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April 27, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 17/2017

In der Wikimedia:Woche 17/2017 geht es unter anderem um die folgenden Themen: Einem weiteren Wikimedia-Chapter wurde sein Status aberkannt und auf dem südamerikanischen Kontinent eine neue User Group anerkannt. Wikimedia Schweden und die UNESCO organisieren gemeinsam einen Schreibwettbewerb und Jimmy Wales gründete ein neues Projekt um „Fake News“ zu bekämpfen.

Zur Wikimedia:Woche 17/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 27, 2017 01:35 PM

Mit den Wikimedia-Projekten kommst du überall hin, aber wohin soll Wikimedia gehen?

Dies ist eine Übersetzung des englischsprachigen Blogbeitrags von Katherine Maher, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation. Das Original findest du im Wikimedia-Movement-Blog.

Die Wikimedia-Bewegung baut derzeit die Brücken für unsere Zukunft. Wir hoffen, dass Du uns dabei hilfst.
Foto von Thomas Wolfvia Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Wikipedia begann als eine einfache Idee: eine Online-Enzyklopädie, die für jede und jeden offen und frei zugänglich ist. Ohne einen konkreten Plan zu haben, wuchsen wir zu einem Netzwerk von Menschen, Aktivitäten und Organisationen zusammen. Diese ganz einfach Idee – dass jede und jeder in der Lage sein sollte, sich frei am Wissen der Welt zu beteiligen – erwies sich als eine Idee mit großer Anziehungskraft, die brillante Köpfe und Institutionen bis heute in ihren Bann zieht. Mittlerweile ist eine ganze Bewegung um uns herum entstanden.

Heute gehören die Wikimedia-Projekte zu den bekanntesten und beliebtesten Webseiten der Welt – sie sind die größte kollaborative Wissensressource in der Menschheitsgeschichte. Hunderte Millionen von Menschen besuchen die Wikimedia-Projekte jeden Monat. Unsere globale Bewegung umfasst Millionen von freiwilligen Beitragenden, mehr als 100 Mitgliedsorganisationen, Millionen von Spendenden und Tausende von Partnerinstitutionen auf der ganzen Welt.

Wir glauben, dass unsere Mission so wichtig ist wie eh und je, weil wir finden, dass Freies Wissen wichtiger ist als jemals zuvor.

Heute können die Wikimedia-Projekte dich fast überall hinbringen – aber wohin bewegt sich die Wikimedia-Bewegung selbst? Wie werden Projekte wie Wikipedia sich in den nächsten 15 Jahren verändern? Was wollen wir gemeinsam erreichen? Um diese Fragen zu beantworten, hat die Wikimedia-Bewegung „Wikimedia 2030“ ins Leben gerufen: einen globalen Dialogprozess, um die zukünftige Rolle von Wikimedia in der Welt zu definieren. Unser Ziel ist es, als Bewegung zusammen zu kommen – als Community, Organisation, Lesende, Spendende, Partner – und eine strategische Ausrichtung zu definieren, die unsere Arbeit in den nächsten 15 Jahren leiten wird.

Alle, die Wikipedia und die anderen Wikimedia-Projekte wertschätzen, sind eingeladen, teilzunehmen. Am Ende des Beitrages findest du Links auf verschieden Möglichkeiten der Beteiligung.

Wikimedia gehört uns allen. Wir alle haben einen Anspruch auf die Zukunft von Wikimedia.

Wikimedia ist in den letzten 16 Jahren enorm gewachsen. Dieses Wachstum war möglich, weil Wikimedia offen ist: jede und jeder kann teilnehmen. Aus diesem Grund gehört Wikipedia uns allen.

Sehr viele Menschen auf der Welt verlassen sich mittlerweile auf den freien Zugang zu neutralen, zuverlässigen Informationen in den Wikimedia-Projekten. Wir als Bewegung haben die Verantwortung, diesen Zugang zu erhalten und ihn zu schützen. Wir haben auch die Verantwortung, auf die Veränderungen in der Welt zu reagieren und kommenden Generationen überall auf der Welt zu ermöglichen, von Freiem Wissen zu profitieren.

Jeden Monat greifen Menschen über mehr als eine Milliarde Geräte auf die Wikimedia-Projekte zu, aber wir wissen, dass wir nur einen kleinen Teil der Weltbevölkerung bedienen. Unsere Projekte sind in Hunderten von Sprachen verfügbar, aber die Mehrheit unserer Inhalte konzentriert sich auf einige wenige. Millionen von Menschen haben Zugang zum Internet, aber Milliarden werden erst noch online gehen. Das Internet ist viel umfangreicher geworden, aber es ist auch kommerzieller. Wir haben mehr Informationsquellen, aber weniger gemeinsame Wahrheiten.

Das sind Herausforderungen und Chancen, und unsere Vision fordert uns auf, uns ihnen zu stellen. Wir glauben an eine Welt, in der jeder einzelne Mensch an der Gesamtheit allen Wissens teilhaben kann. In den nächsten 15 Jahren wollen wir dieser Vision näher kommen, indem wir uns als eine Bewegung mit einer gemeinsamen Ausrichtung aufstellen.

Den Weg unserer Bewegung entwerfen

Bewegungen arbeiten zusammen, planen zusammen und richten sich an zentralen Werten aus. Das tun wir auch. Bewegungen haben signifikanten Einfluss auf sozialen Wandel. Und für viele Leute ist es das, was wir auch machen. Wir gestalten den Wandel hin zu größerer Offenheit, größerem Austausch, einem reichhaltigerem Gemeingut, mehr Wissen für mehr Menschen. Im besten Fall nutzen Bewegungen ihre Stärken und engagieren sich direkt mit ihren Schwächen.

#Wikimedia2030 ist so gestaltet, dass wir viele Stimmen von jedem Teil der Erde hören möchten, egal ob du bearbeitest, liest, bei einer Wikimedia-Organisation tätig bist, spendest oder Partner bist. Deswegen nutzt der Prozess eine Vielzahl von Kanälen, einschließlich On-Wiki-Diskussionen, Live-Veranstaltungen, einzelne Interviews, qualitative und quantitative Forschung und vieles mehr. Wir hoffen, dass alle, die interessiert sind, sich auf ihre eigene Weise engagieren und für sich etwas aus dem Prozess mitnehmen können.

Mit dem Prozess selber verfolgen wir fünf Ziele. Die Wikimedia Foundation definiert die Ziele des Strategieprozesses wie folgt:

  • Identifizieren einer gemeinsamen Ausrichtung, die uns als Movement für die nächsten 15 Jahre verbindet und inspiriert.
  • Aufbau von Vertrauen, Wohlwollen und Harmonisierung innerhalb unseres Movements. Beteiligung an einem legitimen, transparenten, offenen Prozess, der auf einer Verteilung von Macht basiert statt auf Hierarchie.
  • Ein besseres Verständnis der Menschen und Institutionen erlangen, die unser Movement bilden und derjenigen, die wir bisher noch nicht erreichen sowie ihrer sich ändernden Bedürfnisse über die nächsten 15 Jahre.
  • Ein gemeinsames Verständnis davon erlangen, was es bedeutet, eine Bewegung (Movement) zu sein, wie Externe sich daran beteiligen können und worauf es ankommt, um die Wirkung unserer Bewegung zu vergrößern.
  • Aufbau von neuen Beziehungen, um unser Movement und zukünftige Partnerschaften zu erweitern und zu bereichern.

Über das ganze Jahr werden wir über unsere Vision für die Zukunft diskutieren. Wir werden Forschung über die aktuelle und potenzielle Zukunft für Freies Wissen auf der ganzen Welt durchführen. Wir befragen freiwillige Mitwirkende, Angehörige von Movement-Organisationen, Lesende, Spendende, Institutionen und Fachleute, die an Freiem Wissen beteiligt sind. Wir werden unsere Annahmen hinterfragen und voneinander lernen. So wie in der Wikipedia werden wir unseren Weg durch offenen Dialog, faktenbasierte Informationen und Iteration entwerfen.

Für die diesjährige Wikimania, die im August 2017 in Montreal stattfindet, ist es unser Ziel, einen Konsens über eine Reihe von Themen zu haben, die in einer strategischen Ausrichtung für unsere Zukunft gipfeln. Diese Ausrichtung liegt dann der nachfolgenden Diskussion darüber, wie wir zusammenarbeiten wollen, zugrunde.

Die Beteiligung von Menschen in Hunderten von Sprachen und Orten ist ein riesiges Unterfangen.

Einen Konsens zu finden über eine langfristige strategische Ausrichtung für eine globale Bewegung, die einige der weltweit beliebtesten Websites unterstützt, ist kein kleines Unterfangen. In diesem Sinne hat unsere Bewegung Zeit, Ressourcen und Energie in den Aufbau eines Prozesses gesteckt, der entlang unserer einzigartigen Bedürfnisse aufgesetzt wurde. Wir haben den Entwurf für den Prozess im Juli 2016 begonnen, nachdem das Board of Trustees der Wikimedia Foundation die Geschäftsführung der Organisation beauftragt hatte, einen Plan zur Gestaltung einer Diskussion über die Zukunft von Wikimedia zu entwickeln.

Wir haben ein Strategie-Kernteam zusammengestellt, um den Gesamtprozess zu begleiten und alle Gruppen zu beteiligen und zu engagieren. Teil dieses Kernteam ist auch williamsworks, ein Strategieberatungsunternehmen mit mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Nonprofits, Firmen und Philanthropen auf der ganzen Welt. Darüber hinaus gehören Wikimedianerinnen und Wikimedianer, Wikimedia-Organisations und -Foundation-Mitarbeitende, jeweils mit Verantwortung für verschiedene Stakeholdergruppen. Wir haben die Strategieprozesse aus anderen Bewegungen erforscht, die vergangenen Strategieprozesse von Wikimedia aufgearbeitet und in Absprache mit Angehörigen der Wikimedia-Bewegung gearbeitet, um diesen Prozess zu entwerfen.

Der Prozess für die Gestaltung der Konversationen wurde in Zusammenarbeit mit einem sog. „Community Process Steering Committee“ entworfen, das aus Wikimedian-Angehörigen aus zehn Ländern besteht, die umfassende Erfahrung mit Wikimedia haben. Mit diesem Komitee haben wir einen Konzept entworfen, das Stimmen aus der gesamten Bewegung umfasst und in drei Zyklen abläuft: (1) die Zukunft der Bewegung diskutieren und Themen generieren, (2) die 5 wichtigsten thematische Cluster identifizieren und ihre Bedeutung verstehen, und (3) die 3-5 wichtigsten thematischen Cluster auf eine zusammenhängende Ausrichtung hin verfeinern und ihre Implikationen erforschen.

Um diese Movement-weite Diskussion durchzuführen, organisieren wir unsere Konversationen über vier „Tracks“ (Stränge), die den speziellen Bedürfnissen der verschiedenen Zielgruppen gerecht werden. Diese zielgruppen-spezifischen Stränge umfassen:

  • Organisierte Gruppen – Wikimedia-Organisationen (Affiliates; z. B. Wikimedia-Chapter wie Wikimedia Deutschland), Funds Dissemination Committee, Affiliations Committee, WMF Board of Trustees, Angestellte bei Foundation und Affiliates, und weitere organisierte oder halb-organisierte Gruppen, die das Movement unterstützen.
  • Individuelle Mitwirkende an den Wikimedia-Projekten wie Autorinnen, Administratoren, freiwillige Entwicklerinnen oder Fotografen in den verschiedenen Sprachversionen und Wikimedia-Projekten.
  • Regionen mit hoher Aufmerksamkeit für Wikimedia – Aktuelle und zukünftige Lesende unserer Projekte sowie bestehende und potentielle Partner in Ländern oder Sprachen, in denen wir bekannt sind (und eine hohe Reichweite hinsichtlich Aufmerksamkeit und Benutzung haben), wie zum Beispiel Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Japan, Russland und USA.
  • Regionen mit niedriger Aufmerksamkeit für Wikimedia – Aktuelle und zukünftige Lesende und institutionelle Partner in Regionen mit niedriger Aufmerksamkeit, darunter Länder wie Nigeria, Indien, Ägypten, Indonesien, Mexiko und Brasilien

Karte des Wikimedia-Strategieprozesses
erstellt von Blanca Flores, übersetzt von Gereon Kalkuhl/Nicole Ebber, angepasst von Saint Johann, Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

 

Unsere nächsten Schritte

Die Arbeit an der Wikimedia-Strategie bis 2030 hat bereits begonnen. Wir sind mit Gesprächen mit Community-Mitgliedern und Wikimedia-Organisationen gestartet. Die Konversationen aus Zyklus 1 haben auf der ganzen Welt stattgefunden und sind auf Meta-Wiki dokumentiert. Auf Dutzenden von Projektwikis und in vielen Offline-Gesprächen haben wir gefragt: „Was wollen wir in den nächsten 15 Jahren zusammen aufbauen oder erreichen?“

Community-Mitglieder aus der gesamten Wikimedia-Bewegung sind bereits engagiert am Prozess beteiligt. Zur Zeit sind fast 20 Strategie-Koordinatoren mit lokalen Freiwilligen in mehrsprachigen Diskussionen auf der ganzen Welt verbunden, und mehr als die Hälfte der Wikimedia-Organisationen sind in Community-Diskussionen aktiv. Viele dieser Einzelpersonen und Gruppen kamen Ende März auf der Wikimedia Conference in Berlin zusammen, um die strategischen Fragen des Movements zu diskutieren und mögliche strategische Ausrichtungen zu erörtern.

In den kommenden Wochen und Monaten werden wir ähnliche Gespräche mit Leserinnen und Lesern, Spendenden und Partnerorganisationen führen, beispielsweise durch Veranstaltungen, Forschung und Interviews. Unser Ziel ist es, die wichtigsten Veränderungen und Motivationen zu verstehen, die für viele Stakeholder unserer Bewegung relevant sind, von aufstrebenden Technologieplattformen bis hin zu wechselnden Mediengebrauchsgewohnheiten. Wir werden Fachleute einbeziehen, die die Zukunft des globalen Wissens, der Bildung, der Technik und des Aufbaus von Communities im Auge behalten. Wir werden von Lesenden auf der ganzen Welt über ihre Beziehung zu den Wikimedia-Projekten lernen und herausfinden, was sie in Zukunft sehen möchten. Die Informationen, die wir sammeln, werden in die Community-Konversationen und den Syntheseprozess einbezogen. Wie immer und entsprechend dem wahren Wikimedia-Geist werden wir alles, was wir lernen, öffentlich teilen.

Wir veröffentlichen regelmäßige Updates und zeigen Wege auf, sich zu engagieren.

Wie kannst du dich engagieren?

In den kommenden Monaten werden wir weiterhin viele Wege der Beteiligung aufzeigen, von Social Media bis hin zu Online-Diskussionen. Du hast bei der Zukunft von Wikimedia ein Wörtchen mitzureden, und wir wollen es hören! Hier sind einige Möglichkeiten, sich jetzt zu beteiligen:

Trägst du zu den Wikimedia-Projekten bei, z. B. als Autor oder Autorin, Entwicklerin oder Entwickler, oder forschst du zu Wikimedia?

Bist du Teil einer organisierten Gruppe, die sich aktiv für Wikimedia engagiert, wie ein Chapter, einer Wikimedia-User Group oder ein Komitee?

Liest du Wikipedia oder verwendest eines der anderen Wikimedia-Projekte wie Wikimedia Commons, Wikidata, Wiktionary, Wikisource oder Wikivoyage?

  • In den kommenden Monaten werden wir Wikimedia-Lesende über unsere Social Media-Kanäle auf Facebook und Twitter einbinden. Wir werden Fragen über die Zukunft von Wikimedia stellen und einen Essay-Wettbewerb starten, und die Vorstellung ergründen, was Wikimedia im Jahr 2030 sein wird.
  • Erfahre mehr über unsere Pläne, Lesende anzusprechen und Forschung in Regionen mit höherer und niedrigerer Aufmerksamkeit on-wiki zu führen.

Gehörst du einer Institution an, die ein Wikimedia-Partner ist oder an der Zukunft der Wikimedia-Bewegung Interesse hat?

  • Wir sprechen mit Partnerinstitutionen und halten in den kommenden Monaten Interviews und Veranstaltungen ab.
  • Wenn du aus einer Partnerinstitution kommst und sicherstellen möchtest, dass wir mit dir sprechen, schreibe uns an wikimediastrategy@wikimedia.org.

Danke, dass ihr uns auf dem Weg in die Zukunft unterstützt, in der jeder einzelne Mensch freien Zugang zu der Summe allen Wissens hat.

Ich bin mir sicher, dass dies der Beginn vieler essentieller Gespräche ist. Ich freue mich auf deine Beteiligung und bedanke mich im Voraus für dein Engagement.

Katherine Maher, Geschäftsführerin, Wikimedia Foundation

Dies ist eine Übersetzung des englischsprachigen Blogbeitrags von Katherine Maher, der Geschäftsführerin der Wikimedia Foundation. Das Original findest du im Wikimedia-Movement-Blog.

by Nicole Ebber at April 27, 2017 09:40 AM

April 20, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 16/2017

In der Wikimedia:Woche 16/2017 sind der internationale GLAM-Bericht für den Monat März und das neue „Wikimedia Public Policy Digest“ zu finden. Außerdem geht es um eine Petition für besseres Urheberrecht im Bildungsbereich und die Unterstützung der „Initiative for Open Citations“. Benutzer:Gnom berichtete über die Wikimedia Conference, und das Präsidium von Wikimedia Deutschland veröffentlichte das Protokoll seiner 5. Telefonkonferenz.

Zur Wikimedia:Woche 16/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 20, 2017 01:57 PM

April 13, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 15/2017

In der Wikimedia:Woche 15/2017 geht es unter anderem um einen Vorstandswechsel bei Wikimedia CH, den Start der Frühjahrskampagne zur Gewinnung von Neuautorinnen und Autoren in der Wikipedia und die Kritik der Allianz für Meinungsfreiheit am Netzwerkdurchsetzungsgesetz der Bundesregierung, an der sich auch Wikimedia Deutschland beteiligte. Außerdem gibt es ein Update über den Verlauf der Nachhaltigkeitsinitiative zum Betrieb der Wikipedia-Server mit Ökostrom.

Zur Wikimedia:Woche 15/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 13, 2017 02:18 PM

Petition für besseres Urheberrecht im Bildungsbereich gestartet

Im Bildungsbereich setzen wir uns bei Wikimedia Deutschland dafür ein, dass über freie Lehr- und Lernmaterialien Teilhabe und Mitarbeit für jeden gewährleistet sind. Doch die aktuell geplanten Änderungen des europäischen Urheberrechts gefährden den Zugang zu Freiem Wissen in Bildungsinstitutionen. Auf rightcopyright.eu ist daher jetzt eine Petition gegen Einschränkungen in der Bildungspolitik gestartet. Ein Beitrag von Anke Obendiek.

COMMUNIA, eine internationale Vereinigung zur Förderung der digitalen Public Domain, hat am 29. März 2017 die Kampagne rightcopyright.eu gestartet, um Verbesserungen des Urheberrechts im Bildungsbereich zu erreichen. Möglich wird das derzeit dadurch, dass auf EU-Ebene die erste große Urheberrechtsreform seit 15 Jahren angelaufen ist. Auch wir treten für eine zeitgemäße Reform der Schrankenregelungen des Urheberrechts in der EU ein und unterstützen eine moderne Bildungspolitik, die eine Nutzung freier Inhalte ermöglicht.

Warum ist das wichtig?

Wissenschaft und Bildung sind zentrale Elemente gesamtgesellschaftlicher Entwicklung. Durch frei lizenzierte Materialien, wie Lehrbücher oder Lehrfilme könnte jeder Zugang zu Lehr- und Lernmitteln gewinnen. Die Europäische Kommission hat jedoch einen Entwurf zur Änderung des Urheberrechts vorgestellt, der aus Sicht der COMMUNIA gute Bildung erschwert, nicht vereinfacht. Der Vorschlag etwa, eine verpflichtende Ausnahmeregelung zugunsten von Bildungseinrichtungen einzuführen, enthält eine gefährliche Hintertür: Die Mitgliedsstaaten sollen festlegen dürfen, dass weiterhin Lizenzen eingeholt werden müssen, wenn dies leicht möglich ist. Dadurch wird Rechteinhabern immenser Spielraum für die weitere Belastung von Bildungseinrichtungen geboten. Außerdem sind beispielsweise offene Online-Kurse eingeschränkt, da die Ausnahmeregelung wie vorgeschlagen nur in den Bildungseinrichtungen vor Ort oder für geschlossene Netze gilt. Länder, in denen einrichtungsübergreifende Angebote bereits zum Alltag gehören, wie etwa Estland, könnten dadurch ausgebremst werden.

Was macht die Kampagne?

Die Kampagne ist Teil des Projekts Copyright for Education, in dem die COMMUNIA über die Bedeutung von Urheberrecht im Bildungsbereich informiert und versucht, Verbesserungen für moderne Bildung zu erreichen. Unter dem Motto ”Let’s make copyright RIGHT RIGHT now – for education!” möchte die COMMUNIA die Stimme der Lehrenden, der Lernenden und der europäischen Bürger hörbar machen, die sich für sinnvolle urheberrechtliche Ausnahmeregelungen im Bildungsbereich engagieren, und wird die unterzeichnete Petition dem Europäischen Parlament vorlegen. Die Parlamentarier können den Vorschlag der EU-Kommission annehmen, ablehnen oder Änderungsvorschläge einbringen und so die Zukunft des Urheberrechts und der Bildungspolitik in der gesamten EU beeinflussen.

Was kann ich tun?

Um die Mitglieder des Europäischen Parlaments zu überzeugen, für bessere Regelungen im Bildungsbereich einzutreten, braucht die Kampagne Unterstützung. Noch bis zum 15. Mai 2017 steht die Petition daher auf rightcopyright.eu zur Unterschrift bereit. Dort finden sich auch Bildmaterial und Vorlagen für Tweets und Social Media-Beiträge zum Teilen und Posten. Regelmäßige Updates und Veranstaltungshinweise zum Urheberrecht gibt es auf dem Policy-Portal von Wikimedia Deutschland, mehr Infos zu der Kampagne auf der COMMUNIA-Website.

by John Weitzmann at April 13, 2017 10:09 AM

Zitationen offen verfügbar machen: Wikimedia Deutschland unterstützt die „Initiative for Open Citations“

Zitationen sind als Literaturangaben und Verweise die Verknüpfungen, die wissenschaftliches und kulturelles Wissen miteinander in Beziehung setzen. Sie vernetzen das Wissen der Menschheit über Zeit und Raum hinweg. Eine offene Datenbank zur Erschließung von Zitationen wissenschaftlicher Arbeiten bietet nicht nur für die Wissenschaft, sondern auch für Projekte Freien Wissens wie die Wikipedia oder Wikidata viele Möglichkeiten, Wissensbestände zu verknüpfen und  darüber neue Einsichten zu gewinnen.

Als Belege ermöglichen es Zitationen, Informationen nachzuprüfen, Argumentationen nachzuvollziehen und weiterzuentwickeln sowie mit vorliegenden Daten und Studien weiter zu arbeiten. Sie machen nicht nur sichtbar, auf welchem bestehenden Wissen aufgebaut wird. Sondern sie zeigen auch, welchen Einfluss einzelne Forschungsbeiträge haben und spielen daher eine große Rolle, wenn es darum geht, Wissenschaft zu evaluieren.

Aber Zitationen sind nicht nur für die Wissenschaft relevant. Ganz grundlegend geben sie Auskunft darüber, woher wir wissen und warum wir wissen, was wir wissen. Auch für ein Projekt enzyklopädischen Wissens wie die Wikipedia ist das Prinzip der Belegpflicht daher grundlegend. Aus Sicht des Freien Wissens problematisch ist der Umstand, dass Literaturangaben und Verweise in der Wissenschaft bislang kaum frei verfügbar sind, sondern nur in kommerziellen und kostenpflichtigen Datenbanken wie Web of Science und Scopus aggregiert werden.

Ausschnitt aus dem Zitationsnetzwerk eines Fachartikels. Wikimedia Commons. CC0.

 

Eine Initiative für freie Zitations-Metadaten

Dies möchte nun die „Initiative for Open Citations (I4OC)“ ändern, die am 6. April 2017 von der Wikimedia Foundation gemeinsam mit Wissenschaftsverlagen, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie vielen anderen ins Leben gerufen wurde, um die unbeschränkte Verfügbarkeit wissenschaftlicher Zitationsdaten voranzubringen. [1] Beteiligt daran sind zum einen 29 renommierte Verlagshäuser wie MIT Press, SAGE Publishing, Springer Nature, Taylor & Francis und Wiley, die ihre Zitations-Metadaten frei zugänglich machen. Zum anderen wird die Initiative unterstützt von zahlreichen Projekten und Organisationen wie dem Internet Archive, der Open Knowledge Foundation, Mozilla, Wikimedia Deutschland und anderen mehr.

