de.planet.wikimedia

May 20, 2017

Jakob Voss

Introduction to Phabricator at Wikimedia Hackathon

This weekend I participate at Wikimedia Hackathon in Vienna. I mostly contribute to Wikidata related events and practice the phrase "long time no see", but I also look into some introductionary talks.

In the late afternoon of day one I attended an introduction to Phabricator project management tool given by André Klapper. Phabricator was introduced in Wikimedia Foundation about three years ago to replace and unify Bugzilla and several other management tools.

Phabricator is much more than an issue tracker for software projects (although it is mainly used for this purpose by Wikimedia developers). In summary there are tasks, projects, and teams. Tasks can be tagged, assigned, followed,discussed, and organized with milestones and workboards. The latter are Kanban-boards like those I know from Trello, waffle, and GitHub project boards.

Phabricator is Open Source so you can self-host it and add your own user management without having to pay for each new user and feature (I am looking at you, JIRA). Internally I would like to use Phabricator but for fully open projects I don’t see enough benefit compared to using GitHub.

P.S.: Wikimedia Hackathon is also organized with Phabricator. There is also a task for blogging about the event.

by jakob at May 20, 2017 07:47 AM

May 18, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 20/2017

Die Wikimedia:Woche 20/2017 beinhaltet unter anderem folgendes: Die Veröffentlichung der FDC-Empfehlungen, die erstmalige Möglichkeit sich an der Jahresplanung der Wiki Education Foundation zu beteiligen, das Ergebnis der Vorstandswahlen bei Wikimedia Niederlande und ein Aufruf zur Beteiligung an einer Wunschliste zur freien Lizenzierung öffentlich-rechtlich produzierter Videos und Bilder.

Außerdem gibt es eine neue Folge des Podcasts WikiStammtisch.

Zur Wikimedia:Woche 20/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at May 18, 2017 01:40 PM

May 15, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Die digitale Transformation ist eine große Chance für das Kulturerbe

Vortrag zur 100. Jahresversammlung des Deutschen Museumsbundes (FG Geschichtsmuseen)

Osman Hamdy Bey Vieil homme devant des tombeaux d’enfants, Musée d’Orsay 1903, Foto von Sailko [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons


Unbestritten steht unsere Zivilisation auf den Schultern unseres kulturellen Erbes. Aus diesem Erbe schöpfen wir die Bausteine unserer Identität. Unsere Kulturgüter sind die geronnenen Artefakte unserer Ideen und Wertvorstellungen. Dem wird wohl niemand widersprechen. Nur wer befasst sich heute noch aktiv mit dem Kulturerbe? Noch vor hundert Jahren waren Hausmusik, Laientheater, Lesezirkel, das Zeichnen auf Reisen, das Sammeln von Märchen und Trachten übliche Freizeitbeschäftigungen mehr oder weniger quer durch alle Schichten. Museen waren Schaufenster in die Welt. Sie waren voller neugieriger und wissbegieriger, oft kulturschaffender Besucher. Die ausgestellten Dinge hatten einen Bezug zu den Handlungen in der eigenen Welt der Betrachter und sei es nur zu denen der Freizeit. Der aktive Umgang mit kulturellen Praktiken wurde spätestens im Wandel der Freizeitkultur von “Machen” zu “Machen Lassen” vom Freizeitkonsum verdrängt. Die Distanz des Individuums zu seinem kulturellen Erbe wuchs mit der Seltenheit der Momente, in denen er unmittelbar mit ihm umging. Statistisch geht der Berliner, die Berlinerin einmal im Jahr ins Theater und etwas öfter geht man in Deutschland ins Museum. Wie vernachlässigbar, gemessen an den zehn Stunden täglicher Mediennutzung. Wenn das kulturelle Erbe ein lebendiger Teil unserer Identität bleiben und damit einen tiefen Einfluss auf unsere Definition von Zivilisation behalten soll, dann müssen Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und Museen (kurz im englischen Akronym: GLAM) die Chance der digitalen Transformation nutzen. Und wir, die Besucher und öffentlichen Eigner, sollten darauf drängen, dass sie einen ersten Schritt dahin tun. Die digitale Transformation geschieht zuerst im Kopf der Entscheidungsträger des GLAM-Bereichs. In meiner Rede anlässlich der 100. Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes in Berlin am 10. Mai 2017 vor der Fachgruppe der Geschichtsmuseen warb ich um Mut, diesen ersten Schritt zu tun.

Digitalstrategie für Geschichtsmuseen

Sie fragen sich vielleicht, warum ich ausgerechnet diesen Orientalismusschinken als Eingangsbild gewählt habe. Es ist eines der wenigen ausgestellten Bilder im Pariser Musée d’Orsay, das von einem Nicht-Europäer gemalt wurde. Daher hatte ich es zu meiner Gedächtnisstütze photographiert. Vermutlich hätte ich es schon vergessen, könnte zumindest schwerlich sagen, wer das Bild gemalt hätte, wenn ich es in den letzten Monaten nicht immer wieder beim Scrollen in meiner Smartphone-Galerie gefunden hätte. Als ich in den letzten Tagen begann, meinen Vortrag vorzubereiten, fiel es mir wieder ein. Ich will Ihnen im Folgenden meine Motive darlegen.

Auch ich saß einmal in einem Einführungskurs für Geschichtsstudenten. An die Tafel schrieb der Professor mit Kreide “History”. Er dozierte, der griechische Wortkern “histor-” bedeute das Erforschte oder Erfahrene berichten. Historiker machten die Vergangenheit in ihrer Darstellung wieder lebendig. Mir blieb im Kopf: Historiker sind Geschichtenerzähler. So passt das Gemälde des Orientalen. Das Bild erzählt Geschichte. Eine Geschichte des Malers Osman Hamdy Bey und die seines Sujets. Es ist für sich genommen selbst Geschichte und erzählt die Sammlungsgeschichte des Museums mit. Das Motiv des Gemäldes und wie ich das Gemälde reproduzierte, berichten über mich als Fotografen und “Digitaltouristen”. Der Reichtum an Geschichten wächst mit jedem Betrachter. Genau darum geht es mir heute.

Obwohl ich als Digitalstratege seit Jahren bei Wikimedia Deutschland, der Fördergesellschaft der Wikipedia und Wikidata, arbeite, werde ich weder über Wikipedia noch über digitale Technologien sprechen. Weder über den Vorteil von WiFi im Museum, noch über Tablets in der Museumspädagogik. Weder über Social Media, Deutsche Digitale Bibliothek noch Europeana. Ich werde Ihnen nicht darlegen, wie Sie Ihre Bestände digitalisieren oder wie Sie Ihre Metadaten mit Wikidata verknüpfen, um deren vernetze Reichweite zu erhöhen. Es geht mir nicht um Urheberrecht, Wissensallmende oder um Public Domain. Darum kann es erst im zweiten Schritt gehen. Nachdem Sie sich entschieden haben, ob Sie meinem Vorschlag folgen wollen. Nachdem Sie den ersten Schritt gemacht haben.

Geschichtsmuseen im Wandel

Geschichtsmuseen entstanden aus den Sammlungen von Herrschenden, später auch von Bürgern. Sie beinhalten die Objekte, die als Gedächtnisanker für ein referentielles Ereignis in der Vergangenheit dienten. Die eroberte Truppenfahne aus den Religionskriegen, die mittelalterliche Urkunde zur Verleihung des Marktrechtes. Der Humpen des Zunftmeisters. Das Tafelsilber der jüdischen Kaufmannsfamilie. Die zurückgelassenen Schuhe des Emigranten. Aus den Schaukabineten wurden chronologische Ausstellungen, um den Besuchern Geschichtskenntnisse der Stadt, der Region, des Landes oder der Nation zu vermitteln. Je nachdem welchen Brotherren das Haus hat.

In jüngerer Zeit kamen thematische Ausstellungen hinzu. Dann hielt die  Erlebnisgesellschaft Einzug in die Geschichtsmuseen. Die Inszenierung der Sammlung wurde zum Credo. Doch ganz gleich, welche Medien Sie verwenden, welche Inszenierungsform Sie wählen. Ob und wie Sie das Objekt in das Narrativ des Rundganges einbetten, Sie behalten die Fäden in der Hand. Sie haben den Vermittlungsauftrag. Sie haben das Wissen. Sie sind der Experte. Sie spinnen den Faden der Erzählung. Sie sind der Geschichtenerzähler. Das heißt aber auch: Die anderen, die Besucher, die Schulklassen, die Touristen, die Abonnenten Ihres Museumsnewsletters, die User Ihrer neuen Museumsapp, Ihre Facebookfreunde sind Ihre Leser, Zuschauer, Zuhörer, Ihre Rezipienten. Sie sind, wenn man das Wörtliche auf die Spitze treibt, die Behälter für Ihre geistigen Ergüsse.

Reicht das Ihren Besuchern heute? Reicht Ihnen das? Wenn Sie nicht nur neue Technologien und Medien in Ihrem Museum zum Einsatz bringen wollen, dann verheißt eine wirksame Digitalstrategie die Chance auf einen radikalen Rollenwechsel. Gewissermaßen vom Gleich- zum Wechselstrom. Sie stellen die Weichen um auf Dialog. Mal sind Sie der Geschichtenerzähler und mal sind Sie der Zuhörer. Mal greifen Sie den Faden Ihres Gegenübers auf und weben ihn ein in das gemeinsame Narrativ zu den Objekten Ihrer Sammlung. Ein anderes Mal sind Sie der Impulsgeber für einen neuen Spin der Geschichte eines Ihrer Besucher. Die Digitalität ist für diesen Rollenwechsel nicht zwingend, sie macht es nur wahrscheinlicher, dass er gelingt. Der Rollenwechsel eröffnet Ihnen neue Handlungsebenen, neben den hergebrachten. Denn natürlich wollen nach wie vor viele der Museumsbesucher in erster Linie unterhalten und vielleicht ein wenig unterrichtet werden. Die Besucher Ihrer Website wollen im Augenblick noch mehrheitlich wissen, wann und wo sie das Haus geöffnet finden, und Ihre Facebookfreunde versprechen sich von Ihrer “Freundschaft” meist nur aktuelle Informationen zum Ausstellungskalender.

Aufbruch zu big cultural heritage data

Camille Flammarion, L’Atmosphère: Météorologie Populaire (Paris, 1888) public domain via Wikimedia Commons

Doch mit der Weite des Netzes steigt um ein Vielfaches die Chance mit Menschen in Kontakt zu treten, die mehr wollen. Es ist daher in Ihrem Interesse, wenn Besucher im Museum fotografieren und die Bilder im Netz teilen. Eine Fotografiererlaubnis ermöglichte es mir, dieses wortwörtliche Nischenbild von Osman Hamdy Bey aus dem Musée d’Orsay mit Ihnen und meinen Twitterfollowern legal zu teilen und es so bekannter zu machen. Davon profitiert das Musée d’Orsay. Genauso wie Sie davon profitieren, wenn Forscher, die Ihre Daten mit den eigenen verknüpfen, über die Interpretation von “Big Data” zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gelangen, die Sie wiederum für eine neue Perspektive auf Ihre Sammlung nutzen können. Pädagogen, die Material für ihre Lerninhalte suchen, verweisen dabei auf Ihr Haus als Wissensquell. Künstler, die wie je Collagen aus Altem zu Neuem formen, erneuern das Interesse an Ihren Objekten. Menschen und Unternehmen, die die Digitalisate Ihrer historischen Sammlungen als Rohstoff für neue Kreationen nutzen wollen, seien es neue Websites, Videoclips  oder Stoffdrucke für die Frühjahrskollektion, tragen zur Verankerung dieser historischen Inhalte in der Öffentlichkeit bei.

Wenn Sie meiner Empfehlung für eine wirksame Digitalstrategie folgen wollen, dann machen Sie den ersten Schritt. Dieser passiert in Ihrem Kopf. Werden Sie zum Ermöglicher. Werden Sie Neudeutsch zum Facilitator, wie es Prof. Vogel, Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums, ausdrückte, indem Sie Sorge dafür tragen, dass Ihre Sammlungen digital nutzbar werden!  Stellen Sie Ihre digitalisierten Inhalte über Plattformen wie Deutsche Digitale Bibliothek, Europeana oder Wikimedia Commons der Allgemeinheit zur Verfügung, damit sie besser auffindbar sind. Denn viele Ihrer historischen Objekte gehören in die Wissensallmende. Sie sind gemeinfrei. Es liegt an Ihnen, ob Sie durch die Digitalisierung neue Leistungsschutzrechte als Wall zwischen die Digitalisate und ihre Nutzer hochziehen oder ob Sie darauf im Sinne der Nachnutzung verzichten. Verwenden Sie offene Creative-Commons-Lizenzen, die selbst Maschinen eindeutig kommunizieren, zu welchen Konditionen die Inhalte nachnutzbar sind. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die einfache technische Attributierung der Digitalisate als aus Ihrem Haus stammend. Beides, der Transfer in die Portale und die offenen Lizenzen, ermöglichen es, über Softwareschnittstellen Ihre Daten mit anderen Daten frei zu kombinieren und sie in neue Kontexte zu bringen. Beides fügt Ihre Daten in den Kosmos von Big Cultural Heritage Data ein.

Starten Sie klein, aber mit Verve. Lassen Sie sich inspirieren von Projekten, wie sie zum Beispiel im Rahmen von Coding da Vinci, dem Kultur-Hackathon, entwickelt werden. Möglicherweise Geokoordinaten zu den Orten, die in Ihrer Gemäldesammlung dargestellt sind, so dass Sie die Gemäldemotive leichter auf einer Karte in Ihrer Ausstellung abbilden, oder Ihren Besuchern als Stadterkundungsapp mitgeben können. Museumswebseitenbesucher, die mit ihrem Wissen zu einem besseren Verständnis einzelner Objekte beitragen oder ungeahnte Korrekturen liefern. Gewinnen Sie neue Perspektiven auf Ihre Sammlungen und generell mehr Sichtbarkeit für Ihr Haus. Denn was nicht im Netz ist, fällt aus der Welt der Wahrnehmung heraus. Auf jeden Fall gewinnen Sie im Dialog Freunde.

Sie kommen in gute Gesellschaft

In den letzten Jahren haben sich weltweit renommierte Kulturerbeeinrichtungen entschlossen, diesen ersten Schritt zu wagen: The Smithonian Institutions, das Met, Getty, The National Gallery of Art allein in den USA. In Europa das schwedische Nationalmuseum, die dänische Nationalgalerie, das niederländische Reichsmuseum, das Schweizer Bundesarchiv, the British Library, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, [1] die Universitätsbibliothek Heidelberg, das schwedische Amt für Denkmalpflege, das österreichische Bundesdenkmalamt, das Museum für Naturkunde Berlin. Ich zähle hier exemplarisch Institutionen auf, die den Paradigmenwechsel von der Inszenierung zum Dialog als den elementaren Schritt ihrer digitalen Strategie betrachten. Mit den Worten von Berndt Arell, Generaldirektor des schwedischen Nationalmuseums, gesprochen: „[…] these artworks belong to all of us and are there for all of us, regardless of how the images are used. We hope our open collection will inspire creative new use and interpretation of the artworks.“ [2]

In unserer Zeit, in der gewohnte Gewissheiten verblassen, Strukturen komplexer werden und das Individuum sich nicht selten einsam in dem so genannten globalen Dorf fühlt, satteln all diese Institutionen auf einen Trend, der immer wichtiger wird: Bonding. Oder wie der französische Denker Didier Eribon es treffend formuliert “Für die Menschen ist es wichtig, dass sie zählen und Teil von etwas sind.”[3]

Das größte Netz-Projekt der Welt, Wikipedia, verzeichnet als Motive der zehntausenden aktiven Beitragenden: Neben der Befriedigung Teil der Bewegung für das Freie Wissen zu sein und damit sich selbst als einen Knotenpunkt im Netzwerk verorten zu können, ist es die Genugtuung, etwas zu bewirken und etwas gestalten zu können, und dieses Wirken wiederum als bedeutendes Teil des Ganzen zu erfahren, die sie antreibt, ihre Freizeit für das Schreiben von Enzyklopädie-Artikeln zu spenden. Das befriedigende Gefühl, das universale Prinzip Actio und Reactio mindestens in einem Teil der eigenen Welt zu beherrschen, machen sich Facebook und andere Social-Media-Plattformen zunutze. Es lässt immer mehr Menschen sich in deren Netzwerke einreihen. Es bindet sie: Bonding. Dieses Gefühl, verstärkt durch die Vorstellung etwas Sinnvolles und gesellschaftlich Anerkanntes zu tun, funktioniert bei Wikipedia, bei Getty, der British Library, dem Rijksmuseum. Warum nicht auch bei Ihnen? Den ersten Schritt einer wirksamen Digitalstrategie müssen Sie selber tun: Trauen Sie sich Ihre Geschichten zu teilen. Wikimedia Deutschland unterstützt Sie in den Kulturerbeeinrichtungen gern beim zweiten Schritt.

Weitere Blogposts

Markus Speidel : JAHRESTAGUNG DES DEUTSCHEN MUSEUMSBUNDES 2017 IN BERLIN

Fußnoten:

  1. zitiert nachMerete Sanderhoffs /SMK  Vortrag: How starting small can change the museum world, Hamburg 2017
  2. zitiert nach Karin Glasemann (sharing is caring Hamburg 2017)
  3. zitiert nach Der Freitag, Nr 17/2017; S.3

by Barbara Fischer at May 15, 2017 11:32 AM

May 11, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 19/2017

Die Wikimedia:Woche 19/2017 informiert unter anderem über eine neue Publikation zum Thema Digitalpolitik und über die nun veröffentlichten Wahlprüfsteine zur NRW-Landtagswahl. Außerdem wurden die Bilder des Jahres 2016 auf Wikimedia Commons gewählt und neue Filter zur Vandalismusbekämpfung in den Wikimedia-Projekten eingeführt.

Zur Wikimedia:Woche 19/2017 geht es hier.

by Martin Rulsch at May 11, 2017 03:28 PM

May 09, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Reader zu Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung und Politik veröffentlicht

Der Reader gibt eine Überischt über verschiedene Aspekte des Themas. Lizenz: Jürgen Geuter, Hauke Gierow, Ralf Grötker, Joerg Heidrich, Lorena Jaume-Palasí, Matthias Kettemann, Paul Klimpel, Julia Pohle, Martin Schallbruch, Isabel Skierka, Matthias Spielkamp, Cover Digitalpolitik. Eine Einführung, CC BY 3.0

Wer regiert die Welt des Internets? Pünktlich zur re:publica 2017 erscheint eine von Wikimedia Deutschland und iRights.international initiierte Publikation zum Thema Digitalpolitik. Das Internet berührt unser Leben wie kaum eine andere Entwicklung. Aktives Engagement in der globalen und nationalen Netzpolitik ist trotzdem noch keine Selbstverständlichkeit. Zeit, das zu ändern!

Wahlkampf, NSA-Skandal, Datenschutz – heute beinhalten fast alle politischen Themen auch digitale Aspekte. Die Digitalisierung der Gesellschaft bedeutet auch, dass politische und rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene Veränderungen durchlaufen. Gemeinsam mit den weiteren Initiatoren von Digitalpolitik. Eine Einführung wollen wir von Wikimedia Deutschland dazu beitragen, das Wissen über die internationale Netzpolitik zu vertiefen und darauf hinzuwirken, dass sich wieder mehr Menschen aus dem deutschsprachigen Raum in die Prozesse der Internet Governance einbringen.

Die Publikation stellt verständlich und praxisnah dar, welche Bedeutung rechtliche und politische Rahmenbedingungen für unsere digitale Entwicklung einnehmen. Die Herausgeber Lorena Jaume-Palasí, Julia Pohle und Matthias Spielkamp haben eine breite Palette an Beiträgen zu Digitalpolitik und Internet Governance zusammengestellt. Vom Internet der Dinge über Netzneutralität bis hin zu Cybersicherheit decken die Artikel jedoch nicht nur verschiedene Themen- und Politikbereiche ab, sondern zeichnen vor allem auch die jeweilige Akteurslandschaft nach und zeigen so auch Möglichkeiten der Mitgestaltung auf. Dabei wird ganz besonders deutlich, wie wichtig globales Engagement ist. Die Herausforderung internationaler Regulierung des Internets durch gleichberechtigte Multistakeholder-Ansätze und neu entstehende Akteure bietet für die deutsche Digitalpolitik eine Chance. Das weltweite Netz der Netze entwickelt sich nach wie vor rasant weiter und es gilt, diese Entwicklung im Sinne des Freien Wissens und der Teilhabe aller zu gestalten. Die Publikation soll als Leitfaden für diejenigen dienen, die diese Chance zur aktiven Beeinflussung nutzen wollen.

Die Online-Ausgabe des Readers ist auf der Informationsmaterialien-Seite von Wikimedia Deutschland zu finden, die Printversion ist ab 10.05.2017 bei der re:publica und auf Anfrage bei Wikimedia Deutschland erhältlich. Sie möchten ein Exemplar zugesandt bekommen oder haben schon früher Lust, politische Prozesse zu beeinflussen? Über politik@wikimedia.de kann man Kontakt zu uns aufnehmen.
„Digitalpolitik. Eine Einführung“, initiiert von iRights.international und dem Wikimedia Deutschland e.V., mit freundlicher Unterstützung von ICANN, Hrsg.: Lorena Jaume-Palasí, Julia Pohle und Matthias Spielkamp.

by John Weitzmann at May 09, 2017 04:15 PM

May 05, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wissen austauschen bei der “Sharing is Caring Extension” in Hamburg

Logo für die Satelliten-Veranstaltungen der „Sharing is Caring“, nicht freigegeben aber verwendet mit freundlicher Erlaubnis des Statens Museum for Kunst und des MMEx – Museernes Videncenter for Digital Formidling, Dänemark

Mit finanzieller und programmatischer Unterstützung von Wikimedia Deutschland fand am 20. und 21. April in Hamburg die Tagung “Sharing is Caring” statt. Sie richtete sich vor allem an Mitarbeitende öffentlicher Museen und anderer Gedächtnisinstitutionen. Das kulturelle Erbe ist für uns im Zugang häufig auf kleine Ausschnitte limitiert. Digitale Verfügbarkeit auf der ganzen Welt und Nachnutzbarkeit für alle ist eine Chance für Nutzende, Institutionen und vergessen geglaubte Kunstwerke gleichermaßen. Im Rahmen der Tagung hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, in Workshops Erfahrungen rund um Digitalisierung auszutauschen und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Ein Beitrag von Barbara Fischer und Anke Obendiek.

von Sharing is Caring – Hamburg Extension Stella Bandemer/Olivia Stracke (Conference Sharing is Caring – Hamburg Extension) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Vorletzte Woche fand die erste Sharing is Caring Extension in Hamburg statt – und wir waren als Mitveranstalter auch mit aktiven Programmteilen beteiligt. Sharing is Caring ist ein Vernetzungstreffen für Vertreter aus Forschung und Praxis der Kulturwelt, wie Museen, Archive, Bibliotheken, aber auch zivilgesellschaftliche Akteure, IT- und Kreativfirmen und Kulturinteressierte ganz allgemein, die Interesse an verbessertem Zugang zu kulturellem Erbe haben. Unter dem Titel der Tagungsreihe “Sharing is Caring”, bereits 2011 in Kopenhagen ins Leben gerufen, traf man unter dem Motto “Building Connectivity through Cultural Heritage” zum ersten Mal außerhalb von Dänemark zusammen. Wir von Wikimedia Deutschland setzen uns dafür ein, kulturelles Erbe für alle Menschen digital nutzbar zu machen. Obwohl es im Bereich GLAM (Galleries, Libraries, Archives and Museums) schon viele Fortschritte gab, sind die Herausforderungen groß. Daher unterstützen wir Institutionen beim Umdenken und bieten auch aktive Unterstützung bei der (Nach)Nutzbarmachung digitaler Bestände.

Organisiert von Dr. Antje Schmidt vom Hamburgischen Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) und Prof. Gertraud Koch von der Universität Hamburg, begann die Veranstaltung am Donnerstag in den Räumen des MKG. Dort konnten die Teilnehmenden zunächst auf eigene Faust mit der Audiotour-App “Im Sog der Zeit” oder in geführten Rundgängen auf Entdeckungstour gehen. Im Spiegelsaal des MKG wurde die Veranstaltung mit Grußworten unter anderem von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, und der Initiatorin von Sharing is Caring in Kopenhagen, Merete Sanderhoff (Statens Museum for Kunst, Kopenhagen) eröffnet. Alle machten deutlich: Es geht voran, aber der Weg ist noch weit. Fragen nach rechtlichen Hürden müssen ebenso beantwortet werden wie Fragen nach Partizipation und echter Beteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen im Sinne einer cultural citizenship. Das Motto von Mere Sanderhoff “think big, start small, move fast” prägte nicht nur an diesem Abend die Debatte. Im Anschluss folgte der Kurzfilm “The Other Nefertiti”, der die kontroverse Aktion der Künstler Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles zeigte, während derer sie heimlich einen 3D-Scan der berühmten Nofretete-Büste in Berlin anfertigten und die gewonnenen Daten der Öffentlichkeit zur freien Nachnutzung zur Verfügung stellten.

von Sharing is Caring – Hamburg Extension Stella Bandemer/Olivia Stracke (Conference Sharing is Caring – Hamburg Extension) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Den Freitag eröffneten in der Universität Hamburg Keynotes von Prof. Simon Tanner (King’s College, London) und Andrea Wallace (Anwältin und Künstlerin). In Workshops wurden danach ein breite Palette an Themen besprochen: Von konkreten Schritten zur Vorgehensweise über Nachnutzung von kulturellem Erbe bis hin zur Herausforderung von Social Media und zur Frage, wie man überhaupt andere dazu bringt, ihre Meinung zu ändern. Wir waren am Freitag mit Kamera-Ausrüstung vor Ort, um Interviews für die neu entstehende Videoreihe “GLAM on Tape” zu führen. Darin sollen die Pionierinnen und Pioniere aus Gedächtnisinstitutionen erläutern, wie sie ihre verschiedenen Leuchtturmprojekte gegen verschiedenste Widerstände realisieren konnten. Auf diese Weise soll ihr Wissen auch anderen zugänglich gemacht werden, die vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, wenn es darum geht, das kulturelle Erbe zugänglich zu machen. Die Videos der Reihe gibt es demnächst auf Wikimedia Commons, weitere Infos und Links demnächst hier im Blog.

Change your mind!

Großen Zuspruch fand auch in Hamburg das Rollenspiel “©© Change Your Mind” zum Urheberrecht in GLAM-Institutionen. Gemeinsam mit Dr. Ellen Euler von der Deutschen Digitalen Bibliothek haben wir Mitarbeiter aus 15 Einrichtungen eingeladen, sich intensiv und anhand von konkreten Beispielen mit ihren Handlungsoptionen im Feld des Freien Wissens auseinanderzusetzen. Trotz der komplexen Materie wurde deutlich: Freie Lizenzen sind viel öfter anwendbar, als man glaubt. Der wichtigste Schritt erfolgt tatsächlich im eigenen Kopf. Change Your Mind! Dieses Credo galt auch in dem von WMDE angeregten Workshop von Karin Glasemann (schwedisches Nationalmuseum) und Antje Theise (Staatsbibliothek Hamburg). Sie zeigten gemeinsam auf, wie man mit Beharrlichkeit und in der Zusammenarbeit mit Partnern wie Wikimedia in der eigenen Institution Schritt für Schritt die Haltung zu #openGLAM wenden kann.

Was die Konferenz ganz deutlich machte: Viele Ängste, die im Zusammenhang mit openGLAM existieren, werden durch die Erfahrungen von Institutionen, die sich digital geöffnet haben, nicht bestätigt. Im Gegenteil, Kunst wird dann interessant, wenn wir uns mit ihr beschäftigen, wie Merete Sanders richtig bemerkte: Ins Louvre gehen Besucher nicht, obwohl sie das Bildnis der Mona Lisa schon gesehen haben, sondern gerade weil sie es kennen. Das enorme Potenzial und Interesse, das sich aus der Nutzbarkeit von sonst in verschlossenen Räumen lagernden Kunstwerken ergibt, zeigte sich am anschaulichsten am Kleid von Andrea Wallace, das mit Pixeln eines frei verfügbaren Stilllebens aus dem 17. Jahrhundert bedruckt war, wurde aber zum Beispiel auch durch Antje Theises Berichte über die Hilfestellung in der Provenienzforschung durch digitale Zugänglichkeit und Beschreibungen über die Kunstvermittlung mithilfe der Online-Plattform Europeana deutlich. Der freie Zugang zu kulturellem Erbe schafft für viele Menschen erst ein Bewusstsein für dessen Bedeutung. Daher müssen Kulturinstitutionen auch in Zukunft in Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und öffentlichen Stellen daran arbeiten, diesen Zugang für alle zu ermöglichen.

Interessiert?

Mehr Eindrücke aus Hamburg gibt’s über #sharecarex auf Twitter und auf MediumAnmeldungen für die Extension in Brüssel am 20. Juni und das Hauptevent in Aarhus vom 19.-21. November 2017 sind hier möglich. Näher dran und ebenfalls zum Thema Verantwortung für kulturelles Erbe: die Konferenz Zugang gestalten! am 19. & 20. Oktober 2017 in Frankfurt.

by John Weitzmann at May 05, 2017 01:44 PM

May 04, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 18/2017

Neben der Sperrung aller Wikipedia-Sprachversionen in der Türkei und der Ausladung von Jimmy Wales von einer Expo-Veranstaltung in Istanbul, informiert die Wikimedia:Woche 18/2017 unter anderem über zwei neue Benutzergruppen und die Wahlen zum Board of Trustees. Der Fotowettbewerb Wiki Loves Earth ist in den vergangenen Tagen gestartet ebenso wie die Programmeinreichungsphase für die kommende WikiCon.

Zur Wikimedia:Woche 18/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at May 04, 2017 01:31 PM

Wikidata und Comics

Angela Guttner CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

Am 29. April besuchten Jens und Linda für Wikidata eine Veranstaltung des Comic-Kolloquiums im Rahmen der Comic Invasion Berlin. Während sich andere Vortragende dem literaturwissenschaftlichem Blick auf Comics oder Fragen der Übersetzung widmeten, haben wir uns mit digitaler Comic-Forschung befasst und zeigten dafür coole Sachen, die mit Daten zu machen sind.

Zunächst haben wir den M3 Comic-Editor vorgestellt, mit dem man TEI-Annotationen zu gescannten Comics in einer XML-Datei erstellen kann. Dadurch wird es möglich, Comics maschinenlesbar zu machen und digital abzufragen – etwa nach Figurenauftritten, Sprechblaseninhalten oder Layoutelementen.

Wir zeigten außerdem einen Stadtplan von Berlin, auf dem Schauplätze von Berlin-Comics mit Geokoordinaten aus Wikidata verknüpft wurden und  stellten einige Queries zu Comic-Inhalten in Wikidata vor, wie eine Zeitleiste von Mangaka (Manga-Zeichnerinnen und Zeichnern).

Manga und Unterklassen von Manga, sortiert nach der Menge der Wikipedia-Artikel dazu.

