebetsmühlenartigen Vorwurf des “profanen Diebstahls” (ZEIT) zunehmend zum Erliegen gebracht. Dass die stürmischen Zeiten der Copyright Wars dennoch weitergehen, scheint indes ausgemacht: Denn immer mehr Menschen spüren, dass Schutzrechte, die ursprünglich nur für professionelle Marktteilnehmer entwickelt wurden, in ihre ganz profanen Alltagsabläufe eingreifen. Man denke nur an einen Lehrer, der im 21. Jahrhundert noch mit dem Pritt-Stift hantieren muss, oder das schon fast sprichwörtliche Geburtstagsvideo auf YouTube.

Wikipedianer, die als starke, weil: autonome Urheber wertvolle Beträge zur Wissensallmende erbringen, werden sich in diesen Kämpfen nicht immer wiederfinden. Die “Kostenlos-Kultur”, die das Internet lange vor dem WWW und damit den digitalen Geschäftsmodellen entwickelt hat, gilt ihnen nicht als Diffamierung ihrer Tätigkeit, sondern als Aspekt einer Kultur des Teilens, die auf möglichst breiten Zugang statt auf Beschränkung setzt. Dass die Philosophie des Open Content nicht als nachahmenswertes Modell für sämtliche Marktteilnehmer im Internet taugt, sollte uns bewusst sein. Dass aber der Mehrwert freier Lizenzen neuerdings schon als Vorwand dafür herhalten muss, überhaupt keinen Reformbedarf mehr beim Urheberrecht zu erkennen, muss uns ernsthaft zu denken geben.

von Jan Engelmann - Mai 14, 2012 10:22

13. Mai 2012

Liesel

Der Ideen-Schmied

Der Benutzer:Stepro hat auf einer Seite in der Wikipedia seine Sicht der Dinge zum Community-Projekt-Budget dargelegt. Daraufhin entstand eine kleine unnütze Diskussion.

Aber um nochmal zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Was ist wichtiger, eine Idee zu haben oder versuchen eine Idee umzusetzen?

Natürlich hat der Mensch viele Ideen, ob privat oder im Beruf, beim Sport, beim Hobby, im Verein. Überall eben. Manche Ideen werden am Biertisch geboren und treten dann ihren Siegeszug um die Welt an. Der andere hat die entscheidende Idee mitten in der Nacht.Damit ist zwar die Idee in der Welt, aber noch nichts hat sich geändert. Was tun?

Eine Idee in die Welt zu bringen gibt es heute viele Möglichkeiten. Früher ging das nur im persönlichen Gespräch, später konnte man dann in Zeitungen oder in Büchern seine Ideen veröffentlichen. Heute geht es im Zeitalter des Internet noch einfacher. Ein Blog, eine Facebook- oder GooglePlus-Seite oder sogar eine eigene Website, mehr braucht man nicht, um seine eigenen Ideen in die Welt zu streuen. Das hat natürlich auch zur Folge, dass es immer schwieriger wird, mit der eigenen Idee wahrgenommen zu werden.

Die Wahrnehmung einer Idee ist aber nur der erste Schritt. Soll eine Idee auch verwirklicht werden, dann muss eines investiert werden. Dass muss nicht immer Geld sein, manchmal ist es auch Zeit oder ein anders Hobby oder oder. Wichtig ist aber, dass man andere Menschen von der Idee überzeugt. Das kann manchmal nicht auf Anhieb gelingen. Hier entscheidet sich dann auch, wie wichtig einem die Idee selber ist. Bleibe ich dran, oder habe ich nach einiger Zeit die eigene Idee und deren Verwirklichung schon wieder vergessen. Wenn ich andere Menschen von einer Idee überzeuge, baue ich natürlich auch die Basis aus, damit diese Idee noch weitergetragen wird. Gerade an diesem Punkt entscheidet es sich, wie wichtig mir eine Idee ist. Vielleicht muss ich auch andere knappe Ressourcen zu Gunsten meiner Idee nutzen.

Hier ist dann der entscheidende Punkt wie wichtig mir die Idee ist und wie diese Idee auch von anderen Menschen wahrgenommen wird. Sehen andere Menschen, dass der Ideen-Schmied für seine Idee bereit ist einiges zu opfern, lassen sie sich in der Regel viel schneller überzeugen, dass eine Idee wichtig ist. Dann sind andere Menschen auch selber bereit eigene Ressourcen oder Ressourcen die sie verwalten zur Verwirklichung einer Idee beizusteuern.

Wer natürlich nur Ideen in die Welt setzt und nicht bereit ist für die Verwirklichung dieser Ideen etwas zu opfern, ist weltfremd. Entweder hält er sich für so überlegen, dass es die Dummheit der anderen Menschen ist, wenn sie seine brillianten Ideen nicht anerkennen und umsetzen. Oder er will nicht erkennen, dass zur Umsetzung von eigenen Ideen vor allem viel eigenen Engagement und Überzeugungswillen gehört.

Die Menschen bekommen ständig irgendwelche Ideen unterbreitet. Warum sollen sie sich gerade für die interessieren, die der Ideen-Schmied nur halbherzig oder gar nicht unterstützt oder bei der sie den Eindruck haben, dass sie eine Idee nur umsetzen müssen, weil der Ideen-Schmied in der Rolle des Stärkeren ist und seinen Untergebenen die Umsetzung oktroyieren kann?

Ideen werden Realität, wenn es dem Ideen-Schmied gelingt andere Menschen mit seiner Idee zu begeistern und diese selber zum treibenden Kraft werden. Das geschieht nicht von selber, mit Fingerschnippen oder durch das Ausfüllen von Formularen. Da heißt es Herzblut zu investieren.

From the pain come the dream

From the dream come the vision

From the vision come the people

And from the people comte the power

From this power come the change.

Peter Gabriel “Fourteen Black Paintings”


Einsortiert unter:Sonstiges, Wikipedia Tagged: Ideen, Stepro, Wikipedia

von Liesel - Mai 13, 2012 01:15

11. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

RENDER-Projekt-Treffen in Madrid

Distrito Telefónica (Madrid), Foto: Luis García (Zaqarbal), CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Neues vom RENDER Forschungsprojekt:
Am 3. und 4. Mai nahmen Kai Nissen und ich am Projekttreffen aller Partner bei Telefónica in Madrid teil. Diese Treffen finden einmal pro Quartal statt und werden jeweils von einem anderen Projektpartner organisiert. Diese persönlichen Begegnungen ermöglichen einen direkten Austausch und die Gelegenheit über aktuelle Arbeiten zu sprechen. Außerdem kann schnell und unkompliziert an u.a. technischen Problemen getüftelt werden.
Während des letzten Meetings in Innsbruck wurde eine Änderung des Ablaufs für die kommenden Treffen beschlossen: der erste Tag wird für die Präsentationen der aktuellen Arbeiten sowie die Planung weiterer Arbeitsschritte verwendet, die notwendig sind um aktuelle Aufgabenpakete erfolgreich abschließen zu können. Am zweiten Tag, dem Programmiertag, nutzen wir die Zeit zur Besprechung konkreter technischer Schwierigkeiten mit einzelnen Partnern und notwendiger, gemeinsamer Programmierungen.

Der Präsentationstag

Am ersten Tag des Treffens präsentierten wir den aktuellen Stand des RENDER-Toolkits.
Darüber hinaus diskutierten wir unsere aktuellen Analysen zur Neutralität und Aktualität von Wikipedia-Artikeln.
Dabei verfolgen wir folgende Ideen:
Für die Messung von Neutralität untersuchen wir derzeit Bundestagsprotokolle um Ausdrücke identifizieren zu können, die prototypisch von einer bestimmten Partei bzw. Fraktion verwendet werden. Mit Hilfe dieser Ergebnisse werden wir in der deutschen Wikipedia nach politische Tendenzen suchen und auch die Entwicklungen über die Zeit auswerten.
Die Aktualität von Wikipedia-Artikeln berechnen wir gegenwärtig durch die Auswertung von Edit-Zahlen unter Beachtung verschiedener Sprachversionen eines Artikels. Diesen Ansatz, der im Change Detector-Tool auf dem Toolserver ausgetestet werden kann, wollen wir in einem weiteren Schritt mit Informationen aus externen Quellen wie z.B. Nachrichtenartikeln kombinieren. Unser Projektpartner JSI wird bei der Umsetzung dieser Idee eng mit uns zusammenarbeiten und stellte in Madrid seinen News-Crawler vor. Einen ersten Eindruck des Prototypen bekommt man auf dieser Demoseite.

Der Programmiertag

Am zweiten Tag spezifizierten wir mit JSI unsere technischen Anforderungen zur Auswertung der Aktualität durch die Verwendung zusätzlicher Informationen aus Nachrichten-Artikeln. Darüberhinaus definierten wir einen weiteren Ansatz zur Neutralitätsanalyse besonders in deutschsprachigen Wikipedia-Artikeln. Hierfür extrahierten wir für JSI einen Datensatz, das wir in den nächsten Tagen auch auf die Toolkitseite laden werden. JSI verwendet diese Daten um mit Hilfe von maschinellen Lernverfahren charakteristische Muster von “Nicht-Neutralität” in Artikeln zu identifizieren. Diese Arbeiten werden wir in den kommenden Monaten vertiefen.
Die Verbesserung des Toolkits war ein weiterer wichtiger Schwerpunkt an diesem Tag. Das “Viel-Augen-Prinzip” brachte auch hier wertvolle Vorschläge und Ideen.

Wir brauchen eure Unterstützung

Wir würden uns sehr über eure Rückmeldungen zum Toolkit freuen. Gebt uns doch bitte bescheid, wenn beispielsweise Beschreibungen unverständlich sind, Funktionen fehlen oder die Ergebnisse nicht nachvollziehbar sind. Das Toolkit ist in einem ständigen Erweiterungs- und Verbesserungsprozess – dafür brauchen wir auch eure Ideen!

Zur Vervollständigung unseres Teams suchen wir noch Software- und Web-EntwicklerInnen.
Meldet euche gerne bei Interesse und bitte unbedingt weitersagen!!

Bei weiteren Fragen und Anregungen freue ich mich über eure Nachricht an render@wikimedia.de!

Noch ein abschließendes Wort zu Madrid

Es soll eine tolle Stadt sein, hab ich gehört. Leider haben haben mich 14 Grad und Dauerregen nicht so richtig überzeugt. Aber das Telefónica-Hauptgebäude war ziemlich beeindruckend (siehe Foto)!

von Angelika Adam - Mai 11, 2012 04:55

10. Mai 2012

Finanzer

Ohne von wirklichem Vorteil für die Allgemeinheit?

Heise Online verweist heute in einem Newsartikel auf ein Positionspapier der VG Wort in dem diese zuerst behauptet, dass im aktuellen Urheberrecht alles knorke sei. So wird zwar zu Recht daraufhingewiesen, dass es Schranken im Urheberrecht gibt, die es ermöglichen auf geschützen Werken aufzubauen und diese frei zu verwenden. Dass diese Schranken arg eng gesteckt sind, wird aber verschwiegen. Außerdem gibt es ja Creative Commons Lizenzen, mit denen man sowas explizit erlauben würde. Auch seien ja analoge und digitale Privatkopien erlaubt, ohne allerdings zu erwähnen, dass ein Kopierschutz diese Schrankenregelung wieder aushebelt.

Am dreistesten wird es aus meiner Sicht als Wikipedia-Autor und Wikisource-Mitarbeiter aber im Abschnitt 3 mit dem Namen „Hände weg von Schutzfristen“. Zitat:

. Eine Schutzfristenverkürzung würde das
geistige Eigentum der Urheber deutlich entwerten ohne von wirklichem Vorteil für die
Allgemeinheit zu sein.

Bei dieser Behauptung kräuselt es mir die Fußnägel hoch. Dazu gehört auch der Umstand, dass die Schutzfrist derzeit bis 70 Jahre nach dem TOD des Urhebers läuft und eine Verkürzung das „Eigentum“ der Urheber also überhaupt nicht entwerten kann, weil es nicht mehr sein Eigentum ist, sondern dass seiner Erben. Geschenkt.

Wichtiger ist mir aber der zweite Teil der Behauptung, der für mich überhaupt nicht nachvollziehbar ist. Dafür zähl ich einfach nur mal ein paar Dinge aus meiner langjährigen Erfahrung bei Wikipedia und Wikisource auf, die der Allgemeinheit sehr wohl nutzen würden:

  • In der Wikipedia klafft eine riesige Lücke bei der Bebilderung von Artikeln zu Themen, die das 20. Jahrhundert betreffen. Sei es der Erste und Zweite Weltkrieg, moderne Kunst oder Politik und Gesellschaft der letzten Jahrzehnte. Mit einer drastischen Verkürzung der Fristen, könnten viel mehr Artikel mit den Werken von Künstlern illustriert werden, könnten Fotos und Zeichnungen der Ereignisse in die entsprechenden Artikel eingebaut werden. Und das wäre kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?

Im Artikel bei Heise wird auf eine Studie verwiesen, die zeigt, dass die langen Schutzfristen die Verfügbarkeit von Werken sehr wohl behindern und damit von Nachteil für die Allgemeinheit sind. Die folgende Grafik zeigt die Anzahl der bei Amazon vorhandenen Werke, gruppiert nach Jahrzehnt des Erscheines.

Die gleiche Situation, natürlich mit dem Unterschied bei Werken aus den letzten Jahrzehnten, ergibt sich bei Wikisource, wie die folgende Tabelle zeigt:

Jahrzehnt des Erscheines Anzahl Werke bei Wikisource
1900er 1930
1910er 1187
1920er 1209
1930er 529
1940er 16
1950er 8
1960er 12

Die weiteren Jahrzehnte spare ich mir mal, da es da nicht besser wird. Die wenigen Werke aus den Jahrzehnten nach 1940 sind zudem fast alles Gesetze und Gerichtsurteile.

Ein paar wenige absurde Beispiel, was uns derzeit auf Wikisource nicht möglich ist:

  • Eine im Jahr 1901 erschienene Doktorarbeit über ein historisches Thema, wird erst im Jahr 2026 gemeinfrei, da der Autor diese im Alter von 19 Jahren schrieb und später als Gymnasiallehrer und -direktor arbeitete und nie wieder als Historiker auftauchte. Diese Arbeit ist sicherlich nur von wissenschaftshistorischem Interesse, immerhin wird aber von bekannten Historikern der Zeit auf diese Arbeit verwiesen. Vermutlich sind sich die Erben dieses Gymnasialdirektors überhaupt nicht bewusst, dass sie die Urheberrechte an dieser Arbeit besitzen, kommerziell auswertbar wären sie ohnehin nicht mehr. Ein Themengebiet bei Wikisource könnte mit dieser Arbeit aber abgerundet werden. Kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?
  • Die Werke der von den Nazis im Jahr 1944 ermordeten Frauenrechtlerin und Dichterin Frida Spandow, können bis zum Jahr 2015 nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden. Bei Amazon gibt es überhaupt keine Werke von ihr und bei Google Books sind die Werke nicht einsehbar. Vermutlich sind ihre Werke verwaist, aber derzeit ist es nicht möglich ihre Werke bei Wikisource einzustellen. Wir würden es gerne tun und an sie und an viele andere von den Nazis Ermordeten erinnern. Das wäre kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?
  • Bei einigen Werken können wir nur den Text aber z.B. nicht die Illustrationen oder den künstlerischen Einband des Werkes zur Verfügung stellen, da diese weiterhin geschützt sind. Hier würden wir natürlich gern diese Werke in ihrer ganzen Pracht abbilden. Kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?
  • Bei Wikisource gibt es einige Texte zur Geschichte der Relativitätstheorie. Zitat Wikipedia: „Einsteins Hauptwerk, die Relativitätstheorie, machte ihn weltberühmt. Im Jahr 1905 erschien seine Arbeit mit dem Titel Zur Elektrodynamik bewegter Körper, deren Inhalt heute als spezielle Relativitätstheorie bezeichnet wird. 1916 publizierte Einstein die allgemeine Relativitätstheorie.“ Die Veröffentlichung dieser Arbeiten ist also mitllerweile rund 100 Jahre her. Nur wir können diese Arbeiten bei Wikisource nicht veröffentlichen, da diese erst im Jahr 2026 gemeinfrei werden. Die vollständige Darstellung der Geschichte eines der wichtigsten und folgenreichsten physikalischen Forschungsergebnisse, der Rezeption und Diskussion dieser Ideen wäre also kein wirklicher Vorteil für die Allgemeinheit?

Natürlich gibt es einige wenige Autoren deren Werke immer noch geschützt sind und die weiterhin aufgelegt und vertrieben werden, die allergrößte Masse der Werke steht derzeit aber der Allgemeinheit nicht zur Verfügung und Projekt wie Wikisource, die dies ermöglichen wollen, können dies schlicht nicht. Und ich empfinde es als eine Schande für  eine Kulturnation, dass so viele Werke auf Grund absurd langer Schutzfristen dem Vergessen anheimfallen.

von Finanzer - Mai 10, 2012 08:26

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 19/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (19/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA FOUNDATION: BERICHT ÜBER DEN FUNDRAISER 2011

Ein umfangreicher abschließender Bericht über die Spendenkampagne 2011 ist von der Wikimedia Foundation veröffentlicht worden.

WIKIMEDIA DISTRICT OF COLUMBIA

Die in Washington, DC ansässige Wikimedia-Organisation hat zum Auftakt einer Dialogreihe mit Botschaften in Washington eine Veranstaltung mit Vertretern aus Estland und der Washington European Society durchgeführt. Thema war die weltweite Freiheit des Internets.
In Vorbereitung der bevorstehenden Einstellung eines ersten hauptamtlichen Mitarbeiters hat Wikimedia DC außerdem einige Richtlinien für diesen Prozess beschlossen:

WIKIMEDIA MEXIKO

Wikimedia Mexiko hat einen Vorstand gewählt, zu dessen nächsten Aufgaben das Erarbeiten einer Jahresplanung gehören wird.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND

Wikimedia Deutschland war mit einem eigenen Stand auf der re:publica 12 in Berlin vertreten. Erste Rückblicke auf die Veranstaltung wurden im Blog von Wikimedia Deutschland veröffentlicht.
Außerdem konnten die Ergebnisse der Wahlprüfsteine bekanntgegeben werden, die Wikimedia Deutschland an alle Parteien im Vorfeld der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen verschickt hatte. Alle bisher im Landtag vertretenen Parteien antworteten:

WIKIMEDIA ÖSTERREICH

Nachdem der österreichische Verein kürzlich eine Strategieplanung für die nächsten drei Jahre erarbeitet hat, wurde nun als erster Schritt der Umsetzung die Stelle eines Geschäftsführers ausgeschrieben:

Projekte und Initiativen

GLAM BEI WIKIMEDIA SCHWEDEN UNTER NEUER FÜHRUNG

Wikimedia Schweden hat Axel Pettersson (User:Haxpett) als Koordinator für GLAM- und Outreach-Projekte eingestellt.

GLAM BEI DER AMERICAN ASSOCIATION OF MUSEUMS

Auf der größten Konferenz US-amerikanischer Museen haben verschiedene Wikipedians in Residence vor Museumsvertretern über ihre Erfahrungen als Bindeglied zwischen kulturellen Institutionen und Wikipedia referiert. Einen Rückblick gibt es im Blog der Wikimedia Foundation.

WIKIPEDIAN IN RESIDENCE: ÜBERSICHT

Mit Lane Rasberry wurde ein weiterer Wikipedian in Residence (WiR) in den USA angestellt. Rasberry wird für das Verbraucherschutzmagazin ”Consumer Reports” tätig werden. Mit Andrew Gray verkündete Wikimedia UK die Anstellung eines WiR an der Britsh Library (London). Eine Übersicht über die Wikipedians in Residence gibt es im Meta-Wiki.

BILDERSPENDE FÜR WIKIPEDIA

Das Walters Art Museum in Baltimore, Maryland (USA), hat 19.000 Fotos von Kunstwerken des Museums unter freier Lizenz auf Wikimedia Commons eingestellt. Die Zusammenarbeit mit Wikipedianern, um die Spende zu realisieren, begann während des GLAMcamp DC im Februar 2012.

OFFLINE-WIKIPEDIA IN KENIA

Wikimedia Kenia verfolgt ein Projekt, um Offline-Versionen von Wikipedia auf Rechnern an Schulen in Kenia zu installieren. Ein Rückblick auf das Unternehmen von Freiwilligen, landesweit 30 Schulen mit Wikipedia zu versorgen, findet sich im Blog der Wikimedia Foundation.

Studien und Statistik

WIKIPEDIA MOBIL

Die Wikimedia Foundation hat ihr Jahresziel 2012 bezüglich der Reichweite des Mobilangebots von Wikipedia erreicht. Demnach gab es im vergangenen April 2,089 Millarden Seitenzugriffe auf mobile Wikipedia-Versionen. Im Jahresvergleich ist das eine Steigerung von 187 Prozent, die unter anderem mit der Veröffentlichung der offiziellen Android-App für Wikipedia und dem neuen Mobildesign zusammenhängt.

Technik

WIKIMEDIA FOUNDATION: TECHNIKBERICHT

Ausführliche Informationen über den Zwischenstand sämtlicher technischer Entwicklungen der Wikimedia Foundation beinhaltet der entsprechende Monatsbericht für April 2012.

DATENSICHERHEIT

Die Wikimedia Foundation hat eine Kooperation mit dem Unternehmen DigiCert bekanntgegeben. DigiCert soll die Sicherheit von Daten auf den Webseiten der Wikimedia-Projekte gewährleisten. Dazu gehört auch der Mobilbereich. Details im Blog der Foundation:

MATHJAX ERSETZT TEX (EXPERIMENTELL)

LaTeX zur Auszeichnung von mathematischen Formeln bleibt Wikipedia erhalten, aber es gibt jetzt auf allen Wikimedia-Projekten eine Alternative zu TeX beim Rendern der Formeln zur Darstellung im Webbrowser. In den Konto-Einstellungen kann man unter “Aussehen/Math” wählen zwischen der Darstellung des TeX-Quelltexts, einer Darstellung der Formel im Artikel als Grafik (PNG) oder einer Darstellung mit Hilfe von MathJax.
Die neue Lösung ist noch experimentell und fehleranfällig. Sie bietet den Vorteil, dass Formeln per Copy und Paste in MathML übertragen werden können. Außerdem passen sich die Formeln typographisch schöner in das Schriftbild des Webbrowsers ein als die geTeXten PNGs. Das Portal:Mathematik diskutiert und sammelt Erfahrungen mit der neuen Erweiterung. MathJax ist eine JavaScript-basierte Lösung und funktioniert mit allen modernen Webbrowsern. Das Standard-Paket für den mathematischen Formelsatz AMS-LaTeX wird unterstützt.

WIKIDATA

Das Wikidata-Team hat eine Einführung mit Anschauungsbeispielen zum künftigen Verlinken von Artikeln in verschiedenen Wikipedia-Sprachversionen veröffentlicht:

Termine

WIKIMEDIA-SPRECHSTUNDEN PER GOOGLE-KALENDER

Die Sprechstunden (office hours) der Wikimedia Foundation sind jetzt zusätzlich zu der Ankündigung im Meta-Wiki auch über einen öffentlichen Google-Kalender zu abonnieren.

WAHLEN ZUM SCHIEDSGERICHT ANGELAUFEN

Bis zum 21. Mai 2012 werden fünf Nachrücker in das Schiedsgericht der deutschsprachigen Wikipedia gewählt. Zwölf Kandidaten stehen zur Wahl.

HIGHBEAM RESEARCH NUN WÖCHENTLICH

Bewerbungen um einen Zugang zu der Datenbank HighBeam Research sind weiterhin möglich. Die restlichen verfügbaren Accounts werden nun im Wochentakt vergeben. Jeder, der seit mindestens einem Jahr in Wikipedia angemeldet ist und mindestens 1000 Bearbeitungen vorgenommen hat, kann sich in die entsprechende Liste in der englischen Wikipedia eintragen.

WIKIMEDIA BEIM LINUXTAG 2012

Vom 23. zum 26. Mai, präsentieren sich Wikimedia Deutschland, Österreich und Schweiz erstmals gemeinsam bei einer Konferenz. Auf dem Gelände der Messe Berlin findet der LinuxTag statt, die führende Messe zu Open Source-Trends mit umfangreichem Vortrags- und Workshopprogramm.
Kostenlose E-Tickets werden gerne verschickt. Dafür bitte melden bei manuel.schneider@wikimedia.at.

von Michael Jahn - Mai 10, 2012 03:54

09. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia Commons auf der re:publica 2012

1. Seite des PDF
1. Seite des PDF

Auf Einladung von Jan Engelmann war ich drei Tage am Stand von Wikimedia Deutschland auf der re:publica. Es ergaben sich viele wichtige Gespräche über Wikipedia und Wikimedia Commons; u.a. konnte ich einem Entwickler im WissensWert-Projekt “Open-Access-Medienimporter für Wikimedia Commons” helfen und lernte den Mitarbeiter des DLR kennen, der die Freigabe der DLR-Fotos unter der cc-by-sa-3.0-Lizenz betreut.

Am 2. und 3. Veranstaltungstag hatte ich dann jeweils Vorträge am Stand über Wikimedia Commons. Diese hatten leicht unterschiedliche Zielsetzungen: Der 1. Vortrag war mehr eine Vorstellung von Wikimedia Commons im allgemeinen und wie man am einfachsten zum Ziel kommt: Passende Fotos für seine eigene Publikation/sein eigenes Blog zu finden (PDF der Präsentation). Leider war dieser Vortrag am späten Nachmittag nicht so gut besucht, trotzdem zeigte sich auch hier, dass a) der Commonscat-Link am Ende der Artikel weitgehend unbekannt ist, b) die Suche in Commons verbesserungswürdig ist. Jan fragte mich noch, was ich mir von der Wikimedia Foundation wünschen würde, hätte ich jetzt 1 Wunsch frei. Nun, es gibt viel zu tun, aber das wichtigste scheinen mir doch maschinenlesbare Metadaten (Urheber, Lizenz, etc.) zu sein. Dann endlich können Tools entwickelt werden, die sauber funktionieren und beispielsweise dem Blogger, der ein Bild von uns nutzen möchte, gute Vorlagen zum Kopieren der Urheber-/Lizenzinformationen zur Verfügung stellen.

Mein Vortrag am 2. Tag lag am Vormittag und hatte mit dem Thema “Wenn die Zeit mal wieder knapp ist: Wikimedia Commons für Bilderprofis” (PDF der Präsentation. Ich bitte um Verzeihung, dass das PDF nicht auf jede lizenztechnische Feinheit eingeht, aber dafür war nicht die Zeit) die Zielsetzung, über klassische Fehler bei der Nachnutzung und die korrekte Form der Nachnutzung zu informieren. Mit 15 Zuhörern hatte ich diesmal ein großes Publikum, das vor allem aus potentiellen Nutzern bestand und die  gezielt Fragen stellten. In vielen Gesprächen im Anschluss an den Vortrag konnten noch Detailfragen geklärt und Wissen vertieft werden.

Fazit: Über die Möglichkeiten von Wikimedia Commons inkl. der korrekten Nutzung ist immer noch viel Aufklärungsarbeit notwendig.

PS: Gestern Abend, völlig unabhängig von den Vorträgen, erreichte mich eine Frage zu einem meiner Fotos: “Tatsächlich ist es für mich insbesondere auch bei den Lehrbüchern für Piloten, die ich als Autor hauptsächlich verfasse, immer sehr schwierig, die Verwendbarkeit eines Wikipedia Fotos zu beurteilen. Vielfach werden dort Nutzungsbedingungen genannt, die nur die Verwendung im Internet und nicht das Druckmedium berücksichtigen.” Nein, das ist kein verstecktes GFDL-Bashing, sondern O-Ton eines Nutzers.

von raymond - Mai 09, 2012 10:09

“Mit Ignoranz sind wir bisher gut gefahren” – Auch DIE PARTEI antwortet

Martin Sonneborn, Foto: TobiasK, CC-BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Oft zeigen Nachzügler eine entwaffnende Nachlässigkeit, man verzeiht ihnen das Zu-spät-Kommen, schluckt das Grummeln einfach runter. Ein lustiger, hingeraunter Satz genügt oft, um den angesammelten Frust der Wartezeit schnell in allgemeines Wohlgefallen aufzulösen.

So ähnlich ging es uns gestern mit DIE PARTEI (Wahlslogan: “Ihre Atome sind mir wichtig”). Also jener pfiffigen Gruppierung, die nicht nur eine schiefe Grammatik erzeugt, sondern auch schief zu den anderen Wettbewerbern im politischen Betrieb liegt.

Als Mathias Schindler gestern die Antworten zu unseren NRW-Wahlprüfsteinen veröffentlichte, hatten uns Sonneborns Schergen schnöde eine Antwort verweigert – obwohl wir geradezu darum gebettelt hatten. Umso größer war die Freude, als um 18:49 Uhr (MEZ) der situationistische Schmonzes schließlich im txt-Format bei uns anlangte.

Erwartungsgemäß legen die verwöhnten Publikumslieblinge, die sich sogar Bela B. als Wahlkampf-Testimonial locker leisten können, keinen besonderen Wert auf Konsistenz. Dennoch müssen wir einräumen, dass die Spaßguerilla sich, angeleitet vom Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke, offenbar so etwas wie wissenschaftliche Akkuratesse zu eigen gemacht hat. Wie man sich anhand des Gesamttableaus der Antworten überzeugen kann, sind einige Antworten von DIE PARTEI zumindest konkreter als im Falle der CDU, der das kleinteilige Prozedere offensichtlich doch etwas zu mühsam erschien. Dennoch: Angesichts des erneut guten Rücklaufs freuen uns jetzt schon auf die Bundestagswahl.

von Jan Engelmann - Mai 09, 2012 08:13

08. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

re:publica 2012 – Rückblick auf drei Tage für Freies Wissen

Wikimedia Deutschland auf der re:publica 2012 (Foto: Raimond Spekking, CC-BY-SA 3.0*; via Wikimedia Commons)

Am Freitag, den 4. Mai, endete die größte deutsche Web-Konferenz mit ihrem dritten Veranstaltungstag. Wie im Vorfeld angekündigt, war Wikimedia Deutschland in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem eigenen Stand vor Ort, um über Freies Wissen aufzuklären. Die Idee dieses festen Anlaufpunkts für Neugierige zahlte sich aus. Zwar ist die re:publica traditionell ein Ort, an dem netzaffine Menschen schnell ins Gespräch kommen, aber der Wikimedia-Stand machte den Verein über alle drei Tage für jeden Besucher permanent sichtbar. Der offene Raum mit kleiner Bühne lag mitten in der Haupthalle des Veranstaltungsortes, die Zugang zu den acht Rednerbühnen der re:publica bot. An uns und unseren Themen führte also kaum ein Weg vorbei!

Unser Programm

In den Vorbereitungen zur Veranstaltung ging es uns darum, am Stand mit einem gut ausgelasteten Programm über Ziele des Vereins zu informieren und, natürlich, jederzeit für Fragen und Antworten zur Verfügung zu stehen. Erfahrene Wikipedia-Aktive und Mitarbeiter der Geschäftsstelle riefen in ihren Präsentationen und Diskussionsrunden zum Mitmachen in den Wikimedia-Projekten auf. Wiederkehrende Themen waren unter anderem Partizipation, Wikipedia im Bildungskontext, freie Lizenzen und ihre richtige Anwendung, sowie das neue Großprojekt Wikidata. Rückblicke auf einzelne Veranstaltungen werden noch folgen.

Ein Fazit ließ sich bereits direkt nach der Veranstaltung ziehen: Wir konnten viele Wissenslücken der Gäste rund um Wikipedia und Wikimedia schließen. Die Nachfrage nach unseren mitgebrachten Infomaterialien war groß und die Ehrenamtlichen standen uns mit ihrem Expertenwissen tatkräftig zur Seite. An dieser Stelle noch einmal vielen Dank an alle Beteiligten!

Gespräche mit der Presse

Der Wikimedia-Stand diente uns insbesondere auch als Forum für Journalisten, um Hintergrundgespräche und Interviews durchzuführen. Es waren Medienvertreter aus aller Welt vor Ort – von Russland bis Österreich wollte man mit uns über unsere Arbeit sprechen. Einige erste Beiträge finden sich bereits im Pressespiegel – weitere werden folgen.

 

von Catrin Schoneville - Mai 08, 2012 04:20

Antworten der Wikimedia-Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen

Wir veröffentlichen heute alle eingegangenen Antworten zu unseren 18 Wahlprüfsteinfragen, die wir Mitte April an die zur Wahl zugelassenen Parteien in Nordrhein-Westfalen verschickt haben. 8 Parteien haben inhaltlich geantwortet, die ödp und die Familienpartei haben uns geschrieben, dass sie in der Kürze der Zeit keine Entscheidungsfindung betreiben können, die eine Beantwortung unserer Fragen ermöglicht. Der Kreis der antwortenden Parteien entspricht damit mit einer Ausnahme genau dem Kreis der Antworten unserer Wahlprüfsteine, die wir zur Abgeordnetenhauswahl 2011 in Berlin verschickt haben: Die Partei für soziale Gleichheit tritt in NRW nicht an, dafür hat die Partei der Vernunft geantwortet, deren Profil sich am ehesten mit libertär umschreiben lässt.

Die Umstände für die Beantwortung von 18 Wahlprüfsteinen waren diesmal etwas erschwert, da aufgrund des vorzeitigen Endes der alten Legislaturperiode den Parteien deutlich weniger Zeit zur Vorbereitung und für den eigentlichen Wahlkampf blieb. Umso mehr möchten wir allen Parteien für ihre teilweise sehr ausführlichen Antworten danken. Eine Besonderheit gilt beim Antwortschreiben der CDU, das aus einigen Positionierungen zu bundespolitischen urheberrechtlichen Aspekten besteht, die wir für diese Landtagswahl weder abgefragt haben, noch sinnvoll verwenden können.

Die Beurteilung der Antworten möchten wir bewusst den Wählerinnen und Wählern von Nordrhein-Westfalen überlassen, die am kommenden Sonntag zur Stimmabgabe aufgerufen sind, daher beschränken wir uns bewusst auf eine knappe Zusammenfassung.

Bildungspolitik

In einem der genuinen Landesthemen, der Bildung, haben die Parteien davon Gebrauch gemacht, ihre Vorstellungen darzulegen,.

Freie Bildungsinhalte (Open Educational Resources)

Sofern konkret auf Open Educational Resources Bezug genommen wird, geschieht dies mehrheitlich positiv.

§53 UrhG und dessen Durchsetzung an Schulen

Zwischen unserer Frage und der der Veröffentlichung der Antwort lag die zwischen Kultusministerien und Schulbuchverlagen getroffene Entscheidung, keine Software zur Suche nach unzulässigen digitalen Kopien von Schulbüchern auf Schulbüchern (“Schultrojaner”) einzusetzen, dies entspricht auch der einmütigen Ablehnung dieses im ursprünglichen Vertragstext vereinbarten Instruments.

Zugang zu wissen und kulturellem Erbe

So sehr die Kulturförderung als Landesaufgabe wahrgenommen wird, so ablehnend oder indifferent stehen hier die meisten Parteien den Projekten Europeana und der Deutschen Digitalen Bibliothek gegenüber.

Gebührenfinanzierte Inhalte

Mehrheitlich werden die aktuellen Depublikationsvorschriften abgelehnt, einige Parteien haben in den Antworten auch klare Vorstellungen für die Einräumung erweiterter Nutzungsrechte für gebührenfinanzierte Inhalte geäußert, mitunter schon verbunden mit konkreten -nd oder -nc-Klauseln und ohne dass dies als Widerspruch zum Konzept Freier Lizenzen steht.

