de.planet.wikimedia

August 15, 2017

WikiAhoi

Wikiwand: Wikipedia endlich bequem und schön lesen

Haben Sie sich für Wikipedia schon einmal ein schöneres Design gewünscht? Vielleicht ein Layout, das nicht an die 80er-Jahre erinnert, eine andere, größere Schrift, vielleicht einfach irgendeine Veränderung?

Dass sich das Design von Wikipedia seit Langem nicht bemerkenswert geändert hat, hat gute Gründe: Eine große, langjährige Community ist mit dem Design gewachsen und hat sich daran gewöhnt. Warum ändern, wenn es so funktioniert? Schwierig wird es, alle in ein Boot zu holen, wenn es darum geht, Veränderungen umzusetzen. Ist anders, neu immer wirklich besser?

Während die Wikimedia Foundation seit 2010 all ihre Projekte auf der Vector Skin laufen lässt, gab es auch Vorschläge wie Athena, die Wikipedia neu zu designen.

Wikipediaredefined.com ist ein externer Vorschlag einer Werbeagentur, Wikipedia von Grund auf umzudesignen. Die Ansätze sind sehr interessant und auch sehr schön und einen Blick wert.

Browser-Reader Wikiwand

Wikiwand ist ein sehr guter Reader für Wikipedia. Als Browserplugin greift er stark in das angezeigte Layout ein und bietet ablenkungsfreies, angenehmes Lesen der Artikel. Manche Detailinformationen von Seiten fehlen hier naturgemäß, es lässt sich aber jederzeit mit einem Klick auf die Originalseite wechseln.

Wikiwand funktioniert auf Chrome, Safari und Firefox, mobil auf iPhone und in beta auch auf Android. Zufälligen Artikel auf Wikiwand lesen.

Alle Bilder: Wikiwand Presskit

Wikiwand Logo Beispielseite NASA Suche Linkvorschau Inhaltsverzeichnis

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by Sabine Melnicki at August 15, 2017 11:19 AM

August 11, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia auf der „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz am 1. September 2017

Genau. Foto von Melanie Twele, CC BY-SA 2.0

In diesem Jahr findet zum vierten Mal die „Das ist Netzpolitik!“-Konferenz in Berlin statt. Fachleute und Netzcommunity diskutieren hier über die Entwicklung von Netzpolitik in Deutschland und international.
Wir als Verein zur Förderung des Freien Wissens finden den Ansatz gut, im Zuge einer möglichen neuen Regierungskoalition auf Bundesebene ein möglichst breites Spektrum an Diskurs- und Handlungsansätzen vorzustellen. Um Freies Wissen zukünftig für alle zugänglich machen zu können, ist es wichtig, Menschen zu befähigen, dafür selbst aktiv zu werden und einzutreten.

Daher unterstützt Wikimedia Deutschland die Konferenz und ist 2017 mit folgenden Beiträgen dabei:

Zu den weiteren diesjährigen Themen, die ohne Zweifel auch die netzpolitischen Debatten der Zukunft prägen werden, gehören etwa Datenschutz, Regulierung des Internet der Dinge, die E-Privacy-Richtlinie, die Neuordnung des europäischen Telekommunikationsmarktes, die Netzneutralität, Text- und Data-Mining und vieles mehr. Der Vorverkauf zur Konferenz ist gestartet, am Abend wird gefeiert. Wir freuen uns!

by Lilli Iliev at August 11, 2017 11:08 AM

August 10, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 31/2017

Die Wikimedia:Woche 31/2017 wartet mit neuen Gesichtern bei Wikimedia Deutschland auf. Während die eine Konferenz gerade startet, werfen andere Treffen ihre Schatten voraus. Zur Erhebung von Viewzahlen von Video- und Audiodateien auf Commons gibt es nun ein Tool und zur Bundestagswahl 2017 wird es einen Digital-O-Maten geben. Zur Wikimedia:Woche 31/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at August 10, 2017 02:37 PM

August 04, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Die Wikimedia-Bewegung trauert um Bassel Khartabil, Syrischer Wikimedianer und weltweit anerkannter Open-Culture-Aktivist

Die Familie von Bassel erhielt in dieser Woche die Bestätigung von seiner Hinrichtung durch das Syrische Regime im Oktober 2015, also kurz nachdem man ihn aus dem Syrischen Gefängnis verlegt hatte, in dem man ihn gefangen hielt.  Dieser Blogpost von Katherine Maher ist auf englisch im Wikimedia Foundation Blog erschienen. 

Die Wikimedia-Bewegung ist tief getroffen von der Nachricht vom Tod des Community-Mitglieds und Open-Culture-Aktivisten Bassel Khartabil, auch bekannt als Bassel Safadi. Unsere Anteilnahme gilt seiner Familie und seinen Freunden.

Bassel wurde am 15. März 2012 im Rahmen einer Verhaftungswelle zum einjährigen Jahrestag des Syrischen Bürgeraufstandes von der Syrischen Regierung festgenommen. Er galt seit Oktober 2015 als vermisst, nachdem er aus dem Gefängnis von Damaskus verlegt wurde, in dem man ihn gefangen hielt. Wir haben bis zuletzt die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Bassel in Sicherheit sei und schließlich aus seiner Regierungsgeiselhaft befreit würde. Leider teilte seine Frau, die Syrische Menschenrechtsanwältin Noura Ghazi Safadi, in dieser Woche jedoch in einem Statement mit, dass er hingerichtet wurde; bereits kurz nachdem man ihn aus dem Adra-Gefängnis verschleppt hatte. 

Bassil Khartabil, Bild: Joi, Bassel Safadi, CC BY 2.0

Bassel war eine Führungsperson, ein Aktivist und Mitglied zahlreicher Open-Culture-Communitys. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Entwicklung der Open-Source-Bewegung in der arabischsprachigen Welt. Neben seinem Engagement und Beiträgen zu Wikimedia-Projekten – viele davon anonym – war er Projektleiter für Creative Commons Syria, Freund der Global Voices community und ein Fürsprecher für freie Software und ein Beitragender bei Mozilla, Gründer des Aiki Lab Hackerspace in Damaskus und vieles mehr.

Vor seiner Verhaftung arbeitete er beispielsweise an einer virtuellen 3D-Rekonstruktion der antiken Stadt Palmyra in Syrien, bevor diese im Jahr 2016 zu großen Teilen von ISIS zerstört wurde. Seine Arbeit, die antike Stadt zu erhalten, digitalisieren und reproduzieren lebt weiter in den Anstrengungen von #NEWPALMYRA, einer Kollabration von 3D-Modellierenden, Archäologinnen und Archäologen, Kunstschaffenden, Kuratierenden, Entwickelnden, Pädagoginnen und Pädagogen, sowie Aktiven aus Wissenschaft, Journalismus und der Wikimedia-Welt.

2014 würdigte das Europäische Parlament Bassel für die “Öffnung des Internets in Syrien und Verbreitung von Online-Zugang und -Wissen an das Syrische Volk”. Im Jahr 2012 nahm das Magazin Foreign Policy Bassel gemeinsam mit Rima Dali auf Platz 19 der Liste “Top 100 Global Thinkers” auf, dafür, dass beide “allen Widrigkeiten zum Trotz an einer friedlichen Syrischen Revolution festhalten.” Am 21. März 2013 erhielt Bassel den Freedom of Expression Award der Organisation Index on Censorship in der Kategorie “Digitale Freiheit”.

Bassel war im Wikimedia-Movement für seinen grenzenlosen Enthusiasmus und Leidenschaft bekannt, und ermutigte andere stets dazu, sich zu vernetzen, gemeinsam Dinge zu erschaffen und mit der Welt um uns herum zu teilen. Im Jahr 2014 arbeitete er mit einem Freund zusammen, um anonym aus dem Gefängnis zu berichten, in dem man ihn gefangen hielt. in seinem ersten Blogpost für den Blog, Me in Syrian Jail, bestätigte er, dass er für seine Schriften und seine Ideen festgenommen wurde. Trotz aller Gefahr und Schwierigkeiten, durchdringt sein Schreiben ein Gefühl von Triumph, denn “Die Regierung wollte mich zum Schweigen bringen, denn sie ist gescheitert und dieser Blog ist der [Beweis]”. Seine Tweets, die von demselben offline Blog-Projekt stammen, erinnerten uns daran, dass man “das Gefängnis nicht ohne Erinnerungen und Vorstellungskraft bezwingen kann”.   

Genau wie Bassel glauben wir an die Kraft des Schreibens, die Kraft von Wörtern und von Erinnerungen. Jeden Tag nutzen hunderte Millionen Menschen Projekte für Freies Wissen wie Wikipedia, um zu lernen, zu erinnern, und um Neues zu schaffen. Wir profitieren von der Großzügigkeit von Wikimedia-Freiwilligen aus aller Welt, doch nur wenige von uns halten inne um die Herausforderungen zu bedenken, denen sich viele dieser Freiwilligen weltweit stellen müssen. Die Nachricht von Bassels Tod ist eine schmerzhafte Mahnung der Risiken und Schwierigkeiten, denen Menschen ausgesetzt sind, nur, weil sie ihr grundlegendes Recht in Anspruch nehmen, zu teilen und zu lernen.  

Wir glauben, dass alle das Recht haben sollten, frei zu sprechen und sich frei auszutauschen. Wir glauben, dass diese Verpflichtung zu freier Meinungsäußerung, Offenheit und Kreativität an unsere gemeinsame Menschlichkeit erinnern sollte und die Grundlage für eine bessere Welt ist. Die globale Bewegung für offene Kulturen und Freies Wissen ist durch Bassels Beitrag stärker geworden. Wir trauern über diesen großen Verlust und wollen gemeinsam mit seiner Familie, seinen Freunden und seinen Communitys sein Andenken in Ehren halten. Auch in Zukunft verpflichten wir uns den Werten, für die Bassel einstand.

by Jan Apel at August 04, 2017 02:27 PM

Wikimedia:Woche 30/2017

Dieses mal in der Wikimedia:Woche 30/2017: Traurige Nachrichten im Fall Bassel Khartabil, Veröffentlichungen von Wikimedia Deutschland zum Halbjahresbericht im Rahmen des Annual Plan Grant program und zum Digitalen Engagement. Außerdem: Freie Portale stellen auf eigene Lizenzen um und wer noch am Fellow-Programm Freies Wissen teilnehmen möchte, sollte sich beeilen.. Zur Wikimedia:Woche 30/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at August 04, 2017 07:48 AM

August 02, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Der Weg zu den Frauen in Rot

Logo Women in Red

Ein Gastbeitrag von IvaBerlin

Die Eine oder der Andere hat es vielleicht schon mitbekommen – es gibt ein neues Frauenprojekt in der Wikipedia: eine Seite, die auflistet, wie viele Biografien über Frauen in anderen Wikipedia-Versionen schon vorhanden sind, die in der deutschsprachigen Wikipedia noch fehlen. Ist es wirklich ein Frauenprojekt? Nun ja. Es ist ein Projekt, welches den Fokus auf besagte Biografien hat. Wer sich einer solchen „Frau in Rot“ annimmt, bleibt dabei bewusst offen. Wikipedia ist ein Gemeinschaftsprojekt. Was nur gemeinsam wirklich gut funktioniert. Ich glaube jedenfalls, dass das so ist. Und ich glaube auch, dass ich mich damit in guter Gesellschaft befinde.