Der Initiative kommt dabei zugute, dass viele Verlage ihre veröffentlichten wissenschaftlichen Artikel bei Crossref registrieren, einer Agentur der International DOI Foundation. Mit den Artikeln werden auch deren Metadaten erfasst: bibliografische Informationen wie der Titel, die Autorin oder der Autor, aber auch andere maschinenlesbare Daten darüber, wie sich Artikel gegenseitig zitieren. Crossref vergibt so genannte Digital Object Identifier, um wissenschaftliche Zeitschriftenartikel im Internet als Objekte selbst identifizierbar zu machen, anstatt sie über die Adresse, unter der sie momentan abgelegt sind, anzusprechen.

Diese eindeutigen und dauerhaften digitalen Objektbezeichner spielen auch für die Wikipedia eine wichtige Rolle, wie Geoffrey Bilder, Leiter für strategische Allianzen bei Crossref, hervorhebt:

„Wikipedia ist als Ganzes betrachtet vermutlich an fünfter Stelle aller Websites, die auf wissenschaftliche Literatur verweisen. Das bedeutet, dass mehr Wikipedia-Nutzerinnen und -Nutzer auf Zitationen klicken und von den Wikipedia-Domains in die wissenschaftliche Literatur gelangen, als von jedem einzelnen Wissenschaftsverlag dieser Welt.“ [2]

 

1 Prozent und 1 gute Idee

Vor dem Start der I4OC-Initiative waren nur 1 Prozent der Zitations-Metadaten von in Crossref registrierten Publikationen frei verfügbar. Dies liegt zum einen an rigiden Lizenzbedingungen der Verlage, zum anderen daran, dass bei Crossref selbst diese Metadaten standardmäßig als nicht-offen markiert werden, solange bis der Verlag sich explizit dafür entscheidet, die Daten öffentlich nutzbar zu machen. Dies gilt selbst für Open-Access-Publikationen, die im Internet als Volltext frei verfügbar sind. Die I4OC-Initiative setzt genau an diesem Punkt an und macht deutlich, wie einfach sich mit einer guten Idee und viel Überzeugungsarbeit auf der einen und gutem Willen auf der anderen Seite eine Veränderung erreichen lässt. Seit März ist durch die Unterstützung der beteiligten Verlage der Anteil von bei Crossref erfassten Publikationen mit offenen Zitations-Metadaten von 1 Prozent auf mehr als 40 Prozent gestiegen, das entspricht annähernd 15 Millionen Artikeln.

Abbildung von Dario Taraborelli, Wikimedia Commons, CC0

 

Ein weltweites Netz des Wissens

Eine offene Datenbank zur Erschließung von Zitationen wissenschaftlicher Arbeiten bietet Vorteile und Potenziale in mehrerlei Hinsicht: Ein weltweites Netz verlinkter wissenschaftlicher Zitations-Metadaten würde die Auffindbarkeit von – sowohl open access als auch closed access – veröffentlichten Forschungsergebnissen deutlich verbessern. Davon profitieren dann insbesondere all diejenigen, die nicht Mitarbeitende einer Wissenschaftsinstitution sind, die ihren Mitarbeitenden oft über Abonnements Zugang zu den bestehenden kostenpflichtigen Datenbanken wie Web of Science oder Scopus eröffnen. Offene Zitations-Metadaten ermöglichen es, Verknüpfungen zwischen verschiedenen Forschungsfeldern und Wissensbereichen herzustellen und darüber neue Einsichten zu gewinnen. Außerdem bieten offene Daten für Projekte Freien Wissens die Möglichkeit, Wissensbestände miteinander zu verknüpfen und darauf aufbauend neue Anwendungen zu entwickeln.

 

Wikimedia + Zitationen = WikiCite

Dies führen auch die Wikimedia-Projekte vor. Hier gab es in der Vergangenheit bereits verschiedene Initiativen, die darauf zielten, wissenschaftliche Zitationen systematisch mit den Inhalten der Wikipedia oder in Wikidata zu verknüpfen. Schon der Name des Projekts WikiCite macht deutlich, dass es hier darum geht, Wikimedia-Projekte und Zitationen (Englisch: citations) zusammenzubringen. In diesem Projekt wird daran gearbeitet, eine bibliografische Datenbank in Wikidata zu entwickeln, die allen Wikimedia-Projekten zur Verfügung steht. Am Beispiel der Forschung zum Zika-Virus und Zika-Fieber wurde mit einem überschaubaren Textkorpus von etwas mehr als 1.000 wissenschaftlichen Artikeln vorgeführt, welcher Mehrwert darin steckt, Zitations-Metadaten in Wikidata zu erfassen. So lassen sich Informationen zu Krankheiten oder Genen mit einer Vielzahl wissenschaftlicher Zitationen anreichern, und es wird nachvollziehbar, wie das Wissen dazu entsteht.

Visualisierung von Themen, die in wissenschaftlichen Publikationen zusammen mit dem Thema Zika-Virus auftreten. Wikimedia Commons. CC0.

Was mit diesen Metadaten noch möglich ist, wird aktuell zum Beispiel im Projekt Scholia getestet. Hier geht es einerseits darum, Autorinnen und Autoren beim Erstellen neuer Fachpublikationen ein Wikidata-basiertes Hilfsmittel zum Einfügen von Referenzen zur Verfügung zu stellen. Andererseits ermöglicht es Scholia, über Anfragen an den Wikidata Query Service wissenschaftliche Profilseiten zu Themen wie dem Zika-Virus, zu einzelnen Publikationen oder Publikationslisten von Institutionen, Fachzeitschriften, Wissenschaftsverlagen oder einzelnen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu erzeugen. Diese Seiten können verschiedene Visualisierungen enthalten: zur Zahl veröffentlichter Artikel oder Artikelseiten im Jahr; zu Zeitschriften, in denen publiziert wurde; zur Verbindung zwischen Autorinnen und Autoren, die gemeinsam Artikel veröffentlicht haben.

Visualisierung der Zeitschriften, in denen der Chemiker Egon Willighagen veröffentlicht hat. Wikimedia Commons. CC0. Query on Wikidata.

Auf diese Weise wird ein weltweites Netz des Wissens, von Personen und Forschungsthemen, von zeitlichen und räumlichen Bezügen sichtbar. All dies wird nur durch offene Zitations-Metadaten möglich. Daher ist es Wikimedia Deutschland wichtig, die I4OC-Initiative zu unterstützen, um die fehlenden 60 Prozent frei verfügbarer Metadaten in Angriff zu nehmen.

 

[1] Maßgeblich vorangetrieben wurde das Vorhaben von Jonathan Dugan, Martin Fenner, Jan Gerlach, Catriona MacCallum, Daniel Mietchen, Cameron Neylon, Mark Patterson, Michelle Paulson, Silvio Peroni, David Shotton und Dario Taraborelli.

[2] Zitiert nach: https://meta.wikimedia.org/wiki/Wikipedia_as_the_front_matter_to_all_research

by Dominik Scholl at April 13, 2017 08:45 AM

April 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 14/2017

Diese Wikimedia:Woche stellt neue Mitarbeitende von Wikimedia Deutschland vor. Außerdem gibt es einen Überblick über spannende Veranstaltungen rund um die Community und im Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Zur Wikimedia:Woche 14/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at April 06, 2017 02:24 PM

March 30, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 13/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia Woche findet sich der APG Impact Report 2015-2016, sowie das Protokoll der 4. Telefonkonferenz des Präsidiums. Außerdem gibt es Neuigkeiten aus dem Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Zur Wikimedia:Woche 13/2017 geht es hier.

 

by Denis Schröder at March 30, 2017 01:36 PM

March 29, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Dominik Scholl übernimmt die Leitung des Teams Bildung, Wissenschaft und Kultur

Seit dem 20. März haben wir einen neuen Leiter für das Team Bildung, Wissenschaft und Kultur. Dominik − seit Juni letzten Jahres Referent in diesem Bereich − hat sich mit Rückhalt des Teams erfolgreich auf die interne Ausschreibung der Leitungsposition beworben. Dominik ist Kulturwissenschaftler, er forschte und lehrte an der Humboldt-Universität zu Berlin und der HafenCity Universität Hamburg und gründete einen unabhängigen Wissenschaftsverlag. Als Autor und Lektor entwickelte und begleitete er Publikationen für Verbände und NGOs aus dem Kultur- und Bildungsbereich.

„Seit vielen Jahren beschäftige ich mich damit, wie Wissen in die Welt kommt und für andere verständlich wird. Mit Wikimedia Deutschland Freies Wissen voranzubringen ist eine tolle Aufgabe. Mir ist es vor allem wichtig, das Team dabei zu unterstützen, erfolgreiche Projekte im Bildungs-, Wissenschafts- und Kulturbereich zu realisieren und den Austausch und die Zusammenarbeit mit den Aktiven aus den Wikimedia-Projekten zu verbessern. Wenn Ihr Wünsche und Ideen habt, sprecht mich jederzeit gerne an. Ich freue mich, Euch kennenzulernen!“, sagt Dominik.

Der Zugang zu Wissen und die gesellschaftliche Bedeutung von Bildung sind tief in unserem Vereinszweck verwurzelt. Es freut mich darum umso mehr, mit Dominik jemanden für die Leitung des Bereichs gefunden zu haben, der das fachlich wie menschlich hervorragend repräsentiert. Schon jetzt hat er sich in kürzester Zeit durch seine bisherige Arbeit, seine Erfahrung und empathische Art innerhalb des Teams und des Kollegiums große Anerkennung erarbeitet.

Herzlichen Glückwunsch zur neuen Aufgabe, lieber Dominik!

 

by Abraham Taherivand at March 29, 2017 01:06 PM

March 23, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 12/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche geht es unter anderem um die Vorstellung des Lizenzhinweisgenerators bei der Foundation, das Fellow-Programm, welches seinen Abschluss gefunden hat und um spannende neue Umsetzungen aus der Technischen Wunschliste.

Zur Wikimedia:Woche 12/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 23, 2017 03:19 PM

Wikimedia:Woche 12/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche geht es unter anderem um die Vorstellung des Lizenzhinweisgenerators bei der Foundation, das Fellow-Programm, welches seinen Abschluss gefunden hat und um spannende neue Umsetzungen aus der Technischen Wunschliste.

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by Jan Apel at March 23, 2017 03:04 PM

March 21, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Transparenz statt Ruhm und Ehre? Nachwuchswissenschaftler:innen zu Risiken und Chancen von Open Science

Am 10. März 2017 fand in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland die Abschlussveranstaltung der ersten Programmrunde des Fellow-Programms Freies Wissen statt. In diesem Gastbeitrag fasst Sarah-Mai Dang den Abend zusammen.

Open Science – von Open Access über Open Educational Resources, Open Data und Open Peer Review bis hin zu Citizen Science – soll die Verbreitung und Nachnutzung von sowie den Zugang zu Wissen erleichtern. Ziel von Open Science ist es, Forschung transparenter und nachhaltiger zu machen und somit die Qualität von wissenschaftlicher Arbeit zu verbessern. Wie Open Science im akademischen Alltag aussehen kann, haben Stipendiat:innen des von Wikimedia Deutschland in Kooperation mit dem Stifterverband 2016 gegründeten Fellow-Programms Freies Wissen am 10. März auf der Abschlussveranstaltung „Wissen offen gestalten – Open Science in der Praxis“ in Berlin diskutiert.

Open Science ist vielfältig

Open Science wird von Fach zu Fach unterschiedlich praktiziert, die Ansätze sind vielfältig. Dies verdeutlichte der einleitende Film, in dem alle zehn Stipendiat:innen ihre Forschungsprojekte in 90-Sekündern präsentierten. So geht es dem Neurobiologen Benjamin Paffhausen etwa um das Teilen von Wissen zwecks Herstellung wissenschaftlicher Geräte zur Beobachtung von Honigbienen. Der Rechtswissenschaftler Hanjo Hamann wiederum veröffentlicht im Dienste der deutschen Justizgeschichte Dokumente, aus denen hervorgeht, welche Richter:innen welche Fälle bearbeitet haben. Die Wissenschaftssoziologin Klara-Aylin Wenten befasst sich mit MakerSpaces, partizipativen Werkstätten. Und die Filmhistorikerin Adelheid Heftberger, Mitgründerin des Open Access-Journals Apparatus, versucht beispielsweise ihre Kolleg:innen von alternativen, offenen Publikationsformaten zu überzeugen.

Die „Botschafter:innen des Freien Wissens“ setzen sich sowohl theoretisch als auch praktisch mit Open Science auseinander. Mit welchen fachspezifischen Problemen die Nachwuchswissenschaftler:innen dabei konfrontiert werden, zeigte die anschließende Podiumsdiskussion. Moderiert von Christina Riesenweber, Open Access-Beauftragte der Freien Universität Berlin, erörterten die Fellows Marion Goller, Juristin, Ruben C. Arslan, Psychologe, und Mirjam Braßler, Erziehungswissenschaftlerin, die Chancen und Schwierigkeiten von Open Science.

Das Recht erschwert freies Wissen

Jurist:innen seien Teil des Problems, konstatierte Goller. Das Bewusstsein für Open Science sei unter ihren Kolleg:innen noch nicht weit verbreitet, da die Quellen, die Gesetzestexte, ohnehin zur freien Verfügung stünden. Außerdem arbeiteten nur wenige Jurist:innen als Wissenschaftler:innen. Darüber hinaus profitierten sie von „closed access“, wenn ihre Lehrbücher in Veranstaltungen vorausgesetzt würden.[1]

Auf dem Podium diskutierten: Christina Riesenweber, Ruben C. Arslan, Marion Goller und Mirjam Braßler (v.l.n.r.), Foto: René Zieger, Abschlussveranstaltung Fellow-Programm Freies Wissen 2016 74, CC BY-SA 4.0

Das derzeitige Recht erschwert nach Goller den Zugriff auf Wissen. Denn Vieles sei verboten. Sie bedauert, dass das US-amerikanische Prinzip des Fair Use in Deutschland nicht gilt und fordert eine harte Wissenschaftsschranke auf europäischer Ebene. Goller forscht zu Urheberrecht und freien Lizenzen und setzt sich für die Abschaffung von Patenten ein.

Wenn es um die Offenlegung von Daten und um die Nachnutzung von urheberrechtlich geschütztem Material geht, herrscht immer noch große Rechtsunsicherheit. Auch aus diesem Grund zögern Wissenschaftler:innen, ihre Forschungsergebnisse im Internet kostenfrei zugänglich zu machen. Zudem bedeutet Open Science einen erheblichen Mehraufwand, der noch nicht honoriert wird. Über diese Punkte waren sich die Podiumsgäste einig. Gar von Zeitverschwendung sei dann die Rede, berichtete Arslan.

Open Science ist riskant, aber effektiv

Open Science stellt nach wie vor nicht nur eine ungewöhnliche Praxis dar, sondern auch ein Risiko für die eigene Karriere. Erstens fehlt Wissenschaftler:innen die Zeit, die sie für die Aufbereitung von Forschungsergebnissen für die Allgemeinheit aufwenden, für weitere Publikationen. Zweitens haben Open Access-Veröffentlichungen noch nicht denselben Stellenwert wie auf herkömmliche Weise verfügbare Artikel in Fachzeitschriften oder Monographien, die gedruckt und bei traditionellen Verlagen erscheinen. Auch wenn es nach Riesenweber keine Korrelation zwischen Open Access und Qualität gibt, leiden frei zugängliche Publikationen unter dem „Impact Factor“, nach dem sich die Reputation einer Zeitschrift bemisst. Dazu kommen die hohen Gebühren, die Verlage von Autor:innen verlangen, um Publikationen open access zu stellen. Drittens machen sich Wissenschaftler:innen durch die Offenlegung von Experimenten und Forschungsprozessen angreifbar. So setze man etwa mit einer Präregistrierung, der öffentlichen Festsetzung von geplanten Studien, Ruhm und Ehre aufs Spiel, erklärte Arslan. Eine für ein stimmiges Erscheinungsbild sorgende Nachjustierung von Methoden, Daten und Forschungsfragen werde dadurch nämlich unmöglich. Obwohl diese Praxis zu einem Mangel an belastbaren Ergebnissen führt, ist sie wohl durchaus üblich. Arslan selbst sucht unter anderem über eine open source Fragebogensoftware der „Replizierbarkeitskrise“ in der Psychologie entgegenzuwirken. Er forscht zu romantischen Präferenzen und Beziehungsdynamiken.

Risiken muss jede Pionier:innengeneration eingehen. Doch letztendlich gilt es, einfach weiterzumachen, um andere von den Vorteilen offener Forschungspraktiken zu überzeugen und Open Science als Standard in der Wissenschaft zu etablieren. Dies war Konsens auf dem Podium. Dabei sei nicht nur an den Idealismus der Community zu appellieren, sondern durchaus auch an eigennützige Motive, findet Arslan. Denn mit Open Science verbänden sich auch viele persönliche Vorteile. So werde man durch transparenteres Arbeiten sowohl sichtbarer als auch glaubhafter. Und von Preprints profitierten alle.

Um einen Austausch auch über die eigene Disziplin hinaus zu ermöglichen, muss man nicht unbedingt den Weg über Publikationen gehen. Auch Plattformen, Blogs und Diskussionsforen fördern das kollaborative Arbeiten. Nicht nur in der Forschung, sondern ebenso in der Lehre. Davon ist auch Braßler überzeugt. Sie untersucht, inwiefern Open Educational Resources die persönliche Entwicklung von Studierenden beeinflussen und erstellt Handlungsempfehlungen, um Lehrmaterial transdisziplinär zugänglich zu machen. Meist lande es nämlich in der Schublade.

Fördermaßnahmen statt Open Burnout

Fazit der Podiumsdiskussion, die sich am Ende für Fragen und Kommentare aus dem Publikum öffnete, war, dass man an mehreren Punkten gleichzeitig ansetzen und einen grundsätzlichen Bewusstseinswandel nicht nur in der Wissenschaftskultur herbeiführen müsse. Dieser beginne bereits damit, sich von der Vorstellung von Wissen als Eigentum zu lösen. Sogenannte „shadow libraries“ wie SciHub könnten das Problem nicht lösen. Neben Verlagskonzernen ziehen profitorientierte Plattformen wie ResearchGate oder Academia.edu ihren Nutzen aus der mangelnden Offenheit. Politiker:innen müssten begreifen, dass Menschen nicht nur aus ökonomischen Gründen handeln und dass ein vereinfachter Wissensaustausch erheblich zur Innovationssteigerung beitrüge. Intransparenz, wie etwa in der Medizin, halte den Fortschritt auf. Deshalb bedürfe es mehr Anreize von politischer Seite für Wissenschaftler:innen, Open Science zu betreiben, zum Beispiel entsprechende Auswahlkriterien in Berufungsverfahren oder Fördermaßnahmen wie Deputatsreduktion. Schließlich wolle man kein Open Burnout.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf www.oabooks.de. Mehr Bilder der Veranstaltung sind auf Wikimedia Commons zu finden.


1 Als die Universität Konstanz ihre Angehörigen zu Open Access qua Satzung verpflichten wollte, klagten Konstanzer Jurist:innen dagegen mit dem Hinweis auf das Grundrecht der Wissenschaftsfreiheit.

 

by Christopher Schwarzkopf at March 21, 2017 11:05 AM

March 16, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 11/2017

Am Erscheinungstag der Wikimedia:Woche 11/2017 feiert die deutschsprachige Wikipedia ihren 16. Geburtstag. Außerdem geht es in dieser Ausgabe unter anderem um den Stategie-Prozess für das Wikimedia-Movement und um eine Stellungnahme von Wikimedia Deutschland zu einem Gesetzesentwurf zur Angleichung des Urheberrechts an die aktuellen Erfordernisse der Wissensgesellschaft.

Zur Wikimedia:Woche 11/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 16, 2017 04:03 PM

16 Jahre Wikipedia. Alles Gute, Freies Wissen!

Heute, am 16.03.2017 feiert die deutschsprachige Wikipedia 16. Geburtstag. Inzwischen gibt es 2 Millionen Artikel auf deutsch, auf die rund 27.000 Mal pro Minute zugegriffen wird. Und all das nur, weil ehrenamtliche Autorinnen und Autoren Wikipedia bearbeiten und ihr Wissen teilen.

Seit mittlerweile 16 Jahren tragen tausende Menschen Wissen in der deutschsprachigen Wikipedia zusammen, um es der Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen. Täglich können deshalb Millionen online von überall auf Freies Wissen aus der größten Enzyklopädie der Geschichte zugreifen. In mittlerweile über 2 Millionen Artikeln allein in der deutschsprachigen Wikipedia kann sich an Wikipedias 16. Geburtstag jede und jeder Einzelne neues Wissen aneignen oder das eigene Wissen teilen. Denn nur durch das ehrenamtliche Engagement der vielen Freiwilligen konnte Wikipedia zu einer freien Wissensquelle für alle werden. Vielen Dank dafür!

“Auch nach fünf Jahren, die ich schon bei Wikimedia Deutschland arbeite, bin ich jeden Tag aufs Neue begeistert, wie viel Herzblut die Wikipedia-Community in dieses weltweit größte Projekt des Freien Wissens steckt,” sagt Abraham Taherivand, geschäftsführender Vorstand von Wikimedia Deutschland. “Ich weiß aus vielen persönlichen Gesprächen, dass die Motivation mitzumachen ganz unterschiedlich sein kann – ob neue Informationen hinzuzufügen, etwas zu aktualisieren, oder sich bei der Verbesserung der der zugrunde liegenden MediaWiki Software zu beteiligen. Ich danke jeder und jedem Einzelnen die in den vergangenen 16 Jahren einen kleinen oder großen Teil beigetragen haben.”

Das Resultat dieser Freiwilligenarbeit – die deutschsprachige Wikipedia – wird heute rund 1,2 Milliarden Mal jeden Monat aufgerufen und ist als erste Anlaufstelle für Wissensinhalte nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken. Täglich kommt neues Wissen hinzu. Seit am 19. November 2016 der 2 Millionste Artikel über das Mineral “Michenerit” erstellt wurde, sind schon über 40.500 weitere Artikel neu angelegt worden. Dazu kommen die unzähligen Bearbeitungen wie Aktualisierungen, das Erweitern von Artikeln, Berichtigungen von kleinen und großen Fehlern oder das Hinzufügen von Medieninhalten.

by Jan Apel at March 16, 2017 08:00 AM

March 15, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Ein Bündnis für alle Fälle!

Gemeinsam freie Bildung voranbringen

Immer wieder hat Wikimedia Deutschland zu bestimmten Anlässen mit anderen Institutionen zusammengearbeitet, um Freies Wissen in der Gesellschaft voranzubringen. 2016 veröffentlichte die Koalition Freies Wissen (Bündnis Freie Bildung, Digitale Gesellschaft e.V., Freifunk, Free Software Foundation Europe, Open Knowledge Foundation und Wikimedia Deutschland)  gemeinsam Wahlprüfsteine zu den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin und konnte so öffentlichkeitswirksamer auftreten und die Ergebnisse auf Grund der verschiedenen Netzwerker breiter streuen. Im Rahmen des Meetups Ladies that FOSS kooperieren wir mit Mozilla, die hinter dem Open Source Browser Firefox stehen und können so mehrere Entwicklerinnen-Communities erreichen. Bei Coding da Vinci bündeln wir mit der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Open Knowledge Foundation Deutschland und der Servicestelle Digitalisierung (Digis) Ressourcen, um das Projekt größer und damit auch sichtbarer durchführen zu können.  

Die Beispiele zeigen, dass Zusammenarbeit mit Partnerinnen (in Crime) innerhalb und außerhalb des Wikimedia Movements immer sinnvoll ist – gemeinsam die gesellschaftlichen Bedingungen für Freies Wissen zu verändern, entfaltet mehr Wirkung, als das als Einzelkämpferin zu tun. Dabei wenden wir einige der guten Praktiken und Learnings an, die von vielen Communities unter dem Sammelbegriff Collective Impact weltweit entwickelt werden.

 

Im Bereich Bildung gibt es seit 2014 das Bündnis Freie Bildung, ein Zusammenschluss von Akteurinnen, die sich für Offenheit (Openness) und freie Lizenzen in der Bildung einsetzen. Das Bündnis treibt die politische und gesellschaftliche Debatte um freie Bildung und freie Bildungsmaterialien (Open Educational Resources, OER)  in der Öffentlichkeit voran. Dazu erarbeiten die beteiligten Organisationen und Einzelpersonen gemeinsam Positionen, Stellungnahmen und Handlungsempfehlungen, mischen sich damit in das bildungspolitische Geschehen ein und adressieren Entscheidungsträgerinnen aus Politik, Bildung und Gesellschaft.