Selbst mit den vergleichsweise wenigen Daten, die aktuell noch zu Comics in Wikidata hinterlegt sind (bitte ergänzen!), lassen sich bereits interessante Abfragen starten. So erlaubt der Eintrag des Handlungsortes die Verortung auf einer Stadt- oder Weltkarte. Wie bekannt oder beliebt ein Comic ist, lässt sich zum Beispiel anhand der Menge der Wikipedia-Artikellinks in verschiedenen Sprachen ablesen, hier beispielhaft für Manga und Unterklassen von Manga.

Wikidata bietet also Möglichkeiten für Comic-Fans und die Digital Humanities gleichermaßen. Die Digital Humanities (etwa: „digitale Geisteswissenschaften“), die über computergesteuerte Suchen in Textkorpora neue, digitale Wege eröffnen, sind damit auch ein Bereich, der mit dem Wissen der Welt aus Wikidata verknüpft und angereichert werden kann.

by Jens Ohlig at May 04, 2017 11:08 AM

May 02, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Zwei Jahre als Werkstudentin bei Wikimedia Deutschland e.V.

Julia Schütze hat zwei Jahre als Werkstudentin bei Wikimedia Deutschland gearbeitet. Sie hat viel erlebt und geleistet in ihrer Zeit bei uns und zu ihrer neuen Aufgabe lassen wir sie nur mit einem weinenden und einem lachenden Auge weiterziehen. Wir haben sie gebeten, ein paar Highlights aus ihrer Arbeit für uns zu beschreiben. Hier ist ihr Bericht.

Fünf Highlights von zwei Jahren als Werkstudentin bei WMDE

  1. Die Tierliebe und Memes vom Kollegium
  2. Die Möglichkeit auch als Werkstudentin schon viel Verantwortung zu übernehmen
  3. Die Flexibilität und Unterstützung, die es mir erlaubte auf Arbeit und im Studium erfolgreich zu sein.
  4. Die interdisziplinären Teams und agilen Arbeitsprozesse
  5. Eine Stimme für Freies Wissen zu sein

Vielen Dank für die tolle Zeit.

Die Sache mit den Tieren

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern — eine der letzten Fragen im Bewerbungsgespräch für die Stelle als Werkstudentin für Kommunikation und Events war: “Bist du eher ein Katzen- oder Hunde-Mensch?” Dann wurde noch schnell hinzugefügt: “Oder Ziegen!”

Ich: “??? Katzen?”

Interviewer: “Yay!”

Ich: “OK??? Was?!”

An meinem ersten Tag hab ich es dann verstanden. Die riesige Katzenwand vor meinem Büro sagte alles. Ziegen, so stellte sich heraus, waren die konkurrierenden Lieblingstiere anderer Software-Entwicklerinnen und -Entwickler. Als jemand, der Tieren an sich ziemlich gleichgültig gegenüber steht, werde ich nichtsdestotrotz all die kreativen Memes vermissen, die regelmäßig auf der Kollegiumsliste auftauchten — von all den Tierliebhabern bei WMDE.

Hier ist ein Mem, das Charlie meisterhaft für diesen Anlass erstellt hat:

 

Und an meinem letzten Tag habe ich dann endlich auch eine Katze für die Katzenwand gezeichnet.

Wenn der Schuh zu groß ist, dann trag ihn trotzdem, bis er passt

Von Anfang an war ich gleichberechtigt im Team, auch wenn alle anderen erfahrener waren als ich. Dadurch konnte ich viel einfacher lernen, da ich frei Ideen beitragen, sie diskutieren und Verantwortung für ihre Umsetzung übernehmen konnte.  Dabei habe ich schnell herausgefunden, dass ich als Angestellte besser werde, wenn ich Dinge ausprobiere, die ich vorher noch nie getan habe und Verantwortung für sie übernehme. Wenn ich Anteil an etwas habe, dann sorgte das auch dafür, dass ich besser werde — und wenn etwas nicht klappte, dann dafür, dass ich es das nächste Mal noch besser versuchen konnte. Sei es bei der Organisation von Events wie Ladies That FOSS, bei einer qualitativen Studie über freiwillige Entwicklerinnen und Entwickler oder bei der Verantwortung für politische Ziele. Die Teilnahme an Events wie der FOSDEM in Brüssel, mein Vortrag bei Das ist Netzpolitik!, die Reise zur OpenCon in Washington DC , wo wir mit Senatoren sprachen und schließlich der Open Government Workshop im Bundesinnenministerium waren Highlights während meiner Zeit, bei der ich viele wichtige Akteure in der Bewegung zum Freien Wissen treffen konnte. Diese Erfahrungen und die dafür notwendige Verantwortungen haben mich für die Zukunft vorbereitet.

Arbeit und Studium unter einen Hut bringen

Oft wurde ich gefragt: „Was, du studierst auch noch? Ich dachte, du arbeitest!“

Beides geht zusammen, bedeutet aber auch Engagement auf beiden Seiten. So oft wie möglich habe ich versucht, Themen bei WMDE mit meinem Studium zu verknüpfen, indem ich etwa Kurse zu Open Source Software and Licensing oder dem semantischen Web belegte oder in einem Praktikum am Berkman Klein Center mir Software ansah, die Freies Wissen online organisiert. Die Hälfte meiner Zeit habe ich im Ausland studiert, aber ich konnte remote für WMDE arbeiten, was eine tolle Sache war. Auch die Zeiten konnten flexibel angepasst werden, wenn es an der Uni hoch her ging und ich Prüfungen oder Hausarbeiten hatte, so dass wir Arbeitszeit und Projekt-Deadlines so anpassen konnten, dass nichts kollidierte. In den Ferien arbeitete ich Vollzeit und weniger, wenn ich viel zu tun hatte. Die Flexibilität, die WMDE Studierenden bietet und die Unterstützung bei Interessengebieten sind dafür verantwortlich, dass ich mich bei der Arbeit voll einbringen konnte und gleichzeitig mein Studium gemeistert habe. 

Interdisziplinäre Teams und agile Arbeitsprozesse

Als Gesellschaftswissenschaftlerin in einem Bereich für Software-Entwicklung zu arbeiten, war schon eine besondere Erfahrung. Während ich mich meistens um die Kommunikation kümmerte, lernte ich auch einiges über Software, wie Wikidata funktioniert und die Community, die dahintersteht. Um Öffentlichkeitsarbeit zu machen und letztendlich Implikationen politischer Themen wie der Datenbankdirektive der EU  auf Wikidata und seine Community einschätzen zu können, war das absolut notwendig. Die agilen Arbeitsprozesse der Entwicklerinnen und Entwickler färbten auf uns ab. Wir führten bei uns in der Kommunikation  SCRUM mit Sprints, To-Dos und Reviews ein, und benutzten Phabricator, ein Aufgabenverwaltungstool für die Software-Entwicklung. Meine Arbeit wurde dadurch flexibler und effizienter. Schlußendlich war ich aber auch froh, als ich mich im letzten Vierteljahr mehr um politische Themen kümmern konnte und das technische Wissen, das ich erlernt hatte, als solides Fundament bei den Gesprächen mit Politikerinnen und Politikern nutzen konnte.

Eine Stimme für das Freie Wissen

File:Julia Schuetze Ilovefs.JPGIn meinen letzten Monaten wechselte ich als Werkstudentin in den Bereich Politik und Recht. Hier konnte ich eng mit Dimi, unserem Mann in Brüssel und John, dem Referenten für Politik und Recht zusammenarbeiten und dadurch Einblicke gewinnen, wie Gesetzesvorlagen in Brüssel entstehen und wir darauf Einfluss nehmen können. Ich konnte auch mit Politikerinnen und Politikern und anderen Akteuren über offene Lizenzen für Daten sprechen und wie Wikidata davon betroffen ist. Das tollste Gefühl ist es natürlich, wenn diese Art von Advocacy Früchte trägt und Akteure zum Umdenken bringt. Dann sind wir einen Schritt weiter zu mehr Freiem Wissen in der Welt. :)

 

by Jens Ohlig at May 02, 2017 02:35 PM

Open Everything – Der 15. Wikimedia-Salon „Das ABC des Freien Wissens“

Moderiert wurde der Abend von Michelle Thorne (Mozilla Foundation), die auch 2008 schon bei „Open Everything“ dabei war. Bild: Denis Schroeder (WMDE), Michelle Thorne at Wikimedia Salon Open Everything 2, CC BY-SA 4.0.

„Open“ ist heute in vielen Bereichen ein wichtiges Thema. Inhalte, die anderen Menschen frei zur Verfügung gestellt werden, damit sie kreativ für verschiedene Zwecke genutzt werden können, sind nicht nur Gegenstand theoretischer Debatten, sondern werden schon in unterschiedlichen Zusammenhängen praktisch genutzt. Ziel des Wikimedia-Salons „Das ABC des Freien Wissens“ am 6. April 2017 war es zu zeigen, dass „Open Everything“ schon heute viel mehr ist, als nur eine abstrakte Idee.

Bereits 2008 hatte die Diskursgestalterin Christine Kolbe gemeinsam mit der Kulturproduzentin Andrea Goetzke und anderen aus dem Umfeld des Newthinking Store eine Reihe von Veranstaltungen in Berlin initiiert, die Teil einer globalen Diskursinitiative mit dem Titel „Open Everything“ waren. [1] Im Zentrum stand die Frage, was hinter dem Schlagwort „open“ steckt, mit dem sich viele Initiativen  bezeichnen.

Angelangt beim Buchstaben O nutzten wir mit der 15. Ausgabe des Wikimedia-Salons die Gelegenheit, nach fast zehn Jahren zurückzublicken und zu resümieren, was sich in der Zwischenzeit getan hat. Eingeladen waren dazu Aktivistinnen und Aktivisten verschiedener Open-Initiativen – von Open Source Software über Open Data bis zu Open Science. In kurzen Vorträgen, die auf der Webseite des Wikimedia-Salons als Video zur Verfügung stehen, gaben die Gäste Einblicke in die Entwicklung einzelner Initiativen und Projekte, in Erfolge und Misserfolge der vergangenen Zeit. Zu den Gästen gehörte auch Christine Kolbe, die zunächst einmal feststellen musste: „Klar ist das auch ein bisschen Klassentreffen hier, aber es sind auch immer viele neue Leute da. Und die Initiativen wachsen und professionalisieren sich in vielen, vielen Bereichen.“

 

O wie Open

Was „open“ bedeutet, an dieser Definition hat die Open Knowledge Foundation (OKF) gearbeitet: „Wissen ist offen, wenn jedeR darauf frei zugreifen, es nutzen, verändern und teilen kann – eingeschränkt höchstens durch Maßnahmen, die Ursprung und Offenheit des Wissens bewahren.“ Stefan Wehrmeyer, Vorstand der OKF, präsentierte gemeinsam mit dem Entwickler Thomas Tursics einige Projekte des OK Lab Berlin. Dort arbeiten etwa 30 an Open Data Interessierte an nützlichen Anwendungen basierend auf offenen Daten rund um Themen wie Altglascontainer, Badestellen und Wochenmärkte oder Feinstaub, Stadtgrün und Trinkwasser. Inzwischen gibt es in Deutschland ein Netzwerk von 25 dieser lokalen Gruppen mit 300 Freiwilligen, die sich dafür engagieren, neue Möglichkeiten und Chancen in Bereichen wie Bürgerservice, Partizipation und staatlicher Transparenz aufzuzeigen und die Öffnung staatlicher Daten weiter voranzutreiben.

 

 

Offene Wissenschaft

Das Ziel von Open Sciene ist für Claudia Müller-Birn, wissenschaftliche Ergebnisse einer größeren Zahl an Menschen einfacher zugänglich zu machen. Das umfasst nicht nur Ergebnisse und Publikationen, sondern es geht darum, alle Bestandteile des wissenschaftlichen Prozesses wie Forschungsdaten und Methoden über das Internet offen zugänglich und nachnutzbar zu machen. Zur Veranschaulichung nutzte die Professorin für Informatik an der Freien Universität Berlin in ihrem Vortrag den Open Science Monitor der EU-Kommission. Aus ihrer Sicht geht es bei Open Science darüber hinaus darum, der Gesellschaft verständlich zu machen, womit sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an Hochschulen eigentlich beschäftigen.

Was sie beim Thema Open Science beobachtet, ist, dass sich zwar viele Einzelne sehr stark für das Thema engagieren, die Unterstützung aus den Institutionen jedoch bislang fehlt. Dass sie trotzdem zuversichtlich auf die weitere Entwicklung hin zu mehr Offenheit im Wissenschaftssystem schaut, hat unter anderem mit ihrer Erfahrung als Mentorin des Fellow-Programms Freies Wissen im letzten halben Jahr zu tun.

„Das war ganz großartig für mich zu sehen, was da für Nachwuchs kommt. Da kommen ganz großartige junge Wissenschaftler, ganz engagiert für das Thema Open Science, die – wie ich finde – auch mit sehr guten Ergebnissen zeigen konnten, was möglich ist.“

 

Wikipedia-Globus als 3D-Druck. Bild: Lane Hartwell, Wikipedia mini globe, CC BY-SA 3.0

Hacker + Hardware = Maker

Was möglich ist, wenn man einfach selbst den Schraubenzieher in die Hand nimmt, erzählte Philip Steffan, Community Manager der Maker Faire Berlin. Bei diesem Festival kommen viele Menschen zusammen, die ein Interesse am Frickeln und Basteln teilen. Als Maker werden alle verstanden, die mit den eigenen Händen und Werkzeugen jeglicher Art kreativ oder produktiv tätig sind – von Handarbeit über Kunst und Handwerk bis zu Experiment und Technik. Der Open-Hardware-Kenner Philip Steffan ist insbesondere davon fasziniert, „mit Code nicht nur etwas am Computer zu machen, sondern auch etwas, was ich dann in der Hand halten kann.“ So interessierte er sich schon früh für die Entwicklung von 3D-Druckern, mit denen sich verschiedene Objekte oder auch Ersatzteile für Geräte herstellen lassen. Mit diesen Druckern verbinden Teile der Maker-Bewegung große Hoffnungen einer Demokratisierung von Produktionsmitteln, die Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend verändern könnte. Die Zahl der Maker-Veranstaltungen wächst in der jüngeren Vergangenheit immer stärker, neue Makerspaces, Hackerspaces oder FabLabs entstehen.

 

Open Education

Sebastian Seitz ist in den Open-Source-Communitys zuhause. Sein Lieblingsthema ist der Einsatz solcher Software mit offengelegtem Quelltext in der Schule. Dabei war für den Projektmanager der Technologiestiftung anfangs die Beobachtung zentral, dass das Selbstverständnis der Open-Source-Communitys im Grunde dem gleicht, „das wir heute von einer guten und modernen Schule und von gutem Unterricht haben: Wir teilen Wissen, es geht um Demokratie, es geht um Partizipation, es geht um Mitbestimmung.“ Doch bei seinen Versuchen, Menschen aus beiden Feldern zusammenzubringen, musste er feststellen, dass sich zwar die Open-Source-Community ziemlich stark für das Thema Schule interessiert, umgekehrt die Schul-Community jedoch noch nicht für das Thema Open Source.

Martin Riemer arbeitet als Medienpädagoge an Schulen und versucht dort, das Thema Open im Bereich der Lehr- und Lernmaterialien zu befördern. „Viele Lehrer und Erzieher in Berlin und Brandenburg stellen seit Jahren selbst erstelltes Lehrmaterial her, sie geben es aber nicht her, höchstens mal im Kollegium, mal so unter sich. Es gibt also eine Open-Parallelwelt zu diesem Thema, die sich aber selber niemals so nennen würde.“ In Abwandlung des Begriffs OER (Open Educational Resources = freie Bildungsmaterialien) spricht Martin Riemer darum in seinem Live-Hörspiel von Orphan Educational Resources.

Glücklicherweise teilen nicht alle Lehr- und Lernmaterialien das Schicksal, ihr Dasein quasi verwaist in dunklen Schubladen und auf Festplatten fristen zu müssen. In den letzten Jahren sind viele OER-Initiativen und Projekte entstanden, die Materialien im Sinne der UNESCO-Definition nutzen, erstellen und teilen. Diese versteht OER als „Lehr-, Lern- und Forschungsressourcen in Form jeden Mediums, digital oder anderweitig, die gemeinfrei sind oder unter einer offenen Lizenz veröffentlicht wurden, welche den kostenlosen Zugang, sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch Andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen erlaubt.“

 

 

Lizenzierung

Alle Open-Themen berühren früher oder später lizenzrechtliche Fragen. Einer, der damit im Besonderen zu tun hat, ist der Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht Ansgar Koreng. Er beschäftigt sich sowohl beruflich als auch als leidenschaftlicher Fotograf für die Wikimedia Commons mit dem Missbrauch offen lizenzierter Bilder. Gegenwärtig beobachtet er immer wieder Fälle, in denen Fotografen ihre Bilder auf Flickr oder Wikimedia Commons einstellen und dann all jene abmahnen, die bei der Nutzung im Lizenzhinweis vielleicht auch nur einen Buchstaben falsch geschrieben haben.

Für Ansgar Koreng ist es in manchen Fällen schwierig zu beurteilen, wann es sich um „gutes licence enforcement“ und wann um „böse Geldmacherei“ handelt. „Was ich mir wünschen würde, ist, dass man in der Community ein bisschen ethische Standards herausarbeitet, unter welchen Bedingungen man auch mal vor Gericht geht wegen einer Lizenzverletzung, unter welchen Bedingungen man es aber vielleicht auch eher lässt, weil es natürlich auch dem Gedanken der freien Lizenzen schaden kann, wenn Leute davor zurückschrecken sie zu nutzen, weil sie sehen, da wird man ständig für verklagt, wenn man das macht. Das kann natürlich auch nicht sein.“

Nicht nur an diesem Beispiel wird deutlich, dass die Open-Bewegungen davon leben, dass sich viele an ihnen beteiligen. Der gut besuchte Wikimedia-Salon zum Thema „Open Everything“ hat Mut gemacht, dass das weiterhin der Fall ist.

 

[1] Homepage, Ankündigung, Veranstaltungsbericht (Teil 1/Teil 2) von „Open Everything“ im Jahr 2008

by Dominik Scholl at May 02, 2017 12:44 PM

April 30, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia Foundation fordert Türkische Behörden auf, den Zugang zu Wikipedia wiederherzustellen

In einem Statement fordert die Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation, Katherine Maher, dass die Sperrung der Wikipedia für Menschen in der Türkei aufgehoben wird. Hier das Statement in deutscher Übersetzung. Im Namen von Wikimedia Deutschland schließe ich mich der Forderung der Wikimedia Foundation mit Nachdruck an.

Abraham Taherivand
Geschäftsführender Vorstand, Wikimedia Deutschland

 

Statement in deutscher Übersetzung:

“Am Samstag, den 29. April, musste die Wikimedia Foundation zur Kenntnis nehmen, dass die Internetregulierungsbehörde der Türkei (ICTA) den Zugriff auf alle Sprachversionen der Wikipedia hat sperren lassen. Wikipedia ist eine weltweite Quelle neutraler und verlässlicher Informationen, in hunderten Sprachen. Sollte sie fortbestehen, würde diese Sperrung für Millionen Menschen in der Türkei dazu führen, dass sie den Zugang zu Freiem Wissen über ihr Land und die Welt um sie herum verlieren würden. Wir glauben, dass Wissen ein grundsätzliches Menschenrecht ist, und wir fordern die türkische Regierung auf, diese Sperrung aufzuheben.

Mit großem Engagement schreibt und pflegt eine Community von Freiwilligen die mehr als 40 Millionen Artikel der Wikipedia. Diese weltweite Community hat eine kraftvolle Vision: eine Welt, in der das gesamte Wissen der Menschheit Jedem frei zugänglich ist. Wikipedia stellt eine tiefe Quelle an Wissen über ein weites Feld an Themen dar, von Geschichte über Medizin bis zu Technologie. Die knapp 300.000 Artikel in der türkischsprachigen Wikipedia liefern Millionen Menschen ebenso Wissen über die Geschichte der Türkei, ihre Kultur und Geografie – geschrieben für Menschen, die Türkisch sprechen, von Menschen, die Türkisch sprechen.

Informationsfreiheit ist ein Fundament für Freies Wissen. Wikipedia ist für viele Menschen die am besten zugängliche Quelle verlässlicher, neutraler Informationen in ihrer Sprache. Sie mag Inhalte enthalten, die einige Leserinnen und Leser fragwürdig oder beleidigend finden, aber dies allein sollte niemals die Grundlage dafür sein, Inhalte zu entfernen. Wir glauben, dass jeder Mensch auf der ganzen Welt das Grundrecht hat, ohne Angst vor Folgen Wissen zu teilen und darauf zugreifen zu können. Wir verwahren uns gegen Zensur oder Drohungen, die zur Selbstzensur führen.

Die Sperrung erfolgte kurz nach einer Nachricht der ICTA vom Freitag, 28. April, in der eine URL-basierte Sperrung in der Türkei für eine Reihe von Artikeln in englischer wie türkischer Sprache gefordert wurde.

Eine Reihe von Aussagen, die in der Presse den türkischen Behörden zugeschrieben werden, haben mutgemaßt, dass Wikipedia-Aktive Teil einer “Hetzkampagne” wären oder Inhalte erstellt hätten, die “Terrorismus unterstützen”. Jegliche Andeutung, die das freie Teilen enzyklopädischer Artikel, die von einer weltweiten Community aus Freiwilligen geschrieben werden, als Unterstützung einer gewalt- oder hasserfüllten Agenda falsch auslegt, besorgt uns tief. Wir glauben, dass ein Missverständnis vorliegt. Der Zweck der Wikipedia ist es, enzyklopädische Informationen mit der Welt zu teilen. Bei der Wikimedia Foundation verurteilen wir Terrorismus und lehnen ihn ab, unmissverständlich.

Die Wikimedia Foundation fordert die türkische Regierung auf, den vollen Wikipedia-Zugang für das türkische Volk wiederherzustellen und ihnen zu ermöglichen, wieder an der größten freien Wissensquelle der Welt teilzuhaben. Wir prüfen derzeit angemessene Wege, auf denen diese Entscheidung vor türkischen Gerichten angefochten werden kann. Wir laden alle, die dies lesen ein, in unsere Forderung an die türkische Regierung miteinzustimmen, die Rechte ihrer Bürgerinnen und Bürger zu respektieren und Wikipedia zu entsperren (Hashtag #UnblockWikipedia).

Die Wikimedia Foundation bestimmt nicht über die Richtlinien, innerhalb derer Inhalte in den Wikimedia-Projekten erstellt werden. Wir respektieren und unterstützen die redaktionellen Entscheidungen, die durch die Community der aktiven Wikipedia-Beitragenden auf der ganzen Welt getroffen werden, auch diejenigen der türkischsprachigen Wikipedia-Community.

Katherine Maher, Executive Director
Wikimedia Foundation“

by Abraham Taherivand at April 30, 2017 05:04 PM

April 27, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 17/2017

In der Wikimedia:Woche 17/2017 geht es unter anderem um die folgenden Themen: Einem weiteren Wikimedia-Chapter wurde sein Status aberkannt und auf dem südamerikanischen Kontinent eine neue User Group anerkannt. Wikimedia Schweden und die UNESCO organisieren gemeinsam einen Schreibwettbewerb und Jimmy Wales gründete ein neues Projekt um „Fake News“ zu bekämpfen.

Zur Wikimedia:Woche 17/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 27, 2017 01:35 PM

Mit den Wikimedia-Projekten kommst du überall hin, aber wohin soll Wikimedia gehen?

Dies ist eine Übersetzung des englischsprachigen Blogbeitrags von Katherine Maher, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation. Das Original findest du im Wikimedia-Movement-Blog.

Die Wikimedia-Bewegung baut derzeit die Brücken für unsere Zukunft. Wir hoffen, dass Du uns dabei hilfst.
Foto von Thomas Wolfvia Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wikipedia begann als eine einfache Idee: eine Online-Enzyklopädie, die für jede und jeden offen und frei zugänglich ist. Ohne einen konkreten Plan zu haben, wuchsen wir zu einem Netzwerk von Menschen, Aktivitäten und Organisationen zusammen. Diese ganz einfach Idee – dass jede und jeder in der Lage sein sollte, sich frei am Wissen der Welt zu beteiligen – erwies sich als eine Idee mit großer Anziehungskraft, die brillante Köpfe und Institutionen bis heute in ihren Bann zieht. Mittlerweile ist eine ganze Bewegung um uns herum entstanden.

Heute gehören die Wikimedia-Projekte zu den bekanntesten und beliebtesten Webseiten der Welt – sie sind die größte kollaborative Wissensressource in der Menschheitsgeschichte. Hunderte Millionen von Menschen besuchen die Wikimedia-Projekte jeden Monat. Unsere globale Bewegung umfasst Millionen von freiwilligen Beitragenden, mehr als 100 Mitgliedsorganisationen, Millionen von Spendenden und Tausende von Partnerinstitutionen auf der ganzen Welt.

Wir glauben, dass unsere Mission so wichtig ist wie eh und je, weil wir finden, dass Freies Wissen wichtiger ist als jemals zuvor.

Heute können die Wikimedia-Projekte dich fast überall hinbringen – aber wohin bewegt sich die Wikimedia-Bewegung selbst? Wie werden Projekte wie Wikipedia sich in den nächsten 15 Jahren verändern? Was wollen wir gemeinsam erreichen? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Wikimedia-Bewegung „Wikimedia 2030“ ins Leben gerufen: einen globalen Dialogprozess, um die zukünftige Rolle von Wikimedia in der Welt zu definieren. Unser Ziel ist es, als Bewegung zusammen zu kommen – als Community, Organisation, Lesende, Spendende, Partner – und eine strategische Ausrichtung zu definieren, die unsere Arbeit in den nächsten 15 Jahren leiten wird.

Alle, die Wikipedia und die anderen Wikimedia-Projekte wertschätzen, sind eingeladen, teilzunehmen. Am Ende des Beitrages findest du Links auf verschieden Möglichkeiten der Beteiligung.

Wikimedia gehört uns allen. Wir alle haben einen Anspruch auf die Zukunft von Wikimedia.

Wikimedia ist in den letzten 16 Jahren enorm gewachsen. Dieses Wachstum war möglich, weil Wikimedia offen ist: jede und jeder kann teilnehmen. Aus diesem Grund gehört Wikipedia uns allen.

Sehr viele Menschen auf der Welt verlassen sich mittlerweile auf den freien Zugang zu neutralen, zuverlässigen Informationen in den Wikimedia-Projekten. Wir als Bewegung haben die Verantwortung, diesen Zugang zu erhalten und ihn zu schützen. Wir haben auch die Verantwortung, auf die Veränderungen in der Welt zu reagieren und kommenden Generationen überall auf der Welt zu ermöglichen, von Freiem Wissen zu profitieren.

Jeden Monat greifen Menschen über mehr als eine Milliarde Geräte auf die Wikimedia-Projekte zu, aber wir wissen, dass wir nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung bedienen. Unsere Projekte sind in Hunderten von Sprachen verfügbar, aber die Mehrheit unserer Inhalte konzentriert sich auf einige wenige. Millionen von Menschen haben Zugang zum Internet, aber Milliarden werden erst noch online gehen. Das Internet ist viel umfangreicher geworden, aber es ist auch kommerzieller. Wir haben mehr Informationsquellen, aber weniger gemeinsame Wahrheiten.

Das sind Herausforderungen und Chancen, und unsere Vision fordert uns auf, uns ihnen zu stellen. Wir glauben an eine Welt, in der jeder einzelne Mensch an der Gesamtheit allen Wissens teilhaben kann. In den nächsten 15 Jahren wollen wir dieser Vision näher kommen, indem wir uns als eine Bewegung mit einer gemeinsamen Ausrichtung aufstellen.

Den Weg unserer Bewegung entwerfen

Bewegungen arbeiten zusammen, planen zusammen und richten sich an zentralen Werten aus. Das tun wir auch. Bewegungen haben signifikanten Einfluss auf sozialen Wandel. Und für viele Leute ist es das, was wir auch machen. Wir gestalten den Wandel hin zu größerer Offenheit, größerem Austausch, einem reichhaltigerem Gemeingut, mehr Wissen für mehr Menschen. Im besten Fall nutzen Bewegungen ihre Stärken und engagieren sich direkt mit ihren Schwächen.

#Wikimedia2030 ist so gestaltet, dass wir viele Stimmen von jedem Teil der Erde hören möchten, egal ob du bearbeitest, liest, bei einer Wikimedia-Organisation tätig bist, spendest oder Partner bist. Deswegen nutzt der Prozess eine Vielzahl von Kanälen, einschließlich On-Wiki-Diskussionen, Live-Veranstaltungen, einzelne Interviews, qualitative und quantitative Forschung und vieles mehr. Wir hoffen, dass alle, die interessiert sind, sich auf ihre eigene Weise engagieren und für sich etwas aus dem Prozess mitnehmen können.

Mit dem Prozess selber verfolgen wir fünf Ziele. Die Wikimedia Foundation definiert die Ziele des Strategieprozesses wie folgt:

  • Identifizieren einer gemeinsamen Ausrichtung, die uns als Movement für die nächsten 15 Jahre verbindet und inspiriert.
  • Aufbau von Vertrauen, Wohlwollen und Harmonisierung innerhalb unseres Movements. Beteiligung an einem legitimen, transparenten, offenen Prozess, der auf einer Verteilung von Macht basiert statt auf Hierarchie.
  • Ein besseres Verständnis der Menschen und Institutionen erlangen, die unser Movement bilden und derjenigen, die wir bisher noch nicht erreichen sowie ihrer sich ändernden Bedürfnisse über die nächsten 15 Jahre.
  • Ein gemeinsames Verständnis davon erlangen, was es bedeutet, eine Bewegung (Movement) zu sein, wie Externe sich daran beteiligen können und worauf es ankommt, um die Wirkung unserer Bewegung zu vergrößern.
  • Aufbau von neuen Beziehungen, um unser Movement und zukünftige Partnerschaften zu erweitern und zu bereichern.

Über das ganze Jahr werden wir über unsere Vision für die Zukunft diskutieren. Wir werden Forschung über die aktuelle und potenzielle Zukunft für Freies Wissen auf der ganzen Welt durchführen. Wir befragen freiwillige Mitwirkende, Angehörige von Movement-Organisationen, Lesende, Spendende, Institutionen und Fachleute, die an Freiem Wissen beteiligt sind. Wir werden unsere Annahmen hinterfragen und voneinander lernen. So wie in der Wikipedia werden wir unseren Weg durch offenen Dialog, faktenbasierte Informationen und Iteration entwerfen.

Für die diesjährige Wikimania, die im August 2017 in Montreal stattfindet, ist es unser Ziel, einen Konsens über eine Reihe von Themen zu haben, die in einer strategischen Ausrichtung für unsere Zukunft gipfeln. Diese Ausrichtung liegt dann der nachfolgenden Diskussion darüber, wie wir zusammenarbeiten wollen, zugrunde.

Die Beteiligung von Menschen in Hunderten von Sprachen und Orten ist ein riesiges Unterfangen.