Staatliche Werke / Offene Regierungsdaten

Im Grundsatz gibt es eine Zustimmung für die Schaffung eines Open Data Portals für das Land Nordrhein-Westfalen, Unterschiede liegen im Grad der Verbindlichkeit der Prinzipien freier Nutzbarkeit von Open Government Data. Erfreulich ist die hohe Zahl an Antworten, die ein Verständnis des Unterschieds von Freier Lizenz vs. einfacher Kostenfreiheit erkennen lässt, oft bleibt es jedoch bei der Referenzierung von “Creative Commons”-Lizenzen ohne Klarstellung, ob damit solche Lizenzen ohne -nc oder -nd-Klausel gemeint sind.

Netzsperren

Abgesehen von einer Kleinpartei lehnen alle antwortenden Parteien Netzsperren ab, sowohl für die Zukunft auch hinsichtlich der Sperrverfügungen der Düsseldorfer Bezirksregierung, die bereits zum überwiegenden Teil von Gerichten kassiert wurden.

Netzpolitik im Land

In der bewusst offenen Fragestellung haben viele Parteien die Chance genutzt, den Wunschschwerpunkt ihrer netzpolitischen parlamentarischen Arbeit in den kommenden Jahren aufzuführen.

von Mathias Schindler - Mai 08, 2012 09:56

07. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

The first month of Wikidata

Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.

Wikidata at re:publica (Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0)

The Wikidata team has been working for a bit over a month now and first results are visible. We are posting daily updates on Twitter and identi.ca as well as weekly updates on Meta. I’d like to give you a short summary of the first month. It does not cover everything but should give you a good overview.

We started with a lot of introductions to Wikimedia, git, Wikidata and the ideas behind it for the part of the team that was new to it. This helped get everyone on the same page and ready to start working at full speed. Based on this we published some of the most important points that clarify our basic assumptions and requirements. The data model and the first part of the API have been published for comments too.

Development

Coding started on the first phase of Wikidata – the interwiki links. The goal of that phase is to make it possible to store interwiki links (links in the sidebar linking to articles about the same topic in different languages) centrally in Wikidata instead of in the wiki text of each article in each language. We are developing two MediaWiki extensions that are the base for Wikidata: Wikibase Client and Wikibase Core. We have made good progress on this and are planning to have a demo system for you to try out soon. A lot of work has gone into the form-based interface for editing this in Wikidata already as well as being able to show the links from Wikidata in Wikipedia. Wikibase Core and Wikibase Client have been added to translatewiki.net where you can help out translate the extensions.

For the second and third phase we have started collecting use-cases for infoboxes and queries. Please take a look and add any interesting existing use-cases you can think of that Wikidata should support in the second and third phase.

Since Wikidata work is done in the open you can follow the development closely and influence it on Meta and the mailing list.

Events

We held the first two rounds of Wikidata office hours on IRC and attended quite a few events. You can find the logs and schedule for the next office hours and other future events on the events page. Some of the events we attended lately: SMWCon, WWW2012, re:publica, Wikipedia Stammtisch in Berlin and the membership assembly of Wikimedia Deutschland.

Discussions and Press

We have started collecting articles in the press and blogs. I have addressed some of the feedback in a separate blog post.

von Lydia Pintscher - Mai 07, 2012 03:09

Der erste Monat von Wikidata

Wikidata auf der re:publica (Raimond Spekking / CC-BY-SA-3.0)

Das Wikidata Team hat vor etwas mehr als einem Monat seine Arbeit begonnen und die ersten Resultate sind nun sichtbar. Wir posten täglich auf Twitter und identi.ca und es gibt wöchentliche Updates auf Meta. Ich möchte euch eine kurze Zusammenfassung des ersten Monats geben. Sie deckt nicht alles ab aber sollte einen guten Überblick geben.

Wir haben mit Einführungen zu Wikimedia, git, Wikidata und den Ideen dahinter begonnen für den Teil des Teams für den das neu war. Das hat geholfen alle auf den gleichen Stand zu bringen, sodass es danach sofort losgehen konnte. Basierend darauf haben wir die wichtigsten Punkte veröffentlicht die unsere grundlegenden Annahmen und Anforderungen bilden. Weiterhin wurden das Datenmodell und der erste Teil der API veröffentlicht für Kommentare.

Entwicklung

Die Entwicklungsarbeit für die erste Phase von Wikidata hat begonnen – Interwiki Links. Das Ziel dieser Phase ist es zu ermöglichen die Interwiki Links (Links in der Seitenleiste zu Artikeln zum gleichen Thema in anderen Sprachen) zentral in Wikidata zu speichern anstatt im Wikitext jedes Artikels in jeder Sprache. Wir entwickeln zwei Extensions als Grundlage von Wikidata: Wikibase Client und Wikibase Core. Wir haben gute Fortschritte gemacht und werden bald ein Demosystem zum Testen bereitstellen. Viel Arbeit ist in die Formular-basierte Benutzeroberfläche zum Editieren der Links in Wikidata geflossen sowie das Anzeigen der Links aus Wikidata in Wikipedia. Wikibase Core und Wikibase Client sind jetzt auch auf translatewiki.net verfügbar wo ihr helfen könnt diese Extensions zu übersetzen.

Für die zweite und dritte Phase haben wir begonnen Anwendungsfälle für Infoboxen und Abfragen zu sammeln. Schaut es euch bitte an und fügt relevante existierende Anwendungsfälle hinzu von denen ihr glaubt, dass Wikidata sie in der zweiten und dritten Phase unterstützen sollte.

Da die Arbeit an Wikidata öffentlich ist, kannst du die Entwicklung auf Meta und der Mailingliste verfolgen und beeinflussen.

Veranstaltungen

Wir haben die ersten zwei Runden Sprechstunden im IRC gehalten und einige Veranstaltungen besucht. Die Aufzeichnungen der vergangenen Sprechstunden und den Zeitplan für die nächsten sowie Informationen über weitere Veranstaltungen findet ihr auf der Veranstaltungsseite. Einige der Veranstaltungen die wir besucht haben: SMWCon, WWW2012, re:publica, Wikipedia Stammtisch in Berlin und die Mitgleiderversammlung von Wikimedia Deutschland.

Diskussionen und Presse

Wir haben angefangen Artikel aus Presse und Blogs zu sammeln. Ich habe einige der Fragen und Anmerkungen in einem seperaten Blogeintrag beantwortet.

von Lydia Pintscher - Mai 07, 2012 03:09

04. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia auf dem Fundraising Kongress 2012

Was haben Sasha Lobo, Reinhold Messner und Jimmy Wales gemeinsam? Diese Frage habe ich mir gestellt, bevor ich als Referent den Deutschen Fundraising Kongress 2012 in Berlin besuchte. Der Fundraising Kongress ist das alljährliche Treffen der deutschen Fundraising-Szene und dieses Jahr kamen mehr als 750 Teilnehmer in das andel´s Hotel in Berlin zusammen. Ich war zum dritten Mal in Folge als Referent eingeladen, um über unsere Spendenkampagne zu berichten (der diesjähriges Vortrag war ein Konzentrat meiner Präsentation auf dem Online-Fundraising-Kongress im Januar). Bei meinen Vorträgen merke ich vor allem zwei Sachen: 1. Selbst unter Fundraisern kennen nicht alle die erfolgreichste Online-Spendenkampagne in Deutschland (unsere) 2. Wir sind mit unserer testorientierten und transparenten Vorgehensweise schon einzigartig.

Doch meine Aufgabe bei der Veranstaltung war natürlich nicht nur das Referieren, sondern besonders auch das Vernetzen und Lernen. Und lernen können wir noch viel. Denn während z.B. Greenpeace ein ausgereiftes und stringentes Story-Telling vorweisen kann, sind wir als vergleichsweise junge Bewegung noch auf der Suche. Welche Art von Geschichte funktioniert für unser Fundraising am besten? Welche Geschichten möchten unsere Leser und Spender hören? Auf dem Kongress spreche ich mit Agenturen und anderen Organisationen und besuche die wenigen Veranstaltungen zum Story-Telling, um diesen Fragen auf den Grund zu gehen. Was wir jedoch schon jetzt wissen: mit Hilfe des Testens werden wir unsere Art des Geschichtenerzählens irgendwann herausfinden. Dafür benötigen wir jedoch mehr Geschichten von den Menschen hinter Wikipedia. Und deshalb seid ihr gefragt. Warum engagiert ihr euch für Wikipedia und Freies Wissen? Warum ist Wikipedia unterstützenswert? Was verbindet euch mit Wikipedia? Diese Fragen möchte ich euch stellen. Klingt interessant? Unter till.mletzko@wikimedia.de könnt ihr mich erreichen.

Was haben nun die drei anfangs erwähnten Personen gemeinsam? Nun, sie sind Helden (zumindest in den Augen vieler Menschen)! Sie sind Helden, genauso wie die Greenpeace-Mitarbeiter in den Schlauchbooten oder die Mitarbeiter vor Ort von Ärzte ohne Grenzen und genauso wie die vielen tausende Freiwilligen, die Wikipedia erstellen und jeden Tag etwas besser machen. Genauso wie ihr.

von Till Mletzko - Mai 04, 2012 09:00

03. Mai 2012

Liesel

1 Tag und 200 m

Am 17. Dezember 1900 fand an der Waadtländer Riviera eine Vorführung mit einem Obus-Fahrzeug statt. Die Angaben dazu in der Literatur sind mehr als dürftig.

Inzwischen sprengen die Diskussionen um das Thema jeglichen Rahmen und sind um ein vielfaches länger als die Angaben in der Literatur:

- Artikel
- Artikeldiskussion
- Löschdiskussion
- Löschprüfung.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Artikel, Obus, Wikipedia

von Liesel - Mai 03, 2012 08:45

Nimm’s wie ein Mann

Im Webspace des WordPress-Bloges von Andreas Kemper (Wikipedia-Benutzer:Schwarze Feder) ist ein Pamphlet unter dem Titel “Nimm’s wie ein Mann”: “Gender-Gehampel” in der Wikipedia” hinterlegt.

Was auf dem ersten Anschein den seriösen Anspruch einer Dokumentation von Sexismus in der Wikipedia erweckt, wird beim genaueren Hinschauen zu einem rein propagandistischen Machwerk mit der Absicht anderen Menschen zu schaden.

Ich mache mir nicht die Absicht, dieses Werk bis ins kleinste zu analysieren. Aber einige Anmerkungen sollten erlaubt sein.

  • Die Autoren (im folgenden A.) sind nicht bekannt, weder mit bürgerlichen Namen noch mit irgendeinem Pseudonym.
  • Es wird konsequent unterschieden zwischen Autor_innen und Admins. Angesichts dieser diskriminierenden Schreibweise gehen die A. davon aus, dass Admins immer männlich sind. Zumindest ist es nicht verwunderlich, dass die A. als Gegner des Generischen Maskulinums die männliche Form bei negativ besetzten Begriffen bevorzugt einsetzen.
  • Der Diderot-Club wurde nicht als Forum zur Bekämpfung von neonazistischen Aktivitäten gegründet. Der Diderot-Club I entstand im Januar 2008 im Umfeld der allgemeinen Unzufriedenheit mit den Aktionen einzelner Administrator_innen bzw. dem Umgangston einzelner Benutzer_innen. Aktiv wurde der DC I auch, als das Buchprojekt der Wikipedia mit dem “bösen” Bertelsmann-Verlag bekannt wurde und die Gefahr einer Einflussnahme bestand. Schnell machten die unmöglichsten Verschwörungstheorien die Runde. Der Diderot-Club II entstand im März 2009. Auch hier stand nicht die Bekämpfung von neonazistischen Aktivitäten im Mittelpunkt. Stattdessen waren der deutsche Förderverein Wikimedia Deutschland e. V., Personen des Vereines sowie weitere Menschen Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Da ging es in den seltensten Fällen um konstruktive Kritik an bestimmten Vorgängen. Vielmehr wird immer wieder deutlich, dass die Hauptautor_innen der Seite vorsätzlich und gezielt versuchen das Ansehen des Vereines sowie einzelnen Personen nachhaltig zu schädigen und in Verruf zu bringen. In diesem Zusammenhang wird dann auch nicht vor dem Streuen unwahrer sexistischer oder privater Gerüchte zurückgeschreckt. Aber es ist schon bezeichnet, wie die A. versuchen den Diderot-Clubs eine antifaschistische Grundlage unterzuschieben und die Gegner der Clubs in die rechtsextreme Ecke zu schieben beabsichtigen.
  • Es gibt keinen Konflikt zwischen politisch konservativ eingestellten Autor_innen und den Autor_innen der Diderot-Seite. Es handelt sich vielmehr um einen Konflikt zwischen konstruktiven Enzyklopädie-Autor_innen und destruktiv agierenden Benutzer_innen.
  • Die Wikipedia ist keine zerstrittene Community. (S. 6) Es ist wie überall, dass es in einzelnen Bereichen einen mehr oder weniger großen Dissens gibt. Dabei aber von einer zerstrittenen Community zu sprechen entbehrt jeglicher Realität. Auf eine solche Sichtweise kann nur kommen, wer selber nur noch im Streit überall in der Wikipedia agiert.
  • Es wird kein Beweis für die Behauptung rbracht, dass die Situation zum Gender-Gap in der deutschsprachigen Wikipedia schlechter ist als in der englischsprachigen (S. 8).
  • Auf Grund der unterschiedlichen sprachlichen Gegebenheiten, gibt es z. B. in anderen Sprachen keine Unterscheidung zwischen männlichen und weiblichen Bezeichnungen.
  • Auch in der englischen (Feminists), der Wikipedia auf Afrikaans (Feministe) etc. werden Männer und Frauen in ein und dieselbe Kategorie einsortiert. Technische Lösungen für diese Problematik werden immer wieder angedacht. Da man auf der einen Seite keine getrennten Kategorien für Männer und Frauen wünscht, aber andererseits die Kategorien in den Artikeln geschlechtergerecht anpassen will, sind hier weitreichenden Änderungen notwendig. Anscheindend ist dieses Problem für Sue Gardner weniger wichtig als die Einführung von Zensurmaßnahmen.
  • Über die De-Administrierung haben seit der Einführung dieses Verfahrens 2005 nicht allein die Administrator_innen entschieden. Auf Initiative von 10 Benutzern konnte ein Abwahlverfahren initiiert werden. Einer der ersten der abgewählt wurde war der Hauptprotagonist des Diderot-Clubes der Benutzer:Simplicius. Hier das Abwahlverfahren.
  • Schließlich fällt noch auf, dass die A. konsequent zwischen Administrator_innen und Autor_innen unterscheiden. In der überwiegenden Anzahl der Fälle hat die Mehrzahl der Administrator_innen konstruktiv mehr zum Inhalt der Enzyklopädie beigetragen, als die vielfach von den Autoren so gerühmten “Autor_innen”.

Summarisch ist festzustellen, dass die Autoren dieser Aufsatzes selber nicht in der Lage sind die Situation diskriminierungsfrei zu erfassen und darzustellen. Der Verbesserung der Situation von Frauen in der Wikipedia wird dadurch ein Bärendienst erwiesen und eine Verbesserung des Gender-Gap wird nicht erreicht. Dazu finde ich es erschreckend, wie unter dem Vorwand der Verbesserung der Situation der Frauen in der Wikipedia, wohlwollend die Diskretitierung von Wikipedia-Autoren betrieben wird. Über die Gründe für dieses die Wikipedia nachhaltig schädigende Verhalten der A. kann man vielfältig spekulieren. Aber es dient in keinem Sinne den Frauen und in absolut keinem Sinne der Verbesserung der Wikipedia.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Gender Gap, Liesbeth, Wikipedia

von Liesel - Mai 03, 2012 08:26

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 18/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (18/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

NEUER VORSTAND BEI WIKIMEDIA NORWEGEN

Die Mitgliederversammlung von Wikimedia Norge hat am 26.04.2012 einen neuen Vorstand gewählt, der sich auch kurz in englischer Sprache vorstellt:

WIKIMEDIA SERBIEN

Die serbische Länderorganisation hat eine Reihe von Satzungsbeschlüssen und Richtlinien zur Professionalisierung veröffentlicht.

MONATSBERICHTE

Wikimedia Schweden hat die Monatsberichte für das erste Quartal 2012 veröffentlicht:
Wikimedia Deutschland hat den Monatsbericht für April veröffentlicht:

WIKIMEDIA FOUNDATION UND HARVARD

Die Wikimedia Foundation und die Harvard University haben ein Stellenangebot für einen sogenannten Fellow im Wissenschaftsbereich ausgelobt. Ziel des einjährigen Projektes ist es, Wikipedia-Artikel zu verbessern. Alle Informationen zum Stellenangebot:

Projekte und Initiativen

NEUE MITGLIEDER IM COMMUNITY-PROJEKTBUDGET (CPB)

Im April fanden die Wahlen sowohl der Vereins- als auch der Community-Vertreter für das CPB statt. Für die Community wurden die Benutzer Atomiccocktail, Marcela und Hubertl gewählt. Die Vereinsvertreter sind Rainer Braun, Veronika Rüther-Weiß und Jürgen Friedrich.

WIKIMANIA 2013

Das jährliche internationale Treffen von Wikimedia-Aktiven findet 2013 in Hong Kong statt. Eine Auswahljury vergab die Veranstaltung, nachdem sich insgesamt fünf Städte beworben hatten. Nicht in die Endrunde der Entscheidung schafften es Bristol, Neapel und Surakarta. Der zweite Finalist neben Hong Kong war London.

ERINNERUNGSPOST

Die Wikimedia Foundation berichtet von einem Test, um Wikipedia-Autoren wieder zum Bearbeiten von Artikeln zu motivieren, die augenscheinlich inaktiv geworden sind. Dazu wurden solche Autoren per persönlicher E-Mail kontaktiert und ermutigt, wieder aktiv zu werden. Die Erfolgsrate in diesem Test lag bei fünf Prozent. Ausführliche Informationen gibt es hier:

WIKICUP

Im Blog der Wikimedia Foundation wird der Artikelwettbewerb WikiCup ausführlich vorgestellt. Nach dem englischsprachigen Vorbild läuft in diesem Jahr erstmalig ein deutschsprachiges Pendant. Im Folgenden Links zum Blogbericht und zum aktuellen deutschen Wettbewerb.

Studien und Statistik

WIKIMEDIA FOUNDATION: RESEARCH NEWSLETTER

Dieses Mal im monatlichen Newsletter zu wissenschaftlichen Arbeiten rund um Freies Wissen: Zwei Forscher belegen, dass ideelle Auszeichnungen für sehr aktive Beitragende zu Wikipedia deren Produktivität erheblich erhöhen. Außerdem kommt eine Studie zu dem Schluss, dass Wikitionary als Projekt konkurrenzfähig gegenüber traditionellen Lexika sei. Ein weiteres der zahlreichen Themen des Newsletters ist eine Erhebung, nach der etwa jeder vierte Artikel in der englischsprachigen Wikipeida mit einem Überarbeitungshinweis (im weitesten Sinn) versehen ist. Alle Details finden sich im entsprechenden Blogposting:

EDITIERVERHALTEN

Eine weitere Studie ergibt, dass die Tätigkeiten, die freiwillige Helfer am häufigsten in Wikipedia ausüben, kleinere Bearbeitungen an Artikeln oder das Verbessern und Erstellen neuer Artikel sind. Bearbeitungen außerhalb des Artikelnamensraums sind seltener. Im Vergleich der umfangreichen englischen und deutschen Sprachversionen von Wikipedia mit kleineren Versionen zeigt sich, dass in Letzteren der Anteil an Übersetzungsarbeiten weitaus größer ist.

AUTORENSTUDIE

Die Wikimedia Foundation hat eine Nachfolgestudie zu der im April 2011 erschienenen Studie über rückläufige Autorenzahlen für Wikipedia veröffentlicht. Demnach hat es bis zum Erfassungszeitraum Dezember keine größeren Entwicklungen gegenüber den früheren Ergebnissen gegeben. Nach wie vor sind 90 Prozent aller Beitragenden Männer. Ein neuer Fakt: Fast jeder zweite Bearbeiter der englischsprachigen Wikipedia gibt in der Studie an, dass eine andere Sprachversion sein eigentlicher Schwerpunkt sein würde.

Technik

WIKIDATA

Lydia Pintscher vom Wikidata-Team hat kritische Reaktionen und Rückfragen in den ersten vier Wochen des neuen Wikimedia-Projekts gesichtet und in einem zweisprachigen Blogposting gesammelt kommentiert und beantwortet:

BEI ÄNDERUNGEN: E-MAIL!

Seit dem 28. April 2012 ist es in allen Wikimedia-Projekten möglich, sich über Änderungen an Seiten, die man auf seiner Beobachtungsliste hat, per E-Mail benachrichtigen zu lassen. Das Feature ist in allen Wikimedia-Projekten aktiviert worden. Man kann es in den Konteneinstellungen für die E-Mail einschalten.

Termine

WIKIMEDIA CHAPTERS ASSOCIATION: JETZT KANDIDIEREN!

Die Wikimedia Chapters Association hat den Zweck, die gemeinsamen Interessen der Länderorganisationen zu vertreten, Standards für Aktivitäten vor Ort zu etablieren und durchzusetzen, den Austausch von Erfahrungen, Ideen und Wissen innerhalb der Bewegung zu stärken, die Vereine in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen sowie gemeinsame Programme und Projekte zu entwickeln. Bewerbungen sind bis zum 20. Mai möglich. Genauere Infomationen über Voraussetzungen und Formalitäten unter

FOTOWORKSHOP WIEN

Am 6. Mai 2012 findet der erste Wikipedia-Fotoworkshop von Wikimedia Österreich statt. Eingeladen sind alle Interessierten zu einem ganztägigen Workshop, bei dem gemeinsam mit einem Profifotografen die Fotokünste verbessert werden können.

WAHLEN ZUM SCHIEDSGERICHT

Die Wahl zum elften Schiedsgericht findet statt. Zuerst werden vom 1. bis zum 7. Mai 2012 Kandidaten gesucht. Die Abstimmung findet vom 8. bis zum 21. Mai 2012 statt. Es werden fünf Personen für ein Jahr ins Schiedsgericht gewählt.

WMF: IRC-SPRECHSTUNDEN

Eine der nächsten Chat-Sprechstunde der Wikimedia Foundation wird vom Team abgehalten, das für den Blog der Foundation zuständig ist. Termin ist Mittwoch, der 9. Mai, 20 Uhr (deutscher Zeit). Bereits am Freitag, den 4. Mai, gibt es zwei weitere Sprechstunden. Alle Termin hier:

von Michael Jahn - Mai 03, 2012 11:33

02. Mai 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Monatsbericht April 2012

Politik und Gesellschaft

Wikipedian in Residence

Ein Wikipedian in Residence ist ein ehrenamtlicher Wikipedia-Aktiver, der für einen bestimmten Zeitraum an kulturellen Einrichtungen als Schnittstelle zwischen den Häusern und der freien Enzyklopädie tätig ist. Im April wurde eine Zusammenarbeit der Stiftung Stadtmuseum Berlin und Wikimedia Deutschland unter Dach und Fach gebracht, die einen Wikipedian in Residence bei der Stiftung einsetzen soll. Das Stellenprofil für die Aufgabe findet sich hier. Den Anknüpfungspunkt für die Arbeit des Wikipedian in Residence bietet die aktuelle Ausstellung der Sitftung, BERLINmacher. Hintergrundinformationen sind in einem bereits veröffentlichten Blogbericht nachzulesen.

Kulturpartnerschaften

Seit April ist Barbara Fischer Teil des Teams der Wikimedia-Geschäftsstelle. Als Kuratorin für Kulturpartnerschaften hat sie die Aufgabe, die deutschsprachige GLAM-Community zu unterstützen und unter anderem die Vorbereitungen für den internationalen Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments 2012 mitzugestalten. Eine persönliche Vorstellung gibt es hier. Das Organisationsteam von Wiki Loves Monuments traf Barbara bereits bei einem Kennenlern-Workshop im Anschluss an Wikimedia Deutschlands Mitgliederversammlung in Berlin.

Bildung und Wissen

Hochschulprogramm

Alle Dozenten des im März gestarteten Hochschulprogramms wurden im April geschult. Die eigentliche Arbeit mit Wikipedia beginnt in den Kursen des neuen Semesters. Wer nachverfolgen möchte, welche Artikel in den Veranstaltungen der sechs Hochschulen dieser Pilotphase bearbeitet werden, kann das direkt über die Wikipedia-Seite des Programms tun. Fragen rund um das Thema beantwortet das Team von Bildung und Wissen gerne unter campus@wikimedia.de.

Wikipedia macht Schule

Elly Köpf nahm im April an einer Rostocker Tagung für Lehrer aus dem IT-Bereich teil. Unerwartet, aber sehr willkommen, waren zahlreiche Nachfragen der Lehrer zum Projekt Wikidata. Die Haupterkenntnis bezüglich Wikipedia: Lehrmaterial zur freien Enzyklopädie wird dringend gesucht. Abhilfe wird das Buch Wikipedia in der Schule – Arbeitsmaterialien für Lehrer schaffen, das kollaborativ auf Wikibooks entsteht. Wer noch beitragen möchte, ist hier mehr als willkommen!

Silberwissen

Im Rahmen des Projekts Silberwissen fanden im April fünf Workshops statt, darunter eine zweitägige Folgeveranstaltung mit der Gesellschaft für Post- und Telekommunikationsgeschichte im Kommunikationsmuseum in Berlin. Einen Rückblick gibt es im Wikimedia-Forum.

Zur Zeit erhält das Team Bildung und Wissen zahlreiche Anfragen nach Workshops, die das Bearbeiten von Wikipedia betreffen. Das ist großartig! Wer sich dafür interessiert, aber sich weder dem Hochschulprogramm, Silberwissen oder dem Schulprogramm zuordnen kann, ist beim Bereich Bildung und Wissen selbstverständlich genauso richtig. Eine E-Mail an bildung@wikimedia.de genügt.

Freiwilligenförderung / Community-Beziehungen

Wikimedia Conference 2012

Vom 30. März bis 1. April organisierte Wikimedia Deutschland in Berlin die jährliche Konferenz für Vertreter der mittlerweile 40 Wikimedia-Länderorganisationen. Im April erfolgte die organisatorische Nachbereitung. Ein inhaltlicher Rückblick ist hier zu finden.

Mitgliederversammlung und mehr

Am  21. April 2012 fand in Berlin die zehnte Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland statt. Die Geschäftsstelle  organisierte nicht nur die Veranstaltung selbst, sondern auch verschiedene Angebote rund um den Termin. Dazu gehörte ein Tag der Offenen Tür in den neuen Büroräumlichkeiten des Vereins, am Freitag vor der Mitgliederversammlung. Viele Neugierige nutzten das Angebot und kamen ab 16 Uhr in die Obentrautstraße 72, um sich über die Arbeit der Geschäftsstelle zu informieren. Besonders erfreuliches Fazit: Es kamen nicht nur einige neue Gesichter, es wurden auch gezielt Mitarbeiter der einzelnen Bereich zu inhaltlichen Fragen angesprochen.

Am Sonntag nach der Mitgliederversammlung gab es Gelegenheit, mit deutschsprachigen Mitgliedern und Kandidaten für den Stiftungsrat der Wikimedia Foundation zu diskutieren. Außerdem bot das Wikidata-Team einen Workshop an und das internationale Organisationsteam von Wiki Loves Monuments 2012 traf sich ebenfalls.

Community-Projektbudget

Bei der im April abgehaltenen Wahl von Mitgliedern für den Ausschuss des Community-Projektbudgets unterstützte Wikimedia Deutschland organisatorisch. Die Wahl selbst wurde durch die Community durchgeführt und kann hier nachgelesen werden.

Forschung und Entwicklung

RENDER

Nachdem im März eine Reihe von Analysewerkzeugen im RENDER-Projekt veröffentlicht wurden (Toolkit), konnten im April Fein- und Nacharbeiten vorgenommen werden. Der Zweck des Toolkits ist es, die Vielfalt von Informationen in Wikipedia auswertbar zu machen. Um den Dialog mit Testnutzern einfacher zu machen, wurde eine Neuerung eingeführt: Künftig kann über ein Kontaktformular Feedback direkt aus dem Toolkit heraus an das RENDER-Team geschickt werden. Anregungen und Kritik sind überaus willkommen! Meinungen per E-Mail sind natürlich ebenfalls gerne gesehen, am besten unter render@wikimedia.de.

Das RENDER-Team ist außerdem auf der Suche nach einem Web-Entwickler und einem Software-Entwickler. Gerne weitersagen oder selbst bewerben!

Wikidata

Pünktlich zum Monatsbeginn konnte das frisch zusammengestellte Wikidata-Team seine Arbeit in den neuen Räumen der Geschäftsstelle aufnehmen. In den ersten vier Wochen der Entwicklung wurde unter anderem an der Fertigstellung eines Demosystems für Wikidata gearbeitet. In Kürze ist es einsatzbereit. Für Fragen rund um das Projekt steht das Team jederzeit gerne bereit. Im April wurden bereits zwei gut besuchte Chat-Sprechstunden angeboten, eine in Deutsch, die andere in Englisch. Die Protokolle zum Nachlesen gibt es hier, wo auch die jeweils kommenden Termine angekündigt werden. Ein schneller Weg für Fragen und Antworten ist auch die Mailingliste von Wikidata, die allen Interessierten offen steht.

Presse- / Öffentlichkeitsarbeit

Presseberichte

Im April konnten viele Pressebeiträge über das Wikidata-Projekt generiert werden, darunter unter anderem ein Tagesschau-Beitrag, der im Rahmen der Wikimedia Conference entstand. Eine Auswahl verschiedener Berichte findet sich im Pressespiegel von Wikimedia Deutschland.

Wikimedium

Die erste Ausgabe 2012 unserer kostenlosen Vereinszeitung Wikimedium erschien ebenfalls im April. Struktur und Layout der Zeitung wurden überarbeitet, Näheres im entsprechenden Blogposting zur “Frühjahrskur”. Die Auflage der Wikimedium wurde mit der neuen Ausgabe von 5.000 auf 7.500 Stück erhöht. Allein über das kostenfreie Abonnement werden davon 3.000 Stück versendet. Wer mit einem eigenen Beitrag in der nächsten Wikimedium erscheinen möchte (Juni 2012), findet alle nötigen Informationen auf der gemeinsamen Redaktionsseite in der Wikipedia. Wir freuen uns über Mitschreiber!

Informationsmaterial

Der Umzug in die neue Geschäftsstelle und die Vorbereitungen zur re:publica 2012 waren wichtige Anlässe, um das gut nachgefragte Informationsmaterial des Vereins aufzustocken. Neben umfangreichen Nachbestellungen wurden auch eigens zweisprachige Flyer für Wikidata produziert sowie ein Flyer über die Grundprinzipien Freier Lizenzen. Einen Überblick über alle diese Produktionen bietet die Wikimedia-Webseite. In der Vorbereitung auf die re:publica selbst wurde ein Programm für den Stand von Wikimedia Deutschland erarbeitet. Zur Pressearbeit gehörte die Kontaktaufnahme mit Journalisten und die Organisation für Pressegespräche vor Ort. Alle Informationen zur Veranstaltung hier.

Fundraising

Im April konnten die noch ausstehenden Zuwendungsbescheinigungen für Spenden von Vereinsmitgliedern von Wikimedia Deutschland verschickt werden. Zusätzlich zogen die Daten aller rund 1.600 Mitglieder in die neue zentrale Datenbank des Vereins um. Die Daten aller anderen Spender des Vereins lagen bereits dort, so dass nun die Angaben aller Unterstützer an einer Stelle gesammelt gepflegt werden können.

Mit dem Abschluss des diesjährigen Versands an die Spender der letzten Kampagne gibt es eine besondere Entwicklung zu feiern: Die Aktion hat zu einem Rücklauf von mehr als 700 neuen Mitgliedsanträgen geführt. Das sind fast 50 Prozent Zuwachs für Wikimedia Deutschland.

Ebenfalls im April berichtete Till Mletzko auf dem Deutschen Fundraising Kongress über Wikimedia Deutschlands erfolgreiche Online-Spendenkampagne. Ein Erlebnisbericht folgt in Kürze, hier die Präsentation. Zentrales Anliegen auf der Veranstaltung war es, sich insbesondere über Storytelling als Mittel für erfolgreiches Fundraising zu informieren. Im Bezug auf die alljährliche Wikimedia-Kampagne bedeutet das, Menschen zu porträtieren, denen Wikipedia wichtig ist. So werden in Zukunft Mitarbeiter der Wikimedia-Geschäftsstelle interviewt, das Team Fundraising möchte aber insbesondere die Geschichten der ehrenamtlichen Autoren erzählen. Till Mletzko gibt Interessierten gerne detaillierte Auskunft, zum Beispiel unter till.mletzko@wikimedia.de.

Organisationsentwicklung

Zum Monatsbeginn April bezog die Wikimedia-Geschäftsstelle wie geplant neue Räumlichkeiten in der Obentrautstraße 72, 10963 Berlin. Der Umzug verlief reibungslos und das Konzept, Platz für gemeinsames Arbeiten zu schaffen, wurde bereits dankbar genutzt: Die Open Knowledge Foundation nutzte Bürofläche und der Tag der Offenen Tür am 20. April brachte viele neue Gesichter in die Geschäftsstelle.

 

von Michael Jahn - Mai 02, 2012 08:42

30. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia Chapters Association: Jetzt kandidieren!

Auf der Wikimedia Conference am 31. März 2012 hat unsere weltweite Bewegung einen bedeutenden Schritt zu ihrer Weiterentwicklung getan. Zukünftig werden die derzeit 40 lokalen Wikimedia-Vereine (Chapter) im Rahmen eines gemeinsamen Dachverbands, der neuen Wikimedia Chapters Association (WCA), zusammenarbeiten. Der Beitritt von Wikimedia Deutschland zu dieser neuen Organisation wurde vorletzte Woche von Präsidium und Mitgliederversamlung beschlossen. Nächster Schritt ist nun, ein Mitglied für den Rat der Wikimedia Chapters Association zu wählen.

Die Wikimedia Chapters Association hat den Zweck, die gemeinsamen Interessen der Vereine zu vertreten, Standards für Aktivitäten vor Ort zu etablieren und durchzusetzen, den Austausch von Erfahrungen, Ideen und Wissen innerhalb der Bewegung zu stärken, die Vereine in ihrer Entwicklung zu fördern und zu unterstützen sowie gemeinsame Programme und Projekte zu entwickeln. Aufgaben und Struktur der neuen Organisation wurden in einer Satzung festgeschrieben, die Du auf Englisch unter http://meta.wikimedia.org/wiki/Wikimedia_Chapters_Association/Charter und in einer inoffiziellen deutschen Übersetzung im Forum unter https://forum.wikimedia.de/w/Satzung_der_Wikimedia_Chapters_Association einsehen kannst.

Ein wichtiges Gremium in der Wikimedia Chapters Association ist der Rat, in den jeder Verein ein Mitglied entsendet. Der Rat bestimmt unter anderem das Jahresbudget, legt die Ziele der Arbeit fest und wählt den Generalsekretär. Das Amt wird ehrenamtlich ausgeübt; anfallende Kosten, darunter auch Reisekosten zu Sitzungen, werden übernommen. Das Ratsmitglied darf für die Dauer der Amtszeit weder dem Präsidium angehören, noch beim Verein angestellt sein oder vom Verein bezahlte Auftragsarbeiten annehmen.

Hast Du Interesse, Dich mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe für Wikimedia zu engagieren? Treffen die folgenden Punkte auf Dich zu?