Rückblende: Angefangen hat alles „schon“ Mitte 2016 auf der Wikimania in Esino Lario. Da begegnete ich den Women in Red zum ersten Mal. Der Titel des englischsprachigen Projekts leitet sich vom Beseitigen von Rotlinks ab, allerdings nicht durch Entfernen der Rotlinks, sondern durch Erstellen der entsprechenden Artikel. Das englischsprachige Projekt ist längst ein internationales geworden und bezieht auch andere Länder und Sprachen mit ein. Da war es nur natürlich, dass es so etwas gern auch in der deutschsprachigen Version der Wikipedia geben sollte. Ein Augsburger und eine Berlinerin machten sich auf den Weg, um das Projekt mit Leben zu erfüllen.

Am 8. Juli gab es dann „endlich“ einen Edith-a-thon rund um die „Frauen in Rot“. Alle interessierten Wikipedianer/-innen und Noch-Nicht-Wikipedianer/-innen waren eingeladen, sich zu beteiligen. Dadurch entstanden innerhalb des Tages insgesamt (mindestens) 24 neue Wikipedia-Artikel über Frauen, was für sich genommen schon ein erfreuliches Ergebnis ist. Zusätzlich spannend fand ich, was „drumherum“ für Gespräche auftauchten:

  • Es wurde festgestellt, dass die Kriterien in den unterschiedlichen Sprachversionen der Wikipedia unterschiedlich stark ausgeprägt sind.
  • Wir redeten mit Vorbeikommenden darüber, was es mit dem lokalen Standort in München auf sich hat.
  • Es wurde über Töchter, Söhne und Persönlichkeiten einer Stadt nachgedacht.
  • Wir überlegten gemeinsam, welche Berufsgruppen wie auftauchen sollten.
  • Frauen und Männer beteiligten sich erfreulich paritätisch an der Veranstaltung.

Es wird sicher eine Fortsetzung geben. Wann auch immer und wo auch immer. Erst mal sei dies der Bericht über die bereits erreichten Ergebnisse.

Möglichkeiten zur Mitarbeit in der Wikipedia:

by Jonas Sydow at August 02, 2017 03:01 PM

July 31, 2017

DaB.

Kurier: Kritzolina ist nun Community Advocate

Wie uns CSteigenberger mitteilt, bekleidet sie seit Anfang Juli eine Position als Community Advocate bei der WMF.

by DaB. at July 31, 2017 12:33 PM

July 30, 2017

DaB.

Zukunftsprozess WMDE

Wie uns Tim Moritz Hector als Präsident von WMDE mitteilt hat der Verein begonnen sich – wieder einmal – über die Zukunft von WMDE Gedanken zu machen. Aktuell befragt er dazu externe Dritte, aber in ein paar Monaten dürfen auch wir Normalos uns zu Wort melden.

Meiner Meinung nach sind solch weit-reichende Planungen Zeitverschwendung, weil sie durch die Wirklichkeit eh schnell überholt werden; ich wollte euch aber trotzdem in Kenntnis setzen.

by DaB. at July 30, 2017 12:32 PM

July 27, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia Deutschlands Zukunft gemeinsam gestalten

Präsidium und Vorstand von Wikimedia Deutschland möchten in den nächsten Monaten in einen Dialog über große Zukunftsfragen des Vereins treten– mit allen, die dazu etwas beitragen wollen. Alle Infos und regelmäßige Updates zum Thema veröffentlichen wir im Meta-Wiki.  

Warum ein Zukunftsprozess?

Freies Wissen verändert sich. Fortwährend. Der Konsum und die Produktion von Wissen und die Gründe, aus denen Menschen nach Wissen suchen und Wissen schaffen, verändern sich ebenso wie die Perspektive der Menschen auf dieses Wissen. Im Wandel begriffen sind auch gesellschaftliche Organisationen, die Wissen bereitstellen (Museen, Archive, Bibliotheken), die zunehmend auf die Digitalisierung reagieren. Und, nicht zuletzt, verändern sich Formate, in denen Wissen bereitgestellt wird: Strukturierte Daten, Multimedia und Virtual Reality waren wichtige Entwicklungen der letzten Jahre.

Mit dem Freien Wissen verändern sich auch die Wikimedia-Projekte. Die Wikipedia, ihre Schwester-Projekte – von Wikidata über die Mediendatenbank Wikimedia Commons bis hin zum freien Reiseführer Wikivoyage – und ihre Freiwilligen-Communities wandeln sich. Sie reifen, passen sich dem Umfeld an, werden anders genutzt und reagieren auf Veränderungen. Die gesamte Wikimedia-Bewegung, Wikimedia-Organisationen und Communities aus aller Welt verändern sich und suchen seit diesem Jahr im „Movement Strategy Prozess“ Antworten auf die Frage „Was möchten wir bis zum Jahr 2030 gemeinsam aufbauen und erreichen?“. Und damit verändert sich natürlich auch Wikimedia Deutschland als Organisation. Der Verein entwickelt sich mit dem Umfeld, das er fördert, mit: Er wächst und hat in diesem Jahr die Schwelle von 50.000 Mitgliedern überschritten. Er nimmt neue Beschäftigungsfelder auf, stellt andere, weniger Erfolg versprechende ein und befindet sich so in einem ständigen Wandel.

Wir im Präsidium begreifen Veränderung als etwas Gutes. Wir wollen, dass unsere Organisation gesellschaftliche Veränderung erreichen und nachhaltig wirken kann. Und wir wollen, dass sich Wikimedia Deutschland in einem verändernden Umfeld bewusst positionieren kann – nicht nur reagiert, sondern aktiv gestaltet. Wir wollen, dass wir selbst als Organisation diese Veränderungen steuern. Wir wollen nicht von Veränderungen überrascht werden und passiv sein, sondern aus eigenem Antrieb heraus gemeinsam mit unseren Partnern Dinge bewegen.

Um das zu erreichen, müssen alle Teile der Organisation in den Austausch treten: Präsidium, Vorstand, Hauptamtliche, Ehrenamtliche, Mitglieder und Partner. Wir müssen fragen: Wofür stehen wir als Verein? Welche Kompetenzen haben wir: In welchen Bereichen sind wir exzellent, in welchen haben wir Schwächen? Wohin soll die Reise gehen? Welche Chancen bieten uns die oben beschriebenen Veränderungen, aber welche Risiken sind damit auch verbunden? Wo können wir die größte gesellschaftliche Veränderung erreichen, und dabei gleichzeitig unser Kerngeschäft im Auge behalten?

Was ist schon passiert?

Die strategischen Grundlagen, die durch das Präsidium in der Vergangenheit verabschiedet worden waren (das „Strategiepapier 2014–2018“ und die Leitmotive), haben an Aktualität verloren und geben uns als Präsidium genauso wie der Organisation nicht mehr die Orientierung, die wir alle brauchen, um unsere Kräfte zu bündeln. Sie sind deswegen nicht schlecht oder unbrauchbar und große Teile, die darin enthalten sind, sind auch nach wie vor richtig und wichtig. Die Papiere sind aber in ihrer Gesamtheit aus der Zeit gefallen. Wikimedia Deutschland hat sich seit der Verabschiedung dieser Papiere entwickelt: Wir sind mehr Mitglieder und mehr Mitarbeitende, wir haben teilweise andere Ansätze, wir arbeiten enger mit Partnern innerhalb und außerhalb des internationalen Wikimedia-Movements zusammen, neue Projekte sind hinzugekommen, andere eingestellt worden.

Darum haben wir die Gültigkeit dieser Papiere im Präsidium, nachdem wir sie einem ausführlichen Rückblick unterzogen haben, auf unserer Sitzung im Mai aufgehoben. Gleichzeitig haben wir beschlossen, den Text „Vision, Mission und Werte“, den das das 4. Präsidium zum Ende seiner Amtszeit beschlossen hat, auch für unser Handeln als 5. Präsidium anzunehmen. Daraus kann das Präsidium so lange Orientierung ziehen, bis wir gemeinsam neue Antworten gefunden haben und wir laden euch ein, diesen Text ebenfalls als Orientierung und Gedankenanstoß zu der Vision, der Mission und den Werten des Vereins zu begreifen.

Was kommt jetzt?

Wikimedia Deutschland ist für die nächste Zeit gut aufgestellt, mit Blick auf unsere Ressourcen und auf unsere Ausrichtung für 2018. Die Stimmung im Verein ist positiv – das spüren wir auf den Mitgliederversammlungen und in den Gesprächen, die wir mit euch allen regelmäßig führen. Im Präsidium finden wir, das ist ein guter Zeitpunkt, um Antworten auf die oben aufgeworfenen Fragen für die Zeit danach zu erarbeiten. Wir wollen mit allen gemeinsam vorgehen: Präsidium, Vorstand, Mitarbeitenden, Mitgliedern, Ehrenamtlichen und Partnern, kurz: alle, die etwas beizutragen haben, sollen einbezogen werden.

In eine Diskussion großer Zukunftsfragen einzusteigen und gute Beteiligungsformate für alle wichtigen Gruppen in unserem Verein zu entwickeln, verlangt eine gute Vorbereitung. Der Präsidiumsausschuss Strategie plant aktuell das weitere Vorgehen: Wir vergleichen im Ausschuss gemeinsam mit Abraham, unserem geschäftsführenden Vorstand, und mit Moritz, unserem Präsidiumsreferenten, über den Sommer hinweg verschiedene Vorgehensweisen und sprechen auch mit externen Beraterinnen und Beratern, um das bestmögliche Verfahren für uns zu finden. Sobald wir uns hier für einen Ansatz entschieden haben – voraussichtlich im September – melden wir uns wieder mit neuen Informationen. Das passt dann auch gut zum aktuell laufenden internationalen „Movement-Strategy-Prozess“, der nach der großen jährlichen Wikimedia-Konferenz „Wikimania“ in Montreal erste Ergebnisse vorbringen wird. Dem wollen wir nicht vorgreifen, sondern im Gegenteil dessen Ergebnisse auch für unser Vorgehen nutzen und darin berücksichtigen.

Alle Schritte des weiteren Vorgehens und regelmäßige Updates veröffentlichen wir im Meta-Wiki.

Mit herzlichen Grüßen,

Tim Moritz Hector (für das Präsidium)
Abraham Taherivand (Geschäftsführender Vorstand)

by Tim Moritz Hector at July 27, 2017 04:25 PM

Wikimedia:Woche 29/2017

Die 29. Ausgabe der Wikimedia:Woche des Jahres kommt dieses Mal mit Neuigkeiten aus dem britischen Parlament, zu Frauen in der Wikipedia und zu kleinen Sprachen um die Ecke. Außerdem: Die Wikimedia Foundation setzt auf künstliche Intelligenz, neue Newsletter warten auf Leserschaft und bei Wikimedia Deutschland ist wieder eine offene Stelle zu besetzen. Zur Wikimedia:Woche 28/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at July 27, 2017 03:08 PM

July 26, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Position zur Stärkung des digitalen Engagements

Der folgende Text stellt die Kurzfassung der Position von Wikimedia Deutschland zur Stärkung des digitalen Engagements dar (Link zur Position).

 

Digitales Engagement ist ein noch recht junges Phänomen, ermöglicht durch das Internet und die Digitalisierung weitreichender Bereiche unserer Gesellschaft. So engagieren sich die Ehrenamtlichen der Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte in ihrer Freizeit für freie Inhalte, schreiben Artikel oder fotografieren. Leider wissen immer noch zu wenige Menschen außerhalb der Wikimedia-Projekte, dass deren Inhalte durch digital Engagierte geschaffen werden.