 

An einem kalten Samstagmorgen im Januar traf sich das Bündnis nun in Frankfurt am Main zum Jahres-Kick-Off-Treffen. Neben den sechs Teilnehmerinnen der verschiedenen Organisationen nahm Nikki Zeuner vom Team Zusammenarbeit und Entwicklung von Wikimedia Deutschland als Moderatorin teil. Für das Treffen in Frankfurt stand das Selbstverständnis des Bündnisses und die Ziele für 2017 auf der Tagesordnung.

 

Selbstverständnis

Unter dem Tagesordnungspunkt Selbstverständnis wurde vor allem die bisherige Trennung von einerseits Partnerinnen und andererseits Unterstützerinnen, sowie das Positionspapier von 2014, Vision und Mission Statement diskutiert.  Die oben genannte Trennung hatte sich über die vergangen Jahre als umständlich und verwirrend erwiesen und wurde am Ende des Tages aufgehoben. Alle bisherigen Unterstützerinnen sind ab sofort Partnerinnen des Bündnisses. Dabei wurde in der Diskussion deutlich, dass das Positionspapier sowie das Mission Statement vom Februar 2015 angepasst und überarbeitet werden müssen. Dies wird noch im Frühjahr 2017 passieren.

 

Ziele 2017

Im zweiten Teil des Tages ging es  um die Ziele für das Jahr 2017 und die damit verbundenen Schwerpunkte. Das Bündnis hat den Anspruch, in den bildungspolitischen Diskussionen die Fahne für freie Bildung, freie Bildungsmaterialien und Open Source  hoch zu halten. Im Wahlkampfjahr 2017 mit drei Landtagswahlen und einer Bundestagswahl ist es beispielsweise ein Ziel, Parteien auf ihre bildungspolitischen Positionen abzuklopfen und diese zu kommentieren: in Form von Stellungnahmen und Positionspapieren oder im Rahmen von Veranstaltungen. Dazu werden wir uns die Wahlprogramme der Parteien und die Koalitionsverträge der neuen Landesregierungen genau anschauen und bewerten und aktuelle bildungspolitische Ereignisse wie Gesetzesvorhaben in den Blick nehmen. Dazu gehört z. B. die aktuelle Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) zu Open Educational Resources zu begleiten und Anforderungen an die kommende Förderrichtlinie zu liefern. Hier möchten wir mit den geförderten Projekte wie auch mit neuen Zielgruppen (außerhalb der OER-Bewegung) in den Austausch treten.

 

Salon Bündnis Freie Bildung

Für alle diese Themen freuen wir uns immer über Mitstreiterinnen, die sich als Einzelpersonen oder als Organisation einbringen möchten. Anlässlich der eQualification Tagung des BMBFs, zu der auch die neu geförderten OER-Projekte eingeladen waren, organisierte das Bündnis am 20. Februar 2017 eine Abendveranstaltung, um Interessierten  die Arbeit des Bündnisses vorzustellen und um miteinander ins Gespräch zu kommen. Die verschiedenen Perspektiven  der Teilnehmenden (wenig OER-Erfahrung vs. viel OER-Erfahrung, Wikipedianerinnen, Politikerinnen, Senatsverwaltung und Bildungsserver) sind immer wieder wertvoll, um über den eigenen Tellerrand zu blicken.

 

Zu Gast beim Podcast Feierabendbier Open Education

Am Sonntag Abend, 12.03.2017 war Valentin Münscher von Wikimedia als Vertreter des Bündnisses zu Gast beim Podcast Feierabendbier Open Education von Markus Deimann und Christian Friedrich. In entspannter Atmosphäre ging es neben der Auswahl der Getränke auch um OER, die Strategie der Kultusministerkonferenz (KMK) „Bildung in einer digitalen Welt“ und die Stellungnahme des Bündnisses dazu.

 

Das Bündnis Freie Bildung – ein Zusammenschluss, der überwiegend durch ehrenamtliches Engagement getragen wird – hat sich viel vorgenommen für 2017. Da ist immer Platz für weitere Mitstreiterinnen – ob Organisationen oder Einzelpersonen.

 

by Valentin Muenscher at March 15, 2017 02:13 PM

March 13, 2017

Iberty

Thinking about Dance Dance Wikilution (Ballettmontag)

I've been thinking for a longer timeframe now about a WikiDance project, bringing dances and dancing on Wikipedia.

It would give me the chance to combine two passions. (and I've seen some Wikip/media people who like dance as well).

And it should serve Wikipedia as well. Contentwise it is as far removed from military history as possible. The project should open up topics that are undercovered. Maybe it could even attract people we are missing in Wikipedia right now.

BUT 


Writing about dance is about as useless as trying to to describe music by building a house in the style of the music.

And even when describing dance by words would be possible is possible: text describing movement, any movement, is about the most boring text ever written. Just try to read the sports articles in Wikipedia: boooring!

Pictures are not really an improvement. Basically, dance is movement, which means video would be the best form to cover it.


Pirouette
Animated GIF? A solution. Image: Pirouettes performed by Daria L during Paquita grand pas de deux adagio.Author. Jim Lamberson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Using video of course would turn the project from a small, dance-oriented project to a heavy, expensive, tech-dependent project where a lot of time and resources would be spent handling equipment. Not what I would really like to do.

As can be easily seen on Youtube, producing good dance video is difficult. One needs to see what really is happening. And prefereably it should look good as well.

You need accomplished dancers to get across what you need and accomplished filmers.

(Or you need somebody who already has the videos. Then one would spent the most of the time, doing not research and producing content, but lobbying - which is none of my passions.)

SO


I could go the boring way. Limit the project to writing. Which would bring fun to me, but not to readers.

I could sigh and resign and learn a lot about video.

I could just start, see what's happening and hope for the best.

I could inspire someone who does all the work.

So. I really would like to have/start a Wiki-Dance-project. But all the forms I can imagine would either bore myself to death or would involve spending a lot of time with equipmemt and lobbying - which means no time spent with dancing at all.

So I'm having problems to decide. Anybody any ideas?

 

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at March 13, 2017 09:09 AM

March 09, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 10/2017

In der Wikimedia:Woche 10/2017 ist zu erfahren, welche fünf neuen Wikimedia User Groups anerkannt worden sind und was es mit dem Community-Projekt WikiWedding auf sich hat. Außerdem gibt es neue Aktivitäten um die geplante Urheberrechtsreform und eine Stipendiatin stellt ihr Projekt vor, dem sie im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen nachgeht. Anläßlich des Frauentags haben wir zudem Berichte zum Thema rund um Wikipedia gesammelt.

Zur Wikimedia:Woche 10/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at March 09, 2017 02:10 PM

March 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

NGOs und Umweltbildung in Madagaskar – ein Open Science Experiment

Veranstaltungshinweis:
„Wissenschaft offen gestalten – Open Science in der Praxis“
Am 10. März präsentieren die Stipendiatinnen und Stipendiaten des Fellow-Programms Freies Wissen in Berlin ihre Projekte und diskutieren über ihre Erfahrungen mit Open Science in der Praxis. Mehr Informationen zur Veranstaltung sind hier zu finden.

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag berichtet die Stipendiatin Lena Reibelt über ihr Forschungsprojekt, das sie im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Jetzt, gegen Ende des Fellow-Programmes ‚Freies Wissen‘ schaue ich auf ein spannendes halbes Jahr zurück und freue mich schon auf den Austausch mit den anderen Fellows und Mentoren während der nahenden Abschlussveranstaltung. Open Science war für mich zu Beginn noch ein großer Begriff mit unklarer Kontur, beladen mit den abstrakten Bereichen Open Data, Open Source, Open Peer Review, Open Access, Open Methodology, Open Educational Resources, und Citizen Science. Nach und nach gewann ich im Rahmen des Programmes einen Überblick über die konkrete Bedeutung der Bausteine von Open Science. Alle vereint das Ziel, wissenschaftliche Prozesse und Ergebnisse frei zugänglich, nachvollziehbar und nutzbar zu machen.

Aber wie funktioniert das konkret? Während der letzten 6 Monate durfte ich verschiedene Methoden ausprobieren, um Community-Feedback zu erhalten. Durch mein Promotionsthema, welches sich mit hemmenden und fördernden Faktoren der Umweltbildung auf Madagaskar auseinandersetzt, wurde ich mit der Realität vieler Nichtregierungsorganisationen auf Madagaskar konfrontiert, welche oft nicht ausreichend Material und Expertise vereinen, um Umweltbildung auf einem nachhaltigen und wirkungsvollen Niveau zu realisieren. Mein Projekt im Rahmen des Fellow-Programmes fokussierte sich daher auf Möglichkeiten eines verbesserten Austausches zwischen den aktiven NGOs in der Umweltbildung. Mein langfristiges Ziel ist es, durch mehr Openness eine Ausweitung und Professionalisierung der Umweltbildung auf Madagaskar zu unterstützen.

Um Handlungsoptionen offen zu sammeln, zu diskutieren, und zu bewerten, wurde zunächst ein Diskussionsforum eröffnet. Um zu verhindern, dass technische Probleme, Unkenntnis oder Gewohnheiten eine Teilnahme bestimmter Community-Mitglieder verhindern könnte, wurde das Forum parallel auf drei ‚Plattformen‘ angeboten: Etherpad, Google Docs, und Wikipedia. Die parallele Erfassung sollte – neben der Minderung der genannten potentiellen Hemmnisse – einen Methodenbeitrag zu Open Science liefern; auf welcher Plattform würde am meisten Feedback generiert, gäbe es Unterschiede in der Art der Beiträge, und aus welcher Community würden die Teilnehmenden stammen? Im gleichen Sinne wurde eine Liste mit Fachliteratur zu Inter- und Intra-Organisationskommunikation erstellt und auf den drei Plattformen zur Mitarbeit zugänglich gemacht.

Mein Mentor Gregor Hagedorn hatte mich schon darauf vorbereitet, dass die Resonanz vermutlich eher gering ausfallen würde; die gänzlich fehlende Beteiligung war jedoch für uns beide enttäuschend. Dennoch war das ‚Experiment‘ lehrreich; die drei Plattformen unterschieden sich zwar in Grundlagen, Editier- und Formatierungsmöglichkeiten, sowie in der Nachvollziehbarkeit von Änderungen anderer Nutzer, waren aber allesamt schnell erlernbar; meine Selbstwirksamkeits-erwartung bezüglich des Erlernens neuer ‚Programme‘ stieg dadurch rapide an. Während Etherpad die geringste Systemleistung verlangt (was insbesondere bei der Arbeit in einem Entwicklungsland relevant sein kann), erlaubt es zwar die farbliche Zuordnung neuer Nutzereinträge, zeigt jedoch gelöschte Textpassagen nicht mehr an, was ein Ausschlusskriterium für bestimmte Arten der Zusammenarbeit sein kann. Auch komplexere Darstellungsformen wie Tabellen sind hier nicht möglich, sondern müssen durch Listenformatierung umgangen werden. Google Docs hat formatierungs- und designtechnisch mehr zu bieten als Etherpad, Ist jedoch bei schlechter Internetverbindung oder alten Rechnern nicht empfehlenswert. Dafür sind Überarbeitungen bei Google Docs gut erkennbar, insbesondere die Kommentar- und Klären-Optionen sind hilfreich, wenn mehrere Teilnehmer mit unterschiedlichen Meinungen oder Ideen ein Dokument gemeinsam bearbeiten wollen. Auf Wikipedia nutzte ich mangels besseren Wissens meine Userseite zur Bereitstellung des Diskussionsforums und der Literaturliste, die jedoch bald darauf gelöscht wurden (Grund: ‚Missbrauch als Web Host‘); wie ich hieraus lernte, empfiehlt sich für Forschungsprojekte je nach Inhalt z.B. Wikiversity oder Meta Wiki. Der Aufbau und die Bearbeitungsoptionen folgen hier bei allen Schwesternprojekten dem gleichen Prinzip: jeder kann Artikel editieren, entweder als registrierter User, oder indem die IP öffentlich geteilt wird. Verschiedene Reiter bieten die Möglichkeit des Betrachtens (Read), des Editierens (Edit), sowie der Kontrolle (View history), die den Abgleich voriger Versionen ermöglicht. Für möglichen Diskussionsbedarf oder Ergänzungsvorschläge steht ebenfalls ein eigener Reiter zur Verfügung (Discuss). Mit der Formatierungsanleitung für Wikipedia et al. wird jedem ein einfacher Zugang ermöglicht.

Wie erwähnt, blieb eine Beteiligung am Diskussionsforum und der Literaturliste trotzdem aus, daran hinderte auch die Bewerbung der Initiative über Twitter und Email nichts. Mit der Annahme, dass die Einstiegshürde der Diskussionsplattform doch zu hoch angesetzt worden war, starteten wir einen weiteren Versuch: eine Umfrage, welche mit der kostenfreien Version von Survey Monkey erstellt wurde. Mittels 10 (überwiegend multiple-choice) Fragen wurde erhoben, wie Aktive der Umweltbildung die Notwendigkeit einschätzen, eine zentrale Sammlung von Bildungsmaterialien zu erstellen, wieviel Austausch die eigene Organisation bezüglich Umweltbildung praktiziert, und ob ein erweiterter Austausch wünschenswert wäre, wer solch ein Angebot voraussichtlich nutzen würde, etc. Die Umfrage wurde ebenfalls über Email und auf Twitter @BandroAlert beworben und war drei Wochen lang sowohl auf Englisch als auch auf Französisch online zugänglich; erfreulicherweise wurden 30 Umfragebögen ausgefüllt, wobei beide Sprachen etwa hälftig vertreten waren. Die Erhebung zeigte, dass viele NGOs tatsächlich keine Informationen und Einblicke bezüglich der Programminhalte ihrer Kollegen haben, und schon dies verhindert, dass Austausch von Material oder Erfahrungen überhaupt stattfinden kann. Um diese grundlegende Anfangshürde zu adressieren, wurde bei Wikiversity eine Seite zu Umweltbildungsaktivitäten in Madagaskar eingerichtet, wo sich bereits 11 NGOs mit Details zu Programminhalten, Zielgruppe, sowie Interventionsregion eintragen ließen! Dies ist eine erste Öffnung der NGOs, die erstmals öffentlichen Einblick in ihre gesammelten Programminhalte und Aktivitäten der Umweltbildung erlauben. Dieser erste Schritt macht Hoffnung, dass eine weitere Öffnung und ein verbesserter Austausch in der Zukunft erreicht werden können; ein dreiseitiger Entwurf für ein mögliches Folgeprojekt wurde bereits entwickelt.

Im Rahmen meines Projektes des Fellow-Programmes wurde deutlich, dass nicht nur die Wissenschaft(ler) Vorbehalte gegenüber Openness haben, sondern dass solche ebenso in der Praxis der Umweltbildner, NGOs, und Naturschützer auf Madagaskar existieren; Konkurrenz zwischen Organisationen und Individuen, und vermeintliche Wettbewerbsvorteile unterbinden manchen Austausch. Wahrscheinlich kann jeder diese Vorbehalte nachvollziehen; es benötigt Vertrauen, den ersten Schritt zu gehen, und sein Wissen zu teilen. Man gibt etwas, ohne zu wissen was man dafür bekommt, und macht sich möglicherweise angreifbar. Wer sich jedoch von Konkurrenzgedanken und Unsicherheit einschränken lässt, denkt zu kurz, und versäumt die Chancen kollektiven Vorankommens. Wir sollten uns nicht davon abhalten lassen, Informationen zu teilen, unser Wissen und unsere Erfahrungen zusammenzuführen, und so bestmögliche Ergebnisse zu erzielen – sei es zwischen Wissenschaftlern und Praktikern in der Umweltbildung auf Madagaskar um eine nachhaltige Entwicklung zu unterstützen, oder in anderen Kontexten; gemeinsam erreicht man mehr, und dies ist auch der Geist den ich in Open Science sehe und schätze.


Zur Autorin

Lena Reibelt beschäftigt sich im Rahmen ihrer Promotion an der Universität Hildesheim mit den hemmenden und fördernden Aspekten von Umweltbildung auf Madagaskar. Seit September 2016 ist sie Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen.

 

 

 

by Christopher Schwarzkopf at March 06, 2017 04:28 PM

Etwas fürs Auge (und fürs Ohr und für den Magen) im Wedding

Ein Beitrag von Maria Heuschkel basierend auf einem Gespräch mit dem Wikipedia-Autoren Benutzer:BotBln zum Projekt WikiWedding in Berlin und einer Wanderausstellung zum Thema Wedding.

„WikiWedding heißt eben nicht nur der Ortsteil Wedding, sondern der alte Umfang: einschließlich Gesundbrunnen.“

Es geht also um den ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding – das heißt, es geht nicht um den heutigen Ortsteil Berlin-Wedding, sondern um das Gebiet der heutigen Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen. Als eine der prägnantesten Erinnerungen des Abends habe ich als Gast bei der am 25. Januar 2017 stattgefundenen Vernissage des WikiWedding diese Information mit nach Hause genommen.

Die Freiwilligen um den WikiWeddding haben dabei in den Räumen des Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße, in welchem der WikiWedding ein Zuhause gefunden hat, eine Einführung in den Wedding geboten, welche über allgemeine Informationsvorträge und Broschüren hinausgeht.

Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen

„Das war ein kultureller Rundumschlag.“ stellt Benutzer: BotBln fest, mit welchem wir uns zusammengesetzt haben, um seine Perspektive auf den WikiWedding und die Vernissage zu erhalten. Bei den Ausstellungsstücken handelt es sich um 25 Bilder auf Hartschaumplatten mit unterschiedlichen Motiven aus dem Wedding. Die Anwesenden konnten dabei an einem kleinen Ratespiel teilnehmen, welche Motive denn nun genau gezeigt wurden und somit die Highlights des Weddings (im alten Umfang) kennenlernen. Die Motive wurden von einer Jury aus einem Fundus von 200 Bildern, die auf Commons liegen und in irgendeiner Verbindung zum Wedding stehen, ausgewählt. Dabei handelt es sich um „Altes und Neues, Renoviertes und Zerstörtes, Technisches und Naturnahes, Innen und Außen, von Oben betrachtet und im Untergrund, Künstlerisches und Alltägliches“, und es ging keineswegs darum, „dass die Fotos mit der höchsten Qualität das Rennen machen. Ziel kann sein zu zeigen, wie vielfältig und bunt dieser Teil Berlins ist“ wie uns BotBln mitteilt.

Darüber hinaus wurden die Gäste „mit zwei Vorträgen“ unterhalten, „die verschiedener nicht hätten sein können. Zum einem mit der puren Darstellung der Geschichte des Bezirkes und zum anderen einfach mal darzustellen, was mit einem Artikel (in diesem Falle zum Wedding) in seiner Zeit passiert. Vom ersten Einstellen, zu einem immer größer werdenden Artikel – bis hin zur völligen Zerstörung und Sekunden danach zur Wiederherstellung.“

Neben der Bebilderung des Weddings, welche sich die Freiwilligen seit 2016 verschrieben haben, wurden die gut 50 Gäste mit einem bunten Rahmenprogramm aus innovativen musikalischen Klängen und hausgemachter Berliner Verpflegung inklusive Wurst mit Schrippe unterhalten. BotBln hat auch erst nach der Vernissage erfahren, dass die kostenfreie Verpflegung der Gäste auf Vernissagen nicht mehr üblich sei, aber mit den „verschiedenen finanziellen Spendern des Abends haben wir es geschafft, dass es für die Gäste frei war.“

Neue Freiwillige sind herzlich willkommen

WikiWedding, ein Projekt, welches seit Anfang 2016 von Wikimedia Deutschland gefördert wird, beschäftigt sich vor allem um die Beackerung des Themenbereichs Wedding in der Wikipedia und will interessierten Weddingern und Nicht-Weddingern die Wikipedia und/oder diesen Teil Berlins näher bringen. Konkret geht es auch darum, „Leute zu treffen, die konkret an bestimmten Artikeln arbeiten. Im günstigsten Fall für uns (eben weil das unser Ansinnen ist) über den Wedding Artikel zu machen – das ist aber kein Muss.“ Dies wird ebenfalls durch regelmäßige Sprechstunden in der Schillerbibliothek in der Müllerstraße oder der Lorberg/Schultze-Berndt-Bibliothek in der Seestraße sowie durch Offene Sonntage im Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße 16 erreicht: „Dann haben wir die Chance konkret bei Fragen von Außenstehenden oder Neu-Wikipedianern zu helfen: wenn es ein Problem gibt in Artikeln oder wenn jemand die Arbeit zurückgesetzt hat; wenn sie irgendwelchen Ärger kriegen oder Frust.“

Der Nachbarschaftsladen der Initiative Buttmannstraße war Veranstaltungsort der Vernissage im Januar und somit Anfangspunkt der geplanten Wanderausstellung. Auch Vertreterinnen der GESOBAU und von Gangway e. V., als Sponsoren des Ladens, waren dabei und haben ihrer Begeisterung für das Projekt in Grußworten zum Ausdruck gebracht. Dabei ist der Nachbarschaftsladen laut BotBln nicht seit Anfang an das Zuhause des Projekts gewesen, doch jetzt „ist das doch ein guter Platz um Leute einzuladen. Wir haben eine Heimat, wo man in Ruhe vor sich hinarbeiten kann. Wir fühlen uns komplett alle wohl und ich arbeite hier einfach an meinen Pflanzenartikeln weiter.“

Die Ausstellung soll auf Reise gehen

Ich habe im Rahmen des Ratespieles des Vernissage ganze zwei Motive zuordnen können und habe somit als frischgebackene Neu-Weddingerin (im heutigen Ortsteil Gesundbrunnen und im ehemaligen Verwaltungsbezirk Wedding) eher versagt. Die Ausstellung verweilt noch im Nachbarschaftsladen, bis sie an den nächsten Ausstellungsort geschickt wird. „Es soll erst einmal eine Wanderausstellung sein, die zunächst im Laden gezeigt wird und dann auf Reise geht: zum Beispiel in Bibliotheken oder in die Geschäftsstelle. Vielleicht auch in eine andere Stadt, wenn es jemand haben will.“

Auch wenn die Organisation der Veranstaltung, sowie die Koordinierung der verschiedenen Aufgaben (auch noch über den Jahreswechsel, über welchem sich die meisten im „Winterschlaf“ befanden) viel Stress für die Ehrenamtlichen bedeutete – „am Ende lief alles gut. Auch in allen verschiedenen Rollen, die ich an dem Abend hatte: die Betreiber zufrieden zu stellen, für Wikipedia und für den Nachbarschaftsladen.“

Ausgewählte Ausstellungsstücke

by Nicolas Rueck at March 06, 2017 09:29 AM

January 18, 2017

Iberty

Wikipedia-Yogafiguren

Ein erstes Brainstorming für WikiYoga. Wenn es den "Kranich bei Sonnenaufgang" gibt und die "Wackelnde Schildkröte", dann sollte es doch auch Wikipedia-Yogafiguren geben.

* Der leidende Selbstdarsteller
Bpose7
Die Relevanzhürde

* Das Meinungsbild

* Schlafende Hunde

* Kreuz und Stern

* Die Adminkandidatur

* Der Donauturm
Bpose23
Die Kurierdiskussion

* Vandale bei Schulbeginn

* Die Schraube am Hinterrad..

* Das Movement

* Das erschütterte Ego
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 18, 2017 08:36 AM

August 26, 2016

Iberty

Äpfel, Fotos, Kalifornien

Wenn die Wikipedia auf Kalifornien trifft, auf Äpfel, Erntefeste, Kollaboration und Fotografem . So wie es sein solte. Gelegentlich erfüllt die Wikipedia jeden Wunsch und sie ist unterstützend, kollaborativ, inspirierend, gibt allen Beteiligten Spaß und der Menschheit dann etwas zu sehen und zu lesen.


Gravenstein Apple Fair 2016 - 01
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es begann mit dem Schreibwettbewerb. Der Schreibwettbewerb der Wikipedia existiert seit 2005 und findet zweimal im Jahr statt. Einen Monat lang versuchen Autoren DEN BESTEN Artikel zu schreiben und zu verbessern. Dafür gibt es Preise. Meist stiften andere Wikipedianer diese Preise. Sie reichen von Buchgutscheinen über Tee, selbstgemachte Marmelade oder Einladungen zum Opernbesuch.

Im März 2016 waren auch fünf Kilo Äpfel von der Streuobstwiese als Preis ausgesetzt – gestiftet von Benutzer:Sternrenette für den besten Artikel mit Bezug zum Thema Obst. Äpfel! Da konnte ich natürlich nicht widerstehen.