  • Du kennst Wikimedia Deutschland und die internationale Wikimedia-Bewegung gut und/oder interessierst Dich dafür.
  • Du hast idealerweise bereits Erfahrung in der Arbeit im internationalen Rahmen.
  • Du kommunizierst gut auf Englisch, idealerweise hast Du auch Kenntnisse anderer Sprachen;
  • Du hast Erfahrung in der Zusammenarbeit mit vielen Ehrenamtlichen aus unterschiedlichen Kulturen.
  • Du hast Spaß daran, etwas Neues mit anderen zusammen aufzubauen.

Dann bewirb Dich noch heute mit dem Formular (Anmeldung erforderlich) und Deiner Selbstvorstellung per E-Mail an mitglieder@wikimedia.de (Das Formular sollte unterschrieben sein, daher bitte einscannen!), Fax oder Post. Einsendeschluss ist der 20. Mai 2012. Die Briefwahl durch die Mitglieder findet dann vom 25. Mai bis zum 9. Juni statt. Beachte bitte, dass Deine Selbstvorstellung online veröffentlicht wird.

Noch ein wichtiger Hinweis: Die konstituierende Sitzung des Rats wird am 11. Juli 2012 in Washington D.C. stattfinden, einen Tag vor Beginn der Wikimania (12. bis 15. Juli 2012). Eine Teilnahme an dieser Sitzung wäre für Dich verpflichtend, wenn Du gewählt wirst. Du solltest also Zeit haben, nach Washington D.C. zu reisen. Die Kosten für diese Reise werden selbstverständlich übernommen.

Wir freuen uns auf viele Kandidaturen. Wenn Du noch Fragen zur Wikimedia Chapters Association oder zur Wahl des Ratsmitglieds hast, kannst Du Dich gern an das Team Community (communityl@wikimedia.de, 030-219158260) wenden.

von Johannes Rohr - April 30, 2012 06:01

28. April 2012

Iberty

Shaved ice with condensed milk and red beans

Sommer!


Shaved ice with condensed milk and red beans


Foto von Andy Tsai. Für den üblichen Lizenzkram siehe Mouseover oder clicke auf das Bild.

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - April 28, 2012 02:00

Michael Schmalenstroer

Das Urheberrecht als Mittel zum Zweck

Vor ein paar Tagen hat Sascha Lobo einen wichtigen Text verfasst, in dem er auf die dringend benötigte Renaissance des selbsthosten von eigenen Webseiten hinweist. Denn nur wer seinen eigenen Server besitzt, seine eigene Domain hat, der kann damit im Rahmen der üblichen Gesetze machen, was er will. Wer allerdings sein Blog bei irgendeinem kostenlosen Bloganbieter betreibt, ansonsten auf Twitter aktiv ist, ein Facebook-Profil angelegt hat oder bei irgendeinem anderen Anbieter aktiv ist, der begibt sich in eine Welt der völligen Willkür, die es außerhalb des Internets sonst nur vor Diskotheken gibt.
Alle großen Anbieter, von Google über Facebook hin zu Twitter, haben in der Vergangenheit die Konten einiger Nutzer wegen “Verstößen gegen die AGB” gesperrt. Und die AGB schränkt den Nutzer stark ein, die Anbieter achten extrem auf eine saubere Version ihres Dienstes. Und sauber bedeutet in diesem Zusammenhang häufig eine prüde, konservative, ja irgendwie amerikanische Version. Keiner kann mir auch meine Seite hier wegnehmen – das Blog hier wird automatisch gesichert und selbst wenn mein Hoster mir aus irgendeinem fadenscheinigen Grund kündigen sollte, ziehe ich einfach zu einem anderen weiter.
Die großen Anbieter funktionieren anders – ist man einmal gesperrt, ist der Account weg. Dann kann man sich mit dem aus Textbausteinen bestehenden Support herumärgern, aber damit kommt man meistens auch nicht weiter. Und an die Daten kommt man erst recht nicht mehr heran – ganz berüchtigt ist hier etwa der Fotodienst Flickr, der direkt beim Sperren fleißig alle Bilder löscht. Selbst wenn man den Account wieder entsperrt bekommt, sind die Bilder weg.
Selbsthosten ist daher einer dieser Trends, die sich dringend wieder einer größeren Beliebtheit erfreuen sollten. Es kostet nur wenige Euro pro Monat, die eigene Seite wird nicht mit fremder Werbung verunstaltet und man kann machen und lassen, was man will. Ein Blog mit eigenen Plugins aufmotzen. Einen eigenen eBook-Server betreiben. Ein privates Photolog vernachlässigen. In Sekundenschnelle kleine Nebenblogs einrichten. Die eigene Dropbox hosten und die Kontrolle über die eigenen Daten behalten. Ein Wiki betreiben. Daten sicher und außerhalb von Amazons Cloud backuppen. Und vieles mehr – ich kann es einfach nur empfehlen.

dropbox1-550x410

Ein weiteres dieser Beispiele völliger Willkür liefert passend dazu Dropbox: Der Journalist Mario Sixtus hat einen DMCA-Takedown für eine Datei in seiner Dropbox bekommen. Als Folge wurde ihm zum einen der direkte öffentliche Link zur Datei gesperrt, was dazu geführt hat, dass alle im Web darauf zeigenden Links plötzlich tot sind. Und ihm wurde nicht nur dieser eine Link gesperrt, sondern gleich die ganze Sharing-Funktion des Accounts, der jetzt einen wichtigen Teil der Funktionalität eingebüßt hat. Immerhin war Dropbox so freundlich und hat nicht den gesamten Account dicht gemacht – wie etwa Twitter in einer ähnlichen Situation.

Ich erwähne den Fall, weil es sich um den Steller des DMCA-Takedowns um einen alten Bekannten handelt: Wolfgang Stock, seines Zeichens Professor an der Viadrina Universität Frankfurt/Oder und bei der fraglichen Datei handelt es sich um die Dokumentation von problematischen Wikipedia-Änderungen durch einen Professor der Uni Frankfurt/Oder. Das Thema ging vor einer Weile durch die Blogs, auch durch dieses hier. Schnell wurden weitere Vorwürfe rund um Pharmalobbying und evangelikale, homophobe Propaganda laut.

Alles in allem eine sehr unschöne Geschichte, die ein schlechtes Licht auf den Professor wirft. Sixtus hatte die Dokumentation der Wikipedia-Änderungen damals in seiner Dropbox gespiegelt, also das PDF in den Public-Ordner kopiert und dann die öffentlichen Links verbreitet. Die Dokumentation liegt auch auf den Wikipedia-Servern, was ganz klar gegen Urheberrechtsverletzungen spricht. Kaum eine Seite ist da restriktiver als die Wikimedia-Projekte. Ich kann auch keine Urheberrechtsverletzung drin erkennen:

http://upload.wikimedia.org/wi…..GundCo.pdf

Die fraglichen Wikipedia-Edits sind ja unter einer CC-BY-SA-Lizenz veröffentlicht worden und auch die wenigen Zitate aus Stocks Vorträgen sind vom normalen Zitatrecht gedeckt – vor allem da Dropbox ja eine US-Firma ist und unter US-Recht agiert. Stock hat mit dem DMCA-Takedown ja auch klar US-Recht benutzt und dort gibt es ja das Recht auf Fair Use. Der Takedown von Dropbox ist daher deutlich übertrieben. Der Rechtsanwalt Thomas Stadler spricht daher von einem “Missbrauch des Urheberrechts”:

Über den Vorwurf, Wolfgang Stock hätte Wikipediaeinträge manipuliert, hat beispielsweise auch Heise berichtet, verbunden mit dem Hinweis, Stock würde nunmehr auch juristisch gegen diese Vorwürfe vorgehen. Und damit ist auch klar, woher der Wind weht. Das Urheberrecht wird von Stock nur als Vorwand und Vehikel dafür benutzt, um Dokumente aus dem Netz zu bekommen, in denen besagter Manipulationsvorwurf enthalten ist. Wenn sich Herr Stock gegen angeblich falsche Tatsachenbehauptungen wehren will, dann soll er das tun, aber er sollte nicht das Urheberrecht für diese Zwecke missbrauchen.

von admin - April 28, 2012 11:37

27. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Addressing Feedback about Wikidata

Die deutsche Version dieses Artikels ist hier.

At the beginning of the month the Wikidata development started. Since then a lot of people heard about the project, discussed it, asked questions and told us about their worries. Thanks for that! The feedback has been very valuable. We have addressed much of it in the places it popped up at like the Signpost, Kurier, the project site on Meta and various news sites already but I wanted to collect and address the main ones here again.

early Wikidata screenshot

knowledge diversity

There is a worry that with one central knowledge base like Wikidata it will not be possible to represent the differing opinions on things like the population of a country with disputed borders. These differences exist and Wikipedia deals with them. But can Wikidata deal with them too? Yes! The most popular summary of this is probably an article on The Atlantic. Denny wrote a thorough and long comment in reply to that article. I will summarize it here:

One way to solve the issue partly is to give each language edition its own Wikidata instance. We have considered doing this. However in doing so a lot of the benefits of Wikidata like shared workload would be lost. And it would mean that speakers of one language would stay in their own carefully crafted filter-bubble. Languages are probably also not a good dividing criteria when it comes to controversial content. We decided to have just one place where data will be stored. This does not mean that we expect the whole world to come to a common decision on controversial statements. That is close to impossible and would be foolish to require. Instead we are building Wikidata in a way that it is able to deal with the diversity of the world we live in. We expect it will follow Wikipedia’s spirit and require citations and references for the data. Editors might not be able to come to a conclusion about the individual facts but they should be able to agree that a certain source contains a certain statement (for example that the CIA World Factbook lists an estimated population size for Israel of 7,590,758 currently). Wikidata will collect many of these statements and their sources and the editors will be able to chose which of them they choose to display. This way these differing opinions will be collected and visible in one place.

Another important thing to consider: Wikidata is an offer, not a mandate. This means that editors will be able to opt-out of using Wikidata for certain data or articles.
All in all the development team is very aware of these concerns and has taken them into account from the very beginning in the design of Wikidata.

from data to knowledge

Another worry that was brought up was that people will focus on data instead of knowledge in the future. You will still need someone to make knowledge out of the data Wikidata will contain. Wikidata will not and does not want to change this.

Closely related to this is the expectation that editors are going to add data to articles without being able to put them in context and knowing what is behind the data they found. Wikidata will help address this by being able to add additional pieces of information to a piece of data. This includes references, timestamps and so on. This provides some limited form of contextualization. But indeed the data in Wikidata, by design, will not be able to be as richly contextualized as it would be in human language text. Nor is that our goal. But we still hope that we will improve the factual accuracy and the recency of the Wikipedias, especially for languages with smaller editor communities.

discussions in Wikidata

One problem that will always arise in a place of global collaboration is the language barrier. Wikidata is no exception. Wikidata will have the advantage that it will not deal with prose but instead small chunks of data. The interface of Wikidata will be translated and it will be possible to show data localized as well.

The problem arises in discussion pages. In the end this will probably work similarly to how it currently works on Wikimedia Commons.

permissions and visibility of changes in Wikidata

A very important point that was brought up is who will actually be able to edit the data in Wikidata. Since the data will be used in a lot of places in the Wikipedias and beyond it will be a place prone to vandalism, just like Wikipedia is. It will be possible to restrict editing in the same way it is currently possible on Wikipedia. The exact rules for this however will have to be decided on by the community. The team doing the initial development will not decide on whether and how to restrict editing access.

A related point that was brought up is how editors are actually going to be able to keep up with edits in Wikidata. Wikidata itself will have the recent changes system editors are already familiar with. We are also trying to make these changes visible in the history of the individual articles that use specific data from Wikidata. Because of this it is also our goal to grow Wikidata slowly (by for example initially not importing large amounts of existing data). By growing the community around Wikidata along with the amount of data in it we hope that Wikidata will grow into a healthy project, with a strong community to decide on its future development.

I hope this clarifies some of the initial questions that were raised.

von Lydia Pintscher - April 27, 2012 09:53

Fragen zu Wikidata

Anfang des Monats haben wir mit der Entwicklung von Wikidata angefangen. In dieser Zeit haben viele über das Projekt gelesen, diskutiert und haben uns ihre Sorgen mitgeteilt. Vielen Dank dafür! Die Rückmeldungen sind sehr hilfreich. Wir haben einen Großteil davon da beantwortet, wo sie geschrieben wurden, wie zum Beispiel Kurier, Signpost, der Projektseite auf Meta und verschiedenen Newsseiten. Ich möchte hier die wichtigsten zusammenfassen und nochmals beantworten.

früher Wikidata Screenshot

Wissensvielfalt

Es gibt Befürchtungen, dass es mit einer zentralen Wissensdatenbank wie Wikidata nicht möglich ist, die verschiedenen Meinungen abzubilden, die es zu Themen wie der Bevölkerung eines Landes mit umstrittenen Gebieten gibt. Diese verschiedenen Meinungen existieren und Wikipedia kann mit ihnen umgehen. Aber kann Wikidata das auch? Ja! Der meistgelesene Artikel zu diesem Thema ist wahrscheinlich ein Artikel in The Atlantic. Denny hat darauf in einem langen und ausführlichen Kommentar geantwortet. Hier ist die kurze Zusammenfassung seines Kommentars:
Eine Möglichkeit, das Problem zu lösen, ist es, jeder Sprache ihre eigene Wikidata-Instanz zu geben. Wir haben das in Erwägung gezogen. Es würde allerdings bedeuten, dass wir einen Großteil der Vorteile von Wikidata, wie zum Beispiel Arbeitsteilung über Sprachgrenzen hinweg, verlieren. Es würde zusätzlich bedeuten, dass die Sprecher einer Sprache in ihrer eigenen sorgfältig erstellten Filterblase bleiben. Des Weiteren sind Sprachen wahrscheinlich kein gutes Abgrenzungskriterium im Hinblick auf kontroverse Inhalte. Wir haben uns entschieden, nur einen gemeinsam genutzten Ort für die zu sammelnden Daten zu haben. Das heißt nicht, dass wir erwarten, dass die ganze Welt zu einer gemeinsamen Meinung zu kontroversen Dingen kommt. Das ist nahezu unmöglich und wäre töricht vorauszusetzen. Stattdessen entwickeln wir Wikidata so, dass es in der Lage ist, mit der Vielfalt der Welt umzugehen. Wir gehen davon aus, dass es Wikipedias Geist folgen wird und Zitate und Nachweise für die meisten Daten verlangt. Die Editoren werden nicht immer in der Lage sein, zu bestimmten Daten zu einer einzigen Meinung zu kommen, aber sie sollten in der Lage sein übereinzukommen, dass eine bestimmte Quelle eine bestimmte Aussage enthält (zum Beispiel: CIA World Factbook gibt aktuell 7,590,758 als geschätzte Bevölkerungszahl von Israel an). Wikidata wird viele dieser Aussagen und ihre Quellen sammeln und die Editoren werden in der Lage sein zu wählen, welche davon sie nutzen wollen. Auf diese Weise werden die verschiedenen Meinungen an einem Platz gesammelt und sichtbar.

Eine weitere wichtige Sache: Wikidata ist ein Angebot, keine Verpflichtung. Das heißt, dass Editoren in der Lage sein werden, für bestimmte Daten oder Artikel Wikidata nicht zu nutzen. Zusammengefasst sind dem Entwicklerteam diese Bedenken sehr bewusst und sie sind von Anfang an in das Design von Wikidata eingeflossen.

Von Daten zu Wissen

Ein weiterer Vorbehalt, der angesprochen wurde, ist, dass Leute sich in der Zukunft zu sehr auf Daten statt auf Wissen fokussieren. Es wird immer noch nötig sein, Wissen aus den Daten zu machen, die Wikidata enthält. Wikidata wird und will das nicht ändern.

In die gleiche Richtung geht die Befürchtung, dass Editoren Daten in Artikel einfügen, ohne sie in Kontext bringen zu können und zu wissen was hinter den Daten steht, die sie gefunden haben. Wikidata wird dem entgegenwirken, indem es möglich sein wird, zusätzliche Informationen zu den Daten hinzuzufügen. Das beinhaltet Referenzen, Zeitangaben und so weiter. Dies bietet einen beschränkten Kontext. Aber in der Tat wird es nicht möglich sein, in Wikidata so viel Kontext hinzuzufügen, wie es in einem geschriebenen Text möglich wäre. Das ist auch nicht das Ziel. Wir hoffen jedoch, dass durch Wikidata die Genauigkeit und Aktualität der Wikipedias vor allem in kleineren Wikipedias verbessert wird.

Diskussionen in Wikidata

Ein Problem, das auf einer globalen kollaborativen Plattform immer aufkommt, ist die Sprachbarriere. Wikidata ist keine Ausnahme. Wikidata hat den Vorteil, dass es nicht mit Prosa umgeht, sondern mit Daten. Die Benutzeroberfläche wird übersetzt werden und es wird auch möglich sein, Daten zu lokalisieren.

Das Problem beginnt auf den Diskussionsseiten. Letzten Endes wird es wahrscheinlich ähnlich funktionieren wie aktuell auf Wikimedia Commons.

Rechte und Sichtbarkeit von Änderungen in Wikidata

Ein wichtiger Punkt, der mehrfach angesprochen wurde, ist, wer eigentlich die Daten in Wikidata editieren können wird. Da die Daten an vielen Stellen in der Wikipedia und darüber hinaus verwendet werden werden, wird es anfällig für Vandalismus sein, genauso wie Wikipedia. Es wird möglich sein, das Editieren auf die gleiche Weise wie in der Wikipedia einzuschränken. Die genauen Regeln dafür werden aber von der Community festgelegt werden müssen. Das initiale Entwicklerteam trifft keine Entscheidungen, ob und in welchem Maße das eingeschränkt wird.

Ein weiterer Punkt, der angesprochen wurde, ist, wie die Editoren eigentlich auf dem Laufenden bleiben über die Änderungen in Wikidata. Wikidata selbst wird das Versionssystem haben, mit dem Editoren schon aus der Wikipedia vertraut sind. Wir versuchen auch, die Änderungen in den Versionsgeschichten der individuellen Artikel, die bestimmte Daten aus Wikidata verwenden, anzuzeigen. Deshalb ist es auch unser Ziel, Wikidata langsam wachsen zu lassen (indem wir zum Beispiel anfangs keine großen existierenden Datenbestände automatisch importieren). Indem wir die Community um Wikidata zusammen mit der Menge an Daten wachsen lassen, hoffen wir, dass Wikidata ein gesundes Projekt mit einer starken Community wird, die über seine weitere Entwicklung entscheiden kann.

Ich hoffe das beantwortet einige der aufgekommenen Fragen.

von Lydia Pintscher - April 27, 2012 09:53

Deutsche Digitale Bibliothek – vom Stand der Debatte [update]

Gestern Abend fand in Berlin ein “Parlamentarischer Abend” zum Thema Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) statt, veranstaltet in den Räumen der DDB-Geschäftsstelle. Wir hatten davon sehr kurzfristig erfahren und waren daher der DDB dankbar für die Gelegenheit, noch an dieser Veranstaltung teilnehmen zu können. Hier ein Überblick über den Stand der Debatte aus Wikimedia-Sicht:

Wenn man die DDB erklären will, hilft vielleicht ein Blick in die kanonisierte Geschichte: Vor einigen Jahren startete das Projekt Europeana, das von der Europäischen Kommission initiiert wurde, nachdem dort die Befürchtung erwachsen war, Europäisches Kulturgut werde im Internet unterepräsentiert sein. Einen Beitrag zu dieser Befürchtung leistete das damals noch junge Projekt “Google Print” (heute Google Book Search).

Das Ziel von Europeana ist es nach eigenem Bekunden, ein zentrales Einstiegsportal für die im Internet bereitgestellten kulturellen Objekte von Museen, Bibliotheken, Archiven und sonstigen Einrichtungen zu betrieben. Durch die gegenseitige Verknüpfung von Objekten soll ein Besucher bequem Zusammenhänge zwischen Objekten erkennen, auch wenn beispielsweise ein Buch in einer spanischen Bibliothek liegt und die dazugehörige Verfilmung von einem französischen Archiv angeboten wird. Europeana ist dabei keine rein technsiche Unternehmung, es gilt vielmehr Zusammenarbeit zwischen europäischen Einrichtungen zu fördern, rechtliche Hürden zu nehmen und ein finanziell tragfähiges Konzept zu entwickeln, den Betrieb und Ausbau einer solchen Seite auf Dauer sicherzustellen. Es ist – und das ist für das spätere Verständnis sehr wichtig – nicht primäre Aufgabe von Europeana, für die eigentliche Digitalisierung von Kulturgut selbst zu sorgen. Um Europeana herum gruppiert sind eine Reihe von (meist EU-)Projekten, die sich um spezielle Aspekte des Aufbaus eines solchen Portals kümmern, beispielsweise EuropeanaLocal, EuropeanaConnect, EuropeanaTravel oder ARROW. Es ist in den letzten Jahren schwer, ein europäisches Projekt im Bereich Kultur und Internet zu finden, das nicht in der ein oder anderen Weise finanziell, organisatorisch oder thematisch mit Europeana verbunden ist.

Damit Europeana nicht mit gefühlt 150.000 Kultureinrichtungen in Europa einzeln über die Bereitstellung von (Meta-)Daten verhandeln muss, gibt es zum einen ein einheitliches Vertragswerk, das nach einigen Iterationen nun mittels “Europeana Data Exchange Agreement” im Bereich der Bereitstellung von Objektbeschreibungen (Metadaten im weiteren Sinne) sich auf den Lizenzwaiver Creative Commons Zero (CC0) festgelegt hat. Dies war ein weiter Weg und wir haben jetzt als Wikimedia auch mit dem DEA eine solide Grundlage, mit Europeana auf der Ebene von Objektdaten zusammenzuarbeiten. Der zweite Vereinfachungsschritt ist die Nutzung von Aggregatoren, die entweder auf nationaler Ebene oder über Sektoren des Kulturbereichs hinweg (z.B. ein Europäisches Filmportal) arbeiten. Diese Aggregatoren übernehmen die sehr kleinteilige Arbeit, mit den kulturellen Einrichtungen über die Lieferung von Daten, das Hosting von Digitalisaten und die Klärung urheberrechtlicher Fragen zu arbeiten.

Seit dem Start von Europeana sind deutsche Einrichtungen dort eher unterrepräsentiert, dies wurde auch so schon regelmäßig festgestellt und um Abhilfe gebeten. Wie diese Abhilfe aussehen kann, beantwortet das Unterfangen “Deutsche Digitale Bibliothek”, das schon im Untertitel als Deutscher Beitrag zu Europeana Mittel aus dem Konjunkturpaket II erhalten hat.

Wer sich in die politische Dimension von Europeana und der DDB einarbeiten will, sollte sich ein verlängertes Wochenende freinehmen und mit folgenden Dokumenten des Bundestages anfangen:

Wikimedia Deutschland begrüßt das Projekt Deutsche Digitale Bibliothek insbesondere aus der Hoffnung heraus, dass mit der Übernahme von mühsam mit Europeana entwickelten Standards und Lizenzmodellen für uns eine Zusammenarbeit mit den jeweiligen kulturellen Einrichtungen einfacher wird. Wir haben darum schon sehr früh – woimmer möglich – Feedback gegeben, angefangen im Januar 2010 mit der Zusammenfassung der Anforderungsanalyse zur DDB, die durch das Fraunhofer IAIS in St. Augustin erstellt worden war.

Anfang 2011 haben wir der bundeseigenen “Partnerschaften Deutschland AG” für “Experteninterviews” zur Verfügung gestanden, die im Auftrage des Beauftragen Verwertungskonzepte für die DDB-Daten im Kontext von “Public Private Partnerships” entwickelt und Anfang 2012 ein entsprechendes Papier mit allerlei Dingen, die man machen könnte, vorgelegt hat.

Ab Mitte 2011 lag unser Augenmerk auf der Weiterentwicklung der Entwürfe des DDB-Kooperationsvertrag, der die Rechte und Pflichten zwischen kulturellen Einrichtungen und DDB regeln wird. Unsere Hoffnung war von Anfang an, dass der DDB-Kooperationsvertrag im Geist des Europeana-Lizenzwerks arbeiten wird und darum die der DDB bereitgestellten Metadaten sowohl für Europeana las auch für Dritte – z.B. Wikimedia – nutzbar sind. Nach unserem aktuellen Kenntnisstand ist die Situation derzeit eher mau: Der DDB bereitgestellte Metadaten werden nicht in Europeana nutzbar sein, dies wird in DDB-Publikationen auch so bestätigt.

Auf dem Metadatenworkshop am letzten Freitag in Berlin habe ich darum in meinen Folien auch DDB als unser Sorgenkind bezeichnet, insbesondere weil derzeit nahezu jede andere Einrichtung ihre Metadaten bereits unter CC0 veröffentlich hat oder sich auf der Zielgeraden für eine solche Freigabe sieht.

Der Parlamentarische Abend selbst bestand aus einer von einem Moderator des Deutschlandradios geleiteten Fragerunde mit einer Runde der Spitzen aller für die DDB relevanten Gruppen, dem Vorstand der DDB, dem DDB-Kompetenznetzwerk, einem Vertreter des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des technischen Dienstleisters für den Betrieb der DDB. Ebenfalls mit auf dem Podium war der künftige Geschäftsführer des DDB-Servicezentrums, der derzeit noch [update: ich wurde nach dem Blogposting darauf hingewiesen, dass die vom Moderator verkündete Personalie nicht zutreffend ist. Danke für den Hinweis!] die Bildagentur der Stiftung Preußischer Kulturbesitz leitet. Probleme der DDB waren hier weniger Thema als zweigeteiltes Erwartungsmanagement: Die ferne Zukunft wird großartig sein, die nahe Zukunft wird aus optimistischen Vorschlägen bestehen, wie die ferne Zukunft aussehen könnte.

Nach der Übergabe der DDB-Software an den technischen Betreiber FIZ Karlsruhe sieht der aktuelle Plan vor, 2012 in einen Betatest, bzw. eine Pilotphase einzusteigen. FIZ ist derzeit mit Lasttests beauftragt, die sicherstellen sollen, dass die DDB nicht in die Knie geht, wenn einmal die Login-Schranken auf http://beta.deutsche-digitale-bibliothek.de fallen. Im derzeitigen nicht-öffentlichen Piloten sind nach Darstellung auf dem Parlamentarischen Abend derzeit 6 Millionen Objekte von 30 Kultureinrichtungen eingespielt. Gleichzeitig schreibt die DDB deutschlandweit Kultureinrichtungen an mit der Bitte, sich auf dem DDB-Portal zu registrieren und Basisdaten zu hinterlegen. Von 10.000 angeschriebenen Einrichtungen haben innerhalb von 6 Monaten bereits 1.500 davon sich gemeldet und zumindest ein Lebenszeichen hinterlassen. Die Einräumung von Nutzungsrechten oder gar das Einstellen von (Meta-)Daten in die DDB ist damit meines Wissens noch nicht verbunden.

Zusammen mit der Einladung hatte die DDB-Geschäftsstelle auf die Möglichkeit hingewiesen, nach der Podiumsrunde Fragen im Hintergrund einer Kleinen Anfrage im Bundestag zu stellen.hatte die DDB-Geschäftsstelle eine Kopie einer noch dampfend frisichen Kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion Die Linke beigelegt,  [update: In meiner Inbox waren zwei Dokumente zusammengewachsen, die nicht zusammen gehören], die den aktuellen Stand der DDB auf 42 Fragen abklopft. Eine Antwort auf diese Fragen kann man für Mitte Mai erwarten, da bei umfangreichen Kleinen Anfragen eine Verlängerung der ansonsten 14-tägigen Antwortfrist nicht unüblich ist. Die entsprechende Drucksache 17/9430 ist leider noch nicht online verfügbar und sollte in den kommenten Tagen zumindest als elektronische Vorabfassung im Parlamentsdokumentationssystem auf der Bundestagshomepage erscheinen.

Wie geht es weiter? Es ist nicht so, dass es einen Mangel an Stakeholdern gibt, die alle mit unterschiedlichen und teilweise konkurrierenden Wünschen an die DDB herantreten und es ist nicht so, dass wir die ersten sind, die eine CC0-Freigabe aller DDB-Metadaten inklusive eigener Anreicherungen vorschlagen.

Ernüchterung gibt es bei einem für Europeana, DDB und den gesamten Kultursektor überlebenswichtigen Thema, den Verwaisten Werken. Der Buschfunk trommelt hier, dass es seitens der Bundesrepublik keine Regelung zu Verwaisten Werken im Rahmen des Dritten Korbs geben wird, auch die das Grußwort haltende CDU-Abgeordnete Monika Grütters verstärkte in ihren Bemerkungen zu Verwaisten Werken diesen Eindruck. Es wird also auf den Fortschritt einer entsprechenden robusten Mandatierung durch die EU ankommen (zu der wir als Wikimedia Deutschland bereits Stellung bezogen haben).

Von Grütters gab es in Richtung DDB eine klare Ansage: Wenn die DDB nicht über den wissenschaftlichen Betrieb hinaus genutzt wird, hat sie ihr Ziel verfehlt. Dies deckt sich mit der Ansage von Hermann Parzinger, dem Sprecher des Vorstandes des DDB-Kompetenznetzwerks, der für mehr Zeit bis zum Start des DDB-Piloten warb; die Enttäuschung des Benutzers dürfe nicht allzu groß werden.

Wir sehen hier eine gewisse Lücke zwischen der Zielformulierung, zentrales Kulturportal in und für Deutschland zu werden und dem auf dem Podium in Streiflichtern präsentierten Ist-Stand. In diese Lücke fände ein (bei dem Titel sind wir flexibel) “Masterplan Digitalisierung und digitalisierungsfreundliches Rechtsordnung” Platz, der sich auch um den Knochenjob der eigentlichen Arbeit kümmert, Kulturgut zu scannen, zu verfilmen und wo nötig, auch so weit wie möglich zu restaurieren. Bis dahin arbeiten wir gerne daran mit, die noch unentschiedenen Grundlagen für die DDB zukunftsfähig zu gestalten.

tl;dr: Die Deutsche Digitale Bibliothek benötigt ein solides Vertragswerk, das ihr die Nutzung der (Meta-)daten und Digitalisate und die Weitergabe an Europeana und an Dritte ermöglicht. Alles andere folgt daraus.

von Mathias Schindler - April 27, 2012 09:43

26. April 2012

Iberty

White Bag Vulva reloaded

Friedrichsgabekoog drei lemmata 01.04.2012 15-11-40 Dear Dirk Franke,

Thank you very much for submitting a presentation proposal for Wikimania 2012, to be held July 12-15 in Washington, DC. We received more than 400 proposals this year, and our team carefully evaluated each submission for completeness, relevance to the conference themes, requested time, and anticipated interest by participants. The Program Committee has been particularly impressed by the extraordinarily well developed submissions this year, and we received more presentation submissions than any prior Wikimania.

We are pleased to inform you that your presentation, White Bag Vulva. How the German community thought about forking. (Submission #47), has been accepted for the program contingent on you confirming your attendance at Wikimania.

[..]

We will be following up with you in early May to tell you which day and time your session is. Thank you for your submission and for your participation in the Wikimania 2012 program selection process!
Netterweise haben sie die beiden anderen angebotenen Talks nicht auch noch angenommen :-)

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - April 26, 2012 04:51

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia Deutschland auf der re:publica

Auf der re:publica 2012 vom 2. bis 4. Mai präsentiert sich Wikimedia Deutschland erstmalig an allen drei Tagen mit einem eigenen Stand und insgesamt 12 Sessions, um über Freies Wissen aufzuklären. Themen rund um Wikipedia und die Schwesterprojekte der freien Enzyklopädie stehen im Fokus. Warum benötigt Wikipedia mehr weibliche Autoren? Wo liegen die Chancen und Probleme freier Inhalte im Bildungsbereich? Was ist relevant für die Enzyklopädie? Wäre Wikipedia auch ohne Internet möglich?

Am Mittwoch starten wir mit einer Einführung in Wikimedias neuestes Projekt: Wikidata, die freie Wissensdatenbank. Der Donnerstag steht im Zeichen der richtigen Weiternutzung freier Inhalte. Am Freitag werden viele Blicke auf die praktische Arbeit der Menschen hinter Wikipedia geworfen.

Trefft uns auf der re:publica und erfahrt mehr über Freies Wissen! Wir freuen uns auf das Gespräch mit Euch in Halle 3, Stand 12!

Auszüge aus dem Programm

Wikidata – The Next Big Thing
Mi, 2.5.: 14.45 Uhr

Frauen in die Wikipedia!
Mi, 2.5.: 16.00 Uhr

CC:Bildung (freie Inhalte im Bildungsbereich)
Do, 3.5.: 11.15 Uhr

Wenn die Zeit mal wieder knapp ist – Wikimedia Commons für Bildprofis
Fr, 4.5.: 11.15 Uhr

 

Das vollständige Programm für alle Aktivitäten am Wikimedia-Stand bietet noch weitere spannende Themen. Bei Fragen oder Terminabsprachen wendet Euch gerne an catrin.schoneville@wikimedia.de.

von Catrin Schoneville - April 26, 2012 02:35

Wikimedia:Woche 17/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (17/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

 

Foundation und Vereine

STIPENDIEN FÜR DIE WIKIMANIA 2012

Die Wikimedia Foundation hat ein Fazit zur Vergabe von Stipendien zur Teilnahme an der jährlichen internationalen Konferenz rund um die Wikimedia-Projekte veröffentlicht. Insgesamt haben sich 1.113 Kandidaten aus 118 Ländern um Stipendien beworben. Von diesen sind nun 130 Stipendien für Menschen aus 57 Ländern bewilligt worden. Die niedrigste Quote akzeptierter Bewerbungen hat Europa zu verbuchen. Hintergrund ist, dass einige europäische Länderorganisationen eigene Stipendien vergeben (werden).

WIKIMEDIA FOUNDATION: NEUEINSTELLUNG

Mit Haitham Shamma hat die Wikimedia Foundation einen Berater eingestellt, der kleine und mittelgroße Maßnahmen zur Gewinnung von mehr Autoren für die freie Enzyklopädie steuern soll. Zu den einzelnen Aufgaben wurde eine eigene, öffentliche Anlaufstelle im Meta-Wiki eingerichtet.

WIKIMEDIA NIEDERLANDE: GESCHÄFTSFÜHRERIN

Mit Sandra Rientjes stellt die niederländische Wikimedia-Organisation zum 1. Mai 2012 erstmalig eine Geschäftsführung ein. Die Personalentscheidung wurde vom Vorstand getroffen.

WIKIMEDIA ÖSTERREICH

Vom 20. bis 22. April 2012 traf sich der Vorstand von Wikimedia Österreich, um über strategische Ziele und die Organisationsstruktur des Vereins zu diskutieren. Neben der Bildung von Ressorts und weiteren Arbeitsergebnissen, konnte auch ein Stellenprofil für die zukünftige Position eines Geschäftsführers erarbeitet werden. Zum Hauptziel der Aktivitäten von Wikimedia Österreich wurde der Bereich ”Community-Arbeit” bestimmt. Co-Ziele sind ”Internationale Arbeit”, ”Externes” und ”Verein”. Alle Details auf de Webseite des Vereins.