Durch die Verbreitungswege des Webs, die Beteiligung vieler Menschen und neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit kann durch digitales Engagement Großartiges für die Gesellschaft geleistet werden und häufig auch sehr schnell auf aktuelle Entwicklungen reagiert werden. Hier sind einige Beispiele für die Bedeutung des digitalen Engagements in den Wikimedia-Projekten, stellvertretend für all die anderen wichtigen digitalen Projekte:

  • Auf Wikimedia Commons stehen über 40 Millionen freie Mediendateien zur Verfügung.
  • Wikidata umfasst mehr als 29 Millionen Datensätze.
  • Die deutschsprachige Wikipedia bietet ein umfassendes Wissen mit über 2 Millionen Artikeln.
  • Im Rahmen des weltweit größten Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments wurden 2016 allein innerhalb eines Monats im deutschsprachigen Raum 39.000 Bilder eingereicht.

Es ist an der Zeit, dass nun auch in Politik und Gesellschaft ein Bewusstsein für die große Bedeutung des digitalen Engagements geschaffen wird und Engagierte in diesem Bereich in ihrem Beitrag angemessen gewürdigt und unterstützt werden. Wikimedia Deutschland hat daher in Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen der Wikimedia-Projekte die folgenden fünf Forderungen für die Stärkung des digitalen Engagements in Deutschland erarbeitet.

  1. Gleichberechtigte Anerkennung des digitalen Engagements auf Augenhöhe mit anderen Arten ehrenamtlicher Tätigkeiten.
  2. Ermöglichung von Partizipation und Vielfalt im digitalen Raum zur Mitgestaltung der Gesellschaft.
  3. Gewährleistung der Verfügbarkeit freier Inhalte, um offene Zugänge zu Wissen, Mediendateien und Daten zu erreichen und gemeinsames Engagement zu erleichtern.
  4. Ausbau der Forschung, um mehr Wissen darüber zu gewinnen, wie die Entwicklung günstiger Rahmenbedingungen für das digitale Engagement effektiv gestaltet werden kann.
  5. Weiterentwicklung und Aufbau staatlicher Förderprogramme zum digitalen Engagement.

 

Hier geht es zur ausführlichen Fassung der Position.

 

by Julian Fischer at July 26, 2017 07:39 AM

July 25, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Datenpartnerschaften mit Wikidata: beaTunes

This blogpost is also available in English.

Datenpartnerschaften bei Wikidata können verschiedene Formen annehmen. In Form von Datenspenden können Institutionen, Organisationen und Einzelpersonen Inhalte zu der freien Wissensdatenbank beitragen, aber Nachnutzungen von Daten ist genauso interessant, denn auch sie tragen zu dem Ökosystem des Freien Wissens bei und geben mehr Menschen mehr Zugriff zu mehr Wissen.

beaTunes ist eine Anwendung für den Mac, mit der man Playlisten für die eigene Musiksammlung erstellen kann. Die Anwendung benutzt Wikidata auf vielfältige Art und Weise zur Anreicherung der Musikdaten.

Die freie Lizenz von Wikidata erlaubt auch die kommerzielle Nachnutzung. Wir haben mit Hendrik Schreiber von beaTunes darüber gesprochen, wie Wikidata in einem kommerziellen Software-Produkt zum Einsatz kommt.

Kannst du dich kurz vorstellen?

Hendrik Schreiber Foto: Pascal Nordmann CC BY-SA 4.0

Ich bin ein unabhängiger Software-Entwickler mit fast zwanzigjähriger Berufserfahrung. Ich wohne in Köln und habe mich auf Music Information Retrieval (MIR) spezialisiert.

Was ist beaTunes? Wie funktioniert es und welche Probleme löst es?

Vor mehr als zehn Jahren habe ich beaTunes als Projekt zum Spaß angefangen zu schreiben. Zu der Zeit hatte ich mehrere Jahre als selbstständiger Dienstleister in der Software-Entwicklung gearbeitet und fühlte mich vom täglichen Geackere ein bisschen ausgebrannt. Ich wollte einfach mal etwas Kreatives zum Spaß machen. So kam ich auf die Idee, ein Tool für intelligente Musikbibliotheksverwaltung und Audio-Analyse zu schreiben. Die erste Version war nur auf Englisch und lief exklusiv auf OS X. Java war als Programmiersprache erste Wahl für mich. Damals glaubte ich noch an Steve Jobs berühmtes Versprechen, dass der Mac die beste Java-Plattform aller Zeiten werden sollte. Naja, das lief dann irgendwie anders, wie wir wissen.

Mit den Jahren wurde beaTunes dann mehr als ein Hobby und ist mittlerweile zu meinem Hauptberuf geworden.

Wofür kann beaTunes eingesetzt werden?

Mit Konsistenzchecks und als Referenzdatenbank können Metadaten, die in Textform vorliegen (Künstler, Album, Titel) ergänzt werden. Die Datenbank enthält einen Mix aus Benutzerbeiträgen und Daten aus Quellen wie MusicBrainz und Discogs (Identifikationsnummern für MusicBrainz und Discogs sind beide in Wikidata verlinkt). Aber Text-Metadaten sind nur ein Teil der Geschichte. Andere wichtige musikalische Eigenschaften sind Tonart, Tempo (BPM), Klangfarbe, Lautstärke usw. Diese Eigenschaften kann beaTunes direkt aus dem Audiosignal extrahieren. Wenn man Playlisten mit ähnlich klingenden Songs erstellen will, ist das ungemein hilfreich. Und das ist dann auch gleich die dritte Hauptfunktionalität: mit umfassenden Metadaten toll klingende Playlisten erstellen.

Das bedeutet, dass beaTunes eine ziemlich diverse Benutzerschaft anspricht. Allen ist natürlich gemein, dass sie Musik lieben. Aber einige wollen Metadaten vervollständigen, andere brauchen gute Tonart- und Tempoerkennung für ihren nächsten DJ-Auftritt, weil die Beats und Harmonien aufeinander abgestimmt werden müssen. Und dann gibt es noch eine Gruppe, die fit bleiben wollen und Stücke entdecken will, die zu ihrem Lauf- oder Radfahrrhythmus passen.

Welche Probleme löst Wikidata für dich? Wie bist du auf Wikidata gestoßen?

beaTunes benutzt Wikidata in verschiedenerlei Hinsicht.

Wenn Metadaten manuell editiert werden, werden andere Schreibweisen und zusätzliche Daten aus unterschiedlichen Quellen einbezogen. beaTunes ist sozusagen eine Rechtschreibkorrektur, die auf Musik-Metadaten spezialisiert ist. Wikidata ist eine der Referenzquellen. Dadurch, dass Wikidata nach  MusicBrainz- und Discogs-IDs durchsucht werden kann, funktioniert das ziemlich direkt und einfach. Weil Wikidata den Zugriff auf Daten in  DBpedia oder Wikipedia so einfach macht, wird Wikidata auch benutzt, um Zusatzinformationen zu Alben, TV-Sendungen oder Filmen nachzuschlagen — beaTunes zeigt einfach einen Anrisstext aus dem entsprechenden Wikipedia-Artikel an.  Da Informationen in Wikidata typisiert vorliegen, ist das alles ziemlich hilfreich bei der Vermeidung von Mehrdeutigkeiten.

Neben Daten in Textform aus dem Wikiversum verwendet beaTunes auch Datenbeziehungen. Wikidata wird benutzt, um ähnliche Künstler nachzuschlagen, Künstler aus der gleichen Region, die Musik in einem bestimmten Genre produzieren und zu einer bestimmten Zeit aktiv sind oder waren. Zusätzliche Informationen wie Bandmitgliedschaften können ebenfalls herangezogen werden. Um dann abschließend eine Rangliste der Künstler zu erstellen, die nach diesen Kriterien gefunden wurden, benutzt beaTunes einen einfachen Machine-Learning-Algorithmus.

Last but not least: beaTunes benutzt Wikidata, um Fragen zu Genre-Beziehungen zu beantworten. Weil Wikidata eine Subgenre-Beziehung herstellt, kann leicht erschlossen werden, dass Hard Rock ein Subgenre von Rock ist, aber Calypso nicht. Die Genre-Verknüpfungen haben auch dazu geführt, dass ich Wikidata entdeckt habe. Ich habe versucht, Beziehungsgraphen von Genres aus einer anderen Datenbank zu erschließen und brauchte einen „objektiven“ Referenzgraphen.  Bei der Erschließung habe ich sowohl Wikidata als auch DBpedia  benutzt (siehe http://www.tagtraum.com/learned_ontologies.html). Wikidatas klare Struktur sprach mir sehr zu.

Bist du zufrieden mit der API, dem Datenbestand, der Dokumentation? Hast du Wünsche für mögliche Weiterentwicklungen?

Mehr semantische Daten zu Musik fände ich ganz toll. Alle Beatles-Songs liegen zum Beispiel fertig annotiert vor, mit Tonart, Akkorden, Tempo etc.(siehe http://isophonics.net/content/reference-annotations-beatles). Die Daten sind bereits alle da, sie sind nur von Wikidata aus noch nicht abfragbar.

Freies Wissen und kommerzielle Produkte — das muss kein Widerspruch sein, auch wenn es für viele Menschen nicht der erste Gedanke ist, der ihnen in den Sinn kommt. Wie stellt sich für dich die Arbeit mit Materialien unter freien Lizenzen dar? Wie können beide Seiten voneinander profitieren?

Zunächst einmal bin ich unglaublich dankbar für die freien Daten da draußen. Nicht nur Wikidata, auch Projekte wie MusicBrainz und AcousticBrainz. Sie alle sind unglaubliche Schatzkästchen Freien Wissens, die auf Nachnutzung warten. Je mehr interessante Anwendungen wir dafür haben, desto mehr Aufmerksamkeit bekommen sie und desto besser wird auch das Ökosystem des Wissens. Öffentliche Wharnehmung, ob von kommerzieller oder freier Seite, ist notwendig für den Erfolg von freien Daten.

Nebenbei bemerkt kann die Nachnutzung freier Daten in einem Produkt auch zu Verbesserung der Datenbasis beitragen. Für beaTunes habe ich gerade ein kleines Plugin veröffentlicht, mit dem man extrem einfach Beiträge zu AcousticBrainz hinzufügen kann (siehe http://blog.beatunes.com/2017/06/acousticbrainz-plugin-available-now.html). Und für Wikidata hat beaTunes die Funktion “Open in…”  mit der man die Wikidata-Seite zu dem markierten Song oder Künstler öffnen kann. Wenn jemand etwas beitragen will, ist er oder sie damit genau am richtigen Startpunkt. Daten fließen also nicht nur in eine Richtung. Auch eine kommerzielle Anwendung wie beaTunes kann so zu der freien Wissensdatenbank beitragen.

by Jens Ohlig at July 25, 2017 02:09 PM

Data Partnerships with Wikidata: beaTunes

Dieser Beitrag ist auch auf Deutsch verfügbar.

Wikidata data partnerships happen in many ways. While data donations are a way for institutions, organisations or individuals to contribute content to the free knowledge-base, re-use of data in applications is just as interesting as it contributes to the eco system of Free Knowledge and thus gives more people more access to more knowledge.

beaTunes is an application for the Mac that lets you build playlists for your music collection. It uses Wikidata in various ways to enrich the application.

The free license for Wikidata allows commercial re-use as well.  We talked with Hendrik Schreiber of beaTunes about how to use Wikidata in a commercial software product.

Can you introduce yourself?

Hendrik Schreiber Foto: Pascal Nordmann CC BY-SA 4.0

I’m an independent software developer with almost 20 years of professional experience. I live and work in Cologne and my main interest is Music Information Retrieval (MIR).

What is beaTunes? How does it work and what problems does it solve?

I started coding beaTunes more than ten years ago as a just-for-fun-project. At the time I had spent multiple years working as a contractor and felt a little burned out from the daily grind. I just wanted to create something fun. So the idea of a smart music library management and audio analysis tool was born. The first version was in English only and would run exclusively on OS X. The language of choice was Java. Back then I still believed Steve Job’s famous promise that the Mac will be the best Java platform ever. Well, we all know how that turned out.