Schnell mal in das Bücherregal gesehen, die einschlägigen Bücher durchsucht und dann geschaut, welche Apfelsorten sowohl in den deutschen wie den englischen Publikationen behandelt werden – da war die Auswahl überraschend eng.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 08

Abgesehen von einigen wenigen globalen Sorten (Gala, Golden Delicious, Cripps Pink..) – die zudem meistens in Deutschland selbst nicht angebaut werden – ist das mit den Äpfel doch eher eine lokale oder regionale Sache. Deutschlandweit angebaute Sorten wie Elstar kommen in englischsprachigen Ländern kaum vor, dortige Favoriten wie Braeburn wachsen in Deutschland nicht. Die wenigen Sorten, die den Sprung schafften wie Cox Orange oder Golden Delicious haben bereits seit einiger Zeit ausführliche Wikipedia-Artikel.

Sorten, die den Sprung über eine Sprachgrenze hinweg geschafft haben, sind rar gesät.

Aber dann gab es noch Gravenstein. Vielleicht eigentlich ein italienischer Apfel oder ein dänischer, auf jeden Fall seine Welteroberung beginnend im deutsch-dänischen Grenzgebiet. Mit seiner Einführung im 17. Jahrhundert ein Apfel, der die Bezeichnung „alte Sorte“ tatsächlich verdient, beliebt einst in ganz Europa und den USA. Laut diversen Experten der bestschmeckende Sommerapfel überhaupt, aber schlecht zu lagern und zu transportieren: heute nur noch Liebhaberapfel. Ein alter Apfel mit Geschichte, Hintergrund, Aufstieg und Fall – der Stoff für einen guten Artikel ist da.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 09

Etwas mehr Recherche: der Aufstieg brachte den Gravensteiner über den Unweg russischer Pelzhändler bis in das Sonoma County in Kalifornien. Die Gegend bei San Francisco - heute vor allem berühmt für seinen Wein - war ehedem aber Gravenstein County. Dort feierten sie große Volksfeste, bauten Züge, Boote und Zeppeline aus Äpfeln nach, sammelten den ganzen Landkreis zu einer großen Party. Vergessen dann im 20. Jahrhundert, wiederbelebt zum 21. Jahrhundert hin, mittlerweile gefördert durch Slow Food, findet die Fair wieder statt.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 03
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Und wie es so ist, Sonoma County liegt nicht nur abstrakt nahe San Franciscos, sondern auch konkret nahe des Sitzes der Wiki Education Foundation. Damit liegt das Sonoma County auch nahe des  WikiEd Executive Director, wunderbaren Menschen und großartigen Fotografen Frank Schulenburg.

Den mal bei Gelegenheit angesprochen: Hey, Frank, schau mal was bei Dir in der Gegend los ist. Das war so im März. Apfelernte allerdings ist nichtmal für Frühäpfel in der Jahreszeit. Also gewartet bis zum August.

Der war nun heiß auf die Äpfel und endlich war am Wochenende Appel Fair. Frank hin. Mit Fotos zurück. Von Äpfel und der Fair, Kuchen und Menschen. Nur eine Apfelkönigin scheint es tatsächlich nicht gegeben zu haben. Hinein in den Artikel.

Inspiration, Literatur, Zeit, Umsetzung, Fotos und Einsatz. Über sechs Monate hinweg und zwei über Kontinente. So bitte darf Wikipedia öfter sein.

Gravenstein Apple Fair 2016 - 07
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at August 26, 2016 08:08 AM

July 20, 2016

Iberty

P wie Pikachu

Pikachu ist ein Pokemon. Nein, Pikachu ist DAS Pokemon. Oder, um es im Wikipedia-deutsch zu sagen:
Das Pikachu (jap. ピカチュウ, Pikachū) ist ein fiktives Wesen und das bekannteste Pokémon aus den gleichnamigen Videospielen der japanischen Spielesoftwarefirma Game Freak, sowie eine Kernfigur im zugehörigen Anime. ..Japanische Forscher des Osaka Bioscience Institute benannten nach dem Pokémon ein neu entdecktes Protein, Pikachurin, welchem eine Rolle beim Bewegungssehen zugeschrieben wird.

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Bild: Ana.b747.pokemon.arp.750pix Von: Adrian Pingstone Lizenz: Public Domain. Warning: One or more elements in this image are protected by copyrightSome parts of this file are not fully free but believed to be de minimis for this work. Derivatives of this file which focus more on the non-free element(s) may not qualify as de minimis and may be copyright violations. As a direct consequence it might be needed to review the copyright status if you crop the picture.

Außerdem ist Pikachu sehr gelb, sehr niedlich und vemutlich das einzige Pokémon, das auch viele Nicht-Spieler kennen. Und es hat seit mittlerweile 11 Jahren seinen eigenen Wikipedia-Artikel. Pikachu begann sein deutsches Wikipedialeben am 25. Februar 2005.



Die damalige Beschreibung lautete:

Pikachu (ピカチュウ Pikachu) ist ein sogenanntes Pokémon aus den gleichnamigen Computerspielen der japanischen Spielesoftwarefirma GAME FREAK inc., sowie dem dazugehörigen Anime. Pikachu stellt eine Art Maus dar und besitzt überwiegend elektrische Fähigkeiten.  (Blitze schleudern, etc.) – es gehört deswegen zum Pokémon-Typ Elektro. Seine interne Pokémon-Nummer ist 156 (25 nach alter Zählung).
Damit dauerte es immerhin drei Jahre bis auf den Pokémon-Artikel von 2002 der Pikachu-Artikel folgte. Die Entwicklung des Artikelinhalts ist eher typisch. Weg von spielinternen Informationen "Blitze schleudern", hin zu Informationen, die auch Außenstehenden mehr nutzen "DAS Pokémon", ein Protein danach benannt. Es wird deutlicher, warum Pikachu eine Bedeutung über die enge Pokémon-Welt hinaus hat. 

Pikachu bleibt bis heute das einzige Pokémon, der einen deutschen Wikipedia-Artikel hat, weil nach Meinung der deutschen Wikipedianer kein anderes Pokémon die enge Welt des Spielekosmos verlassen hat. Ansonsten blieben Detailinformationen zu den einzelnen Arten dort, wo sie die deutsche Wikipedia am liebsten hat. Im - viel zu langen und komplett unlesbaren - Hauptartikel zu Pokémon an sich.

Selbst die "Liste der Pokémon" brauchte acht Jahre vom Entstehen des Pokémon-Artikels bevor sie seit 2010 in der deutschen Wikipedia bestehen blieb. Nicht, dass es nicht Leute versucht hätten und die Liste sich nicht zwischenzeitlich zwischen 2002 und 2010 immer mal wieder einige Monate halten konnte. Aber sie fiel dann einem Löschantrag zum Opfer.

Die erste Löschdiskussion der Liste im Mai 2006 war dramatisch... "Fangeschwurbel", "Wikipedia ist keine Sammlung fiktiver Nerv-Monster", "Gibt es irgendeinen Mehrwert gegenüber der Pokémon-Wiki außer den Pseudoerklärungen des Namens?", "löschen und nirgends einarbeiten, es wird doch wohl genügend Pokemon-Fanseiten im www geben, die solche Listen führen können." gegen "die Informationen machen den Pokémon-Artikel zu lang", "wichtiges Medium um junge Leser an die Enzyklopödie heranzuführen" und "hat Zusatzinformationen wie einzelne Namen".

Nun ja, vier Jahre nach dieser Löschdiskussion hat sich die Wikipedia anders entschieden, heute stehen alle Pokémon von Nummer 1 Bisasam bis zum nicht-mehr-nummerieren Lunala (gezählt der 740. Pokémon) nebeneinander in der Liste einschließlich der Bezeichnung auf englisch, französisch, japanisch und koreanisch, der Typ (Bisasam: Pflanze/Gift Lunala: Psycho/Geist) und der Kategorie (Bisasam: Samen Lunala: Mondscheibe). Und nein, für Nicht-Pokémonista ist dort natürlich nicht erklärt, was Typ und Kategorie bedeuten.

Dabei wäre beispielsweise ein Artikel über Bisasam diskutabel. Nach Pikachu das Pokémon, das auch außerhalb der Szene am bekanntesten ist. In der Szene vielleicht sogar beliebter als Pikachu selbst. Immerhin heißt das englische Pokémon-Spezial-Wiki Bulbapedia nach Bisasams englischer Bezeichnung Bulbasaur. Im deutschen Pokéwiki wiederum ist Bisasam der einzige Artikel über ein Pokémon, der als lesenswert ausgezeichnet wurde.

Bisasam brachte es in der deutschen Wikipedia hingegen auf 13 Löschungen bevor die Seite komplett gegen Neuanlagen gesperrt wurde.


Die Begründungen laufen im Wesentlichen auf "Fancruft" hinaus. Oder, länger formuliert, es gibt nichts über Bisasam zu sagen, was außerhalb der Spiele von Relevanz wäre oder für das es andere Quellen als die Spielanleitungen gibt.

Deshalb ist die Frage nicht unspannend: wie sähe ein solcher Artikel aus? Im Pokéwiki bestehen normale Artikel über einzelne Pokémon vor allem aus langen Listen von Fähigkeiten, Entwicklungen und Stufen, die tatsächlich nur für Spieler relevant sind - und größtenteils auch für diese überhaupt nur verständlich. Bei Bisasam ist der Text länger: Dort erfahre ich zum Beispiel:

Bisasams Knolle ist der Ausgangspunkt für zahlreiche Fähigkeiten. .. Da Bisasam seine Knolle kurzzeitig an der Spitze öffnen kann, kann es die in der Knolle enthaltenen Samen auch offensiv nutzen, indem es den Gegner mit Samen bombardiert oder auf den Gegner einen Egelsamen schießt, der ihn bepflanzt und ihm Energie absaugt... In den Spielen ist Bisasam vor allem bekannt für seine Rolle als Starter-Pokémon, die es in den Spielen Pokémon Rot, Blau, Feuerrot und Blattgrün innehat. Zu Beginn dieser Spiele kann sich der Protagonist bei Professor Eich in Alabastia eines von drei Starter-Pokémon aussuchen, zu denen neben Bisasam auch Glumanda und Schiggy gehören. Wählt der Protagonist Schiggy, wird der Rivale Blau Bisasam als Starter-Pokémon wählen. In diesem Fall kämpft Blau dreimal mit Bisasam gegen den Protagonisten: In Professor Eichs Labor, auf Route 22 und in Azuria City.
Das gibt mir tatsächlich einen ganz guten Eindruck wie Pokémon funktioniert und wie es sich von innen heraus anfühlt. Ist aber natürlich immer noch von Spielern für Spieler. Mehr externe Perspektive sollte es in der Wikpedia geben.

Glücklicherweise sieht die englische Wikipedia das anders mitden Pokémon als die deutsche und lässt den Vergleich zu. Dort hat zwar bei weitem nicht jedes Pokémon seinen eigenen Artikel - die englische Wikipedia kennt 43 Artikel zu Pokémon von denen es über 700 gibt. Aber Bulbasaur schon.

Der Artikel über Bulbasaur existiert in en.wp seit 13 Jahren und hat mittlerweile 25.000 Zeichen. Er ist ein schönes Beispiel, wie es hätte anders laufen können. Dort erfährt der Leser, dass Bulbsaur/Bisasam von Ken Sugimori gestaltet wurde, der Name sich aus "Bulb" (Blumenzwiebel) und "[Dino]saurier" zusammensetzt, es werden viele Vorkommen in vielen Videospielen nacherzählt, noch mehr Vorkommen als diversestes Werbemittel von Flugzeugbemalungen über McDonalds-Happy Meals aufgezählt, erwähnt dass es die Insel Niue eine Münze mit Bulbasaur auf der Rückseite ausgegeben hat. Außerdem hat die Games-Fachplattform IGN Bulbasaur zum 52. besten Pokémon aller Zeiten gekürt.

Und ich frage mich: ist das was in der englischen Wikipedia steht, mehr als das Nacherzählen von Pressemitteilungen? Ist es nicht der Pokéwiki-Artikel in schlechter? Menschen drucken/prägen/gießen/virtualisieren ein fiktives Monster um Geld zu verdienen. Das sollen sie machen, aber ist es wirklich ein Enzyklopädieartikel nachzuerzählen wann/wo/wer dieses tat? Ist es mehr als eine Rohdatensammlung?

Ist es sinnvoll, eine Spielanleitung nachzuerzählen, die einerseits niemand nutzt, der nicht spielt, andererseits dann doch nicht detailliert genug ist, um als Anleitung zu taugen?

Vermutlich hat die Existenz des Bulbasaur-Artikels in der englischen Wikipedia Leute an Wikipedia gebunden/nicht verschreckt, die sonst gegangen wären. Vermutlich hat es viel internen Streit vermieden, eher offen an das Thema heranzugehen und die praktischer Erfahrung zeigt, dass Artikelschreiben viel einfacher ist, wenn man sich nicht dauernd gedanken machen muss, ob ein Thema relevant ist. Aber ist es das wert, dass Wikipedia sich gleichzeitig als ausgelagerte Pressestelle von Nintendo präsentiert?

Und was lernen wir daraus nicht über Pikachu und Bisasam, sondern über die deutsche Wikipedia?

(1) Der Umgangston in Teilen der deutschen Wikipedia war schon 2006 unterirdisch.

(2) Die deutsche Wikipedia hat ein hohes Grundmisstrauen gegenüber reinen Datensammlungen. Ein Wiki funktioniert mit Text gut, zumindest technisch ist es mit Datensammlungen schwierig.

(3) Die deutsche Wikipedia hat ein hohes Grundmisstrauen gegenüber kontrollierter Information. Bisasam hat das Pokemon-Universum nie verlassen. Alles was je an Information über Bisasam öffentlich wurde und öffentlich werden kann, geht letztlich auf Game Freak und Nintendo zurück. Letztlich läuft jeder Artikel auf eine Umformulierung von Inhalten der Anbieter zurück Die deutsche Wikipedia versteht sich nicht als Reformulierer von Pressemitteilungen.

(4) Auch in der deutschen Wikipedia ist die Lage seit 2006 deutlich entspannter geworden. Die Liste der Pokémon immerhin steht seit sechs Jahren in der Wikipedia.

Und als Bonus die Aufrufzahlen für den Wikpedia-Artikel zu Pokémon Go. Der Hype ist schon vorbei.




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by dirk franke (noreply@blogger.com) at July 20, 2016 07:08 AM

July 14, 2016

Iberty

Wiki Loves Cocktails auf der Wikicon

Wer sich erinnert: Wiki Loves Cocktails war eines der besten Wikipedia-Projekte, das je stattfand.


Sidecar Cocktail

Nun gibt es die Anfrage, das Projekt auf der Wikicon im Herbst in Kornwestheim zu wiederholen. Es scheint noch nicht sicher zu sein - aber damit würden zwei wunderbare Sachen zusammenkommen.

Im Konferenzzentrum gibt es eine Bar, an der am Freitag und Samstag Drinks für die teilnehmenden Wikipedianer gemixt und verkauft werden könnten. Darüber hinaus wäre in einem benachbarten Seminarraum Platz für ein Fotoshooting. 

Iberty bleibt am Ball und hofft auf das Beste.

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at July 14, 2016 05:03 AM

July 12, 2016

Iberty

Wikimania 2016 - random thoughts

Wikimania! The world Wikipedia conference. Every year in a different place on changing continents, organised by locals but with basically a lot of the same people always attending. A highlight in the Wikipedia year. So much to see and to comprehend. In case you missed it, here is my live twitter feed (and thanks to Sucomo for the support). But what happened there of course lasts longer than just for the moment,

Just to get some thinking going and pin down some notes from Wikimania as long as I still remember. Some random thoughts about Wikimania 2016 in Esino Lario, close to Lake Como, Lomardy, Italy.

1200 Wikipedians in a small village with about 800 inhabitants. Sleeping in every free bed the village had to offer, attending workshops in discussions in a school, the local museum, the local gym and the theater. The Wikimania was down to earth. Literally, as this was outdoors and the environment played a big part in Wikipedia, but also metaphorically. Much less about "we save the world" and "why we are important" and a lot more about "The How". Stuff for daily activities one can work with.

Wikimania 2016 the How 26.06.2016 11-11-31

So just for some random thought before I did more thorough thinking and analysis:





Stunning scenery. We were allowed to drive every day the way from Lake Como to Esino Lario and it qualifies as most scenic commute I have ever undertaken.

Wikimania 2016 lago como 25.06.2016 09-14-31
View on my daily commute.

Great venue. The most wiki-style conference. It looked like the whole village was involved andcontributing to the event. As fas as I could see, the village got something infrastructure, events aimed at the locals and events aimed at Wikimedians and locals alike.

Wikimania 2016 cake 25.06.2016 15-03-23



Stones, mountains, the nearby lake, more stones. This Wikimania was down to earth, even literally.

Wikimania 2016 scenery 25.06.2016 20-08-45

Talks: same procedure as last year and the years before. Basically the same people talking about the same topics as always.. Discussions rounds were a great idea but always a bit bogged down because there were too many people in the room to really discuss. Training sessions were a good diea and the one i attended did make sense.

Can we maybe just skip the presentations next time altogether (or put them in some place "for press and others who don't know anything) and just design the real program out of training sessions and discussions? 

Walkimania. Up and down and up again. Following the mule path. Great. Got some movement in between sessions and one was not confined to a hotel/campus setting but walked (and climbed) around the real world. Big, big, plus.

THE RAIN

Wikimania 2016 THE RAIN 26.06.2016 19-22-23

THE HAILSTORM

Wikimania 2016 THE RAIN 26.06.2016 19-33-35

Best conference catering ever. Salad. Vegetables. Good quality meat. Vino rosso. Also really liked that a lot of the catering happened at a restaurant/bar setting, but even the tent-catering was way better than these kunds of catering are in other places.

Wikimania 2016 food 24.06.2016 19-23-19


Texas line dancing on an Italian village square.

My thoughs on Mapping Wikipedia made some progress.

Never seen so few talks by the Wikimedia Foundation or other Wiki-professionals. Did not miss them.

Whoever designed the Wikimania-Shirts and their colour must have spent a lot of time at Pizzeria Oasi looking at their tables and chairs.

Wikimania 2016 oasi shirt 26.06.2016 17-48-49


Not much about Foundation politics. I am sure all politics happening at the Foundation and the chapters were of really big interest to some people. But people who don't really care about this inside baseball did not have to listen to all the people involved for days and hours.

Even the two surprise moments (Christophe Henner as new chairman of the board and Katherine Maher as now-non-temporary CEO - congratulations to both!) were delived elegantly, swiftly and just fitting into ethe occasion and the moment.

Paid editing really differs throughout the different language versions. Though the talk was more about the rules than about actual editing happening or not happening.

Jimmy seemed to be way more enthuastic and engaged at a Wikimania than I have seen him for a long time. Cool. My most touching moment: Jimmy offering his personal help to the blocked Uzbek Wikipedia.

Heard about some cool projects done throughout the Wiki world.

Italy has a lot of different police troups and all of them were at the Wikimania. At least they all were friendly and mingled and such. Still a bit strange: Wikimania in the most peaceful place one could imagine and at the same time the Wikimania with the most police ever.

Wikimania 2016 polizia 24.06.2016 20-13-36


Wikimania 2016 carabinieri 26.06.2016 14-20-02

I have seen a 6-meter theremin played by a falcon.


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by dirk franke (noreply@blogger.com) at July 12, 2016 08:51 AM

June 17, 2016

Stepro

Offener Brief an das WMDE-Präsidium

Liebes Präsidium,

da Ihr ja am Wochenende die grobe Richtung für 2017 beschließen wollt, möchte ich Euch auch grob meine drei dringendsten Erwartungen mitteilen, die mein Verein im kommenden Jahr erfüllen sollte:

1. Breite Aufklärung über Wikipedia.
Es ist leider eine Tatsache, dass auch heute noch kaum jemand weiß, dass hinter Wikipedia (und den Schwesterprojekten) ehrenamtliche Autoren, Fotografen und andere Freiwillige stecken.
Bei jedem (Foto-)Projekt wird mir immer wieder bewusst, dass dieser essentielle Fakt bei der übergroßen Mehrheit der Nutzer (=Leser) völlig unbekannt ist – egal, ob es sich dabei um Politiker, Schauspieler, Sportler oder wen auch immer handelt.
Diese Aufklärung in wirklich großem Rahmen – dafür auch gern mal eine „Campaignerin“ einsetzen! – ist für mich essentielle Aufgabe des Vereins. Bisher ist das leider nur partiell und tröpfchenweise passiert, hier braucht es aber endlich eine massentaugliche Strategie/Kampagne!

2. Priorisierung der Freiwilligenunterstützung auf die bereits Aktiven
Seit Jahren wird erfolglos versucht, neue Mitarbeiter für Wikipedia & Co zu generieren. Ja, das ist auch eine wichtige Aufgabe.
Leider wird m. E. bei allen Versuchen, Leser zu Autoren zu machen, die dies zumeist überhaupt nicht wollen, vergessen, dass es immens wichtig ist, die Leute zu unterstützen, die die Inhalte bereits jetzt erstellen – und das teilweise seit 10-15 Jahren. Ich wünsche mir hier eine Prioritätenverschiebung.
Mal davon abgesehen: Wenn Punkt 1 oben erfolgreich umgesetzt würde, erwartete ich auch einen Zustrom neuer Mitarbeiter. Die Aufklärung muss dabei aber voraus gehen, dann klappt’s vielleicht auch mit den Neuautoren.

3. Bestehende und erfolgreiche Projekte weiterführen
Hier meine ich vor allem solche, die auch von der Community angenommen werden. Ich sage nur GLAM, GLAM on tour, Coding da Vinci usw.
Dazu, wie momentan seitens der „Führungsebene“ der Geschäftsstelle versucht wird, genau diese wichtigen und erfolgreichen Projekte einzudampfen, fehlen mir die Worte. Ich möchte das nicht weiter ausführen, da ich sonst die Contenance verlieren könnte.

Ich hoffe, das Präsidium besinnt sich am Wochenende auf die gültigen Leitmotive des Vereins, vor allem auf das damals bewusst an erste Stelle gesetzte, und lässt nicht zu, dass sich Fehler wie beim Referentennetzwerk nun bei GLAM wiederholen.

Mit den besten Grüßen
Steffen Prößdorf


by Stepro at June 17, 2016 02:02 PM

June 13, 2016

Iberty

Wikipedia von A bis Z. Ein Versuch

Brockhaus


Die Brockhaus Enzyklopädie ist ein mehrbändiges Nachschlagewerk in deutscher Sprache, das zuletzt von dem zum Bertelsmann-Konzern gehörenden Wissen Media Verlag herausgegeben wurde. Ist es ein Nachschlagewerk? War es ein Nachschlagewerk? Seit einigen Jahren befindet sich der Brockhaus in einer Art Limbo des Untotseins. Irgendwie existiert er noch. So richtig aber auch nicht mehr. Ohne jetzt die Irrungen und Wirrungen des ehemaligen Goldstandards der deutschen Nachschlagewerke nachzuerzählen, reicht es mir zu erwähnen, dass noch vor 10 Jahren der Brockhaus quasi das unerreichbare Ziel, die große Messlatte und die ferne Vision dessen war, was Wikipedia mal werden sollte. Genau wie Wikipedia den Brockhaus anscheinend maßlos überschätzte, so war und ist der Brockhaus selbst ratlos wie er mit der Wikipedia umgehen sollte. Man weiss nicht mal, ob man von vertanen Chancen reden soll. Denn hatte der Brockhaus je Chancen?

Chiara Ohoven


Chiara Ohoven

Chiara Ohoven ist ein deutsches It-Girl. Viel mehr wissen wir nicht, da Wikipedia den zu Chiara gehörigen Artikel permanent löscht. Vor einigen Jahren erlangte sie kurzzeitig deutschlandweite Berühmtheit durch eine Do-it-Yourself Schönheits-OPs mit Schlauchbootlippen als Ergebnis, fand aber vor den Do-it-Yourself-Enzyklopädisten damit keine Gnade. Ansonsten folgt Chiara ihrer Mutter und ihrem Vater auf das Parkett der High Society und des Glamours. Und da kein Wikipedianer je zur High Society gehörte oder gehören wird, gilt sie in Wikipedia weiterhin als nicht-relevant.

Donauturm


Der Donauturm ist ein Aussichtsturm[4] inmitten des Donauparks im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt. Darüberhinaus sieht der Donauturm aus wie ein Fernsehturm, was zu einem der erbittersten Editwars in der Wikipedia-Geschichte führte. Dort der Fachmensch für Fernsehtürme, der sich sehr sicher war, dass Fernsehturm die Bezeichnung eines bestimmten architektonischen Typs ist, dort eine Gruppe Wiener und Österreicher, die darauf verwiesen, dass von diesem Turm kein Fernsehsignal übertragen wird, noch nie ein Fernsehsignal übertragen wurde und niemand je plante von diesem Turm aus ein Fernsehsignal zu übertragen. Beide Seiten standen fester zu ihrem Standpunkt als der Donauturm im Wiener Boden. Schlußendlich führte der Editwar zu einem mehrseitigem Artikel im Spiegel, gebrochenen Herzen, frustrierten Wikipedianern und der Tatsache, dass jeder Wikipedianer weiß wie der Donauturm aussieht.