Einen Konsens zu finden über eine langfristige strategische Ausrichtung für eine globale Bewegung, die einige der weltweit beliebtesten Websites unterstützt, ist kein kleines Unterfangen. In diesem Sinne hat unsere Bewegung Zeit, Ressourcen und Energie in den Aufbau eines Prozesses gesteckt, der entlang unserer einzigartigen Bedürfnisse aufgesetzt wurde. Wir haben den Entwurf für den Prozess im Juli 2016 begonnen, nachdem das Board of Trustees der Wikimedia Foundation die Geschäftsführung der Organisation beauftragt hatte, einen Plan zur Gestaltung einer Diskussion über die Zukunft von Wikimedia zu entwickeln.

Wir haben ein Strategie-Kernteam zusammengestellt, um den Gesamtprozess zu begleiten und alle Gruppen zu beteiligen und zu engagieren. Teil dieses Kernteam ist auch williamsworks, ein Strategieberatungsunternehmen mit mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Nonprofits, Firmen und Philanthropen auf der ganzen Welt. Darüber hinaus gehören Wikimedianerinnen und Wikimedianer, Wikimedia-Organisations und -Foundation-Mitarbeitende, jeweils mit Verantwortung für verschiedene Stakeholdergruppen. Wir haben die Strategieprozesse aus anderen Bewegungen erforscht, die vergangenen Strategieprozesse von Wikimedia aufgearbeitet und in Absprache mit Angehörigen der Wikimedia-Bewegung gearbeitet, um diesen Prozess zu entwerfen.

Der Prozess für die Gestaltung der Konversationen wurde in Zusammenarbeit mit einem sog. „Community Process Steering Committee“ entworfen, das aus Wikimedian-Angehörigen aus zehn Ländern besteht, die umfassende Erfahrung mit Wikimedia haben. Mit diesem Komitee haben wir einen Konzept entworfen, das Stimmen aus der gesamten Bewegung umfasst und in drei Zyklen abläuft: (1) die Zukunft der Bewegung diskutieren und Themen generieren, (2) die 5 wichtigsten thematische Cluster identifizieren und ihre Bedeutung verstehen, und (3) die 3-5 wichtigsten thematischen Cluster auf eine zusammenhängende Ausrichtung hin verfeinern und ihre Implikationen erforschen.

Um diese Movement-weite Diskussion durchzuführen, organisieren wir unsere Konversationen über vier „Tracks“ (Stränge), die den speziellen Bedürfnissen der verschiedenen Zielgruppen gerecht werden. Diese zielgruppen-spezifischen Stränge umfassen:

  • Organisierte Gruppen – Wikimedia-Organisationen (Affiliates; z. B. Wikimedia-Chapter wie Wikimedia Deutschland), Funds Dissemination Committee, Affiliations Committee, WMF Board of Trustees, Angestellte bei Foundation und Affiliates, und weitere organisierte oder halb-organisierte Gruppen, die das Movement unterstützen.
  • Individuelle Mitwirkende an den Wikimedia-Projekten wie Autorinnen, Administratoren, freiwillige Entwicklerinnen oder Fotografen in den verschiedenen Sprachversionen und Wikimedia-Projekten.
  • Regionen mit hoher Aufmerksamkeit für Wikimedia – Aktuelle und zukünftige Lesende unserer Projekte sowie bestehende und potentielle Partner in Ländern oder Sprachen, in denen wir bekannt sind (und eine hohe Reichweite hinsichtlich Aufmerksamkeit und Benutzung haben), wie zum Beispiel Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Russland und USA.
  • Regionen mit niedriger Aufmerksamkeit für Wikimedia – Aktuelle und zukünftige Lesende und institutionelle Partner in Regionen mit niedriger Aufmerksamkeit, darunter Länder wie Nigeria, Indien, Ägypten, Indonesien, Mexiko und Brasilien

Karte des Wikimedia-Strategieprozesses
erstellt von Blanca Flores, übersetzt von Gereon Kalkuhl/Nicole Ebber, angepasst von Saint Johann, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

 

Unsere nächsten Schritte

Die Arbeit an der Wikimedia-Strategie bis 2030 hat bereits begonnen. Wir sind mit Gesprächen mit Community-Mitgliedern und Wikimedia-Organisationen gestartet. Die Konversationen aus Zyklus 1 haben auf der ganzen Welt stattgefunden und sind auf Meta-Wiki dokumentiert. Auf Dutzenden von Projektwikis und in vielen Offline-Gesprächen haben wir gefragt: „Was wollen wir in den nächsten 15 Jahren zusammen aufbauen oder erreichen?“

Community-Mitglieder aus der gesamten Wikimedia-Bewegung sind bereits engagiert am Prozess beteiligt. Zur Zeit sind fast 20 Strategie-Koordinatoren mit lokalen Freiwilligen in mehrsprachigen Diskussionen auf der ganzen Welt verbunden, und mehr als die Hälfte der Wikimedia-Organisationen sind in Community-Diskussionen aktiv. Viele dieser Einzelpersonen und Gruppen kamen Ende März auf der Wikimedia Conference in Berlin zusammen, um die strategischen Fragen des Movements zu diskutieren und mögliche strategische Ausrichtungen zu erörtern.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir ähnliche Gespräche mit Leserinnen und Lesern, Spendenden und Partnerorganisationen führen, beispielsweise durch Veranstaltungen, Forschung und Interviews. Unser Ziel ist es, die wichtigsten Veränderungen und Motivationen zu verstehen, die für viele Stakeholder unserer Bewegung relevant sind, von aufstrebenden Technologieplattformen bis hin zu wechselnden Mediengebrauchsgewohnheiten. Wir werden Fachleute einbeziehen, die die Zukunft des globalen Wissens, der Bildung, der Technik und des Aufbaus von Communities im Auge behalten. Wir werden von Lesenden auf der ganzen Welt über ihre Beziehung zu den Wikimedia-Projekten lernen und herausfinden, was sie in Zukunft sehen möchten. Die Informationen, die wir sammeln, werden in die Community-Konversationen und den Syntheseprozess einbezogen. Wie immer und entsprechend dem wahren Wikimedia-Geist werden wir alles, was wir lernen, öffentlich teilen.

Wir veröffentlichen regelmäßige Updates und zeigen Wege auf, sich zu engagieren.

Wie kannst du dich engagieren?

In den kommenden Monaten werden wir weiterhin viele Wege der Beteiligung aufzeigen, von Social Media bis hin zu Online-Diskussionen. Du hast bei der Zukunft von Wikimedia ein Wörtchen mitzureden, und wir wollen es hören! Hier sind einige Möglichkeiten, sich jetzt zu beteiligen:

Trägst du zu den Wikimedia-Projekten bei, z. B. als Autor oder Autorin, Entwicklerin oder Entwickler, oder forschst du zu Wikimedia?

Bist du Teil einer organisierten Gruppe, die sich aktiv für Wikimedia engagiert, wie ein Chapter, einer Wikimedia-User Group oder ein Komitee?

Liest du Wikipedia oder verwendest eines der anderen Wikimedia-Projekte wie Wikimedia Commons, Wikidata, Wiktionary, Wikisource oder Wikivoyage?

  • In den kommenden Monaten werden wir Wikimedia-Lesende über unsere Social Media-Kanäle auf Facebook und Twitter einbinden. Wir werden Fragen über die Zukunft von Wikimedia stellen und einen Essay-Wettbewerb starten, und die Vorstellung ergründen, was Wikimedia im Jahr 2030 sein wird.
  • Erfahre mehr über unsere Pläne, Lesende anzusprechen und Forschung in Regionen mit höherer und niedrigerer Aufmerksamkeit on-wiki zu führen.

Gehörst du einer Institution an, die ein Wikimedia-Partner ist oder an der Zukunft der Wikimedia-Bewegung Interesse hat?

  • Wir sprechen mit Partnerinstitutionen und halten in den kommenden Monaten Interviews und Veranstaltungen ab.
  • Wenn du aus einer Partnerinstitution kommst und sicherstellen möchtest, dass wir mit dir sprechen, schreibe uns an wikimediastrategy@wikimedia.org.

Danke, dass ihr uns auf dem Weg in die Zukunft unterstützt, in der jeder einzelne Mensch freien Zugang zu der Summe allen Wissens hat.

Ich bin mir sicher, dass dies der Beginn vieler essentieller Gespräche ist. Ich freue mich auf deine Beteiligung und bedanke mich im Voraus für dein Engagement.

Katherine Maher, Geschäftsführerin, Wikimedia Foundation

Dies ist eine Übersetzung des englischsprachigen Blogbeitrags von Katherine Maher, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation. Das Original findest du im Wikimedia-Movement-Blog.

by Nicole Ebber at April 27, 2017 09:40 AM

April 20, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 16/2017

In der Wikimedia:Woche 16/2017 sind der internationale GLAM-Bericht für den Monat März und das neue „Wikimedia Public Policy Digest“ zu finden. Außerdem geht es um eine Petition für besseres Urheberrecht im Bildungsbereich und die Unterstützung der „Initiative for Open Citations“. Benutzer:Gnom berichtete über die Wikimedia Conference, und das Präsidium von Wikimedia Deutschland veröffentlichte das Protokoll seiner 5. Telefonkonferenz.

Zur Wikimedia:Woche 16/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 20, 2017 01:57 PM

April 13, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 15/2017

In der Wikimedia:Woche 15/2017 geht es unter anderem um einen Vorstandswechsel bei Wikimedia CH, den Start der Frühjahrskampagne zur Gewinnung von Neuautorinnen und Autoren in der Wikipedia und die Kritik der Allianz für Meinungsfreiheit am Netzwerkdurchsetzungsgesetz der Bundesregierung, an der sich auch Wikimedia Deutschland beteiligte. Außerdem gibt es ein Update über den Verlauf der Nachhaltigkeitsinitiative zum Betrieb der Wikipedia-Server mit Ökostrom.

Zur Wikimedia:Woche 15/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 13, 2017 02:18 PM

Petition für besseres Urheberrecht im Bildungsbereich gestartet

Im Bildungsbereich setzen wir uns bei Wikimedia Deutschland dafür ein, dass über freie Lehr- und Lernmaterialien Teilhabe und Mitarbeit für jeden gewährleistet sind. Doch die aktuell geplanten Änderungen des europäischen Urheberrechts gefährden den Zugang zu Freiem Wissen in Bildungsinstitutionen. Auf rightcopyright.eu ist daher jetzt eine Petition gegen Einschränkungen in der Bildungspolitik gestartet. Ein Beitrag von Anke Obendiek.

COMMUNIA, eine internationale Vereinigung zur Förderung der digitalen Public Domain, hat am 29. März 2017 die Kampagne rightcopyright.eu gestartet, um Verbesserungen des Urheberrechts im Bildungsbereich zu erreichen. Möglich wird das derzeit dadurch, dass auf EU-Ebene die erste große Urheberrechtsreform seit 15 Jahren angelaufen ist. Auch wir treten für eine zeitgemäße Reform der Schrankenregelungen des Urheberrechts in der EU ein und unterstützen eine moderne Bildungspolitik, die eine Nutzung freier Inhalte ermöglicht.

Warum ist das wichtig?

Wissenschaft und Bildung sind zentrale Elemente gesamtgesellschaftlicher Entwicklung. Durch frei lizenzierte Materialien, wie Lehrbücher oder Lehrfilme könnte jeder Zugang zu Lehr- und Lernmitteln gewinnen. Die Europäische Kommission hat jedoch einen Entwurf zur Änderung des Urheberrechts vorgestellt, der aus Sicht der COMMUNIA gute Bildung erschwert, nicht vereinfacht. Der Vorschlag etwa, eine verpflichtende Ausnahmeregelung zugunsten von Bildungseinrichtungen einzuführen, enthält eine gefährliche Hintertür: Die Mitgliedsstaaten sollen festlegen dürfen, dass weiterhin Lizenzen eingeholt werden müssen, wenn dies leicht möglich ist. Dadurch wird Rechteinhabern immenser Spielraum für die weitere Belastung von Bildungseinrichtungen geboten. Außerdem sind beispielsweise offene Online-Kurse eingeschränkt, da die Ausnahmeregelung wie vorgeschlagen nur in den Bildungseinrichtungen vor Ort oder für geschlossene Netze gilt. Länder, in denen einrichtungsübergreifende Angebote bereits zum Alltag gehören, wie etwa Estland, könnten dadurch ausgebremst werden.

Was macht die Kampagne?

Die Kampagne ist Teil des Projekts Copyright for Education, in dem die COMMUNIA über die Bedeutung von Urheberrecht im Bildungsbereich informiert und versucht, Verbesserungen für moderne Bildung zu erreichen. Unter dem Motto ”Let’s make copyright RIGHT RIGHT now – for education!” möchte die COMMUNIA die Stimme der Lehrenden, der Lernenden und der europäischen Bürger hörbar machen, die sich für sinnvolle urheberrechtliche Ausnahmeregelungen im Bildungsbereich engagieren, und wird die unterzeichnete Petition dem Europäischen Parlament vorlegen. Die Parlamentarier können den Vorschlag der EU-Kommission annehmen, ablehnen oder Änderungsvorschläge einbringen und so die Zukunft des Urheberrechts und der Bildungspolitik in der gesamten EU beeinflussen.

Was kann ich tun?

Um die Mitglieder des Europäischen Parlaments zu überzeugen, für bessere Regelungen im Bildungsbereich einzutreten, braucht die Kampagne Unterstützung. Noch bis zum 15. Mai 2017 steht die Petition daher auf rightcopyright.eu zur Unterschrift bereit. Dort finden sich auch Bildmaterial und Vorlagen für Tweets und Social Media-Beiträge zum Teilen und Posten. Regelmäßige Updates und Veranstaltungshinweise zum Urheberrecht gibt es auf dem Policy-Portal von Wikimedia Deutschland, mehr Infos zu der Kampagne auf der COMMUNIA-Website.

by John Weitzmann at April 13, 2017 10:09 AM

Zitationen offen verfügbar machen: Wikimedia Deutschland unterstützt die „Initiative for Open Citations“

Zitationen sind als Literaturangaben und Verweise die Verknüpfungen, die wissenschaftliches und kulturelles Wissen miteinander in Beziehung setzen. Sie vernetzen das Wissen der Menschheit über Zeit und Raum hinweg. Eine offene Datenbank zur Erschließung von Zitationen wissenschaftlicher Arbeiten bietet nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für Projekte Freien Wissens wie die Wikipedia oder Wikidata viele Möglichkeiten, Wissensbestände zu verknüpfen und  darüber neue Einsichten zu gewinnen.

Als Belege ermöglichen es Zitationen, Informationen nachzuprüfen, Argumentationen nachzuvollziehen und weiterzuentwickeln sowie mit vorliegenden Daten und Studien weiter zu arbeiten. Sie machen nicht nur sichtbar, auf welchem bestehenden Wissen aufgebaut wird. Sondern sie zeigen auch, welchen Einfluss einzelne Forschungsbeiträge haben und spielen daher eine große Rolle, wenn es darum geht, Wissenschaft zu evaluieren.

Aber Zitationen sind nicht nur für die Wissenschaft relevant. Ganz grundlegend geben sie Auskunft darüber, woher wir wissen und warum wir wissen, was wir wissen. Auch für ein Projekt enzyklopädischen Wissens wie die Wikipedia ist das Prinzip der Belegpflicht daher grundlegend. Aus Sicht des Freien Wissens problematisch ist der Umstand, dass Literaturangaben und Verweise in der Wissenschaft bislang kaum frei verfügbar sind, sondern nur in kommerziellen und kostenpflichtigen Datenbanken wie Web of Science und Scopus aggregiert werden.

Ausschnitt aus dem Zitationsnetzwerk eines Fachartikels. Wikimedia Commons. CC0.

 

Eine Initiative für freie Zitations-Metadaten

Dies möchte nun die „Initiative for Open Citations (I4OC)“ ändern, die am 6. April 2017 von der Wikimedia Foundation gemeinsam mit Wissenschaftsverlagen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie vielen anderen ins Leben gerufen wurde, um die unbeschränkte Verfügbarkeit wissenschaftlicher Zitationsdaten voranzubringen. [1] Beteiligt daran sind zum einen 29 renommierte Verlagshäuser wie MIT Press, SAGE Publishing, Springer Nature, Taylor & Francis und Wiley, die ihre Zitations-Metadaten frei zugänglich machen. Zum anderen wird die Initiative unterstützt von zahlreichen Projekten und Organisationen wie dem Internet Archive, der Open Knowledge Foundation, Mozilla, Wikimedia Deutschland und anderen mehr.

Der Initiative kommt dabei zugute, dass viele Verlage ihre veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel bei Crossref registrieren, einer Agentur der International DOI Foundation. Mit den Artikeln werden auch deren Metadaten erfasst: bibliografische Informationen wie der Titel, die Autorin oder der Autor, aber auch andere maschinenlesbare Daten darüber, wie sich Artikel gegenseitig zitieren. Crossref vergibt so genannte Digital Object Identifier, um wissenschaftliche Zeitschriftenartikel im Internet als Objekte selbst identifizierbar zu machen, anstatt sie über die Adresse, unter der sie momentan abgelegt sind, anzusprechen.

Diese eindeutigen und dauerhaften digitalen Objektbezeichner spielen auch für die Wikipedia eine wichtige Rolle, wie Geoffrey Bilder, Leiter für strategische Allianzen bei Crossref, hervorhebt:

„Wikipedia ist als Ganzes betrachtet vermutlich an fünfter Stelle aller Websites, die auf wissenschaftliche Literatur verweisen. Das bedeutet, dass mehr Wikipedia-Nutzerinnen und -Nutzer auf Zitationen klicken und von den Wikipedia-Domains in die wissenschaftliche Literatur gelangen, als von jedem einzelnen Wissenschaftsverlag dieser Welt.“ [2]

 

1 Prozent und 1 gute Idee

Vor dem Start der I4OC-Initiative waren nur 1 Prozent der Zitations-Metadaten von in Crossref registrierten Publikationen frei verfügbar. Dies liegt zum einen an rigiden Lizenzbedingungen der Verlage, zum anderen daran, dass bei Crossref selbst diese Metadaten standardmäßig als nicht-offen markiert werden, solange bis der Verlag sich explizit dafür entscheidet, die Daten öffentlich nutzbar zu machen. Dies gilt selbst für Open-Access-Publikationen, die im Internet als Volltext frei verfügbar sind. Die I4OC-Initiative setzt genau an diesem Punkt an und macht deutlich, wie einfach sich mit einer guten Idee und viel Überzeugungsarbeit auf der einen und gutem Willen auf der anderen Seite eine Veränderung erreichen lässt. Seit März ist durch die Unterstützung der beteiligten Verlage der Anteil von bei Crossref erfassten Publikationen mit offenen Zitations-Metadaten von 1 Prozent auf mehr als 40 Prozent gestiegen, das entspricht annähernd 15 Millionen Artikeln.

Abbildung von Dario Taraborelli, Wikimedia Commons, CC0

 

Ein weltweites Netz des Wissens

Eine offene Datenbank zur Erschließung von Zitationen wissenschaftlicher Arbeiten bietet Vorteile und Potenziale in mehrerlei Hinsicht: Ein weltweites Netz verlinkter wissenschaftlicher Zitations-Metadaten würde die Auffindbarkeit von – sowohl open access als auch closed access – veröffentlichten Forschungsergebnissen deutlich verbessern. Davon profitieren dann insbesondere all diejenigen, die nicht Mitarbeitende einer Wissenschaftsinstitution sind, die ihren Mitarbeitenden oft über Abonnements Zugang zu den bestehenden kostenpflichtigen Datenbanken wie Web of Science oder Scopus eröffnen. Offene Zitations-Metadaten ermöglichen es, Verknüpfungen zwischen verschiedenen Forschungsfeldern und Wissensbereichen herzustellen und darüber neue Einsichten zu gewinnen. Außerdem bieten offene Daten für Projekte Freien Wissens die Möglichkeit, Wissensbestände miteinander zu verknüpfen und darauf aufbauend neue Anwendungen zu entwickeln.

 

Wikimedia + Zitationen = WikiCite

Dies führen auch die Wikimedia-Projekte vor. Hier gab es in der Vergangenheit bereits verschiedene Initiativen, die darauf zielten, wissenschaftliche Zitationen systematisch mit den Inhalten der Wikipedia oder in Wikidata zu verknüpfen. Schon der Name des Projekts WikiCite macht deutlich, dass es hier darum geht, Wikimedia-Projekte und Zitationen (Englisch: citations) zusammenzubringen. In diesem Projekt wird daran gearbeitet, eine bibliografische Datenbank in Wikidata zu entwickeln, die allen Wikimedia-Projekten zur Verfügung steht. Am Beispiel der Forschung zum Zika-Virus und Zika-Fieber wurde mit einem überschaubaren Textkorpus von etwas mehr als 1.000 wissenschaftlichen Artikeln vorgeführt, welcher Mehrwert darin steckt, Zitations-Metadaten in Wikidata zu erfassen. So lassen sich Informationen zu Krankheiten oder Genen mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Zitationen anreichern, und es wird nachvollziehbar, wie das Wissen dazu entsteht.

Visualisierung von Themen, die in wissenschaftlichen Publikationen zusammen mit dem Thema Zika-Virus auftreten. Wikimedia Commons. CC0.

Was mit diesen Metadaten noch möglich ist, wird aktuell zum Beispiel im Projekt Scholia getestet. Hier geht es einerseits darum, Autorinnen und Autoren beim Erstellen neuer Fachpublikationen ein Wikidata-basiertes Hilfsmittel zum Einfügen von Referenzen zur Verfügung zu stellen. Andererseits ermöglicht es Scholia, über Anfragen an den Wikidata Query Service wissenschaftliche Profilseiten zu Themen wie dem Zika-Virus, zu einzelnen Publikationen oder Publikationslisten von Institutionen, Fachzeitschriften, Wissenschaftsverlagen oder einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erzeugen. Diese Seiten können verschiedene Visualisierungen enthalten: zur Zahl veröffentlichter Artikel oder Artikelseiten im Jahr; zu Zeitschriften, in denen publiziert wurde; zur Verbindung zwischen Autorinnen und Autoren, die gemeinsam Artikel veröffentlicht haben.

Visualisierung der Zeitschriften, in denen der Chemiker Egon Willighagen veröffentlicht hat. Wikimedia Commons. CC0. Query on Wikidata.

Auf diese Weise wird ein weltweites Netz des Wissens, von Personen und Forschungsthemen, von zeitlichen und räumlichen Bezügen sichtbar. All dies wird nur durch offene Zitations-Metadaten möglich. Daher ist es Wikimedia Deutschland wichtig, die I4OC-Initiative zu unterstützen, um die fehlenden 60 Prozent frei verfügbarer Metadaten in Angriff zu nehmen.

 

[1] Maßgeblich vorangetrieben wurde das Vorhaben von Jonathan Dugan, Martin Fenner, Jan Gerlach, Catriona MacCallum, Daniel Mietchen, Cameron Neylon, Mark Patterson, Michelle Paulson, Silvio Peroni, David Shotton und Dario Taraborelli.

[2] Zitiert nach: https://meta.wikimedia.org/wiki/Wikipedia_as_the_front_matter_to_all_research

by Dominik Scholl at April 13, 2017 08:45 AM

April 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 14/2017

Diese Wikimedia:Woche stellt neue Mitarbeitende von Wikimedia Deutschland vor. Außerdem gibt es einen Überblick über spannende Veranstaltungen rund um die Community und im Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Zur Wikimedia:Woche 14/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 06, 2017 02:24 PM

March 30, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 13/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia Woche findet sich der APG Impact Report 2015-2016, sowie das Protokoll der 4. Telefonkonferenz des Präsidiums. Außerdem gibt es Neuigkeiten aus dem Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Zur Wikimedia:Woche 13/2017 geht es hier.

 

by Denis Schröder at March 30, 2017 01:36 PM

March 29, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Dominik Scholl übernimmt die Leitung des Teams Bildung, Wissenschaft und Kultur

Seit dem 20. März haben wir einen neuen Leiter für das Team Bildung, Wissenschaft und Kultur. Dominik − seit Juni letzten Jahres Referent in diesem Bereich − hat sich mit Rückhalt des Teams erfolgreich auf die interne Ausschreibung der Leitungsposition beworben. Dominik ist Kulturwissenschaftler, er forschte und lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der HafenCity Universität Hamburg und gründete einen unabhängigen Wissenschaftsverlag. Als Autor und Lektor entwickelte und begleitete er Publikationen für Verbände und NGOs aus dem Kultur- und Bildungsbereich.

„Seit vielen Jahren beschäftige ich mich damit, wie Wissen in die Welt kommt und für andere verständlich wird. Mit Wikimedia Deutschland Freies Wissen voranzubringen ist eine tolle Aufgabe. Mir ist es vor allem wichtig, das Team dabei zu unterstützen, erfolgreiche Projekte im Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturbereich zu realisieren und den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Aktiven aus den Wikimedia-Projekten zu verbessern. Wenn Ihr Wünsche und Ideen habt, sprecht mich jederzeit gerne an. Ich freue mich, Euch kennenzulernen!“, sagt Dominik.

Der Zugang zu Wissen und die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung sind tief in unserem Vereinszweck verwurzelt. Es freut mich darum umso mehr, mit Dominik jemanden für die Leitung des Bereichs gefunden zu haben, der das fachlich wie menschlich hervorragend repräsentiert. Schon jetzt hat er sich in kürzester Zeit durch seine bisherige Arbeit, seine Erfahrung und empathische Art innerhalb des Teams und des Kollegiums große Anerkennung erarbeitet.

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe, lieber Dominik!

 

by Abraham Taherivand at March 29, 2017 01:06 PM

March 23, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 12/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche geht es unter anderem um die Vorstellung des Lizenzhinweisgenerators bei der Foundation, das Fellow-Programm, welches seinen Abschluss gefunden hat und um spannende neue Umsetzungen aus der Technischen Wunschliste.

Zur Wikimedia:Woche 12/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 23, 2017 03:19 PM

Wikimedia:Woche 12/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche geht es unter anderem um die Vorstellung des Lizenzhinweisgenerators bei der Foundation, das Fellow-Programm, welches seinen Abschluss gefunden hat und um spannende neue Umsetzungen aus der Technischen Wunschliste.

Zur Wikimedia:Woche 12/2017 geht es hier.

 

by Jan Apel at March 23, 2017 03:04 PM

March 21, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Transparenz statt Ruhm und Ehre? Nachwuchswissenschaftler:innen zu Risiken und Chancen von Open Science

Am 10. März 2017 fand in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland die Abschlussveranstaltung der ersten Programmrunde des Fellow-Programms Freies Wissen statt. In diesem Gastbeitrag fasst Sarah-Mai Dang den Abend zusammen.

Open Science – von Open Access über Open Educational Resources, Open Data und Open Peer Review bis hin zu Citizen Science – soll die Verbreitung und Nachnutzung von sowie den Zugang zu Wissen erleichtern. Ziel von Open Science ist es, Forschung transparenter und nachhaltiger zu machen und somit die Qualität von wissenschaftlicher Arbeit zu verbessern. Wie Open Science im akademischen Alltag aussehen kann, haben Stipendiat:innen des von Wikimedia Deutschland in Kooperation mit dem Stifterverband 2016 gegründeten Fellow-Programms Freies Wissen am 10. März auf der Abschlussveranstaltung „Wissen offen gestalten – Open Science in der Praxis“ in Berlin diskutiert.

Open Science ist vielfältig

Open Science wird von Fach zu Fach unterschiedlich praktiziert, die Ansätze sind vielfältig. Dies verdeutlichte der einleitende Film, in dem alle zehn Stipendiat:innen ihre Forschungsprojekte in 90-Sekündern präsentierten. So geht es dem Neurobiologen Benjamin Paffhausen etwa um das Teilen von Wissen zwecks Herstellung wissenschaftlicher Geräte zur Beobachtung von Honigbienen. Der Rechtswissenschaftler Hanjo Hamann wiederum veröffentlicht im Dienste der deutschen Justizgeschichte Dokumente, aus denen hervorgeht, welche Richter:innen welche Fälle bearbeitet haben. Die Wissenschaftssoziologin Klara-Aylin Wenten befasst sich mit MakerSpaces, partizipativen Werkstätten. Und die Filmhistorikerin Adelheid Heftberger, Mitgründerin des Open Access-Journals Apparatus, versucht beispielsweise ihre Kolleg:innen von alternativen, offenen Publikationsformaten zu überzeugen.

Die „Botschafter:innen des Freien Wissens“ setzen sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit Open Science auseinander. Mit welchen fachspezifischen Problemen die Nachwuchswissenschaftler:innen dabei konfrontiert werden, zeigte die anschließende Podiumsdiskussion. Moderiert von Christina Riesenweber, Open Access-Beauftragte der Freien Universität Berlin, erörterten die Fellows Marion Goller, Juristin, Ruben C. Arslan, Psychologe, und Mirjam Braßler, Erziehungswissenschaftlerin, die Chancen und Schwierigkeiten von Open Science.

Das Recht erschwert freies Wissen

Jurist:innen seien Teil des Problems, konstatierte Goller. Das Bewusstsein für Open Science sei unter ihren Kolleg:innen noch nicht weit verbreitet, da die Quellen, die Gesetzestexte, ohnehin zur freien Verfügung stünden. Außerdem arbeiteten nur wenige Jurist:innen als Wissenschaftler:innen. Darüber hinaus profitierten sie von „closed access“, wenn ihre Lehrbücher in Veranstaltungen vorausgesetzt würden.[1]

Auf dem Podium diskutierten: Christina Riesenweber, Ruben C. Arslan, Marion Goller und Mirjam Braßler (v.l.n.r.), Foto: René Zieger, Abschlussveranstaltung Fellow-Programm Freies Wissen 2016 74, CC BY-SA 4.0

Das derzeitige Recht erschwert nach Goller den Zugriff auf Wissen. Denn Vieles sei verboten. Sie bedauert, dass das US-amerikanische Prinzip des Fair Use in Deutschland nicht gilt und fordert eine harte Wissenschaftsschranke auf europäischer Ebene. Goller forscht zu Urheberrecht und freien Lizenzen und setzt sich für die Abschaffung von Patenten ein.

Wenn es um die Offenlegung von Daten und um die Nachnutzung von urheberrechtlich geschütztem Material geht, herrscht immer noch große Rechtsunsicherheit. Auch aus diesem Grund zögern Wissenschaftler:innen, ihre Forschungsergebnisse im Internet kostenfrei zugänglich zu machen. Zudem bedeutet Open Science einen erheblichen Mehraufwand, der noch nicht honoriert wird. Über diese Punkte waren sich die Podiumsgäste einig. Gar von Zeitverschwendung sei dann die Rede, berichtete Arslan.