Over the years, beaTunes became more than just a hobby and is now my main occupation.

So what is beaTunes good for?

It can help fix textual metadata (artist, album, title, etc.) using consistency checks and a reference database. That database is powered by a mixture of user submissions and data from third parties like MusicBrainz and Discogs (both MusicBrainz and Discogs ids can be found in Wikidata). But textual metadata is only half the story. Other important musical features are tonal key, tempo (BPM), timbre, loudness, etc. These are properties that beaTunes can extract straight from the audio signal. They come in handy when you want to build playlists of similar sounding songs. And that’s essentially the third main functionality: using comprehensive metadata to create great playlists.

This means that beaTunes appeals to a quite diverse group of users. Of course they all love music. But some really just want to fix their metadata, others need a good key and tempo detection for their next DJ gig, because they use beatmatching and harmonic mixing. And yet another group likes to work out to music and wants to find tracks that match their running or cycling pace.

What kind of problems does Wikidata solve for you? How did you discover Wikidata?

beaTunes uses Wikidata in multiple ways.

When a user manually edits song metadata, alternative spellings and additional data is fetched from different sources. beaTunes essentially acts like a smart spellchecker specialized on music metadata. Wikidata is one of the reference sources. The fact that Wikidata is searchable via MusicBrainz and Discogs ids makes this very straight forward and easy. Because Wikidata makes it so easy to access DBpedia or Wikipedia data, it is also used when looking up additional a information on albums, TV shows or movies—beaTunes simply displays the first couple of sentences of the corresponding Wikipedia article. The fact that information on Wikidata is typed is very helpful here and helps with disambiguation.

Besides using plain textual data from the Wiki universe, beaTunes also exploits relationships. It can use Wikidata to look up similar artists, by searching for artists from a region, producing music in a certain genre and having been active during a particular time. Additional information like band membership, influencers etc. can also be taken into account. For the final ranking of artists found this way, beaTunes uses a simple machine learning approach.

Last but not least: beaTunes uses Wikidata to answer questions about genre relationships. Because of the subgenre relationship between Wikidata genres, it is easy to reason that Hard Rock is a subgenre of Rock, but Calypso is not. And genre relationships are what helped me discover Wikidata. I was trying to learn genre relationship graphs from another database and needed an “objective” reference graph. In my evaluation I used both Wikidata and DBpedia (see http://www.tagtraum.com/learned_ontologies.html). Wikidata’s clear structure was very appealing to me.

Are you happy with the API, the data we provide, the documentation? Do you have a request for a feature or an improvement we could work on?

I would love to see more semantic data about music. E.g. all Beatles songs are completely annotated with key, chords, tempo, etc. (see http://isophonics.net/content/reference-annotations-beatles) The data exists, it’s just not reachable from Wikidata yet.

Free knowledge and commercial products — it’s not a contradiction, but not what many people may have in mind. How does working with material under a free license work for you? How can both sides benefit from each other?

First of all I’m extremely grateful for all the free data out there. And not just Wikidata, but also projects like MusicBrainz and AcousticBrainz. They are amazing treasure troves of knowledge waiting to be used. And that’s the thing—without someone who actually uses the data, it’s worthless. So the more interesting applications we have out there, the more attention we get, the better the knowledge eco-system works. Publicity, be it from commercial or free products, is important for free data to succeed.

By the way, using free data in your product can benefit the knowledge base. I have just released a little plugin for beaTunes that makes it extremely easy for users to contribute to AcousticBrainz (see http://blog.beatunes.com/2017/06/acousticbrainz-plugin-available-now.html). And for Wikidata, beaTunes has this “Open in…” function, that lets you open a Wikidata page for the selected song/artist. If someone wants to contribute, that’s a perfect starting point. So the data does not only flow in one direction. Even a commercial application like beaTunes can contribute to building open knowledge databases.

by Jens Ohlig at July 25, 2017 02:08 PM

July 21, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Koalitionsvertrag Schleswig Holstein: Vielversprechende Pläne, wenig Konkretes zu freier Bildung

Anlässlich der Landtagswahl in Schleswig-Holstein hat das Bündnis Freie Bildung, bei dem WMDE Partner ist, Wahlprüfsteine mit Fokus auf freie Bildung an alle im Landtag vertretenen Parteien verschickt. Nun hat das Bündnis den Koalitionsvertrag im Hinblick auf die Antworten analysiert. Dieser Text erschien zunächst am 19.7. im Blog des Bündnis Freie Bildung.


Kieler Landtag. Foto: Gerd Seidel (Rob Irgendwer), 1693-1708 crop-19-Kiel, Landtag, Parlamentssaal, SH, CC BY-SA 4.0

Wie schon nach der Wahl in Nordrhein Westfalen, haben wir den Koalitionsvertrag für Schleswig-Holstein aus der Perspektive des Bündnisses Freie Bildung analysiert und schauen damit der ersten “Jamaika-Koalition” auf die Finger. Die neue Landesregierung bekennt sich in der Vereinbarung an einer Stelle dezidiert zu OER und möchte sich für die vermehrte Nutzung offener Bildungsmaterialien einsetzen. Dieses Ergebnis ist zunächst nicht so überraschend, da sich sowohl die Grünen als auch die FDP bei der Beantwortung unserer Wahlprüfsteine positiv in Bezug auf die Implementierung freier Bildungsmaterialien geäußert hatten (von der CDU erhielten wir keine Antworten – mit der Begründung, dass wir keine Organisation aus Schleswig-Holstein seien). Was genau mit vermehrter Nutzung gemeint ist und ob damit auch die Erstellung und Verbreitung freier Bildungsmaterialien konkret angestoßen werden soll, bleibt am Ende der Analyse leider offen.

 

“Digitale Bildungsrevolution” angekündigt.
Der Begriff OER findet sich im Kapitel Digitalisierung im Abschnitt “Digitale Bildungsrevolution” wieder. Unter der Überschrift will die neue Landesregierung Schulen, Hochschulen und Weiterbildungseinrichtungen technisch erneuern und den Einrichtungen ermöglichen, ihre inhaltliche, technische und organisatorische Entwicklung selbst zu gestalten. Das klingt grundsätzlich nach einer sinnvollen Maßnahme, aber leider wird hier verpasst, OER direkt mit aktuellen Herausforderungen der Lehrenden zu verknüpfen und damit darzulegen, wie sie damit eine konkrete Unterstützung erhalten können.
Dies hätte z. B. im Themenfeld Inklusion, das ein Schwerpunkt im Bildungskapitel des Koalitionsvertrages ist, geschehen können, denn gerade dort sind Lehrende darauf angewiesen, Bildungsmaterialien an das individuelle Lernniveau der Lernenden anzupassen.
Diese Möglichkeit könnten OER bieten, da sie sowohl durch die Lehrenden als auch durch die Lernenden frei ohne zusätzliche Erlaubnis bearbeitet, weiterentwickelt und weitergegeben werden dürfen. Zudem hatten FDP und Grünen in den Wahlprüfsteinen bereits angekündigt, das Aus- und Weiterbildungsangebot für Lehrkräfte auszuweiten – das findet sich relativ unspezifisch formuliert auch im Koalitionsvertrag wieder. Hier hätten OER explizit thematisiert und damit auf die Agenda gesetzt werden können, denn der Fortbildungsbedarf dazu ist offensichtlich vorhanden. Dabei erscheint es sinnvoll, OER nicht als eigenständiges Modul anzubieten, sondern, wie im Praxisrahmen für OER in Deutschland empfohlen, vielmehr als Bestandteil in andere Fortbildungsstränge zu integrieren – z. B. Medienpädagogik.

 

Open Access: Öffentlich finanzierte Forschung soll frei zugänglich sein
Ebenfalls soll – eingebettet in die Open-Access Strategie – „öffentlich finanzierte Forschung […] im Rahmen der urheberrechtlichen Möglichkeiten für alle zugänglich sein“ (S. 24). Offen bleibt dabei, ob das mit einer eindeutigen Richtlinie unterlegt werden soll, die die wissenschaftlichen Angestellten von Hochschulen vertraglich zu Open-Access-Publikationen verpflichtet. Eine solche Richtlinie würde eine sehr vielversprechende Ausgangslage zur weiteren Entwicklung von Open-Science-Ansätzen schaffen.
Auch der kulturpolitische Fahrplan der Landesregierung birgt Chancen für frei zugängliche Bildungsmaterialien, wobei die sogenannten „digitalen Knotenpunkte“ (S. 109) eine entscheidende Rolle spielen sollen. Öffentliche Kultureinrichtungen wie Bibliotheken, ausgestattet mit offenem WLAN, sollen zu „digital-analogen Lernwelten“ werden.

 

Fazit: Gute Ansätze aber wenig konkrete Vorhaben.
Abschließend lässt sich das Befürworten von freien Bildungsmaterialien, die im Vorfeld der Wahl von zwei der Koalitionspartnerinnen geäußerte wurde, im Koalitionsvertrag nicht an konkreten Vorhaben wiederfinden. Natürlich ist es positiv zu bewerten, dass OER im Koalitionsvertrag explizit genannt werden, aber wenn der Eindruck entsteht, dass damit ein zusätzlicher Arbeitsaufwand für die Akteure verbunden ist, könnten die guten Ansätze in Richtung freier Bildungsmaterialien schnell als Belastung angesehen werden.
Hier muss die Regierung zeigen, dass sie auch bereit ist, durch eine langfristige Finanzierung die Lehrenden und die Institutionen dabei zu unterstützen, OER in den Arbeitsalltag zu integrieren.
Das Bündnis Freie Bildung wird kontinuierlich beobachten, welche konkreten Maßnahmen und Fortschritte die Parteien in dieser Legislaturperiode umsetzen.

 

Lizenzhinweis
„Koalitionsvertrag Schleswig Holstein: Vielversprechende Pläne, wenig Konkretes zu freier Bildung“ von Nils Wach, Lilli Iliev und Valentin Münscher (Wikimedia Deutschland) steht unter der CC-BY-4.0-Lizenz. Für die Nachnutzung reicht als Namensnennung „Bündnis Freie Bildung“. Sofern die Nutzung offline erfolgt, ist an den Hinweis die URL der Lizenz anzufügen: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.

 

by Lilli Iliev at July 21, 2017 08:02 AM

July 20, 2017

DaB.

Kurier: Quora als Quelle in deWP

Kuebi hat im Kurier eine Analyse über die Einbindungen von Quora – einer Frageseite ähnlich gutefrage.net oder stackexchange.com – als Quelle in der deutschsprachigen Wikipedia gepostet. Von den elf Verlinkungen ist wohl nur Eine wirklich sinnvoll, und das auch nicht als Quelle sondern als Weblink auf eine Primärquelle.

So praktisch solche Seiten auch sein mögen – als Quelle oder Referenz für die Wikipedia sind sie zumeist ungeeignet; Kuebis Text zeigt wieder einmal sehr deutlich, wieso.

by DaB. at July 20, 2017 03:45 PM

Kurier: Quora als Quelle in deWP

Kuebi hat im Kurier eine Analyse über die Einbindungen von Quora – einer Frageseite ähnlich gutefrage.net oder stackexchange.com – als Quelle in der deutschsprachigen Wikipedia gepostet. Von den elf Verlinkungen ist wohl nur Eine wirklich sinnvoll, und das auch nicht als Quelle sondern als Weblink auf eine Primärquelle.