Elian


Elian ist ein in den 1980er Jahren aus dem Französischen entlehnter männlicher Vorname. Er geht auf den Beinamen Aelianus, eine Ableitung des römischen Geschlechternamens Aelius, zurück. elian (klein geschrieben und gesprochen eher wie Alien) kann auch als weiblicher Internetnickname genutzt werden. Ohne elian keine Wikipedia so wie wir sie kennen.

Gdansk


Glenn Danzig at Wacken Open Air 2013 02

Danzig (polnisch Gdańsk Zum Anhören bitte klicken! [ɡdaɲsk],[3] kaschubisch Gduńsk), die Hauptstadt der Woiwodschaft Pommern im Norden von Polen, liegt an der Ostsee rund 350 km nordwestlich von Warschau und steht mit über 460.000 Einwohnern auf der Liste der bevölkerungsreichsten Städte Polens auf Platz sechs. Außerdem ist Gdansk anlass des ersten Edit Wars, den ich persönlich mitbekommen habe. Es war 2003. Es war in der englischen Wikipedia. Deutsche und polnische Nationalisten ähnlicher Anstregenheit konnten sich nicht einigen, ob die Stadt nun Danzig oder Gdansk heißt. Hilflos naive und offensichtlich überforderte Amerikaner versuchten zu vermitteln. Der interessante Moment kam, als der Edit-War zur Frage überging, ob die Band Danzig nun "benannt ist nach der Stadt Gdansk, ehemals Danzig" oder "benannt ist nach der Stadt Danzig, heute Gdansk".


Hubertus


Hubertus ist ein männlicher Vorname. Er wird NICHT Atze abgekürzt.

Kreuz


Curious Myths p 81
Bild: Page of symbols referenced in s:Curious Myths of the Middle Ages. 1868 von Sabine Baring-Gould. Public Domain.

Das Kreuz ist ein weltweit verbreitetes Symbol, das insbesondere religiöse und kulturelle Bedeutung hat. In diesen Bedeutungen hat sich Wikipedia unentrinnbar verheddert. Einerseits ist das Kreuz-Symbol ein wunderbares Beispiel dafür, welche Probleme das Internetprojekt mit Ambivalenzen und Mehrdeutigkeiten jeder Art hat. Andererseits ist der Streit darum ein tragischer Fall epischen Ausmaßes, der die Wikipedia-Community über Jahre in Aufregung hielt, die Nerven dutzender Wikipedianer verschliss und für Verzweiflung und Frustration allüberall sorgte. Um eine lange Geschichte kurz zu machen: das Kreuz ist natürlich DAS Symbol des Christentums und symbolisiert Jesu Tod. Daraus folgend wurde † zum Symbol für den Tod. Das † kommt in der Wikipedia in Lebensdaten vor. (Beispiel: * 1600 †1666). Nun waren und sind sich die Wikpedianer nicht einig, ob †ein Symbol ohne jede Bedeutung ist, die einfach Standard ist, oder ob es immer noch christlich konnotiert ist. Bei Artikeln zu Menschen nicht-christlichen Glaubens kam und kommt es zum Streit. Ist das Kreuz nun eine christliche Usurpation von Nicht-Christen oder ist der Versuch deren Tod anders darzustellen - beispielsweise durch "gestorben 1666" ein Vebrechen an enzyklopädischer Neutralität und verstößt gegen die Einheitlichkeit der Form, die anzustreben ist? 

Lutz Heilmann


Siehe → Streisand-Effekt

Narrenschiff 


Das Narrenschiff (alternativ: Daß Narrenschyff ad Narragoniam) des Sebastian Brant (1457–1521), 1494 gedruckt von Johann Bergmann von Olpe in Basel, wurde das erfolgreichste deutschsprachige Buch vor der Reformation. Es handelt sich um eine spätmittelalterliche Moralsatire, die eine Typologie von über 100 Narren bei einer Schifffahrt mit Kurs auf das fiktive Land Narragonien entwirft und so der Welt durch eine unterhaltsame Schilderung ihrer Laster und Eigenheiten kritisch und satirisch den Spiegel vorhält. Im Wikipedianischen Zusammenhang war das Narrenschiff eine Art Mitteilungsblatt des Hans Bug, in dem er die Wikipedianer und ihre Laster und Untaten kritisierte. Bugs Narrenschiff war inhaltlich und qualitativ von Sebastian Brants Narrenschiff entfernt, wie es heutige Nachwuchswikipediakritiker von Bugs Narrenschiff sind. Wenn etwas in den letzten Jahren extrem gelitten hat, dann das Niveau der internen Wikipedia-Kritik.

München


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Bild: Wikipediastammtisch München 2005. Von: Hella Breitkopf Linzenz: CC-Attribution-Share Alike 3.0 Unported

München?/i [ˈmʏnçn̩] ( bairisch  Minga?/i) ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern. Sie ist mit ca. 1,45 Millionen Einwohnern die einwohnerstärkste und flächengrößte Stadt Bayerns und, nach Berlin und Hamburg, die nach Einwohnern drittgrößte Kommune Deutschlands und die zwölftgrößte der Europäischen Union. Wikipedia-historisch ist München wichtig, da hier am 28. Oktober 2003, organisiert von → elian, das allerallererste Wikipedia-Treffen überhaupt stattfand. Und nachdem sich die Münchner einmal getroffen hatten und feststellen, dass es gar nicht so schlimm ist, folgten Treffen in Hamburg, Berlin, Köln, Frankfurt, Boston, Taipeh, Alexandria bis es dann 2014 zum bisher größten Treffen in London mit knapp 2.000 Teilnehmern kam. Siehe auch → Wikimania, Stammtisch.


Nordsee


Die Nordsee ist ein Mehr, ein teil der Atlant, zwischen Grossbritannien, Skandinavien, und Friesland. Siehe auch Kattegatt, die Niederlanden, Deutschland.


Relevanz 


Relevanz (lat./ital.: re-levare „[den Waagebalken, eine Sache] wieder bzw. erneut in die Höhe heben“) ist eine Bezeichnung für die Bedeutsamkeit und damit sekundär auch eine situationsbezogene Wichtigkeit, die jemand etwas in einem bestimmten Zusammenhang beimisst. Das Wort ist der Bildungssprache zugeordnet[1] und bezieht sich auf Einschätzungen und Vergleiche innerhalb eines Sach- oder Fachgebietes. Das Antonym Irrelevanz (Adjektiv: irrelevant) ist entsprechend eine Bezeichnung für Bedeutungslosigkeit im gegebenen Zusammenhang, umgangssprachlich vereinfacht auch für allgemeine Sinnlosigkeit oder Unwichtigkeit. Das Fremdwort für eine allgemeine, qualitativ messbare Wichtigkeit ist Importanz. Siehe auch → Löschkandidaten, Relevanzkriterien, Inklusionismus, Exklusionismus, Tschunk.

Strecke


Eisenbahnstrecke wird die Verbindung von Orten mit einem Schienenweg genannt. Im Gegensatz dazu bezeichnet der Begriff (Eisen-)Bahnlinie den auf diesen Strecken regelmäßig stattfindenden Verkehr. So können auf einer Strecke mehrere Bahnlinien oder eine Bahnlinie auf mehreren Strecken verkehren. Nach herrschender Meinung in der Wikipedia sind Strecken relevant und Linien irrelevant. Oder umgekehrt. Ich kann es mir nicht wirklich merken. Wobei die Regel zwar grundsätzlich gilt, bei Wiener Straßenbahnlinien gelten allerdings Sonderregeln und es ist andersrum. Und da wundert man sich, warum sich niemand mehr an Artikel zu Eisenbahnen herantraut.

Volker Grassmuck


Volker Grassmuck (* 1961 in Hannover) ist ein deutscher Publizist und Soziologe. Er ist assoziierter Professor für Mediensoziologie an der Leuphana Universität Lüneburg. Wikipediahistorisch ist Grassmuck gleich zweimal wichtig. Zum einen war er auf der Gründungsversammlung von → Wikimedia Deutschland anwesend, was uns ein wunderbare Video bescherte.

Zum anderen veröffentlichte er 2002 ein Buch über Freie Software. Dieses Buch enthielt eine Fußnote, in der Wikipedia erwähnt wurde. Diese Fußnote brachte nicht nur den Verfasser dieser Zeilen zur Wikipedia, sondern auch → elian zur Wikipedia brachte.


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by dirk franke (noreply@blogger.com) at June 13, 2016 07:09 AM

April 17, 2016

lyzzy

Criteria

Ein Kriterium (gr. κριτήριον, „Gerichtshof; Rechtssache; Richtmaß“) ist ein Merkmal, das bei einer Auswahl zwischen Personen oder Objekten (Gegenständen, Eigenschaften, Themen usw.) relevant für die Entscheidung ist. (Seite „Kriterium“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 13. November 2015, 15:14 UTC. URL:https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Kriterium&oldid=148005116 (Abgerufen: 13. April 2016, 21:32 UTC))

These days the WMF chapters and thematic organizations are selecting two new Board members for the Board of Trustees. Frieda and Patricio are not running again, so definitely there will be a major change in the Board’s composition.

Unfortunately the selection process has become more and more like the Community selection since self nomination has been established. It leads to a slate of candidates which is quite exchangeable between both selections. The only difference is that eligible voters are our affiliates instead of individual community members. In my view chapters and thematic organization carelessly hand over a huge opportunity to influence the Board’s diversity and general composition by not nominating people from their networks. Why don’t they look out for people with extraordinary skills coming from GLAM partners, friendly movements, education or any other particular aspect of their activities? Why don’t they nominate at all?

As far as I know there is no consistent process how the heterogeneous affiliates come to their respective vote and I don’t know if the affiliates agreed on a set of common criteria as a basis for their vote. The selection of candidates for the Wikimedia Foundation Board of Trustees has enormous impact on the Board’s stability, its decisiveness, creativity and efficiency. The Board should be supporting and promoting change and improvement rather than a being a millstone around the Foundation’s neck. Even with best intentions there is a good chance to be the latter more than the former.

If I were in the situation to vote, these are 5 criteria I would check with my favorite candidates:

1. Be a teamplayer
Being a Board member means to deal with several issues at the same time. You can’t deal with them all in the same intensity and you need to be able to delegate. Which also means that you have to trust your delegates‘ recommendation. Accepting that the time your colleagues can spend on board issues is limited is a must, and you also have to accept that your own time and energy is restricted as well.

2. Don’t be a second ED
Though our role descriptions, especially the boundaries of each function, may not be defined perfectly, there is at least a common distinction which is determined by the day to day business. As a board member you can’t push individual projects or ideas, neither your own nor others. You have to accept the ED’s responsibility for operational decisions, including setting priorities and assigning work. You just can’t make promises you can’t keep without staff’s support.

3. Pack your ego away
Boards are usually composed of strong characters. Same here. The challenge is to get the most out of this range of opportunities without getting lost in personal competitions. The organization’s health and wellbeing is the priority. Remember that in the end we have to come to a result which is „the Board’s opinion“. In some cases you may not agree individually, but it is your task to support the decision even so.

4. Beware of not getting obsessed with detail
Board members with a community background tend to look at everything under the microscope, weigh any option and discuss all different opinions.  The Board needs to be mindful of the time it spends on process issues, operational details and tasks which are not theirs. Time spent on details is usually not only Board time but also staff time. And wasted time can’t be spent to dig into what really matters. Call it the big picture, strategy, or whatever you want. This is what the Board exists for. Details won’t bring you there.

5. Focus on our future
What we desperately need to talk about on the Board level are questions like „How can the Wikimedia Foundation best serve its mission?“, „How should the organization look like in 10 years?“, „What are our threats and how are we going to respond to them?“. We need to know what kind of organization the Wikimedia Foundation should be, only then the Board can guide and advise the ED. Looking back provides necessary learning, but our energy has to be concentrated on our future. Our mission is much more important than our internal issues.

by Alice Wiegand at April 17, 2016 06:56 PM

April 12, 2016

Iberty

Magnolien, Wurzelpeter und rempelnde Jogger

KNORKE: Der gemütliche, mehr oder weniger regelmäßige wikipedianische Stadtrundgang durch Berlin fand auch im April statt. Auch wenn der Frühling zumindest an diesem Tage auf sich warten ließ: es war lausig kalt; ansonsten aber schön: 

Streckenmäßig war es diesmal eher ein Mikro-KNORKE: ein Straßenblock (Wöhlertstraße, Pflugstraße, Schwartzkopffstraße, Chausseestraße) am Rande der historischen Mitte, einst dreiseitig von der Mauer und dem Wedding umgeben, noch früher die Grenze zwischen bürgerlich-militärischem Berlin auf der westlichen Straßenseite der Chausseestraße und proletarisch-linkem Berlin auf deren östlichen Straßenseite. Sitz zahlreicher Fabriken im sogenannten Feuerland und des Garde-Füsilier-Regiments; heute ruhige Wohngegend, eigentlich zentral, doch auch so ein wenig städtebauliche Ödnis, geprägt vom Neubau der Zentrale des Bundesnachrichtendienstes, der mit "Klotz" noch sehr zurückhaltend beschrieben ist.

Wurzelpeter 10.04.2016 14-11-36
Wegzehrung,

Acht Knorkistas und Gäste trafen sich am U-Bahnhof-Schwartzkopffstraße, ehemals der Geisterbahnhof Stadion der Weltjugend, davor der Bahnhof Walter-Ulbricht-Stadion, und noch davor der Bahnhof Schwartzkopffstraße, um dann sofort in die Seitenstraßen zu verschwinden. Dort bereits die erste Entdeckung in der Wöhlertstraße: eine ungewöhnliche Baumbepflanzung unter anderem mit blühenden Magnolien und einer Haselnuss - diverse Knorkistas meinten, sie hätten tatsächlich noch nie Magnolien als Straßenrandbepflanzung gesehen. Der bestens vorbereitete und gut aufgelegte Aalfons begann in der Pflugstraße mit seinen literarischen Auszügen der zahlreichen jungen Literaten, die es um die Jahrhunderte in den Kiez verschlagen hatte. Ungewöhnlich wie die lebendig die verschlafen scheinende Gegend plötzlich wirkte. Auch wenn die Worte Aalfons die Gegend zum Leben erweckten, auf der Straße selbst herrschte eher dämmrige Ruhe. Selbst das von Jenny de la Torre Castro betriebene Gesundheitszentrum für Obdachlose sorgte durch seine Existenz nicht für mehr Leben, sondern hing auch eher verschlafen in den Seilen.

Dass hier früher mehr Leben herrschte, zeigte sich auch an den Schilderungen zahlreicher Straßenschlachten, die sich hier ehemals abspielten. Während der Teil westlich der Chausseestraße schon lange Militär- und später Polizeigelände gewesen war - demnach in der Weimarer Republik solides Rückzugsgebiet nationaler bis SA-naher Menschen - lebten im Carree Wöhlert/Pflug/Schwartzkopffstraße vor allem die Arbeiter der nahegelegenen Maschinenfabriken. Da ging die Luzie ab. Immerhin davon bekamen wir auch live einen kleinen Eindruck durch den Jogger, der plötzlich wild durch die Führung pflügte, ältere Damen umrempelte und sich in bester Berliner Manier doch noch beschwerte. Was waren das für Zeiten als in Vor-Wende und Kurz-Nachwende-Zeiten fast ausschließlich Polizisten in dem Kiez wohnten und jede Form der Kriminalität oder des Rowdytums komplett unbekannt war.

Aber zurück zu den Literaten: Theodor Fontane statteten wir an seinem Grab noch einen kleinen Besuch ab und hörten die Lebensgeschichte von Peter Hille und einigen zurecht in Vergessenheit geratetenen anderen Literaten. Wir bewunderten neue Luxusbauten gegenüber dem BND und ließen uns von BotBln über den Unsinn aufklären, ausgewachsene Kiefern umpfanzen zu wollen. Unter der Pöschke-Werbung tranken wir Wurzelpeter und gedachten der Friedensfahrt-Teilnehmer, die hier das Friedensfahrt-Etappenende mit einem oder mehreren Likörchen am Werksausschank feierten.

Schließlich fachsimpelten wir noch über Hausnummernklau, die Entstehung des Liedes Lili Marleen an genau dieser Straßenecke, verirrte Touristen an Straßenbahnendhaltestellen und die regionalen Bezeichungen von Spätis beziehungsweise Vergisslichkeitslädchen. Ein kleines Eckchen Berlin mit viel Geschichte und Power. Wie eigentlich immer ein sehr vergnügliches KNORKE - schreibt der Berichterstattende, auch nachdem die Wirkung des Wurzelpeters mittlerweile nachgelassen hat.
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at April 12, 2016 08:45 PM

March 21, 2016

Iberty

Randlage

Eine Fahrt durch einen langenTunnel. Weite Felder, Sand, Kräne - eine Baustelle mit Stau. Eine leere Straße durch Industriebauten. Gefühltes Ende der Welt, vage Erinnerungen an nächtliches Verfahren inmitten sachsen-anhaltinischer Chemiekombinate steigen auf. Eine Kurve: eine Hauptstraße, Dönerbuden, afrikanische Imbisse, Jugendliche in Jogginghosen, türkische Lebensmittelgeschäfte, Karstadt, Menschenmengen auf der Straße, Ein-Euro-Shops, Leben pur. Welcome to the wonderful Wedding.

Seit einigen Wochen beschäftige ich mich ja intensiv mit dem WikiWedding, dem Versuch mehr Wedding in die Wikipedia zu bringen. Wenn ich mich dann mal mit Weddingern unterhalte, ist einer der ersten Punkte des Gespräches: „Ach, du kommst gar nicht aus dem Wedding?“ Nun treibt mich ja bei allem was ich in Wikipedia mache, die Wissbegier Neues zu lernen, Unbekanntes zu erkunden und mein inneres Bild der Welt bunter, weiter und vielfältiger zu machen. Aber warum nun ein Ortsteil ohne große, bekannte Attraktionen? Ein Ortsteil bei dem ich knapp eine Stunde rechne, nur um von zu Hause aus überhaupt vor Ort zu sein?

Berlin Wedding safari imbiss 14.11.2015 14-15-40

Es waren für mich diese Autofahrten von den bürgerlich-schicken Teilen Berlins (sei es nun Schöneberg, Wilmersdorf oder Kreuzberg) durch gefühltes ländliches Sachsen-Anhalt hinein in das pralle Leben, die WikiWedding zum Leben erweckten. Der Stadtteil hinter den sieben Bergen, ein wenig ein verwunschenes Traumland,; oft genannt aber weitgehend unbekannt. Der Ortsteil von dem selbst die meisten Berliner kaum mehr wissen als dass es existiert und dass er irgendwie anders ist.

Dabei ist das Traumland Wedding gewöhnungsbedürftig. Die Schießereien und regelrechten Exekutionen, die eine News-Suche nach dem Wedding liefert, sind eher alptraumhaft. Das auffallende Engagement diversester sozialer Initiativen wirkt auf den ersten Blick gut, auf den zweiten Blick fragt man sich, warum die sozialen Initiativen alle hier einen geeigneten Standort sehen. Andererseits: Parks, Grünanlagen, Friedhöfe. Mit der Panke schon fast ein richtiger Fluss. Riesige Wohnanlagen aus der Zeit, als Wohnen die Menschheit noch besser machen sollte: Licht, Sonne, Liebe und Sozialismus.

Berlin Wedding bayer parkhaus 14.11.2015 13-40-01

Fabrikgebäude aus der Zeit als Fabriken noch nach etwas aussehen sollten und ein Statement abgeben. Eine Straße, deren Händler im Stadtplanerdeutsch „kleinteilig migrantisch und mit wenig Kapital“ benannt werden, was für mich aber vor allem heißt: lebendig, innovativ und mit Herzblut. Berliner Direktheit auf der Straße. Spezialgeschäfte für Darts, Carrerbahnen, Tanzbedarf und Regenschirme; den niedrigen Mieten sei Dank.

Ein riesiger Abenteuerspielplatz und Gänsegehege direkt neben dem Rathaus. Hundert Jahre Architektur gewordene Versuche, die Gegend vor sich selbst zu retten. Schulen alt und neu. Ein großer Schwimmbadkomplex. Kirchen. Ein ganzes Diakonissenstift inmitten der Ein-Euro-Shops. Ein atheistisches Obdachlosenheim aus dem frühen 20. Jahrhundert, heute eine Künstlerkolonie kurz vor dem Einsturz.

Alles hinter dem Ring. Hinter der Spree, der Grenze in Berlin, die den Süden – wo alle wohnen - vom Norden trennt, den niemand kennt. Ein Land der Träume und Alpträume. Halb vergessen durch die Berliner. Mehr ein Name, vielleicht noch ein Symbol, weniger ein echter Stadtteil. Dieses gilt es zu erkunden. Und wer mitmachen möchte: Mittwoch ist das nächste Treffen. Beginn zwischen 19 und 20 Uhr im Nachbarschaftsladen Buttmannstraße 16.

Buttmanstraße 16. In deren wikipedianisch unterwanderten Nachbarschaftsladen wir ein erstes Obdach gefunden haben. Bild:  Denkmalgeschütztes Wohnhaus im Ensemble Badstraße, erbaut 1888-1892 Von: Kvikk
 Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Dies ist ein Crossposting mit dem Wikipedia:Kurier, dem internen wikipedianichen Mitteilungsblatt.
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at March 21, 2016 09:12 AM

March 07, 2016

Iberty

Wikipedistas ignorieren wiederholt die Hermannstraße

Skandal beim Jubiläumsknorke Das legendäre erste Hermannstraßenknorke ging gar nicht durch die Hermannstraße! Die Wikipedia-Geschichte muss neu geschrieben werden! Einer der Hauptautoren des legendären Hermannstraßen-Artikels sagt, dass die Straße eigentlich recht langweilig sei! Ist da ein Löschantrag fällig? Skandalöse Offenbarungen kommen zusammen, wenn sich einfach nur neun Menschen für einen netten Stadtspaziergang treffen.

Aber von Anfang an. "Knorke" - wie hier schon mehrfach geschrieben - ist eine nette informelle Veranstaltungsreihe, bei der sich Wikipedianer und Wikipedianerinnen unregelmäßig treffen, um bekannte und vor allem unbekanntere Berliner Gegenden abzulaufen, anzuschauen, zu erkunden und zu erforschen. Das allererste dieser Knorkes fand vor 10 Jahren statt und ging durch die Hermannstraße - so die Legende. Das Knorke war ein wichtiger Beitrag zum Entstehung des Hermannstraßen-Artikeln. Zu einer Zeit, zu der es heftig umstritten war, ob überhaupt Artikel zu Straßen in Wikipedia stehen sollten, schlug der Hermannstraßen-Artikel eine diskursive Bresche: man kann nicht nur Artikel über Straßen schreiben, sondern man kann sogar sehr gute und interessante Artikel über eine Straße schreiben. Dieses erste Knorke legte Grundlagen für die spätere Wikipedia.

Wie es sich für ein kleines Jubiläum gehört, wollten wir der Ursprünge gedenken und noch einmal - wie damals im Dezember 2005 - die Hermannstraße in Neukölln entlanglaufen.

Neukoelln schillerpromenade buffet kostenlos
Hallo, Neukölln!

Nachdem Krankheit und Wetter in letzter Sekunde fünf der neun angekündigten Teilnehmenden am Erscheinen gehindert hatte, trafen wir letzten vier uns im kräftigen Nieselregen/schwächelnden Starkregen vor der Tür des Handwerkerstübchens. Über den KNORKisten hing die große Hertha-Fahne, denn sonntag war Spieltag und das Handwerkerstübchen überträgt. Ein Knorkist fehlte unentschuldigt. Aber nachdem er auch nach dem akademischen Viertelstündchen nicht auftauchte, begann Veteran Lienhard mit einführenden Worten über Rollbergsiedlung, Hermannstraße und Schillerkiez und dem Ur-Knorke 2005.

Dann ging es - wie es die historische Tradition will - entlang der Allerstraße durch den Schillerkiez Richtung Tempelhof. So richtig aufgehübscht sieht die Gegend entgegen aller Gerüchte auch 10 Jahre später noch nicht aus. Immerhin kamen wir - neben Futschi-Sonderangeboten, Eckkneipen und vielen Anarchie-A's auch an dem ein oder anderen Streetwearstore, der ein oder anderen Kitesurfschule und einem "Korean Soul Food" mit "Pop Up Kitchen" vorbei.

Damals ging der Weg Richtung Flughafen, diesmal ging es Richtung Tempelhofer Park. Trotz Schließung des Flughafens und Eröffnung des Parks in den letzten zehn Jahren hat allerdings die Genezarethkirche an der Schillerpromenade bis heute ihre Turmspitze nicht zurückerhalten, die ihr einst der landenden Flugzeuge wegen gekappt wurde.