Open Science ist riskant, aber effektiv

Open Science stellt nach wie vor nicht nur eine ungewöhnliche Praxis dar, sondern auch ein Risiko für die eigene Karriere. Erstens fehlt Wissenschaftler:innen die Zeit, die sie für die Aufbereitung von Forschungsergebnissen für die Allgemeinheit aufwenden, für weitere Publikationen. Zweitens haben Open Access-Veröffentlichungen noch nicht denselben Stellenwert wie auf herkömmliche Weise verfügbare Artikel in Fachzeitschriften oder Monographien, die gedruckt und bei traditionellen Verlagen erscheinen. Auch wenn es nach Riesenweber keine Korrelation zwischen Open Access und Qualität gibt, leiden frei zugängliche Publikationen unter dem „Impact Factor“, nach dem sich die Reputation einer Zeitschrift bemisst. Dazu kommen die hohen Gebühren, die Verlage von Autor:innen verlangen, um Publikationen open access zu stellen. Drittens machen sich Wissenschaftler:innen durch die Offenlegung von Experimenten und Forschungsprozessen angreifbar. So setze man etwa mit einer Präregistrierung, der öffentlichen Festsetzung von geplanten Studien, Ruhm und Ehre aufs Spiel, erklärte Arslan. Eine für ein stimmiges Erscheinungsbild sorgende Nachjustierung von Methoden, Daten und Forschungsfragen werde dadurch nämlich unmöglich. Obwohl diese Praxis zu einem Mangel an belastbaren Ergebnissen führt, ist sie wohl durchaus üblich. Arslan selbst sucht unter anderem über eine open source Fragebogensoftware der „Replizierbarkeitskrise“ in der Psychologie entgegenzuwirken. Er forscht zu romantischen Präferenzen und Beziehungsdynamiken.

Risiken muss jede Pionier:innengeneration eingehen. Doch letztendlich gilt es, einfach weiterzumachen, um andere von den Vorteilen offener Forschungspraktiken zu überzeugen und Open Science als Standard in der Wissenschaft zu etablieren. Dies war Konsens auf dem Podium. Dabei sei nicht nur an den Idealismus der Community zu appellieren, sondern durchaus auch an eigennützige Motive, findet Arslan. Denn mit Open Science verbänden sich auch viele persönliche Vorteile. So werde man durch transparenteres Arbeiten sowohl sichtbarer als auch glaubhafter. Und von Preprints profitierten alle.

Um einen Austausch auch über die eigene Disziplin hinaus zu ermöglichen, muss man nicht unbedingt den Weg über Publikationen gehen. Auch Plattformen, Blogs und Diskussionsforen fördern das kollaborative Arbeiten. Nicht nur in der Forschung, sondern ebenso in der Lehre. Davon ist auch Braßler überzeugt. Sie untersucht, inwiefern Open Educational Resources die persönliche Entwicklung von Studierenden beeinflussen und erstellt Handlungsempfehlungen, um Lehrmaterial transdisziplinär zugänglich zu machen. Meist lande es nämlich in der Schublade.

Fördermaßnahmen statt Open Burnout

Fazit der Podiumsdiskussion, die sich am Ende für Fragen und Kommentare aus dem Publikum öffnete, war, dass man an mehreren Punkten gleichzeitig ansetzen und einen grundsätzlichen Bewusstseinswandel nicht nur in der Wissenschaftskultur herbeiführen müsse. Dieser beginne bereits damit, sich von der Vorstellung von Wissen als Eigentum zu lösen. Sogenannte „shadow libraries“ wie SciHub könnten das Problem nicht lösen. Neben Verlagskonzernen ziehen profitorientierte Plattformen wie ResearchGate oder Academia.edu ihren Nutzen aus der mangelnden Offenheit. Politiker:innen müssten begreifen, dass Menschen nicht nur aus ökonomischen Gründen handeln und dass ein vereinfachter Wissensaustausch erheblich zur Innovationssteigerung beitrüge. Intransparenz, wie etwa in der Medizin, halte den Fortschritt auf. Deshalb bedürfe es mehr Anreize von politischer Seite für Wissenschaftler:innen, Open Science zu betreiben, zum Beispiel entsprechende Auswahlkriterien in Berufungsverfahren oder Fördermaßnahmen wie Deputatsreduktion. Schließlich wolle man kein Open Burnout.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf www.oabooks.de. Mehr Bilder der Veranstaltung sind auf Wikimedia Commons zu finden.


1 Als die Universität Konstanz ihre Angehörigen zu Open Access qua Satzung verpflichten wollte, klagten Konstanzer Jurist:innen dagegen mit dem Hinweis auf das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit.

 

by Christopher Schwarzkopf at March 21, 2017 11:05 AM

March 16, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 11/2017

Am Erscheinungstag der Wikimedia:Woche 11/2017 feiert die deutschsprachige Wikipedia ihren 16. Geburtstag. Außerdem geht es in dieser Ausgabe unter anderem um den Stategie-Prozess für das Wikimedia-Movement und um eine Stellungnahme von Wikimedia Deutschland zu einem Gesetzesentwurf zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft.

Zur Wikimedia:Woche 11/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 16, 2017 04:03 PM

16 Jahre Wikipedia. Alles Gute, Freies Wissen!

Heute, am 16.03.2017 feiert die deutschsprachige Wikipedia 16. Geburtstag. Inzwischen gibt es 2 Millionen Artikel auf deutsch, auf die rund 27.000 Mal pro Minute zugegriffen wird. Und all das nur, weil ehrenamtliche Autorinnen und Autoren Wikipedia bearbeiten und ihr Wissen teilen.

Seit mittlerweile 16 Jahren tragen tausende Menschen Wissen in der deutschsprachigen Wikipedia zusammen, um es der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Täglich können deshalb Millionen online von überall auf Freies Wissen aus der größten Enzyklopädie der Geschichte zugreifen. In mittlerweile über 2 Millionen Artikeln allein in der deutschsprachigen Wikipedia kann sich an Wikipedias 16. Geburtstag jede und jeder Einzelne neues Wissen aneignen oder das eigene Wissen teilen. Denn nur durch das ehrenamtliche Engagement der vielen Freiwilligen konnte Wikipedia zu einer freien Wissensquelle für alle werden. Vielen Dank dafür!

“Auch nach fünf Jahren, die ich schon bei Wikimedia Deutschland arbeite, bin ich jeden Tag aufs Neue begeistert, wie viel Herzblut die Wikipedia-Community in dieses weltweit größte Projekt des Freien Wissens steckt,” sagt Abraham Taherivand, geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland. “Ich weiß aus vielen persönlichen Gesprächen, dass die Motivation mitzumachen ganz unterschiedlich sein kann – ob neue Informationen hinzuzufügen, etwas zu aktualisieren, oder sich bei der Verbesserung der der zugrunde liegenden MediaWiki Software zu beteiligen. Ich danke jeder und jedem Einzelnen die in den vergangenen 16 Jahren einen kleinen oder großen Teil beigetragen haben.”

Das Resultat dieser Freiwilligenarbeit – die deutschsprachige Wikipedia – wird heute rund 1,2 Milliarden Mal jeden Monat aufgerufen und ist als erste Anlaufstelle für Wissensinhalte nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Täglich kommt neues Wissen hinzu. Seit am 19. November 2016 der 2 Millionste Artikel über das Mineral “Michenerit” erstellt wurde, sind schon über 40.500 weitere Artikel neu angelegt worden. Dazu kommen die unzähligen Bearbeitungen wie Aktualisierungen, das Erweitern von Artikeln, Berichtigungen von kleinen und großen Fehlern oder das Hinzufügen von Medieninhalten.

by Jan Apel at March 16, 2017 08:00 AM

March 15, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Ein Bündnis für alle Fälle!

Gemeinsam freie Bildung voranbringen

Immer wieder hat Wikimedia Deutschland zu bestimmten Anlässen mit anderen Institutionen zusammengearbeitet, um Freies Wissen in der Gesellschaft voranzubringen. 2016 veröffentlichte die Koalition Freies Wissen (Bündnis Freie Bildung, Digitale Gesellschaft e.V., Freifunk, Free Software Foundation Europe, Open Knowledge Foundation und Wikimedia Deutschland)  gemeinsam Wahlprüfsteine zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin und konnte so öffentlichkeitswirksamer auftreten und die Ergebnisse auf Grund der verschiedenen Netzwerker breiter streuen. Im Rahmen des Meetups Ladies that FOSS kooperieren wir mit Mozilla, die hinter dem Open Source Browser Firefox stehen und können so mehrere Entwicklerinnen-Communities erreichen. Bei Coding da Vinci bündeln wir mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation Deutschland und der Servicestelle Digitalisierung (Digis) Ressourcen, um das Projekt größer und damit auch sichtbarer durchführen zu können.  

Die Beispiele zeigen, dass Zusammenarbeit mit Partnerinnen (in Crime) innerhalb und außerhalb des Wikimedia Movements immer sinnvoll ist – gemeinsam die gesellschaftlichen Bedingungen für Freies Wissen zu verändern, entfaltet mehr Wirkung, als das als Einzelkämpferin zu tun. Dabei wenden wir einige der guten Praktiken und Learnings an, die von vielen Communities unter dem Sammelbegriff Collective Impact weltweit entwickelt werden.

 

Im Bereich Bildung gibt es seit 2014 das Bündnis Freie Bildung, ein Zusammenschluss von Akteurinnen, die sich für Offenheit (Openness) und freie Lizenzen in der Bildung einsetzen. Das Bündnis treibt die politische und gesellschaftliche Debatte um freie Bildung und freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER)  in der Öffentlichkeit voran. Dazu erarbeiten die beteiligten Organisationen und Einzelpersonen gemeinsam Positionen, Stellungnahmen und Handlungsempfehlungen, mischen sich damit in das bildungspolitische Geschehen ein und adressieren Entscheidungsträgerinnen aus Politik, Bildung und Gesellschaft.

 

An einem kalten Samstagmorgen im Januar traf sich das Bündnis nun in Frankfurt am Main zum Jahres-Kick-Off-Treffen. Neben den sechs Teilnehmerinnen der verschiedenen Organisationen nahm Nikki Zeuner vom Team Zusammenarbeit und Entwicklung von Wikimedia Deutschland als Moderatorin teil. Für das Treffen in Frankfurt stand das Selbstverständnis des Bündnisses und die Ziele für 2017 auf der Tagesordnung.

 

Selbstverständnis

Unter dem Tagesordnungspunkt Selbstverständnis wurde vor allem die bisherige Trennung von einerseits Partnerinnen und andererseits Unterstützerinnen, sowie das Positionspapier von 2014, Vision und Mission Statement diskutiert.  Die oben genannte Trennung hatte sich über die vergangen Jahre als umständlich und verwirrend erwiesen und wurde am Ende des Tages aufgehoben. Alle bisherigen Unterstützerinnen sind ab sofort Partnerinnen des Bündnisses. Dabei wurde in der Diskussion deutlich, dass das Positionspapier sowie das Mission Statement vom Februar 2015 angepasst und überarbeitet werden müssen. Dies wird noch im Frühjahr 2017 passieren.

 

Ziele 2017

Im zweiten Teil des Tages ging es  um die Ziele für das Jahr 2017 und die damit verbundenen Schwerpunkte. Das Bündnis hat den Anspruch, in den bildungspolitischen Diskussionen die Fahne für freie Bildung, freie Bildungsmaterialien und Open Source  hoch zu halten. Im Wahlkampfjahr 2017 mit drei Landtagswahlen und einer Bundestagswahl ist es beispielsweise ein Ziel, Parteien auf ihre bildungspolitischen Positionen abzuklopfen und diese zu kommentieren: in Form von Stellungnahmen und Positionspapieren oder im Rahmen von Veranstaltungen. Dazu werden wir uns die Wahlprogramme der Parteien und die Koalitionsverträge der neuen Landesregierungen genau anschauen und bewerten und aktuelle bildungspolitische Ereignisse wie Gesetzesvorhaben in den Blick nehmen. Dazu gehört z. B. die aktuelle Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu Open Educational Resources zu begleiten und Anforderungen an die kommende Förderrichtlinie zu liefern. Hier möchten wir mit den geförderten Projekte wie auch mit neuen Zielgruppen (außerhalb der OER-Bewegung) in den Austausch treten.

 

Salon Bündnis Freie Bildung

Für alle diese Themen freuen wir uns immer über Mitstreiterinnen, die sich als Einzelpersonen oder als Organisation einbringen möchten. Anlässlich der eQualification Tagung des BMBFs, zu der auch die neu geförderten OER-Projekte eingeladen waren, organisierte das Bündnis am 20. Februar 2017 eine Abendveranstaltung, um Interessierten  die Arbeit des Bündnisses vorzustellen und um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die verschiedenen Perspektiven  der Teilnehmenden (wenig OER-Erfahrung vs. viel OER-Erfahrung, Wikipedianerinnen, Politikerinnen, Senatsverwaltung und Bildungsserver) sind immer wieder wertvoll, um über den eigenen Tellerrand zu blicken.

 

Zu Gast beim Podcast Feierabendbier Open Education

Am Sonntag Abend, 12.03.2017 war Valentin Münscher von Wikimedia als Vertreter des Bündnisses zu Gast beim Podcast Feierabendbier Open Education von Markus Deimann und Christian Friedrich. In entspannter Atmosphäre ging es neben der Auswahl der Getränke auch um OER, die Strategie der Kultusministerkonferenz (KMK) „Bildung in einer digitalen Welt“ und die Stellungnahme des Bündnisses dazu.

 

Das Bündnis Freie Bildung – ein Zusammenschluss, der überwiegend durch ehrenamtliches Engagement getragen wird – hat sich viel vorgenommen für 2017. Da ist immer Platz für weitere Mitstreiterinnen – ob Organisationen oder Einzelpersonen.

 

by Valentin Muenscher at March 15, 2017 02:13 PM

March 13, 2017

Iberty

Thinking about Dance Dance Wikilution (Ballettmontag)

I've been thinking for a longer timeframe now about a WikiDance project, bringing dances and dancing on Wikipedia.

It would give me the chance to combine two passions. (and I've seen some Wikip/media people who like dance as well).

And it should serve Wikipedia as well. Contentwise it is as far removed from military history as possible. The project should open up topics that are undercovered. Maybe it could even attract people we are missing in Wikipedia right now.

BUT 


Writing about dance is about as useless as trying to to describe music by building a house in the style of the music.

And even when describing dance by words would be possible is possible: text describing movement, any movement, is about the most boring text ever written. Just try to read the sports articles in Wikipedia: boooring!

Pictures are not really an improvement. Basically, dance is movement, which means video would be the best form to cover it.


Pirouette
Animated GIF? A solution. Image: Pirouettes performed by Daria L during Paquita grand pas de deux adagio.Author. Jim Lamberson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Using video of course would turn the project from a small, dance-oriented project to a heavy, expensive, tech-dependent project where a lot of time and resources would be spent handling equipment. Not what I would really like to do.

As can be easily seen on Youtube, producing good dance video is difficult. One needs to see what really is happening. And prefereably it should look good as well.

You need accomplished dancers to get across what you need and accomplished filmers.

(Or you need somebody who already has the videos. Then one would spent the most of the time, doing not research and producing content, but lobbying - which is none of my passions.)

SO


I could go the boring way. Limit the project to writing. Which would bring fun to me, but not to readers.

I could sigh and resign and learn a lot about video.

I could just start, see what's happening and hope for the best.

I could inspire someone who does all the work.

So. I really would like to have/start a Wiki-Dance-project. But all the forms I can imagine would either bore myself to death or would involve spending a lot of time with equipmemt and lobbying - which means no time spent with dancing at all.

So I'm having problems to decide. Anybody any ideas?

 

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at March 13, 2017 09:09 AM

March 09, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 10/2017

In der Wikimedia:Woche 10/2017 ist zu erfahren, welche fünf neuen Wikimedia User Groups anerkannt worden sind und was es mit dem Community-Projekt WikiWedding auf sich hat. Außerdem gibt es neue Aktivitäten um die geplante Urheberrechtsreform und eine Stipendiatin stellt ihr Projekt vor, dem sie im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen nachgeht. Anläßlich des Frauentags haben wir zudem Berichte zum Thema rund um Wikipedia gesammelt.

Zur Wikimedia:Woche 10/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 09, 2017 02:10 PM

March 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

NGOs und Umweltbildung in Madagaskar – ein Open Science Experiment

Veranstaltungshinweis:
„Wissenschaft offen gestalten – Open Science in der Praxis“
Am 10. März präsentieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Fellow-Programms Freies Wissen in Berlin ihre Projekte und diskutieren über ihre Erfahrungen mit Open Science in der Praxis. Mehr Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag berichtet die Stipendiatin Lena Reibelt über ihr Forschungsprojekt, das sie im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Jetzt, gegen Ende des Fellow-Programmes ‚Freies Wissen‘ schaue ich auf ein spannendes halbes Jahr zurück und freue mich schon auf den Austausch mit den anderen Fellows und Mentoren während der nahenden Abschlussveranstaltung. Open Science war für mich zu Beginn noch ein großer Begriff mit unklarer Kontur, beladen mit den abstrakten Bereichen Open Data, Open Source, Open Peer Review, Open Access, Open Methodology, Open Educational Resources, und Citizen Science. Nach und nach gewann ich im Rahmen des Programmes einen Überblick über die konkrete Bedeutung der Bausteine von Open Science. Alle vereint das Ziel, wissenschaftliche Prozesse und Ergebnisse frei zugänglich, nachvollziehbar und nutzbar zu machen.

Aber wie funktioniert das konkret? Während der letzten 6 Monate durfte ich verschiedene Methoden ausprobieren, um Community-Feedback zu erhalten. Durch mein Promotionsthema, welches sich mit hemmenden und fördernden Faktoren der Umweltbildung auf Madagaskar auseinandersetzt, wurde ich mit der Realität vieler Nichtregierungsorganisationen auf Madagaskar konfrontiert, welche oft nicht ausreichend Material und Expertise vereinen, um Umweltbildung auf einem nachhaltigen und wirkungsvollen Niveau zu realisieren. Mein Projekt im Rahmen des Fellow-Programmes fokussierte sich daher auf Möglichkeiten eines verbesserten Austausches zwischen den aktiven NGOs in der Umweltbildung. Mein langfristiges Ziel ist es, durch mehr Openness eine Ausweitung und Professionalisierung der Umweltbildung auf Madagaskar zu unterstützen.

Um Handlungsoptionen offen zu sammeln, zu diskutieren, und zu bewerten, wurde zunächst ein Diskussionsforum eröffnet. Um zu verhindern, dass technische Probleme, Unkenntnis oder Gewohnheiten eine Teilnahme bestimmter Community-Mitglieder verhindern könnte, wurde das Forum parallel auf drei ‚Plattformen‘ angeboten: Etherpad, Google Docs, und Wikipedia. Die parallele Erfassung sollte – neben der Minderung der genannten potentiellen Hemmnisse – einen Methodenbeitrag zu Open Science liefern; auf welcher Plattform würde am meisten Feedback generiert, gäbe es Unterschiede in der Art der Beiträge, und aus welcher Community würden die Teilnehmenden stammen? Im gleichen Sinne wurde eine Liste mit Fachliteratur zu Inter- und Intra-Organisationskommunikation erstellt und auf den drei Plattformen zur Mitarbeit zugänglich gemacht.

Mein Mentor Gregor Hagedorn hatte mich schon darauf vorbereitet, dass die Resonanz vermutlich eher gering ausfallen würde; die gänzlich fehlende Beteiligung war jedoch für uns beide enttäuschend. Dennoch war das ‚Experiment‘ lehrreich; die drei Plattformen unterschieden sich zwar in Grundlagen, Editier- und Formatierungsmöglichkeiten, sowie in der Nachvollziehbarkeit von Änderungen anderer Nutzer, waren aber allesamt schnell erlernbar; meine Selbstwirksamkeits-erwartung bezüglich des Erlernens neuer ‚Programme‘ stieg dadurch rapide an. Während Etherpad die geringste Systemleistung verlangt (was insbesondere bei der Arbeit in einem Entwicklungsland relevant sein kann), erlaubt es zwar die farbliche Zuordnung neuer Nutzereinträge, zeigt jedoch gelöschte Textpassagen nicht mehr an, was ein Ausschlusskriterium für bestimmte Arten der Zusammenarbeit sein kann. Auch komplexere Darstellungsformen wie Tabellen sind hier nicht möglich, sondern müssen durch Listenformatierung umgangen werden. Google Docs hat formatierungs- und designtechnisch mehr zu bieten als Etherpad, Ist jedoch bei schlechter Internetverbindung oder alten Rechnern nicht empfehlenswert. Dafür sind Überarbeitungen bei Google Docs gut erkennbar, insbesondere die Kommentar- und Klären-Optionen sind hilfreich, wenn mehrere Teilnehmer mit unterschiedlichen Meinungen oder Ideen ein Dokument gemeinsam bearbeiten wollen. Auf Wikipedia nutzte ich mangels besseren Wissens meine Userseite zur Bereitstellung des Diskussionsforums und der Literaturliste, die jedoch bald darauf gelöscht wurden (Grund: ‚Missbrauch als Web Host‘); wie ich hieraus lernte, empfiehlt sich für Forschungsprojekte je nach Inhalt z.B. Wikiversity oder Meta Wiki. Der Aufbau und die Bearbeitungsoptionen folgen hier bei allen Schwesternprojekten dem gleichen Prinzip: jeder kann Artikel editieren, entweder als registrierter User, oder indem die IP öffentlich geteilt wird. Verschiedene Reiter bieten die Möglichkeit des Betrachtens (Read), des Editierens (Edit), sowie der Kontrolle (View history), die den Abgleich voriger Versionen ermöglicht. Für möglichen Diskussionsbedarf oder Ergänzungsvorschläge steht ebenfalls ein eigener Reiter zur Verfügung (Discuss). Mit der Formatierungsanleitung für Wikipedia et al. wird jedem ein einfacher Zugang ermöglicht.

Wie erwähnt, blieb eine Beteiligung am Diskussionsforum und der Literaturliste trotzdem aus, daran hinderte auch die Bewerbung der Initiative über Twitter und Email nichts. Mit der Annahme, dass die Einstiegshürde der Diskussionsplattform doch zu hoch angesetzt worden war, starteten wir einen weiteren Versuch: eine Umfrage, welche mit der kostenfreien Version von Survey Monkey erstellt wurde. Mittels 10 (überwiegend multiple-choice) Fragen wurde erhoben, wie Aktive der Umweltbildung die Notwendigkeit einschätzen, eine zentrale Sammlung von Bildungsmaterialien zu erstellen, wieviel Austausch die eigene Organisation bezüglich Umweltbildung praktiziert, und ob ein erweiterter Austausch wünschenswert wäre, wer solch ein Angebot voraussichtlich nutzen würde, etc. Die Umfrage wurde ebenfalls über Email und auf Twitter @BandroAlert beworben und war drei Wochen lang sowohl auf Englisch als auch auf Französisch online zugänglich; erfreulicherweise wurden 30 Umfragebögen ausgefüllt, wobei beide Sprachen etwa hälftig vertreten waren. Die Erhebung zeigte, dass viele NGOs tatsächlich keine Informationen und Einblicke bezüglich der Programminhalte ihrer Kollegen haben, und schon dies verhindert, dass Austausch von Material oder Erfahrungen überhaupt stattfinden kann. Um diese grundlegende Anfangshürde zu adressieren, wurde bei Wikiversity eine Seite zu Umweltbildungsaktivitäten in Madagaskar eingerichtet, wo sich bereits 11 NGOs mit Details zu Programminhalten, Zielgruppe, sowie Interventionsregion eintragen ließen! Dies ist eine erste Öffnung der NGOs, die erstmals öffentlichen Einblick in ihre gesammelten Programminhalte und Aktivitäten der Umweltbildung erlauben. Dieser erste Schritt macht Hoffnung, dass eine weitere Öffnung und ein verbesserter Austausch in der Zukunft erreicht werden können; ein dreiseitiger Entwurf für ein mögliches Folgeprojekt wurde bereits entwickelt.

Im Rahmen meines Projektes des Fellow-Programmes wurde deutlich, dass nicht nur die Wissenschaft(ler) Vorbehalte gegenüber Openness haben, sondern dass solche ebenso in der Praxis der Umweltbildner, NGOs, und Naturschützer auf Madagaskar existieren; Konkurrenz zwischen Organisationen und Individuen, und vermeintliche Wettbewerbsvorteile unterbinden manchen Austausch. Wahrscheinlich kann jeder diese Vorbehalte nachvollziehen; es benötigt Vertrauen, den ersten Schritt zu gehen, und sein Wissen zu teilen. Man gibt etwas, ohne zu wissen was man dafür bekommt, und macht sich möglicherweise angreifbar. Wer sich jedoch von Konkurrenzgedanken und Unsicherheit einschränken lässt, denkt zu kurz, und versäumt die Chancen kollektiven Vorankommens. Wir sollten uns nicht davon abhalten lassen, Informationen zu teilen, unser Wissen und unsere Erfahrungen zusammenzuführen, und so bestmögliche Ergebnisse zu erzielen – sei es zwischen Wissenschaftlern und Praktikern in der Umweltbildung auf Madagaskar um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, oder in anderen Kontexten; gemeinsam erreicht man mehr, und dies ist auch der Geist den ich in Open Science sehe und schätze.


Zur Autorin

Lena Reibelt beschäftigt sich im Rahmen ihrer Promotion an der Universität Hildesheim mit den hemmenden und fördernden Aspekten von Umweltbildung auf Madagaskar. Seit September 2016 ist sie Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen.

 

 

 

by Christopher Schwarzkopf at March 06, 2017 04:28 PM

Etwas fürs Auge (und fürs Ohr und für den Magen) im Wedding

Ein Beitrag von Maria Heuschkel basierend auf einem Gespräch mit dem Wikipedia-Autoren Benutzer:BotBln zum Projekt WikiWedding in Berlin und einer Wanderausstellung zum Thema Wedding.

„WikiWedding heißt eben nicht nur der Ortsteil Wedding, sondern der alte Umfang: einschließlich Gesundbrunnen.“

Es geht also um den ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding – das heißt, es geht nicht um den heutigen Ortsteil Berlin-Wedding, sondern um das Gebiet der heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen. Als eine der prägnantesten Erinnerungen des Abends habe ich als Gast bei der am 25. Januar 2017 stattgefundenen Vernissage des WikiWedding diese Information mit nach Hause genommen.

Die Freiwilligen um den WikiWeddding haben dabei in den Räumen des Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße, in welchem der WikiWedding ein Zuhause gefunden hat, eine Einführung in den Wedding geboten, welche über allgemeine Informationsvorträge und Broschüren hinausgeht.

Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen

„Das war ein kultureller Rundumschlag.“ stellt Benutzer: BotBln fest, mit welchem wir uns zusammengesetzt haben, um seine Perspektive auf den WikiWedding und die Vernissage zu erhalten. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um 25 Bilder auf Hartschaumplatten mit unterschiedlichen Motiven aus dem Wedding. Die Anwesenden konnten dabei an einem kleinen Ratespiel teilnehmen, welche Motive denn nun genau gezeigt wurden und somit die Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen. Die Motive wurden von einer Jury aus einem Fundus von 200 Bildern, die auf Commons liegen und in irgendeiner Verbindung zum Wedding stehen, ausgewählt. Dabei handelt es sich um „Altes und Neues, Renoviertes und Zerstörtes, Technisches und Naturnahes, Innen und Außen, von Oben betrachtet und im Untergrund, Künstlerisches und Alltägliches“, und es ging keineswegs darum, „dass die Fotos mit der höchsten Qualität das Rennen machen. Ziel kann sein zu zeigen, wie vielfältig und bunt dieser Teil Berlins ist“ wie uns BotBln mitteilt.

Darüber hinaus wurden die Gäste „mit zwei Vorträgen“ unterhalten, „die verschiedener nicht hätten sein können. Zum einem mit der puren Darstellung der Geschichte des Bezirkes und zum anderen einfach mal darzustellen, was mit einem Artikel (in diesem Falle zum Wedding) in seiner Zeit passiert. Vom ersten Einstellen, zu einem immer größer werdenden Artikel – bis hin zur völligen Zerstörung und Sekunden danach zur Wiederherstellung.“

Neben der Bebilderung des Weddings, welche sich die Freiwilligen seit 2016 verschrieben haben, wurden die gut 50 Gäste mit einem bunten Rahmenprogramm aus innovativen musikalischen Klängen und hausgemachter Berliner Verpflegung inklusive Wurst mit Schrippe unterhalten. BotBln hat auch erst nach der Vernissage erfahren, dass die kostenfreie Verpflegung der Gäste auf Vernissagen nicht mehr üblich sei, aber mit den „verschiedenen finanziellen Spendern des Abends haben wir es geschafft, dass es für die Gäste frei war.“

Neue Freiwillige sind herzlich willkommen

WikiWedding, ein Projekt, welches seit Anfang 2016 von Wikimedia Deutschland gefördert wird, beschäftigt sich vor allem um die Beackerung des Themenbereichs Wedding in der Wikipedia und will interessierten Weddingern und Nicht-Weddingern die Wikipedia und/oder diesen Teil Berlins näher bringen. Konkret geht es auch darum, „Leute zu treffen, die konkret an bestimmten Artikeln arbeiten. Im günstigsten Fall für uns (eben weil das unser Ansinnen ist) über den Wedding Artikel zu machen – das ist aber kein Muss.“ Dies wird ebenfalls durch regelmäßige Sprechstunden in der Schillerbibliothek in der Müllerstraße oder der Lorberg/Schultze-Berndt-Bibliothek in der Seestraße sowie durch Offene Sonntage im Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße 16 erreicht: „Dann haben wir die Chance konkret bei Fragen von Außenstehenden oder Neu-Wikipedianern zu helfen: wenn es ein Problem gibt in Artikeln oder wenn jemand die Arbeit zurückgesetzt hat; wenn sie irgendwelchen Ärger kriegen oder Frust.“

Der Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße war Veranstaltungsort der Vernissage im Januar und somit Anfangspunkt der geplanten Wanderausstellung. Auch Vertreterinnen der GESOBAU und von Gangway e. V., als Sponsoren des Ladens, waren dabei und haben ihrer Begeisterung für das Projekt in Grußworten zum Ausdruck gebracht. Dabei ist der Nachbarschaftsladen laut BotBln nicht seit Anfang an das Zuhause des Projekts gewesen, doch jetzt „ist das doch ein guter Platz um Leute einzuladen. Wir haben eine Heimat, wo man in Ruhe vor sich hinarbeiten kann. Wir fühlen uns komplett alle wohl und ich arbeite hier einfach an meinen Pflanzenartikeln weiter.“

Die Ausstellung soll auf Reise gehen

Ich habe im Rahmen des Ratespieles des Vernissage ganze zwei Motive zuordnen können und habe somit als frischgebackene Neu-Weddingerin (im heutigen Ortsteil Gesundbrunnen und im ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding) eher versagt. Die Ausstellung verweilt noch im Nachbarschaftsladen, bis sie an den nächsten Ausstellungsort geschickt wird. „Es soll erst einmal eine Wanderausstellung sein, die zunächst im Laden gezeigt wird und dann auf Reise geht: zum Beispiel in Bibliotheken oder in die Geschäftsstelle. Vielleicht auch in eine andere Stadt, wenn es jemand haben will.“

Auch wenn die Organisation der Veranstaltung, sowie die Koordinierung der verschiedenen Aufgaben (auch noch über den Jahreswechsel, über welchem sich die meisten im „Winterschlaf“ befanden) viel Stress für die Ehrenamtlichen bedeutete – „am Ende lief alles gut. Auch in allen verschiedenen Rollen, die ich an dem Abend hatte: die Betreiber zufrieden zu stellen, für Wikipedia und für den Nachbarschaftsladen.“

Ausgewählte Ausstellungsstücke

by Nicolas Rueck at March 06, 2017 09:29 AM

March 02, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 9/2017

In der Wikimedia Woche 9/2017 sind unter anderem eine Projektvorstellung aus dem Fellow-Programm und das Protokoll der 1. Klausur des 5. Präsidiums von Wikimedia Deutschland zu finden. Außerdem erschien die erste Ausgabe des Wikimedia Education Newsletters im Jahr 2017 und es gibt viele Neuigkeiten aus dem Bereich Technik.