So praktisch solche Seiten auch sein mögen – als Quelle oder Referenz für die Wikipedia sind sie zumeist ungeeignet; Kuebis Text zeigt wieder einmal sehr deutlich, wieso.

by DaB. at July 20, 2017 03:45 PM

Kurier: Quora als Quelle in deWP

Kuebi hat im Kurier eine Analyse über die Einbindungen von Quora – einer Frageseite ähnlich gutefrage.net oder stackexchange.com – als Quelle in der deutschsprachigen Wikipedia gepostet. Von den elf Verlinkungen ist wohl nur Eine wirklich sinnvoll, und das auch nicht als Quelle sondern als Weblink auf eine Primärquelle.

So praktisch solche Seiten auch sein mögen – als Quelle oder Referenz für die Wikipedia sind sie zumeist ungeeignet; Kuebis Text zeigt wieder einmal sehr deutlich, wieso.

by DaB. at July 20, 2017 03:45 PM

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 28/2017

Die Wikimedia:Woche 28/2017 macht auf viele neue Gesichter bei Wikimedia UK, España und Deutschland aufmerksam. Zudem sind neue Ausgaben der Signpost, des Wikimedia Research Newsletters und des This Month in GLAM Newsletters erschienen. Neuigkeiten vom Bündnis Freie Bildung und zur Konferenz „Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe“ gibt es auch. Zur Wikimedia:Woche 28/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at July 20, 2017 03:17 PM

July 17, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Online-Konsultation des Telemedienauftrags: Öffentlich-rechtliche Inhalte endlich für alle!

Sag mir, wo die Sendung ist… Bild: Public domain, via Wikimedia Commons

Was hat öffentlich-rechtlicher Rundfunk mit Freiem Wissen zu tun? Wie eine kurze Bestandsaufnahme zeigt, noch immer viel zu wenig – doch das ließe sich ändern. Bei der Verabschiedung des ersten Rundfunkstaatsvertrags im Jahr 1987 war sicherlich nur schwer absehbar, welche Möglichkeiten der Nutzung von Medien heutzutage bestehen würden. Folgerichtig muss die Übereinkunft der 16 Länder über die Aufgaben, Ziele und Grenzen der Arbeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks weiterentwickelt werden. Nachdem auch die internetbasierten Arten der Mediennutzung im März 2007 als Telemedien in den Rundfunkstaatsvertrag aufgenommen wurden, soll dieser auf Antrag der Länder nun erneut reformiert und an die Gegebenheiten einer digitalisierten Welt angepasst werden. Hierfür wurde durch die Rundfunkkommission eine Online-Konsultation zu dem Reformvorschlag angestoßen, auf die wir, als Verein, der die Befreiung von öffentlich finanzierten Medieninhalten vorantreibt, geantwortet haben.

Öffentlich finanzierte Inhalte sollten unbegrenzt und nachnutzbar zur Verfügung stehen

Grundsätzlich begrüßt Wikimedia Deutschland die Idee, die Angebote des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an die digitale Welt anzupassen. Aus unserer Sicht wird aber an entscheidenden Stellen verpasst, den Interessen der Gebührenzahlerinnen und Gebührenzahler gerecht zu werden. So wurden etwa in Bezug auf die sogenannte Depublikationspflicht (= Sendungen dürfen je nach Art nur sehr kurz über die Mediatheken abrufbar bleiben) Formulierungen gewählt, die von der Öffentlichkeit finanzierte Inhalte verschwinden lassen und zudem zu einer Rechtsunsicherheit in Bezug auf die Nachnutzbarkeit und das Teilen öffentlich-rechtlicher Inhalte führen. Auf lange Sicht erschwert das nicht nur die Weiterentwicklung der Telemedien sowie die Einführung neuer Formate, sondern enthält denjenigen, die die Inhalte mit ihren Gebühren ermöglicht haben, den Zugang dazu vor. Während kommerziellen Plattformen wie Youtube und Facebook bereits Rechte an erstellten Inhalten eingeräumt werden, können kleinere und nicht-kommerzielle Plattformen, wie zum Beispiel Wikipedia, öffentlich-rechtliche Inhalte so bisher nicht rechtskonform nutzen.

Die Verantwortlichen bleiben eine Rechtfertigung schuldig, warum öffentlich finanzierte Inhalte der Öffentlichkeit nur zeitlich begrenzt und in nicht-nachnutzbarer Form in den Mediatheken zur Verfügung gestellt werden sollen. Dass hiermit unter anderem Rücksicht auf die Interessen großer Medienkonzerne genommen werden soll, ist weithin bekannt. Belegt ist allerdings aus unserer Sicht nicht ausreichend, dass eine dauerhafte Verfügbarkeit der öffentlich-rechtlichen Medieninhalte eine übermäßige Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Medienangeboten darstellen würde. Wir fordern daher eine Abschaffung der Depublikationspflicht für öffentlich-rechtliche Inhalte sowie ihre Veröffentlichung unter freien Lizenzen, um der Allgemeinheit die Möglichkeit zu geben, auf Grundlage der durch den öffentlich-rechtlichen Rundfunk produzierten Inhalte neue Wissensinhalte erstellen und die bestehenden legal teilen zu können.

Unsere ausführliche Stellungnahme kann hier nachgelesen werden.

Dieser Beitrag wurde von Nils Wach verfasst, der bei WMDE ein Praktikum im Bereich Politik & Recht absolviert.

by Lilli Iliev at July 17, 2017 12:08 PM

July 14, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Datenfitness für Coding-da-Vinci-Datengeber

Wie kommen Kulturdaten in die Coding-da-Vinci-Apps?

Im Herbst startet Coding da Vinci, der Kultur-Hackathon. Wir erwarten viele neue spannende digitalisierte Kulturgüter aus den Museen, Archiven, Bibliotheken und Kunstsammlungen des Landes und sind ganz neugierig auf die Software-Projekte, die aus ihnen gebaut werden. Das kann man sich vorher gar nicht so vielfältig und fantastisch ausdenken, wie es nachher kommt. Das muss man erleben! Veranstaltet wird der diesjährige Programmierwettbewerb von der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung des Landes Berlin und Wikimedia Deutschland. Unsere Partner sind DNK Sharing Heritage, die HTW, das JMB und die OKF. Kulturinteressierte Coder*innen, Entwickler*innen und Designer*innen treffen sich mit Museolog*innen, Archivar*innen und Bibliothekar*innen. Sie entwickeln gemeinsam neue Anwendungen auf der Grundlage der vorliegenden digitalisierten Kulturgüter. Das macht viel Freude und zeitigt erstaunliche Ergebnisse. Aber auch viel Arbeit.

Erst die Arbeit – dann das Vergnügen

Daten putzen ist harte Arbeit. Aber sie macht Spaß, mit Anna-Lena Nowicki von @digisBerlin. Lizenzhinweis: Jonas Sydow (WMDE) (Own work) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

Daten für Coding da Vinci bereitzustellen, ist nicht so einfach. Sie sollen ja nachnutzbar sein. Das heißt nicht Bilder zum Anschauen, sondern Rohmaterial, mit dem man arbeiten kann. Nutzen kann man Sachen, wenn man es darf. Das Urheberrecht regelt den Zugang zu den Werken. Meist verhindert es aber gerade die Nutzung. Daher haben wir uns am ersten Tag des Workshops Prepare Your Data for Coding da Vinci  Ready for Download ganz auf die rechtlichen Aspekte konzentriert. Das Recht gilt es zu interpretieren, und schließlich hat eine Institution erstaunlich große Spielräume, um die digitalisierten Kulturgüter unter eine Freie Lizenz zu stellen und so nachnutzbar zu machen. Eben diese zeigten wir im Workshop ©© Change Your Mind auf. Erst die Kennzeichnung der Daten mit Freien Lizenzen macht es möglich, dass Menschen, Maschinen und Softwareprogramme die Daten einfach und ohne aufwändige Kontaktaufnahme zum Datengeber verwenden können. Die Quelle der Daten anzugeben versteht sich dabei eigentlich von selbst. Sie birgt für Qualität und verspricht mehr Information. Unterstützt von Cosina Berta, Mitarbeiterin der Deutschen Digitalen Bibliothek, Christoph Jackel, langjähriger Wikipedianer, und John Weitzmann, Syndikus von Wikimedia Deutschland, erarbeiteten sich Mitarbeiter*innen aus 14 Institutionen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern die notwendige Medienkompetenz, um im eigenen Haus möglichst umfassend frei lizenzieren zu können.

Daten putzen

Am zweiten Tag ging es um die technische Aufbereitung der beschreibenden Daten zu den Dateien, die für Coding da Vinci zur Verfügung gestellt werden sollen. Wer kennt nicht das Phänomen? Die Datenbank ist über die Jahre gewachsen, unterschiedliche Kollegen haben sie mit Informationen befüllt und nun sollen Dritte sich in den Daten zurechtfinden? Schwierig, denn das hausinterne Datenbankformat erweist sich oft als relativ singulär. Coder*innen arbeiten mit anderen standardisierten Formaten als Museen oder Archive. Bevor sie mit den Daten neue Anwendungen kreieren können, müssen die Dateneinträge daher oft umformatiert  und vereinheitlicht werden. Nur eine konforme Darstellung von Jahreszahlen z. B. stellt sicher, dass die App, die auf diesen Daten aufbaut, nur Bilder von 1900 bis 1999 anzeigt, wenn dies gewünscht ist, nicht die davor oder danach. Zum Glück muss man solche Datenbereinigungen nicht händisch vornehmen. Man kann sich, wie uns Anna-Lena Nowicki von der Servicestelle Digitalisierung des Landes Berlin zeigte, mit dem Software-Programm Open Refine viele lästige Details abnehmen lassen. Wenn alle Daten “befreit”, “geputzt” und neu “geordnet” sind, dann sind sie “Ready for Download”.

Datentransfer nach Wikimedia Commons

Mitte September folgt der zweite Workshop von Prepare Your Data for Coding da Vinci. Da geht es um “Ready for Upload”. Mediendateien und möglichst viel der beschreibenden Metadaten werden von den Kolleg*innen aus den Kulturinstitutionen, unterstützt von Coder*innen und Wikimedianer*innen, in das Medienarchiv Wikimedia Commons hochgeladen. Wir freuen uns auf u. a. historische Fahrkarten aus dem Deutschen Technikmuseum Berlin. Dort können sie dann nicht nur von den Teilnehmern von Coding da Vinci nachgenutzt werden, sondern auch von Wikipedia-Autor*innen, von Blogger*innen, von Verleger*innen und Lehrenden. Mit dem Lizenzhinweisgenerator ist sogar das wiederum erforderliche urheberrechtliche Kennzeichnen ein Kinderspiel.

Mit dem Zug nach Patagonien – historische Fahrkarten aus dem Berliner Technikmuseum – vielleicht ein Datensatz für Coding da Vinci. Lizenzhinweis:  by SDTMB [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Wir danken der Medienanstalt Berlin-Brandenburg für die finanzielle Unterstützung des Medienkompetenzworkshops und Infoport für die Dokumentation.

 

Informationen:

Prepare Your Data Ready for Upload (Anmeldung)

Coding da Vinci Berlin Kick-Off 21. & 22. Oktober in der HTW Berlin-Schönweide

Der Lizenzworkshop CC-Change Your mind

by Barbara Fischer at July 14, 2017 03:22 PM

Bericht vom Wikidata-Wahldaten-Workshop

Folgender Blogbeitrag basiert auf dem Bericht von Matti Blume, den er im Wikipedia:Kurier veröffentlichte und einem Erfahrungsbericht von Andrea Knabe-Schönemann.