Genezarethkirche Cafe

Weiter nach Süden auf dem Parkgelände. Erinnerungen wurden wach. Damals bei der WM 2006 als die Nacht durch bis morgens zum acht die Privatjets der Fußballgranden starteten und landetetn, Flugzeuge am Küchenfenster. Flugzeuge sichtbar aus der Badewanne. Und die diversen Volksbegehren.

Nach der Besichtigung von "Gebäude 113" und der Frage wo sich hier wohl die anderen 112 Gebäude verstecken, ging die Route bis zum Werner-Seelenbinder-Sportpark. Dort konnten wir nicht nur aus der Ferne ein Eishockeyspiel beobachten, sondern uns standen - im Gegensatz zum Dezember 2005 -  auch die Tore des Sportgeländes offen. So konnten wir Werner Seelenbinder in seiner ziemlich unprätentiösen und gut versteckten Gedenkstätte einen Besuch abstatten. Nachdem wir die kurze, ruhmlose Fußball-Bundesligazeit von Tasmania Neukölln gewürdigt hatten, ging es wieder Richtung Hermannstraße.

Durch die Warthestraße wandelten wir, immer noch im Regen, - entlang eines 80er(?)-Jahre Spielplatzes und künstlerisch verschönter Grünfläche - durch eine ruhige, tendenziell ganz nett wirkende Wohngegend. An der Hermannstraße waren dann diverse Friedhöfe. Der 2005 aufgesuchte Gedenkstein für die Zwangsarbeiter-der-evangelischen-und-katholischen-Kirchengemeinden-im-Zweiten-Weltkrieg ist mittlerweile zwei Friedhöfe die Straße weiter hoch gezogen. Ergänzt wird der Gedenkstein durch einen vermutlich informativen - sonntags aber geschlossenen - Infopavillon. Nicht versetzt wurden die Flutlichter für die Anflugschneise zum Tempelhof-Airport mitten durch den Kirchhof V der Jerusalems- und Neuen Kirche - fast noch eigentümlicher als der abgesäbelte Kirchturm aus dem Schillerkiez.

Jubilaeumsknorke Kunst in der Warthestrasse
Kunst in Kreisform. Knorkisten bewundern.

Da der Regen immer noch regnete, verzogen wir uns nach etwa 20 Metern auf der Hermannstraße in ein recht nettes und schickes Cafe (bestimmt nach 2005 eröffnet) zu Bagel, Milchkaffee und Bananenkuchen, um aus dem anwesenden Zeitzeugen die schriftlich nicht mehr dokumentierte damalige Route herauszubekommen. Und siehe da: "Weiter ging es nicht". Hier war es dann zu Ende. Er meinte noch: Die Straße ist ja auch recht langweilig, da gibt es nichts zu sehen. Der Ex-Knorkist verabschiedete sich also hier, die anderen gingen noch ein Stück die Hermannstraße hinauf. Letzlich waren allerdings durch den Regen so ausgelaugt, dass die erste Chance nutzten, in den nächsten Bus direkt nach Hause zu springen. Und damit war dies bereits der zweite Hermannstraßen-Knorke, der die Hermannstraße weitgehend ignorierte.

Soviel zum legendären Ur-KNORKE an der Hermannstraße! Es hat nie stattgefunden! Die Wikipedia-Geschichte muss neu geschrieben werden. Der Artikel gelöscht. Immerhin war es ein schöner, kleiner Schillerkiez-KNORKE mit Wikipedia-historischen Anwandlunge. Wir sehen uns da wieder 2025! <noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at March 07, 2016 08:33 AM

February 28, 2016

Iberty

Allein mit der Madonna zum Hasen

Darmstadtmadonna

Darmstädter Madonna
Hans Holbein der Jüngere, 1526/1528
Öl auf Nadelholz (?), 146,5 × 102 cm
Sammlung Würth, Johanniterhalle (Schwäbisch Hall)

Wikipedia-KNORKE erwähnte ich ja an dieser Stelle schon einmal. Berliner Wikipedianerinnen und Wikipedianer treffen sich und erkunden zusammen eine ihnen unbekannte Gegend. Soweit so üblich. Diesmal jedoch gab es etwas besonderes: Auf ins Museum!

In Berlin gastiert gerade die Darmstädter Madonna, ein 1526 entstandenes Gemälde von Hans Holbeim dem Jüngeren. Diese Madonna hat eine bewegte Lebens- und Reisegeschichte, ist eines der bedeutendsten deutschen Gemälde des 16. Jahrhunderts und kann Menschen auch über Jahre faszinieren. Wunderbar, wenn man eine kundige Bilderklärung der Autorin des exzellenten Wikipedia-Artikels dazu bekommt.

Wir trafen uns einige Minuten vor der Öffnung in kleiner Gruppe vor dem Bode-Museum und konnten - da alle Anwesenden über eine Jahreskarte verfügten - auch sofort zur Madonna und zur Sonderausstellung "Holbein in Berlin" begeben. Der Raum war noch leer, die Museumswachmannschaft ließ freundlicherweise die leise aber engagiert redende Gruppe gewähren. Ein einziger Saal, in dessen Mittelpunkt die Madonna hängt. Links davon einige Holbein-Teppiche, ansonsten weitere Bilder und Zeichnungen von Holbein, Inspiratoren und andere Madonnen. Nicht überladen, sinnvoll aufbereitet und mit einem klaren Konzept - eine der besseren Kunstausstellungen.

Und dann ging es los: Es begann mit Schilderungen von der bewegten Entstehungszeit zur Zeit des Basler Bildersturms im Auftrag des Basler Ex-Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen. Die Aussage des Bildes traditioneller Marienfrömmigkeit in Zeiten der Reformation war Thema, ebenso natürlich wie der Teppich und seine Falte. Wir staunten über die Eigentümlichkeit, dass sich niemand auf dem Gemälde eigentlich anschaut und wurden über dden Unterschied zwischen Schutzmantelmadonnen und Stifterbildern aufgeklärt. Vermutungen tauchten auf, wo das Bild wohl im Original hing - vermutlich in der Martinskirche als Epitaph - und wir verfolgten gedanklich seine Wanderung aus Basel über den Grünen Salon im Berliner Stadtschloss bis hin zum Hause Hessen und das Frankfurter Städelmuseum bis hin zum spektakulären Verkauf an die Privatsammlung Würth. Die Meinungen über die Sammlung Würth in der Gruppe waren durchaus geteilt, ebenso wie die richtige Benennung des Bildes: ist es nun eher die Darmstädter Madonna oder eher die Madonna des Bürgermeisters Jakob Meyer zum Hasen?

Über die Darmstädter Madonna ging es dann zur Dresdner Madonna und einem der prägenden Momente deutscher Kunstgeschichte: dem Dresdner Holbeinstreit. Im 19. Jahrhundert wurde es den Menschen bewusst, dass es zwei fast identische Holbein-Madonnas gab und nur eine die echte sein konnte. In einer großen Ausstellung, unter lebhafter Anteilnahme der Öffentlichkeit und erregten Debatten der Experten entschieden sich die Kunsthistoriker schließlich für das Darmstädter Gemälde. Eine Sensation,  da die Kunstkennerschaft vorher felsenhaft von der Originalität des Dresdner Gemäldes ausging. Hier zeigte sich erstmals das Bemühen, um eine rein sachlich, objektive Abwägung der verschiedenen Gesichtspunkte - der Dresdner Holbeinstreit ist einer der Ausgangspunkte um die Kunstwissenschaft als Wissenschaft zu etablieren. Und - wie sich später herausstellte - lag die Kunstwissenschaft auch in diesem ihren Anfangsurteil richtig; sämtliche mittlerweile vorhandenen naturwissenschaften Verfahren die Darmstädter Madonna als die originale der beiden bestätigten.

Erkenntnisse am Rande: eine weitere Kopie des Gemäldes (beziehungsweise eine Kopie der Kopie - es stellt aus unerfindlichen Gründen das Dresdner Exemplar dar) hat sich in das Set des James-Bond-Filmes "Man lebt nur zweimal verirrt".

Holbein, Hans - Georg Gisze, a German merchant in London
Hans Holbein der Jüngere: Bildnis des Danziger Hansekaufmanns Georg Gisze in London, 1532. Eichenholz, 96,3 × 85,7 cm. Gemäldegalerie Dahlem der Staatlichen Museen zu Berlin – Preussischer Kulturbesitz

Und nachdem wir dann auch noch gerätselt hatten, wer die beiden Knaben unterhalb der Madonna sind, den verschwundenen Haaren der Tochter nachspürten und weiter über den Teppich in der Renaissancemalerei sinniert hatten, kamen wir dann nach knapp einer Stunde noch zu Georg Giesze. Giesze (auch Georg Giese) ist Titelheld in einem anderen Holein-Hauptwerk, das praktischerweise fünf Meter weiter links hing. Wieder mit Teppich und nun auch noch mit Glas, Metall, Bücherregalen und Briefen. Gedanklich begleitete wir Holbein dann weiter von Basel nach Antwerpen und London. Mittlerweile hatte sich der Raum etwas gefüllt. Nachdem wir dann noch den Weg aus dem Museum gefunden hatte (wie immer im Bodemuseum nicht ganz einfach und jedes mal findet man zwischendurch neue Säle) folgte noch ein erschöpfter Abschlusskaffee.

Eine Stunde fast allein mit der Madonna. Und immer noch Neues zu entdecken. <noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at February 28, 2016 09:15 AM

February 14, 2016

Iberty

Die Verschwundenen

Crossposting eines Posts von mir aus dem Wikipedia Kurier. Erfahrungsgemäß lesen das dort und hier ja doch andere Menschen.

Wikipedistas kommen und gehen. Manchmal gehen mehr, manchmal weniger. Einzelne davon fallen durch ihr Wirken in der gesamten Wikipedia auf oder versuchen sich wenigstens durch einen spektakulären Abgang in Szene zu setzen. Die meisten Autoren und Autorinnen aber gehen genauso still und leise wie sie gekommen sind und gearbeitet haben.

Die unseligen Autorenschwund-Debatten der unseligen Wikimedias kümmern sich ja um Zahlen und nicht um Autorinnen und Autoren. Wie armselig! Den Meta-aktiven Communitymitgliedern - aka Wikifanten - fallen vor allem die anderen Wikifanten auf, die entschwanden. Dabei zeigt sich bei genauerer Betrachtung, dass es um lauter einzelne Individuen mit verschiedenen Vorlieben, Arbeitsstilen und Interessen geht, die in Wikipedia tätig waren und sind. Es gibt vor allem diejenigen, die kommen, einen Beitrag leisten und dann wieder verschwinden. Der größte Teil der tatsächlichen Wikipedia wird von Menschen und Accounts gestaltet, deren Edits fast nur im Artikelnamensraum aufzufinden sind. Manchmal arbeiten sie unermütlich über viele Jahre, manchmal auch nur einige Wochen an einen oder zwei Artikeln. Viele davon sind als IP aktiv, so dass sich fast nichts über sie sagen lässt. Vielleicht sind die Beitragenden per IP auch gar nicht viele, sondern eine einzige sehr fleißige Autorin? Wer weiß?


 Viele Wikipedianerinnen und Wikipedianer sind derzeit inaktiv.

Anlässlich des Projektes WikiWedding und in meinem Bestreben möglichst viele Wedding-Aktive daran zu beteiligen, lese ich ja derzeit viele Artikel zu einem Themengebiet, das mir in den letzten Jahren eher fremd war und an dessen Entstehung ich nicht beteiligt war. Wer sich in den letzten Monaten am Thema beteiligt hat, ist mir bewusst, wer sich von 2001 bis 2014 des Weddings angenommen hat, musste ich nachlesen. Eine spannende Lektüre voller mir unbekannter Namen und Accounts. Neben einigen mir bekannten Wikipedistas waren dort vor allem mir unbekannte Accounts. Accounts, die oft aufgehört haben zu editieren. Meist sind sie still und leise gegangen. Ihre Edits und Kommentare geben keinen Hinweis warum. Aber anscheinend war es anderswo schöner. Oder sie hatten den Einruck, alles in Wikipedia geschrieben zu haben, was sie beitragen wollten. Um diesen Autorinnen und Autoren zumindest nachträglich etwas Aufmerksamkeit zu geben, um ihre Namen kurz aus den Tiefen der Versionsgeschichten zu retten, sollen hier einfach einige Autorinnen(?) und Autoren gewürdigt werden, die sich um den Wedding in Wikpedia bemühten bevor sie verschwanden.

Da ist zum Beispiel der Artikel zur Chausseestraße. Ein Mammutwerk von Gtelloke, dessen Wikipedia-Edits sich von Juni bis Dezember 2012 fast ausschließlich auf diesen Artikel beschränkten.

GWT 45, Chausseestraße 114-118, Juni 2005

Bild: Die Chausseestraße 114-118 in Richtung Invalidenstraße von Gtelloke
Lizenz: CC-BY-SA 3.0



Da ist der Artikel zum Wedding selber. Angelegt 2002 von Otto, dessen letzter Edit aus dem Dezember 2004 stammt. Im November 2004 dann maßgeblich ausgebaut von Nauck, der sich auch sonst dem Ortsteil und seinen Themen widmete. Artikel zu Moabit, den Meyerschen Höfen, Mietskasernen und Schlafgängern waren Teil seines kurzen Werks, das im Wesentlichen nur zwei Wochen im November 2004 dauerte, aber die Grundlagen wichtiger Artikel zur Berliner Sozialgeschichte legte. Ein Blick auf seine Benutzerseite zeigt auch den Geist der Wikipedia-Frühzeit: ''GNU rockt! Der König ist tod, lang lebe das Volk! Lang lebe die Anarchie des Netzes! Licht und Liebe''

Weiterer Ausbau erfolgte durch 87.123.84.64, auch zu wikipedianischen Urzeiten. Dann passierte 500 Edits und acht Jahre im Wesentlichen nichts – mal ein Halbsatz hier, mal die Hinzufügung von drei Bahnstrecken dort, Hinzufügen und Löschen von berühmten Persönlichkeiten bis im Dezember 2014 der erste heute noch aktive Wikipedianer hinzukommt: Fridolin freudenfett verpasst dem Artikel mit „Katastrophalen Artikel etwas verbessert)“ eine Generalüberholung.

Der Leopoldplatz; angelegt von Frerix, der in den immerhin fünf Jahren seiner Wikipedia-Aktivität nie auch nur eine Benutzerseite für nötig hielt und anscheinend auch in keine Diskussion verwickelt wurde.  Zu seinen wenigen Beiträgen gehören neben der Anlage des Leopoldplatzes auch noch die Anlage der englischen Stadt Sandhurst, die Anlage des Kreuzviertels in Münster und des Three Horses Biers. Dann war er/sie wieder weg. Mutter des Artikels ist hier aber 44Pinguine, die den heutigen Inhalt maßgeblich prägt und auch heute noch aktiv ist.

Da wäre das Wahrzeichen des Weddings. Die Alte Nazarethkirche. Der Artikel stammt vor allem von 62.246.210.30.

Alte Nazarethkirche 2

Bild: Leopoldplatz, Ev. Alte Nazarethkirche, 1832–35 von Karl Friedrich Schinkel von Schliwiju

Nichts war für die Entwicklung des Weddings wohl so entscheidend wie die Geschichte der AEG. Dieser Artikel stammte in seiner Frühzeit von WHell, engagiertem Wikifanten, mit ausführlicher Artikelliste und Diskussionsseite, der uns 2007 verließ. Der letzte Eintrag auf seiner Diskussionsseite war „Hallo WHell, ich möchte Dich als den Hauptautor darüber informieren, dass ich den Artikel John Bull (Lokomotive) in die Wiederwahl zum Exzellenten Artikel gestellt habe,“ Größere Beiträge zur WEG folgten in den späteren Jahren durch Peterobst – aktiv von Februar bis April 2006 vor allem mit Beiträgen zur Berliner Industriegeschichte, nach seiner Benutzerseite AEG-Kenner und in Arbeit an einem Buch über den Konzern. Es folgten 80.226.238.197, von Georg Slickers 2006 (auch heute noch aktiv, wenn auch recht unregelmäßig), Flibbertigibbet 2006 , 79.201.110.89 im Jahr 2008 und der unermüdlichen 44Pinguine. Weiter ausgebaut von Onkel Dittmeyer, aktiv von 2009 bis Juli 2015 in Technikthemen und vielleicht immer noch unter neuem Account? Begann seine Karrier mit der Nutzerseite „Hier ist Nichts und das soll so bleiben !“ und hielt sich im Wesentlichen daran.

Da ist der Volkspark Rehberge. Angelegt von Ramiro 2005, aktiv 2005/2006, vor allem zum Thema Fußball. Maßgeblich ausgebaut, umfassend überarbeitet 2007 von 84.190.89.208 und noch einmal 2010 stark erweitert von Katonka. Landschaftsplaner mit unregelmäßigen Edits zwischen 2009 und 2014, die Edits waren wenige, aber die Qualität war hoch.

LSG-6 Volkspark Rehberge Berlin Mitte

Bild: LSG-6 Volkspark Rehberge Berlin Mitte - Panoramabild auf die Wiesen des Volkspark Rehberge in Berlin, Wedding (Mitte). Von: Patrick Franke Lizenz: CC-BY-SA 3.0

Neben diesen Verschwundenen tauchen glücklicherweise aber auch heute noch aktive Wikifanten auf. Immer wieder 44Pinguine und Fridolin freudenfett. Darüber hinaus Definitiv, Magadan, Flibbertigibbet und Jo.Fruechtnicht.

Die Artikel entstanden durch Wikifanten und IPs. Accounts mit nur einem Thema oder anderen, die über Jahre thematisch sprangen. Während in der Frühzeit aber viele verschiedene Accounts und IPs an den Artikel beteiligt waren, waren in den letzten Jahren deutlich weniger Menschen aktiv. Fast alle inhaltlichen Edits in den von mir angesehenen Artikeln verteilen sich auf 44Pinguine,  Fridolin freudenfett und Definitiv. Wikipedia wird kleiner und noch lebt sie. Aber wir können all‘ den Verschwundenen danken, die vor uns kamen.<noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at February 14, 2016 04:02 PM

January 30, 2016

Iberty

Gab es in der DDR Spaghetti?



Conrad, Giorgio (1827-1889) - n. 102 - Scena di genere
Nicht die DDR. Bild: Giorgio Conrad (1827-1889) - Mangiatori di maccheroni. Numero di catalogo: 102.

Eine der schöneren unbekannten Ecken der Wikipedia ist die Seite zur Auskunft. Dort können Menschen mögliche und unmögliche Fragen stellen, die dann mal launisch, mal larmoyant, mal ernsthaft oder auch gar nicht beantwortet werden. Wie im wahren Leben und eine ewige Fundgrube obskuren Wissens, seltsamer Fragestellungen und logischen Extremsports.

Dort nun fragte vor ein paar Tagen ein unangemeldeter Nutzer:

 "Warum gab es in der DDR eigentlich nur Makkaroni (die in Wirklichkeit Maccheroncini waren), aber keine Spaghetti? Das erscheint mir nach Lektüre einiger Bücher aus der DDR so gewesen zu sein und ist mir auch so von meiner aus Ex-DDR-Bürgern bestehenden Verwandtschaft bestätigt worden. Warum?"

Es folgte eine längere und mäandernde ausgiebige Diskussion, die immerhin folgendes ergab:

* Anscheinend gab es in der DDR Spaghetti, zumindest erinnerten sich einige der Diskutanten an derartige Kindheitserlebnisse.
* Ob Spaghetti so verbreitet waren wie Makkaroni oder Spirelli, darüber bestand Uneinigkeit.
* Die Nudelsaucensituation war in Berlin besser als im Rest der DDR.
* Die DDR allgemein pflegte in vielerlei Hinsicht traditionellere Essgewohnheiten als Westdeutschland, die Küche der DDR ähnelte in vielem mehr der deutschen Vorkriegsküche als dies für die westdeutsche Küche gilt.
* In Vorkriegszeiten waren Makkaroni verbreiteter als Spaghetti.
* Schon bei Erich Kästner wurden Makkaroni gegessen
* Der Makkaroni-Spaghetti turn im (west-)deutschen Sprachraum war Mitte der 1960er
* Schuld könnten wahlweise das mangelnde Basilikum, die mangelnde Tomatensauce, überhaupt mangelnde Kräuter, Italienreisen, Gastarbeiter, Miracoli oder auch was ganz anderes sein.
* Klarer Konsens im Rahme: Sahne gehört keineswegs in Sauce Carbonara!


Mirácoli noodles with sauce
Gab es in der DDR nicht: Miracoli. Bild: Miracoli-Nudeln mit Mirácoli-Soße von Kraft. Von: Brian Ammon, Lizenz: CC-BY-SA 3.0
 
Daneben tauchten eine ganze Menge Kindheitserinnerungen auf an exotische Spaghettimahlzeiten mit kleingeschnittenen Spaghetti, Ketchup-basierter Tomatensauce und anderen kulinarischen Exotika des geteilten Deutschlands.

Einige Antworten, viel mehr Fragen:
* seit wann wird in Deutschland überhaupt Pasta gegessen?
* wie lange schon ist Tomatensauce verbreitet?
* seit wann essen westdeutsche Spaghetti?
* Und wer ist Schuld? Die Gastarbeiter? Die Italienurlauber? Miracoli?
* Und wie kommen eigentlich die Löcher in die Makkaroni?

Also verließen wir dann erst einmal die Auskunft und die dortige Diskussion und betrieben etwas weitere Recherche. Das heimische "Kochbuch der Haushaltungs- und Kochschule des Badischen Frauenvereins", veröffentlicht 1913 in Karlsruhe, kennt sowohl Makkaroni wie auch Spaghetti. Ungewohnt für heute: die Makkaroni werden in "halbfingerlange Stückchen gebrochen" und dann 25 bis 30 Minuten gekocht.

Neben den diversen Makkaroni-Gerichten gibt es auch einmal Spaghetti. Die Priorität ist klar. Spaghetti werden erklärt als "Spaghetti ist eine Art feine Makkaronisorte. Beim Einkauf achte man darauf, daß sie nicht hohl sind"

Die "Basler Kochschule. Eine leichtfaßliche Anleitung zur bürgerlichen und feineren Kochkunst" von 1908 kennt keine Spaghetti aber diverse Gericht mit "Maccaronis". Darunter sogar schon die Variante "a la napolitaine" mit Tomatensauce.

Weitere Recherche. Weitere Erkenntnisse bringt das Buch "Meine Suche nach der besten Pasta der Welt: Eine Abenteuerreise durch Italien", das die Ankunft der Makkaroni in Deutschland auf das frühe 18. Jahrhundert verlegt. Die 1701 nachweisbaren "Macronen" waren wohl eher Lasagne, aber irgendwann anfang des 18. jahrhunderts entstanden in Prag und Wien echte Makkaroni-Fabriken.

Die Pasta folgte anscheinend den jungen Männern der Grand Tour aus Italien in das restliche Europa. Bestimmt waren die Grand Tours für junge Männer, die mal etwas von der Welt sehen und klassische europäische Bildung mitbekommen sollten, die auf der Tour aber anscheinend nicht nur Statuen und Kirchen kennenlernten, sondern auch Pasta.

Philip Dawe, The Macaroni. A Real Character at the Late Masquerade (1773) - 02
Der Macaroni. Der Hipster seiner Zeit. Bild: Philip Dawe: The Macaroni. A Real Character at the Late Masquerade, 1773.

In England gab es sogar einen eigenen Modestil Macaroni für exaltierte junge Männer - "a fashionable fellow who dressed and even spoke in an outlandishly affected and epicene manner". Die englische Wikipedia schreibt dazu lakonisch: "Siehe auch: Hipster. Metrosexuell." Komplett falsch wäre wohl auch die Assoziation zur Toskana-Fraktion nicht. Und nach diesen extravagant und auffallend auftretenden jungen Männern ist nun wiederum ist im Englischen der Macaroni penguin - auf deutsch der Goldschopfpinguin - benannt.


Macaroni Penguin at Cooper Bay, South Georgia (5892387033)
Makkaroni-Penguin. Benannt nach dem Stil, nicht nach den Nudeln. Bild: Macaroni Penguin at Cooper Bay, South Georgia von Liam Quinn, Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Wie aber kommen nun die Löcher in die Makkaroni? Und seit wann? Licht in dieses Dunkel bringt die "Encyclopedia of Pasta." Diese lokalisiert die Entstehung der maschinellen Pastafertigung - die für Makkaroni in zumutbarer Menge unvermeidlich ist - in die Bucht von Neapel in das 16. Jahrhundert. Dort existerte eine Heimindustrie mit Mühlen, an die sich relativ problemlos eine im 16. Jahrhundert aufkommende ’ngegno da maccarun anschließen lies, die es den Neapolitanern ersparte stundenlang im Teig herumzulaufen, um ihn zu kneten: im Wesentlichen Holzpressen mit einem Einsatz aus Kupfer, je nach Form des Einsatzes entstehen verschiedene Nudelsorten und damit unter anderem Makkaroni. Die Makkaroni wurden dann in langen Fäden zum trocknen in die süditalienische Sonne gehängt.