FUNDS DISSEMINATION COMMITTTEE

Die Wikimedia Foundation hat das Beratungsunternehmen Bridgespan damit beauftragt, bei der strukturellen Entwicklung des geplanten Komitees zur Mittelverteilung innerhalb der Wikimedia-Bewegung zu helfen. Im Meta-Wiki hat Bridgespan eine Anlaufstelle eingerichtet, auf der sich Freiwillige in den Entwicklungsprozess einbringen können.
Des Weiteren ist ein Gremium einberufen worden, das den Aufbau des Funds Dissemination Committees unterstützen soll. Die personelle Zusammensetzung wurde ebenfalls im Meta-Wiki eingestellt:

Projekte und Initiativen

WIKIPEDIAN IN RESIDENCE

Für eine Kooperation von Wikimedia Deutschland und der Stiftung Stadtmuseum Berlin ist ein Stellenangebot für einen ”Wikipedian in Residence” ausgeschrieben worden. Details hierzu im Blog von Wikimedia Deutschland sowie in der entsprechenden Stellenbeschreibung.

WIKIPEDIA ACADEMY OSLO

Mit dem norwegischen Kronprinzen Haakon und einem Minister der norwegischen Regierung erhielt die dortige Wikipedia Academy hohen Besuch. Ziel der Veranstaltung war es, Freies Wissen zu bewerben und auf kulturelle Institutionen aufmerksam zu machen, die aktiv auf Wikipedia zugehen. Der Kronprinz traf mit Wikipedia-Gründer Jimmy Wales und einer Vertreterin des Kommunikationsdienstleisters Telenor zusammen, um über deren gemeinsames Projekt ”Wikipedia Zero” zu sprechen. ”Wikpedia Zero” stellt Nutzern mit Mobilfunkverträgen von Telenor kostenfreien Zugang zu Wikipedia bereit.
Weitere Programmpunkte der Veranstaltung waren die Ehrung von Gewinnern des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments 2011 sowie für den norwegischen Wikipedianer des Jahres.

WIKIPEDIA EDUCATION PROGRAM

Eine Zwischenauswertung des Hochschulprogramms der Wikimedia Foundation zum Herbstsemester 2011 ist im Blog der Foundation veröffentlicht wurden. Es wurden 132 Studenten in den USA und in Kanada per Umfrage um eine Bilanz ihrer Erfahrungen gebeten. Zwei Drittel von ihnen bewerteten es positiv, dass sie statt einer üblichen Hausarbeit für die Arbeit an Wikipedia-Artikeln benotet wurden. Mehr als die Hälfte gab an, sich durch die Wikipedia-Arbeit im neutralen Schreiben verbessert zu haben. Fast alle gaben an, dass die Unterstützung der sogenannten Campus/Online Ambassadors hilfreich war. 46 Prozent erklärten, auch weiterhin am Bearbeiten von Wikipedia-Artikeln interessiert zu sein. Details im Blog:
In einem separaten Bericht wird Zwischenbilanz zur Menge der Textinhalte gezogen, die 920 Studenten in 55 Kursen des letzten Wintersemesters produziert haben. Demnach haben die Studenten dreimal so viel Textumfang in der englischsprachigen Wikipedia eingetragen als eine Vergleichsgruppe aus zufällig gewählten Neuautoren. Gewertet wurden nur solche Textbeiträge, die einige Monate später noch vorhanden, d.h. nicht gelöscht waren. Ein weiteres Ergebnis: Nach den vorliegenden Daten ist die Wahrscheinlichkeit unter Studenten, auch nach ihren Kursen weiter zu Wikipedia beizutragen, genauso groß wie unter den zufällig gewählten Neuautoren.

AUTORENPROFILE

Die Wikimedia Foundation hat eine neue Reihe von Blogpostings gestartet, in der Beitragende zu Wikipedia porträtiert werden, die kürzlich ihre 1.000ste Bearbeitung in der englischen Sprachversion gemacht haben.

Technik

SUMMER OF CODE

Zum sechsten Mal in Folge nimmt die Wikimedia Foundation an Googles Sommerprogramm für Programmierer teil, dem ”Summer of Code”. Angenommene Bewerber werden in diesem Stipendienprogramm dafür bezahlt, Open Source-Software weiterzuentwickeln. Die Wikimedia Foundation hat nun aus 63 Bewerbern neun Teilnehmer ausgewählt. Kurzvorstellung gibt es im passenden Blogbeitrag der Wikimedia Foundation.

SPRACHEN FÜR WIKIPEDIA

Die Wikimedia Foundation ruft mit einer kleinen Anleitung dazu auf, bei der Erweiterung der Sprachunterstützung der MediaWiki-Software zu helfen:

Termine

DISSKUSSIONSRUNDE: JOURNALISMUS, PR  UND SOCIAL MEDIA

Am Donnerstag, den 26. April, ist Wikimedia Deutschland zu Gast bei einer Berliner Diskussionsrunde im ”FrauenComputerZentrumBerlin” (FCZB). Es geht um Veränderungen und Chancen im Journalismus durch Social Media. Über Wikipedia und Journalisten spricht WMDE-Pressesprecherin Catrin Schoneville.

WIKIDATA: SPRECHSTUNDEN UND WIKIDATA ON TOUR

Die nächsten Wikidata-Sprechstunden finden am 30. April 2012 um 18.30 Uhr auf Deutsch (bereits um 14 Uhr auf Englisch) im Kanal <nowiki>#wikimedia-wikidata</nowiki> auf Freenode statt. Lydia Pintscher stellt das Projekt gerne auch vor Ort vor. Interessenten wenden sich bitte an community@wikimedia.de.

von Michael Jahn - April 26, 2012 02:16

Über das Urheberrecht reden, nicht schreien

Irgendetwas ist in der letzten Zeit passiert und hat Urheberrecht vom Nischenthema in die Primetime katapultiert. Eine bisher für unmöglich erachtete große Zahl an Menschen demonstriert gegen die Ratifizierung eines internationalen Abkommens zur Durchsetzung von Urheber-, Marken- und Patentrecht (wohlgemerkt, bei Eiseskälte) und zusammen mit der Popularisierung der Debatte nehmen die Gelegenheiten ab, einmal ohne Godwin-Vergleiche über die Reform oder wenigstens die Reformbedürftigkeit des Urheberrechts reden zu können.

Umso glücklicher war ich dann über den Verlauf einer Diskussionsrunde zum Urheberrecht in Kiel, zu der die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung in der letzten Woche eingeladen hatte. Mit mir saßen der FDP-Bundestagsabgeordnete Sebastian Blumenthal (Präsidiumsmitglied von Wikimedia Deutschland), Leonhard Dobusch (Forscher an der FU-Berlin) und der Rechtsanwalt Ralph Oliver Graef auf dem Podium, unter freundlicher Moderation des Journalisten Stefan Krempl.

Vielleicht war es ja diese Mischung und das allgemeine Setting, das für eine der harmonischsten Diskussionen zum Thema Urheberrecht sorgte, die ich in den letzten Jahren erleben durfte, beeindruckend war auch, welcher Konsens über Fachgebiete und Rollen möglich ist, wenn es um die Weiterentwicklung geltenden Rechts geht – und der ist wenig überraschend nicht immer dort, wo gerade der Haupttross der Diskussion entlangzieht:

  • Urheberrechtlicher Schutz auf Werke des Staates. Deutschland hinkt hier anderen Staaten zurück, die staatliche Werke grundsätzlich durch Dritte nachnutzen lassen.
  • Rechtstatsachenfeststellung: Eine geradezu revolutionäre Idee ist es, gesetzgeberische Maßnahmen an harte Fakten zu knüpfen, welche Auswirkungen messbar sind – im Gegensatz zu Gesetzgebung als Gefühlsakt
  • Eine pragmatische Diskussion um fair use, seine Grenzen, Möglichkeiten und Stellschrauen ist möglich.

Einige Monate nach der Veröffentlichung des gemeinsamen Positionspapiers von OKFN, DigiGes und Wikimedia warten wir weiterhin (mit dem Rest der Republik) auf einen Referentenentwurf zum “Dritten Korb” zur Änderung des Urheberrechts, wir werden diese Zeit mit Stellungnahmen und Vorschlägen nutzen, wie mit oder ohne Änderungen des Rechts bereits jetzt das Leben von Kreativen und Nutzern vereinfacht werden kann.

von Mathias Schindler - April 26, 2012 01:47

25. April 2012

Finanzer

E-Books für Wikisource mit KF8-Support

Ab sofort biete ich die E-Books, die ich aus den Beständen von Wikisource erstelle, auch im neuen Kindle-Format 8 an, kurz KF8 genannt. Das KF8 ist eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Mobipocket-Formats und bietet eiune wesentlich bessere Unterstützung der aktuellen Technologien. Amazon beschreibt die Vorteile folgendermassen auf der oben verlinkten Webseite:

Kindle Format 8 is Amazon’s next generation file format offering a wide range of new features and enhancements – including HTML5 and CSS3 support that publishers can use to create all types of books. KF8 adds over 150 new formatting capabilities, including drop caps, numbered lists, fixed layouts, nested tables, callouts, sidebars and Scalable Vector Graphics

Hinzu kommt, dass Bilder nicht mehr so arg kleingerechnet und in schwarz-weiß umgerechnet werden, da mit diesem Format auch der Kindle Fire umgehen kann, der eine größere Auflösung bietet und auf Grund des verwendeten LCD-Bildschirms auch farbige Bilder anzeigen kann. Wenn also das Gerät irgendwann auch in Europa angeboten wird, profitieren Besitzer dieses Gerätes sofort von dem neuen Format. Außerdem ist die Liste der unterstützten HTML-Tags und CSS-Eigenschaften wesentlich größer als noch beim alten Kindle-Format. Und da der seit ein paar Tagen in Deutschland erhältliche Kindle Touch dieses neue Format unterstützt, habe ich mich entschlossen, die E-Books auch in diesem Format anzubieten.

Amazon zieht damit gleich zur aktuellen EPUB-Version 3, die einen ähnlichen Funktionsumfang seit Anfang 2011 definiert.

Den Unterschied in der wesentlich besseren Darstellung auf dem Kindle Touch mit KF8 im Gegensatz zum Kindle 4 kann man den beiden Screenshots entnehmen.

Screenshot Kindle 4

Screenshot Kindle 4

Screenshot Kindle Touch

Screenshot Kindle Touch

Auch wenn die generierten Dateien im KF8 dasselbe E-Book im alten Format (KF6) enthält und damit eigentlich auch zum Kindle 4 und dessen Vorgängern kompatibel ist, biete ich weiterhin einen Download nur im alten Format an. Das hat schlicht zwei Gründe: Ersten ist ein E-Book nur im alten Format wesentlich kleiner, da eben die Bilder kleiner gerechnet werden und auch keine herausgeberspezifischen eingebetteten Fonts enthalten sind, die alleine meist 1-2 MB umfassen. Und da das Wikisource-Export-Tool seit kurzem freie gut lesbare Fonts in das EPUB einbettet und ich diese auch nicht entfernen möchte, sind halt auch im resultierenden KF8-Buch diese enthalten. Ein E-Book im KF8 Format ist u.a. deshalb schlicht doppelt so groß wie das EPUB aus dem es erzeugt wird. Für den zweiten Grund muss ich etwas weiter ausholen und meinen bisherigen Workflow kurz schildern.

Zuerst exportiere ich die Texte aus Wikisource mit dem Export-Tool für Wikisource. Das liefert mir ein EPUB-Dokument. Wenn ich einen Sammelband erstellen möchte, muss ich zusätzlich noch die einzelnen Texte als XHTML-Datei exportieren, was auch durch das Export-Tool unterstützt wird.

Danach wird das exportierte EPUB-Dokument mit Sigil weiterbearbeitet, da doch noch zuviele Artefakte darin enthalten sind, die man in einem E-Book nicht haben möchte, aber in Wikisource sinnvoll sind bzw. aus der Historie bedingt sind und oft auch mit exportiert werden. Bei einem Sammelband müssen in das Manteldokument, die oben beschriebenen XHTML-Dateien eingefügt werden. Zu den typischen Aufgaben bei der Bearbeitung gehören dabei:

  • Aufbau eines Inhaltsverzeichnis soweit noch nicht vorhanden bzw. sinnvoll. Die Darstellung von Überschriften in Wikisource erfolgt nämlich meist nicht semantisch mittels HTML-Header-Tags (h1, h2 usw.) sonder nur per Schriftauszeichnung (fett, größer etc.) und lehnt sich an das Layout der Vorlage an.
  • Entfernen überflüssiger Leerzeilen
  • Überarbeiten und Ergänzung der Metadaten
  • Tabellen, die für das Layout verwendet werden entfernt. Da lange Tabelle Probleme im Kindle machen, versuche ich diese mit anderen Mitteln darzustellen.
  • So in Wikisource kein Bild zum Text mitgegeben wird (meist das Titelblatt des Textes), dass auch für das Coverbild des E-Books verwendbar ist, erstelle ich ein neues in einem schlichten, aber hoffentlich ansprechenden Layout und binde dieses in das E-Book ein. Im folgenden ein Beispiel für einen Text der in der Gartenlaube veröffentlicht wurde:
Beispiel generisches Titlebild

Beispiel generisches Titelbild

  • Entfernen von Seitenzahlen und Einzügen die mit Leerzeichen realisiert wurden, dafür ist die Suchen-Ersetzen-Funktion von Sigil mittels Regular Expressions sehr hilfreich.
  • Ich entferne Anmerkungen und Fußnoten, die nur Druckfehler korrigieren. Die sind wichtig in Wikisource, damit nicht der nächste Korrekturleser über den gleichen Fehler stolpert und weiß, dass an dieser Stelle von der Vorlage abgewichen wurde. Für den Leser des E-Books sind diese Anmerkungen m.E. unwichtig. Sachanmerkungen belasse ich allerdings.
  • Entfernt werden weiterhin Verlinkungen im Text, die aus dem E-Book herausführen, also zu Wikipedia-Artikeln oder zu anderen Texten auf Wikisource.
  • Weiterhin füge ich in die vom Export-Tool generierte Titelseite die Textdatenbox aus Wikisource ein, um diese Informationen dem Leser auch über die Metadaten des E-Books hinaus zur Verfügung zu stellen.

Anschließend wird das mit Sigil bearbeitete EPUB in Calibre, einem E-Book-Verwaltungs- und Konvertierungs-Programm, importiert und in das Mobipocket-Format konvertiert. Und hier kommt jetzt der Unterschied im bisherigen Workflow. Das EPUB-Dokument wird nun auch noch zusätzlich mit Hilfe des Kommandozeilen kindlegen von Amazon in das neue Format konvertiert. Wenn man sich das Gehacke auf der Kommandozeile sparen will oder nicht ganz so firm ist damit, verwendet man einfach den KindlePreviewer, der eigentlich zur Vorschau von Kindle-E-Books auf verschiedenen Geräten gedacht ist, aber auch EPUB, DOC und HTML entgegennimmt und diese vorab per kindlegen in das KF8 konvertiert. Neben dem von Calibre konvertierten Dokument importiere ich in Calibre zusätzlich noch das per kindlegen erzeugte Dokument.

Warum mache ich nun aber diese zusätzlich Konvertierung und erzeuge zwei Mobi-Dateien, obwohl ja die von kindlgen erzeugte auch das E-Book im alten Format enthält? Schlicht, weil die Konvertierung von Calibre wesentlich besser und näher am Ausgangs-EPUB ist, trotz der limitierten Fähigkeiten des älteren Formats. Kindlegen erzeugt zwar sehr schöne und gutaussehende E-Books im KF8 aber eben nicht im älteren Format. So werden z.B. Gedichte die in Wikisource gesetzt wurden nicht korrekt formatiert. Deshalb einmal die Version von Calibre erzeugt für Kindle 4 und dessen Vorgänger und dann für Kindle Touch und Fire die Version mit KIndlegen erzeugte Version.

Damit Calibre die beiden Versionen für den Kindle auseinander halten kann, die normalerweise beide die Dateiendung mobi tragen würden, bekommen die mit Kindlegen erzeugten von mir die Dateiendung prc verpasst, welche äquivalent zur Dateiendung mobi ist und von den Readern problemlos als E-Book erkannt werden.

von Finanzer - April 25, 2012 07:06

Wikimedia Deutschland Blog

Wikipedian in Residence für das Stadtmuseum Berlin

Egon Schiele, Porträt des Max Oppenheimer (1910)

Der Eintritt gestaltet sich etwas schwierig. Im Obergeschoss des altehrwürdigen Ephraim-Palais drängeln sich die Besucher. Eine begehbare Installation bildet den ersten Knotenpunkt eines Netzwerks, das sich in roten Linien durch den gesamten Ausstellungsparcours schlängelt. In den engen Kabinetten finden sich biografische Spuren von Menschen, Videoaufzeichnungen und Artefakte, die zunächst so wirken, als habe man die Geschichte Berlins durch den Mixer gedreht. Der so innig geliebte und tragisch geendete Entertainer Harald Juhnke schreitet noch einmal die Showtreppe hinab, gleich daneben hängt ein Portrait des expressionistischen Malers Max Oppenheimer. In der Ecke des Raumes, aufgebahrt auf einem kleinen Tisch, liegt die Gründungsurkunde der Stadt Cölln von 1237, die heute die faktische Grundlage sämtlicher Stadtjubiläen von Berlin bildet.

Anlässlich des 775. Stadtjubiläums zeigt die Stiftung Stadtmuseum Berlin vom 17.4. – 28.10.2012 die Ausstellung BERLINmacher. Sie versammelt die Lebensgeschichten von 75 historischen Persönlichkeiten und 700 heutigen Stadtbewohnern. Studenten der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) hatten sie danach befragt, was Berlin denn für sie ausmache. Resultat ist ein spannendes Kaleidoskop von Stimmen und Stimmungen in einem urbanen Umfeld, das spätestens seit dem 19. Jahrhundert einem rasanten Wandel unterworfen war.

Warum erzähle ich das?

Schon durch die Anlage des Projekts, Biografien und historische Ereignisse in Form eines Netzwerks zu organisieren, verhält sich BERLINmacher im Grunde kongenial zur Wikipedia. Auch hier bilden sich Verbindungen zwischen einzelnen Elementen, auch hier geht es um das Ringen einer möglichst “neutralen” Einordnung von menschlichem Handeln und historischen Begebenheiten, auch hier ist der Betrachter immer aufgefordert, Informationen kritisch zu hinterfragen und miteinander zu verknüpfen. BERLINmacher ist ein Bildungsprojekt, das mit analogen Mitteln die Begrenztheit einer hegemonialen und linearen Wissensordnung im digitalen Zeitalter hinterfragt.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin sah bereits in der Vorbereitung der Ausstellung das Potenzial, über existente oder noch fehlende Artikel in der Wikipedia eine Verknüpfung zum Kontext Freien Wissens zu schaffen. Initiiert von Präsidiumsmitglied Sebastian Wallroth kam es zu zwei Treffen mit Vertretern von Wikimedia Deutschland. Dabei kamen wir schnell überein, dass das im Wikimedia-Kontext immer beliebter werdende Konzept eines “Wikipedian in Residence” eine gute Möglichkeit sein könnte, die Verzahnung von analoger Ausstellung und Online-Enzyklopädie voranzutreiben.

Grundidee des Vorhabens ist, die im Museum für das befristete Ausstellungsvorhaben erarbeiteten Inhalte nachhaltig als Bildungsgut im Internet bei Wikipedia für jedermann zugreifbar zu machen. Die bestehenden Inhalte auf Wikipedia sollen durch die Ausstellungsinhalte aktualisiert sowie die Museumspädagogik um den Einsatz von MediaWiki erweitert werden. Darüber hinaus soll das Projekt den Impuls geben, die Inhalte des Museums durch die Wikipedia-Community zu erweitern und gegebenenfalls auch neue Erkenntnisse für die Museumsarbeit zu generieren. Bereits verabredet ist, dass die Stiftung Stadtmuseum einen Sonderöffnungstermin für die Wikipedia-Community als Austauschplattform von Museums- und Netzkuratoren anbietet.

Die Residency bildet den Jahresauftakt all jener Maßnahmen, die Wikimedia Deutschland in seiner neuen “Mission Kultur” in Angriff nehmen möchte. Alle Details zur Stellenausschreibung finden sich hier.

von Jan Engelmann - April 25, 2012 11:06

24. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Diskussionsrunde: Journalismus, PR und Social Media

Am Donnerstag, den 26. April um 19 Uhr ist Wikimedia Deutschland zu Gast im FrauenComputerZentrumBerlin (FCZB). Moderiert wird die Runde von Alexandra Deak (FCZB). Sharon Adler (Chefredakteurin und Herausgeberin des Online-Magazins AVIVA-Berlin) sowie Katrin Rönicke (freie Journalistin und Bloggerin) sprechen über die Veränderungen und Chancen im Journalismus durch Social Media. Die Möglichkeiten, die u.a. Wikipedia für Journalistinnen und Journalisten bietet, erläutert Catrin Schoneville (unsere Pressesprecherin).

Ihr seid herzlich eingeladen in die Cuvrystr. 1, Berlin zu kommen und über Eure eigenen Erfahrungen zu berichten. Um Anmeldung wird gebeten an presse@fczb.de. Der Eintritt ist frei.

Kommt vorbei und diskutiert mit!

von Julia Kloppenburg - April 24, 2012 03:21

Iberty

Nicht-live-Blog Wikimedia-MV (Update: Mit Zeilenumbrüchen)

Wikimedia-mv 2012

 952 bin sehr gespannt

954 Kaffeekannen sind im anderen Raum als die Sitzung. Ich prangere das an! Zumal die Kaffeetassen wirklich klein sind.

957 Das Freifunknetz sorgt für spannende Diskussionen auf den Sitzen

957 mol am Podium

958 Verspricht sich zu bemühen, langsam und deutlich zu sprechen.

958 Begrüßung. Doppelt so viele Mitglieder wie vor einem Jahr. Stellt MdPs und Kassenprüfer vor. Und CPB-Mitglieder, Vorstand

1002 Wahl der Versammlungsleitung

1002 nominiert: mazbln. Einstimmig, enthaltung des betroffenen

1002 wo mir auffällt: niemand der üblichen protestprominenz da. Oh zeiten

1003 lyzzy tritt freiwillig an, zwei enthaltungen, einstimmig

 1004 protokollführer: „gibt es weitere kandidaten, die gerne protokoll führen möchten“? gelächter im saal. Gerrit und julia gewählt

1007 Guten Morgen mazbln

1008 hexer präzisiert, dass Wahlen jetzt vor den Berichten sind

1009 Änderungswünsche zur TO? – keine

1009 TO einstimmig beschlossen

1010 mazbln stellt beitrag zur chapters association vor.

1011 mol erkläutert warum dringlichkeitsanrag. „dringlichkeit ergibt sich aus dem timing.“

1012 bei einer enthaltung beratung des dringlichkeitsantrags („chapters conference“) beschlossen

1013 beschlussfassung gäste: mc stellt antrag. Gäste zuzulassen. Einstimmig beschlossen. Bisher außer den protokollanten keine gäste

1014 Wahl der Zählkommission.

1014 So richtig gut ist der Kaffee übrigens nicht. Dafür ist der Raum in der HBS super. Riesige Fensterfront, die zeigt wie schön das Wetter draußen ist.

1015 Großes Lob an Wisewoman, JC und YEO, die sich tapfer als Zählkommission zur Verfügung stellen. Mit vier Enthaltung gewählt.

1017 Wahl stellvertretender Kassenprüfer. Kandidat ist nicht da, aber schriftliche Kandidatur liegt vor.

1018 Antrag beide Wahlen zusammen, da das die Arbeit der Zählkommission erleichtert. Keine widerrede. Bei einer Enthaltung angenommen

1019 Kandidaten Budgetausschuss.

1020 MC meint, wurde aus der einladung nicht wirklich deutlich, dass der budgetausschuss der ausschuss für das community-projekt-budget ist. Recht hat er

1021 frage: gibt es mittlerweile vorstellungen, bei den kandidaten, die nicht in der mappe stehen? - nein

1022 anwesend: veronika und jürgen. Die haben auch schirftliche vorstellung. Rainer lässt sich wegen familiren grossereignis entschuldigen

1023 mc fragte, wieviele leute wir wählen. Mazbln: drei aus den 6 kandidaten.

1023 mögen anwesende kandidaten sich vorstellen?

1024 veronika_ steht ja alles schon in bewerbung. „hat sehr viel spaß gemacht, hat dazu geführt, dass ich mich leichtfertig nochmal beworben habe. Möchte das baby auf seinem weg begleiten. Ist eine spannende arbeit, macht spaß die projekte kennenzulernen. Es gibt noch eine Menge arbeit zu tun.“

1025 jürgen „hochschullehrer in bremen. Fand die unterlagen sehr spannend, und die projekte auch. Hat mir viel motivation gegeben, mich als kandidat zu bewerben. Habe viel erfahrung mit projekten im wissenschaftlichen bereich, und würde die gerne anwerben können. Denke, dass die projekte mehr von der basis kommen.- was man gesehen hat: da sind perspektiven, die würde ich gerne unterstützen.

1026 veronika stellvertretend ein paar worte für rainer braun: der hat dem ausschuss sehr gut geholfen und sehr viel untertützt. Gerade was egschäftsordnung und so angeht. Weiss, dass er sehr gerne weitermachen würde.

1027 frage „ich bin ganz neu, und frage mich, um welches budget es geht, und was es ist.“ Lautes zustimmendes klopfen auf dem tisch vor mir.

1028 delphine erläutert: schatzmeisterin und sitze in dem ausschuss. Wurde letztes jahr gegründet. Idee ist ein budget für projekte „200.000 euro“, die eine beziehung zu den wikimedia-projekten haben. Dieses budget ist für die community gedacht. Delphine stellt einzelne projekte aus den letzten jahren vor, und gibt beispiele.

1030 ausschuss prüft, welche projekte gefördert werden sollen. Erste phase, welche projekte es gibt. Dann prüft budgetausschuss. Letztes jahr hatten wir 90 projektanträge, davon dann 5 bis 6 gefördert.

1032 frage: haben die projekte eigenes budget, das wird aufgestockt oder leben sie nur von dem wikimedia-geld? - Teilweise.

1033 also es keine bedingung, dass sie eigenes budget haben? – nein

1033 aktuelles budget: 250.000 euro.

1033 frage: was ist mit den zurückgegebenen projekten: wer entscheidet?

1034 veronika: letztlich entscheiden nicht wir, wir haben haben nur vorschlagsrecht.

1035 delphine: vorstand sagt ja und nein. Das ist das erste jahr, wir etablieren noch prozeduren.

1035 pavel: cpb erarbeitet vorschläge, die an mich gehen. Ich entscheide und das präsidium hat einen zustimmungsvorbehalt. Der punkt, was ist mit projekten die nicht um0gesetzt werden? Anderer fall: es wurde etwas genehmigt, dann wird es nicht umgesetzt. Dann sind fragen, die bisher nicht geklärt sind. Gehört zu den Aufgaben des neuen Ausschuss.

1037 rlb „morgen 12 uhr“ gibt es den workshop, gespräch mit den mitgliedern des cpb. Wir sind im tagesordnungspunkt wahlen.

1037 lyzzy (podium) gibt es noch fragen, zu den kandidaten? Sonst können wir zur wahl schreiten.

1038 zetteleinsammeln

1039 nebenbei: gab keine abstimmung zum thema verlaufs und ergebnisprotokoll oder zum thema twittern, bloggen aus der veranstaltung oder nicht. Default scheint zu sein: ergebnisprotokoll und twittern erlaubt. Zumindest machen das leute.

1040 lyzzy: weitere TO. Berichte Teil 1. Der berichtende hat gerade die Versammlung kurzfristig verlassen.

1040 gründungsmitglied-seb: kaffeepause? Tagesleitung gönnt uns keinen.

1041 antrag mol: kaffeepause. 10 minuten gewährt

1055 tsss, jetzt ist die eine kaffeekanne auch noch verschwunden.

1055 positiv: es gibt obst und backwaren

1057 zählkommission arbeitet noch an den 200 briefwählern

1057 bericht pavel. Vermutlich kann ich schreiben „siehe tätigkeitsbericht.“

1058 mazbln: insgesamt vier berichte

1058 pavel fängt an.

1059 p redet schneller als mol 

1059, aah, darf nicht den tätigkeitsbericht verlinken. Pavel verspricht ergänzende informationen.

1100 rückblick 2011, was ist passiert. In drei teilen. Und natürlich auch ausblick.

1100 wichtig „möglichste viele veranstaltung nicht selber initiieren, sonderen andere veranstaltungen unterstützen.“ Lobt WtA. Enormer erfolg. Wikicon, WLM, Teilnahme an internationeln Events

1107: lessons learned: zugangsschwellen niedrig, nur soviel reglementieren wie nötig, gute idee schnell umsetzen

1107 fail: fotoprojekt bürgerschaft hamburg. Gelernt: auf werkvertragsbasis ein koordinator angestellt

1108 eine der wichtigen lektionen „sehr viel weniger eigenständig agieren, und mehr reaktiv. Wenn wir eigene ideen haben, mehr wert auf rückbindung in die community legen.“ Beispiel:fotolizenzen .haben die richtige konsequenz gezogen und akzeptieren mehrfachlizenzen

1112 p: „fordert das weiter ein. So deutlich wie wikipedianer das gerne tun.“ Was wir tun, tun wir ja für euch

1112 kapazitätenaufbau: technikpool. Bibstip, e-mail-adressen

1114 lessons learned: CPB -> paar unklarheiten, teilweise großer aufwand für die geschäftsstelle

1119 autorenförderung. Highlights: redaktionstreffen. Literaturstipendium

1123 RENDER

1125 Toolserver

1127: highlights: aufbau des bereichs bildung und wissen. Referentennetzwerk, 100 workshops an schulen, neu: hochschulprogramm (pilotprojekt an 5 unis), selberwissen 20 veranstaltungen, 130 teilnehmer

1129 lessons learned bildungsprojekt. Hauptmotivation „live mal sehen wie es geht, ist der kick“. Mehr öffnen, sehr verschiedene anfragen, verschiedene bereiche zusammenführen

1133 neben der HBS ist übrigens die mutter aller baustellen. Durch das panoramafenster sieht man, wie alle 40 sekunden ein neuer (oder immer derselbe?) zementmischer vorbeifährt

1134 vergleichsweise wenig mitarbeiter heute da übrigens.

1135 highlights politik und gesellschaft: netzpolitische arbeiten, ausbau der partnerschaften, wahlprüfsteine

1137 highlights öffentlichkeitsarbeit: 10 jahre wikipedia, weltkulturerbe, das wikipedia-buch, 2000 medienberichte

1141 lessons learned: mehr mit community zusammenarbeiten, mehr auf dialog setzen (social media)

1141 auch mehr mit community in der öffentlichkeitsarbeit zusammenarbeiten (zB springer-besuch mit communitymitgliedern)

1142 Haus des Freien Wissens (leider kein Erfolg bisher). Idee, Gebäude („absolutes schmuckstück im herzen berlins“). Problem „komplexe planungs- und entscheidungsstruktur, scher zu kalkulierdne kosten“)

1143 wenn keine zementmischer vorbeifahren, fahren übrigens geführte radtouren vorbei

1144 apropos erkenntnis des gestrigen tages der offenen tür: es gibt offenen raum in der neuen geschäftsstelle, in dem man kleinere veranstaltungen (so bis 10-15 leute) durchführen kann

1147 mc, zwischenbemerkung: „die kommunikation im verein hat sich in letzter zeit massiv verbessert. Chapeau, einfach mal lob.“

1147 stepro „sanfte kritik. Gab es berichterstattung über schwesterprojekte?“ was macht die geschäftsstelle, um schwesterprojekte in die öffentlichkeit zu bringen.

1150 johannes berichtet aus den schwesterprojekten. Versucht kontakt zu halten. „communities sind um größenordnungen kleiner. Zahl der anfragen relativ klein.“

1152 don-kun: „haus des freien wissens“ – ist geplant, dass auch andere orgas wie creative commons mit im haus sitzen? Pavel: ja. Die szene ist da auch sehr interessiert dran

1153 finanzen: spendeneinnahmen haben sich sehr gut entwickelt. 2010: 2,1 mio. 2011: 4,1 mio. davon geht teil an WMF 160.000 spender. Durchschnittsspende 29 euro

 1158 abstraktes zu foundation, chapters committee, fundsverteilung etc. nachher mehr wenn es um den antrag geht

1158 sonstige einnahmen. Mitgliedsbeiträge tats#chlich mehr als 54.000 euro- nicht erreicht: sponsoring 75.000.

1200 „2012 haben wir schon die erste geldbuße bekommen.“ An allen landesgerichten und oberlandesgerichten registriert als gemeinnützige organisationen.

1203 schulprojekt förderung geplant 15.000 euro. Ist: 588 euro

1208 wmde hat finanzielle darstellungsform geändert. „wir bilanzieren jetzt.“

1209 70 minuten. Fragen?

1209 wisewomen: berichtet von firmenspenden. Dürfen wir als mitglieder erfahren welche firmen gespendet haben?

1210 wmde hat 200.000 an unternehmensspenden eingeworben. Höchste einzelspende: 25.000 von einer stiftung, höchste einzelspende von person oder unternehmen 3.500 euro. Die unternehmensspenden: „normale onlinespenden“, die angegeben haben, dass sie spender sind. Die namen zu veröffentlichen, hielte ich für bedenklich. Gerade weil wir nicht über hohe summen sprechen.

1212 frage rlb: wieviele anfragen kommen denn von nichtmitgliedern (zB journalisten) zum thema finanzen.

1212 pavel: wir kriegen ziemlich viele anfragen, und sie gehen zu 90% in die frage „wovon finanziert sich wikipedia. Und stimmt es, dass es tatsächlich keine werbung mehr gibt?“ ansonsten fast keine fragen zu wirtschaftlichen dingen.

1214 schon drei leute draußen an der kaffeebar

1215 nachfrage aus publikum zu nachfrage: welche firmen haben gespendet. Das hängt mit unabhängigkeit zusammen. Frage: welche stiftung ist das mit den 25.000? und hängt sie mit dem HdFW zusammen? Nein. Zwei verschiedene Stiftungen. Stiftung Mercator.

1216 pavel „größer garant für die unabhängigkeit ist, dass ich nicht ma weiß, welche firmen es sind, die spenden.“ Das läuft ganz normal wie alle anderen spenden auch.

1217 bin ich nicht stolz drauf. Unternehmensspenden sind für gemeinnützige organisationen enorm wichtig

1218 hexer: wollte ein bisschen das weiterführen, was pavel anführte. Die seite transparenz auf wikimedia. De gehören zur initiative transparente zivilgesellschaft. Da: spenden, die mehr als 10% der einnahmen sind, müssen veröffentlicht werden

1219 pavel: dieses jahr wikidata –projekt mit signifikanten einzelspenden. Diese sind veröffentlicht. Alle tun das als spende: keinerlei einfluss und keinerlei exklsuive informationen (außer natürlich zur mittelverwendung)

1221 akl: hinweis zu anderen gruppen. Greenpeace nimmt keine unternehmensspenden an. Wikimedia foundation: spenden über 100.000 dollar müssen durch den vorstand genehmigt werden. Darüber wurde in einzelfällen tatsächlich diskutiert

1222 mc: wie sieht das mit zweckgebundenen spenden aus? Gibt es viele? Pavel: wikidata-spenden sind zweckgebunden. Ansonsten spielt es keine rolle. Ein paar spenden gibt, aber sehr wenig.

1223 pavel: ausblick aus 2012. Highlights: umsetzung unserer ziele, wikidata, HdFW, funds dissemenation committee, umsetzung der orgastruktur, prozesse und abläufe implementieren.