Vom 23. bis 26. Juni fand in Ulm der zweite von Wikimedia Deutschland veranstaltete Wikidata-Workshop statt. Diesmal drehte sich alles um das Thema Wahldaten. Eine bunte Mischung aus Wikipedianern, Open-Data-Aktivisten (u. a. von FragDenStaat.de, Freiwilligen hinter dem offenen Standard OParl und Offene Wahlen Österreich) und Entwicklern (Wikidata und Code for Germany) war dazu im Verschwörhaus in der historischen Altstadt von Ulm zusammengekommen. Im Mittelpunkt des Workshops stand folgende Frage: Wie kann Wikidata helfen, Daten aus Politik und Verwaltung besser zugänglich zu machen?

Nach einleitenden Vorträgen wurden zunächst kurze Einführungen in Wikidata, SPARQL und Live Coding mit Wikidata angeboten. Parallel dazu wurden bereits erste Ideen entwickelt und ausgetauscht. Während sich einige Teilnehmer auf die Auswertung vorhandener Daten konzentrierten, kümmerten sich mehrere andere Gruppen um das Einpflegen neuer Daten in Wikidata. Dabei stellte sich schnell heraus, dass manche der zunächst formulierten Ziele deutlich zu groß für ein Wochenende waren. Zunächst mussten erstmal die vorhandenen Strukturen und Eigenschaften erforscht und ggf. neue Strukturen erdacht werden. Als zweite Herausforderung stellte sich das Zusammensuchen und Aufbereiten der Daten heraus. Wahlergebnisse und Abgeordnetenlisten werden zwar inzwischen automatisch und selbstverständlich von offizieller Seite im Internet veröffentlicht, jedoch bei vielen verschiedenen Stellen (Bundeswahlleiter, Landeswahlleiter, etc.) in jeweils eigenen Formaten und beinahe nie in maschinenlesbaren Formaten. Das Zusammenstellen und Vorbereiten einer Liste von „nur“ 598 Wahlkandidaten kann so schon mal einen halben Tag in Anspruch nehmen.

Dank großer Beharrlichkeit wurden schließlich doch erste zählbare Ergebnisse erzielt: so wurden z.B. die Daten aller Mitglieder des Thüringischen Landtags seit 1990, vieler österreichischen Nationalratsabgeordneten sowie die Wahlergebnisse aller erfolgreichen Direktkandidaten bei der Bundestagswahl 2013 (und inzwischen auch der meisten Zweitplatzierten) in Wikidata eingetragen.

 

Eine Teilnehmerin aus der Gruppe, die sich um die Daten des Thüringischen Landtags gekümmert hat, ergänzt:

Meine Motivation für den Workshop war das Thema Offene Daten, Wahldaten, Workshops (SPARQL), Hoffnung auf bessere Vernetzung und die Möglichkeit sich netto 2 Tage mit Wikidata zu beschäftigen (die Zeit habe ich zusammenhängend sonst nie dafür). Erwartet habe ich die Möglichkeit beim Projekt einer Gruppe unterstützend mitzuwirken (Daten reinigen o.ä.) und zu ernen (Auswertung, automatisiertes Einlesen von Daten etc.)

Vor Ort habe ich ein unscheinbares Projekt aus einem Workshop mitgenommen — ich habe in einem Screenshot während eines Workshops gesehen, dass die Angaben zu den konkreten Wahlperioden in Parlamenten unvollständig sind bzw. fehlen; die Daten sind m. E. eine Grundlage, wenn mit Wahldaten gearbeitet werden soll. Ein weiterer Schritt wäre dann die Verknüpfung der Daten zu den Wahlperioden mit anderen Daten zu den Parlamenten. Thüringen bot sich als Beispiel an: wenige Wahlperioden, eigene Kenntnisse, da von Anfang an in diesem Bundesland dabei gewesen. Es folgten Recherche (Auswertung der Parlamentsprotokolle der konstituierenden Landtagssitzungen), Daten sichten und bekommen, maschinenlesbar machen (in Thüringen gibt es offene Daten nur als PDF-Dokumente), Daten angleichen, Daten zusammenführen, Qualitätskontrolle.

Das Ergebnis nach zwei Tagen kann sich sehen lassen. Wikidata umfasst jetzt alle aktuellen und ehemaligen Mitgliedern des Thüringer Landtages, die im Parlamentsprotokoll der konstituierenden Sitzung aufgeführt sind.  Zugeordnet sind die Wahlperioden, in denen sie Mitglied des Landtags waren. Das waren nicht „ein paar Edits, die man schnell manuell erledigt“, sondern von mir exakt 1.091 (habe gerade nachgesehen), insgesamt wesentlich mehr, die die bereits in der Wikipedia vorhanden Einträge zu den Abgeordneten anreichern.

Die in der Wikipedia vorhandenen Informationen zu Abgeordneten sind jetzt strukturiert auswertbar; meine Testabfrage der Datenbank ergab z.B., dass die Parlamentarier 1990 ein geringeres Durchschnittsalter aufwiesen als zu Beginn der aktuellen Legislaturperiode — gefühlt ist das genau andersherum. Der Thüringische Landtag hat sich seit 1990 also nicht verjüngt, sondern ist im Durchschnitt älter geworden.

Im Projekt bleibt noch einiges zu tun: weitere Qualitätssicherung, recherchieren und einarbeiten der Bewegungsdaten in den einzelnen Legislaturperioden, Prozess zur weiteren Datenpflege überleben, eventuell auf andere Parlamente übertragen.

Einen mehrtägigen Workshop zu dem Thema fand ich sehr hilfreich. Wir konnten Ideen entwickeln, mit Hilfe anderer Werkzeuge einsetzen, an denen ich mir bislang die Zähne ausbiss, einfach nach nebenan gehen und jemanden finden, der ein Stück Code schreibt, um eine Aufgabe zu automatisieren, einfach nach nebenan gehen und jemanden finden, der einem zu den Strukturen von Wikidata Auskunft geben kann, überhaupt nur jemanden finden, der sich aus Interesse an den Arbeitsabläufen und der Zusammenarbeit für so ein wenig strahlendes Projekt begeistert, sich überhaupt erst mal trauen, mitzumachen (ich bin von fast null auf ziemlich hoch). Nicht zu vergessen: einfach nach nebenan gehen und essen und trinken können, und dann einfach weiterzumachen, also keine Zeit mit den trivialen Alltagsdingen verschwenden müssen.

MB-one, Ideas Board, Wikidata-Wahldaten-Workshop 17, Ulm, CC BY-SA 4.0

Darum, dass auch der Spaß nicht zu kurz kommt, wurde sich natürlich auch gekümmert: Auf http://guessr.morr.cc/?Q7138926 kann man nun sein Geografiewissen testen und versuchen zu erraten, wo auf der Welt welches Parlamentsgebäude steht; natürlich powered by Wikidata.

Ein besonderer Dank gebührt dem Verschwörhaus als perfekten Gastgeber für dieses Wochenende. Wir kommen gerne wieder.

Zum Schluss möchte sich der Autor noch eine persönliche Betrachtung erlauben: Interessanterweise sind die Wahlergebnisse der letzten drei Bundestagswahlen in bewundernswerter Vollständigkeit und Präzision in den Wikipedia-Artikeln der jeweiligen Wahlkreise eingetragen, während eine Wikidata-Abfrage zu den Kandidaten der letzten Bundestagswahl bis vor wenigen Tagen genau ein Ergebnis lieferte (Q567). Wenn man nun überlegt, um wieviel größer der positive Effekt ist, wenn die Ergebnisse der anstehenden Wahl direkt in Wikidata eingetragen werden, wäre es fast schade, wenn diese Kleinarbeit erneut nur einer einzigen Sprachversion der Wikipedia zugute kommt.

by Jonas Sydow at July 14, 2017 09:59 AM

July 13, 2017

DaB.

IeS: WikiCon-Teilnahme

Heute kam die Reisekostenübernahme-Bestätigung für die WikiCon: Ihr könnt also quasi damit rechnen, mich in Leipzig zu sehen. Für das Programm habe ich die übliche PGP-Keysigning-Party und zwei Vorträge eingereicht; mal sehen, was durchkommt.

Freue mich auf jeden Fall schon 😃.

by DaB. at July 13, 2017 06:45 PM

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 27/2017

Die Wikimedia:Woche 27/2017 bringt in dieser Ausgabe Neuigkeiten zu Wiki Loves Butterflies und einer Stellungnahme zum Telemedienauftrag. Auch das Bündnis Freie Bildung hat sich der Reform des Telemedienauftrags beschäftigt. Zudem läuft momentan eine Feedbackrunde zur Spezialisierten Suche.

Zur Wikimedia:Woche 26/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at July 13, 2017 02:17 PM

DaB.

Kurier: Suchfelder-Bezeichnung

Die Suchfunktion der Wikipedia war über die Jahre immer wieder Änderungen unterworfen. Mal ging sie jahrelang gar nicht, dann hatte sie mal zwei Buttons, dann wieder nur einen – und wirklich gut suchen kann sie immer noch nicht. Obwohl die Suche mittlerweile diverse Keywords versteht, die die Suche optimieren, sind diese recht unbekannt. Daher gab es auf der letzten WikiCon einen Workshop zu diesem Thema, wo angeregt wurde, die Bedienbarkeit der Suche zu verbessern.

Johanna Strodt ruft nun im Kurier dazu auf, bis zum 20. Juli beim Gestalten der neuen Suchfelder zu helfen. Beteiligt euch, oder meckert nicht, wenn’s euch am Ende nicht gefällt ;-).

by DaB. at July 13, 2017 12:30 PM

July 12, 2017

DaB.

Kurier: Zensur der trwiki

Holder hat im Kurier Zahlen gepostet die zeigen, wie stark die türkischsprachige Wikipedia unter ihrer Sperrung leidet. Die Zugriffszahlen z.B. fielen von 158 Millionen auf 30,6 Millionen – das ist schon erschreckend.

Und das Alles nur um den Ego-Trip eines Einzelnen zu unterstützen :-(.

by DaB. at July 12, 2017 08:21 PM

Wikimedia Deutschland Blog

Koalitionsvertrag Nordrhein-Westfalen: Schulfreiheitsgesetz geplant – freie Bildung und Open Source ausgespart!

Anlässlich der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen hat das Bündnis Freie Bildung, bei dem WMDE Partner ist, Wahlprüfsteine mit Fokus auf freie Bildung an alle im Landtag vertretenen Parteien verschickt. Nun hat das Bündnis den Koalitionsvertrag im Hinblick auf die Antworten analysiert. Dieser Text erschien zunächst am 11.7. im Blog des Bündnis Freie Bildung.

Die Köpfe der schwarz-gelben Koalition: Achim Laschet (CDU) & Christian Lindner (FDP) Foto: 2017-05-14 NRW Landtagswahl by Olaf Kosinsky-248, CC BY-SA 3.0

Bereits die Auswertung unserer Wahlprüfsteine zur Landtagswahl in NRW hat deutlich gemacht, dass weder die CDU noch die FDP die Weiterverbreitung von OER und Open Software im Bildungsbereich als besonders wichtiges Thema ansehen. Auch wenn die Antworten der CDU in NRW verhältnismäßig kurz ausgefallen sind, bleibt festzuhalten, dass sich beide Parteien zwar in einem gewissen Maß mit der Einführung freier Bildungsmaterialien beschäftigen. Die “grundlegende Befürwortung” freier Bildungsmaterialien beider Parteien ist aber wenig stichhaltig unterfüttert. Konkrete Maßnahmen, wie Lehrende bei der Erstellung und Verbreitung von OER unterstützt werden können, fehlen. Um OER und damit Freies Wissen jedoch praktisch in der Bildung zu verankern, bedarf es ressourcenunterlegter Projekte und eines konkreten Auftrags an Verwaltung und landeseigene Bildungsinstitutionen.