Sommer, Giorgio (1834-1914) - n. 6204 - Napoli - Fabbrica di maccheroni
Neapel, 19. Jahrhundert. Bild: Giorgio Sommer (1834-1914), "Torre Annunziata-Napoli - Fabbrica di maccheroni". Fotografia colorita a mano. Numero di catalogo: 6204. 

Das hat alles nicht mehr wirklich etwas mit Spaghetti und der DDR zu tun, beantwortet nicht, warum die Deutschen in den 1960ern plötzlich lieber Spaghetti als Makkaroni mochten, oder warum die Makkaroni bei ihrem ersten Zug über die Alpen die Tomatensauce in der Schweiz ließen? Warum gibt es in Deutschland kein Äquivalent zu "Macaroni and cheese" (mehr)? Gab es ein Miracoli-Äquivalent in der DDR, bei dem es Pasta, Sauce und Käse schon in einer Packung gab? Warum sind Makkaroni in Deutschland tendenziell lang und dünn in vielen anderen Ländern aber dicker und hörnchenförmig-gebogen? Es ist hochspannend. Und ein Grund, noch viel mehr zu recherchieren.
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 30, 2016 09:45 AM

January 29, 2016

Iberty

WikiWedding: ein Stadtteil und ein Bastelbrockhaus kommen zusammen

Berlin Wedding rathausbaer 14.11.2015 14-11-21Was passiert, wenn man eine Internet-Enzyklopädie und einen Stadtteil aufeinander loslässt? Diese Frage soll in den nächsten Monaten das Projekt WikiWedding klären. Zum einen soll es dazu dienen, Lücken in Wikipedia/Commons/Wikivoyage/Wikidata zum Berliner Stadtteil Wedding zu füllen. Zum anderen soll es Weddinger dazu animieren, nach ihrer Lust und ihren Fähigkeiten zu den Wikiprojekten beizutragen. Wer selbst mal schauen möchte, Ideen hat, oder selbst an und mit einem der ärmsten und sexiesten Berliner Stadtteile zu arbeiten, der gehe hier entlang. <noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 29, 2016 05:33 PM

January 24, 2016

lyzzy

Schweigen

Schweigen ist eine Form der nonverbalen Kommunikation, bei der nicht gesprochen wird und bei der auch keine Laute erzeugt werden. (Seite „Schweigen“. In: Wikipedia, Die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 11. Januar 2016, 23:53 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Schweigen&oldid=150101218 (Abgerufen: 24. Januar 2016, 08:16 UTC))

Nein, wir haben gerade keinen guten Lauf im Kuratorium der Wikimedia Foundation. Unsere letzten Entscheidungen sind für die Community überraschend und wenig nachvollziehbar. Unverständnis, Enttäuschung, Hilflosigkeit und Wut machten sich breit und mündeten zuletzt in ein Misstrauensvotum.

Und das Kuratorium schweigt.

Was viele für einen weiteren Beweis dafür nehmen, dass sich die Wikimedia Foundation und insbesondere das Kuratorium komplett von der Community verabschiedet haben, ist aus meiner Sicht dem Zusammentreffen verschiedener Aspekte nicht angemessener Kommunikation geschuldet. Weder Absicht noch Desinteresse liegen dem zugrunde. Das macht es nicht wirklich besser, das ist klar.

Nehmen wir die Diskussion um die Ernennung von Arnnon Geshuri. Nach der Bekanntmachung, dass wir zum 1. Januar 2016 mit Kelly Battles und Arnnon Gehuri zwei weitere Amerikaner in das Kuratorium berufen, deren beruflicher Werdegang auch Unternehmen des Silicon Valley umfasst, wurde zunächst kritisiert, dass bei der Auswahl zu wenig Gewicht auf Vielfalt gelegt wurde. Sehr bald brachte ein Communitymitglied Arnnons Beteiligung bei den Absprachen großer Tech-Unternehmen wie Google, Apple und Intel gegen die Abwerbung von Beschäftigten in die Diskussion.

Und zack – auf kaltem Fuß erwischt.

Während die Community auf der Mailingliste schnell zu Urteilen kam, musste sich das Kuratorium zunächst mit der Situation an sich auseinandersetzen. Welche Fakten liegen uns vor, was sagt Arnnon dazu, warum wurde das Thema bei der Auswahl der Kandidaten nicht berücksichtigt? Hätte es einen Unterschied gemacht, wenn das Auswahlkomitee das gewusst hätte? Hätten wir während dieser Zeit zumindest eine kurze Mail absetzen können, in dem wir mitteilen, dass wir die Diskussion verfolgen, uns mit der Angelegenheit beschäftigen aber noch etwas Zeit brauchen, bis wir uns dazu äußern? Ja, das hätten wir tun können und auch sollen.

Wenn ich in schwierigen Situationen das Wirrwarr meiner Gedanken ordnen und zu einer Entscheidung führen muss und nicht weiterkomme, laufe ich eine Runde durch den Wald, lege mich in die Badewanne oder höre ausgiebig laute Musik. In komplexen Fällen kommen alle drei Maßnahmen der Reihe nach zum Zuge. In einem Gremium, in dem die Mitglieder zudem noch räumlich über mehrere Zeitzonen und etliche Sprachgrenzen voneinander getrennt sind, funktioniert das leider nicht. Und plötzlich steckt man in einem Vakuum, in dem völlig unklar ist, ob man sich als Gremium äußert, mit welchem Schwerpunkt man das tut, ob es sich um eine kurze und knappe Mitteilung oder doch mehr um eine ausführliche Betrachtung handeln soll. Hätten wir während dieser Phase zumindest eine kurze Mail absetzen können? Ja. Hat aber niemand.

Das Schweigen verfestigt und verselbstständigt sich mit jedem weiteren Tag. Es lähmt, es verunsichert und es schadet. Nicht nur dem Kuratorium und der Organisation dahinter, sondern auch der Diskussionskultur schlechthin. Doch es ist schwierig. Das Verfolgen der Diskussionen an verschiedenen Orten frisst nicht nur Zeit sondern auch Lust. Mit jeder Mail und jedem Beitrag setzt man sich erneut der öffentlichen Empörung, der Diskussion um die Person mehr als um die Sache und weiteren Nachfragen in einem teilweise sehr irritierenden investigativen Stil aus. Muss man das nicht aushalten als Kuratoriumsmitglied? Nein, meine Vorstellung von respektvollem Umgang ist eine andere und ich halte eine solche Erwartungshaltung für realitätsfremd.

Vieles an der laufenden Diskussion gefällt mir nicht. Sie zeigt aber deutlich, wie sensibel die Community auf unsere Entscheidungen reagiert, wie sehr sie befürchtet, dass entscheidende Veränderungen ohne ihr Zutun durchgesetzt werden und wie groß der Vertrauensverlust in das Gremium als solches geworden ist. Manches fußt auf falschen Vorstellungen über Art und Umfang der Entscheidungen des Kuratoriums. Was erneut zeigt, dass wir es noch immer nicht geschafft haben, unser Selbstverständnis als Kuratorium, unsere Aufgaben und unsere Vorstellungen klar zu kommunizieren.

Und was jetzt?

In der Diskussion um Arnnons Ernennung bereiten wir ein Statement vor und Arnnon wird sich auch persönlich einbringen. Vor allem aber müssen wir aus dem Mustopf raus, weg von der Nabelschau hin zu den eigentlichen Fragen rund um freies Wissen. Als Kuratorium müssen wir uns fragen, warum wir uns nur selten in grundsätzliche Diskussionen einbringen, an welcher Stelle unser Input etwas bewirken kann und soll und auch, wie wir gemeinsam mit der Community ein Miteinander schaffen können, in dem wir voneinander profitieren und uns auch über kontroverse Themen zivilisiert austauschen können.

Ich nehme das sehr ernst und es ist weiter mein Ziel, ein Stück dazu beizutragen. Und ich weiß, dass, während ich meine Freizeit in Hangouts, auf Mailinglisten und in Telefonaten verbringe, anderswo weiter Artikel für die Wikipedia geschrieben und verbessert werden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sogar überwiegend von Menschen, die sich noch nicht einmal dafür interessieren, ob es ein Kuratorium der Wikimedia Foundation gibt oder nicht.

by Alice Wiegand at January 24, 2016 11:18 AM

January 18, 2016

Iberty

Tanz auf dem Guglhupf, Automatenmaden und die „brutalism appreciation society“ im #wedding

Berlin ist groß; deutlich größer als alle anderen deutschen Städte. Berlin bietet seinen Bewohnerinnen und Bewohnern immer wieder neue Straßen, Stadtviertel und ganze Bezirke von denen sie noch nie gehört haben. So fand sich dann vor 10 Jahren eine Gruppe Wikipedistas zusammen, die im Rahmen der KNORKE-Touren Berlin erkundete. (Für mehr Hintergrund, hier der Iberty-Artikel) Einige oder viele Wikipedianer treffen sich, neugierig auf die Stadt um sie herum und erkunden sie. Die Treffen finden dabei unregelmäßig statt. Mal sind sie monatlich, mal alle anderthalb Jahre.

Im Januar 2016 traf sich die erste KNORKE-Runde nach über einem Jahr Pause seit zur Tour entlang der Müllerstraße, dem „Ku’damm des Weddings“. Vom Startpunkt aus, dem Angelgeschäft Koss, beziehungsweise dessen Madenautomaten, ging es weiter zu Gänsen, Enten und Schweinen in der Kinderfarm Wedding. Leider überlebten die Maden im Sägemehl nicht den Gang bis zu den Enten und konnten so nicht mehr als Futterspende dienen. Zwischendurch warfen wir einen Blick auf den Abenteuerspielplatz Telux, laut einem der Knorkisten der erste Abenteuerspielplatz Deutschlands.[citation needed]

Wedding Automatenmaden
Berlin-Weddinger Automatenmaden.

Nach dem Besuch der Schweineställe in der Kinderfarm folgte die Innenbesichtigung des Ernst-Reuter-Hauses mit kurzem Blick auf den Biergarten Eschenbräu, bevor es nach Süden Richtung Bayer Health Care (ehemals : Schering) ging. Am Beispiel des Schering-Parkhauses erörterten wir die Existenz der "brutalism appreciation society" und diskutierten die Frage ob Bauwerken des Brutalismus die Fassadengestaltung mit knalligen Farben eher nutzt oder schadet. An der Dankeskirche am Weddingplatz lebten die wilden Zeiten des Roten Weddings wieder auf, Erich Kästner verewigte den Platz mit seinen wilden Straßenschlachten in seinem Roman Fabian.

Berlin Wedding bayer parkhaus 14.11.2015 13-40-01
Ein Fall fur die brutalism appreciation society.

Danach ging es an der Panke entlang zu einem der ungeplanten Höhepunkte der Tour: dem Tanz auf dem Guglhupf. Das Kunstwerk mit dem offiziellen Namen „Tanz auf dem Vulkan“, das offensichtlich von einer engagierten Kunststudentin im ersten Semester geschaffen wurde, regte auf jeden Fall zur intensiven Diskussion an.

Nachdem einem Blick auf das Stadtbad/Stattbad Wedding - das wegen des Brandschutzes geschlossen werden musste - überlegten wir wann es dem Krematorium Wedding wohl genauso geht. Beide Sightseeingpunkte wurden noch mit Geschichten der jetzigen und ehemaligen Bewohner des Weddings abgerundet. Schnee und Kälte zwangen uns dann zu einem Kaffeestop in einem der zahlreichen inhabergeführten migrantischen Geschäfte der Müllerstraße.

Tanz auf dem guglhupf
Kunst im öffentlichen Raum. Der Tanz auf dem Guglhupf.

Dann noch schnell ein Schinkel-Bau, am interkulturellen Garten Himmelbeet die Überlegung ob es ein nicht nur eines Lokals B in Berlin bedarf, sondern auch eines Lokalen Beets B, noch schnell eine weitere Kirche abgehakt, das Rathaus Wedding auf dem ehemaligen Gelände von Onkel Pelles Rummelplatz - auch dieser mit einer Würdigung durch Kästner. Ob die neu eraute Schiller-Bibliothek schick war oder eher nicht, daran schieden sich die Geister. Am Platz des unscheinbaren AOK-Gebäudes erbargen sich die Pharus-Säle, einst das "Wohnzimmer der KPD" im Wedding und die Schiller-Bibliothek. Abschluss für die frierende Gruppe dann schließlich beim exzellenten "Rebel Burger" mit Coleslaw, Pommes-Twister im stilechten denkmalgeschützten 50er-Jahre-Kiosk. KNORKE kommt wieder. Im Jahr 2016 bestimmt.

Krematorium wedding
This is friend is not the end (anymore): Das ehemalige Krematorium Wedding <noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 18, 2016 05:38 PM

January 16, 2016

Iberty

Berlin celebrates old school #wikipedia15

I still remember the time when real life meetings for Wikipedians were new and adventurous and a bit scary. Did one really want to meet these strange other people from the Internet? How would they be? Could they even talk in real life or would they just sit behind a laptop screen staring on it for hours?

My first meeting in Hamburg – THE first Wikipedia meeting in Hamburg - would consist of three people (Hi Anneke, Hi Baldhur!) sitting in a pub, and just waiting and seeing what would happen. These meetings were kind of improvised, in a pub, quite private and personal in nature and no talk about projects, collaborations, “the movement” whatever. Just Wikipedia and Wikipedians having a nice evening.

WP15 Germany Berlin 01
Bild: By Sargoth, CC BY-SA 3.0

So what a fitting setting to celebrate this day in Berlin just the old school way. Half improvised, organized by our dearest local troll user:Schlesinger on a talk page, we met in a pub, it was not clear who would come and what would happen except some people having a good time.

And so It was. In the “Matzbach” in the heart of Berlin-Kreuzberg seven people promised to come, in the end we were almost twenty. Long time Wikipedians, long-time-no-see-Wikipedians, a Wikipedian active mostly in Polish and Afrikaans, some newbies and two and a half people from Wikimedia Deutschland. Veronica from Wikimedia Deutschland brought a tiny but wonderful home-baked cake, and we just talked and laughed, talked about history and future.  Actually, mostly we talked about future.

WP15 Germany Berlin 03
Bild: By Sargoth, CC BY-SA 3.0

About the Wikipedian above 30, who has just started a new a university degree in archaeology, the question whether the Berlin community should have its own independent space, industrial beer, craft beer and the differences, the district of Berlin-Wedding, the temporary David-Bowie-memorial in Berlin-Schöneberg, the vending machine for fishing bait in Wedding, new pub meet-ups in the future, who should come to the open editing events, how to work better with libraries, colorful Wikipedians who weren’t there, looking for a new flat, whether perfectionism is helpful or rather not when planning something for Wikipedians, explaining Wikipedia to the newbie, the difficulties of cake-cutting and whatsoever.

No frustration, almost no talk about meta and politics, just Wikipedians interested in the world, Wikipedia and eager to be active in and for Wikipedia and with big plans for the future. Old school. So good.

WP15 Berlin Torte angeschnitten

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 16, 2016 01:14 PM

Ein paar Worte zum 15.

Ein erster kurzer Beitrag von mir zum 15. Wikipedia-Geburtstag ist nebenan:

15 Jahre Wikipedia: Alles Gute!

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 16, 2016 11:21 AM

January 13, 2016

Iberty

Gastbeitrag: Wikipedieren im Alltag

Meiner Erfahrung aus Gesprächen mit Nicht-Wikipedianern ist es, dass diese sich nur schwer vorstellen können, wie und wann man überhaupt an der Wikipedia schreibt. Oft bleibt denen das ein größeres Rätsel und im Laufe der Jahre habe ich schon ziemlich seltsame Vorstellungen darüber gehört. Um so schöner, wenn es mal eine nette kleine Erzählung gibt, wie es tatsächlich läuft. Achim Raschka hat im Kurier, dem internen Mitteilungsblatt der Wikipedia, einen kleinen Artikel darüber geschrieben, wie es denn im Alltag tatsächlich aussieht mit dem Wikipedieren. Mit freundlicher Erlaubnis des Autor dokumentiere ich den hier. Der Artikel erschien ursprünglich am 13. Januar 2016 im Wikipedia:Kurier und steht unter der CC-BY-SA 3.0-Lizenz. - Dirk

Allmorgendliche Entscheidungen  


Mal etwas persönliches und vollkommen abseits von der großen Wikipedia-Politik und einfach mal nur so aus dem Autorenkästchen: Geht es euch eigentlich auch so, dass ihr jeden Morgen auf's Neue vor dem Bildschirm hockt und überlegt, was euer heutiger Beitrag zum Weltwissen sein sollte? Dass ihr jeden Morgen neu überlegt, welche Baustelle gerade passend ist für die verfügbare Zeit, vertretbar für den Müdigkeitsgrad und dann auch noch wichtig genug, diese Zeit zu gebrauchen? Hier mal ein paar Gedanken von mir und ein kleiner Einblick in meinen Autorenalltag.

Also vorab: Ich spende eine Menge meiner freien Zeit für die Wikipedia – eigentlich einen Großteil dessen, was neben Arbeit und Familie an Freizeit existiert. Der kontinuierlichste Teil ist dabei jedoch mein alltägliches Morgenritual vor dem Weg zu Kindergarten und Arbeitsplatz. Jeden Morgen stehe ich gegen 6:30 Uhr auf, mache mir meinen Kaffee und helfe den Kids ein wenig beim Loskommen zur Schule und zum Kindergarten – und starte meinen Rechner. Jeden Morgen weiß ich auch, dass ich um 8:30 Uhr das Haus verlassen muss und nach Abzug von Dusche etc. bleibt mir entsprechend ein Zeitfenster von etwa einer Stunde. Und damit beginnt der Morgentrott.

Am einfachsten ist es, wenn ich gerade in einem Fließband bin – Hörnchenartikel mit fester Vorlage und kaum Abweichungen sind da wunderbar und ein solcher Artikel lässt sich in der Regel auch gut in der Stunde schreiben – trotzdem überlege ich jeden Morgen, was ich jetzt eigentlich starte, ob das auch wirklich eine gute Idee ist, oder ob es nicht doch irgendetwas wichtigeres oder besseres gibt.

Man könnte etwa die aufgelaufenen Neu-Artikel im Bioportal lesen und korrigieren (etwa 20 Minuten pro Normalartikel), man könnte an der aktuellen Großbaustelle weiterwerkeln, man könnte einfach mal so von Artikel zu Artikel springen und Kleinkram erledigen (etwa ein Kladogramm einbauen oder wie heute ein paar Ausgaben der Mammalian Species in die Artikel integrieren) oder man könnte sich die morgendlichen VMs [Vandalismusmeldungen] antun, Löschdiskussionen scrollen, ein Review schreiben, einen Kandidaten beurteilen… meistens bleibt es jedoch beim Hörnchen mit Kaffe. Nur heute, da gibt es keines – heute gibt es einen frühen Morgengedanken im Kurier. In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Tag, macht was draus.

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 13, 2016 11:37 AM

January 05, 2016

Iberty

12 Jahre Bastelbrockhaus

Ich schreibe gerade für ein Blog nebenan ein paar Kleinigkeiten zum baldigen 15-jährigen Jubiläum der Wikipedia. Dabei fiel mir auf, dass genau heute ja mein 12-jähriges ist. Und auf meinen allerersten Beitrag bin ich immer noch stolz. Es war eine Erweiterung des Artikels zum liberalen Denker John Stuart Mill:
Werk
Mills schriftstellerische und politische Tätigkeit sollte vor allem dazu dienen, die Menschen zu moralisch höherwertigen Wesen zu entwickeln. Dabei suchte er nach verschiedenen Ansätzen, deren innere Kohärenz mehr der Suche des Interpreten unterliegt, als dass er sie explizit macht. Ideengeschichtlich wirksam wurden vor allem drei Aspekte:
Mill-Limit
In seiner bekanntesten Schrift „On Liberty“ (dt: „Über die Freiheit“) setzt Mill das Limit „… dass der einzige Grund, aus dem die Menschheit, einzeln oder vereint, sich in die Handlungsfreiheit eines ihrer Mitglieder einzumischen befugt ist: sich selbst zu schützen. Daß der einzige Zweck, um dessentwillen man Zwang gegen den Willen eines Mitglieds einer zivilisierten Gesellschaft rechtmäßig ausüben darf: die Schädigung anderer zu verhüten.“ Das Mill-Limit gilt heute noch, besonders in angloamerikanischen Ländern, als Grundlage des Liberalismus.
Utilitarismus
Im Gegensatz zu Jeremy Bentham oder seinem Vater James Mill entwickelt JS Mill den Utilitarismus weiter. Wo es bei ersteren rein quantitativ um das „größtmögliche Glück der größtmöglichen Zahl“ ging, avisiert JS Mill eine qualitative Vorgehensweise, die „höhere“ von „niederen“ Genüssen unterscheidet und entsprechend gewichtet. Er kann damit einige der Haupteinwände gegen den Utilitarismus umgehen, bleibt selbst aber relativ unkonkret dabei, wie „höhere“ und „niedere“ Genüsse zu unterscheiden sind.
Feminismus
Ungewöhnlich für seine Zeit und wahrscheinlich beeinflusst durch seine spätere Frau Harriot Taylor (Mill), vertritt JS Mill feministische Ansichten. Er fordert ebenso das Frauenwahlrecht wie ein Scheidungsrecht. Auch untersucht er als einer der ersten sozialwissenschaftlich die Unterdrückung der Frau.

Old sheep face

Bild: Old sheep face. Von: By Roger Green from UK (Old Sheep) [CC BY 2.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/2.0)], via Wikimedia Commons
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 05, 2016 01:55 PM

December 22, 2015

Iberty

"Ich habe Zeit gespendet, und zwar nicht zu knapp! "

Wer es noch nicht gesehen hat. Ein schönes Interview von Geolina im Deutschlandfunk zum Thema Wikipedia, Wikimedia, Spenden und Wertschätzung:

Wikipedia-Autorin wünscht sich mehr Wertschätzung



Finnish anti-vegetation task force on a Baltic sea island
Bild: Finnish anti-vegetation task force on a Baltic sea island. These sheep, owned by the government of Finland, keep the meadows from turning to thickets. By Hansenit [CC BY 2.0], via Wikimedia Commons
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at December 22, 2015 10:00 AM

December 13, 2015

Iberty

Wikipedianer wandeln durch Weltstadt: KNORKE wird 10

Ach, was waren das für Zeiten im Jahre 2005. Die Wikipedia war klein und die Welt war groß und aufregend, sondern auch danach was vor der eigenen Haustür passiert. Dabei ging es nicht nur um abstrakte Konzepte, tote alte Männer und den Stoff der Schullehrbücher. Zum Wissen der Welt gehört auch Wissen über das persönliche Umfeld, das pralle Leben direkt vor der eigenen Haustür oder in U-Bahn-Nähe entfernt.

Hermannstraße (Rixdorf) Apollo-Theater-Garten anno 1900 AK gemeinfrei Ort des erstes KNORKES: die Hermannstraße.

Neben den Artikeln über Philosophie und Physik oder Barock und Bariton entstanden auch Artikel über das eigene Umfeld. Gerade in Berlin ist dieses Umfeld nicht immer hübsch und geleckt, sondern auch mal rauh und nicht für jeden Stadtführer geeignet. So um 2005 beschlossen verschiedene Berliner (unter anderem Cornelius, Achim., Lienhard, Rainer) einen Artikel über eine Straße zu schreiben: die Hermannstraße ist eine Hauptstraße in Neukölln und sie macht alles aus, was eben auch Neukölln ausmacht: historische Friedhöfe, sozialer Brennpunkt, Fahrradfahren im Slalomverkehr, lebendiges Leben des Kleingewerbes und jede Menge Casinos und Cafes.

Wenn man über eine Straße schreibt, die vor der eigenen Haustür liegt, liegt es nahe, sich diese auch einmal persönlich anzuschauen. Und wenn man zusammen am Thema schreibt, liegt es nahe, sich die Straße zusammen anzuschauen. Der erste wikipedianische Stadtbegehung war geboren. Am 4. Dzember 2005 fand die erste "KNORKE"-Tour der Wikipedia statt. Der Benutzer Marbot war noch nicht als der Meister des perfekten Protokolls dabei, der er später werden sollte, so dass die schriftlichen Überlieferungen sind spärlich, was aber erhalten blieb war:

Im Handwerkerstübchen rund 1 Meter hoher Cappuccino mit zwei Meter Sahne drauf und gefühlten 68 Keksen rundrum für schlappe 1,50 oder so und so weiter ..