1226 FERDCH

1227 bericht kassenprüfer: DaB redet. Wir waren alle drei gleichberichtigt anwesend. Geprüft: finanzbuchhaltung von september bis dezember vergangene jahres

1236 langsam setzt erschöpfung ein. Nachfragen: warum schlagen kassenprüfer vor, warum das jetzt innerhalb des vereins gemacht werden soll? Dab. Finanzielle gründe. Steuerberatungsgesellschaft wird mit steigendem umsätzen immer teurer. Würde außerdem abläufe vereinfachen.

1237 delphine anmerkung: wollte mich bei den ganzen kassenprüfern für ihre arbeit bedanken.

PAUSE

1348 es geht weiter. Zählkommission erzählt. Ist begeistert, dass sie nebenan die diskussion im raum hören kann.

1348 insgesamt 213 briefe, davon eine reisekostenabrechnung + zwei kündigungsschreiben von mitgliedern 1348 212 briefe mit unterlagen, 208 gültig plus mitglieder. Für kassenprüfer 236 stimmen: 222 ja, 9 nein, 5 enthaltungen

1349 für den budgetausscuss: braun 194 stimmen, friedrich 215, grab 41, loos 127, rützer-weiß 214. Schmeling 40, 4 enthaltungen

1351 berichte teil 2. Berucht des ehrenamtlichen vorstands und des präsidiums. Mols spricht

1352 mol „das ist mein bericht. Nein: das ist eine einladung für alle, heute abend zu speisen, im restaurant das an karte ist.“

1353 „jetzt mein bericht.“ Mol erläutert das mit vorstand und präsidium. Sortiert den vorstand (alt) und den vorstand (neu) auseinander.

1354 vorstand (alt) vor allem satzungsänderung und strukturänderungen

1359 vorstandstätigkeit durch. „gibt es dazu fragen ,anmerkungen, kritik, lob?“

1400 eigentlicher bericht. Historische entwickelung des vereins.

1401 „einnahmend und ausgaben sehen leider immer noch aus wie exponentielles wachstum,“

1402 das ist ein luxusproblem, dass man zuviel geld hat, und dieses sinnvoll und effektiv ausgeben muss

1402 Wachstum der Vereinsmitglieder „nur“ linear

1403 Mitarbeiterwachstum wieder eher exponentiell

1405 wisewoman: „was ist wenn spenden überraschend einbrechen. Was ist dann mit mitarbeitern?“ mol: erläutert fundraisingdiskussion mit foundation.

1409 akl: thema mit fundraising und der abhängigkeit davon aus sicht der foundation. Die idee ist nicht primär daraus erwachsen, sondern dafür sorgen will, dass es eine bessere planbarkeit für alle beteiligten erreichen soll. Durch den prozess steigt meiner meinung nach langfristig die planbarkeit für wikimedia deutschland enorm.

1411 die vier chapter die ausgewählt worden, heißt die vier ausgewählten chapter sind eine große stütze und sollen in der rolle auch bleiben. Die gesamtorganisation hat großes interesse daran, die vier chapter am leben zu erhalten.

1413 akl: bisher spricht alle spendenentwicklung dafür, und auch allgemein der anteil der personalkosten, dass das risiko quasi nicht besteht.

1415 publikum „vermisse im tätigkeitsbereich eine art organigramm. Wer macht was? Wer ist das präsidium? Wen muss ich ansprechen im verein für etwas?“

1418 wichtigste änderung neues gremium, es ist neu. „wir sind noch dabei, diese erwartungen zu verstehen und zu erfüllen.“ Auch neufindung, weil wir sehr sehr viele neue mitglieder hatten. Von anfang 2011 nur noch zwei mitglieder. Mol und delphine.

1419 AG mitgliederversammlung -> „diese mv“ und ag geschäftsführung -> überwachung des vorstands

1422 stellt SMARTe ziele vor

1435 diskussion zum forum. Problem „anmeldung“. Aus dem onlineforum muss bildung/wissen ausgegliedert werden: machen history unbrauchbar –> das muss doch gehen. Würde als mitglied gerne in alle bereiche reinkommen im migliederforum.

1437 nikolas weist auf AGMV und die überlegung zur elektronischen partizipation hin

1437 mol: ausblick. Lokale veranstaltungen, haushaltstour, chapters association, in eigener sache

1440 in eigener sache „bin seit fünf jahren im präsidium, seit 3 jahren vorsitzender, und werde im november afhören.“ Will der nächsten generation raum zu geeben. Möchte heute nutzen, das zu verkünden, damit es genug zeit gibt, neue kandidaten zu finden.

1441 bericht des budgetausschusses kommt doch noch.

1441 veronika am pult. Schwieriger anfang, weil uns 2 mitglieder abhanden gekommen sind. Einer ins präsidium gewechselt, einer ganz ausgeschieden.

1443 was thema war, dass wir uns von situation zu situation durchhangeln. Neuerung in zweiter runde: doppelfrist: erst antrag reichen, dann vorlauf mit formaler überprüfung. Von 62 anträgen blieben 30 über. Geschäftsstelle hat projektanträgern hilfe geboten.

1444 v: habe gerade erst gehört, dass die umsetzung schleppend läuft. Habe eine idee: es wäre sinnvoll, die projekte auch nachher zu betreuen. Es ist manchmal den leuten nicht klar, was auf sie zukommt.

1446 projektrückzug führte zu einigem rauschen. Liest vor, welche projekte durchgekommen sind. Wikitv 39.000 euro. Kartenwerkstatt 12.000, fotoflüge nordsee 5.100, mediator 38.200 (der zurückgezogeme antrag), open streetmap 20.000, wikijournal 9.000 nachfolgeantrag: buchscanner österreich

1447 bemängelt schlecte kommunikation, dass sie immer noch nicht weiß, welche projekte bewilligt sind. 18. Dezember vorstellung, danach abschlussbericht, danach das grosse schweigen. Merkwürdige situation, niemand wusste, woran er war.

1448 beweist, dass das ganze prozedere noch etwas hakt.

1448 mein resümee: es mangelt noch an grundsätzlichem im verfahren. Zweiter großer punkt: wir müssen uns fragen, warum sind bisher so viele projekte noch nicht umgesetzt? Fände es unbefriedigend, wenn es so weitergeht, und wir nur große mengen bewilligster projekte schaffen

1449: WW: ich als mitglied des vereins hätte wahnsinnig gerne einen schriftlichen bericht. Erwarte auf MV einen stapel papier, damit ich sehen kann, was passiert ist.

1450 V: du sprichst mir ein bisschen aus der seele. Ich als vereins- aber nicht communitymitglied habe ein problem, weil ich nie etwas wiederfinde.

1454 V. weiß nicht ob es glückliche konstruktion ist, dass der ausschuss direkt aussen vor ist, nachdem er empfehlung ausgesprochen hat

1454 delphine: was wir vor allem bisher gemacht haben: erfahrung gesammelt

1455 ab der nächsten runde werden projektanträge verpflichtend veröffentlicht. Stepro: feedback wäre schön gewesen bei einzelnen anträgen.

1458 v: „innerhalb des ausschusses haben wir immerhin gewisse hemmungen, ablehnungen zu formulieren.“

1458 engagierte wortmeldungen „da muss ich vehement widersprechen.“

1459 WW „für mich ist ein teil des freien und offenes wissens, das wir öffentlich agieren.“ Da muss man dann auch sachlich kritisieren. Das ist für mich ein ganz wesentlicher punkt in der geschichte.

1500 wir sind in wikipedia gewöhnt, dass wir edits haben, die unter aller sau sind, in einem lexikon, das die ganze welt liest. Wir sind das so gewöhnt, und dadurch lernt auch die ganze community, das sie sieht, was geschieht.

1501 olaf s: erläutern noch einmal sein projekt. Brauche mehr rückmledung. Bisher nur zwei wikipedianer da, bei der konferenz mit wissenschaftlern. „ich habe kein problem gehabt, die wissenschaftler zusammenzukriegen. Ich habe probleme, meinen eigenen verein zu motivieren.“ Deshalb morgen mittag veranstaltung.

1503 diskussion wer wann wie mit wem diskutiert hat

1505 entlastung. Alter vorstand und präsidium. (vorstand, weil es letztes jahr noch keinen jahresabschluss gab, präsidium für die zeit nov bis 31. Dez). pavel auch separat

1506 alter vorstand bei 5 enthaltungen entlastet (die ex-vorstände). Präsidium bei 12 enthaltungen entlastet (9 präsiden plus 3 andere), vorstand: bei 1 enthaltung (nicht er selber)

1635 Spannende und kontroverse Diskussion zum Politikantrag. Konnte leider nicht mitschreiben, weil ich mich beteiligen musste.

1635 ergebnis: antrag an das präsidium zurücküberwiesen

1638 Antrag zur Chapters Association

1638 mol „muss mich entschuldigen, wird alles noch viel komplexer als alles was wir bisher hatten.“

1639 mol erklärt chapter.

1639 spannende diskussion in der pause übrigens mit lodewijk zm thema politik international

1641 geht es nur mir so, oder ist es hier mittlerweile echt stickig? Und das so alles so frei und offen wirkt.

1643 mol erklärt spendengewinnung

1644 mol: chapters association soll neue organisation sein, die gegründet wird, sobald neun chapter sagen, sie treten bei

1645 chapters conference. Dieses jahr war das thema chapters association ein großes thema.

1646 sinn und zweck des antrags ist, dass wmde beitritt. Damit wären wir vermutlich die ersten, weil wir die ersten sind, die mv haben,

1648 neben dem rat soll es ein sekretariat geben, dass die eigentlichen veranstaltungen organisiert

1649 mol: habe pilotprojekt gearbeitet mit vier chaptern, die strategische planung und haushalt erarbeiten sollte (ungarn, schweden, nl, tschechien). Drei davon haben auch haushalt bei wmf vorgelegt. Jetzt geht es darum, aus dem pilotprojekt lehren zu ziehen, und es zu verbreiten.

1650 delphine und mol können sehr viel von den anderen chaptern berichten. Stand bisher: 25 von 40 chaptern haben dem zugestimmt. Das heißt 15 wollen das nicht, oder können/haben sich nicht entschieden.

1651 insgesamt aber ein großer schritt vorwärts. 1651 sieben bis acht chapter stimmen dem prinzipiell zu, konnten aber aus verschiedenen gründen nicht formal entscheiden.

1654 diskussion/erklärung mit v „wer ist die wikimedia-bewegung, und welche rolle spielen darin die chapter.“

1656 ww: im prinzip finde ich eine gute idee. Mein wunsch wäre, dass es auch die gemeinsamen interessen gegenüber der foundation sein sollte. Erwarte bei den zielen, dass die foundation die chapter fördert, und nicht nur die chapters association. Wir brauchen eine stelle, die die halbwegs legitimiert die stimme gegen die foundation erheben kann.

1657 ww: habe das mit dem sekretariat nicht verstanden. Sekretariat „erhält vergütung für ihre dienste.“ Habe nicht verstanden – mol. Heißt, dass das sekretariat hauptamtlich sein soll.

1658 finde es unerlässlich, dass das deutsche ratsmitglied an jeder sitzung des präsidiums teilnehmen kann. Es sollte keinen weg geben, dass das präsidium das ratsmitglied ausschliessen kann.

1659 mol: „es gab eine zeit, da hat sich die foundation ein bisschen um die chapter gekümmert. Es sollte institutionalisiert werden. Das sit nicht passiert. Einer der gründe: der foundation fehlt erfahrung und fähigkeit, zu wissen, was chapter braucht.“ Foundation ganz anders aufgebaut als die chapter.

1701 foundation hat sogar gebeten, eine solche organisation zu gründen, weil sie sich selbst nicht kümmern will/kann.

1704 akl: chapters association soll riesige lücke füllen zwischen san francisco mit 100 hauptamtlichen mitarbeitern und zB indonesien mit 10 freiwilligen, und niemand sonst. Habe aus der foundation niemand gehört der dagegen ist, und viel unterstützung.

1705 delphine zur repräsentanz in präsidiumssitzungen. „zB: jemand, der uns in der bewegung repräsentiert, hat keinen anspruch darauf, über pavels gehalt zu diskutieren.“

1706 mol: regelung ist analog zum vorstand. Der kann überall dabei sein, aber zwei mitglieder können ihn ausschließen. Es geht darum, ob der repräsentant den zugang zu den sitzungen erzwingen kann.

1711 frage aus publikum „was kostet das?“ mitglieder fahren nach washington, beiträge etc. – mol: lässt sich noch nicht sagen. Kommt darauf an, was der rat beschließt. Geld kommt direkt von den chapters aus beiträgen. Heißt derzeit, dass wmde wohl am meisten von allen bezahlt. „meine ganz persönliche meinung“, die kosten sind im sehcsstelligen bereich.

1712 mol: foundation hat damals ingesamt 300.000 bis 400.000 in den haushalt eingestellt, gehe davon aus, dass es insgesamt mindestens der betrag wird. Unser anteil wird allerdings um so niedriger, je erfolgreicher wir sind. Schätze die ersten zwei jahre wird die hälfte/zwei drittel des budgets bei uns lohnen.

1715 gründungsmitglied-sebastian. „mein erster gedanke: noch ein gremium.“

1717 g-sebastian erzählt vom krieg.

1718 hexer plädiert für association. Foundation kann und wlll nicht. Wmde soll sich an globaler bewegung orientieren-

1720 zwei fragen/anmerkungen zum antragstext. Kategorische ausschließen von doppelfunktionen – halte ich nicht für notwendig, weil es darum geht, interessen der organisation zu vertreten. Schränkt die zahl der kandidaten stark ein, weil nicht viele sich international gut genug auskennen, uns bisher nicht aktiv sind. Zweitens: wenn man sich gegen präsidium und mitarbeiter als mögliche ratsmitglieder entscheidet, ist die MV alleine das richtige gremium, um eine auswahl zu treffen? Sollte nicht das präsidium alleine die auswahl treffen. Präsidium kann intensive gespräche führen. Präsidium trifft vorauswahl. MV trifft auf vorauswahl des präsidiums einen kandidaten. Primär: warum dieser zwang.

1724 mol: erfahrung: je klarer eine definition ist, desto eher findet sich jemand, der das machen wird. Je vager, desto schwieriegr. In den ersten zwei jahren, wird die position noch vage und im fluss sein. Sehe aber kein problem, freiwillige zu finden, die sich einarbeiten oder bereits vorkenntnisse mitbringen.

1725 mol: es geht nicht nur darum, die interessen von wmde im rat zu vertreten. Es geht darum, 40 chapter unter einen hut zu bringen. Kann mir zB nicht vorstellen, dass wir unter den ehemaligen vorstandsmitgliedern niemand finden, der das machen will. Kann mir aber nur schwerlich vorstellen, dass aus dem präsidium das noch jemand machen will.

1727 v: was ich so ein bisschen vermisse. Derjenige wird von der MV gewählt, der findet zweimal im jahr statt. „du hast den ausschuss angesprochen. Möchte demjenigen das traurige schicksal der ausschussmitglieder ersparen. Das ist mir zu unspezifisch, und ich weiss aus eigener erfahrung, dass das ehr schwer sein kann“

1732 stepro: die orga hat ja anscheinend feste mitarbeiter. Wo wird sie denn ihren sitz haben und welche organisationsform? Mol: das ist eine komplexe fragestellung, die nicht so einfach zu beantworten ist, und meines erachtens auch nicht so wichtig ist. Hoffe, dass das spätestens bis zur wikimania gelöst ist.

1734 DaB: wollte nur kurz etwas zum geld sagen. Okay, sechsstellig ist nicht wenig. Aber der verein nagt nicht im hungertuch, wir haben geld. Und wir müssen nichts kürzen, dann muss das nächstes jahr in den haushaltsplan geschrieben wird.

1735 frage: „warum dürfen die mitarbeiter des sekretariats keine gehaltserhöhung bekommen. Ist das mit deutschem arbeitsrecht vereinbar?“ mol: das geht. Zumal die frage, nach welchem arbeitsrecht die regelungen getroffen werden.

1740 chapters association ohne gegenstimme mit einer enthaltung angenommen.

1740 mol: jeder in dieser runde sollte sich überlegen, ob er oder sie als kandidat in frage kommt. Wir alle in dieser runde haben mit wenig oder keine erfahrung auf internationaler ebene gehabt. Man kann das lernen.

1741 top13: verschiedenes.

1741: mol: cue pasa, 19 uhr. „das ist keine einladung zur bezahlung. Grundsätzlich das sehr lecker und sehr gut.“

1743 danke an versammlungsleitung und zählkommission. Hinweis auf die bewertungsbögen.

1745 ENDE! AUS! WOBEI! &lt;div&gt;&lt;img src="http://fc.webmasterpro.de/as_noscript.php?name=southgeist" style="width:1px;height:1px;" alt="" /&gt;&lt;/div&gt;

von dirkfranke (noreply@blogger.com) - April 24, 2012 01:10

22. April 2012

Liesel

Auf dem Bernstein

Relativ spontan hatte ich heute die Idee auf den Bernstein oder Bernsteinberg (Medvědí skála) zu wandern. Es gab drei Gründe. Zum einen hat der Wikipedia-Artikel noch keine Bild, außerdem soll auf dem Gipfel eine Säule der Königlich-Sächsischen Triangulation gestanden haben und dritten soll sich ein Geocache dort befinden.

Die Anreise erwies sich aus den verschiedensten Gründen etwas langwierig. Aber gegen 15.00 Uhr war ich am Ausgangspunkt unterhalb des Lesna angekommen.

Das GPS-Gerät zeigte rund 2 Kilometer Luftlinie an. Die ersten 2/3 der Strecke verliefen auf Asphalt und einem Waldweg. Als dann der kritische Punkt kam, wo man sich nach rechts in die unwegsamen Büsche schlagen muss, verlor das GPS die Verbindung zu den Satelliten.

Also wurde mit Karte, Orientierungssinn und Glück eine Stelle ausgesucht und ab ging es durch den Miriquidi. Dieser besteht hier vor allem aus Jungbäumen (2-4 Meter hoch), Bächlein, Hochmooren und den zusammengeschobenen Resten der abgestorbenen Bäume.

Der Orientierungsinn trug nicht und als das GPS die Verbindung wieder hatte, sah ich, dass ich auf dem richtigen Weg war. Bald waren die ersten Gipfelfelsen zu sehen.

Nach dem Erklimmen der Gipfelpyramide hatte man einen wunderbaren Blick ins Böhmische auf das Nordböhmische Becken und das Böhmische Mittelgebirge. Sogar die über 30 Kilometer entfernte Augustusburg bei Flöha war zu sehen.

Leider war die Nagelsche Vermessungssäule nicht mehr vorhanden. Den Geocache habe ich glücklicherweise gefunden.

Zurück ging es etwas einfacher, da ein Funkmast die Richtung wies.

Achja und Bilder für die Wikipedia gibt es keine, da mich die  Hansel geärgert haben.

Die ersten Felsen sind in Sicht.

Blick zum Gipfel

Böhmisches Mittelgebirge

Erzgebirgsblick. Gebirgsneudorf im Vordergrund

Die Augustusburg

Mehr Bilder gibt es hier.


Einsortiert unter:Erzgebirge, Fotos, Wikipedia Tagged: Bernsteinberg, Erzgebirge, Geocaching, Medvědí skála

von Liesel - April 22, 2012 05:41

20. April 2012

Iberty

Was die Welt braucht: Babelbausteine zum Umhängen

Also Schilder, in Design und Inhalt genau wie die Wikipedia-Babelbausteine. Aber ausgedruckt und an Lanyards.

* "Dieser Konferenzbesucher ist oft einsam."
* "Dieser Fußballfan wählt CDU."
* "Dieser Konzertbesucher spricht klingonisch."
" "Dieser Konferenzredner sehnt sich nach der guten alten Zeit."

Wenn man dann doch so 10, 20 Bausteine kombiniert, gibt das sicher sehr farbenfreudige und informative Konferenzen.


von dirkfranke (noreply@blogger.com) - April 20, 2012 08:31

19. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 16/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung von aktuellen Nachrichten aus der internationalen Wikimedia-Bewegung. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (16/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Vereine

RÜCKBLICKE AUF DIE WIKIMEDIA CONFERENCE 2012

Ein kurzer Rückblick auf die Veranstaltung, mit weiterführenden Links, ist in den Blogs der Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland nachzulesen.
Außerdem hat Ziko van Dijk (Wikimedia Niederlande) sein Tagebuch zur Wikimedia Conference in einer englischen Fassung auf Meta veröffentlicht:

NEUER FELLOW DER WIKIMEDIA FOUNDATION

Fellows bei der Wikimedia Foundation sind zeitlich befristete Angestellte mit einem eigenen Aufgabenbereich. Als Fellow speziell für die Verbesserung von Hilfeseiten in der englischsprachigen Wikipedia wurde nun Peter Coombe eingestellt. Zu den Aufgaben und dem persönlichen Hintergrund:

DIE LORIOT-BRIEFMARKEN BLEIBEN DRAUSSEN

Im Oktober 2011 wurde eine einstweilige Verfügung gegen die Wikimedia Foundation erwirkt, um dagegen vorzugehen, dass vier Briefmarken mit Loriot-Motiven auf Wikimedia Commons bereitgehalten werden. In dem Verfahren in der Hauptsache hat das Landgericht Berlin diesen Beschluss in seinem Urteil vom 27. März 2012 nun bestätigt, allerdings mit der Einschränkung, dass der ebenfalls auf Wikimedia Commons verfügbare Schriftzug von Loriots Unterschrift unter keinem denkbaren Gesichtspunkt urheberrechtlich geschützt sei. Die Briefmarken dürfen also weiterhin nicht auf Wikimedia Commons gehostet werden, während die Datei, die die Unterschrift zeigt, wieder hergestellt werden konnte.
Die Community diskutiert nun auf Commons unter Beteiligung von Geoff Brigham, dem Justiziar der Wikimedia Foundation, welche Folgen aus diesem Urteil zu ziehen seien, insbesondere ob jetzt alle Abbildungen von Briefmarken auf Commons gelöscht werden sollen. Auf Commons wurde ein Löschantrag für die Vorlage ”PD-German_stamps” gestellt.
Eine weitere urheberrechtliche Frage, die für alle Wikimedia-Projekte von Bedeutung ist, betrifft die Umsetzung des US-amerikanischen Uruguay Round Agreements Act (URAA), wonach, auf Deutschland bezogen, nur solche Werke gemeinfrei sind, die auch am 1. Januar 1996 nach deutschem Recht gemeinfrei waren, unabhängig von der üblichen 70-jährigen Frist nach dem Tod des Schöpfers.

MONATSBERICHTE

Die Wikimedia Foundation hat den Monatsbericht für März veröffentlicht. Wie immer gibt es eine Zusammenfassung, die sogenannten Wikimedia Highlights, in unterschiedlichen Sprachen
Nicht ganz monatlich, sondern für das erste Quartal 2012, hat Wikimedia Ungarn einen Bericht veröffentlicht:

Projekte und Initiativen

EDITIERMARATHON VON WIKIMEDIA UK

Wikimedia UK veranstaltet am 16. Juni 2012 zum ersten Mal einen Editiermarathon in den neuen Büroräumen in London. Mehr zum “Editathon” zum Thema Erster Weltkrieg:

STATUS-UPDATES VON WIKIDATA

Das Wikidata-Projekt veröffentlicht regelmäßig Status-Updates, in denen die Fortschritte der Entwickler und die Rezeption des Projekts in Community und Medien dokumentiert werden. Sie erscheinen wöchentlich im Meta-Wiki und werden gleichzeitig über die  Wikidata-Mailingliste versandt (erinnert an die Wikimedia:Woche).

WIKITRAVEL ANTE PORTAS

Der Wikipedia Signpost berichtet über die lebhafte Diskussion im Meta-Wiki (übrigens auch auf der Mailingliste wikimedia-l) über den Wunsch der englischen Wikitravel-Community, die gerne unter dem Dach der Wikimedia Foundation betrieben werden würde. Die Meinungen hierzu sind geteilt, vor allem weil es bei Wikitravel keine Belegpflicht gibt und weil die Beiträge in einem Reiseführer nicht dem neutralen Standpunkt, sondern dem projektinternen Gebot der „Fairness“ gegenüber dem Reisenden verpflichtet sind. Mehrheitlich wird das Projekt eines “Wiki Travel Guide” (so der Arbeitstitel) aber wohlwollend beurteilt.
Die Wikimedia Foundation hat in einer Stellungnahme von Sue Gardner bekanntgegeben, dass sie offen für ein neues Projekt sind, die Entscheidung aber der Community obliegt.
Abstimmung der Community unter:

SIGNPOST ÜBER BEZAHLTES EDITIEREN IN WIKIPEDIA

Der Wikipedia Signpost stellt in einer Serie, die diese Woche begonnen hat, das WikiProjekt Cooperation vor, das eine Anlaufstelle für Lobbyisten und PR-Mitarbeiter sein will, die gegen Bezahlung an Wikipedia-Artikeln mitarbeiten. Unterstützung des bezahlten Editieren soll davon abhängen, ob es offen, nach enzyklopädischen Maßstäben und im öffentlichen Interesse geschieht.

ZEHN JAHRE WIKIMEDIA COMMONS … IM JAHR 2014

Auf den Mailinglisten wikimedia-l und commons-l wurde eine Diskussion darüber begonnen, wie der zehnte Geburtstag von Wikimedia Commons im Jahr 2014 gebührend gefeiert werden könnte. Ein „Bild des Jahrzehnts“ wird es wohl nicht geben. Es sind noch eineinhalb Jahre Zeit, um sich auf eine Aktion zu einigen.

Technik

WIKIMEDIA LABS

Die Wikimedia Foundation hat ein einführendes Blogposting über Wikimedia Labs veröffentlicht. Der Betrieb der technischen Infrastruktur der Wikimedia-Projekte erfolgt bislang vor allem über bezahlte Mitarbeiter der Foundation. Labs soll eine Plattform bieten, über die Freiwillige sich an diesen Prozessen beteiligen können.

MEDIAWIKI 1.20

Die neueste Version der MediaWiki-Software wird noch bis zum 25. April 2012 implementiert. Künftig sollen alle zwei Wochen Erweiterungen veröffentlicht werden. Die auffälligste Veränderung der Software gegenüber der letzten Version ist eine neue farbliche Markierung von Änderungen in Versionsgeschichten. Sie soll für farbenblinde Menschen besser zu erkennen sein.

Internationale Presseberichte

ARCHIVALIA

Die ”Bodleian Libraries of the University of Oxford” und die ”Biblioteca Apostolica Vaticana (BAV)” berichten, dass sie planen, mehr als 1,5 Millionen Seiten historischer Texte zu digitalisieren und frei verfügbar zu machen.

Termine

COMMUNITY-PROJEKTBUDGET-AUSSCHUSS-WAHLEN HABEN BEGONNEN

Die Wahl der Community-Vertreter für den nächsten Community-Projektbudget-Auschuss hat begonnen. Bis zum 29. April 2012 ist die Stimmabgabe auf der Projektseite möglich.

HIGHBEAM-ZUGÄNGE WERDEN VERTEILT /GESPRÄCHE ZU JSTOR WERDEN GEFÜHRT

Am 13. April wurden die ersten Zugänge zu der Datenbank HighBeam Research vergeben. Wer noch keinen Account erhalten hat, kann sich weiterhin dafür bewerben. Voraussetzung dafür ist eine mindest einjährige Mitarbeit über einen eigenen Account in einem Wikimedia-Projekt und mindestens 1000 Bearbeitungen. HighBeam Research ist ein kostenpflichtiger Dienst mit Zugang zu etwa 80 Millionen Artikeln in etwa 6500 akademischen und wissenschaftlichen Publikationen und eignet sich daher sehr gut für Recherchen für Wikipedia-Artikel. Die nächsten Accounts sollen bis Ende April verteilt werden.
Derzeit laufen Gespräche über eine Partnerschaft der Wikimedia Foundation mit JSTOR. In der englischen Wikipedia wird eine Liste mit Interessenten geführt.

TAG DER OFFENEN TÜR BEI WMDE

Die Tür von Wikimedia Deutschland steht am Freitag, dem 20. April 2012, allen Wikipedianerinnen, Wikipedianern und Freiwilligen der weiteren Projekte offen. Neben dem Stammtisch Berlin werden weitere zufällige und absichtliche Gäste erwartet, auf die sich das ganze Team der Geschäftsstelle sehr freut. Am 20. April ab 16 Uhr in den neuen temporären Räumen in der Kreuzberger Obentrautstraße 72 im 1. Stock.

MESSEAUFTRITT AM LINUXTAG 2012 IN BERLIN

An der größten europäischen Konferenz zu Open Source und Freier Software wird es einen Wikimedia-Stand mit einer Kooperation von Wikimedia Deutschland, Wikimedia Österreich und Wikimedia CH geben. Der Stand wird verschiedene Projekte und “Show Cases” präsentieren, ua. Wikipedia Offline (Kiwix und openZIM), Wiki Loves Monuments, Wikidata und RENDER.
Die Konferenz findet vom 23. bis 26. Mai in den Hallen 7.2 im Messezentrum Berlin statt. Interessierte Besucher oder Helfer melden sich bitte bei den jeweiligen Wikimedia-Vereinen um kostenlose Eintrittskarten zu erhalten bzw. um den Standdienst zu koordinieren.

VORTRÄGE UND WORKSHOPS GESUCHT

Bis zum 30. Juni kann man in der Wikipedia noch eigene Angebote oder Ideen für gute Vorträge, Plena oder Workshops für die WikiCon 2012 eintragen:

von Michael Jahn - April 19, 2012 01:03

Rückblick: Wikimedia Conference & Chapters’ Meeting 2012

2012 Wikimedia Conference Berlin - Gruppenfoto (By Pavel Hrdlička, CC-BY-SA 3.0)
2012 Wikimedia Conference Berlin - Gruppenfoto (By Pavel Hrdlička, CC-BY-SA 3.0)

Ende März versammelten sich Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Wikimedia Chapter sowie das Entscheidungsgremium und Angestellte der Wikimedia Foundation zur Wikimedia Conference 2012 im Tagungszentrum Cluboffice Berlin. Mehr als 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 40 Ländern folgten der Einladung des Wikimedia Deutschland e. V., der die Konferenz zum vierten Mal in Berlin veranstaltete.

Vorbereitung

Harel Cain von Wikimedia Israel war für die Programmgestaltung verantwortlich und stellte sich damit der Herausforderung, ein Programm für alle Konferenzbesucher zu entwerfen, dass idealerweise eine inhaltlich vielfältige Auswahl von Sessions bieten und gleichzeitig den aktuell drängenden Themen mit erhöhtem Gesprächsbedarf gerecht werden sollte.

Organisation und Veranstaltungskoordination lagen auch in diesem Jahr in Nicole Ebbers Händen. Danny B. half bei der Planung der Anreise und Unterbringung sowie der Betreuung der Teilnehmer vor Ort. Maria Rößler unterstützte die Veranstaltungsvorbereitungen und –durchführung in verschiedenen Bereichen und war Ansprechpartnerin für Teilnehmer und Mitarbeiter am Veranstaltungsort. Die An- und Abreisen der Teilnehmer verliefen weitestgehend reibungslos und blieben abgesehen von der zeitweisen Bestreikung der Flughäfen Tegel und Schönefeld in der Woche vor der Konferenz von äußeren Umständen unbeeinträchtigt.

Einige Arbeitsgruppen (Chapters Committee, Movement Roles) trafen sich schon am Donnerstag, um gemeinsam zu arbeiten. Am Donnerstagabend konnten wir bereits den Großteil der Gäste im baxpax Hostel für ein erstes Zusammentreffen und zur Registrierung begrüßen. Hier gab es Gelegenheit für einen ersten Austausch zwischen den Chapter-Vertretern und um die zahlreichen Konferenzneulinge kennenzulernen. So wurde bei Getränken und Snacks bis in die späten Abendstunden munter geplaudert und diskutiert.

Programm

Das diesjährige Programm war vor allem bestimmt von zwei großen Themen: Dem Chapters Council/Chapters Association sowie den Resolutionen des Board of Trustees zum Thema Fundraising und Verteilung von Geldern. Zusammenfassende Beiträge dazu gibt es u.a. im Wikipedia:Kurier, im Blog der Wikimedia Foundation und von Stu West. Die Vorstellung der Board Resolution wurde außerdem von WikiTV aufgezeichnet (Danke dafür!).

Nach zeitaufwändigen aber durchaus notwendigen Diskussionen haben am Samstag 24 Chapter die Berliner Erklärung zur Charter der zu gründenden Wikimedia Chapters Association unterzeichnet. Herzlichen Glückwunsch an Tomer Ashur, der für die Zeit bis zur Wikimania zum Übergangs-Generalsekretärs gewählt wurde!

Daneben standen aber auch viele weitere Themen auf der Agenda, es gab täglich die allseits beliebte und nostalgische Session “State of the Chapters“. Eine ausführliche Dokumentation findet sich zum Teil schon im MetaWiki, wird aber noch weiter vervollständigt. Auf Commons gibt es die dazugehörigen Fotos und Videos.

Wrap Up (Anna Lena Schiller, CC-BY-SA 3.0)

Am Sonntag wagten wir den Versuch, kein festes Programm vorzugeben, sondern gaben allen Teilnehmern die Möglichkeit, im BarCamp eigene Themen vorzustellen und Sessions anzubieten. Das hat erstaunlich gut funktioniert, alle freien Programmplätze waren im Handumdrehen gefüllt und in den Sessions wurde intensiv an unterschiedlichsten Themen (z.B. Future of the movement, CiviCRM, Libraries, TAO, Social Media, First staff person, QRPedia) gearbeitet. Der Versuch ist geglückt, aber es war gut, damit bis zum Sonntag zu warten, denn da kannten sich dann die meisten und es fiel in entspannter Atmosphäre leichter, eigene Vorschläge einzubringen.

Die Veranstaltung endete mit einer konstruktiven Rückblick-, Ausblick- und Feedbackrunde und einem Dankeschön an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Danke!

An dieser Stelle muss den Menschen gedankt werden, die zum Gelingen dieser Veranstaltung beigetragen haben. Ein herzlicher Dank geht zunächst an die Belegschaft von http://www.club-office.com/“>Cluboffice Berlin für den hervorragenden Service, die allzeit freundliche und schnelle Unterstützung und die ausgezeichnete Verpflegung am Veranstaltungsort.

Harel und die beiden Moderatorinnen Anna Lena Schiller und Anja Krieger haben Außerordentliches geleistet und im Spagat zwischen Programmstruktur und spontanen Diskussionsentwicklungen für einen flexiblen Veranstaltungsablauf gesorgt, der alle Bedürfnisse bestmöglich berücksichtigte. Im Moment arbeiten die drei an der Konferenzdokumentation für Meta. Die Präsentationen und Talk-Sessions wurden von Anja und Anna Lena aufmerksam, geschickt und mit sicherem Feingefühl begleitet und teils auch wieder graphisch dokumentiert. Für die Mitschriften bedanken wir und bei Tim Moritz Hector, Michael Jahn, Julia Kloppenburg und Katja Ullrich. Fotografiert haben Phillip Wilke und Marcus Cyron. Vielen lieben Dank für die tolle Unterstützung!

Wikimedia France, Nederland, UK, Österreich, Polska, Schweiz und Italia danken wir für ihre finanziellen Zuwendungen zur Realisierung der Konferenz. Für das Get-together am Freitagabend erhielten wir finanziellen Support von der Wikimedia Foundation. Wikimedia Israel kofinanzierte die Touren durch die „Berliner Unterwelten“ am Samstagabend.

Ein besonderer Dank zum Schluss noch für das leidenschaftliche und überwiegend ehrenamtliche Engagement der Konferenzteilnehmer. Ihr seid klasse!