Keine konkreten Anreize für Erstellung freier Bildungsmaterialien

Es überrascht wenig, dass die Themen OER, Open Software und Open Science in dem bildungspolitischen Konzept der Landesregierung kaum eine  Rolle spielen, wie es in dem am 13.06.17 vorgestellten Koalitionsvertrag für NRW nachzulesen ist. In einem Blogbeitrag hat auch netzpolitik.org ausführlich die Punkte mit Digitalbezug herausgearbeitet und stellt fest, dass Digitalpolitik vor allem als Wirtschaftspolitik verstanden wird. Für die Bildung kommt eine sehr starke Fokussierung auf technische Infrastruktur hinzu.

Die Modernisierung von (Hoch-)Schulen und Weiterbildungszentren wird als vorrangig angesehen und soll hauptsächlich im technischen Bereich stattfinden. Ein Verweis auf den vermehrten Einsatz von Freier und Open Software ist hierbei nicht zu finden. Es sollen digitale Endgeräte im Unterricht genutzt und das Programmieren sowie die Fähigkeit zur souveränen Nutzung digitaler Medien als eine elementaren Kompetenz anerkannt werden. Ohne Zweifel sind eine gute technische Infrastruktur und Medienkompetenz nicht zu unterschätzen, aber dazu bedarf es auch entsprechender medienpädagogischer Weiterbildungen der Lehrenden und vor allem Materialien, die sich nachnutzen und verändern lassen.

Die eingangs beschriebene Offenheit für freie Bildungsressourcen spiegelt sich allein in der Planung eines Schulfreiheitsgesetzes wieder, welches Lehrenden einen größeren Spielraum in organisatorischen und pädagogischen Fragen geben soll. Das ist grundsätzlich zu begrüßen, aber ohne konkrete Anreize wie z. B. Freistunden für die Erstellung von OER, ist es unwahrscheinlich und naiv anzunehmen, dass die bereits stark ausgelasteten Lehrkräfte des Landes aus eigener Motivation heraus freie Bildungsmaterialien schaffen und weiterentwickeln.

Kein Konzept für freie Zugänglichkeit zu Kultur

Der Koalitionsvertrag beinhaltet ebenfalls die Planung eines digitalen Kunstregisters, welches die Verfügbarkeit von Kulturgütern erhöhen könnte. Kulturelle Einrichtungen wie Museen, Bibliotheken und Archive können mit ihren Inhalten viele sinnvolle Möglichkeiten für die Erstellung von OER bieten – aber nur, wenn die Inhalte nachnutzbar und veränderbar sind. Der Koalitionsvertrag lässt allerdings offen, ob und gegebenenfalls in welchem Maße die digitalen Bilder von Museums-Exponaten, Büchern und Archivbeständen wirklich frei zugänglich gemacht werden sollen, also unter einer freien Lizenz im Sinne der Open Definition stehen. Nur frei lizenzierte Inhalte können als Grundlage für freie Lehr- und Lernmaterialien dienen. Partnerschaftsmodelle zwischen privaten und öffentlichen Trägern werden stark in den Fokus gerückt, was die Befürchtung zulässt, dass die Offenheit kultureller Angebote unter Beteiligung profitorientierter privater Träger weniger wahrscheinlich wird.

Fazit

CDU und FDP begrüßten beide in ihren Antworten auf die Wahlprüfsteine OER und Open Source, aber der Koalitionsvertrag macht deutlich, dass das alleine nicht reicht. Es fehlt ein ernsthaftes Bekenntnis, das mit finanziellen Ressourcen unterfüttert ist. Es braucht Anreize für Lehrende wie Stundenkontigente oder Freistellungen für die Arbeit mit freien Inhalten und OER. Dies ist mit diesem Koalitionsvertrag nicht abzusehen.

Lizenzhinweis
„Koalitionsvertrag Nordrhein-Westfalen: Schulfreiheitsgesetz geplant – freie Bildung und Open Source ausgespart“ von Nils Wach, Lilli Iliev und Valentin Münscher (Wikimedia Deutschland) steht unter der CC-BY-4.0-Lizenz. Für die Nachnutzung reicht als Namensnennung „Bündnis Freie Bildung“. Sofern die Nutzung offline erfolgt, ist an den Hinweis die URL der Lizenz anzufügen: https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/.

by Lilli Iliev at July 12, 2017 09:02 AM

July 11, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Die Kunst, sich modernen Kunstwerken zu nähern.

Wie kommen Wikipedianer in ein Museum und was machen sie dort?

Förmlich entrückt von der Enge des Wuppertales schwebt die Villa Herberts über der alten Industriestadt. Hier fand der seit Jahrzehnten an der Düsseldorfer Kunstakademie wirkende britische Bildhauer Tony Cragg einen geeigneten Rahmen für seine großen, organisch gedrängten Skulpturen und lädt seit 2008 andere Künstler in den Skulpturenpark Waldfrieden zu Ausstellungen ein.

Plastik nach einem Entwurf von Tony Cragg (* 1949), umgesetzt vom Künstler Joachim Eckl (* 1962) mit der Werkstatt Kollerschlag, 1994 auf dem Parkplatz der Merkurcity in Wiener Neustadt situiert Lizenzangabe: Anton-kurt, Tägliches Brot Wiener Neustadt 04, CC BY-SA 3.0

Im kommenden Jahr steht das zehnjährige Jubiläum des Skulpturenparks an. Herr Mader, Geschäftsführer der Stiftung Skulpturenpark Waldfrieden, plant die Feierlichkeiten. Zeit für einen prüfenden Blick auf den Wikipediaeintrag zum Skulpturenpark, der ebenfalls 2008 begann. Wikipedia-Einträge sind in Bewegung und veränderlich. Wer in den kommenden Tagen und Wochen den Eintrag häufiger besucht, wird feststellen, wie intensiv gerade jetzt an ihm gearbeitet wird. Doch nicht nur am Artikel zum Park, sondern auch zur Villa, mit ihrer harmonischen organischen Architektur, zu den Werken Tony Craggs und zu ihm selbst oder den anderen Kunstwerken im Park wird Hand angelegt. So kann der interessierte Wikipedia-Leser live miterleben, wie nach und nach Informationen aus unterschiedlichen publizierten Quellen und Sekundärliteratur von den freiwilligen Autorinnen und Autoren über die Enzyklopädie Wikipedia in Freies Wissen verwandelt werden. Ein scheinbar magischer Prozess.

Gemeinsam arbeiten macht den Zauber aus

Doch tatsächlich ist dieser Prozess weniger Zauberei denn Frucht der Programmarbeit “GLAM on Tour”. In diesem Kooperationsformat arbeiten Freiwillige aus den Wikimedia-Projekten, unterstützt von Wikimedia Deutschland, mit einer Institution aus dem GLAM-Bereich zusammen. Dabei steht GLAM als englisches Akronym für Aktivitäten von Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archiven und Museen im Netz. Gemeinsam erarbeiten die drei Parteien ein Wochenendprogramm. Wesentliche Bestandteile sind Führungen durch die Kultureinrichtung, eine Schreibwerkstatt für neue Wikipedia-Artikel, ein Wikipedia-Editier-Workshop für die Kollegen aus der Institution und natürlich die Chance, Fotos von Objekten zu machen, die bislang noch nicht im Medienarchiv der Wikipedia, Wikimedia Commons, vertreten sind. Dabei ist es unerheblich, ob der Impuls von einem Freiwilligen der Region oder von der Kultureinrichtung selbst ausgeht. Entscheidend ist letztlich nur die Bereitschaft zur fundierten Zusammenarbeit.

 

Der Film erklärt das Prinzip der GLAM-on-Tour-Stationen, Wikimedia Deutschland 2014 CC BY.

Die Kunst, sich modernen Kunstwerken zu nähern

Und so war es auch an jenem sonnigen Wochenende in Wuppertal Anfang Juli. Für den Samstag hatten wir ein dichtes Programm mit einer langen Führung durch den 14 ha großen Skulpturenpark. Es folgte die Schreibwerkstatt und ein Einführungsworkshop für die Mitarbeiter. Für einige der Teilnehmer war es ein neues Feld enzyklopädische Artikel zu einzelnen Kunstwerken zu schreiben. Aber mit Unterstützung der “Silvernecks” gelang die Annäherung an die moderne Kunst immer besser.

Auf der Dachterrasse der Villa Herberts im Gruppenfoto geeint. Lizenzangabe: Atamari, Wuppertal Skulpturenpark Waldfrieden 2017 078, CC BY-SA 4.0

Die Freiwilligen waren begeistert von dem großen Interesse der Mitarbeiter am digitalen Ehrenamt der Wikipedianer und Wikipedianerinnen , der gut sortierten Handbibliothek und der Großzügigkeit der Bewirtung. In den kommenden Wochen kann man auf der Projektseite den Fortschritt verfolgen. Es gilt möglichst viele der so genannten “redlinks” in blaue zu verwandeln. Blaue Links zeigen existierende Wikipedia-Einträge an. Vielleicht schließen sich auch Freiwillige aus den anderen 295 Sprachversionen der Wikipedia an. Herr Mader, Geschäftsführer des Skulpturenparks Waldfrieden, versprach seine frisch gewonnenen Editierkenntnisse gleich einzusetzen, um die Bearbeiter aller Tony-Cragg-Artikel auf die neuen Artikel auf Deutsch zu dessen Werken hinzuweisen. Doch bei aller Freude über die gelungene Zusammenarbeit teilten wir auch ein Bedauern. Viele der im Park ausgestellten Werke konnten zwar fotografiert werden, nur unter einen freien Lizenz im Netz veröffentlichen können die Freiwilligen sie nicht. Urheberrecht und die Interessen der Verwertungsgesellschaften stehen dem Interesse an Sichtbarkeit und allgemeiner Zugänglichkeit der Allgemeinheit entgegen. Zum Glück stehen viele Werke Tony Craggs im öffentlichen Raum, in Wuppertal, aber auch in Málaga und London. Diese Werke darf man fotografieren und im Netz veröffentlichen. So erklären sich die Bilder in diesem Blog. Danke an das Team im Skulpturenpark Waldfrieden, danke an Atamari und alle Freiwilligen bei GLAM on Tour Wuppertal. Es hat Spaß gemacht.

Think-Thing-Skulptur von Tony Cragg in Stockholm. Lizenzangabe: Bengt Oberger, Tony Cragg Thing thing AlbaNova, CC BY-SA 3.0

Informationen

Weitere GLAM-on-Tour-Stationen in 2017:

  • GLAM on Tour Fürstenberg
  • GLAM on Tour Heidelberg
  • GLAM on Tour Berlin

Aktuelle Informationen zu den Stationen finden Sie auf der Projektseite. Wenn Sie eine Idee für eine kommende GLAM-on-Tour-Station haben, dann schreiben Sie Ihre Idee gern in die Kommentare oder per Email an kultur@wikimedia.de

by Barbara Fischer at July 11, 2017 04:08 PM

July 07, 2017

DaB.

Bis Juni 2018: RemexHTML ersetzt Tidy

Wie Subbu auf der Mailingliste Wikitech-l mitteilt, soll Tidy bis spätestens Juni 2018 durch RemexHTML ersetzt werden. Bei beiden Programme handelt es sich um Hilfssoftware von Mediawiki die dazu dienen die HTML-Syntax aufzubereiten bzw. zu reparieren.