Was auch immer genau bei jener legendären Tour sonst geschah: der Artikel über die Hermannstraße wurde zu einem Artikel ausgebaut, der innerhalb der Wikipedia als Qualitätsartikel gilt(*) und es machte Lust auf mehr.

Wannsee29 KNORKE on Tour: Hier auf dem Weg zum Wannsee. Bild: Jcornelius CC BY-SA 2.0 de, via Wikimedia Commons

Bereits am 26. Februar 2006 folgte die zweite Tour (Hackescher Markt) und einen Monat später der dritte Anlauf (Prenzlauer Allee). Betreut, gepflegt und koordiniert von Cornelius und Lecartia fanden innerhalb des ersten Jahres 10 KNORKES von Wannsee/Kladow über die "Rote Insel" in Schöneberg, den Beusselkiez in Moabit bis hin zum Osktkreuz statt. In den folgenden Jahren sank und stieg die Begeisterung.KNORKE-Touren gab es unter anderem im Bayerisches Viertel, im Zillekiez, Links und Rechts vom Ku'damm, zu den AEG-Fabriken auf dem Wedding/Humboldthain, nach Friedrichshagen durch das Botschaftsviertel, rund um das Autobahnkreuz Schöneberg, wir folgten den 1920ern in Schöneberg-Nord und erkundeten zuletzt Mariendorf. Zusätzlich fanden Sondern-KNORKES mit Adventsessen oder Spieleabend statt.

Der KNORKE-Enthusiasmus folgte dabei wage den Rhythmus der Wikipedia. Nach enthusiastischen Aufbrauchsjahren und schneller Expansion, spielte es sich danach etwas ein und verlor etwas an Energie. Insgesamt gab es 48 KNORKES in stark wechselnder Frequenz:

2005: 1 Tour
2006: 9 Touren
2007: 8
2008: 12
2009: 6
2010: 2
2011: 2
2012: 4
2013: 2
2014: 2
2015: 0
2016: 1 (bisher geplant)

Karte Berlin LandnutzungBerlin, Berlin, wir laufen durch Berlin. Bild: By Maximilian Dörrbecker (Chumwa) CC BY-SA 2.0 or ODbL, via Wikimedia Commons

Die Touren verliefen dabei recht unterschiedlich. Allen gemein ist: jemand lädt auf der KNORKE-Hauptseite ein, dann kommen Menschen und man läuft zusammen offenes Augens und wachen Geistes durch die Stadt. Mal sind es lange Waldwanderungen mit seltenen Kurzpausen wie bei Lienhards Tour durch die Morellenberge im Berliner Westend. Mal gibt es historisch erschlossenes in dichter Folge wie beispielsweise die Tour durch das Schloss Charlottenburg mit Achim, Cornelius und Ralf, mal sind es Touren ins wahre Leben selbst, "Berlin in your face" geradezu wie die KNORKE-Pioniertat in der Hermanstraße, Ralfs Führung durch die Potsdamer Straße oder Denis' Tour durch den szenigen Schöneberger Norden. Auf jeden Fall wird viel gekuckt, viel geredet und für eine Gruppe von 5 bis 15 Leuten auch überraschend viel gelaufen.

Ab und an werden in Folge oder Vorbereitung der Tour sogar Wikipedia-Artikel geschrieben und verbessert. Anfangs dokumentierten die KNorkisten sogar, welche Artikel und Bilder entstanden, im Laufe der Gewönung an den Event ließ der Enthusiasmus bei der Dokumentation allerdings nach.

Mal sind die Touren minutiös vorbereitet und geplant, mal gehen alle aus davon aus, dass sie nichts wissen, aber mal neugierig sind (wie zum Beispiel in Reinickendorf) und mal wissen die Mitlaufen auch deutlich mehr als derjenige der die Tour ansetzte. Manchmal glauben die Mitlaufenden auch mehr zu wissen als die Person, die vorbereitete. Das wird dann oft etwas anstrengend.

Berlin Wedding bayer parkhaus 14.11.2015 13-40-01 Für das 49. KNORKE folgt die Müllerstraße im Wedding.

10 Jahre KNORKE ist nicht tot. Im Januar geht es weiter mit einer Tour die Müllerstraße im Wedding entlang. Vielleicht klappt im Februar ja zum 50. mal die Jubiläumsausgabe wieder durch die Hermannstraße. Und Berlin ist groß, jeder Berliner entdeckt wohl immer noch regelmäßig komplett neue Stadtteile. Und die Stadt verändert sich: Neukölln 2015 ist nicht mehr Neukölln 2005. Es bleibt spannend.


(*) Wobei ich sagen muss: 2005 fand ich den Hermannstraßenartikel ja super, mittlerweile aber eher gräßlich!

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by dirk franke (noreply@blogger.com) at December 13, 2015 09:42 PM

December 10, 2015

Elya & Raymond

#GLAM – wo stehen wir?

Seit mindestens 2007 Jahren schon bin ich als Wikipedianer im Umfeld der GLAMs (Galleries, Libraries, Archives and Museums) in NRW und speziell in Köln aktiv. Angefangen mit der Bilderspende vom Bundesarchiv. In den Folgejahren dann Vorträge über die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen GLAMs und Wikipedia (inkl. Wikimedia Commons, Wikisource, Wikidata) oder der richtigen Anwendung von […]

by Raymond at December 10, 2015 08:49 PM

November 06, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Transparenz geht auch mit Anonymität

Die Möglichkeit, anonym auf der Wikipedia agieren zu können, ist ein hoher Wert, der vielleicht auch zum beispiellosen Erfolg des Projekts beigetragen hat. Daher rufe ich dazu auf, die Petition

https://www.change.org/p/transparenz-auf-wikipedia-wikitransparenz

NICHT zu unterschreiben.

by KlausGraf at November 06, 2015 06:23 PM

November 02, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

October 26, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

October 18, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Votez pour une liberté de panorama en France!

http://blog.wikimedia.fr/votez-pour-une-liberte-de-panorama-en-france-7883

Frankreich hat leider keine Panoramafreiheit, was unter anderem die Bebilderungsmöglichkeiten der französischen Wikipedia extrem einschränkt.

http://archiv.twoday.net/search?q=panoramafreiheit

The Louvre Pyramid (7308371254).jpg
The Louvre Pyramid (7308371254)“ von Lies Thru a Lens - The Louvre, Paris. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

Steht auf Commons zur Löschung an und wird auf Flickr als Adult Content ohne Einbettungslink bezeichnet.

https://www.flickr.com/photos/44133834@N02/7308371254

by KlausGraf at October 18, 2015 03:35 PM

Ekelhafter Löschwahn

Durch Zufall stieß ich auf die Löschung (2013) von

Friedrich Carl von Savigny (1903–1944)

Löschdiskussion

Ein informativer Artikel zur NS-Geschichte wurde wahnhaften "Relevanzkriterien" geopfert, wie man sich im

Marjorie-Wiki

überzeugen kann.

by KlausGraf at October 18, 2015 01:32 PM

October 15, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Wiki loves monuments hat es nicht so mit der Aktualität

Man muss sich schon auf den ungepflegten Websites ein wenig umschauen, bis man auf Informationen zu den Resultaten von Wiki loves monuments 2015 stößt.

https://tools.wmflabs.org/wlm-stats/

"228909 files by 6629 uploaders from 33 countries"

Stift Altenburg Bibliothek 03.JPG
"Stift Altenburg Bibliothek 03" by Uoaei1 - Own work. Licensed under CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

San Juan de Busa, Oliván, Huesca, España, 2015-01-07, DD 13-20 PAN.JPG
"San Juan de Busa, Oliván, Huesca, España, 2015-01-07, DD 13-20 PAN" by Diego Delso. Licensed under CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

2014 Prowincja Armawir, Wagharszapat, Trzy chaczkary na dziedzińcu przed seminarium duchownym.JPG
"2014 Prowincja Armawir, Wagharszapat, Trzy chaczkary na dziedzińcu przed seminarium duchownym" by Photo: Hons084 / Wikimedia Commons. Licensed under CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons.

by KlausGraf at October 15, 2015 06:53 PM

October 06, 2015

Iberty

Ramos Gin Fizz - für die Enzyklopädie

Das erste mal in der Geschichte der Menschheit trafen sich Wikipedia-interessierte Menschen, um gemeinsam und im Austausch die Cocktail-Artikel in der Online-Enzyklopädie zu verbessern. Erkenntnisse. des Tages: viele neue Teilnehmer; die Cocktail--Interessierten waren unfassbar freundlich; echte Nerds lassen sich auch von einem Raum voller frei-Alkoholika nicht von der Tätigkeit abhalten; ein guter Cocktail ist schon was besonderes. 

Wiki Loves Cocktails logo symbol

Cocktails in der Wikipedia


Was mich an der Wikipedia fasziniert, ist die unglaubliche Vielfältigkeit der Themen und Perspektiven. Was ich sehr schätze, ist, dass dort jedes Thema vom Pizzakarton bis zur UNO-Vollversammlung ernst genommen wird. Die Wikipedia hat den Anspruch hat über alles fair, ausgewogen und mit Hintergrund zu informieren. Dazu gehören auch Nischenthemen wie Cocktails: (fast) jeder trinkt sie, aber die wenigsten kommen über gesundes oder auch seltsames Halbwissen hinaus. Um so dankbarer bin ich dem Benutzer:Mangomix, der sich seit Jahren den Cocktailartikeln annimmt, und versucht diese auf ein lesbares Niveau zu heben. Artikel wie beispielsweise der Old Fashioned sind Mangomix mittlerweile großes Kino. Er schreibt aber nicht nur selbst, sondern hat im Laufe der Zeit ein Projekt in der Wikipedia zu diesem Thema gegründet, dessen erstes Treffen Ende September in Hamburg stattfand: sich über Cocktails austauschen, Cocktails so fotografieren wie sie aussehen sollen und potenziellen Neuautoren Wikipedia vermitteln. Klang spannend, sinnvoll und lecker: also nichts wie hin.

Bildrechte und Tequila


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Royal Bermuda Yacht Club Bild: Ralf Roletschek [FAL], via Wikimedia Commons

Also abends nach der Arbeit in den Zug gefallen und nach Hamburg gefahren. Die Ankunft in der Stadt war irritierend: auf dem Fußweg vom Hauptbahnhof zum Wikipedia-Kontor-Hamburg sind mir mehrfach betrunkene Menschen in Dirndl und/oder Lederhosen entgegengekommen - liebe Bayern, ihr wisst dass der Rest der Menschheit bald nur noch an Saufen denkt, wenn er eine Lederhose sieht?

Aber egal, angekommen im Kontor fühlte ich mich gleich heimisch auf einer Wikipedia-Veranstaltung: es gab einen Powerpoint-Vortrag über Bildrechte; auch wenn es da wenig neues für mich gab, war die Menge der Anwesenden doch spannend: einige Wikipedianer, vor allem aber nicht-Wikipedianer - echte Cocktails-Nerds, die neben ihrem wahrlich enzyklopäidschen Interesse und Wissen über Cocktails auch auszeichnet, dass sie unfassbar nett sind. Es folgt noch ein kleiner Geburtstagschampagner(*) und dann ein Ausflug in den Chug-Club - wie quasi alles an dem Wochenende sehr empfehlenswert - und ein kleiner Mankind (Tequila, Jajapeno, Ananas) zum Abendessen. Um es dann nicht allzuspät werden zu lassen - der Samstag wartete ja schon mit Aufgaben - gingen wir zu halbwegs zivilen Zeiten. Überraschenderweise hatte ich den Eindruck dass wir noch die nüchternsten Anwesenden in einer Freitag-Spätabend-U-Bahn-in Hamburg waren.

Mixen, Schreiben, Fotografieren


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Allzeit bereit. Bild: Ralf Roletschek [FAL], via Wikimedia Commons

Aber wir waren ja nicht zum Feiern da, sondern zum Arbeiten. Am nächsten Morgen folgte der Aufbruch vom Hotel, vorbei an einer nahegelegenen Pferdemetzgerei (hjamm, lecker) und mit der U-Bahn einmal in ein Gewerbegebiet am anderen Ende Hamburgs. In der Bahn dann Unterhaltungen über Dance-Musik, den Salz-/Esseiggurkenäquator quer durch Deutschland und echtes Barbecue in Berlin. Schlußendlich kamen wir bei einem Abfüller und Importeur von Spirituosen und anderen, überwiegend alkoholischen Getränken an, der freundlicherweise die unternehmenseigene Bar und deren Getränkebestand für das Shooting zur Verfügung stellte.

Die Cocktailianer bauten und bastelten, Zutaten wurden gesichtet, Zitronenkisten ausgepackt, Gläser noch einmal abgewischt und kurze Diskussionen über die Relevanz und Wichtigkeit einzelner Cocktails fanden statt. Die Zeit war begrenzt und dank Mangomixes' praktischer Liste der meistgelesenen Cocktailartikel (**) in der Wikipedia wussten wir auch recht gut, wofür die Leserinnen und Leser sich tatsächlich interessieren. Die ersten Cocktails wurden gemixt, nicht ohne Diskussionen über richtige Glaswahl und Garnierung und quasi im Minutentakt durch das Lichtzelt geschoben.

Double straining a cocktail
Doppelt abseihen Bild: von SKopp (Eigenes Werk) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Da das Tempo der Fotografen das Tempo der Mixer überstieg, kam bei der Gelegenheit auch noch das gesamte Bar-Equipment vor die Kamera. Fachbücher waren auch noch vorhanden, so dass Menschen wie ich - der ich der Fotografie-Materialschlacht immer so gar nichts abgewinnen kann - auch noch ein paar nette Artikel schrieben konnte, wie der zum Bronx-Cocktail oder zur Cocktailkirsche. Gleichzeitig war dies natürlich eine gute Gelegenheit zur inspirierenden Recherche: ich sah mfangreiche Recherchen zum Tequila und habe mich selbst mal über Martinez und Royal Bermuda Yacht Club kundig gemacht.

Horses Neck
Horse's Neck Bild: von Cocktailmarler (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0], via Wikimedia Commons

Cocktails wurden natürlich auch getrunken, es wäre ja zu schade gewesen, alles wegzuschütten. Allerdings sind auch größere Teile im Abfluss gelandet - sei es weil diversen Cocktails nach der Fotografiererei untrinkbar warm geworden waren, sei es weil die Leute ja da waren, um Dinge zu tun - und dabei doch eher nüchtern bleiben wollten. Immerhin, es gab Kostproben, und wie es sich gehörte wurden diese rumgereicht und jeder hat mal probiert. Was mir immerhin einen Schluck vom besten Cuba Libre meines Lebens, einen Ramos Gin Fizz (auch der beste, aber nicht schwer, weil der erste) und den bereits erwähnten Royal Bermuda Yacht Club einbrachte.

Und dann hört es auf 


Leider musste ich dann los. Verpasste den Rest des Samstags-Shootings, ebenso wie den - sicher extrem deliziösen - Abend und die Fortsetzung der Veranstaltung am Sonntag. Ein Wiederholen ist auf jeden Fall sehr angebracht!

Wiki loves cocktails
Bild: von UweRohwedder (Eigenes Werk) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

(*) Für die Menschen, die sowas interessiert: alle Getränke auf den Abendveranstaltungen waren privat gezahlt.
(**) Wes es interessiert, und wer zu faul ist zum clicken: die Top 3 im August waren Hugo, Mojito und Caipirina. Jetzt im Herbst (September) sieht es schon wieder anders aus mit Airmail, Mexikaner und Martini und über das ganze Jahre gerechnet ist wohl der Martini der absolute Favorit. <noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at October 06, 2015 06:39 PM

September 26, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Apples Merkel-Ferkel-Panne: Wikipedia-Kompetenz von SP(eien) Online & der gesamten...

Apples Sprachassistentin Siri bezeichnete Angela Merkel für einige Stunden in einem unflätigen Text als Ferkel und Sklavin der USA.

Es ist mir nicht gelungen, bei der Lektüre einiger Meldungen, allen voran von SPIEGEL ONLINE

http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/siri-beleidigt-angela-merkel-gefaelschter-wikipedia-eintrag-a-1054790.html (Kommentare sind nicht möglich)

eine korrekte Darstellung zu finden, auch nicht bei der Suche nach gesichtet bzw. ungesichtet in Kombination mit Merkel Ferkel bei Google News. Ich bin davon ausgegangen, dass wenigstens Heise, wo Torsten Kleinz üblicherweise gut unterrichtet ist, den Mist nicht kolportiert, aber nicht Heinze schrieb den Artikel, sondern ein lbe.

http://heise.de/-2826323

Richtig ist: Die deutschsprachige Wikipedia zeigte in der Normalansicht zu keinem Zeitpunkt den kurzfristig als ungesichtete Version eingebrachten Vandalismus. Genau um solche Pannen zu verhindern, hat die deutschsprachige Wikipedia die sogenannten gesichteten Versionen eingeführt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Gesichtete_Versionen

Das Merkel-Ferkel war natürlich nie gesichtet.

Unangemeldete Benutzer sehen bei Aufruf einer Seite die letzte gesichtete Version, können aber über eine grafische Benutzeroberfläche die aktuelle Version ansteuern und editieren. Gibt es in dem betrachteten Artikel keine als „gesichtet“ markierte Version, so wird die aktuelle angezeigt. Angemeldete Benutzer sehen bei Aufruf einer Seite gleich die aktuellste Version, können aber auch einfach über den Artikel-Reiter zur letzten als „gesichtet“ markierten Version wechseln.

Der Fehler liegt also ausschließlich bei Apple, das den Siri speisenden Bot offenbar als angemeldeten Nutzer agieren lässt und so Inhalte sieht, die dem normalen unangemeldeten Nutzer aus gutem Grund NIE gezeigt werden. Diese entscheidende Information fehlt in allen Medien, die die Merkel-Ferkel-Panne aufgegriffen haben!

Update: Wie sich aus

https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Fragen_zur_Wikipedia&oldid=146416784#.22Merkel-Hetze_auf_dem_iPhone.22

ergibt, nutzt Apple wohl eine API, die die aktuellste Version anzeigt. Die meisten Sprachversionen kennen im übrigen keine gesichteten Versionen.


by KlausGraf at September 26, 2015 11:47 AM

September 14, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

September 07, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

September 04, 2015

Iberty

Wikipedia-Leaks: danke für Deine prompte Antwort

Sniffing fur

Gepostet random und ohne Kontext auf irgendeiner Meta-Diskussionsseite.. und sowas vor dem dritten Kaffee. Wer es nicht bis zum Ende schafft, Euch ist klar "wikipedia ist allgemein bekannt als organ von grosskonzeren zu dienen und bestimmt auch von regierungen da es ja open-source ist."

== Diskussion beendet? == 
− − danke für deine prompte antwort [...]! 
− schön, dass du mich als lügnerin bezeichnest, [...]! weshalb? rein psychologisch gesehen macht es einen gewaltigen unterschied aus ob du ein altes schwarz-weiss bild postest oder ein aktuelles. vorallem mit putin, da - wie bereits erwähnt - dass bild russland, im speziellen jenes putins, arg verunglimpft werden soll. gaddafi wird ja auch als "böser bube" erklärt, also 1+1 für die naiven ergibt leider 2 und sehen somit nur die verbindung putin+gaddafi=böse! − ich pers. finde putin gerade so toll wie eine merkel oder ein obama, also wieso diese unterstellung? kennen wir uns? − wikipedia ist allgemein bekannt als organ von grosskonzeren zu dienen und bestimmt auch von regierungen da es ja open-source ist. wenn du dies nicht weisst, mein beileid. − aber keine bange, ich eröffne kurzerhand ein benutzerkonto und flute wikipedia mal mit der nicht orchestrierten allg. meinung. mal kucken wie viel davon veröffentlicht wird. je nach region wo du dich auf unserem globus befindest wird die wahrheit nämlich anders geschrieben/interpretiert. − krieg ich hierzu keine stellungnahme? schade eigentlich...! <noscript>
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at September 04, 2015 08:53 AM

September 02, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Mit dem Visual Viewer kinderleicht & lizenzkonform Wikipedia-Bilder nutzen

Als Nachtrag zu

http://archiv.twoday.net/stories/1022460901/

sei unterstrichen, dass es dank der Möglichkeit der Größenauswahl nun sehr einfach ist, in einer Online-Publikation einen lizenzkonformen HTML-Code einzubinden. Man muss (siehe den Kommentar dort) allerdings überprüfen, ob tatsächlich der Urheber korrekt genannt wird und entsprechend nachbessern. In der Regel kann man aber den Code unbesehen übernehmen.

Anleitung:

Im Wiki (Wikipedia, Commons) auf das von Commons eingebundene Bild klicken - im schwarzen Bereich des Visual Viewer auf das Sharing-Symbol klicken - die rechte Option (z.B. letzeburgisch: Abannen) wählen - HTML und Größe (häufig ist die mittlere Größe empfehlenswert (letzeburgisch: Mëttel) wählen - HTML-Code in den Quelltext des Beitrags kopieren - fertig!

Wie kommt man am schnellsten zum Visual Viewer auf Commons? Auf "Im Medienbetrachter öffnen" klicken.

Siehe auch
http://archiv.twoday.net/stories/38723599/

Burg Thurant.jpg
Burg Thurant“ von Klaus Graf - Übertragen aus de.Wikipedia nach Commons durch Maksim.. Lizenziert unter CC BY 2.0 über Wikimedia Commons.

by KlausGraf at September 02, 2015 01:42 PM

September 01, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

August 19, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

July 20, 2015

Archivalia (Benutzer:Historiograf)

Iberty

#Wikimania Mexico City - Day 3

Day 3: A BIG BIG Thank you to all the organizers. Esino Lario has a 6 meter Theremin. And: finally: Tequila!

So, goodbye Mexico! Goodbye Wikimania! You were great. So after too many Tequilas, too little sleep and just enough of dancing I apoloize for even more unrthodox orthgraphy and grammar than normally.
 

 Lambada in a (former) church building. The Haifa (Wikimania 2011) closing party has finally found a worthy successor.

The last day. Let's start at the end. The Party was awesome. At a former church building, now some kind of government owned cultural place, there finally was Tequila (and they were not shy on it), many happy people and dance. Mood imrpoved after the DJ switched from Electro-whatever to Latin-Sounds, and oh it was fun. Worth every bit of pain I'm feeling right now :-)

 Did I mention the great food already? 

So again, a BIG BIG Thank you by me to all the organizers, volunteers and whoever made this possible. I have to admit: previous of Wikimania I hesitated a bit if this was really worth all the hassle, the taken vacation days and the money (I got a scholarship - thank you Wikimedia Deutschland, but you always still pay a lot of stuff private as well. But in retrospect it was really worth it.
 
 THANK YOU!


So let's talk about program again.  Sunday was my fanboy day. I started with a talk about the Stanford Encyclopedia of Philosophy - of which I'm a fan for several years now - saw a presentation of the Foundation.Video-guy Viktor Grigas (I've been a fan for years) and a talk by Rebecca, of whom I'm a fanboy as well. 

But first lets talk about a talk I didn't see. While yesterday I complained about the lack of unexpected, unusual and just simply unique and great talks - exactly that seems to have happened. So many people were raving about "My life as an autistic Wikipedian" - clearly the conference highlight.

The Stanford Encyclopedia is in my opinion the best source on Philosophy in the internet since the late 1990s, so I was really curious to see how it is made. On the one hand it was interesting, on the other hand it felt like time travelling to 1997. Nothing has changed there much: from the layout of the encyclopedia to the layout of the slides or that they are talking about CD-Roms.

Viktor showed his neat video about "2014 on Wikipedia" and talked about he liked to make "2015 on Wikipedia" more community based and collaborative. But, as already said in another talk, doing video collaboratively still has enormous technical obstacles in its way.

Rebecca did dome neat playing with data about what grants work and what don't and what's the best way to reach grantees. 
 It is more effective to talk to people at they place where they are.


Stanford encyclopedia.  "This doesn't happen"


And I can't really say that I'm a Jimmy Wales fanboy: but by now, his speech at the closing ceremony felt like home: Yes, it was the same as always, yes, the slides were horrible as always and I'm still not sure about the value of choosing somebody more or less randomly as Wikipedian of the year. But, hey, in this rapidly changing Wikimedia world right now, it gives a sense of continuitiy and belonging,

Change: talked to some people about my perception of change at the Foundation. I'm not the only one feeling this it seems. Some guy "The talked to me. And they were interested what I had to say. This has never happened before." Still a long way to go - and of course I could cite several examples of were it doesn't happen. But after three days still convinved: change for good is real.

And then: Mariachis, Barbacoa, and BIG thank you again to all the totally sweet and helpful volunteers. And for 2016. Need I say more: 
 
 YES!
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by dirk franke (noreply@blogger.com) at July 20, 2015 01:32 PM