Für alle Fragen zur Veranstaltung könnt ihr euch gern an Nicole wenden, die mich auch bei der Erstellung dieses Blogbeitrages unterstützt hat.

von Maria - April 19, 2012 10:21

Morgen Tag der offenen Tür

Unsere Tür steht am Freitag allen Wikipedianerinnen, Wikipedianern und Freiwilligen der weiteren Projekte offen. Auch Freundinnen und Freunde sind gern gesehen.

Die neue temporäre Geschäftstelle (Bild: Christoph Jackel, Lizenz: cc-by-sa 3.0)

Das ganze Team der Geschäftsstelle freut sich sehr auf euch: Am 20. April ab 16 Uhr in den neuen temporären Räumen in der Kreuzberger Obentrautstraße 72 im 1. Stock: den Plan findet ihr bei Geohack

Zu einem weiteren Termin, auf den wir sehr gespannt sind, laden wir euch am Sonntag, den 22. April ein:  ab 10:00 Uhr werden die deutschsprachigen Mitglieder und Kandidat/innen des Board of Trustees der Wikimedia Foundation mit euch diskutieren. Diesmal nicht in unseren Räumen, sondern der Konferenzetage der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8 in Berlin-Mitte, wenige Minuten von der Friedrichstraße.

von Christoph Jackel - April 19, 2012 08:15

18. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Mission: Kultur – Barbara Fischer verstärkt Wikimedia Deutschland

Babara Fischer, CC-BY-SA 3.0, Foto: Phillip Wilke

Spätestens, seit die deutsche Wikipedia-Community über eine eigenständige Plattform verfügt, um ihre Outreach-Aktivitäten im kulturellen Sektor nachzuhalten, haben wir auch im Verein entsprechende Überlegungen angestellt, wie wir die Kooperationen mit Museen, Bibliotheken, Archiven oder wissenschaftlichen Einrichtungen intensivieren und vor allem systematischer ausbauen können. Das Reizvolle an Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen ist ihre Nachhaltigkeit: Im Optimalfall entstehen über vertrauensbildende Maßnahmen und Türöffner-Projekte langfristige Austauschbeziehungen, die der digitalen Wissensallmende qualitativ hochwertige Werke hinzuzufügen.

Kulturpartnerschaften erfordern vor allem ein gutes Verständnis von der Arbeit in den entsprechenden Institutionen, eine Sprache und Herangehensweise, die sich im Einzelfall sehr vom “Wiki-Style”, also einem schnellen und ergebnisoffenen Ansatz, unterscheiden kann. Häufig benötigen Institutionen für ihre Entscheidungen die Einbeziehung der Verwaltung und die Zustimmung von Gremien, Schwerpunktsetzungen und strategische Ziele werden zumeist mit einem großen zeitlichen Vorlauf getroffen. Es gibt große Unterschiede in punkto Tempo, Mentalität und Expertise. Kulturpartnerschaften sind in diesem Sinne immer wechselseitige Lernerfahrungen, für die Seite der professionellen Vermittler ebenso wie für die Seite der Förderer des Freien Wissens.
Mit Barbara Fischer glauben wir, die ideale Frau für diesen Brückenbau gefunden zu haben. Seit dieser Woche arbeitet sie als Kuratorin für Kulturpartnerschaften für Wikimedia Deutschland. Ihre Aufgabe wird es künftig sein, die GLAM-Aktivitäten aus der deutschen Community unterstützend zu begleiten sowie weitere Initiativen zu entwickeln. In den folgenden Monaten ergänzt sie zusätzlich das internationale “Wiki Loves Monuments”-Team beim Roll-out des Wettbewerbs 2012. Hier bringt sie ihre Erfahrungen aus der Öffentlichkeitsarbeit des Tag des offenen Denkmal Berlin ein.

Barbara arbeitet seit Beginn der 90er Jahre als Netzwerkerin und Kulturmanagerin. Sie war Geschäftsleiterin der größten Berliner Autorenvereinigung, baute verschiedene Netzwerke wie Der Wedding lebt! auf und initiierte und leitete verschiedene Partizipationsprojekte wie Schatzsuche Wrangelkiez, Mind and Jump the GapsRed Latinoamericano de Arte para la Transformacion social  oder die Akademie unter Bäumen der Stiftung Genshagen.

Barbara freut sich auf ihre Tätigkeit in einem ganz neuen Kontext:

Wissen und Teilhabe miteinander zu verbinden, ist für mich ein Riesenschritt für die Gesellschaft. In vielen kulturellen Einrichtungen lagern unendliche viele Bits an Information, die nur beschränkt zugänglich sind. Diese Schätze öffentlich zugänglich zu machen, motiviert mich enorm. Es gibt auf lokaler Ebene bereits viele gute Ansätze und erste erfolgreiche Partnerschaften, die durch das ehrenamtliche Engagement der Wikipedianer entstanden sind. Das ist toll. Hierbei möchte ich mich gerne einklinken. Wir sollten gemeinsam versuchen, diese Initiativen noch besser nach außen zu kommunizieren und sie zu einem flächendeckenden Netz zu erweitern. Genau so sehe ich auch meine Rolle bei Wiki loves Monument. Nach jahrelanger Erfahrung im Management auch großer internationaler Projekte freue ich mich darauf, bei so einem wunderbaren Vorhaben, das Photographie, Baudenkmäler und Netzkultur miteinander verbindet, mitwirken zu dürfen.

Wer mit Barbara direkt in Kontakt treten möchte, kann dies hier tun.

von Jan Engelmann - April 18, 2012 10:58

Wahlprüfsteine für 17 Parteien in Nordrhein-Westfalen – und ein Ausblick für 2013

Vor zwei Wochen haben wir in diesem Blog den Entwurf von Wahlprüfsteinen zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen veröffentlicht und Euch im Rückmeldung gebeten. Vielen Dank an alle, die in den Kommentaren, in anderen Blogs und per Email mitgeholfen haben, wir haben alles davon berücksichtig. Heute gehen nun 17 Exemplare der Wahlprüfsteine an die zugelassenen Listen, die am 13. Mai um die Stimmen im 17-Millioneneinwohnerbundesland NRW bitten.

Der Zeitplan ist wegen des vorgezogenen Wahltermins etwas knapper als sonst, wir werden wie gehabt vor der Wahl das veröffentlichen, was bis dahin eingetroffen ist und hoffen, den in NRW Wahlberechtigten damit ein Hilfsmittel bereitszustellen, eine informierte Wahlentscheidung zu treffen.

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus, im Herbst 2013 stehen Bundestagswahlen an. Wikimedia Deutschland möchte gerne mit Euch darüber reden, wie wir das Instrument der Wahlprüfsteine weiterentwickeln können und sinnvoll in 17 Monaten einsetzen können. Eure Vorschläge sind dabei herzlich willkommen, so konkret oder nicht sie auch sein mögen. Ganz besonders interessiert uns dabei:

  • Wie eng oder weit sollen die Wahlprüfsteine von Wikimedia Deutschland um die Kernthemen der Arbeit des Vereins gelegt werden?
  • Welche Themen sollen grundsätzlich im Zentrum der politischen Arbeit des Vereins stehen?
  • Ist es angemessen, vor allem Fragen an die zur Wahl stehenden Parteien zu stellen oder sollte Wikimedia Deutschland bereits konkrete Vorschläge an die Parteien während der Redaktionsphase für ein Wahlprogramm artikulieren?
  • Sollen weiterhin vor allem die Parteien gefragt werden oder gibt es auch sinnvolle Fragen, die man Kandidaten einzeln stellen sollte?
  • Welche Maßnahmen sollen wir durchführen, nachdem die Antworten eingetroffen sind?

Hier die finale Fassung der Wahlprüfsteine (auch als PDF):

Bildungspolitik

Auch nach dem nordrhein-westfälischen Schulfrieden bleibt die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit eine zentrale politische Herausforderung. Diese ist an soziale Durchlässigkeit und freie Zugänge zu Wissen geknüpft.

Frage 1: Sind Plattformen mit offener Hardware für Sie Teil eines pädagogischen Konzepts zur Steigerung der Medienkompetenz und wie sieht Ihre konkrete Vorstellung von entsprechenden Lernszenarien aus?

Frage 2: Sehen Sie Chancen dafür, die Schulen technologisch besser auszustatten und Kindern und Jugendlichen einen kompetenten Umgang mit Neuen Medien zu vermitteln?

Freie Bildungsinhalte (Open Educational Resources)

Der §53 UrhG erlaubt die Herstellung von Kopien zur Unterrichtsgestaltung nur mittels photomechanischer Verfahren. Zulässig ist die Zurverfügungstellung von kleinen Teilen des urheberrechtlich geschützten Materials aus Schulbüchern. Bilder und Grafiken dürfen weder eingescannt noch mit anderen digitalen Inhalten verknüpft werden. So aber wird der Schulunterricht künstlich auf dem Stand des 20. Jahrhunderts gehalten.

Frage 3: Wie wollen Sie die Erstellung und Verbreitung von solchen Lern- und Lehrmaterialien fördern, die unter einer Lizenz stehen, welche die freie Nutzbarkeit sicherstellt durch Dritte (z.B. Creative Commons cc-by)?

Frage 4: Der aktuelle Runderlass “Zulassung von Lernmitteln” des Schulministeriums enthält in Punkt 2 die Bedingung, dass nur solche Lernmittel zugelassen werden können, die eine kostengünstige Versorgung der Schulen ermöglichen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, als weiteres Kriterium die zusätzliche Einräumung von analogen und digitalen Nutzungsrechten als Bedingung für die Zulassung von Lernmitteln aufzunehmen?

§53 UrhG und dessen Durchsetzung an Schulen

Der Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG sieht die Entwicklung und den Einsatz einer Software zur Suche nach “digitalen Kopien von für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werken auf Speichersystemen” vor. Parlamentarische Anhörungen in Niedersachsen, Berlin und anderen Bundesländern ergeben, dass diese Software aller Voraussicht nach niemals hergestellt wird, da sie systembedingt unvereinbar mit Datenschutzvorgaben ist.

Frage 5: Welche Lösung im Umgang mit dem §53 UrhG an Schulen soll auf den Gesamtvertrag folgen, der spätestens am 31.12.2014 außer Kraft treten wird?

Frage 6: Die absehbare Nichtlieferung der in §6 Abs. 4 des Gesamtvertrags vereinbarten Software zur Durchsuchung von Speichersystemen wird einen Bruch der Vereinbarung seitens der Verlage darstellen. Welche Konsequenzen werden Sie aus dieser Vertragsverletzung ziehen?

Zugang zu Wissen und kulturellem Erbe

Als Reaktion auf privatwirtschaftliche Massendigitalisierungsinitiativen von Bibliotheksbeständen (wie z.B. Google Book Search) laufen seit einigen Jahren öffentlich finanzierte Projekte mit dem Ziel, die kulturellen Bestände öffentlicher Einrichtungen im Netz zugänglich zu machen. Gleichzeitig fehlt es an einer soliden rechtlichen Grundlage, ebendiese Einrichtungen dauerhaft und bestandserhaltend durch die Kommunen und das Land betreiben zu lassen.

Frage 7: Wie und mit welchem Ziel wollen Sie die durch die verkürzte 15. Legislaturperiode nicht erfolgreich zu Ende geführten Initiativen zu einem Kulturförderungsgesetz bzw. zu einem Bibliotheksgesetz in Nordrhein-Westfalen wieder aufnehmen?

Frage 8: Auf der Europäischen Aggregationsplattform für Digitalisate kultureller Einrichtungen “Europeana” sind Inhalte nordrhein-westfälischer Einrichtungen unterrepräsentiert. Welche Maßnahmen wird eine Landesregierung unter ihrer Beteiligung unternehmen, damit vom Land NRW geförderte Kultureinrichtungen sich verstärkt an Europeana und der Deutschen Digitalen Bibliothek beteiligen?

Gebührenfinanzierte Inhalte

Grundversorgung in der digitalisierten Wissensgesellschaft meint mehr als nur die Bereitstellung eines fixen Programmschemas durch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Es geht zunehmend auch darum, eine flexiblere und breitere Nachnutzung von gebührenfinanzierten Inhalten zu ermöglichen.

Frage 9: Welche Maßnahmen halten Sie für geeignet, damit die durch den WDR erstellten und von den Bürgern des Landes NRW finanzierten Inhalte auch durch jedermann wieder über die einfache Konsumption hinaus verbreitet, bearbeitet und geremixt werden können?

Frage 10: Werden Sie sich für die Abschaffung der Depublikationsverpflichtung von gebührenfinanzierten Inhalten durch die öffentlich-rechtlichen Sender einsetzen?

Staatliche Werke und offene Regierungsdaten

Open Government Data beschreibt die lizenzpolitische Entscheidung, Rohdaten aus Politik und Verwaltung der Allgemeinheit zur freien Verfügung anzubieten. Auf Länderebene sehen wir für 2012 die Gelegenheit, vom „ob“ zum „wie“ umzusteigen und Open-Data-Portalen aufzubauen.

Frage 11: Welche lizenzrechtlichen Mindestvoraussetzungen im Hinblick auf freie Nachnutzbarkeit (siehe Open Government Principles
(http://www.opengovdata.org/home/8principles) sollen ein künftiges NRW-Open Data Portal und alle seine darin enthaltenen Datensätze erfüllen?

Frage 12: Werden Sie eine Lizenzierung von Luftbildern aus der Landesvermessung unter Creative Commons cc-by, cc-by-sa oder cc0 veranlassen?

Offene Innovationskultur

„Open Innovation“ meint beteiligungsorientierte Prozesse in Wirtschaft oder öffentlicher Verwaltung, um neue Strukturen und Abläufe zu schaffen. Dem liegt die zentrale Erkenntnis zugrunde, dass Innovationen nur dann eine nachhaltige Akzeptanz erfahren, wenn sie auch gemeinsam mit den jeweils Betroffenen bzw. Stakeholdern entwickelt werden.

Frage 13: Innovationstreiber bei der Verwendung von Daten und Werken der öffentlichen Verwaltung kommen sowohl aus dem Bereich nichtkommerzieller Projekte wie auch aus einem hochdynamischen gewerblichen Umfeld der Kreativwirtschaft. Welche Maßnahmen planen Sie, beide Arten von Marktteilnehmern zu unterstützen und die Vermehrung gesellschaftlichen Wohlstands zu fördern?

Frage 14: Wird das Fördercluster Creative.NRW einen zusätzlichen Schwerpunkt zu sich entwickelnden Wertschöpfungsketten um Open Government Data erhalten?

Netzsperren

Über ein Jahrzehnt wurde in Nordrhein-Westfalen und später auch in ganz Deutschland über das Instrument von Internetsperren gegen illegale oder unerwünschte Inhalte gestritten. Diese Diskussion endete letztlich über Bundesebene mit der Außerkraftsetzung und späteren Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes. Seitdem herrscht ein weitgehender Konsens über die Gefährlichkeit und Unsinnigkeit von Netzsperren.

Frage 15: Wird eine Landesregierung unter Ihrer Beteiligung Gesetzesvorhaben im Land oder im Bundesrat unterstützen, die Ermächtigungsgrundlagen für Netzsperren beinhalten (z.B. bei Glücksspiel, Persönlichkeitsrechten, rechtsextremistischen Inhalten)?

Frage 16: Welche Schritte wird eine Landesregierung in NRW unter Ihrer Beteiligung unternehmen, um die einzigen in Deutschland noch bestehenden Sperrverfügungen (der Bezirksregierung Düsseldorf von 2002) zu beenden?

Netzpolitik im Land

Mit der Einsetzung der Enquête-Komission “Internet und Digitale Gesellschaft” schuf der Bundestag ein Forum, um z.B. Fragen des Breitbandausbaus, des Datenschutzes oder der Medienkompetenz zu diskutieren. Auch auf landespolitischer Ebene erscheint eine Bündelung der Kompetenzen zu Folgewirkungen der Digitalisierung dringend erforderlich.

Frage 17: Welche konkreten netzpolitischen Projekte wird eine Landesregierung unter Ihrer Beteiligung in der kommenden Legislaturperiode angehen, welche Erfolgskriterien setzen Sie dabei an und welchen Beteiligungsprozess in der Durchführung stellen Sie sich vor?

Frage 18: Werden Sie – wie in Berlin – die Netzpolitik zu einem eigenständigen Politikfeld mit entsprechenden Kompetenzen innerhalb der Landesregierung aufwerten?

von Mathias Schindler - April 18, 2012 08:26

Frühjahrskur für Wikimedium

Wikimedium 01/12

Unseren interessierten und vor allem aufmerksamen Lesern ist es nicht entgangen: Die Wikimedium startet leicht verspätet ins Jahr 2012. Aber es gibt gute Gründe dafür. Um nur den wichtigsten zu nennen: Wir haben mit der ersten Ausgabe 2012 auch Layout und Umfang leicht verändert. Die vier Kernbereiche von Wikimedia Deutschland Freiwilligenförderung, Politik und Gesellschaft, Bildung und Wissen sowie Forschung und Entwicklung haben jetzt je eine Seite, auf der über die Aktivitäten und Projekte berichtet wird. Der Raum für Community-Aktivitäten hat sich erweitert und auch aus dem Präsidium soll in Zukunft regelmäßig ein Beitrag kommen. Wir hoffen, dass wir mit der Überarbeitung des Layouts, der Zuordnung der Themen und dem erweiterten Umfang (2 Seiten mehr) noch lesefreundlicher und besser geworden sind. Die Zeitung wird noch immer von der Druckerei MegaDruck kostenlos gedruckt und wir freuen uns, dass die Auflage bereits auf 7.500 gestiegen ist. Die gedruckte Version kann bei redaktion@wikimedium.de kostenlos bestellt werden und wir statten gern den nächsten Stammtisch oder die nächste Veranstaltungen mit benötigten Exemplaren aus!

Neben den kleinen Veränderungen ist die neue Ausgabe wieder mit vielen spannenden Themen gefüllt und wir bedanken uns herzlich bei allen fleißigen Autoren und Fotografen, die uns bei der Erstellung der Zeitung geholfen haben. Die nächste Ausgabe soll Mitte Juni erscheinen und Themenvorschläge können hier eingetragen werden. Viel Spaß beim Lesen!

von Catrin Schoneville - April 18, 2012 08:16

13. April 2012

Finanzer

Analoger Katzencontent

Mir wurde heute bei Wikisource anstelle eines Blümchen ein Kätzchenbild verlieben als kleiner Danke für meine Arbeit an den E-Books für Wikisource. Und das verliehene Bild stammt von der mir bis dahin unbekannten niederländischen Malerin Henriëtte Ronner-Knip, die offenbar vorrangig Katzen und andere Tiere malte. Und damit auch andere was davon haben präsentiere ich hier einfach ein paar dieser Bilder. Man sieht also flauschigen und süüüüüüßen Katzencontent gab es schon weit vor den Zeiten von Youtube und LolCats:

Beste Freunde

Beste Freunde

Spielende Katze

Spielende Katze

Neugierde

Neugierde

Mehr Bilder gibt es in der entsprechenden Kategorie auf Wikimedia Commons.

von Finanzer - April 13, 2012 09:04

12. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 15/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags in Wikipedia, auf der Mailingliste des Vereins und auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (15/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in Wikipedia entnommen werden.

Foundation und Vereine

FAQ ZUM SPENDENWESEN

Das Kuratorium der Wikimedia Foundation hat eine FAQ zum Spendenwesen veröffentlicht, in dem die Beschlüsse, die bei der Wikimedia Conference 2012 in Berlin gefasst wurden, auf Englisch näher erläutert werden. Auf der dortigen Diskussionsseite können weitere Fragen gestellt werden.

MAILINGLISTEN: FOUNDATION-L HEISST NUN WIKIMEDIA-L

Der Name der Mailingliste foundation-l wurde am 9. April 2012 zu wikimedia-l geändert, um auszudrücken, dass die Liste allen Projekten und Interessenten offensteht. Die neue Beschreibung der Liste umfasst nicht nur Foundation, Chapter und Wikimedia-Projekte, sondern nunmehr auch befreundete Organisationen und Partner der Wikimedia Foundation.

DAS FDC (FUNDS DISSEMINATION COMMITTEE) WIRD VORBEREITET

Einer der Beschlüsse des WMF-Kuratoriums rund um Fundraising betrifft die Gründung eines Komitees zur Verteilung der Geldmittel, des ”Funds Dissemination Committee”, kurz FDC. Das FDC wird über Anträge beraten und Empfehlungen für die Zuteilung von Mitteln aussprechen. Dabei geht es sowohl um Jahresbudgets von Chaptern und Foundation, als auch um Zuschüsse und Erstattungen für andere Gruppen und Einzelpersonen. Während der Einführung wird das FDC von einem beratendem Gremium begleitet, das schon Ende April seine Arbeit aufnehmen soll. Es werden Bewerber gesucht!

MONATSBERICHTE

Wikimedia Spanien hat die Monatsberichte für Januar bis März veröffentlicht:
Wikimedia Ungarn hat den Monatsbericht für März veröffentlicht:

Projekte und Initiativen

WIKIMEDIA OUTREACH STARTET IN BRASILIEN

Fünf Lehrstühle an den Universitäten São Paulo und Rio de Janeiro sind an dem Pilotprogramm beteiligt. Schon vor dem offiziellen Start begannen Studenten damit, Artikel zur römischen Geschichte in der portugiesischen Wikipedia zu verbessern.

WIKIPEDIA IN ARABISCHEN SPRACHEN

Mitarbeiter der Wikimedia Foundationen besuchten Ende März Jordanien, Marokko und Ägypten, um dort zu verschiedenen Anlässen für größere Beteiligung am Projekt Wikipedia zu werben. Ein Rückblick im Blog der Foundation:

KONRAD-ADENAUER-STIFTUNG SPENDET BILDER FÜR WIKIMEDIA COMMONS

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat mehr als 100 Bilder aus ihrem Bestand für Wikimedia Commons zur Verfügung gestellt und damit frei weiternutzbar:

ZUSAMMENLEGUNG ALLER PROJEKTÜBERGREIFENDEN WIKIS

Auf Meta wird ein Vorschlag diskutiert, projektübergreifende Wikis wie strategy.wikimedia.org oder outreach.wikimedia.org und natürlich auch meta.wikimedia.org selbst zusammenzulegen, um Informationen leichter auffindbar zu machen.

SISTER PROJECTS COMMITTEE

Mit dem Ziel, Richtlinien für die Schaffung und Schließung von Schwesterprojekten der Wikipedia zu konzipieren, bildet sich gerade eine internationale Arbeitsgruppe mit Teilnehmern aus unterschiedlichen Projekten.

AUSZEICHNUNG FÜR AUTOREN

Die Wikimedia Foundation experimentiert mit einem Werkzeug, um dauerhafte Wikipedia-Autoren symbolisch auszuzeichnen. Demnach wird in einer Testphase allen angemeldeten Personen, die in der englischen Sprachversion von Wikipedia ihre 1000ste Bearbeitung getätigt haben, ein so genannter Barnstar verliehen, also eine Auszeichnung, die auf der Benutzerseite der betreffenden Autoren eingebunden wird.

Technik

NEUE WIKIPEDIA-APP NUTZT OSM

Neue Versionen der Wikipedia-App für iOS und Android sind erschienen. Eine wesentliche Neuerung ist die Nutzung von OpenStreetMap statt GoogleMaps für die Kartendarstellungen.

OPENZIM

Wie mittels des Datenformats OpenZIM der gesamte Text der englischen Sprachversion von Wikipedia heruntergeladen und darauf ohne Internetzugang zugegriffen werden kann, erklärt ein Blogposting der Wikimedia Foundation.

Termine

ADMINCONVENTION

Vom 1. bis 3. Juni findet in der Tagungsstätte Kloster St. Gertrudis am Harz die AdminConvention rund um das Thema Administratoren in der deutschen Wikipedia-Sprachversion statt.

WIKIMEDIA FOUNDATION: SPRECHSTUNDEN

Eine Übersicht der kommenden offenen Chats der Wikimedia Foundation ist hier zu finden:

 

von Michael Jahn - April 12, 2012 03:02

09. April 2012

Finanzer

RSS-Feed für E-Book-Downloads

Ab sofort gibt es einen RSS-Feed für die E-Books, die ich aus den Beständen von Wikisource erstellt habe. Damit können dann ab sofort alle Neuzugänge bequem über den RSS-Reader der persönlichen Wahl verfolgt werden.

RSS-Feed für E-Books abonnieren

Ich plane außerdem in Bälde einen OPDS-Katalog anzubieten, so dass ein noch einfacherer und komfortabler Zugriff auf die E-Books auch aus diversen Readern heraus möglich sein wird.

von Finanzer - April 09, 2012 02:42

06. April 2012

Liesel

Bezahlte Wikipedia-Autoren

Im Rahmen der Wahlen für den Community-Budget-Ausschuss wurde die Frage an die Kandidaten herangetragen, was sie von bezahlter Artikelarbeit halten. Im konkreten Falle geht es darum, ob der deutsche Verein Wikimedia Deutschland e. V. Autoren fürs Artikelschreiben Geld geben soll.

Da ich mich bisher noch nicht zur Wahl gestellt habe sehe ich davon ab, auf der dortigen Seite meine Meinung dazu darzustellen. Dafür habe ich ja hier eine Plattform.

Ein Punkt der dabei betrachtet werden sollte ist zumindest die rechtliche Seite. Ist jemand der für’s Artikelschreiben Geld von WMDE e. V. bekommt, als Arbeitnehmer zu sehen? Haftet der Verein für die Arbeit des von ihm bezahlten Autors? Aber das ist eine Frage die der Verein mit seinem Rechtsbeistand klären sollte.

Ich halte es für gefährlich für die Autorengemeinschaft, wenn offen Autoren aus der Gemeinschaft für ihre Tätigkeit bezahlt werden. Für die gleiche Tätigkeit die sie eventuell kurz vorher noch ehrenamtlich erledigten.

Der Verein soll ruhig Menschen dafür bezahlen, wenn sie Dienstleistungen erbringen, die nicht oder nur schlecht durch die Ehrenamtlichen erbracht werden. Ein schönes Beispiel ist hier das Projekt WikiData. Jahrelang dümpelte die Sache dahin, weil die Ehrenamtlichen nie lange dafür zu begeistern waren oder sie irgendwann das Interesse verloren. Somit ist es wahrscheinlich wirklich notwendig, hier bezahlte Kräfte darauf ansetzen.

Nun könnte jemand sagen, man könnte ja mit einem bezahlten Autor gezielt das Fachgebiet “XY” ausbauen, das bisher nur dahin dümpelt. Ja das wäre möglich. Aber Wikipedia ist vielleicht auch deshalb gewachsen, weil sich die Autoren eigenen Ziele gesetzt haben, dass jeder mit sich selber oder mit Mitautoren ausgemacht haben, welche Artikel geschrieben werden sollen. Die Entwicklung der Wikipedia verlief relativ ungesteuert und trotzdem sind heute die wichtigsten Themen mit einem Artikel abgedeckt. Manchmal werden auch Wettbewerbe veranstaltet um neue Artikel zu erstellen oder schlechte zu verbessern. All’ dies funktioniert auf freiwilliger Basis und jeder Autor kann sich entscheiden, ob und in welcher Form er mitarbeitet. Wenn nun in einem bestimmten Bereich eine bezahlte Kraft unterwegs ist, führt das möglicherweise zu mehr und besseren Artikeln in diesem Bereich. Zu befürchten ist aber auch, dass die freiwilligen Autoren diesen Bereich verlassen, denn es gibt ja bezahlte Kräfte die sich darum kümmern. Die freiwilligen Autoren wechseln nun zu anderen Bereichen oder verlassen die Wikipedia ganz, weil ihnen ja die Arbeitsaufgabe weggenommen wurde.

Diejenigen die vor allem Fotos beisteuern, wären vielleicht auch nicht sehr erfreut, wenn der Verein auf einmal professionelle Fotografen bezahlen würde.

Langfristig würde eine solche Entwicklung immer mehr dahin führen, dass sich viele bisher ehrenamtlichen Autoren um eine bezahlte Autorenstelle bemühen werden. Irgendwann wären dann vielleicht die bezahlten Kräfte in der Mehrheit und die Ehrenamtlichen nur noch eine verschwindende Minderheit. Wikimedia wäre dann nur noch ein Lexikon-Vermarkter wie jeder andere. In der Zwischenzeit würde es wie Henriette in ihrem Beitrag vorhersagt, es zu einem Bruch in der Autorengemeinschaft kommen.

Bezahlen Unternehmen oder andere Institutionen Autoren für Wikipedia-Artikel-Arbeit, dann sieht das anders aus. Hier ist das Themenfeld meist arg eingeschränkt, der Zugang zu dieser Arbeitsstelle ist stark reglementiert und die Tätigkeit eines solchen Accounts unterliegt in der Regel der besonderen Aufmerksamkeit andere Autoren. Eine solche Einschränkung beim Zugang und die besondere Kontrolle der Arbeit soll aber gerade bei einem wikimedia-bezahlten Autoren nicht vorhanden sein. Ein solcher Autor soll ja, wenn möglich im Heer der Ehrenamtlichen untergehen.

Deshalb gilt für mich, für das was die Wikipedianer am besten bringen, Artikel schreiben, enzyklopädische Fotos machen, Karten zeichnen, Grafiken erstellen brauchen wir keine durch Wikimedia bezahlten Kräfte. Wir können Menschen für Hilfsdienste bezahlen, wofür wir keine Lust und keine Fähigkeiten haben.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: bezahlte Autoren, Community Projekt Budget, Wikipedia

von Liesel - April 06, 2012 06:19

05. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Erschienen! – Wikimedia Deutschlands Tätigkeitsbericht 2011


Der jährliche Tätigkeitsbericht von Wikimedia Deutschland fasst die Arbeit des Vereins zusammen. Der druckfrische Bericht für das Jahr 2011 liegt nun vor und wird heute an unsere Vereinsmitglieder verschickt. Eine Online-Version ist bereits verfügbar. Mit der Broschüre informieren wir über die Projekte und Aktivitäten der Wikimedia-Geschäftsstelle in Berlin sowie die Einnahmen und die Mittelverwendung des Vereins.

Aber es geht um mehr als Berichte und Zahlen. Der Tätigkeitsbericht soll aufzeigen, was es konkret bedeutet, Freies Wissen zu fördern. Das ist der Anspruch, dem Wikimedia Deutschland in der täglichen Vereinsarbeit gerecht werden muss. Deshalb erklärt die Broschüre nicht nur, was und wofür wir im Jahr 2011 gearbeitet haben, sondern auch warum. Die Tätigkeitsberichte sind unsere eigene Messlatte. Sie zeigen uns, was wir erreicht haben, was vor uns liegt und wie wir uns im Vergleich zu den Vorjahren entwickelt haben. Damit mehr Menschen unsere Arbeit und die der Wikipedia-Community verstehen,  gibt der Jahresbericht auch einige Hintergrundinformationen, die zur allgemeinen Aufklärung beitragen sollen.

Das Titelbild des Tätigkeitsberichts 2011 ist im besten Wikipedia-Geist entstanden. Vor mehr als 40 Jahren blickte der NASA-Astronaut William Anders aus dem Fenster des Apollo 8-Raumschiffs. Er sah keinen Sonnenaufgang, sondern einen “Erdaufgang”. Heute haben sowohl Anders als auch das berühmte Foto eigene Wikipedia-Artikel in vielen Sprachen, denn Anders war mutig und machte kurzerhand eine Aufnahme, obwohl das im Protokoll nicht vorgesehen war. Anschließend ging das Foto mit dem Namen “Earthrise” um die Welt, denn auf NASA-Aufnahmen erhebt die Raumfahrtbehörde kein Urheberrecht. Jeder kann sie frei weiterverwenden.

Klingt vertraut? Viele tausend Freiwillige bereichern jeden Tag die Wikimedia-Projekte, weil sie ihr Wissen teilen wollen und den ersten Schritt tun. Wie wir auf ihre Arbeit im letzten Jahr aufmerksam gemacht, ihre Vorhaben unterstützt und zur Verbreitung Freien Wissens beigetragen haben, ist im Tätigkeitsbericht zu lesen. Und der steht selbstverständlich auch unter einer freien Lizenz.

von Pavel Richter - April 05, 2012 08:28

Wikimedia:Woche 14/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird hier gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (14/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Beitragende: Jürgen Fenn, Anneke Wolf, Michael Jahn

 

Foundation und Vereine

WIKIMEDIA CONFERENCE

Vom 30. März bis 1. April 2012 fand die Wikimedia Conference in Berlin statt. Der Wikipedia Signpost informiert über die Konferenz, und im Wikipedia-Kurier ist eine längere Zusammenfassung der viertägigen Veranstaltung erschienen.

Während der Konferenz haben sich die Fördervereine jeweils mit dreiminütigen Kurzpräsentationen vorgestellt. Diese sind einsehbar auf Meta und auf Commons:

Die Blogs der Wikimedia-Fördervereine kann man übrigens auf
http://www.chaptersplanet.org/ kontinuierlich verfolgen.

Gründung der Wikimedia Chapters Association (WCA)

Nach mehreren Monaten Vorbereitung haben die Fördervereine beschlossen, einen gemeinsamen Dachverband zu gründen, die Wikimedia Chapters Association. In einem „Vertrag von Berlin“ (”Berlin Agreement”) haben dem 26 der 39 Wikimedia Chapters zugestimmt. Weitere sieben Länderorganisationen haben die Gründung unterstützt, warten aber zunächst noch ab und werden später entscheiden, ob sie sich dem Verband anschließen möchten.

Die Charta der Association sieht nun als Organe der Organisation einen Rat vor, der das Budgetrecht hat, einschließlich des Rechts, die Beiträge der Mitgliedervereine festzusetzen. Außerdem ernennt und überwacht er den hauptamtlich tätigen und für zwei Jahre gewählten Generalsekretär der Association und dessen Stellvertreter. Die Vereine entsenden je einen Vertreter in den Rat, der ehrenamtlich tätig ist. Wer Mitglied des Council ist, kann nicht gleichzeitig im Sekretariat tätig werden.

Die Association soll sich bei der Wikimania in Washington, D.C., im Juli 2012 konstituieren. Bis dahin wird ein ehrenamtlicher Ausschuss, dem Damian Finol, Frieda Brioschi, Craig Franklin sowie als dessen Vorsitzender Tomer Ashur, angehören, die erste Sitzung des Rates vorbereiten. Er wählt den Sitz der Organisation aus, und er wird die Stellenausschreibung für den Posten des Generalsekretärs tätigen.

Beschlüsse des Stiftungsrats der Wikimedia Foundation

Am Rande der Wikimedia Conference hat der Stiftungsrat der Wikimedia Foundation eine Reihe von Beschlüssen gefasst:

  • Über die Mittelverteilung der jährlichen Spendenkampagne soll künftig ein Freiwilligengremium durch Empfehlungen an die Wikimedia Foundation entscheiden. Es trägt den Arbeitstitel Funds Dissemination Committee (FDC). Abgesehen von finanziellen Mitteln für die Kernaktivitäten der Stiftung und für ihre Rücklagen sollen alle Zuwendungen an Länderorganisationen und andere Beteiligte durch das FDC gesteuert werden. Alle vorläufiger Umsetzungsplan hierzu soll bis Ende Juni 2012 erarbeitet werden.(http://wikimediafoundation.org/wiki/Resolution:Funds_Dissemination_Committee )

WIKIMEDIA FOUNDATION ÜBER FREIES WISSEN

Geoff Brigham, Leiter der Rechtsabteilung der Wikimedia Foundation, hat im Nachgang zur SOPA-Debatte um Urheberrechtsverletzungen ein Positionsschreiben der Foundation über den Sinn und die Möglichkeiten von freier Lizenzierung von Werken veröffentlicht.