Zur Wikimedia:Woche 9/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 02, 2017 01:17 PM

„Wikipedia spielt..“ im Lokal K

Ein lokaler Raum, zwei Tage und unendlich viele Spiele. Ein Beitrag von Achim Raschka und Chiara Weiß.

Nach einem etwas umständlichen Weg vom Hotel ins Lokal K, der beinahe mit Orientierungslosigkeit im beschaulichen Köln geendet hätte, konnten wir die Hackländerstraße doch rechtzeitig erreichen.

Organisator Achim und zwei weitere Teilnehmende hatten bereits um Punkt 11 Uhr die erste Spielerunde begonnen und bildeten das Empfangskomitee; nach und nach trudelten weitere Menschen ein und am Nachmittag war der Raum mit etwa 20 Leuten gut gefüllt.

Man fühlt sich direkt wohl im Lokal K. Die Sitzecke lädt zum Entspannen ein, es gibt eine Menge Bücher – mit einer besonders großen Auswahl an Käsefachliteratur –, und in der Küche bekommt man Kaffee, der, falls Achim ihn kocht, einen „drei Tage lang wach hält“ (so Micha, der Admin der Facebook-Gruppe „Brettspiele(n) in Köln“ und Mitorganisator der Kölner Spieletreffen).

Und schon befanden wir uns mitten zwischen neuen Leuten, Spielen, Regeln, Verständnisfragen, ratlosen und erklärenden Gesichtern, Gewinnen und Verlieren. Über beide Tage verteilt herrschte ein reges Kommen und Gehen, alle Neuankömmlinge wurden mit einem fröhlichen Hallo aus der Runde begrüßt und gesellten sich einfach dazu.

Mal spielten alle als große Gruppe, mal zu zweit; manche Spiele wurden gleich wieder weggelegt, andere hatten nach 20 Jahren im Regal ihr Comeback. Klassiker wie das Kneipenwürfelspiel Bluff oder das Hochhausspiel Manhattan kamen ebenso auf den Tisch wie Neuheiten der letzten Jahre.

Am zweiten Tag wurde parallel zum kooperativen Robinson Crusoe, dem Räuberspiel Colt Express und dem Spiel Bezzerwizzer (ein Spiel, dessen Titel Wikipedianern einfach zusagen muss) dann sogar der Prototyp eines in der Entwicklung befindlichen Spiels aufgebaut: Der Dungeon-Crawler Operation C von Meg Griffin entführt die Spieler in ein Biowaffentestzentrum, wo sie und ihre Figuren von genmanipulierten Spinnen und Dinosauriern attackiert werden.

Seit kurzem trifft sich jeden Dienstag sowie jeweils an einem Wochenende im Monat eine Gruppe Spielebegeisterter im Lokal K. Aber es geht nicht nur darum, gemeinsam Spiele auszuprobieren.

Das Projekt Portal:Spiele/Wikipedia spielt … verfolgt das Ziel, eine Verbindung zwischen der Online-Community von Facebook und Wikipedia und dem realem Zusammentreffen dieser zwei bislang noch wenig zusammengewachsenen Welten zu schaffen und mittelfristig aus dem Kreis der Spielenden potenziell interessierte Neu-Autor*innen zu gewinnen.

Geplant ist erstmal ein Heranführen von bislang nicht oder nur wenig mit Wikipedia konfrontierten Spieler*innen an die Wikipedia-Welt und vice versa. In der Wikipedia sollen Neuanlagen und Erweiterungen entstehen, Artikel sollen aktualisiert und die Bebilderung (soweit dies möglich ist) verbessert werden. Auch die Verlinkung zu Wikidata und externen Seiten ist Teil des Programms.

Neu angelegt wurden im Zuge des Projekts bisher bereits 27 Artikel zu Spielen, 11 zu Spieleautor*innen und ein Artikel zu einem Spielkartenverlag, weitere Artikel und Artikelerweiterungen sind in Planung. Auf Wikidata wurde zudem das Wikiproject Board Games gestartet, um die Datenbankeinträge zu pflegen und zu harmonisieren.
Neben den Treffen in Köln findet „Wikipedia spielt …“ auch in den lokalen Räumen in Hamburg und München statt, in Berlin ist es in Planung und wird wohl in den nächsten Wochen Fahrt aufnehmen.

by Nicolas Rueck at March 02, 2017 12:52 PM

March 01, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Reproduzierbare Webseiten für alle – Ein Projektbericht aus dem Fellow-Programm Freies Wissen

Veranstaltungshinweis:
„Wissenschaft offen gestalten – Open Science in der Praxis“
Am 10. März präsentieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Fellow-Programms Freies Wissen in Berlin ihre Projekte und diskutieren über ihre Erfahrungen mit Open Science in der Praxis. Mehr Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag berichtet der Stipendiat Ruben C. Arslan über seine Forschung, die er im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

In meiner wissenschaftlichen Arbeit bemühe ich mich, so offen wie möglich zu sein. Leider arbeite ich mit Daten, die ich nicht ausreichend de-identifizieren kann, um sie zu teilen (sprich komische Sextagebücher) und Daten, bei denen mir die Entscheidung schlicht nicht obliegt (sprich die Stammbäume aller Schweden seit 1950). Um diesen peinlichen Mangel an Offenheit zu kompensieren habe ich versucht, andere Methoden zu entwickeln, um meine Arbeit transparent zu machen. Nach ein paar Fehlschlägen (niemand wollte sich meinen Rstudio-Speedrun-Twitch-Kanal ansehen), habe ich einen Weg gefunden, der für mich bisher passabel funktioniert hat. Jetzt denke ich, es könnte sogar für Forscher interessant sein, die nichts zu kompensieren haben.

Und zwar habe ich versucht, nicht nur meinen statistischen Code zu teilen, sondern auch sicherzustellen, dass er leicht zugänglich ist, indem ich ihn in eine reproduzierbare Website verwandle.

Warum? Weil viele Probleme auftreten können, wenn man “nur” Daten und Code teilt:

Eine unvollständige Liste

  1. Unvollständige Anweisungen oder Code. Vielleicht hast du Geheimwissen wie „Zuerst muss ich das Arbeitsverzeichnis auf C:\DavemasterDave\Nature_paper\PNAS_paper\JPSP_paper\PAID_paper\Data setzen, die statistischen Pakete in der Reihenfolge laden, die uns von unseren Ältesten überbracht wurde, die Variablen umbenennen und zu Meehl beten. „
  2. Inkonsistente Paketversionen. Du hast dplyr v0.5.0 anstelle von v.0.4.9 verwendet, um die Analysen zu reproduzieren. Fataler Fehler. Es stellt sich heraus, dass distinct() neuerdings die Funktion „wirf alle meine Daten weg und warn mich nicht“ ist.
  3. Umständlichkeit. Zuerst lade den Code aus dem Supplementary herunter (dazu klick diesen Link im PDF an und suche auf der Journalwebsite nach dem Paper). Die  Daten kriegst du dann von Dryad. Dann leg sie in den gleichen Ordner und installier die folgenden Pakete (oh übrigens müssen diese Pakete kompliliert werden, aber keine Bange dafür brauchst du nur R, Rstudio, Rtools und OS X Xcode command line tools). Oh, und um das Codebuch zu bekommen, musst du nur Mount Doom erklimmen. Weck auf dem Weg bloß nicht meinen Doktorvater auf und du bist schon fast da.
  4. Schlechte Dokumentation des Codes. Was macht die Funktion transformData _???_profit? Was bedeuten die Variablen prc_stirn_b, fertile_fab? Ist RJS_6R die Variable, die invers kodiert ist oder hast du sie so genannt, nachdem du RJS_6 umgedreht hast? Und der Allzeit-Klassiker: Sind Frauen Sex == 2 oder Sex == 1 (oder doppelt so sex wie Männer, siehe auch hier)?
  5. Es fängt mit den aufbereiteten Daten an. Wenn ich an einem Projekt arbeite, verwende ich 80% meiner Zeit auf die Datenaufbereitung, Reinigung, Kontrolle. Doch wenn ich reproduzierbare Dateien herunterlade, beginnen sie oft mit einer Datei namens cleaned_final_2_Sunday23July_BCM.csv. Da fehlt was. Und es können Fehler in diesem versteckten Teil stecken. Tatsächlich ist es exakt 99% wahrscheinlicher, dass ich einen Fehler bei der Datenaufbereitung gemacht habe, als dass Paul Bürkner einen Fehler bei der Programmierung von brms gemacht hat. Weil unsere Daten und deren Aufbereitung immer komplexer werden, sollten wir unsere Pipelines für die Datenaufbereitung teilen.
  6. Zuletzt, das schlimmste: Verlust. Es zeigt sich, dass persönliche Universitäts-Seiten nicht besonders zuverlässige Orte sind, um Daten und Code zu speichern und auch nicht das Backup, das du auf dem USB-Stick hattest, den du deiner Kollegin geliehen hast, die .. Mist.

Reproduzierbare Webseiten lösen diese Probleme. Risiken und Nebenwirkungen beinhalten die quälende Ungewissheit darüber, ob du sie endlich freigeben sollst und ob noch Fehler gefunden werden (fun fact: niemand liest das Supplement. Ich habe ein Video von Rick Astley in jedem einzelnen meiner Supplements und bislang hat es niemand bemerkt).

Der Stack, den ich verwende, um meine reproduzierbaren Webseiten zu machen.

  1. R & RStudio RStudio ist eine integrierte Entwicklungsumgebung. Braucht man nicht unbedingt, aber RStudio entwickelt eine Menge der Pakete, die notwendig sind, um Reproduzierbarkeit mit R umzusetzen, also ist ihr Editor eine kluge Wahl.
  2. Packrat. Packrat schlichtet Paketversionenkonflikte. Leider ist es ein bisschen unreif, also würde ich zur Zeit empfehlen, es nur in der Endphase des Projektes zu aktivieren. Wenn du oft an vielen Projekten gleichzeitig arbeitest und weißt, welches Leid es verursacht, wenn ein Update in einem Projekt Bugs in einem anderen Projekt auslöst, könnte es sich lohnen die Mühe auf sich zu nehmen, packrat aktiviert zu lassen.
  3. Rmarkdown (knitr). Markdown ist eine leicht zu erlernende Markup-Sprache. Mit Rmarkdown kannst du deinen R-Code dokumentieren, und Graphen und Tabellen einfügen, wo sie hingehören. Es erzeugt jetzt auch Webseiten und Bibliographien mit wenig zusätzlicher Arbeit.
  4. Git & Github Git übernimmt die Versionskontrolle. Viele Wissenschaftler arbeiten alleine, also kann Git nach Overkill klingen, aber a) einmal open, wirst du nie wieder alleine arbeiten (man spiele die kitschige Musik) und b) die Features, die Github bietet (vor allem: Hosting für deine Website auf Github pages) könnten dich für die etwas steile Lernkurve entschädigen. RStudio bietet eine rustikale visuelle Schnittstelle für Git, ich persönlich bevorzuge SourceTree .
  5. Zenodo kann deine Website dauerhaft, kostenlos archivieren (und andere Daten auch). Wenn man die Webseite öffentlich macht, kriegt man eine zitierbare DOI , die zu der Website führen wird, auch falls Github und Zenodo eines Tages das Zeitliche segnen. Zenodo kann mit Github integriert werden, so dass Releases auf Github automatisch in Zenodo hochgeladen werden.

Damit dieser Stack gut zusammenarbeitet, muss man noch einige kleinere Probleme bewältigen. Und um ganz ehrlich zu sein: Man braucht immer noch R, RStudio und eine rudimentäre Kenntnis der Geographie von Mount Doom. Aber deine Leser brauchen nur einen Webbrowser, um deine Arbeit nachzuvollziehen (okay, Drucken ginge auch, aber einer meiner Co-Autoren hat einmal versucht, alle meine Mplus-Outputs zu drucken und dabei einen wesentlichen Teil von Honduras entwaldet).

Um es einfacher zu machen, habe ich ein Anfänger-RStudio-Projekt hochgeladen, das du bei Github forken kannst, um mit einer Konfiguration zu beginnen, die bislang gut für mich funktioniert hat. Ich habe versucht, einige der Risse im Stack zu übertünchen, und ich habe ein bisschen Struktur und Code hinzugefügt, die du dann anpassen kannst.

Mit diesen Projekten dokumentiere ich meinen gesamten Forschungsprozess mit Rmarkdown (z. B. Laden und Verarbeiten der Rohdaten, Reshaping in die richtige Form, Analysieren, Diagramme).

Aber statt die rohen Skripte zu teilen (die nur sinnvoll sind, wenn sie interaktiv mit den Daten laufen), mache ich eine Website, auf der die Leser den Code zusammen mit den resultierenden Graphen und anderen Outputs sehen.

Ich benutze die so erstellten Berichte, um meine eigenen Ergebnisse zu verstehen und mit meinen Co-Autoren umfangreiche Ergebnisse zu teilen. Manche Freunde schreiben sogar ihre kompletten Manuskripte mit Scholarly Markdown und Papaja, aber mir ist hier eigentlich wichtiger, nicht alle interessanten Details, die es nicht in das Manuskript schaffen, unter den Tisch fallen zu lassen.

Hier sind zwei Projekte, wo ich diesen Stack (oder eine frühere Version) verwendet habe:

  • https://rubenarslan.github.io/paternal_age_fitness/ – das Online-Supplement für dieses Manuskript. Das ist die größte Seite, die ich bisher gemacht habe (~ 90 Seiten, >7000 Graphen) und es war eine komplexe Nummer mit Modellen, die auf einem Cluster liefen, aber offline dokumentiert wurden.
  • Https://rubenarslan.github.io/generation_scotland_pedigree_gcta/ – das Online-Supplement für dieses Manuskript. Dieser Projekt war viel einfacher, einfach nur eine einzige Seite mit vielen Tabs. Im Manuskript konnten wir nur die Ergebnisse unserer Modellselektionsprozedur zeigen, aber online konnten wir zeigen, welchen Einfluss unsere Entscheidungen hatten und die Komponenten sich gegenseitig beeinflussen.

Dieser Stack sollte mit kleineren Änderungen auch mit Shiny Apps funktionieren.

Also, seid reproduzierbar und mehret euch: https://github.com/rubenarslan/repro_web_stack/

(Es gibt noch ein paar langweiligere Anweisungen auf der Github-Seite, aber es ist wirklich einfacher als all diese Software-Namen es klingen lassen).

PS: Wenn dir das nicht nerdy genug war, ist vielleicht Jon Zelners Blog-Post-Serie interessant. Er benutzt Make-Files, Docker und continuous integration wie ein richtiger, erwachsener Programmierer.

 

Dieser Artikel ist eine übersetzte Fassung eines Beitrags auf der Webseite von Ruben C. Arslan


Zum Autor

Ruben C. Arslan promoviert in der Biologischen Persönlichkeitspsychologie an der Georg-August-Universität Göttingen. Dort befasst er sich mit den evolutionären und genetischen Ursachen von individuellen Unterschieden in Persönlichkeit und Intelligenz und untersucht romantische Präferenzen und Beziehungsdynamiken. Er hofft, dass offene, transparente Wissenschaft die psychologische Forschung solider und replizierbarer machen wird. Um das voranzutreiben veröffentlicht er wissenschaftliche Open Source Software und beteiligt sich an internationalen und lokalen Initiativen zur Förderung von Open Science.

by Sarah Behrens at March 01, 2017 08:20 AM

February 28, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Ladies That FOSS — Welcoming 35 women coders into the FOSS movement and that was just the beginning

German summary: Ladies That FOSS war ein Hackathon gerichtet an Frauen, die Interesse an Freier und Open Source Software (FOSS) haben, aber noch nicht an konkreten Projekten beteiligt sind.

by Julia Schuetze

Ladies That FOSS was an open source hackathon by Wikimedia Deutschland e.V. in October 2016 continuing as a meetup starting from March 15th 2017.

In October 2016 Wikimedia Deutschland e.V. held its first hackathon aimed at women and nonbinary coders who are interested in Free and Open Source Software. The majority of them had one thing in common: they have never contributed to the FOSS world but were eager to find out what all the fuss in FOSS is about.

The event was a “good guideline into the FOSS world, I’m much less scared now to contribute,” one participant wrote in the feedback survey.

Women coders are still a rare sight in FOSS projects. We wanted to change that and provide a space which makes it easier to start which was offline first. The contribution to FOSS projects comes with some overhead, it’s not that easy to figure out where to find the relevant information at the start or understand how and where contributors communicate. Some newcomers to coding have simply just not come across free software projects or are predominantly users instead of contributors not knowing where to start. Whatever the reason, providing a personal introduction to the projects lowers some of those barriers, so Ladies That FOSS that we knew should be about personal interaction. We aimed our communication specifically at women who are not involved in FOSS yet and met with the mentors before to discuss the code of conduct and talk about what mentoring means and how it can be most successful for both the projects and the newcomers.

To make it easier for the participants, we asked about their experience level, interests and skills to be able to match them with projects they’d like to work with on the day and give projects the opportunity to prepare tasks and instructions for specific people. Projects which got on board were: Mozilla Firefox, RIOT, MediaWiki, Wikidata, Inventaire, coala, Nextcloud, LibreOffice and Sourcefabric.

About the event, participants said afterwards that they liked the atmosphere, the one-on-one matchup process, personal communication, the direct contact with the mentors, the diversity of projects and the concrete goal for the day and that work became visible.

Indeed participants could show patches approved, changes on the project websites which could be seen by millions.

 

The positive feedback encouraged us to continue with the format. Predominantly, the women wanted to take part in form of a meetup where also mentors are available, so we set up a cooperation with Mozilla which is supporting the meetup and invited projects involved in Ladies That FOSS. Additionally, the meetup will allow more time to exchange, chat and meet more like-minded people – something which was missing from the more goal-oriented hackathon. For now, participants can freely access and add ideas to an etherpad which provides information about the projects involved but also tasks and installations processes as well as people who are coming to the event. We encourage everyone interested in the meetup to join and add ideas.

The next meetup is on 15th of March 2017.

Want to know more or come to the next meetup?

Learn more about what’s happening at the meetup here: https://public.etherpad-mozilla.org/p/Ladies_that_FOSS_15MARCH

Podcast about Ladies That FOSS: https://sourcecode.berlin/2016/11/03/ladies-foss/

Blogpost about the event by femgeeks: https://femgeeks.de/ladies-that-foss/

Blogpost about the event by Greta, participant and now Ladies That FOSS volunteer https://gretadoci.wordpress.com/2017/01/26/ladies-that-foss/

Twitter: https://twitter.com/ladiesthatfoss

 

by Jens Ohlig at February 28, 2017 02:31 PM

February 23, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 8/2017

In der Wikimedia:Woche 8/2017 wird unter anderem auf diverse neue Stellen bei Wikimedia Deutschland sowie den nächsten Community-Workshop hingewiesen sowie Einblicke in die Community gewähren unter anderem Berichte zu Fotoaktionen im Sportbereich sowie der Berlinale; evaluiert wurden die von Wikimedia Deutschland erstellten Mitmach-Videos und auch ein internationaler Newsletter beschäftigt sich mit dem Thema. Besonderes Highlight ist die Ankündigung der Europäischen Raumfahrtorganisation (ESA), ihre Inhalte unter einer Freien Lizenz zu veröffentlichen.

Zur Wikimedia:Woche 8/2017 geht es hier.

by Martin Rulsch at February 23, 2017 04:45 PM

Gerichtsurteile als Menschenwerk: Zum Editionsprojekt „Die Namen der Justiz“

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt der Stipendiat Hanjo Hamann sein Projekt vor, welches er im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Die „Objektivität“ des Rechts…

Veranstaltungshinweis: „Wissenschaft offen gestalten – Open Science in der Praxis“ 
Am 10. März 2017 präsentieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Fellow-Programms Freies Wissen in Berlin ihre Projekte und diskutieren über ihre Erfahrungen mit Open Science in der Praxis. Mehr Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.

Unter deutschen Juristen gilt es als unfein, Fachtexte in der ersten Person zu verfassen. Wer es versucht, bekommt schnell zu hören, er möge doch die „Egoismen“ tilgen. Denn „das Recht“ soll in größtmöglicher Objektivität ohne eigene Anteilnahme gesprochen und geschrieben werden. Das Persönliche tritt dagegen zurück, Entscheidungen treffen also „der“ Bundesgerichtshof und „das“ Bundesverfassungsgericht, nicht die darin versammelten Richter. Und was „der Bundesgerichtshof“ entscheidet, gilt im Zweifel auch noch weit über die Amtszeit der beteiligten Richter hinaus.

Zu welch dramatischen Verwerfungen das führen kann, zeigt nun der Tübinger Rechtshistoriker Jan Thiessen in einem neuen Buch mit dem unscheinbaren Titel „Der Ausschluss aus der GmbH“ [1]. Anders als das nüchterne Thema nahelegt – und diese Dissonanz ist sicher gewollt – geht es darin ausschließlich um das allzu Menschliche in der deutschen Justiz. Thiessen zeigt nämlich, wie eine scheinbar sachlich begründete Rechtsansicht, die heute allgemein anerkannt ist, alles andere als sachlich begann: Sie wurde von Richtern mit einem bestimmten sozialen Hintergrund 1942 entwickelt, um einen bestimmten (nämlich jüdischen) Unternehmer zu benachteiligen. Thiessen hat die Geschichte dieses Gerichtsprozesses und der daran beteiligten Personen gründlich recherchiert und plastisch dargestellt, wie ein ideologisch motiviertes Unrecht gerade dank seiner Ent-Menschlichung in das Rechtsdenken nachfolgender Juristengenerationen einsickern und seinen ideologischen Kontext weit überleben konnte. So wird aus dem scheinbar neutralen Urteil „des Reichsgerichts“ mit dem blassen Aktenzeichen „II 67/41“ und der nichtssagenden Fundstelle „RGZ 169, 330“ wieder eine packende und lehrreiche Geschichte über menschliche Schicksale, über die heftigen Konflikte „des Rechts“ in besonderen politischen Machtverhältnissen, und über den Einfluss und die Verantwortung einzelner Richterpersönlichkeiten.

und die Namen der Justiz

Andernorts sind solche Rechts-Geschichten viel üblicher. So etwa in der angloamerikanischen Rechtsprechung, deren Richter vor subjektiver Rhetorik noch nie zurückschreckten und ihre persönliche Meinung auch öffentlich kundtun, wenn sie der Kollegenmehrheit und damit „dem Gericht“ widerspricht. Dieser Stil der Rechtsfindung bedingt auch eine andere Auseinandersetzung mit Streitfällen: Der Prozess wird weniger als amtliches Verfahren geführt denn als streitiger Diskurs; Urteile werden nicht mit Aktenzeichen zitiert, sondern mit den Namen der Prozessbeteiligten; Forscher beschäftigen sich dementsprechend intensiv mit den Nebenwirkungen der richterlichen Parteizugehörigkeit, ihrer sozialen Herkunft und sonstigen Umstände auf juristische Sachdebatten [2]. Diese Forschung findet nicht mehr nur qualitativ, sondern zunehmend auch quantitativ mithilfe großer Datensätze im Internet (Big Data) statt.

Während qualitative Justizforschung auch in Deutschland Konjunktur hatte, als in den 1970ern die Rechtssoziologie „vor den Toren der Jurisprudenz“ stand [3], scheitert die quantitative Justizforschung in Deutschland noch immer daran, dass geeignete Datensätze fehlen. Die meisten Informationen finden sich bestenfalls gedruckt oder auf archivierten Mikrofilmen (oder eben gar nicht), sind aber kaum je im Internet abrufbar. Dazu gehörten bisher auch die Namen und Aufgaben der Richter, die im Lauf der Jahrzehnte an den höchsten deutschen Gerichten tätig waren. Denn die Zuständigkeits- und Besetzungslisten der Gerichte (sog. Geschäftsverteilungspläne) wurden nie digitalisiert. Fragt man bei den Gerichten direkt nach, ist der Verbleib dieser Dokumente aus früheren Jahren entweder nicht bekannt, oder kann „aus Kapazitätsgründen“ jedenfalls nicht mitgeteilt werden – und „eine nachträgliche Erfassung in elektronischer Form ist [erst recht] nicht beabsichtigt“.

Das ändert mein Projekt „Die Namen der Justiz – Offener Zugang zur Justizgeschichte“ im Rahmen des Fellow-Programms „Freies Wissen“; es soll sowohl den offenen Zugang zu Rechtsdokumenten (open access) als auch die empirische Unterfütterung juristischer Entscheidungen (Evidenzbasierte Jurisprudenz [4]) verbessern.

www.Richter-im-Internet.de

Die Webseite www.richter-im-internet.de entstand im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen, Screenshot von Christopher Schwarzkopf, CC BY-SA 4.0

Konkret soll das Projekt auf einer frei zugänglichen Internetseite die Geschäftsverteilungspläne der sieben höchsten deutschen Gerichte jedermann so vollständig wie möglich zur Verfügung stellen. Diese sieben Gerichte sind das Bundesverfassungsgericht, die fünf obersten Gerichtshöfe des Bundes (Bundesgerichtshof, Bundesverwaltungsgericht, Bundesfinanzhof, Bundesarbeitsgericht und Bundessozialgericht) sowie das Bundespatentgericht, die alle zwischen 1950 und 1961 errichtet wurden und dementsprechend auf mehr als ein halbes Jahrhundert Rechtsprechungstätigkeit zurückblicken.

Diese Gerichte wurden kontaktiert, ebenso wie einige einschlägige Dienstleister und der Verlag, der die Geschäftsverteilungspläne bis 2012 im Druck veröffentlichte. Die bei diesen Stellen verfügbaren Dokumente wurden in mehreren Arbeitsrunden digitalisiert, dann nachbearbeitet, mit Metadaten versehen und im Internet auf dem eigens eingerichteten Informationsportal www.Richter-im-Internet.de zum Download bereitgestellt. Dort liegen nun die Geschäftsverteilungspläne für eines der Gerichte (BGH) zurück bis zur Gründung vor, für die meisten anderen immerhin gut fünfzig Jahrgänge. Das sind insgesamt über 300 pdf-Dokumente im Umfang von knapp 3.000 Seiten. Wo noch Dokumente fehlen, verweist die Website auf Gerichtsauskünfte und Druckveröffentlichungen, die weiterführende Informationen enthalten und im Zuge einer etwaigen Projektfortsetzung genutzt werden könnten.

Ausblick: Open Data für die Forschung

Für einen wichtigen Teil der Daten treibt das Projekt die Öffnung sogar noch weiter: In Abstimmung mit einem vierköpfigen Beirat aus Sprach-, Netzwerk-, Politik- und Geschichtswissenschaftler(inne)n werden ausgewählte Besetzungslisten (insb. alle des Bundesgerichtshofes in Zivilsachen) maschinenlesbar aufbereitet und mit weiteren Daten aus öffentlichen Quellen angereichert. So entsteht ein Datensatz aus bisher gut 5.200 Einträgen, die für jede(n) der bisher gut 600 BGH-Richter(innen) die Lebensdaten, Ein- und Austritts- sowie Beförderungstermine und die Senatszugehörigkeiten für jedes Jahr seit der Gründung des Gerichts 1950 auflistet. Zudem wird jede Person anhand ihrer Wikidata-Kennung identifiziert, wodurch es möglich sein wird, beliebige andere Datensätze, die in Wikidata hinterlegt oder verlinkt sind, automatisiert einzubinden.

So kann auch hierzulande empirische Forschung zur Justiz stattfinden, die das Big-Data-Potential des Internet nutzt, um wichtige Einsichten über das Zusammenspiel sozialer und politischer Systeme mit dem Recht zu gewinnen.


Zum Autor

Dr. Dr. Hanjo Hamann arbeitet am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern  (Bonn), unter anderem zu Rechtslinguistik, empirischer Rechtsforschung und Verhaltensökonomik. Seit September 2016 ist er Stipendiat im Fellow-Programm Freies Wissen.


[1] Thiessen, Jan: Der Ausschluss aus der GmbH als ‚praktische Durchführung einer verbrecherischen Irrlehre‘ – eine Rechtsfortbildungsgeschichte, Tübingen 2017.

[2] Bsp.: Segal, Jeffrey A. und Harold J. Spaeth: The Supreme Court and the Attitudinal Model Revisited, Cambridge 2002; Bailey, Michael A. und Forrest Maltzman: The Constrained Court: Law, Politics, and the Decisions Justices Make, Princeton 2011.

[3] Lautmann, Rüdiger: Soziologie vor den Toren der Jurisprudenz – Zur Kooperation der beiden Disziplinen, Stuttgart 1971; kurz darauf ders., Justiz – die stille Gewalt, Frankfurt/M. 1972, Neuausgabe 2011.

[4] Hamann, Hanjo: Evidenzbasierte Jurisprudenz. Methoden empirischer Forschung und ihr Erkenntniswert für das Recht am Beispiel des Gesellschaftsrechts, Tübingen 2014.

by Christopher Schwarzkopf at February 23, 2017 08:45 AM

February 21, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Mehr Weltraum für Wikipedia

Die Europäische Weltraumorganisation hat eine neue Open Access Policy angekündigt: künftig veröffentlicht die ESA ihre Inhalte unter Creative-Commons-Lizenzen. Das bedeutet, nicht nur Wikipedia, sondern wir alle haben bald mehr Zugang zu Freiem Wissen über das Weltall.

Schon bevor die Europäische Weltraumorganisation ESA 1975 gegründet wurde, verfolgten Millionen Menschen auf der ganzen Welt die erste bemannte Mondlandung live vor ihren Fernsehern. Das öffentliche Interesse an der Erforschung des Weltalls und der Raumfahrt ist auch heute noch ungebremst – die Informationskanäle aber nicht mehr dieselben wie noch vor 40 Jahren. Mit ihrer Open Access Strategie will die ESA die Raumforschung nun zugänglicher gestalten. Jeder Internetbenutzer und jede Internetbenutzerin, aber auch Wissenschaft und Wirtschaft, können künftig frei auf das Bild-, Video- und Datenmaterial der ESA zugreifen und es unter Einhaltung der Lizenzbestimmungen sogar für eigene Zwecke nutzen.