PROJEKT: MOVEMENT ROLES

Der Wikipedia Signpost interviewt Samuel Klein zu dem Projekt Movement roles:

MONATS- UND JAHRESBERICHTE

Wikimedia Deutschland hat den Monatsbericht für März veröffentlicht:

Ebenso wurde der Tätigkeitsbericht für 2011 veröffentlicht:

WIKIMEDIA FOUNDATION BLOG

Seit Kurzem werden im Blog der Wikimedia Foundation die Fotos des Tages auf Wikimedia Commons zusammen mit Hintergrundinformationen über deren Entstehung veröffentlicht.

Projekte und Initiativen

WIKIDATA IST GESTARTET

Wikimedia Deutschland hat die Entwicklung des ersten neuen Wikimedia-Projekts seit 2006 in dieser Woche gestartet. Ein eigenes Entwicklerteam soll mit Wikidata in den nächsten Monaten einen zentralen Speicherort für strukturierte Wikipedia-Daten schaffen. Es berichtete u.a. auch die Wikimedia Foundation in einem längeren Blogposting über das Projekt. Im Blog von Wikimedia Deutschland ist eine kurze Teamvorstellung veröffentlicht worden:

PROJEKTE AUF DEM PRÜFSTAND

Samuel Klein hat angesichts des Starts von Wikidata auf der Foundation-l-Mailingliste eine Diskussion darüber angeregt, welche Wikimedia-Projekte in Zukunft neu ins Leben gerufen und welche stillgelegt werden könnten. Im Strategy-Wikiwurde eine Liste angelegt, in der versucht wird, ein Bild der in Frage kommenden Themenfelder zu zeichnen, die in einer Gesellschaft frei verfügbar sein sollten, und dies mit der Frage zu verknüpfen, welche Wikimedia-Projekte sie jeweils abdecken könnten. Mögliche Kandidaten für eine Archivierung wären beispielsweise Wikinews oder Wikispecies. Neue Projekte können auf Meta vorgeschlagen werden.

Termine

VERGABE VON ACCOUNTS ZU HIGHBEAM RESEARCH

Wer seit mindestens einem Jahr in Wikipedia mitarbeitet und mindestens 1.000 Bearbeitungen vorgenommen hat, kann sich noch bis zum 9. April 2012 um die Vergabe eines Zugangs zu der Suchmaschine HighBeam Research bewerben. Die Website bietet Zugriff auf über 80 Millionen Artikel aus 6.500 Publikationen, von denen die meisten nicht frei im Netz verfügbar sind: Zeitungsarchive und wissenschaftliche Zeitschriften aus den letzten 25 Jahren. Die Zugänge werden kostenlos über die Wikimedia Foundation für ein Jahr vergeben.

WAHLPRÜFSTEINE NRW

Noch bis zum 10. April 2012 freut sich der Bereich Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland über Feedback zum Entwurf der Wahlprüfsteine, die an Parteien im Nordrhein-Westfälischen Wahlkampf verschickt werden.

RE:PUBLICA

Wikimedia Deutschland wird auf der re:publica in Berlin, vom 2.-4. Mai 2012 vertreten sein. Jan Engelmann hat im Blog des Vereins Interessierte aufgerufen, Anregungen und Vorschläge zur Programmgestaltung rund um Freies Wissen zu übermitteln.

von Michael Jahn - April 05, 2012 06:08

04. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Meet the Wikidata team

Die deutsche Version dieses Artikels ist hier zu finden.

In my introduction I promised I would introduce the great people I will be working with to make Wikidata reality over the next year. So that’s what I will do now that the project has started for real.

The Wikidata Team: John Erling Blad, Abraham Taherivand, Tobias Gritschacher, Jeroen De Dauw, Henning Snater, Lydia Pintscher, Daniel Kinzler, Markus Krötzsch, Silke Meyer, Denny Vrandečić, Katie Filbert, Daniel Werner, Jens Ohlig (fltr, photo by Phillip Wilke. CC-BY-SA-3.0)

The project is lead by Denny Vrandečić. He founded Semantic MediaWiki together with Markus Krötzsch and has since been looking forward to bringing some of its potential to Wikipedia. Denny is going to oversee the whole project and make sure everything is running smoothly and going as planned.

Abraham Taherivand is the project manager and responsible for removing all impediments that are blocking the team from reaching their goals. He has more than ten years experience as a consultant, project lead and manager in various IT industry fields.

Daniel Kinzler is the lead software architect. He is going to decide how we are going to achieve what we set out to achieve on a technical level. Daniel has been working for Wikimedia Germany since 2008 already.

Daniel Werner, one of the developers, is the developer of a number of MediaWiki extensions like RegEx Fun and HashTables, and has worked on the RPG-Dev wiki, a wiki used for the authoring of role playing modules.

Henning Snater, another one of the developers, has been working as a web developer for more than a decade, studied media technology in Nuremberg, and has been working as a GUI developer and journalist .

Jens Ohlig is one of the developers. Before he became a software developer he studied translation and languages (Korean and English). He was on the board of the Chaos Computer Club and helps out in the hackerspace movement.

Jeroen De Dauw is another one of the developers. He has been active around MediaWiki, and in particular Semantic MediaWiki, since 2009 when he was a Google Summer of Code student. Jeroen has since created about a dozen extensions, among them Maps and Semantic Maps, as a volunteer, consultant or contractor for the Wikimedia Foundation.

John Erling Blad is one of the developers. He is from Norway and has a formal background in programming. A couple of years ago he has worked with media in digital archives and various knowledge management projects, often based upon wikis.

Tobias Gritschacher is one of the developers. He previously worked on the Catroid project, a creativity platform as well as a crowd-funding platform.

The whole team is supported by Silke Meyer, our assistant. Previously she has done research on common practices in Free Software projects and knowledge sharing.

How about you? Will you join us on the journey? Subscribe to the Wikidata mailing list and join the IRC channel #wikimedia-wikidata on freenode!

von Lydia Pintscher - April 04, 2012 10:56

Das Wikidata-Team

Als ich mich vorgestellt habe, habe ich versprochen, die tollen Menschen vorzustellen, mit denen ich über das Jahr zusammenarbeiten werde, um Wikidata Wirklichkeit werden zu lassen. Genau das werde ich nun, dass das Projekt angefangen hat, tun.

Das Wikidata-Team: John Erling Blad, Abraham Taherivand, Tobias Gritschacher, Jeroen De Dauw, Henning Snater, Lydia Pintscher, Daniel Kinzler, Markus Krötzsch, Silke Meyer, Denny Vrandečić, Katie Filbert, Daniel Werner, Jens Ohlig (vlnr, Foto von Phillip Wilke. CC-BY-SA-3.0)


Das Projekt wird von Denny Vrandečić geleitet. Er hat zusammen mit Markus Krötzsch Semantic MediaWiki gegründet und sich seitdem darauf gefreut, einige der Potenziale des Projekts zu Wikipedia zu bringen. Denny wird den Überblick über das gesamte Projekt haben und sicherstellen, dass alles rund und wie geplant läuft.

Abraham Taherivand ist der Projektmanager. Er ist dafür zuständig, dem Team alle Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Er hat über zehn Jahre Erfahrung als Berater, Projektleiter und Manager in verschiedenen Bereichen der IT-Industrie.

Daniel Kinzler ist der leitende Software-Architekt. Er wird auf technischer Ebene entscheiden, wie wir das erreichen werden, was wir uns zum Ziel gesetzt haben. Daniel arbeitet schon seit 2008 für Wikimedia Deutschland.

Daniel Werner, einer der Entwickler, hat etliche MediaWiki-Erweiterungen entwickelt, z. B. RegEx Fun und HashTables. Außerdem hat er am RPG-Wiki gearbeitet, einem Wiki, das zum Schreiben von Rollenspiel-Modulen verwendet wird.

Henning Snater, ein weiter Entwickler, arbeitet seit mehr als einem Jahrzehnt als Webentwickler. Er hat in Nürnberg Medientechnik studiert, grafische Benutzeroberflächen entwickelt und als Journalist gearbeitet.

Jens Ohlig ist auch Entwickler. Davor hat er Übersetzung und Fremdsprachen studiert (Koreanisch und Englisch). Er war im Vorstand des Chaos Computer Clubs und ist in der Hackerspace-Bewegung aktiv.

Jeroen De Dauw ist ebenfalls einer unserer Softwareentwickler. Er ist seit 2009, als er als Student beim Google Summer of Code teilgenommen hat, im Umfeld von MediaWiki aktiv, besonders beim Semantic MediaWiki. Seitdem hat er auf ehrenamtlicher Basis, als Berater und auf Vertragsbasis etwa ein Dutzend Erweiterungen geschrieben, darunter Maps und Semantic Maps.

John Erling Blad kommt aus Norwegen und ist Entwickler. Vor einigen Jahren hat er mit Medien in digitalen Archiven und verschiedenen Wissensmanagement-Projekten gearbeitet, die oft auf Wikis basierten.

Tobias Gritschacher ist auch Softwareentwickler. Er hat zuletzt am Catroid-Projekt gearbeitet, sowie an einer Kreativitäts- und einer Crowfunding-Plattform.

Das gesamte Team wird von unserer Assistentin Silke Meyer unterstützt. Sie hat zuletzt über gemeinsame Praktiken und das Teilen von Wissen in Freien Software-Projekten geforscht.

Was ist mit Dir? Wirst Du auf unserer Reise zu uns stoßen? Trag’ Dich in die Wikidata-Mailingliste ein und komm’ in den IRC-Channel #wikimedia-wikidata auf freenode.net!

von Lydia Pintscher - April 04, 2012 10:56

03. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Monatsbericht März 2012

POLITIK UND GESELLSCHAFT

Wahlprüfsteine für NRW

Die überraschenden Neuwahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland, Nordrhein-Westfalen, bieten für die Vereinsarbeit eine große Chance. Unter den Augen einer mutmaßlich schon fast ins Hysterische gesteigerten Medienöffentlichkeit kann Wikimedia Deutschland seine Anliegen während des Wahlkampfs adressieren. Dabei möchten wir an der bewährten Wirkungskette festhalten, im Vorfeld Wahlprüfsteine zu veröffentlichen. Diese dienen in erster Linie zur Kontaktaufnahme und als Dialogangebot an die antretenden Parteien. Darauf aufbauend soll eine Abendveranstaltung in Düsseldorf oder Köln regionale Initiativen und Problemlagen im Umfeld Freien Wissens vorstellen, die dann zusammen mit Parteienvertretern diskutiert werden. Eine Betaversion der Wahlprüfsteine ist bereits online. Kritik, Verbesserungsvorschläge und Ergänzungen sind sehr willkommen, am besten per E-Mail an Jan Engelmann.

Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Auch nach dem Bericht von Staatssekretär Dr. Max Stadler (BMJ) im Unterausschuss Neue Medien ist weiterhin unklar, ob durch die unscharfe Definition von “gewerblichem Handeln” das neue Schutzrecht nur auf kommerzielle Aggregatoren wie Google angewandt werden kann. Bei zu weiter Auslegung drohen Effekte auch auf die Blogosphäre und Open Content-Projekte wie Wikipedia. Darüber hinaus scheint innerhalb der Regierungskoalition noch ein Dissens darüber zu bestehen, ob man die Ansprüche der Presseverlage über die Einrichtung einer neuen Verwertungsgesellschaft (Modell Keese/CDU) oder aber als Fallrecht (FDP) durchsetzt. Letzteres würde faktisch eine große Rechtsunsicherheit erzeugen und wäre dann eine Quersubventionierung nicht nur für Großverlage, sondern auch für Anwaltskanzleien. Mehr Informationen zum Thema hier.

Open Educational Resources

Im Nachgang zur “Schultrojaner”-Diskussion haben wir bei mehreren Veranstaltungen erlebt, wie groß das Bedürfnis nach legalen Alternativen zu unfrei lizenzierten Lehrwerken ist. Solche unfreien Werke räumen den Nutzern keine Rechte für eine umfassende Nachnutzung ein und müssen noch zusätzlich vergütet werden müssen, wenn es zum Beispiel schon um Handlungen wie das Legen einer Kopie auf Videobeamer geht. Diese Alternative muss nicht erst noch erschaffen werden, es gibt sie bereits in vielen meist nicht-staatlichen Projekten unter dem Label Open Educational Resources, also frei lizenzierter Lehrmaterialien. Darüber hat der Bereich Politik und Gesellschaft mit Bildungspolitikern der Fraktion Die Linke im Bundestag gesprochen, darunter Rosemarie Hein, MdB und Petra Sitte, MdB.

 

PR-/ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Wikimedium

Um Wikimedia Deutschlands Vereinszeitung zu verbessern, haben wir ihre eine redaktionelle Frischzellenkur verordnet. Die neue Struktur richtet sich nach der Bereichsaufteilung bei Wikimedia Deutschland. Die vier Bereiche “Politik und Gesellschaft”, “Bildung und Wissen”, “Forschung und Entwicklung” und “Freiwilligenförderung” sollen kontinuierlich eine Seite füllen und bilden den Kern der Zeitung. Projekte aus Community, Verein und den anderen Wikimedia-Länderorganisationen finden sich auf drei Seiten am Anfang der Zeitung. Fundraising bekommt ebenfalls eine feste Seite im hinteren Zeitungsteil. Insgesamt wird der Umfang dieses Mal zehn Seiten betragen. Die Auflage beträgt 7.500 Stück. Erscheinen wird sie kommende Woche.

Pressemitteilungen

Die großen Themen des März hießen Wikidata und Wikimedia Conference. Eine Wikidata-Pressemitteilung in deutscher und englischer Version wurde über den Medienverteiler von Wikimedia Deutschland sowie international verbreitet und stieß auf große Resonanz. Die alljährliche Konferenz für Ländervertreter der Wikimedia-Bewegung wurde exklusiv angekündigt. Wie sich die Berichterstattung zu Wikidata in den ersten drei Tagen nach der Veröffentlichung unserer Pressemitteilung entwickelt hat, zeigt die folgende Grafik (über Meltwater News). Zu sehen ist die Zahl der deutschen und internationalen Artikel über das Projekt:

Pressegespräche / Presseanfragen

Durch die Wikimedia Conference 2012 konnten einige Artikel in großen Medien platziert werden. Die Berliner Zeitung sprach mit Wikimedia Deutschlands Vorstand, Pavel Richter, und brachte einen großen Artikel im Wissenschaftsteil. Lokale Pressebegleitung erfuhren die Lehrer- und Schülerworkshops von Wikipedia macht Schule in Gera und Berlin-Reinickendorf. Über die Schülerworkshops in Reinickendorf berichteten Berliner Woche und B.Z., ein Radiointerview folgt. Im Nachgang eines Treffens von Wikipedianern mit Journalisten im Berliner Axel-Springer-Haus erschien im März außerdem ein ganzseitiger Artikel auf Seite 3 der Berliner Morgenpost, der auf die ehrenamtlichen Autoren hinter Wikipedia aufmerksam machte. Er fand auch seinen Weg in die bundesweiten Ableger Welt und Welt kompakt. Gespräche über eine weitere Zusammenarbeit laufen.

Eine Auswahl der Presseberichte zu den hier genannten Themen und darüber hinaus findet sich im Pressespiegel von Wikimedia Deutschland.

Wikipedia-Buch

Am 16. März fand eine Lesung des Buchs Alles über Wikipedia in der Deutschen Zentralbücherei für Blinde in Leipzig statt. Vier Wikipedianer und gut 60 Gäste fanden sich in den DZB-Räumen in der Leipziger Innenstadt ein.

Tätigkeitsbericht

Im jährlichen Tätigkeitsbericht von Wikimedia Deutschland werden die Vereinsaktivitäten zusammengefasst. Die redaktionellen Arbeiten am Tätigkeitsbericht für das Jahr 2011 wurden im März fertig gestellt. Der Bericht befindet sich im Druck und wird Anfang April an die Mitglieder verschickt. Eine englische Übersetzung ist ebenfalls in Arbeit. Weitere Informationen folgen.

BILDUNG UND WISSEN

Referententreffen

Anfang März haben sich die Referenten aller drei Bildungsprogrammen erstmals zu einem gemeinsamen Treffen zusammengefunden. Rund 30 Teilnehmer kamen aus diesem Anlass zusammen, um sich über Wikipedia und damit verbundene Lehrmethoden auszutauschen. Näheres dazu findet sich in einem rückblickenden Blogpost. Im März beschäftigte das Team Bildung und Wissen zudem verstärkt das Thema frei lizenzierter Lehrmaterialien  (Open Educational Ressources, OER). Für Wikimedia Deutschland geht es in diesem Zuge besonders auch um die verwandte Frage der Weiternutzung freier Inhalte. Die Eindrücke aus den Gesprächen beim EduCamp und den Gautinger Internettagen sind in einem gemeinsamen Blogpost zusammengefasst. Generelle Anmerkungen und Ideen rund um diese Stichwort werden gerne unter bildung@wikimedia.de gelesen.

Silberwissen

Als Teil des EU-geförderten TAO-Projekts gehörte Wikimedia Deutschlands Projekt Silberwissen zur Zwischenbeurteilung der EU in Brüssel am 22.3. 2012. Zu Wikimedias Silberwissen wurde mit Interesse gefragt und es gab keine kritischen Bemerkungen oder spezielle Auflagen. Für das TAO-Projekt insgesamt wurde jedoch angeregt, dass es sich seiner breiten Aufstellung wegen stärker auf ausgewählte Ziele fokussieren sollte. Ein schriftlicher Bericht des Review-Teams folgt in den nächsten Wochen.

Im Rahmen von Silberwissen wurden im März Gespräche mit dem Senioren-Computerclub Berlin-Mitte über Möglichkeiten zur Gewinnung  neuer Wikipedia-Autoren geführt. Aktivitäten dazu werden im April starten. Gemeinsam mit dem Zentrum für Allgemeine Wissenschaftliche Weiterbildung der Universität Ulm wurde Arbeitsmaterial für Teilnehmer und eine Checkliste für Veranstaltungen mit Senioren abschließend bearbeitet. Ein von der Deutschen Seniorenliga durchgeführtes Mailing an Mitglieder erbrachte für Wikimedia Deutschland rund 40 Anfragen von interessierten Senioreneinrichtungen, wobei ungefähr 10 Einrichtungen mit dem konkreten Wunsch einer Veranstaltungsreihe im eigenen Haus an uns herantraten.

Wikipedia macht Schule

Vier bundesweite Lehrerschulungen konnten in diesem Monat realisiert werden. Erfreulich ist hier auch ein Großeinsatz in sechs Klassen der Bertha-von-Suttner Oberschule in Berlin. Auf den eingangs genannten Tagungen in diesem Monat konnten auch weitere Kontakte für Lehrerschulungen geknüpft werden. Das Interesse an Freien Lizenzen und der Umsetzung scheint bei Lehrern durch die Debatte um frei lizenzierte Lehrmaterialien immer stärker zu werden. Wer Ideen und Anmerkungen zum Thema Wikipedia im Unterricht- oder Fragen zum Programm hat, kann sich an schule@wikimedia.de wenden. Wir freuen uns über Anmerkungen!

Hochschulprogramm

Nach den Vorbereitungen der letzten Monate ist es nun soweit: Das Wikipedia-Hochschulprogramm läuft an. Die ersten Dozentenschulungen fanden in Stuttgart, München, Halle-Wittenberg und Potsdam statt. An der Stuttgarter Hochschule für Medien begann auch bereits die Arbeit mit den Studierenden. Die ersten Rückmeldungen sind vielversprechend. Die Dozenten fühlen sich gut vorbereitet und finden in den Referenten von Wikimedia Deutschland einen wichtigen Rückhalt. Ebenfalls im Rahmen des Hochschulprogramms wurden erklärende Kurzvideos, so genannte Screencasts, erstellt. Sie sollen den Wikipedia-Einstieg erleichtern.

COMMUNITY-BEZIEHUNGEN / FREIWILLIGENFÖRDERUNG

Zedler-Preis 2012

Die drei Jurys für den Zedler-Preis für Freies Wissen 2012 haben sich konstituiert und sich jeweils auf ihr Vorgehen im Bewertungsprozess geeinigt. Die Jurysitzungen finden Mitte April bis Anfang Mai statt. Bis dahin werden alle sich Juroren auf fünf Nominierte (plus mögliche Sonderpreise) geeinigt haben, die dann von Wikimedia Deutschland über ihre Nominierung und die Eckdaten der Preisverleihung informiert werden. In den Sitzungen (die in Berlin, Köln und Frankfurt stattfinden werden) bestimmen die Jurorinnen und Juroren den Gewinner pro Kategorie. Ansprechpartnerin rund um den Zedler-Preis ist Nicole Ebber.

Wiki Loves Monuments 2012

Christof Jackel besuchte als Vertretung von Wikimedia Deutschland das Kickoff-Seminar zur Planung des internationalen Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments in Dresden. Der Enthusiasmus der ehrenamtlichen Organisatoren  ist ansteckend. Es sind bereits zahlreiche organisatorische Vorarbeiten erfolgt und es konnte besprochen werden, wie Wikimedia Deutschland den Wettbewerb unterstützen kann. Nähere Informationen folgen demnächst. Der erste Pressebericht kam bereits und zwar aus Dresden, im Rahmen der Vorbereitungen.

WikiWomenCamp 2012

Auch im März war Wikimedia Deutschland weiter mit der Organisation des WikiWomenCamp beschäftigt. Noch besteht die Möglichkeit, sich auf Stipendien zu bewerben. Fragen oder Anregungen hierzu nimmt gerne Julia Kloppenburg entgegen.

Redaktionstreffen

Der Kurieraufruf zu Redaktionstreffen hat gezeigt: Der Bedarf für gemeinsame Treffen der Freiwilligen ist da! Zusätzlich zu den Redaktionen, die bereits in den konkreten Planungen stecken, überlegen nun drei weitere, sich dieses Jahr zum Teil erstmalig zu begegnen. Wikimedia Deutschland unterstützt das gerne und unkompliziert über treffen@wikimedia.de.

Community-Projektbudget

Bis Ende April finden die Wahlen zur nächsten Amtszeit des Community-Projektbudget-Ausschusses statt. Sebastian Sooth und Christoph Jackel von Wikimedia Deutschland haben die Vorbereitungen dazu unterstützt. Zur Mitgliederversammlung am 21.4. findet die Wahl der Vereinsmitglieder statt. Noch bis 15. April können Community-Mitglieder für die Abstimmung kandidieren.

Toolserver

Eine Verzögerung der Datenbankaktualisierung der englischsprachigen Wikipedia beeinträchtigt derzeitig die Aktualität abgefragter Daten auf dem Toolserver. Die Fehlerbehebungen erfordern großen Zeitaufwand. Die Adminstratoren des Toolservers, Daniel Baur und Marlen Caemmerer, entwickeln derzeit Verfahren, um ähnliche Beeinträchtigungen in Zukunft besser abfangen zu können. Die neue Hardware des Toolservers ist im Einsatz und die Datenbankserver werden in Zukunft von mehr Speicherplatz profitieren.

CommunitySpace

Da die Verhandlungen mit Vermietern und möglichen Partnern für die Räumlichkeiten des CommunitySpace und der WMDE-Geschäftsstelle in Berlin längern dauern als erwartet, verzögert sich auch die Eröffnung des eigentlichen CommunitySpaces. In den Räumen, die Wikimedia Deutschland gerade übergangsweise bezieht, werden wir das Konzept weiter vorantreiben. Am 20. April wird der Verein zu einem Tag der Offenen Tür in die Räume einladen. Genügend Schreibtische für temporäre Besucher werden vorhanden sein.

Vereinsmitglieder

Im März 2012 gab es 144 neue Vereinseintritte, davon 97 Fördermitglieder und 47 aktive Mitglieder. Insgesamt hat Wikimedia Deutschland nun 1.473 Mitglieder.

FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG

RENDER

Im Forschungsprojekt RENDER wurde im März weiter an Werkzeugen zur  Analyse der Aktualität und der thematischen Vollständigkeit von Wikipedia-Artikeln gearbeitet. Vor einigen Tagen konnte hier das RENDER Toolkit auf dem Wikimedia-Toolserver vorgestellt und die derzeit enthalten Werkzeuge kurz erklärt werden. Wir freuen uns sehr über Feedback und weitere Vorschläge auf der Diskussionsseite zu RENDER oder auch per E-Mail an render@wikimedia.de.

Wikipedia Academy 2012

Die Planung und Organisation für die Wikipedia Academy laufen auf Hochtouren. Im März wurden potenzielle Referenten für Eröffnungsreden, Workshops und Paneldiskussionen kontaktiert. Außerdem erfolgte die Veröffentlichung des ersten Entwurfs des Ablaufplans. Aufgrund der zahlreichen Nachfragen haben wir uns entschieden, den ‘Call for Papers’ bis zum 15. April zu verlängern. Rege Beteiligung ist mehr als willkommen! Alle Fragen und Anregungen gerne an Nicole Ebber oder academy@wikimedia.de.

Wikimedia Conference 2012

Am letzten Wochenende im März (29.03.-01.04.2012) war Wikimedia Deutschland zum vierten Mal Gastgeber der Wikimedia Conference, dem Treffen der Länderorganisationen der internationalen Wikimedia-Bewegung, dem Stiftungsrat sowie vielen Mitarbeitern der Wikimedia Foundation und verschiedener Arbeitsgruppen. Mit Unterstützung von Danny B. (Benutzername) und Maria Rößler hat sich Nicole Ebber im Vorlauf der Konferenz um die Anreise und Unterkunft der Teilnehmer sowie um Visaangelegenheiten gekümmert, mit dem Veranstaltungsort Cluboffice die Belegung und technische Ausstattung der Räumlichkeiten sowie das Catering organisiert, das Abendprogramm geplant und viele Fragen und Wünsche der Teilnehmenden beantwortet. Ebenfalls in diesen Aufgabenbereich fiel die Abstimmung mit dem Programmmanger Harel Cain und den beiden Moderatorinnen über Inhalte und Formate des Konferenzprogramms. Ein ausführlicher Bericht über die Wikimedia Conference 2012 folgt in Kürze.

FUNDRAISING

Ende März konnte der Versand der Zuwendungsbescheinigungen zur letzten Spendenkampagne abgeschlossen werden. Rund 50.000 Menschen, die im Jahr 2011 Spenden mit einer Gesamtsumme von mindestens 25 Euro tätigten, erhielten eine Bescheinigung. Leider haben wir es nicht geschafft, den anvisierten Termin Ende Februar für den Versand einzuhalten. Der unglaubliche Erfolg der letzten Kampagne (zur Erinnerung: über 160.000 Spender gegenüber ca. 70.000 Spendern im Jahr zuvor) hatte zur Folge, dass noch einige Wochen an der Datenkonsolidierung gearbeitet werden musste. Zudem erfolgte nachträglich das Einpflegen sämtlicher Daten von 2011 in die neue Spendendatenbank. Diese sehr zeitintensiven Prozesse hat das Fundraising-Team im März erfolgreich abgeschlossen. Umfangreiche Kontrollen des gesamten Druckprozesses, die beispielsweise auch einen Besuch des Dienstleisters zur Stichprobenentnahme beinhaltete, waren ein weiterer Grund für den verschobenen Versant. Doch nun ist es geschafft und die Spendenkampagne 2011/12 formal abgeschlossen. Die Vorbereitungen für die nächste Kampagne können also beginnen!

GESCHÄFTSSTELLENARBEIT

Die neue Adresse der Geschäftsstelle ist ab April: Obentrautstr. 72, 10963 Berlin. Über den Büroumzug wurde in diesem Blogposting berichtet.

Interessante Termine im April

  • Tag der offenen Tür bei Wikimedia Deutschland: 20. April 2012
  • Mitgliederversammlung des Vereins: 21. April 2012

von Michael Jahn - April 03, 2012 03:40

Die Wikipedianische Re:publik – Mitmachen bei der Berliner Netzkonferenz!

Alljährlich zwischen Ostern und Pfingsten blickt die sogenannte Netzgemeinde gespannt auf die re:publica. Die einstige Bloggerkonferenz ist mittlerweile zu einem der bundesweit wichtigsten Orte für die Behandlung von Fragen geworden, die sich im Hinblick auf das Internet und die digitale Gesellschaft stellen. Neben zahlreichen Initiativen, NGOs, Unternehmensvertretern und Wissenschaftlern nehmen dort auch zunehmend Politiker und Verbandsvertreter an den Debatten teil. Müsste man das bunte Treiben irgendwie auf den Punkt bringen, so wäre es wohl die goldene Mitte zwischen TED-Konferenz und fliegendem Klassenzimmer. Am neuen Standort STATION-Berlin erwarten die Veranstalter zwischen dem 2. und 4. Mai 2012 ca. 4.000 Teilnehmer.

Schon immer gab es auf der re:publica eine sichtbare Präsenz von Wikipedianern bzw. Wikimedianern. Im letzten Jahr wurde dort die Kampagne “Wikipedia muss Weltkulturerbe werden” der Öffentlichkeit vorgestellt. In diesem Jahr möchten wir nun einen Schritt weiter gehen und vielfältigste thematische Angebote an einem eigenen Info-Stand bündeln. Die aktuelle Planung sieht u.a. zielgruppenspezifische Commons-Workshops für Blogger und Bildjournalisten, eine Einstimmung auf Wiki Loves Monuments 2012, eine Diskussionsrunde zur Repräsentanz von Frauen in Wikipedia, einen Vortrag zum “Next Big Thing” Wikidata sowie ein kleines “Best of” der bisherigen Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der deutschsprachigen Wikipedia vor.

Noch gibt es genügend Platz in unserem Spielplan, um weitere Ideen zu verwirklichen. Falls Ihr also ein Anliegen habt, das Ihr im Kontext der re:publica ideal aufgehoben seht, so würden wir uns über entsprechende Anregungen und vor allem aktive Beiträge von euch sehr freuen. Wichtig dabei ist, sich immer vor Augen zu halten, dass nicht jeder Konferenzbesucher notwendigerweise ein WP-Insider ist. Die re:publica ist nicht zuletzt ein interessantes Forum, um als aktive/r Autor/in Nutzerbedürfnisse besser kennen zu lernen und gleichzeitig für die Mitarbeit im Projekt zu werben. Nur so als Anregung: Gibt es Problemlagen bei der Redaktionsarbeit, die man auch gut öffentlich diskutieren könnte? Warum sind die Relevanzkriterien “von außen” nach wie vor so wenig nachvollziehbar?

Vorschläge könnt Ihr gerne posten oder auch direkt an mich (jan.engelmann@wikimedia.de) senden. Im Falle einer Teilnahme wird der Verein für euch den Eintrittspreis übernehmen und sich um die Akkreditierung kümmern.

von Jan Engelmann - April 03, 2012 01:19

Der zweite Community-Projektbudgetausschuss sucht neue Mitglieder

Der Community-Projektbudgetausschuss geht bereits in die dritte Runde und es werden Kandidatinnen und Kandidaten aus der Wikipedia gesucht, um die Projektideen gemeinsam mit Mitgliedern von Wikimedia Deutschland im nunmehr zweiten Ausschuss  zu bewerten und interessante Vorschläge zur Umsetzung vorzuschlagen.
Diesmal wird die Dauer des Meinungsbilds analog zu anderen Kandidaturen gestaltet und es sind jeweils zwei Wochen für Kandidatur und Wahl der drei Community-Vertreter vorgesehen, so dass am die Wahl am 30. April abgeschlossen ist.

Mit dem Community-Projektbudget stellt Wikimedia Deutschland 250.000 Euro für die Umsetzung von Ideen zur Verfügung, die aus der Wikimedia-Community kommen und geeignet sind, Freies Wissen und dabei insbesondere die Wikimedia-Projekte zu unterstützen und zu verbessern.

In den beiden ersten Runden wurden 11 Projekte vom Ausschuss zur Förderung ausgewählt, die helfen, Freies Wissen zu verbessern, unter anderem durch die Erstellung von Videos zu verschiedenen Wissenthemen, Verbesserung der OpenStreetMap-Daten und -Karten, Fotoflüge zur Bebilderung der Nordseeküste mit Elbe und Wesermündung, Fototouren zum Fotografieren von Baudenkmälern und Projekte zur Befreiung von wissenschaftlichen Veröffentlichungen und Metadaten.

Bitte tragt euch bei Interesse ab jetzt unter Wikipedia:Community-Projektbudget/Kandidaten ein. Viel Erfolg!

Bild: Ein Ergebnis des CPB 2011: Die Messstation des Instituts für Chemie und Biologie des Meeres bei Spiekeroog von Ralf Roletschek,  CC-BY-SA 3.0 de

von Christoph Jackel - April 03, 2012 10:52

02. April 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wahlprüfsteinprüfen: Deine Mithilfe zur Landtagswahl in NRW

Am 13. Mai ist das Wahlvolk in Nordrhein-Westfalen aufgerufen, einen neuen Landtag und damit indirekt eine neue Landesregierung zu wählen. Dieser vorgezogene Wahltermin folgt auf die Auflösung des Landtages, nachdem die Minderheitsregierung aus SPD und Grünen keine Mehrheit für ihren Haushaltsentwurf erhalten hatte.

Landtagswahlen im bevölkerungsreichen NRW gelten als “kleine Bundestagswahlen” und erhalten in der öffentlichen Wahrnehmung entsprechend große Aufmerksamkeit. Den Umständen entsprechend wird es zu einem sehr kurzen und auch sehr intensitven Wahlkampf kommen. Wikimedia Deutschland hat in der Vergangenheit bei einigen Gelegenheiten an die kandidierenden Parteien Wahlprüfsteine verschickt, darunter auch bei der letzten Landtagswahl in NRW.

Wir haben in die Entwicklung der neuen Wahlprüfsteine auch einfließen lassen, was uns beim letzten Mal (bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus im September 2011) an kritischen Anmerkungen erreicht hat. So sollten diesmal stärker die Kernanliegen der Bewegung für Freies Wissen und klare landespolitische Anknüpfungspunkte im Mittelpunkt stehen. Angesichts der kurzen Zeit erschien es auch kaum erstrebenswert, wieder einen 40 Fragen starken Brief zu versenden.

Unser Vorschlag für NRW sind daher neun Fragekomplexe mit je einer sehr offenen und einer möglichst konkreten Frage. Wir wollen auf diese Weise sowohl den Parteien genügend Raum einräumen, weiter ausholen zu können und sie aber gleichzeitig dazu ermuntern, klar Stellung zu beziehen.

Jetzt seid ihr gefragt: Bitte schaut Euch unseren ersten Vorschlag an und gebt uns Rückmeldung. Welche Fragen müssen verständlicher formuliert werden, welche Themen fehlen noch, welche Fragen sind entbehrlich? Wer neue Fragen hinzufügen möchte, benenne bitte auch einen Streichkandidaten, da wir aus erwähnten Gründen nicht über 9×2 Fragen hinausgehen möchten.

Vielen Dank für Euer Feedback! Da wir die Fragen erst verschicken können, wenn die Landeswahlleitung die Liste der zur Wahl zugelassenen Parteien veröffentlicht hat, werden wir alle Rückmeldungen bis zum 10. April berücksichtigen können. Nutzt bitte dafür entweder die Kommentarfunktion in diesem Blog oder schreibt an mathias.schindler@wikimedia.de.

 

Bildungspolitik

Auch nach dem nordrhein-westfälischen Schulfrieden bleibt die Herstellung von Bildungsgerechtigkeit eine zentrale politische Herausforderung. Diese ist an soziale Durchlässigkeit und freie Zugänge zu Wissen geknüpft.

 

Offene Frage: Sehen Sie Chancen dafür, die Schulen technologisch besser auszustatten und Kindern und Jugendlichen einen kompetenten Umgang mit Neuen Medien zu vermitteln?