Die ESA ist dabei nicht die erste Weltraumorganisation, die ihre Inhalte unter freien Lizenzen zur Verfügung stellt. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt  (DLR) stellte auf Initiative von Wikimedia Deutschland bereits 2012 seine Lizenzierungspolitik um. Inhalte der NASA, wie zum Beispiel Satelliten- und Teleskopaufnahmen, sind automatisch gemeinfrei. Die ESA verpflichtet sich nun, eigene Inhalte unter einer Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 IGO zu veröffentlichen. Um Inhalte unter dieser Lizenz nachzunutzen zu können, muss lediglich ein vollständiger Lizenzhinweis angegeben werden. Unter anderem können neueste Erkenntnisse aus der Raumfahrt und begleitendes Bildmaterial damit einfacher in die Wikipedia übernommen und so einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.

Schon seit 2004 engagieren sich Freiwillige aus Wikimedia-Projekten dafür, die ESA von einer freien Lizensierung ihrer Bildmaterialien zu überzeugen. 2014 hatte die Europäische Raumfahrtorganisation daraufhin bereits Bilder von der Rosetta-Mission unter Creative-Commons-Lizenzen zur Verfügung gestellt.

 

by Denis Schröder at February 21, 2017 09:08 AM

February 16, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 7/2017

In der Wikimedia:Woche 7/2017 sind viele spannende Termine zu finden, darunter eine Schatzsuche im Stuttgarter Stadtarchiv, eine Infoveranstaltung zur EU-Urheberrechtsreform und ein Edit-a-thon zur Open-Kultur. Außerdem können Gebühren für Behördenanfragen jetzt auch in Österreich übernommen werden und zur Lösung von Bearbeitungskonflikten wird ab sofort eine neue und bessere technische Funktion angeboten. Die deutschsprachige Wikipedia-Community diskutiert derzeit über die Nutzung von Bildern abmahnender Fotografen und startete hierzu ein Meinungsbild.

Zur Wikimedia:Woche 7/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at February 16, 2017 02:37 PM

February 13, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Mach mit: Videos für den leichteren Einstieg bei Wikipedia

Wikipedia lesen ist für Viele ganz alltäglich. Dass aber alle auch mitschreiben und ihr Wissen einbringen können, ist oft nicht bekannt. Wichtig ist uns als Wikimedia Deutschland daher, schon zum Einstieg zu zeigen, dass Editieren in der Wikipedia Spaß macht. Durch Gespräche mit der Community sowie Erfahrungen aus dem Movement gehen wir davon aus, dass neue Autoren und Autorinnen mit dem Einsatz von Bewegtbild besser an die Hand genommen werden können. Im 4. Quartal 2016 haben wir daher drei verschiedene Videoformate produziert, die Neuautorinnen und -autoren auf verschiedenen Ebenen die Wikipedia näher bringen sollen.

 

Gemeinsam mit dem netzpolitischen Künstler Alexander Lehmann entstand dieses Attention-Desire-Action-Video (kurz ADA). Es ist ein humorvolles und niedrigschwelliges Video, das zeigt: „Cool! Bei der Wikipedia kann ich mitmachen!“. Es soll den Leserinnen und Leser der Wikipedia verdeutlichen, dass und wie sie sich aktiv beteiligen können. Für das Video wurde ein eigener Illustrationsstil entwickelt, der auch auf flankierenden Produkten eingesetzt werden kann. Das Video eignet sich gut, um außerhalb der Projekt- und Organisationswebseiten Aufmerksamkeit für Wikipedia und Wikimedia zu generieren.

 

 


 

Mit unserer Kooperationspartnerin Simpleshow Foundation wurden drei Erklärvideos produziert, die grundlegende Begriffe und Konzepte der Wikipedia anhand von häufig gehörten Nutzenden-Fragen erklären. Diese sind: „Welche Infos dürfen eigentlich in die Wikipedia?“, „Wird mein Text sofort veröffentlicht?“ und „Wie funktioniert die Arbeit in der Wikipedia?“. Auf Basis dieser Videos können sich Interessierte weiter in die Wiki-Welt einarbeiten.
 

 

In den Screencast Tutorials wird es praktischer: In diesen erklären aktive Autorinnen und Autoren den Neulingen, wie das Editieren in der Wikipedia genau funktioniert. Die Interessierten lernen ihre Benutzerseite sowie die Benutzeroberfläche der Wikipedia mit dem Visual Editor  kennen. Sie erfahren außerdem, wie sie über Artikel diskutieren, Artikel verbessern und Artikel schreiben sowie Bilder einbinden können. Alle Tutorinnen und Tutoren sind zusätzlich in einem kurzen Teaser zu sehen, in dem sie erzählen, warum sie bei Wikipedia dabei sind. Am 25. und 27. November (am Wochenende der Mitgliederversammlung) wurden die Tutorials in den Räumen von Wikimedia Deutschland am Tempelhofer Ufer in Berlin gedreht. Der erfahrene Kameramann Stefan Brainbauer konnte dabei viel von der Aufregung nehmen, so dass sowohl die Tutorinnen und Tutoren als auch das WMDE-Filmteam Spaß hatten.
 

 

Allen Videos wurde ein eigens kreiertes Intro und Outro voran- bzw. nachgestellt. Die elf Produktionen sind auf einer Machmit-Seite gesammelt. Zu Beginn des Jahres wurde das Dankeschön-Banner, das zum Ende der Spendenkampagne geschaltet wird, genutzt, um auf diese Seite aufmerksam zu machen. Die Aktion wird als Testlauf gesehen. Derzeit werden qualitative Interviews mit Testpersonen durchgeführt. Zusammen mit den quantitativen Messungen der Kampagne können wir dann abschließend sagen, ob das Format Bewegtbild in diesem Kontext hilfreich ist.

Die Videos werden derzeit sowohl innerhalb als auch außerhalb der Wikipedia eingebunden und geteilt. Wir freuen uns über jede Einbindung! Außerdem wird es englische Versionen bzw. englische Untertitelungen geben, so dass die Videos auch weltweit zur Verfügung stehen und von anderen Sprachversionen übersetzt und genutzt werden können.

Weitere Informationen zum Projekt der Neuautorengewinnung von Wikimedia Deutschland sowie die Auswertung der Testergebnisse findet ihr auf der Projektseite. Wir freuen uns auf dieser Seite ebenfalls über Feedback, Ideen und Anregungen!

by Elisabeth Mandl at February 13, 2017 02:42 PM

February 09, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 6/2017

In der Wikimedia:Woche 6/2017 geht es unter anderem um die Aberkennung des Chapter-Status von Wikimedia Hong Kong und die Beteiligung der Wikimedia Foundation an der Klage gegen die Einwanderungsverordnung des amerikanischen Präsidenten Trump. Außerdem werden aktuell Mitglieder sowohl für das Programmteam der Wikimania als auch für das Wahlkomittee der Foundation-Wahlen gesucht und die Tool-Labs-Teams der WMF zu dem Bereich Wikimedia Cloud Services zusammengeführt.

Zur Wikimedia:Woche 6/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at February 09, 2017 03:24 PM

February 08, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

„Wissenschaft offen gestalten – Open Science in der Praxis“ – Podiumsdiskussion und Projektvorstellung am 10. März 2017

Wie funktioniert Open Science in der Praxis? Wir laden Sie ein, diese Frage mit uns im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu diskutieren. Zu Gast sind Expertinnen und Experten sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und-wissenschaftler, die darüber sprechen, welche Erfahrungen sie mit offener wissenschaftlicher Praxis gemacht haben.

Die Idee von Open Science verspricht den gesamten wissenschaftlichen Prozess für möglichst viele Menschen zugänglich, nachvollziehbar und nutzbar zu machen – von der Datenerhebung bis zur Veröffentlichung der Ergebnisse. Doch wie werden Open Science Projekte konkret umgesetzt? Mit welchen Herausforderungen und Hürden werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler konfrontiert, die ihre eigene wissenschaftliche Arbeit möglichst offen gestalten möchten?

Im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen, das von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband im letzten Jahr ins Leben gerufen wurde, haben sich zehn Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen intensiv mit diesen Fragen auseinandergesetzt. Über einen Zeitraum von sechs Monaten haben sie in Forschungsprojekten Open Science in der Praxis betrieben und wurden dabei durch erfahrene Open Science-Expertinnen und -experten unterstützt, die ihnen als Mentorinnen und Mentoren beratend zur Seite standen. Zum Abschluss des ersten Programmjahres präsentieren die geförderten Fellows ihre Projektergebnisse und sprechen darüber, wie Open Science für sie in der Praxis funktioniert hat.

Auf dem Podium diskutieren:

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion besteht die Möglichkeit, sich bei Getränken und Snacks über die geförderten Projekte zu informieren und mit den Fellows und Mentorinnen und Mentoren ins Gespräch zu kommen.

  • Datum: 10. März 2017
  • Uhrzeit: 18:00 – 20:00 Uhr, anschließend informeller Ausklang
  • Veranstaltungsort: Wikimedia Deutschland e. V., Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin​
  • Hashtag: #FellowsFreiesWissen

Die Teilnahme ist kostenfrei, um Anmeldung (per Mail an wissenschaft@wikimedia.de) wird gebeten.

Wir freuen uns auf einen interessanten Abend!

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband 2016 ins Leben gerufen, um Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene wissenschaftliche Arbeit offen zu gestalten. Das zentrale Anliegen des Programms ist es, die schrittweise Öffnung der Wissenschaft zu fördern und das Prinzip kollaborativer Wissensproduktion nach dem Vorbild der Wikipedia weiter in die Breite zu tragen. Im ersten Programmjahr wurden die Fellows betreut von V.-Prof. Dr. Ina Blümel (Technische Informationsbibliothek Hannover), Dr. Gregor Hagedorn (Museum für Naturkunde), Dr. Peter Kraker (Know-Center), Dr. Daniel Mietchen (National Institutes of Health) und Prof. Dr. Claudia Müller-Birn (Freie Universität Berlin).

by Christopher Schwarzkopf at February 08, 2017 08:34 AM

February 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

WikiWomen waren unterwegs in Berlin – wie war es?

Gastbeitrag von IvaBerlin

Bei monatlichen Treffen kommen seit 2013 erfahrene Wikipedianerinnen und interessierte Neu-Autorinnen in Berlin zusammen. Es werden sowohl offene Fragen zu Artikeln geklärt als auch gemeinsam editiert. Dabei fiel auf, dass es weiterhin viele Artikel in der Wikipedia gibt, die durch mehr weibliche Beteiligung entweder vom Blickwinkel her oder inhaltlich zu verbessern bzw. zu ergänzen wären.

Unabhängig davon wurde von den Frauen immer wieder festgestellt, dass es zu zahlreichen Berliner Frauenprojekten bislang keine eigenständigen Artikel in der Wikipedia gibt, obwohl sie immer wieder in Artikeln erwähnt werden. Als Beispiel sei Das Verborgene Museum genannt, welches seit 1986 Kunst von Frauen ausstellt. Auch der Ort namens „Treffpunkt und Kultur für Frauen Begine“ feierte 2016 sein 30-jähriges Jubiläum, fand jedoch bisher keine Artikel-Berücksichtigung. Daher wurde eine Lösung dafür gesucht und mit dieser Veranstaltungsreihe sollte daran etwas geändert werden.

WikiWomen unterwegs in Berlin bot im vergangenen Jahr Treffen an Frauen-Orten und -Treffpunkten sowie in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland an: Im jeweils ersten Monat eines Quartals wurde gemeinsam ein Besuch an einem solchen bisher unberücksichtigten Frauen-Projekt organisiert und beworben. In den darauf folgenden Monaten wurden diese Termine in der Praxis umgesetzt. Anschließend wurde der Artikel zu dem Frauen-Projekt in einem separaten Termin vervollständigt und in die Wikipedia verschoben.

Auf diese Weise stellten wir den ersten Artikel über „Das Verborgene Museum“ fertig. Daraus wurden dann letztlich 2 Artikel – einer über den Ort und einer über die Ausstellung. Außerdem entstanden in diesem Zusammenhang auch noch Artikel über einzelne Frauen wie z.B. der über Gisela Breitling und der über Alexandra Goy.

Im zweiten Quartal hatten wir Kontakt mit dem Frauenmuseum, wozu auch ein Artikel in Arbeit ist. Da dieses Projekt keinen festen „eigenen“ Ort hat, gelang es bisher nicht, den Artikel fertig zu stellen. Anschließend erfolgte der Besuch von Evas Arche – dem (einzigen) ökumenischen Frauenzentrum. Auch hier ist ebenso wie für die „Begine“ ein Artikel in Arbeit.

Während des Projektverlaufs stellte sich heraus, dass insgesamt deutlich mehr Zeit als ursprünglich gedacht gebraucht wird, um einen Artikel gemeinsam so weit zu bringen, dass alle Beteiligten zufrieden waren. Außerdem lässt sich bestätigen, was im Projekt „WikiWedding“ deutlich wurde: „Die […] Interessierten scheiterten an der „Kurz“einführung in Technik und erwartete Verhaltensweisen, die mittlerweile erstaunlich lange dauert.“

Zusammenfassend lässt sich festhalten: Alle Beteiligten waren erstaunt, wie lange es dauert, eigenständige Artikel über Frauenprojekte in der Wikipedia zu schreiben. Daher muss und wird es auf jeden Fall als Fortsetzung auch weiterhin Einzel-Veranstaltungen in dieser Richtung geben. Und: es lohnt sich!

Termine und Veranstaltungen für 2017

  • jeden 1. Mittwoch im Monat: WomenEdit in Berlin

Mitarbeit in der Wikipedia

by Nicolas Rueck at February 06, 2017 12:35 PM

February 03, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Freiwillige, die für Wikimedia-Projekte entwickeln: Ein Interview mit Greta Doçi

Ein Beitrag von Sandra Muellrick. Dieser Artikel ist auch auf Englisch verfügbar.

Greta ist als Freiwillige erst seit ein paar Jahren im Wikimedia-Movement aktiv. Sie hält Vorträge über Wikidata und engagiert sich in der Open-Source-Entwicklung. In diesem Blogbeitrag möchten wir sie und die vielen Möglichkeiten vorstellen, sich im Wikimedia-Movement auszuprobieren, zu lernen und sich weiterzuentwickeln.

“Ich versuche alles online zu stellen, was ich weiß, zum Beispiel Arbeiten mit MediaWiki, Queries oder meine Edits in Wikipedia oder Wikidata.”

Seit drei Jahren arbeitet Greta als Editor so gut wie jeden Nachmittag in Wiki-Projekten. Sie arbeitet leidenschaftlich daran, von Albanien aus das Wissen der Welt in die Welt zu tragen. Seit über drei Jahren ist sie in der Wikipedia und seit anderthalb Jahren für Wikidata aktiv und war auch schon in der albanischen Usergroup im Vorstand. Die IT-Expertin für eine Regierungsorganisation veranstaltet Workshops zu Wikidata, organisiert den Fotowettbewerb “Wiki loves Monuments” in Albanien, unterrichtet Studierende, wie sie die Wikipedia nutzen können und lernt seit 3 Monaten wie sie selbst bei MediaWiki Code beitragen kann.

“Ich liebe sowas. Deshalb engagiere ich mich ehrenamtlich.”

Bereits in jungen Jahren hat sie angefangen, sich für soziale Zwecke ehrenamtlich zu engagieren. Für Greta ist es wichtig, Sinn in ihrem Handeln zu sehen, Aufgaben zu beenden und etwas nützliches für die Gesellschaft produziert zu haben. Sie liebt es, Dinge zu lernen, Wissen zu teilen und es anderen beizubringen. Gerade deswegen gefällt ihr das Wikimedia-Movement so sehr.

“Mein erster Artikel in der Wikipedia war über Computersicherheit. Das war mein Lieblingsthema im Studium. Das war mein erster Artikel und ich habe ihn vom Englischen ins Albanische übersetzt während der ersten Tage der albanischen Wikipedia.”

Den Einstieg in die Open-Source-Welt hat sie als Teilnehmerin in einen Wikipedia-Workshop in ihrem lokalen Hackerspace gefunden. Sie hat angefangen, Artikel zu übersetzen, Wissen über Albanien zu teilen und Wissen ins Albanische zu übersetzen.  Als Übersetzerin vom Albanischen ins Englische hat sie sich auch schon bei der FSFE, Nextcloud und OSM beteiligt oder in der Toolbar-Entwicklung bei Mozilla.

Dabei hat sich Wikipedia als Projekt am effizientesten erwiesen, da sich das Editieren von Artikeln oder Datensätzen leichter in ihren Arbeitsalltag integrieren lässt.

“Ich bin total verliebt in Wikidata. Ich arbeite mehr denn je.”

Besonders hat sie sich in das Wikidata-Projekt verliebt. Mit Wikidata begann sie, weil sie sich nach einem Wikimedia-Projekt umgeschaut hat, dass etwas technischer ist. Danach hat sie angefangen, Fakten zu Albanien hinzuzufügen und mit anderen Aktiven die Albanien-Einträge koordiniert. Am meisten hat sie jedoch damit Zeit verbracht, die Daten aus dem Wiki-Loves-Monument-Wettbewerb in Albanien in Wikidata zu bearbeiten. Doch nicht nur die Arbeit als Editor in Wikidata gefällt ihr — auch die Möglichkeit anderen Wikidata beizubringen. Gerade hat sie auf dem 33. Congress des Chaos Computer Clubs, dem 33C3, in einem überfüllten Workshop-Raum einen Wikidata-Workshop mit anderen Freiwilligen gegeben, um mehr Leute von Wikidata zu begeistern.

“Die Ideologie von Open Source: Lerne für dich selbst und dann können andere deinen Code nehmen.”

Beim “Ladies That FOSS”-Hackathon hat sie angefangen, am Quellcode von MediaWiki zu arbeiten. Dort war Matt Flaschen von der Wikimedia Foundation ihr Mentor. Die Zusammenarbeit mit ihm hat ihr sehr gut gefallen: “Er hat mich aufgefordert bei Problemen erstmal zu googlen oder in der MediaWiki-Dokumentation zu suchen, um meine eigene Lösung zu finden”, berichtet sie.  “Das war sehr hilfreich nicht nur für die Bearbeitung der kleinen Tasks, sondern auch um generelles Wissen zu MediaWiki aufzubauen. In Albanien gibt es keine Veranstaltungen, wie Ladies That FOSS, wo man einen Mentor bekommt, der mit einem den Code durchgeht. Es gibt bei Tech-MeetUps eine Präsentation und dann muss man selbst ausprobieren.”

Seit dem “Ladies That FOSS”-Hackathon trägt sie weiterhin Code bei, obwohl es schon manchmal schwierig herauszufinden, wie der eigene Code am besten reviewt werden kann, so dass man nicht so lang auf Feedback warten muss.

“Die Community gibt mir ein gutes Gefühl. Wikimedia gibt den richtigen Leuten Anerkennung für ihre Arbeit. Das motiviert mich als Freiwillige.”

Unterstützung aus dem Movement wünscht sich sich Greta vor allem vor Ort. Es gibt aus dem Movement viele finanzielle Möglichkeiten an internationalen Treffen teilzunehmen oder auf Hackathons Workshops zu Wikidata zu geben. Sie profitiert von den Stipendien-Programmen. Das ist wichtig, denn sonst könnte man sich das Reisen als Freiwillige gar nicht leisten. Doch vor Ort besteht die Wikimedia User Group aus acht aktiven Leuten, die ihre Open-Source-Aktivitäten gern ausbauen würden, jedoch zu wenig Ressourcen haben, um Hackathons oder MeetUps zu organisieren. “Die Community zieht ihre Motivation aus den Offline-Treffen”, sagt Greta.

Um mehr Entwickler für MediaWiki zu gewinnen, ist es für Greta wichtig, Leute wie sie vor Ort zu haben, die das Wissen mit anderen Freiwilligen teilen können und ihnen beibringen wie sie programmieren oder hauptamtliche Entwickler einladen, die tiefergehende Workshops in Albanien geben, um die Programmiercommunity dort zu engagen.Auf jeden Fall wünscht sie sich mehr Offline-Events, die den Freiwilligen helfen sich in Projekten zu engagieren.

by Jens Ohlig at February 03, 2017 12:37 PM

Being a Volunteer Developer for Wikimedia projects: An Interview with Greta Doçi

Interview by Sandra Muellrick. This blog post is also available in German.

As a volunteer, Greta has been active in the Wikimedia movement for only a few years. She gives talks about Wikidata and is involved with Open Source development. In this blog post we want to introduce both her and the many opportunities the Wikimedia movement offers to try out new things, learn, and improve.

“Everything I know I try to put online to share e.g work with MediaWiki, queries or editing in Wikipedia or Wikidata. ”

For three years now, Greta has been editing Wiki projects on almost every afternoon. She is enthusiastic about bringing Free Knowledge to the world out of her native country of Albania. She’s been an editor for Wikipedia for over three years, and for more than one and a half year she’s been active on Wikidata. She also served on the board of the Albanian user group. Apart from her day job as an IT expert at an Albanian state organization, she organizes Wikidata workshops as well as the Albanian edition of the “Wiki Loves Monuments” photo contest, teaches university students on how to use Wikipedia, and for 3 months now she’s been teaching herself how to contribute code to MediaWiki.

“I love these things. That’s why I’m volunteering.”

She started to volunteer for charity causes at a young age. It’s important for Greta to produce something meaningful, finish projects, and have an impact on society. She loves to learn things, share knowledge and teach others. This is why she feels right at home at the Wikimedia movement.

“My first article in Wikipedia was about computer security. It was my favourite topic during my studies. It was my first article that I translated from English to Albanian during the first days of the Albanian Wikipedia.”

She started her journey into the world of Open Source as a participant in a Wikipedia workshop at her local hackerspace. This is how she started sharing knowledge about Albania, and translating knowledge into Albanian. As a translator from English to Albanian, she has worked for FSFE projects, Nextcloud, OSM, or participated in the toolbar development for Mozilla. Wikipedia proved to be the most efficient project for her, as editing and updates on data can are easy to be integrated into her daily schedule.

“I’m so in love in Wikidata. I’m working more than I used to”

In particular, she fell in love with the Wikidata project. She started to work on Wikidata as she was looking for a more technical Wikimedia project. Then she started adding facts on Albania and began coordinating Albania-related items with other volunteers. The biggest She spent the biggest amount of time updating data from the Albanian Wiki Loves Monuments contest in Wikidata. But it’s not just the work as an editor that she likes — she’s also happy about the opportunity to teach others about Wikidata. She just came back from the 33rd Chaos Communication Congress (or 33C3) where she stood in front of a an audience in a packed room with other volunteers to enthusiastically teach more people about Wikidata.

“The ideology of open source is to learn for yourself and others can take my code.”

At the “Ladies That FOSS” hackathon she got her feet wet at the MediaWiki source code for the first time. Matt Flaschen of the Wikimedia Foundation was her mentor there. She liked the cooperation: “He asked me to google problems first and look through the MediaWiki documentation to find my own solution”, she says. “That helped me not only with the smaller tasks at hand, but also to get an general overview of MediaWiki. There are no events like “Ladies That FOSS” in Albania where you get a mentor who goes over the code with you. There may be a presentation at a tech meetup and then you have to try it all by yourself.”

Ever since “Ladies That FOSS” she’s been contributing code, even though she struggles with finding the right place to get her code reviewed so she doesn’t have to wait for feedback for a long time.

“The community gives me a good feeling. Wikimedia is giving credit to the right people for the work they do. That’s something that motivates me to volunteer.”

Greta would love to see more support for local communities. The movement provides volunteers with with many programs to sponsor travelling to international meetings or organize Wikidata workshops at hackathons. Grants and scholarships are very helpful for her. Without them, she couldn’t afford travelling as a volunteer. However, her local Wikimedia user group has only eight active members who would love to expand their Open Source activities, but lack the resources to organize meetups and hackathons. “Offline meetings are where the community gets their motivation from”, says Greta.

In order to get more developers for MediaWiki, she thinks it’s important to have more people like herself at local spaces who share their knowledge with other volunteers and teach them programming or invite staff developers for in-depth workshops in Albania to get the local programmers’ community engaged. In any case, she hopes for more offline events to get more volunteers involved with projects.

by Jens Ohlig at February 03, 2017 12:37 PM

February 02, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 5/2017

Abraham Taherivand wurde als Vorstand von Wikimedia Deutschland bestätigt. Neue Vorstände wurden auch bei Wikimedia Belgien und der WikiProject Medicine Foundation gewählt. Die Wikimedia Foundation erhielt 500.000 US-Dollar zur Verbesserung des Community-Befindens und sucht Koordinatoren für den Movement-Strategieprozess. Eine weitere Stelle (Engineering Manager) ist derzeit bei Wikimedia Deutschland ausgeschrieben.

Außerdem in der Wikimedia Woche 5/2017: Ein Bericht über die WikiIndaba in Ghana, ein Kommentar von Katherine Maher zu dem US-Einreise-Dekret und die neue internationale Version der Wikimedia-Commons-Broschüre.

Zur Wikimedia:Woche 5/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at February 02, 2017 03:35 PM

January 30, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Abraham Taherivand als Vorstand von Wikimedia Deutschland bestätigt

Liebe Vereinsinteressierte,

es ist mir eine besondere Freude, euch heute mitteilen zu können, dass das Präsidium von Wikimedia Deutschland auf seiner Sitzung am vergangenen Wochenende Abraham Taherivand zum geschäftsführenden Vorstand des Vereins berufen hat. Das Präsidium freut sich sehr auf die Fortführung der engen Zusammenarbeit!

Abraham war bereits seit November Interimsvorstand des Vereins und hat die Geschäfte kommissarisch geleitet. Zuvor war der vorherige Vorstand Christian Rickerts zum Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe ernannt worden und hatte sein Amt daher niedergelegt.

Abraham hat nicht nur in seiner Zeit als Leiter der Software-Entwicklung, sondern auch in den vergangenen zwei Monaten als Interimsvorstand gezeigt, dass er mit seinen Erfahrungen, seinen Qualifikationen und ganz besonders mit seiner großen Leidenschaft für Freies Wissen die richtige Person zur richtigen Zeit ist. Das Präsidium hat großes Vertrauen in Abrahams Fähigkeiten und ist überzeugt, dass die Führung der Geschäftsstelle bei ihm in guten Händen liegt.

Als Präsidium möchten wir im kommenden Jahr gemeinsam mit Abraham, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle, Mitgliedern, Communitys und anderen Interessierten außerdem die Frage nach der Gestaltung der Vorstandsposition und Entscheidungsstrukturen im Verein weiter bearbeiten. Wir wollen die Veränderungen, die sich durch den Vorstandswechsel ergeben, genau beobachten und gemeinsam mit allen Beteiligten prüfen, ob die Struktur der Führung im Verein den Ansprüchen aller gerecht wird. Dazu wird das Präsidium in den nächsten Wochen und Monaten Kontakt zu den genannten Gruppen aufnehmen, die Ergebnisse zusammentragen und anschließend Handlungsempfehlungen ausarbeiten. Gemeinsam mit meinen Kollegen Kurt Jansson und Sebastian Moleski werde ich diesen Prozess im Vorstandsausschuss steuern und wir stehen euch bereits jetzt für Fragen und Anregungen per Mail an praesidium@wikimedia.de zur Verfügung.

Ich freue mich auf die gemeinsame Zeit mit Abraham und möchte stellvertretend für das gesamte Präsidium Abraham auf seiner neuen Position herzlich willkommen heißen.

Für das Präsidium
Tim Moritz Hector

by Tim Moritz Hector at January 30, 2017 03:55 PM

January 27, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Software product management as an internship: Learning about the real world at Wikimedia Deutschland

German summary: Glorian Yapinus aus Indonesien hat gerade sechs Monate Praktikum in der Software-Entwicklung bei Wikimedia Deutschland hinter sich. Hauptsächlich arbeitete er mit Lydia Pintscher zusammen, der Produktmanagerin von Wikidata. Seine Motivation war es, Produktmanagement mit praktischen Erfahrungen in einem realen Projekt zu lernen. Wir haben ihn zum Ende seines Praktikums zu seinen Erfahrungen befragt. Das Interview fand auf Englisch statt, der Sprache, die Glorian auch in der täglichen Arbeit bei Wikimedia Deutschland benutzte.

Glorian Yapinus just spent 6 months at Wikimedia Deutschland as an intern in the software development department. Working together with Lydia Pintscher, the product manager of Wikidata, he was driven by his wish to work on a real world project. This is his story.

Hi, Glorian. Tell us a bit about your background. Where are you from, what do you study?

Hi :)
I come from Indonesia, a beautiful island country located in Southeast Asia. I love building things. As time went by, I discovered that apart from loving to build things, I am also drawn to technology. This is the reason why I did my Bachelor study in Information Technology (IT). Back then, I wished that through this study, I could learn how to develop cool games and applications.

However, it turned out, I got hooked on a subject called software product management. Software product management is an area in IT which encompasses most aspects in software development ranging from researching user requirements to translating those requirements into new software.

Because I wanted to develop my knowledge and skills in software product management, I decided to come to Germany in order to pursue a Master degree in Software Engineering and Management at Heilbronn University. In this Master study, I learned about a different facet of IT which I did not learn during my Bachelor study, that is, how to manage software projects. Arguably, project management is an integral part of software product management and a must skill for software product managers.

At some point during the study, I realized I have to get my hands wet on software product management. In other words, I was looking for a practical experience in software product management, in order to complement what I have learned in the university. Afterwards, I found the product management intern vacancy in Wikimedia Deutschland. I tried to go for this opportunity and I got the internship. That was how I wound up here.

You worked in product management together with Lydia. How did that go?

I often had the opportunity to work on tasks alone, almost from the beginning. This trust into my abilities as an intern is remarkable and I’m grateful that Lydia gave me that chance.

Typically, Lydia gave me a task and after a week or two, she would evaluate my work with me and some people from UX or community communication. This evaluation session provided feedback which I could use to iterate on my work. After I revised my work based on the given feedback, I would arrange another evaluation session with Lydia to evaluate the revised work. This process continued until Lydia felt the task was done.

The tasks that I worked on during my time at Wikimedia Deutschland were centered around designing the workflow and user interface of new features. This included researching user requirements (e.g. conducting user interview), translating those requirements into feature workflow (i.e. how the feature works), and sketching a mockup of that feature.

I also got a taste of monitoring the development of a new feature until releasing it to the community. For instance, I helped Lydia to monitor the development of the Citoid Wikidata gadget by following up to the developer about the development progress of this feature. We decided to go with incremental development. This means we released the initial version of the Citoid gadget which only has some of its functionality to get community feedback, prior to developing the gadget with all of its functionalities.

I would say working directly with someone like Lydia is a rare opportunity. She has done a lot of remarkable things on Wikidata and open source community in general. So, it was very great to be able to learn from her.

One project that you followed from the start was the Squee feature. Can you explain what it was?

Squee is a notification feature which utilizes the data from Wikidata. It enables people to subscribe to a topic (i.e. an article in Wikipedia) and get a notification whenever there is an update on this topic.

For instance, you subscribe to your favorite band Wikipedia article. When the band releases a new album, Wikidata editors add this new album data to the band item in Wikidata. Afterwards, you will get a notification that says your favorite band released a new album. So, essentially, Squee sends notifications based on the change in Wikidata items.

Squee is still under development. I was in charge of researching user needs, developing the workflow (i.e. how does it actually work), and sketching mockups of this feature. Additionally, I specified potential stakeholders, target users, a launch plan, and benefits of this feature. All of these could be used for convincing people to develop Squee. We have prepared all the things needed to develop the feature, so that they can go straight to development.

What did you learn during the design of the Squee feature? How did the process go?

I think this was my first real world experience in designing a product. So, it was really exciting!

Initially, when I worked on this task, I went straight to sketching mockups alongside specifying how the feature works. However, when Lydia saw it, she asked me to go back to square one. She taught me that I have to start from the perspective of the user, trying to understand the needs of the user and why the user wants the feature before developing it. After that, I conducted user interview and iterated based on the insights I got from the interviews.

Looking back, this was an important lesson for me because at that time. I realized how important user empathy is for product managers.

What comes next for you?

Once this internship finished, I will switch my focus to work on my Master thesis. The thesis topic is about implementing machine learning for improving the quality of Wikidata items. I believe it is going to help resolving one major challenge in Wikidata, that is, data quality.

I will still come to Wikimedia Deutschland office from time to time to consult with Lydia and the team.

Do you think you’ll be in touch with Free Knowledge or Open Source in the future?

I am definitely considering to become a volunteer in the Wikimedia Movement. In particular, my thesis is related to Wikidata. So, there might be an opportunity to continue what I have done in my thesis as a volunteer.

Nonetheless, I just want to focus to finish my thesis now and see what will happen after this.

by Jens Ohlig at January 27, 2017 11:57 AM

January 26, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 4/2017

In der Wikimedia:Woche 4/2017 ist unter anderem ein Statement der Wikimedia Foundation zu bezahltem Schreiben zu finden. Mit drei Milliarden Edits wurde ein neuer Meilenstein bei den Wikimedia-Projekten erreicht und es gibt neue Wikipedia-Erklärvideos, die Zusammen mit der Simpleshow Foundation entstanden sind.

Zur Wikimedia:Woche 4/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 26, 2017 04:21 PM

January 24, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Das Geschenk der Bibliothekare

Wie Bibliothekarinnen und Bibliothekare weltweit Wikipedia verbessern helfen

2952 Mal haben Bibliothekare und vor allem Bibliothekarinnen weltweit in den ersten 10 Tagen der internationalen Kampagne “#1Lib1Ref” fehlende Belege in Wikipedia-Artikeln ergänzt.

Gerade in den letzten Tagen ist viel die Rede von “alternativen Fakten” oder gar von die Bedrohung durch eine behauptete postfaktische Zeit. Man mag das für die zu vernachlässigende Hysterie des medialen Politzirkus halten, oder besorgt seinen alten Orwell aus dem Regal zurück auf den Nachttisch legen. Aber man kann auch sich umschauen und nachdenken, was man selbst tun kann, um in der Welt die Evidenz von der Kraft des Aufklärungsgedankens zu stärken. Die Förderung des freien Wissen ist das beste Antidot gegen alternative Fakten. Eben dies tun Bibliothekarinnen und Bibliothekare, wenn sie ihre Zeit dafür aufwenden Wikipedia Artikel zu verbessern. Und sie haben offensichtlich auch noch Spaß dabei.

Tag für Tag schauen weltweit Millionen Menschen in Wikipedia nach, um eine Wissenslücke zu füllen. Egal ob es um den Namen Barberini geht, der nach der Museumseröffnung in Potsdam gerade in allen Medien steht. Wikipedia hilft den Überblick bei den Abkürzungen TPP und TTIP zu behalten. Und nicht nur Twitter Trends visualisieren, womit viele Menschen sich gerade beschäftigen, sondern auch die Seitenaufrufstatistiken von Wikipedia-Artikeln. Gerade da so viele Menschen sich auf das verlassen, was sie in Wikipedia lesen, haben alle, die an Wikipedia mitwirken, eine enorm große Verantwortung. Die Gemeinschaft aller Wikipedia Freiwilligen ist sich einig, dass für das Schreiben von Wikipedia-Artikeln dieselben Regeln gelten wie in wissenschaftlichen Arbeiten: Die Aussagen müssen überprüfbar sein, indem man ihre Quellen nachweist. Zum Glück ist die Arbeit an Wikipedia-Artikeln Gemeinschaftsarbeit. Einer fängt an und andere schreiben weiter, ergänzen, fügen Bilder hinzu und eben auch Literaturbelege zu den Aussagen. So wird die Qualität besser und das Wissen überprüfbarer und damit zuverlässiger. Das nachstehende Video erklärt welche Quellen für Wikipedia besonders geeignet sind.

Erklärvideo zum Quellengebrauch in Wikipdia by Elisabeth Mandl, Denis Schröder, Theresa Sieder, Ilya Kompasov (Wikimedia Deutschland und Simpleshow Foundation) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Bibliothekare sind besonders geschult darin, zu recherchieren, mit welcher Quelle zu belegen wäre, zum Beispiel dass der Kinofilm “Der weiße Hai” 1975 ein Kassenschlager war. Daher laden wir mit der internationalen Aktion #1Lib1Ref (1 Librarian ads one Reference) Bibliothekare ein, mit ihrer Expertise Wikipedia zu verbessern, indem sie fehlende Literaturangaben ergänzen. Das Wikipediakontor Hamburg hat zusammen mit der Staatsbibliothek Hamburg schon einen Workshop gemacht und schließlich in drei Tweets gezeigt, wie einfach es ist, mit dem so genannten “Visual editor” fehlende Literaturangaben korrekt zu ergänzen. Überall auf der Welt finden derzeit solche Treffen statt, um Bibliothekare zum Mitmachen einzuladen. Vielleicht auch eine Idee für Ihre Bibliothek in Ihrer Umgebung. Wikimedia Deutschland begleitet die internationale Kampagne unter dem hashtag „1Lib1Ref“ auf Twitter. Jeden Tag der 25 tägigen Kampagne veröffentlichen wir mit dem Aufruf ein Bibliotheksfotos aus Wikimedia Commons. Offiziell endet die Kampagne am 03. Februar, aber bedarf besteht natürlich weiterhin. Auf der Projektseite findet man weitergehende Informationen und auch ein Werkzeug, das einem Wikipedia-Artikel zeigt, in dem Belege fehlen. Aber Vorsicht die Anwendung kann süchtig machen!

Weitere Informationen zum Einfügen von fehlenden Literaturangaben:

by Barbara Fischer at January 24, 2017 01:43 PM

Herzlich willkommen, Johanna Strodt!

Johanna Strodt; Bild: Jan Apel, CC BY-SA 4.0

Wir freuen uns sehr, dass Johanna Strodt seit Mitte Januar als Projektmanagerin für Community-Kommunikation unser Team im Bereich Software-Entwicklung an der Schnittstelle zwischen Ehrenamtlichen und der Softwareentwicklung verstärkt.

Sie wird den Autorinnen und Autoren im Projekt technische Wünsche in der deutschsprachigen Wikipedia als Ansprechperson zur Seite stehen und darüber hinaus zu größeren technischen Projekten der Wikimedia Foundation informieren.
Mit der Ankunft von Johanna wird Birgit Müller sich verstärkt um die internationale Kommunikation und Koordination rund um die technischen Wünsche kümmern und die Zusammenarbeit mit anderen Sprachcommunities, freiwilligen Entwicklerinnen und Entwicklern sowie Teams der Wikimedia Foundation weiter auf- und ausbauen.

Johanna bringt langjährige Erfahrung im Projektmanagement in der Softwareentwicklung und als “kommunikative Schnittstelle” mit. Nach ihrer Tätigkeit als Projektmanagerin für die Produktion digitaler Medien eines Bildungsverlags und dem Engagement in einer Kreativagentur hat sie nun zu Wikimedia gefunden, um sich für die Zusammenarbeit mit Nutzerinnen und Nutzern und der Zugänglichkeit der technischen Wünsche für alle Autorinnen und Autoren zu engagieren.

Johanna kann kommunizieren. Dabei kann sie nicht nur die Sprache von nicht technisch Affinen und von Programmierern und Programmiererinnen treffen, sondern auch snacken op Plattdüütsch. Und neben den Rezepten in Projektprozessen beherrscht sie leckere Backrezepte.

Willkommen, Johanna!

by Jens Ohlig at January 24, 2017 12:41 PM

January 19, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Bürgerschaftliches Engagement im digitalen Zeitalter und digitales bürgerschaftliches Engagement

Viel Spaß beim Lesen dieses Gastbeitrages von Rainer Sprengel vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.

Digitales bürgerschaftliches Engagement ist bisher weder verstanden und hinreichend erforscht noch im Fokus der Engagementdiskussion. Dieser Beitrag will zeigen, worum es bei diesem Thema geht.

In der öffentlichen Diskussion wird bürgerschaftliches Engagement leicht auf Ehrenamt und Freiwilligentätigkeit verkürzt, was mit Blick auf digitales bürgerschaftliches Engagement schnell in die Irre führen kann. Tatsächlich ist mehr gemeint, denn bürgerschaftliches Engagement umfasst alle Formen privaten Engagements für das Gemeinwohl im öffentlichen Raum. Dieses Verständnis wurde vor 15 Jahren von der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des XIV. Deutschen Bundestages etabliert. Dadurch erhielten die Debatten über bürgerschaftliches Engagement in Deutschland und die Entwicklung engagementfördernder Strukturen einen heftigen, nachhaltigen Impuls.

Die verbreitetsten Formen bürgerschaftlichen Engagements sind in Deutschland die Zeitspende (Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und ähnliche Formen) und die Geldspende, doch es gibt viele weitere Formen. Eine große Bedeutung kommt zum Beispiel der persönlichen Reputation zu, den in der Öffentlichkeit bekannte Personen für das Gemeinwohl einsetzen können. Eine weitere Form ist die Verfügbarmachung eigener persönlicher Netzwerke – diese können für den privaten Nutzen eingesetzt werden, dann geht es um das berühmte Vitamin-B in Karrieren oder ebenso auch für das Gemeinwohl, dann handelt es sich um bürgerschaftliches Engagement. Der skeptische Blick auf das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmern und Unternehmen hat auch damit zu tun, dass hier beides gleichzeitig passieren kann. In der Wissensgesellschaft stellt bürgerschaftliches Engagement, das Informationen und Wissen erzeugt und mit allen ohne Bezahlung teilt, eine besondere, wichtige Form des bürgerschaftlichen Engagements dar. Wissensspende ist nicht hinreichend durch die damit verbundene Zeitspende erfasst.

Notwendigkeit und Nutzen einer Diskussion über digitales bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement ist die Grundlage des Zusammenlebens und Funktionierens unserer modernen, demokratischen Gesellschaft – das bleibt eine der zentralen Erkenntnisse der genannten Enquete-Kommission. Im bürgerschaftlichen Engagement wird gelernt und weitergegeben, dass es mehr gibt als familiäre Verpflichtungen und Blutsbande, dass wir uns freiwillig gegenüber Dritten verpflichten, die uns komplett unbekannt bleiben, die uns vielleicht auch völlig unsympatisch sein können. Wer in der Freiwilligen Feuerwehr ist, handelt immer für Alle, wer ehrenamtlich Wanderwege anlegt, weiß nicht, wer darauf laufen wird und wer einen Wikipediaartikel schreibt, weiß nicht, wer diesen für welchen Zweck lesen wird. Das Engagement der Vielen ist die materielle und strukturelle Grundlage des Reichtums von uns Allen und der Stabilität unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaft und unseres Staates.

Deshalb ist die Frage danach, ob digitales bürgerschaftliches Engagement etwas Neues ist, von weitreichender Bedeutung. Handelt es sich nur um eine Formatänderung, also um alten, bekannten Wein in neuen Schläuchen oder geht es um eine Veränderung der Strukturen von bürgerschaftlichem Engagement insgesamt mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen?

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Ohne Zweifel lässt sich digitales bürgerschaftliches Engagement in einem gewissen Rahmen mit Begriffen beschreiben, mit denen nicht digitales bürgerschaftliches Engagement beschrieben wird, die Zeitspende etwa. Hiervon ausgehend kann dann nach Motiven gefragt werden. Doch schon gerät man schnell an Grenzen. So ist eine zentrale Einsicht aus der Engagementforschung, dass die Zusammenarbeit mit netten Menschen ein wesentlicher Treiber ist, wobei mit dieser Zusammenarbeit immer ein Miteinander in konkreten Arbeitsräumen, z.B. einer Sporthalle, einem Vereinslokal, einer Kirche usw. gemeint ist.

Noch deutlicher werden die Grenzen, wenn auf eine zentrale Kategorie in der Definition von bürgerschaftlichem Engagement geschaut wird, nämlich das Handeln im öffentlichen Raum. Idee und Realität von Öffentlichkeit und öffentlichem Raum haben sich durch unterschiedliche digitale Formate fundamental verändert.

Erstens gibt es eine Art von Verdopplung, sinnfällig greifbar dadurch, dass es alle Printmedien mittlerweile auch in Onlineform gibt, wobei diese Verdopplung eben gerade keine Kopie ist, sondern SPIEGEL-Online ganz anders funktioniert als SPIEGEL Print. Und der neu gewählte amerikanische Präsident zeigt, dass gar nicht mehr mit Presse- und Medienakteuren geredet werden braucht, um massenwirksam Botschaften in die Welt zu setzen, wenn man Kanäle wie Twitter zu nutzen weiß. Dieses Phänomen bedeutet für die meisten zivilgesellschaftlichen Akteure, in denen bürgerschaftliches Engagement stattfindet, eine massive Verschlechterung ihrer Situation, denn sie können sich dieser Verdopplung nicht entziehen. Für sie bedeutet das einen unmittelbar erhöhten Aufwand, der leicht in der Diskussion übersehen wird, wenn die neuen Handlungschancen zivilgesellschaftlicher Akteure via Internet, Smartphone u.ä. herausgestellt werden. Besondere Ereignisse wie der Arabische Frühling, Überschwemmungen, Bürgerkriege oder die Flüchtlingskrise geben zwar zivilgesellschaftlichen Akteuren neue, vielfältig genutzte Möglichkeiten, um Öffentlichkeit herzustellen oder sich zu organisieren. Im Alltag der meisten zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen diese vor allem aber darauf hoffen, Digital Natives als begeisterte Ehrenamtliche oder zusätzliche Geldquellen finden – oder erhöhte Kosten und Aufwände anders rechenbar machen.

Zweitens umwölben und durchdringen digitale Formate den öffentlichen Raum der Städte, Straßen und Landschaften – die Orientierung in diesen Räumen hat sich durch entsprechende Apps alltagspraktisch gewandelt. Handlungsorientierte Apps ermöglichen die Erfassung von Problemen im öffentlichen Raum der Straßen und Landschaften von der Identifikation und Publikation inklusionsfeindlicher Bordsteine bis hin zur Sichtbarmachung von Gewalttaten und Bürgerkriegen, der Organisation von Fluchtwegen durch Europa oder der Selbstorganisation von Ehrenamtlichen, um Sandsäcke gegen überbordende Flüsse zu tragen. Hier ist ein breiter Aktivitätsraum für neue Engagementformen und Engagementnetzwerke entstanden.

Drittens stellen sich Gegensätze wie privat / öffentlich, öffentlich / anonym, menschlich / technisch oder städtisch / ländlich im digitalen Raum neu dar, mit Rückwirkungen auf den nicht digitalen öffentlichen Raum. Die weltweiten Kooperationsmöglichkeiten, das Teilen von Wissen und Neuigkeiten, die Demokratisierung der Berichterstattung über und Kommentierung der Welt, ob im kleinen oder im globalen Rahmen hat eine vor wenigen Jahrzehnten kaum absehbare Dimension erreicht. Zugleich war es aber auch für geistige Brandstifter nie so leicht wie heute anonym ihr Zeug durch die Welt zu schicken. Sie können dabei so tun, als ob sie identifizierbare Personen wären und ihre Meinung und falsche Behauptungen auch noch mit technischer Hilfe als Meinung vieler erscheinen lassen – bei jeder Demonstration auf einem Platz wird dagegen immer offensichtlich, ob es sich um 1, 10, 10000 oder 100000 Personen handelt. Der digitale Raum ist schließlich auch ein spezieller Raum der Gewalt vom Cybermobbing bis hin zum Cyberwar – und das ist für jedes bürgerschaftliches Engagement als zivilgesellschaftliches Engagement eine Herausforderung.

Bürgerschaftliches Engagement zwischen Schwächung und Neustrukturierung

Diese Hinweise ohne Anspruch auf Vollständigkeit lassen Perspektiven und Relevanz einer Thematisierung digitalen Engagements erkennen.

Erstens geht es um die Frage, wie digitales bürgerschaftliches Engagement das angedeutete Phänomen der Verdopplung kompensieren kann. Da bin ich angesichts von über 600.000 eingetragenen Vereinen skeptisch – über 600.000 gepflegte, technisch sichere, aktuelle Webseiten und / oder Social Media Auftritte? Dazu dann noch bei gut 100.000 weiteren Organisationen (Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, gemeinnützige AGs) und eine unbekannte Anzahl nicht eingetragener Vereine. Das würde eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit digitalen Aktivitäten voraussetzen, die in der Breite nicht vorhanden ist. Gibt es hierfür kooperative Lösungen, die von vornherein aus der Sicht des digitalen Raums gedacht werden?

Zweitens geht es um die Frage, wie neue Engagementformen und neue Aktivitätsthemen mit schon vorhandenen Strukturen vernetzt werden können. Sich über Smartphone via Facebook selbst zu organisieren, um einen Deich mit Sandsäcken abzudichten, ist schön und gut – doch am Deich sind dann schon hoffentlich ausgebildete Katastrophenschützer, zumeist selber Ehrenamtliche. Sie müssen ihrerseits wissen und gelernt haben, spontane Helfergruppen einzubinden.

Drittens aber, und hier sehe ich die zentrale Herausforderung, führen die Besonderheiten digitaler Räume zur Notwendigkeit, bürgerschaftliches Engagement neu zu denken. Mit dem Begriff der Öffentlichkeit bei der Definition bürgerschaftlichen Engagements schien vor 15 Jahren ein gutes Abgrenzungsmerkmal zu privatnützigem Engagement gefunden. Zugleich stellte es einen natürlichen Referenzraum der Kontrolle des Engagements dar, das sich in der Demokratie bei hellem Licht der Öffentlichkeit entfalten und zeigen kann. Beides ist in einer neustrukturierten Öffentlichkeit zumindest in ihrer aktuellen Form nicht mehr gegeben. Ein öffentlicher Raum, in dem anonymisierte Drohungen und Beleidigungen, massenhaft durch technische Werkzeuge vermehrbar, ungestraft über Engagierte kommen können, erfüllt keine Kontrollfunktion mehr im Sinne einer demokratischen Diskussion. Ein öffentlicher Raum, in dem die Grenze zwischen privat und öffentlich neu gezogen wird, verlangt auch von daher ein neues Nachdenken über Definitionsmerkmale, und daran hängend auch der Diskussion über Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements.

Zum Autor: Dr. Rainer Sprengel leitet den Bereich Information und Kommunikation des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE). Er befasst sich seit 1998 mit Engagementfragen, ist Autor einer Vielzahl an Studien und Beiträgen zu diesem Themenbereich und Mitherausgeber des Jahrbuchs für Engagementpolitik.

by Julian Fischer at January 19, 2017 07:20 PM

Wikimedia:Woche 3/2017

In der Wikimedia:Woche 3/2017 ist die Telefonnummer der Wikipedia und die neue Adresse von Wikimedia Österreich zu finden. Das Affiliation Committee hat drei neue Mitglieder und Wikimedia Deutschland war zu Gast im Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Deutschen Bundestages. Außerdem in der vorliegenden Ausgabe: Zwei Stellenausschreibungen und die Terminabstimmung für den nächsten Community-Workshop zur Förderung von WMDE.

Zur Wikimedia:Woche 3/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 19, 2017 02:53 PM

January 18, 2017

Iberty

Wikipedia-Yogafiguren

Ein erstes Brainstorming für WikiYoga. Wenn es den "Kranich bei Sonnenaufgang" gibt und die "Wackelnde Schildkröte", dann sollte es doch auch Wikipedia-Yogafiguren geben.

* Der leidende Selbstdarsteller
Bpose7
Die Relevanzhürde

* Das Meinungsbild

* Schlafende Hunde

* Kreuz und Stern

* Die Adminkandidatur

* Der Donauturm
Bpose23
Die Kurierdiskussion

* Vandale bei Schulbeginn

* Die Schraube am Hinterrad..

* Das Movement

* Das erschütterte Ego
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 18, 2017 08:36 AM

January 12, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 2/2017

In der Wikimedia:Woche 2/2017 geht es unter anderem um die Neuregelung der Amtszeiten der Mitglieder des Board of Trustees und eine Studie zu indigenen Sprachen Lateinamerikas im Wikiversum. Außerdem wurden ein Erklärvideo des Netzkünstlers Alexander Lehmann veröffentlicht, das zur Mitarbeit an der Wikipedia anregen möchte und der voraussichtliche Ort der Wikimania 2018 bekannt gegeben.

Zur Wikimedia:Woche 2/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 12, 2017 03:47 PM

Enriched publications und Wikidata: Ein Werkstattbericht

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag berichtet die Stipendiatin Adelheid Heftberger über ihr Projekt im Rahmen des Fellow-Programms und ihre Erfahrungen mit Open Science.

Der Einstieg

Nun saß ich also da, inmitten von schlauen Menschen, die alle sehr viel Ahnung von Open Science hatten. “Da” war das Kick-Off-Meeting des neuen Fellow-Programms “Freies Wissen”, das von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband ins Leben gerufen worden war. Viel war die Rede von Wissenskommunikation wie Blogs, Twitter etc., von Forschungsdaten, von selbst geschriebenen Programmen. Man tauschte sich über Plattformen aus, von denen ich nur vage eine Ahnung hatte oder auf denen ich nur sehr vorsichtig bisher erste Schritte getan hatte. Kurz: Mir rauchte der Kopf. Am Ende verabschiedete ich mich hochmotiviert in der Gewissheit, dass es Zeit war, die Ärmel hochzukrempeln und die Idee von Open Science in meine Community zu tragen bzw. erst einmal zu recherchieren, was der Wissensstand war.

Ein Schritt zurück. Warum nahm ich an einem Kick-Off-Meeting im Wikimedia Deutschland Gebäude in Berlin teil? Meine Bewerbung für das Fellow-Programm entstammte meiner Arbeit am Open Access Journal Apparatus, das von Natascha Drubek 2015 gegründet worden war. Dabei konnte ich aus nächster Nähe erleben, wie komplex ein solcher Gründungsprozess ist und wie viele Partner es dazu braucht. Apparatus widmet sich der Film- und Medienwissenschaft, daher scheint es nicht weit hergeholt, bewegtes Bild in die Artikel einzubauen. Nicht besonders innovativ möchte man meinen, ist das Internet doch voll mit Videos auf den Webseiten. Ein Blick auf die Journal-Landschaft in diesem Bereich zeigt aber rasch, dass geisteswissenschaftliche Artikel immer noch sehr traditionell publiziert werden [1]. Ein typischer Artikel besteht aus Textteilen, zwischen die hin und wieder Bilder zur Illustration eingefügt sind. Umfangreiche Bibliographien und Filmographien sind typischerweise am Ende des Artikels angefügt und Links zu anderen Webseiten sind meist spärlich vorhanden. Sehr oft liegt der Artikel überhaupt nur als pdf zum Download bereit. Sexy ist das nicht gerade. Und auch nicht einfach zu erklären.

Die fehlende Kreativität oder technische Umsetzung derselben liegt nicht nur am fehlenden Willen der Herausgeber und Herausgeberinnen, sondern zu einem großen Teil an mangelhaften Infrastrukturen und nicht zuletzt an den fehlenden oder unklaren Rechten. Viele Open Access Journals verwenden das weit verbreitete Open Journals System (OJS) [2], in dem Videos im Grunde embedded werden können [3]. Dazu kommen Fragen der Archivierung der Inhalte: Wer würde sich um die Langzeitarchivierung kümmern, wenn kein einfaches PDF/A [4] an Bibliotheken abgeliefert werden konnte? Und: ging es in meinem Projekt denn nicht eigentlich um viel mehr als nur ein Video in meinen Test-Artikel einzubauen?

Statt Video im Artikel nun enhanced publications

Allein war ich mit meiner Idee nicht. Wie der langjährige Open Access Aktivist Jeroen Sondervan in seinem Blog schreibt: “It’s hot again!” [5] Jedoch bin ich immer noch auf der Suche nach guten Beispielen, wie eine enhanced publication denn aussehen könnte. Meine Mentorin Claudia Müller-Birn [6] versorgt mich zwar mit spannender Lektüre und macht mich mit interessanten Menschen bekannt, aber mir scheint, dass sich Texte zum Thema oft auf die technische Infrastruktur konzentrieren, aber wenig darüber sagen, wie so ein Artikel denn praktisch aussehen könnte. Dabei können digitale Publikationen auf eine 20-jährige Geschichte verweisen, wie Niels-Oliver Walkowski ausführt [7]. Aber erst seit 2001 ermöglichen die technischen Entwicklungen, vor allem das Semantic Web, wesentliche und notwendige Fortschritte in diesem Bereich. Ab 2007 kommt es dann zu einer regelrechten innovativen Explosion, in deren Zuge Konzepte wie das Open Laboratory Book, Semantic Publishing, Research Objects, Enhanced Publications, Nano-Publications und Multimodal Publications präsentiert werden [8]. Ich entschied mich schließlich einfachheitshalber für den Begriff enhanced publication und für folgende Arbeitsdefinition:

Enhanced publications are commonly intended as digital publications that consist of a mandatory narrative part (the description of the research conducted) plus related “parts”, such as datasets, other publications, images, tables, workflows, devices [9].

Anschließend machte mich daran, zu bestimmen, welche der erwähnten related “parts” mein Testartikel beinhalten könnte. Multimedial sollte der Artikel sein, klar. Außerdem sollten Forschungsdaten eingebunden werden und damit die Ergebnisse nachvollziehbar werden. Dazu wäre eine Datenvisualisierung schön, Tag Clouds verstehen sich von selbst und grafisch sollte das komplexe Geflecht auch noch darstellbar sein. Soweit, so gut. Stichpunktartige Umfragen unter meinen peers legten aber eher die Annahme nahe, dass die traditionelle Art der wissenschaftlichen Publikation in diesem Bereich durchaus auf ebenso traditionelle Arbeits- und Rezeptionsweisen gründet. Anstatt dass man mich euphorisch auffordert, doch rasch einen Prototypen zu entwickeln, der für Film- und Medienwissenschaften endlich den Mehrwert bringt, den man schmerzlich vermisst, blicke ich in fragende Gesichter. Was ich denn da noch einbauen wolle, außer vielleicht einem Link zum Film (auf YouTube) oder zum Wikipedia-Eintrag des Regisseurs? Und ob das dann nicht eher vom Lesen ablenken würde? Ich merke mir, dass ich später unbedingt einen button einbauen werde, der alle zusätzlichen Funktionen der enhanced publication optional wählbar macht. Solche Bedenken zeigen zweierlei: Dass es erstens wichtig ist, von den Ansprüchen der peers auszugehen und nichts auszuarbeiten, was dann nicht angenommen wird. Denn nicht alles, was möglich ist, ist für meine Zielgruppe auch sinnvoll. Wichtiger ist es, die Funktionen auf die Bedarfe abzustimmen und vor allem im Hinblick auf die im Artikel verfügbaren Quellen sorgfältig zu wählen. Und zweitens, dass man bei den Möglichkeiten der elektronischen Publikationen nicht nur Pionierarbeit im technischen Bereich sondern auch Überzeugungsarbeit leisten muss. Bei einer systematischen Auflistung möglicher Werkzeuge unterscheide ich dann zunächst zwischen solchen, die vor allem für die Herausgeber des Journals nützlich sein könnten (z.B. für bessere Durchsuchbarkeit, Metadaten-Ablieferung, Verwaltung der Bibliographien etc.). Den Mehrwert für die Leserschaft in Funktionen umzusetzen ist schon schwieriger. Ein wichtiger Nebenaspekt, zumindest für mein Projekt: Nachdem ich mich durch den State-of-the-Art Report zum Thema durchgearbeitet hatte [10], verstand ich außerdem, dass die Anreicherung nur ein Teil der Arbeit ist. Die komplexe und multimodale Struktur einer solchen Publikation erfordert ebenso komplexe Workflows für die Archivierung. Probleme wie diese schiebe ich vorerst einmal beiseite und konzentriere mich auf das, was in sechs Monaten (die Laufzeit des Fellow-Programms) machbar ist.

Aus dem Artikel in WikiData

Bekanntlich erhöht Open Access die Zugänglichkeit und dadurch auch die Sichtbarkeit einer wissenschaftlichen Publikation. Kommt das mühsam zusammengetragene Wissen eines Artikels, das oft auch Faktenwissen ist, nun aber tatsächlich einer breiteren Öffentlichkeit zugute? Ein Blick in Wikipedia zeigt, dass gerade in Nischenbereichen wie es die osteuropäische Film- und Medienwissenschaft zweifellos ist, mehr Information und aktuelle Forschungsergebnisse wünschenswert sind. Zudem publiziert Apparatus ausdrücklich in allen mittel- und osteuropäischen Sprachen, was zusätzlich einen Mehrwert bedeutet. Denn in “kleinen Sprachen” gibt es oft noch wenig wissenschaftliche Begriffsbildung. Statt über mögliche Formen der multimedialen Anreicherung meines Testartikels mit Informationen aus dem Web nachzudenken (Pull-Prinzip), sollte ich nicht besser zuerst versuchen, die Informationen aus dem Artikel in einen größeren Wissenspool, z.B. Wikidata einzuspeisen, damit mehr Menschen davon profitieren können (Push-Prinzip)? Wikidata ist die zentrale Datenbank, die hinter den Projekten der Wikimedia Foundation steht und die unter anderem sicherstellt, dass Fakten in allen Sprachversionen gleich sind, z.B. die Einwohnerzahl von Potsdam [11]. Sie ist frei, kollaborativ, vielsprachig und sammelt strukturierte Daten in einer sogenannten secondary database, d.h. dass Wikidata nicht nur Aussagen speichert, sondern auch die Quellen dazu und damit die Diversität des verfügbaren Wissens reflektiert. Interessiere ich mich beispielsweise für den russischen Regisseur Dziga Vertov, so suche ich den Namen zuerst in Wikidata und finde ihn unter diesem Label. Dem Label sind dann verschiedene Statements zugeordnet, die ich ausfüllen oder sogar neu anlegen kann, z.b. date of birth, date of death, sibling etc., aber auch Zuordnungen zu Wikicommons finde ich hier. Prinzipiell gilt: will ich einen neuen Eintrag in Wikidata anlegen [12] oder editieren, so kann ich das ohne vorherige Registrierung machen [13]. Für diese Verknüpfung mit Wikidata von Personennamen ist ein manueller, ein semi-automatischer oder sogar ein vollautomatischer Prozess möglich. Was möglich und sinnvoll ist, das wird sich in den kommenden Wochen noch zeigen, aber der Vorteil liegt auf der Hand. Die Verknüpfung von wissenschaftlichen Publikationen mit Wikidata trägt so unmittelbar dazu bei, dass Forschung dort ankommt, wo sie hinsoll: bei so vielen Menschen wie möglich.