Konkrete Frage: Wird NRW sich an existierenden Projekten für die Bereitstellung von hardwarebasiereten Lernplattformen wie beispielsweise One Laptop per Child (OLPC, http://one.laptop.org/) oder Raspberry Pi (http://www.raspberrypi.org/)  beteiligen?

 

Freie Bildungsinhalte (Open Educational Resources)

Der §53 UrhG erlaubt die Herstellung von Kopien zur Unterrichtsgestaltung nur mittels photomechanischer Verfahren. Zulässig ist die Zurverfügungstellung von kleinen Teilen des urheberrechtlich geschützten Materials aus Schulbüchern. Bilder und Grafiken dürfen weder eingescannt noch mit anderen digitalen Inhalten verknüpft werden. So aber wird der Schulunterricht künstlich auf dem Stand des 20. Jahrhunderts gehalten.

Offene Frage: Wie wollen Sie die Erstellung und Verbreitung von solchen Lern- und Lehrmaterialien fördern, die unter einer solchen Lizenz stehen, welche  die freie Nutzbarkeit sicherstellt durch Dritte (z.B. Creative Commons cc-by)?

Konkrete Frage: Der Runderlass “Zulassung von Lernmitteln” des Schulministeriums enthält in Punkt 2 die Bedingung, dass nur solche Lernmittel zugelassen werden können, die eine kostengünstige Versorgung der Schulen ermöglichen. Welche Möglichkeiten sehen Sie, als weiteres Kriterium die zusätzliche Einräumung von analogen und digitalen Nutzungsrechten als Bedingung für die Zulassung von Lernmitteln aufzunehmen?

 

§53 UrhG und dessen Duchsetzung an Schulen

Der Gesamtvertrag zur Einräumung und Vergütung von Ansprüchen nach § 53 UrhG sieht die Entwicklung und den Einsatz einer Software zur Suche nach “digitalen Kopien von für den Unterrichtsgebrauch an Schulen bestimmten Werken auf Speichersystemen” vor. Parlamentarische Anhörungen in Niedersachsen, Berlin und anderen Bundesländern ergeben, dass diese Software aller Voraussicht nach niemals hergestellt wird, da sie systembedingt unvereinbar mit Datenschutzvorgaben ist.

 

Offene Frage: Welche Lösung im Umgang mit dem §53 UrhG an Schulen soll auf den Gesamtvertrag folgen, der spätestens am 31.12.2014 außer Kraft treten wird?

Konkrete Frage: Die absehbare Nichtlieferung der in §6 Abs. 4 des Gesamtvertrags vereinbarten Software zur Durchsuchung von Speichersystemen wird einen Bruch der Vereinbarung seitens der Verlage darstellen. Welche Konsequenzen werden Sie aus dieser Vertragsverletzung ziehen?


Zugang zu Wissen und kulturellem Erbe

 

Offene Frage: Wie und mit welchem Ziel wollen sie die durch die verkürzte 15. Legislaturperiode nicht erfolgreich zu Ende geführten Initiativen zu einem Kulturförderungsgesetz bzw. zu einem Bibliotheksgesetz in Nordrhein-Westfalen wieder aufnehmen?

Konkrete Frage: Auf der Europäischen Aggregationsplattform für Digitalisate kultureller Einrichtungen “Europeana” sind Inhalte nordrhein-westfälischer Einrichtungen unterrepräsentiert. Welche Maßnahmen wird eine Landesregierung unter ihrer Beteiligung unternehmen, dass vom Land NRW geförderte Kultureinrichtungen sich verstärkt an Europeana und der Deutschen Digitalen Bibliothek beteiligen?


Gebührenfinanzierte Inhalteerstellung

Grundversorgung in der digitalisierten Wissensgesellschaft meint mehr als nur die Bereitstellung eines fixen Programmschemas durch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten. Es geht zunehmend auch darum, eine bessere Nachnutzung von gebührenfinanzierten Inhalten zu ermöglichen.

 

Offene Frage: Welche Maßnahmen halten Sie für geeignet, damit die durch den WDR erstellten und von den Bürgern des Landes NRW finanzierten Inhalte auch durch jedermann wieder über die einfache Konsumption hinaus verbreitet, bearbeitet und geremixt werden können?

Konkrete Frage: Werden Sie sich für die Abschaffung der Depublikationsverpflichtung von gebührenfinanzierten Inhalten durch die Öffentlich-Rechtlichen Sender einsetzen?

 

Staatliche Werke und offene Regierungsdaten

 

Offene Frage: Welche lizenzrechtlichen Mindestvoraussetzungen im Hinblick auf freie Nachnutzbarkeit (siehe Open Government Principles http://www.opengovdata.org/home/8principles) sollen ein künftiges NRW-Open Data Portal und alle seine darin enthaltenen Datensätze erfüllen?

Konkrete Frage: Werden Sie eine Lizenzierung von Luftbildern aus der Landesvermessung unter Creative Commons cc-by, cc-by-sa oder cc0 veranlassen?

 

Offene Innovationskultur

Offene Frage: Innovationstreiber bei der Verwendung von Daten und Werken der öffentlichen Verwaltung kommen sowohl aus dem Bereich nichtkommerzieller Projekte wie auch aus einem hochdynamischen gewerblichen Umfeld der Kreativwirtschaft. Welche Maßnahmen planen Sie, beide Arten von Teilnehmer gleichsam zu unterstützen und die Vermehrung gesellschaftlichen Wohlstands zu fördern?

Konkrete Frage: Wird der Cluster “Kultur- und Kreativwirtschaft” Creative.NRW einen zusätzlichen Schwerpunkt zu sich entwickelnden Wertschöpfungsketten um Open Government Data erhalten?

Netzsperren

Über ein Jahrzehnt wurde in Nordrhein-Westfalen und später auch in ganz Deutschland über das Instrument von Internetsperren gegen illegale oder unerwünschte Inhalte gestritten. Diese Diskussion endete auf Bundesebene mit der Außerkraftsetzung und späteren Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes.

Offene Frage: Wird eine Landesregierung unter Ihrer Beteiligung Gesetzesvorhaben im Land oder im Bundesrat unterstützen, die Ermächtigungsgrundlagen für Netzsperren beinhalten (z.B. bei Glücksspiel, Persönlichkeitsrechten, rechtsextremistischen Inhalten)?

Konkrete Frage: Welche Schritte wird eine Landesregierung in NRW unter Ihrer Beteiligung unternehmen, um die einzigen in Deutschland noch bestehenden Sperrverfügungen zu beenden?


Netzpolitik im Land

Mit der Einsetzung der Enquête-Komission “Internet und Digitale Gesellschaft” schuf der Bundestag ein ständiges Forum, um z.B. Fragen des Breitbandausbaus, des Datenschutzes oder der Medienkompetenz zu diskutieren. Auch auf landespolitischer Ebene erscheint eine Bündelung der Kompetenzen zu Folgewirkungen der Digitalisierung dringend erforderlich.

Offene Frage: Welche konkreten netzpolitischen Projekte wird eine Landesregierung unter Ihrer Beteiligung in der kommenden Legislaturperiode angehen, welche Erfolgskriterien setzen Sie dabei an und welchen Beteiligungsprozess der Durchführung stellen Sie sich vor?

Konkrete Frage: Werden Sie – wie in Berlin – die Netzpolitik zu einem eigenständigen Politikfeld in der Ressortaufteilung der Landesregierung aufwerten?

 

von Mathias Schindler - April 02, 2012 12:21

01. April 2012

Liesel

Zensur in der Wikipedia oder wie Kritiker mundtot gemacht werden

Für diesen Edit wurde ich einen Tag gesperrt.

Kritiker mundtot machen? Habe ich den Finger in die Wunde gelegt? Geheime Wahrheiten ausgeplaudert. Stören inaktive Admins? Verursachen sie irgendeinen Schaden? Nehmen sie irgendjemanden irgendwelche Plätze, Punkte oder was auch immer weg? Nein! Aber wem Admins ein Dorn im Auge sind, versucht natürlich soviele wie möglich so schnell wie möglich loszuwerden. Natürlich kann man regelmäßige Wiederwahlen machen. Nur führt das nicht zum gewünschten Ziel so viele Admins so schnell wie möglich loszuwerden. Die Benutzer stimmen dann halt schnell mal pauschal ab. Wenn es keine Aufreger gibt, wird halt mit “pro” gestimmt und fertig.Viel spannender ist der beinahe klinische Hass auf Admins der in diesem Meinungsbild und auch schon wieder auf dieser Diskussionsseite deutlich wird. Da scheint das einzige Ansinnen nur darin zu bestehen, den Admins ein schnelles Ende zu bereiten. Vielleicht sollte viel eher ein Meinungsbild zur Abschaffung der Admin-Funktion angestrebt werden. Die Admins sind wahrscheinlich die größten Schadenverursacher in der Wikipedia und noch mehr schaden sie der Wikipedia wenn sie dazu noch inaktiv sind.


Einsortiert unter:Wikipedia Tagged: Wikipedia

von Liesel - April 01, 2012 07:21

30. März 2012

Finanzer

Hundert E-Books für Wikisource

Titelbild Gerstäcker

Titelbild für E-Book: Beiträge in der Gartenlaube. Erzählungen, Geschichten, Kriegsberichte und Reportagen von Friedrich Gerstäcker veröffentlicht in der Gartenlaube in den Jahren 1853 bis 1872.

Der Reisebericht Die Prairien von Carl Beyschlag ist das einhunderste E-Book das ich aus den Beständen von Wikisource, und mit einigen wenigen Ausnahmen von Wikilivres, in den letzten Wochen gebaut habe. Da sich unter diesen E-Books auch einige Sammelwerke befinden, wie z.B. der selbst zusammengestellte Band Beiträge in der GartenlaubeErzählungen, Geschichten, Kriegsberichte und Reportagen von Friedrich Gerstäcker veröffentlicht in der Gartenlaube in den Jahren 1853 bis 1872, entsprechen diese E-Books etwa 400 Werke aus Wikisource.

Seit Anfang an habe ich Werke quer durch den Gemüsegarten ausgewählt und in E-Books umgewandelt. Soll heissen ich habe Werke aus allen Zeiten und allen bei Wikisource verfügbaren Gattungen verwendet. Dass es sich lohnt auch wissenschaftliche und Geschichtswerke als E-Books anzubieten, zeigt die Downloadstatistik.

Täglich werden ca. 10-20 E-Books heruntergeladen, was für mich zeigt, dass sich diese Arbeit, die das Angebot von Wikisource ergänzt sich lohnt und angenommen wird.

Im Folgenden präsentiere ich die Top 40 der Downloads (in Klammern die Anzahl der Downloads). Diese Liste ist aber noch mit etwas Vorsicht geniessen, da darin noch etliche “Downloads” von Bots und Crawlern enthalten sind. Auch wenn ich das bereits etwas manuell korrigiert habe, ist eine gewissen Verzerrung noch enthalten. Eine jeweils aktuelle Liste findet sich in der Downloadsektion:

  1. Entstehung Der Arten EPUB (72)
  2. Über die Verfassung des deutschen Reiches EPUB (55)
  3. Doctor Brants Narrenschiff EPUB (55)
  4. Das Eiland der Toten EPUB (52)
  5. Kinder- und Haus-Märchen Band 1 (1812) EPUB (49)
  6. Der Geisterseher EPUB (49)
  7. Dämon Chanawutu EPUB (48)
  8. Das Geheimniß der alten Mamsell EPUB (47)
  9. Das Eiland der Toten MOBI (45)
  10. Das Geheimnis der Kabine 24 EPUB (44)
  11. Der Geisterseher MOBI (43)
  12. Othello EPUB (42)
  13. Dämon Chanawutu MOBI (42)
  14. Der letzte Höhlenmensch EPUB (41)
  15. Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1815) EPUB (41)
  16. Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, I. Band EPUB (40)
  17. Über die Verfassung des deutschen Reiches EPUB (39)
  18. Othello MOBI (37)
  19. Das Geheimnis der Kabine 24 MOBI (37)
  20. Das Geheimniß der alten Mamsell MOBI (36)
  21. Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, II. Band EPUB (35)
  22. Doctor Brants Narrenschiff MOBI (33)
  23. Des Freyherrn von Münchhausen Wunderbare Reisen EPUB (32)
  24. Die Entstehung der Kontinente und Ozeane EPUB (32)
  25. Die Abstammung des Menschen und die geschlechtliche Zuchtwahl, I. Band MOBI (31)
  26. Die Schätze des Wahhabiten EPUB (31)
  27. Die Motoryacht ohne Namen EPUB (30)
  28. Der Spiritistenklub EPUB (30)
  29. Ein kurtzweilig lesen von Dyl Vlenspiegel EPUB (28)
  30. Lustige Botanik Und Mineralogie EPUB (26)
  31. Lustige Naturgeschichte Oder Zoologia Comica EPUB (26)
  32. Die große Null EPUB (26)
  33. Der Spiritistenklub MOBI (26)
  34. Entstehung und Bedeutung der Goldenen Bulle EPUB (25)
  35. Die Schätze des Wahhabiten MOBI (24)
  36. Der Prozess EPUB (24)
  37. Kinder- und Haus-Märchen Band 2 (1815) MOBI (24)
  38. Der letzte Höhlenmensch MOBI (23)
  39. Die große Null MOBI (23)
  40. Entstehung und Bedeutung der Goldenen Bulle MOBI (22)

Mittlerweile gibt es auch eine nach den Autoren sortierte Liste der E-Books bei Wikisource und bei den einzelnen Werken wird darauf hingewiesen, dass diese auch als E-Book verfügbar sind.

Ich mach auf jeden Fall weiter mit den E-Books, sind ja auch erst ein Bruchteil der Werke bei Wikisource verwurstet worden, so dass noch genug Arbeit übrig bleibt.

von Finanzer - März 30, 2012 08:06

Wikimedia Deutschland Blog

3, 2, 1, Wikidata!

Es ist soweit. Am heutigen Freitag, den 30. März 2012, ist der offizielle Startschuss für Wikidata gefallen. Das erste neue Wikimedia-Projekt seit sechs Jahren wird eine gemeinsame Datenbasis für Artikel in allen Sprachversionen von Wikipedia ermöglichen. Das Entwicklerteam von Wikimedia Deutschland beginnt am Montag, den 2. April, die Arbeit am Großprojekt. Unsere Pressemitteilung mit allen Details zu Wikidata wurde heute in Deutsch und Englisch veröffentlicht und ist auf unserer Webseite zum Nachlesen eingestellt.

Ein zentraler Bestandteil des Projekts wird es sein, Anregungen der Wikipedia-Community aufzunehmen. Ansprechpartnerin hierfür ist Lydia Pintscher, die sich in einem eigenen Blogposting bereits vorgestellt hat. Weitere Informationen gibt es natürlich auch auf der Projektseite von Wikidata.

Wir freuen uns auf spannende Monate und werden hier regelmäßig über die Entwicklungsschritte berichten.

 

von Catrin Schoneville - März 30, 2012 10:30

29. März 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 13/2012

Die Wikimedia:Woche ist die wöchentliche Zusammenfassung offzieller Ankündigungen und Hinweise der Wikimedia Foundation und der lokalen Wikimedia-Organisationen. Der gemeinschaftliche Mailing-Newsletter von Freiwilligen und Wikimedia Deutschland wird immer donnerstags auch hier im Blog veröffentlicht.

Interessierte sind herzlich eingeladen, bei der Zusammenstellung von interessanten Links und Themen mitzumachen. Bis zum jeweils folgenden Donnerstag wird im Etherpad der Wikimedia:Woche gesammelt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

= Wikimedia:Woche (13/2012) =

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Beitragende: Jürgen Fenn, Anneke Wolf, Catrin Schoneville, Michael Jahn

 

 

Foundation & Vereine

ORGANISATIONSMODELLE INNERHALB DER WIKIMEDIA-BEWEGUNG

Seitens des Kuratoriums der Wikimedia Foundation wurde eine Zusammenfassung des bisherigen Diskussionsstandes zu Organisationsmodellen innerhalb der Wikimedia-Bewegung veröffentlicht. Darin werden vier Typen unterschieden: Länderorganisationen (auch regional), Benutzergruppen, thematisch organisierte Vereinigungen sowie Partnerorganisationen.

WIKIMEDIA FOUNDATION: BERICHTE

Eine Zusammenfassung der Aktivitäten der Wikimedia Foundation im Februar 2012 findet sich in deutscher Sprache auf Meta:

MONATSBERICHTE

Wikimedia Ungarn hat den Monatsbericht für Februar 2012 veröffentlicht.

WIKIMEDIA DEUTSCHLAND

Das Präsidium des Vereins hat im Vereinsforum Vorschläge zur Gestaltung der politischen Arbeit des Vereins veröffentlicht und freut sich über Diskussionsbeiträge. (Anmeldung erforderlich):
Hier noch der Verweis auf das Protokoll der Telefonkonferenz des Präsidiums vom 21.02.2012:

Projekte und Initiativen

WIKIMANIA 2012 – STIPENDIEN

Die Frist für Bewerbungen um Stipendien für die Teilnahme an der Wikimania in Washington, D.C., (12. bis 14. Juli 2012) ist bis 16. April 2012 verlängert worden. Insgesamt können 20 Personen aus Deutschland gefördert werden:

WIKIMANIA 2012 – ERÖFFNUNGSREDE

Im Blog der Wikimedia Foundation wird angekündigt, dass Mary Gardiner die Eröffnungsrede der diesjährigen Wikimania halten wird. Gardiner ist eine einflussreiche Fürsprecherin für die verstärkte Beteiligung von Frauen im Bereich Freier Software.

HISTORISCHE RUNDFUNKAUFNAHMEN AUF COMMONS

Der australische Rundfunk ABC hat damit begonnen, historische Aufnahmen aus seinem Archiv auf Wikimedia Commons zu stellen. Weitere Beiträge werden bald folgen.

EDITIERWORKSHOP FÜR FRAUEN

In San Francisco fand in der letzten Woche ein von der Wikimedia Foundation organisierter Workshop statt, der explizit neue weibliche Autoren für Wikipedia ansprechen wollte. Einen kurzen Rückblick gibt es hier:

Studien und Statistik

VERWEILDAUER VON AUTOREN

In einem kurzen Blogposting widmet sich die Wikimedia Foundation der Frage, wie der Zusammenfall sinkender Verweildauer neuer Wikipedia-Autoren mit dem zeitgleichen Anstieg von Warnhinweisen auf Benutzerseiten seit 2006 zu interpretieren ist. Statistische Erhebungen zeigten, dass die Qualität der ersten Beiträge neuer Autoren über die Jahre nicht gesunken ist. Der Grund für gesteigerte Warnhinweise und Revertierung ist demnach objektiv nicht in schlechteren Beiträgen zu finden.

RESEARCH NEWSLETTER

Der monatliche Bericht rund um Wikipedia-Forschung enthält unter anderem den Verweis auf eine Studie über das Verhältnis der englischen, deutschen und französischen Wikipedias zu gesichteten Versionen. Außerdem: Eine Mehrheit an Hoschuldozenten in England verbietet ihren Studenten Wikipedia zu benutzen, nutzt sie aber selbst. Und, ein Hinweis auf ein entstehendes Sammelwerk zu Wikipedia-Studien. Weiterführende Links zu allen Themen:

Technik

NEUES DESIGN FÜR MOBILE WIKIPEDIA

Es sind einige Neuerung im Design und in der Benutzerführung des Mobilversion von Wikipedia umgesetzt worden.

Termine

WIKIDATA-SPRECHSTUNDE IM IRC

Lydia Pintscher wird kommende Woche die ersten Sprechstunden zu dem Projekt Wikidata im IRC abhalten:
  • 4. April um 18.30 Uhr, auf Deutsch,
  • 5. April um 18.30 Uhr, auf Englisch,
beide Male auf Freenode im Kanal #wikimedia-wikidata:

WIKIMEDIA CONFERENCE

Vom 29. März bis 1. April ist Wikimedia Deutschland erneut Gastgeber der Wikimedia Conference. Wikimedia-Vertreter aus 40 Ländern treffen sich in Berlin, um über Strategie, Zusammenarbeit und Professionalisierung der Ländervertretungen zu diskutieren und Erfahrungen auszutauschen. Außerdem trifft sich der Stiftungsrat der Wikimedia Foundation zur seiner regulären Sitzung. Die Konferenz selbst ist nicht öffentlich, der Einlass erfolgt nur auf Einladung.
Ein offener Abend zum Kennenlernen findet am Freitag, den 30.3., statt. Ab 20 Uhr im Clubkeller des baxpax downtown Hostels, Nähe Friedrichstraße. Details und Adresse hier:

von Michael Jahn - März 29, 2012 02:37

Schaut her! – Videos erläutern Wikipedia

Nicht immer ist Wikipedia für neue Autoren so zugänglich, wie man es sich von einem offenen und kollaborativen Projekt wünscht. Die immer komplexer werdende Wikipedia macht es jenen, die sich beteiligen wollen, nicht ganz so einfach wie in früheren Jahren.

Um solche Startprobleme zu lindern, wurde durch Lehrende des Hochschulprogramms wiederholt ein Werkzeug ins Spiel gebracht, das Neulinge leicht bei ihren ersten Schritten begleiten könnte: Sogenannte Screencasts, also Kurzvideos aus Bildschirm-Abbildungen, wären doch geeignet den richtigen Gebrauch der Wikipedia anschaulich zu illustrieren? – Stimmt eigentlich. Und weil die Idee, neuen Autoren auf diese Weise einen guten Start in die Wikipedia zu geben ja nahe liegt, hat der Bereich Bildung und Wissen kürzlich einen Werkvertrag ausgeschrieben, um solche Screencasts produzieren zu lassen.

Und obwohl der gesetzte Zeitraum knapp war, freuen wir uns nun acht Screencasts vorlegen zu können, die einige besonders kritische Punkte für Neulinge griffig und konzis darstellen. Erstellt hat die Screencasts Christoph Kepper von PediaPress, dem wir herzlich danken für seine Arbeit. Natürlich stehen Sie alle unter einer freien Lizenz, nämlich CC-BY-SA 3.0. Zu finden sind sie -wie es sich gehört- auf den Commons im ogg-Format, für den Einsatz in Schulen und Universitäten legen wir in den kommenden Tagen mit .mov und .wmv auch handelsübliche Formate vor. Zu finden sind sie auf einer eigenen Seite in den Commons. Idealerweise sollten die Screencasts nicht nur in allen Bildungsprogrammen von Wikimedia Deutschland eingesetzt werden, sondern auch die oft sehr textlastigen Wikipedia-Hilfeseiten visuell ergänzen, wir würden uns freuen, wenn Sie auch in der Wikipedia bald zu finden wären.

Uns ist klar, dass diese Auswahl unvollständig ist und man noch viele weitere Screencasts zur Illustration grundlegender wie komplexer Wikipedia-Techniken realisieren könnte. Und darum möchten wir nicht bei diesen acht Screencasts stehen bleiben, sondern bitten Euch, Eure reichhaltigen Erfahrungen und Ideen einzusetzen, um sowohl neue Screencasts zu entwickeln wie auch vorhandenes Material ganz wiki-like aufzuwerten und zu verbessern. Und darum möchten wir Euch Folgendes anbieten:

Obwohl es nicht über Gebühr kompliziert ist, Screencasts zu erstellen, ist die Verwendung der Software zur Entwicklung guter Screencasts nicht ganz intuitiv. Solltet Ihr Interesse daran haben, eure Ideen zu entwickeln und in Screencasts umzusetzen, würden wir Euch gern einladen zu einer entsprechenden Schulung. Hier in Berlin, angeleitet von einem Experten, würden wir uns freuen wenn ganz im Sinne des Mottos “It’s a Wiki!” die obigen Screencasts einen Anstoß zur Verbesserung und Erstellung von Screencasts durch die Community geben könnten.

Solltet Ihr Interesse haben, Euch daran zu beteiligen, würden wir um eine kurze Mail an community@wikimedia.de bitten. Sobald wir eine kritische Masse von fünf Interessenten erreicht haben, hört Ihr von uns und wir würden mit den konkreten Planungen (Datumsvorschläge etc.) beginnen.

von Denis Barthel - März 29, 2012 01:42

27. März 2012

Wikimedia Deutschland Blog

Analyse der Diversität in Wikipedia – Das RENDER-Toolkit

Im Forschungsprojekt RENDER gibt es Neuigkeiten. Wie ich vor einiger Zeit hier angekündigt habe, gibt es nun erste Einblicke in unsere Analysen und Möglichkeiten zum Ausprobieren: das RENDER Toolkit auf dem Wikimedia Toolserver.

Dieses Toolkit enthält verschiedene Werkzeuge, die im Rahmen des Projekts von uns bzw. unseren Partnern entwickelt werden. Mit Hilfe dieser einzelnen Tools analysieren wir verschiedene Aspekte der Informationsvielfalt (Diversität) in Wikipedia und können gezielt Hinweise zur Verbesserung liefern.

Das Toolkit befindet sich in einem kontinuierlichen Entwicklungsprozess und weitere Analysewerkzeuge werden folgen. Gegenwärtig sind diese vier Werkzeuge enthalten:

  • LEA (Link ExtrActor): Dieses Tool berechnet für einen Wikipedia-Artikel in einer Sprachversion die wichtigsten Konzepte, also die Begriffe, die von hoher Bedeutung für dieses Thema sind. Weiterhin liefert es Hinweise darüber, welche Verlinkungen ergänzt werden bzw. welche Artikel in einer angefragten Sprachversion fehlen könnten. Die Berechnung erfolgt auf einer Analyse der Wiki-Links eines Artikels im Vergleich zu anderen Sprachversionen.
  • Change Detector: Dieses Werkzeug zeigt die Liste der Artikel, die in einer Sprachversion nicht bearbeitet wurden, obwohl in der Mehrzahl der anderen Sprachversionen signifikante Änderungen festgestellt wurden.
  • Die Wikipedia Map ist in erster Linie ein Visualisierungswerkzeug, dass alle geo-getaggten Wikipedia-Artikel in einer Sprachversion auf einer Karte anzeigt. Mit Hilfe dieser Map können aber auch sprachspezifische Besonderheiten der Artikelverteilung beobachtet werden.
  • Corpex (Wikipedia Corpora Explorer): ist ein Visualisierungswerkzeug, das die Verteilung und Häufigkeit von Wörtern, Buchstabenkombinationen und kurzen Zwei-Wort-Kombinationen in verschiedenen Sprachversionen darstellt. Damit können beispielsweise Entwicklungen in eine bestimmte politische Richtung durch die Identifikation charakteristischer Ausdrücke im zeitlichen Verlauf ermittelt werden.

Diese Analysen werden den Nutzern als selbständige Instrumente zur Verfügung stehen. Darüber hinaus werden die Ergebnisse im weiteren Verlauf des Projekts in zwei verschiedene Unterstützungswerkzeuge integriert. Zum einen in ein Qualitätsübersichtswerkzeug, das für jeden Wikipedia-Artikel einen schnellen Überblick zu Qualität und Zustand sowie Hinweise auf weiterführende Informationen liefert. Die zweite geplante Applikation ist ein Arbeitslistengenerator. Mit diesem kann sich ein Wikipedia-Autor Listen verbesserungswürdiger Artikeln generieren und dabei einen bestimmten Themenbereich bzw. seine bevorzugte Kategorie wählen.

Wir freuen uns über Rückmeldungen, Verbesserungsvorschläge und weitere Anregungen auf der Diskussionsseite zu RENDER in Wikipedia bzw. auch unter render@wikimedia.de

von Angelika Adam - März 27, 2012 06:13

26. März 2012

Wikimedia Deutschland Blog

2500 Kilometer

Blick in die Buchvorstellung
Blick in die Buchvorstellung

Nach einem sehr vollen Terminkalender in der zweiten Jahreshälfte 2011 begann 2012 etwas ruhiger, zunächst nur mit einem Treffen in Kassel zu Sondierungsgesprächen für “Wikipedia trifft Museen“. In den letzten zwei Wochen war es dann aber mal wieder so weit. Begonnen hatte es am 19. März mit einer Fahrt nach Leipzig. Als ich schon halb um Berlin herum war klingelte es – der Hexer mußte auch noch nach Leipzig. Irgendwie. Naja. Noch war ich nah genug um ihn einzusammeln. Und damit begann meine Reisewoche mit einer netten Begleitung. In Leipzig besuchten wir zunächst die Buchmesse. Ja, es war schon interessant. Ich war zuletzt Ende der 1990er Jahre dort. Aber so interessant wie bei meinem ersten Besuch war es dann doch nicht mehr. Sehr voll und echte neue Informationen gab es nicht. Einzig der Besuch beim Stand der Wissenschaftlichen Buchgesellschaft war etwas

ergiebiger – auch in Sachen Bücher. Abends wurde dann noch einmal das Wikipedia-Jubiläumsbuch vorgestellt, bei einem lieben Partner von Wikimedia Deutschland, der Deutschen Zentralbücherei für Blinde zu Leipzig. Ich versuchte mich einmal als Fotograf, da ich als Vorleser eher wenig geeignet bin, konnte mich aber immerhin in der anschließenden Diskussion etwas intensiver einbringen. Alles in allem war es ein guter Tag.

Die trunkene Alte
Die trunkene Alte

Nach der Übernachtung in Weimar und der vormittaglichen Suche nach original Thüringer Rostbratwürsten ging es weiter nach München, genauer nach Oberschleißheim. Dort verbrachte ich mein Wochenende bei der Verwandtschaft. Abstecher führten mich zu einer Freundin nach München und natürlich in die Staatlichen Antikensammlungen und erstmals auch in die Glyptothek. Erstmals – war es doch erst mein zweiter Besuch in München. Fast 600 Bilder machte ich in beiden Sammlungen binnen weniger Stunden. Und sicher werden Wikimedia Commons davon in absehbarer Zeit Diverse zugute kommen.

Montag ging es weiter. Weiter zum eigentlichen Grund der weiten Reise. Zürich. Erstmals in die Schweiz. Eingeladen von Professor Beat Näf, den ich bei “Wikipedia trifft Altertum” kennen und sehr schätzen gelernt hatte, hatte mich eingeladen. Zum einen um als Wikipedia-Vertreter in einem von ihm betreuten Kolloquium über Wikipedia zu berichten und Frage und Antwort zu stehen, zum anderen um mit ihm ein weiteres seiner Projekte zu frühmittelalterlichen Kirchen und den Möglichkeiten dieses in die Wikipedia einzubeziehen zu sprechen. Auch wenn die Tage davor und danach allesamt äußerst angenehm und positiv waren, kann ich den Tag in der schönen Stadt Zürich nur als den Höhepunkt der Reise bezeichnen. Die interessanten Gespräche mit den Teilnehmern des Kolloquiums sowie davor und danach mit Professor Näf ließen es wirklich zu einem äußerst angenehmen Tag werden. Und wie die Rückmeldungen aussehen, habe ich Wikipedia offenbar nicht ganz unwürdig vertreten. Schade nur, dass ausgerechnet an diesem Montag die Antikensammlung der Universität geschlossen war. Der Blick den man von aussen werfen konnte war schon sehr erfreulich. Ich muss eben mal wieder nach Zürich. Für alle, die mal in Zürich sind: das Restaurant im Turm des Hauptgebäudes der Universität ist einen Besuch wert!

Wenn ich schon in der Schweiz bin und an der Organisation von “Wikipedia trifft Museen” arbeite, wäre es Unsinnig gewesen den nächsten Tag nicht dafür zu nutzen, einen Abstecher nach Basel zu machen. Dort gibt es mit dem “Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig” das einzige Museum der Schweiz, dass sich einzig den archäologischen Hinterlassenschaften der Mittelmeerkulturen widmet. Und ja – ich konnte auch hier fotografieren. Allerdings nur für mich privat und musste dokumentieren, welche Objekte ich fotografierte. Das war dann doch etwas “strange”. Mal sehen, vielleicht kann ich ja doch ein paar Bilder frei bekommen. Abends gab es dann so etwas wie einen Basler Stammtisch. Zwei Deutsche und ein Österreicher auf der Suche nach einer Lokalität, da das Stammlokal geschlossen war. Somit konnte ich immerhin die seltsame Bahnstruktur kennen lernen.

Allamannische Kreuzfiebel mit antiker Karneolgemme
Allamannische Kreuzfiebel mit antiker Karneolgemme

Der Dienstag stand im Zeichen eines weiteren “dienstlichen” Besuchs im Alamannenmuseum Ellwangen. Dort war ich wirklich begeistert. Ein didaktisch erstklassig aufbereitetes Museum. Danach hatte ich noch einige Zeit mich mit dem Leiter des Museum, Andreas Gut, zu unterhalten. Er schilderte mir seine Probleme mit dem Museum. Leider wird es trotz seiner überragenden Funde wohl in absehbarer Zeit geschlossen werden. Die politischen Gründe möchte ich an dieser Stelle nicht weiter ausbreiten, unschön und gar kulturfeindlich ist in unserem Lande leider immernoch vieles. Auch hier entstanden für Wikipedia diverse Bilder. Und ich habe wohl einen Redner für “Wikipedia trifft Museen” getroffen.

Fazit: eine anstrengende aber sehr ergiebige Woche. Gut 2500 Kilometer habe ich zurück gelegt und fast 1400 Bilder gemacht. Einzige Dummheit: ich habe vergessen sowohl Beat Näf wie auch Andreas Gut zu fotografieren. Es bleibt eben immer etwas zu tun.

von Marcus Cyron - März 26, 2012 09:28

25. März 2012

Michael Schmalenstroer

Die englische Wikipedia diskutiert über Mohammed-Bilder

Das Spannende an der Wikipedia ist, dass sie mittlerweile eine enorme Meinungsführerschaft entwickelt hat. Sie hat es in etwas über 10 Jahren geschafft, zum globalen Referenzwerk zu werden, zum vielleicht ersten globalen Lexikon überhaupt. Es gibt kaum einen, der Informationen trotz ständiger Warnungen irgendwelcher Professoren nicht zuerst in der Wikipedia nachschlägt. Der überwältigende Google-Suchrank tut sein übriges.

Dadurch entstehen massive Probleme, die sich bisherigen Lexika so nicht gestellt haben, einfach weil völlig verschiedene Weltsichten aufeinanderprallen. Die Diskussion über die Bildfilter bekommt jetzt einen kleinen, aber hitzigen Nachfolger: Die englische Wikipedia diskutiert momentan darüber, ob in Artikeln über den Islam Bilder des Propheten Mohammed angezeigt werden sollen. Wir müssen uns nicht nur an die wilden Diskussionen und Ausschreitungen rund um die dänischen Mohammed-Karikaturen erinnern, um festzustellen, dass dies ein Problem ist, welches kaum zu lösen ist. Und welches auch über eine Abstimmung nicht zu lösen ist, da hier fundamentale Gegensätze existieren und diese eben nicht unbedingt demokratisch zu lösen sind.

Die Diskussion zeigt aber auch, dass die momentane Entscheidungsfindung in der Wikipedia überarbeitungsbedürftig ist: Es wird nicht nur extrem polemisch diskutiert, sondern auch wild durcheinander. Es gibt haufenweise Vorschläge, Gegenvorschläge, Zustimmungen, Ablehnungen und Kommentare, die in dieser Textwüste des Meinungsbildes untergehen. Druckt man die entsprechende Seite als PDF, dann erhält man ein Dokument mit momentan 48 eng bedruckten Seiten. Der “Request for comments” dauert noch bis zum 19. April, bis dahin dürften noch einige Seiten hinzukommen. Das schreckt ab und daraus wird keiner eine sinnvolle Policy ableiten können.

von admin - März 25, 2012 12:40