Zur Autorin

Adelheid Heftberger ist wissenschaftliche Referentin am ZeM (Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften) in Potsdam. Wissenschaftliche Artikel bestehen bisher immer noch zum überwiegenden Teil aus reinem Text, in den manchmal Bilder eingesetzt werden; nur ganz selten sind Videos in der Präsentation von Texten im Web eingebettet. Ihr Ziel im Projekt ist es daher anhand des Open Access Journals Apparatus, eine Vision für zukünftige elektronische Publikationen zu entwerfen. Solche enhanced publications sollen einerseits mit frei verfügbaren Daten und Medien angereichert, und andererseits daraus Forschungsergebnisse in offene Wissenssammlungen übertragen werden.


 

[1]  In DOAJ gibt es ca. 30 Journals zu Film- und Medienwissenschaften, die ich stichpunktartig gesichtet habe. Darauf und auf weitere mir bekannte Open Access Journals stütze ich meine Aussagen.

[2]  “Open Journal Systems (OJS) is a journal management and publishing system that has been developed by the Public Knowledge Project through its federally funded efforts to expand and improve access to research”, wie es auf der Webseite heißt. Siehe: https://pkp.sfu.ca/ojs/.

[3]  Ganz leicht ist dies aber auch nicht, zumindest erfordert die Verwendung von OJS jemanden im Team, der über informatische Grundkenntnisse verfügt und sich durch plugins und Kommandozeilen kämpft.

[4]  PDF-A ist das genormte Format für die Abgabe von digitalen Textdokumenten für die Langzeitarchivierung: https://de.wikipedia.org/wiki/PDF/A

[5]   Eintrag vom 13. September 2016 mit dem Titel “Enriched publications advancing scholarly communication?” Siehe: https://oamediastudies.com/blog/

[6] Hier mehr zu Prof. Claudia Müller-Birn: http://www.mi.fu-berlin.de/inf/groups/ag-nbi/members/mueller-birn.html

[7]  Siehe: Walkowski, N.-O. (2016). Digital Publications Beyond Digital Communication. DARIAH-DE Working Papers, (17). Retrieved from Urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2016-3-4. Empfehlenswert ist folgender stark theoretisierender Text, der eine Darstellung der Entwicklungen im digitalen Publizieren zum Anlaß nimmt, generelle Thesen zum digitalen Medienshift zu entwickeln: Walkowski, N.-O. (2013). Text, Denken und E-Science. Eine intermediale Annäherung an eine Konstellation. In Digital Humanities (pp. 37–54). Zürich; Berlin: Diaphanes.

[8] Walkowski (2016, S. 8), hier werden die unterschiedlichen Begriffe auch näher beschrieben. Zu semantic publication siehe auch hier: Siehe: Shotton D, Portwin K, Klyne G, Miles A (2009) Adventures in Semantic Publishing: Exemplar Semantic Enhancements of a Research Article. PLoS Comput Biol 5(4): e1000361. doi:10.1371/journal.pcbi.1000361.

[9]  Siehe: Bardi, A. & Manghi, P., (2014). “Enhanced Publications: Data Models and Information Systems”. LIBER Quarterly. 23(4), pp. 240–273. DOI: http://doi.org/10.18352/lq.8445

[10]  Der State-of-the-Art Report zu enhanced publications ist übrigens: Woutersen-Windhouwer S., Brandsma, R. (2009). “Enhanced Publications: State of the Art”. In: Vernooy-Gerritsen, M. (ed), Enhanced Publications. Linkin Publications and Research Data in Digital Repositories. SURF, Amsterdam University Press, 2009.

[11]  Hier mehr zu Wikidata: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikidata.

[12]  Auf dieser Seite ist das möglich: https://www.wikidata.org/wiki/Special:NewItem.

[13]  Siehe: https://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:Introduction.

by Christopher Schwarzkopf at January 12, 2017 11:20 AM

January 11, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im Dezember 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat drei Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

2.12.: Fotoprojekt Folk Metal Bands

Auregann war in Berlin unterwegs, um Bilder von Folk-Metal-Bands aufzunehmen. Damit sind freie Fotos der Band Feuerschwanz auf Wikimedia Commons entstanden.

2.–4.12.: Wikidata-Workshop für OKLabs

Ein Wochenende im Verschwörhaus Ulm ermöglichte interessierten OKLab-Mitgliedern, sich mit Wikidata vertraut zu machen, gemeinsam rund um das Thema freie Daten und Wikidata zu hacken und somit Wikidata als Datenfundus für Freies Wissen zu nutzen. (basierend auf einem Text von Robbi5, CC-by-sa 3.0)

3.12.: KulTour Kölner Rathausplatz

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Auftaktveranstaltung KulTour Prätorium-6854, CC BY-SA 4.0

Einige Stunden vor dem traditionellen Raymolaus-Treffen im Lokal K bekam eine Gruppe von Wikipedia-Aktiven im Prätorium von der Leitung des neuen LVR-Museums eine exklusive Führung durch das Museum.

3.12.: WikiLibrary Barcamp

In der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) fand das WikiLibrary Barcamp mit dem Titel „Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende“ zum Thema Wikipedia und Bibliotheken statt, um die Begegnung zwischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und Wikipedia-Aktiven zu fördern. Veranstaltet wurde das Barcamp von Wikimedia Deutschland, der SLUB Dresden und der Kampagne Netzwerk Bibliothek des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv). (basierend auf einem Text von Sina Wohlgemuth (WMDE),  CC-by-sa 3.0)

3.-4.12.: JWPmeetup

Die Jungwikipedianer kamen im Dezember zu einem Treffen in Kassel zusammen, um sich mit dem Thema Neulingsgewinnung zu beschäftigen. Dabei wurde ein erstes Projekt in Angriff genommen, das insbesondere junge Menschen und Junggebliebene mit einer neuen Weboberfläche und passenden Hinweisen ansprechen soll. Erste Inhalte wurden erstellt, Designs diskutiert und Kommunikationsmöglichkeiten ausgelotet. Was sonst noch dort besprochen wurde, kann in dem Protokoll nachgelesen werden.

3.-4.12.: WikiVoyage-Workshop Wien

Der freie Reiseführer Wikivoyage feierte 10-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass traf sich die Community über zwei Tage hinweg in Wien, um sich über das Projekt auszutauschen. Wikimedia Deutschland unterstützte die Veranstaltung in Österreich mit der Erstattung von Reisekosten.

7.12.: Open2016

Wikimedia Deutschland ermöglichte zwei Wikipedianern die Teilnahme an der Open! 2016, der „Konferenz für digitale Innovation“ in Stuttgart.

8.12.: Fotoprojekt Abgeordnetenhaus

Zur Wahl des Regierenden Bürgermeisters von Berlin besuchte der Wikipedianer Sandro Halank die Plenarsitzung und schoss dort Fotos für Wikimedia Commons.

8.12.: WPFF BBC Editathon

Wikipedianerinnen und alle, die es werden wollen, trafen sich anlässlich der GLAM BBCs 100 Women zum 1. Filmfrauen Edit-a-thon im Ballhaus Rixdorf in Berlin, um gemeinsam in der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten rund um Frauenfilmthemen, -biographien und -fachkompetenz mit Frauen in und aus Film und Fernsehen zu editieren.

9.12.: Matisse-Ausstellung Münster

Der Münsteraner Stammtisch traf sich im Kunstmuseum Pablo Picasso zu einer Sonderausstellung mit Werken des französischen Künstlers Henri Matisse, die seit seinem Tod in einem Pariser Banksafe lagerten. Gefördert wurde das Treffen mit der Kostenübernahme von Eintritt und Führung und der Community-Versicherung.

10.12.: 10 Jahre Wikivoyage

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des freien Reiseführers Wikivoyage kam nach dem österreichischen Treffen in Wien auch die deutsche Community in Berlin zusammen, um sich neben einem interessanten Programm über das Projekt auszutauschen. Die Nutzung von OpenStreetMap und Wikidata waren dabei Schwerpunktthemen.

10.12.: Weihnachtstreffen Kempten

Wikipedianerinnen und Wikipedianer kamen in Kempten zu einem Weihnachtstreffen zusammen. Wikimedia Deutschland versicherte die Veranstaltung und ließ den Aktiven über den Veranstalter eine kleine Weihnachtsüberraschung als zukommen.

14.12.: Volleyball-Champions-League-Spiel Dresdner SC – Eczacıbaşı İstanbul

Der Wikipedianer Sandro Halank besuchte als Fotograf das Volleyball-Champions-League-Spiel des Dresdner SC gegen Eczacıbaşı İstanbul. Die Bilder stehen auf Wikimedia Commons zur freien Weiternutzung bereit. Die dabei verwendete Kamera stammte aus dem Technikpool des Festivalsommers.

14.-16.12.: Landtagsprojekt Sachsen

Um insbesondere die Wikipedia mit Fotos aktueller Politiker bebildern zu können, ziehen Wikipedianerinnen und Wikipedianer seit Jahren mit professioneller Fotoausrüstung durch die Landesparlamente in Deutschland, um dort Porträtaufnahmen der Abgeordneten aller Parteien zu machen. Im Dezember 2016 gab es eine neue Station im Sächsischen Landtag. Wie alle Bilder der Wikipedia stehen auch diese Aufnahmen jeder und jedem zur freien Weiternutzung auch außerhalb der Enzyklopädie zur Verfügung.

27.-30.12.: Chaos Communication Congress

Wie in jedem Jahr gegen Ende Dezember, fand erneut der Chaos Communication Congress, das internationale Treffen der Hacker-Szene, statt. Wikimedia Deutschland ermöglichte Wikipedianerinnen und Wikipedianern die Teilnahme an dem Kongress mit der Übernahme von Reisekosten und des Ticketpreises.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Community-Termine fanden auch im vergangenen Monat wieder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

Weitere Aktivitäten

Zur Erweiterung des Bestands technischer Leihgeräte von Wikimedia Deutschland wurden Förderanträge zur Anschaffung einer 360-Grad-Kamera und eines motorisierten Panoramakopfs sowie einer Fotoausrüstung und einer Scanstation für die lokale Wikipedia-Community in München (WikiMUC) bewilligt.

Unter anderem um Bilder antiker Vasen auf Wikimedia Commons aufzuarbeiten und zur Erfassung der Objekte in Wikidata, erhielt Marcus Cyron ein Literaturstipendium für die insgesamt 110 Bände des Corpus Vasorum Antiquorum Deutschland.

Da die Inhalte dieses monatlichen Blogpost großteils über die Informationen zu dem quartalsweise erstellten Meta-Bericht abgebildet werden, wird das Format für Projekte ab 2017 nicht fortgeführt. Stattdessen sollen in diesem Jahr regelmäßig einzelne Community-Vorhaben und bemerkenswerte Freiwilligen-Aktivitäten etwas ausführlicher vorgestellt werden.

by Nicolas Rueck at January 11, 2017 09:30 AM

January 10, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

OpenCon in Washington, D.C.: Wikimedians sind als Open Advocates dabei!

Ein Bericht über die OpenCon 2016, eine internationale Konferenz zum Thema Open Access, Open Data und Open Education.

Der Raum gefüllt von Spannung, Neugierde und Freude. Eine Community von über 200 Bibliothekaren, Wissenschaftlern, Community-Organisatoren, Open-Begeisterten, Projektleitenden, darunter mindestens 10 Wikimedians, traf sich in der US-Hauptstadt zur seit 2014 jährlich stattfindenden OpenCon. Diese etwas andere Konferenz will vor allem Vernetzung- und Fortbildungsplattform sein für Berufseinsteigende aller Disziplinen, die an Projekten für Offene Daten, OER, Open Science arbeiten und generell im Sinne des Paradigmas von Freiheit, Gemeingut und Inklusivität etwas bewegen wollen. Die Berufseinsteigenden will die OpenCon dabei unterstützen, zu streitbaren Open Advocates zu werden, die erfolgreich Einfluss zugunsten Openness als Prinzip nehmen können.

Aus insgesamt 60 Ländern kamen die Teilnehmenden, die alle irgendetwas mit freiem Wissen machen und gemeinsam und voneinander lernend die Sache weiter voranbringen wollen. Denn manchmal, das wurde schnell klar aus Erzählungen, fühlt man sich im Kampf irgendwie allein gelassen. Ich – noch relativ neu in dem Spiel und voller Tatendrang, fand es wichtig, den Erfahrungen zu lauschen und schnell wurde klar, dass sich letztendlich niemand hier von Hindernissen stoppen ließ und die vielen Projekte und Initiativen gaben einem als Anfänger Sicherheit und Energie, dass da doch viel geht und wir gemeinsam Schritt für Schritt dem großen Ziel von Open Everything näher kommen können.

Foto: Slobodan Radicev, CC0 1.0 Universal

Die Stimmung war am ersten Tag spürbar angeschlagen, nur zwei Tage nach den US-Präsidentschaftswahlen und ihrem für Openness und Toleranz nicht gerade mutmachenden Ausgang. Doch schnell weckte die Begeisterung für die Projekte der anderen gegenseitig die Energie. Am meisten begeisterten mich die vielen kurzen aber prägnanten Projektpräsentationen, in denen die vielfältigsten Ideen und Wege vorgestellt wurden, wie und in welcher Form man freies Wissen nutzen und fördern kann. Herausheben will ich nur das Projekt Open Development Cambodia, bei dem es darum geht, Daten aus verschiedensten Quellen zu kombinieren und für die Bürger Kambodschas zugänglich zu machen, damit sie die Entwicklungstrends in ihrem Land nachvollziehen und kontrollieren und Misswirtschaft aufdecken können.

Es gab viel Zeit zum Austausch und gefühlt konnte man mit jedem zumindest einmal kurz reden. Denn vor allem bei den vielen Open-Data-Projekten  ist es bekanntlich wichtig, dass man sie so verwirklicht, dass die Daten miteinander verknüpft werden können und jeder daran denkt, dass sie so frei verfügbar sein sollten, dass auch andere Projekte damit neues Wissen schaffen und neue Lösungen finden können.

Interessenvertreter, die mehr Zugang brauchen

Viel wurde natürlich über die Nutzbarkeit und Zugänglichkeit des Freien Wissens geredet und nicht von ungefähr war die Wikimedia Foundation eine der Unterstützerorganisationen der OpenCon 2016. Nicht alle Communities haben gleich guten Zugang zu digitalen Ressourcen und einige Gruppen sind in Gremien und Debatten unterrepräsentiert. Hierzu wurden zum Beispiel Menschen genannt, die kleinere Sprachen sprechen oder die keinen guten Zugang zu digitalen Mitteln haben. Die Diskussionen darüber, wer diese Gruppen sind und wie wir sie besser erreichen könnten, gab uns Anlass unseren geplanten Workshop zu Interessenvertretern von freiem Wissen etwas abzuändern.

Gemeinsam mit dem Teilnehmenden überlegten wir, welche Zielgruppen von Open Projekten noch nicht gut genug erreicht werden und wie wir den Zugang erleichtern und sie dadurch in die Open Community einladen können. Es wurden vor allem Gruppen genannt, die besonders von freiem Wissen profitieren könnten, aber zum Teil noch gar nichts darüber wissen. Hier entstand eine Theorie des Lauffeuers mit Lücken. Freies Wissen verbreitet sich in manchen Kreise ganz von alleine, aber es gibt Gruppen, denen fehlt ganz schlicht der Anschlusspunkt und sie werden folglich nicht erreicht. Um sie einzubeziehen ist mehr Proaktivität gefragt, um auch vor allem die Hürden zu überwinden, die eine funktionierende Kommunikation zu diesen Gruppen blockieren. Das können zum Beispiel Sprachbarrieren sein. Eine unterrepräsentierte Gruppe ist entsprechend die der kleinen Sprach-Communities. Hier könnte Wikidata als Hilfsmittel zur sprachenübergreifenden Darstellung von Wissen viel helfen. Auch andere Projekten, außerhalb des Wikiversums können Wikidata nutzen, um ihr freies Wissen an diese Communities heranzubringen, was mich zum nächsten Punkt führt.

Foto: Slobodan Radicev, CC0 1.0 Universal

Advocacy Training: Hawaii und Amerikas Open Government Data Gesetz

Politiker brauchen immer wieder Fälle und konkrete Beispiele, um ihre Gesetze mit Geschichten und vor allem Nützlichkeit zu untermauern. Daran mangelt es noch, wurde uns bei einem Meeting mit den Mitarbeitenden des Senators Brian Schatz aus Hawaii mitgeteilt. Er ist maßgeblich mit für den Erfolg bei der Öffnung von US-Regierungsdaten verantwortlich und war einer der Politiker, mit deren Büros im Rahmen eines “Advocacy Day” vorab organisierte Treffen möglich waren. Dazu wurden die OpenCon-Teilnehmenden in Gruppen eingeteilt und es wurde erklärt, wie solche Gespräche ablaufen und wie sich Interessenvertretende darauf strukturiert vorbereiten sollten. Uns wurde zum Beispiel mit auf den Weg gegeben, dass wir einen Anknüpfungspunkt zur Arbeit von Senator Schatz finden sollten, um unsere Anliegen möglichst anschaulich vermitteln zu können. Das war nicht schwer. Wikidata könnte, wenn die Community das wollte, manche Daten, die durch das von Senator Schatz propagierte Open-Data-Gesetz freigegeben werden, in Hawaiianisch übersetzen helfen. Gerade auch zur visuellen Nutzung von Informationen ist das sehr gut geeignet. Wir werden uns als Follow-Up zum Termin bei Schatz jetzt proaktiv mit der Hawaiianischen Wikipedia-Community vernetzen und so versuchen, neue Verbindungen zwischen den Wikipedians und ihrem Senator in Washington herzustellen.

Die OpenCon hat mich definitiv zu einer besser vorbereiteten Open Advocate gemacht. Jetzt kann es von mir aus richtig losgehen!

Auch Lust bekommen auf einen internationalen Austausch zu Open Access, Open Data und Open Education? Dann nimm doch bei einem der vielen Community Calls teil oder halte die Augen offen für OpenCon 2017 und lokale OpenCon Satellite Events.

by Julia Schuetze at January 10, 2017 03:44 PM

January 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Der Fossilbericht und Open Science: Modellierung der Gefährdung von Amphibienarten

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt die Stipendiatin Melanie Tietje ihr Projekt vor, welches sie im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Ich bin Biologin am Museum für Naturkunde und beschäftige mich mit dem Aussterberisiko von Amphibien. In meiner Doktorarbeit erforsche ich, welche Faktoren über das Überleben oder Aussterben einer Art entscheiden. Dabei konzentriere ich mich auf Amphibien, da diese aktuell die am stärksten gefährdete Gruppe von Landwirbeltieren bilden [1] und deshalb von großem Interesse für den Naturschutz sind. Ich arbeite hierfür sowohl mit dem Fossilbericht ausgestorbener Arten als auch mit Daten von lebenden Arten. Das Verständnis der zum Aussterben führenden Mechanismen und dafür, welche Faktoren sich als nachteilig für das Überleben einer Art erweisen, sind von enormer Bedeutung für das Fällen von Entscheidungen im Naturschutz, wenn es um die Aufteilung von Ressourcen wie Arbeitszeit und finanziellen Mitteln geht.

In meinem Projekt im Fellow-Programm Freies Wissen erstelle ich ein auf dem Fossilbericht von Amphibien basierendes Modell, welches wichtige artspezifische Merkmale identifiziert, die das Aussterberisiko einer Art beeinflussen. Dieses Modell wird anschließend auf lebende Amphibienarten angewendet und das prognostizierte Aussterberisiko mit der Einschätzung der IUCN Roten Liste verglichen. Um  meine Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werde ich zwei Aspekte aus dem breiten Spektrum von Open Science in meine Arbeit integrieren: Reproduzierbarkeit und Community Feedback.

Modellierung

Die Nutzung des Fossilberichts von bereits ausgestorbenen Amphibienarten (aber natürlich auch anderer Gruppen) hat den Vorteil, dass wir tatsächlich wissen, wie lange eine Art mit bestimmten Merkmalen überlebt hat. Man berechnet einfach die Länge des Zeitraums zwischen dem ältesten und jüngsten Vorkommen im Fossilbericht. Je länger dieser Zeitraum ist, desto länger hat die Art überlebt und desto geringer war entsprechend ihr Aussterberisiko. Für lebende Arten benötigen wir dagegen eine andere Methode um ihre Gefährdung zu bestimmen, da ihre Lebensspanne noch nicht abgeschlossen ist – sie sind noch nicht ausgestorben. Diverse Merkmale haben sich bisher bei der Abschätzung der Gefährdung als nützlich erwiesen [2,3], z.B. morphologische Merkmale wie die Körpergröße oder das Ausmaß der geographischen Verbreitung einer Art. Bis die Art jedoch tatsächlich ausgestorben ist, besteht keine Sicherheit darüber, ob diese Einschätzungen auch richtig sind. Indem man den Fossilbericht von Arten mit ähnlichen Merkmalen betrachtet, lässt sich das Wissen über die Auswirkungen dieser Merkmale auch auf rezente Arten erweitern. Mein Modell verbindet daher die Lebensspanne bereits ausgestorbener Arten aus dem Fossilbericht mit einem Set unterschiedlicher artspezifischer Merkmale, um den Einfluss dieser Merkmale auf das Aussterberisiko zu ermitteln. Im nächsten Schritt wird das Modell auf die gleichen Merkmale lebender Arten angewendet, um ihren Grad der Gefährdung zu bestimmen.

Um ein passendes Modell für meine Daten zu finden, habe ich bisher mit unterschiedlichen Modelltypen experimentiert, darunter einfache generalisierte lineare Modelle, zero-inflated Modelle, und auch methodisch unterschiedliche Ansätze wie Random Forest, welches ein Modell aus dem Bereich maschinelles Lernen ist.

Open Science in der Praxis

In meiner Arbeit verwende ich viele Daten, und ein großer Teil dieser Daten stammt aus frei zugänglichen Quellen wie z.B. der Paleobiology Database, einer umfangreichen Datenbank zu Fossilien, die vor kurzem eine CC BY 4.0 Lizenz erhalten hat. Da viele meiner Daten bereits frei zugänglich sind, möchte ich dieses Konzept bei meiner Arbeit ebenfalls beibehalten. Dies beinhaltet  das Verwenden von frei verfügbarer Open Source Software zur Datenanalyse wie R, sowie anschließend die Veröffentlichung der Ergebnisse in einer frei zugänglichen (Open Access) Fachzeitschrift. Ein weiterer Aspekt aus Open Science, den ich in meinem Projekt realisieren möchte, ist das Community Feedback in einem frühen Stadium des Projekts, wovon ich mir neue Perspektiven und  Hilfe bei Entscheidungen zu technischen Fragen meiner Arbeit erhoffe.

Als erstes habe ich mich in meinem Projekt mit der Frage beschäftigt, welche Richtlinien Fachzeitschriften aus meinem Bereich zum Umgang mit Vordrucken (preprints) von Manuskripten haben. In meinem wissenschaftlichen Umfeld ist die Veröffentlichung von preprints noch sehr selten, daher war ich überrascht zu sehen, dass nahezu alle Verlage, deren Zeitschriften ich regelmäßig lese, preprints nicht nur erlauben sondern explizit befürworten und die Nutzung von preprint-Servern unterstützen.

Der nächste Schritt in meinem Projekt war die Frage, wie ich Community Feedback möglichst unkompliziert in meinen Arbeitsablauf einfließen lassen kann. Dazu war es zunächst nötig, einen Teil der Arbeit öffentlich zugängig zu machen. GitHub als eine der vermutlich bekanntesten Optionen für kollaboratives Arbeiten und Programmieren hat sich hierfür angeboten, und ich habe einen Teil meiner Arbeit zu dem Projekt (R-Skripte und einen Teil der Daten) in einem online repository zugänglich gemacht. Jede Veränderung an meinen R Skripten wird über die Git Versionskontrolle dokumentiert und die neueste Version kann online gelesen, kommentiert oder auch heruntergeladen werden, um die Analyse einmal selbst auszuprobieren. Während ich mich mit Git und GitHub vertraut gemacht habe, entdeckte ich ebenfalls GitHub Pages. GitHub Pages stellt Speicherplatz für eine Website bereit und ist dabei mit dem GitHub Konto des Nutzers verbunden, eine sehr praktische Möglichkeit, um eine Website zu einem Projekt zu erstellen. Die Einrichtung der Website ist hierbei sehr einfach und benötigt keinerlei fortgeschrittene HTML-Kenntnisse, da das Erstellen der Website mit RMarkdown Syntax möglich ist. Der Code für die Website wird in einem Git-Repositorium abgelegt und kann entsprechend kopiert und für den Eigengebrauch modifiziert werden, da das Repositorium frei zugängig ist.

In der nächsten Phase meines Projekts möchte ich einen ersten Entwurf der Ergebnisse als Manuskript auf einem preprint Server wie z.B. bioRxiv veröffentlichen, um von Feedback profitieren zu können, noch bevor das eigentlich Peer Review Verfahren stattfindet.

Ein Plädoyer für Open Science

Durch das Fellow-Programm habe ich bereits eine Menge Einsichten in das Spektrum von Open Science erhalten. Zu Beginn des Projekts fühlte ich mich zunächst ein wenig überwältigt von der Menge an Dingen, die sich theoretisch in den Arbeitsablauf integrieren ließen, um die eigene Forschung offener zu gestalten. Publish or perish ist die unangenehme Realität für die meisten Naturwissenschaftler, und der konstante Zeitdruck, den viele von uns erleben, kann leicht zu dem Gefühl führen, man könne nichts  Zusätzliches in den Arbeitsablauf integrieren. Der zunehmende Leistungsdruck ist ein anderer Faktor, der zu diesem Gefühl beitragen kann. Wir finden uns in einer Situation wieder, in der wir als Wissenschaftler in direkter Konkurrenz zueinander stehen, wenn es um spärlich vorhandene Fördergelder geht. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen haben daher Bedenken geäußert, ihre Ideen oder auch Daten frei verfügbar zu machen, da jemand anderes diese Daten oder Ideen zuerst umsetzen und publizieren könnte. Diese Punkte können, neben dem zeitlichen Aufwand, Gründe sein, dem Thema Open Science skeptisch gegenüberzustehen und die bestehenden Möglichkeiten nicht zu nutzen.

Während es wahrscheinlich unmöglich ist, etwas Neues in den Arbeitsablauf zu integrieren ohne etwas Zeit darauf zu verwenden, sich mit der Technik vertraut zu machen, bleibt immer die Möglichkeit klein und wenig zeitaufwendig zu beginnen. Ein erster Schritt kann schon die Wahl der Zeitschriften sein, in denen man seine Arbeiten veröffentlichen möchte. Open Access Zeitschriften können von jedem gelesen werden und tragen damit deutlich zur Verfügbarkeit und damit Verbreitung der eigenen Forschung bei. Die Gewährleistung der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse ist nicht nur gute wissenschaftliche Praxis, sondern trägt ebenfalls zur Verbreitung der eigenen Forschung bei und ermöglicht es anderen Wissenschaftlern, auf bestehendem Wissen aufzubauen. Eine Möglichkeit, einen ersten Schritt Richtung Open Science zu gehen, kann die Auswahl eines einzelnen Aspekts der eigenen Arbeit und der Versuch, diesen zu verbessern, sein. Die Vienna principles bieten einen breiten Überblick über die verschiedenen Gebiete wissenschaftlichen Arbeitens und können hier als erste Inspirationsquelle dienen.

Forschung frei verfügbar zu machen erhöht die Sichtbarkeit und den Einfluss der Arbeit, was wiederum zu neuen Kooperationen und Ideen führen kann. Die Nutzung von preprints kann zu einem frühzeitigen Feedback führen und so gegebenenfalls den Review Prozess beschleunigen.

Wer Interesse daran hat, wie so eine Projektwebsite aussehen kann, oder auch wie meine Modellierungen ablaufen und was man von fossilen Amphibien lernen kann, kann meine Website hier finden.

 


Zur Autorin

Melanie Tietje ist Biologin mit einem Master in Organismischer Biologie und Evolution der Humboldt Universität zu Berlin und interessiert sich für Paläobiologie und Möglichkeiten der Anwendung auf aktuelle Fragestellungen. Sie promoviert seit 2014 am Museum für Naturkunde in der Arbeitsgruppe Herpetologie. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit dem Aussterberisiko von Amphibien und den verschiedenen Merkmalen, welche dieses beeinflussen. Hierfür verbindet sie Daten fossiler und rezenten Arten. In ihrem Projekt im Rahmen des Fellow-Programms modelliert sie Aussterberisiken rezenter Amphibien basierend auf Informationen aus dem Fossilbericht aus Open Access Datenbanken.


[1] Baillie, J. E. M., Griffiths, J., Turvey, S. T., Loh, J. & Collen, B. 2010 Evolution Lost: Status and trends of the world’s vertebrates. Zoological Society of London.

[2] Sodhi, N. S., Bickford, D., Diesmos, A. C., Lee, T. M., Koh, L. P., Brook, B. W., Sekercioglu, C. H. & Bradshaw, C. J. A. 2008 Measuring the meltdown: drivers of global amphibian extinction and decline. PLoS One 3, e1636. (doi:10.1371/journal.pone.0001636)

[3] Harnik, P. G. 2011 Direct and indirect effects of biological factors on extinction risk in fossil bivalves. Proc. Natl. Acad. Sci. U. S. A. 108, 13594–13599. (doi:10.1073/pnas.1100572108)

 

by Christopher Schwarzkopf at January 06, 2017 11:42 AM

January 05, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 1/2017

Die Wikimedia:Woche startet mit der Ausgabe 1/2017 in ihr siebtes Jahr. Mit dabei sind unter anderem die erfreuliche Nachricht, dass die OpenStreetMap-Wochennotiz entgegen der kürzlichen Ankündigung weitergeführt wird und einiges Neues rund um GLAM. Gereon K. veröffentlichte einen Bericht über seine Teilnahme an der Wikimedia Conferentie Nederland und zu der anhaltenden Diskussion über die Ereignisse im Wikipedia-Schiedsgericht gibt es ein Interview mit Jens Best und Sebastian Wallroth, das auf dem 33c3 aufgenommen wurde.

Zur Wikimedia:Woche 1/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 05, 2017 01:04 PM

December 22, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 51/2016

Die Wikimedia:Woche 51/2016 ist die letzte Ausgabe dieses Jahres. Darin geht es unter anderem um ein neues Förderprogramm von Wikimedia Deutschland zur Gebührenerstattung von Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz. Außerdem wurden die Ergebnisse der diesjährigen internationalen Umfrage zu den technischen Wünschen der Communitys und eine Langversion des Wikipedia-to-the-Moon-Films veröffentlicht. Zudem verlinkt ist die letzte Ausgabe der vorerst leider eingestellten „Wochennotitz“ mit Aktuellem aus der OpenStreetMap-Welt.

Zur Wikimedia:Woche 51/2016 geht es hier.

by Nicolas Rueck at December 22, 2016 01:15 PM