Damit der Umstieg gelingt, müssen wir Autoren aber aktiv werden, da RemexHTML teilweise anders funktioniert als Tidy; dies betrifft vor Allem ungültige HTML-Syntax wie z.B. <u><i>Test</u></i> oder <div/>. Das Alles muss gefunden und repariert werden. Wo genau Probleme auftreten werden, kann in einer FAQ nachgelesen werden (aktuell gibt es die noch nicht auf deutsch).

Auf der Mailingliste wurde auch die Möglichkeit angesprochen, Bots einzusetzen. Meiner Meinung nach, wird dies aber nur bedingt möglich sein; Einiges wird im Endeffekt nur per Hand gehen.

by DaB. at July 07, 2017 12:05 PM

July 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 26/2017

Die Wikimedia:Woche 26/2017 ist wieder einmal prall gefüllt: Es gibt verschiedene Neuigkeiten aus Frankreich, es wurden zwei neue Wikimedia-User-Groups anerkannt und bei Wikimedia Deutschland sind erneut offene Stellen zu besetzen. Bei der nepalesischen Ausgabe von Wiki Loves Earth wurden die Gewinner gekürt, von der 20. Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland gibt es jetzt auch Bewegtbilder und die Anmeldephase zur WikiCon 2017 ist gestartet. Das alles und noch viel mehr – jetzt in der Wikimedia:Woche 26/2017.

Zur Wikimedia:Woche 26/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at July 06, 2017 02:48 PM

July 04, 2017

DaB.

Kurier: Podcast WikiStammtisch wird 1 Jahr alt

Wie Sebastian Wallroth im Kurier mitteilt, macht er nun schon 1 Jahr Podcasts zum Thema Wikipedia. Mittlerweile hat man sich schon daran gewöhnt, dass Sebastian überall mit Mikro, Kopfhörer und Mischpult auftaucht ;-).

Ist zwar nicht meine Welt, aber ich gratuliere trotzdem und wünsche weiterhin viel Erfolg :-).

by DaB. at July 04, 2017 07:13 PM

Kurier: Frauen-Edith-a-thon

Wie IvaBerlin im Kurier mitteilt, soll es am Samstag (8. Juli) einen Edith-a-thon zum Thema „Frauen, die es in anderen Wikipedias schon gibt, bei uns aber noch nicht“ geben.

Ich wünsche viel Erfolg und tolle Artikel!

by DaB. at July 04, 2017 07:05 PM

July 03, 2017

DaB.

Umfrage: Recherchehilfe

Micha hatte eine Umfrage gestartet um zu klären, was die Community unter „Recherchehilfe“ versteht. Diese läuft noch bis zum 31. Juli, und könnte mMn. noch deutlich Beteiligung vertragen.

by DaB. at July 03, 2017 12:22 PM

July 02, 2017

DaB.

WikiCon-Anmeldung startet

Ab sofort kann man sich für die diesjährige WikiCon anmelden. Wer eine Hotelbuchung benötigt, für den gibt es ein Limit bis 20. August; ansonsten kann man sich bis zum Start der WikiCon anmelden, sofern die 350 Plätze nicht schon voll sind.

Die Organisatoren bitten aber dringend darum, sich frühzeitig anzumelden, um die Orga zu erleichtern.

Ich habe mich bereits angemeldet und freue mich schon :-).

by DaB. at July 02, 2017 05:23 PM

June 29, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 25/2017

Die Wikimedia:Woche 25/2017 beschäftigt sich in der letzten Juniwoche mit aktuellen Stellenausschreibungen, Vorabinformationen zum größten Kultur-Hackathon Deutschlands und den Ergebnissen einer Studie, welche den Kompetenzerwerb von Studierenden beim Editieren in der Wikipedia untersucht hat. Wer noch technische Ideen und Wünsche hat, muss sich beeilen. Grund zur Freude hat Hanjo Hamann aus dem Fellow-Programm Freies Wissen 2016/17.

Zur Wikimedia:Woche 25/2017 geht es hier.

by Jonas Sydow at June 29, 2017 03:53 PM

DaB.

Morgen Stichtag Wikicon-Vorträge

Nicht vergessen: Nur noch bis Morgen (Freitag) Abend (24:00 MESZ) können Vorträge für die WikiCon 2017 eingereicht werden.

by DaB. at June 29, 2017 12:00 PM

June 28, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Offene Wissenschaft – Wie kann sich Freies Wissen weiter entwickeln?

Bereits 2015 wurde Wikidata mit dem Preis „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen” prämiert, in diesem Jahr ist es die Onlineplattform www.Richter-im-Internet.de von Hanjo Hamann aus dem Fellow-Programm Freies Wissen 2016/17, das im vergangenen Jahr von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband ins Leben gerufen wurde. Im nachfolgenden Interview berichtet der Preisträger über die Bedeutung von Offenheit in der Wissenschaft, Wikidata und was in Zukunft für Freies Wissen getan werden muss.

Du hast den Preis „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“ gewonnen. Wie fühlt sich das an und ändert sich dadurch was für dich?

Die Online-Plattform www.richter-im-internet.de entstand im Rahmen des Fellow-Programms Freies Wissen und stellt die Geschäftsverteilungspläne der sieben höchsten deutschen Gerichte zur Verfügung, Screenshot von Christopher Schwarzkopf, CC BY-SA 4.0

HH: Ich hatte von dieser Initiative schon früher gehört und damit stets Ehrenamt und soziales Engagement verbunden. Dass auch wissenschaftliche Projekte in Betracht kommen, wenn sie in die Gesellschaft hineinwirken, war mir gar nicht bewusst. Bis Anfang März der Anruf aus Berlin kam. Das diesjährige Motto „Offen denken – Damit sich Neues entfalten kann“ passte wohl einfach zu meinem Projekt, das ja im Förderprogramm „Fellow-Programm Freies Wissen“ von Wikimedia Deutschland und des Stifterverbands entstanden war. Ich freue mich, schon kurz nach Abschluss des Projekts so prominente Anerkennung zu erfahren. Das bestärkt meinen Entschluss und bietet auch anderen zusätzlichen Anreiz unsere wissenschaftlichen Projekte offen und mit Blick auf ihre gesellschaftliche Wirksamkeit zu gestalten.

Wie und warum wird die Welt von genau deinem Forschungsprojekt profitieren? Was ist das Ziel deiner Forschung?

HH: Die „Welt“, das ist wohl eine etwas weite Zielgruppe. Mein Projekt war der Versuch, einen bestimmten Dokumentenbestand digital verfügbar zu machen und wissenschaftlich aufzubereiten. Diese Dokumente sollten einerseits der Wissenschaft nützen und andererseits einen kleinen Beitrag zur fortschreitenden Digitalisierung der Justiz leisten. Denn auch die an den Strukturen des deutschen Rechtssystems interessierte Öffentlichkeit profitiert ja davon, und sei es „nur“ vermittelt durch fachlich vorgebildete Journalistinnen und Journalisten. Wie und wofür das Portal tatsächlich angenommen wird, muss sich noch zeigen. Zumindest innerhalb der Wissenschaft rufen Kolleginnen und Kollegen anderer Fachrichtungen in Deutschland und international immer wieder nach solchen Daten, etwa für die empirische Justizforschung. Man könnte sich zum Beispiel vorstellen, dass Rechtshistorikerinnen und -historiker damit die zeitgenössische Justizgeschichte untersuchen, Politikwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler die Einflussfaktoren auf gerichtliche Entscheidungsprozesse, und Justizsoziologinnen und -soziologen das soziale Netzwerk der deutschen Richterschaft.

Wieso hat das was mit Freiem Wissen zu tun und welche Rolle spielt Offene Wissenschaft dabei?

HH: Die Dokumente, um die es mir ging, SIND freies Wissen. Das steht in Paragraph 5 des Urhebergesetzes über amtliche Werke. Es heißt aber leider noch nicht, dass sie auch ohne Weiteres verfügbar sind. Fragt man die Gerichte, von denen diese Dokumente stammen, so haben fünf von sieben der höchsten deutschen Gerichte schlicht keine Kopien für vergangene Jahre aufbewahrt oder haben die Dokumente zwar seinerzeit veröffentlicht, können aber heute nicht mehr sagen, wo genau. Wenn ich also „mal eben“ in eines dieser Dokumente schauen möchte, musste ich bisher auf eine Schnitzeljagd gehen, die nicht selten in die Tief- oder Außenarchive von Universitätsbibliotheken führte. Dort lagern die letzten verfügbaren Exemplare auf jahrzehntealtem, brüchigen Zeitungspapier, das für den Kopierer schon wegen seines Formats kaum brauchbar ist. Und für jedes weitere Dokument, das ich sehen will, beginnt die Schnitzeljagd von vorn. Also ist das Wissen zwar im Prinzip frei, aber praktisch doch eingesperrt, auf sehr geduldigem Papier. Die Rolle offener Wissenschaft bestand hier also darin, das Wissen von seiner Papierform zu befreien, fachgerecht zu editieren und digital zugänglich zu machen. Nun erreicht jeder ob Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler oder nicht diese Dokumente mit zwei Mausklicks, von überall auf der Welt… womit wir wieder bei der vorigen Frage landen.

Wie können Wikimedia-Projekte von Offener Wissenschaft lernen? Oder umgekehrt. Kannst du ein praktisches Beispiel dafür geben?

HH: Die ehrenamtlichen Datensammlerinnen und -sammler von Wikipedia und Wikidata haben für viele deutsche Richterinnen und Richter bereits reichhaltige Informationen zusammengetragen, die man mit meinen Daten zusammenführen und abgleichen könnte. Mein Projekt bietet ja erstmals eine systematisch aus amtlichen Beständen gespeiste Datenquelle – aber auch die ist nicht fehlerfrei, was ich durch vorläufige Tests mit den Wikimedia-Daten feststellen konnte. Umgekehrt habe ich im Zuge meines Projekts auch zahlreiche Richterinnen und Richter identifiziert, zu denen die Wikimedia-Datenbanken bisher gar keine Informationen enthalten, so dass ich dort ganz neue Datensätze einspeisen kann. Gemeinsam mit meiner Projektmentorin Claudia Müller-Birn und ihrer Mitarbeiterin Marisa Nest arbeite ich im Austausch mit der Wikimedia-Community daran, die Datenbestände zu vereinigen und dadurch die im Internet verfügbare Dokumentation der höchsten deutschen Gerichte zu verbessern.

Das klingt so, als ob du Offene Wissenschaft gut findest. Was muss in deinen Augen getan werden, damit mehr Menschen davon profitieren?

HH: „Offene Wissenschaft“ ist ein weites Feld, deshalb kann ich wohl nicht für alles sprechen, was in ihrem Namen stattfindet. Ich meine aber, dass in vielen Wissenschaften eine transparentere Kommunikation große Vorteile hätte. Damit meine ich, dass die Veröffentlichung von Daten, Methoden und Erkenntnissen weniger durch wirtschaftlich motivierte Exklusivrechte beschränkt sein sollte. Das wird mit der zunehmenden Digitalisierung ohnehin geschehen, weil Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die großflächige Verbreitung ihres Wissens nicht mehr im Austausch gegen Exklusivrechte teuer erkaufen müssen. Dennoch braucht es immer das Engagement einzelner, um Wissen (selbst freies Wissen, wie hier) frei verfügbar zu machen. Dieses Engagement widerspricht meist Profitinteressen. Oder anders gesagt: Ich hätte mein Internetportal ja auch kostenpflichtig machen können, wie es mindestens ein Unternehmen mit denselben Dokumenten tatsächlich tut. Dank der Förderung durch Wikimedia und dem Stifterverband konnte ich solchen finanziellen Sachzwängen allerdings von vornherein ausweichen. Es braucht also neben engagierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auch leicht zugängliche Förderprogramme. Und natürlich öffentlichen Rückhalt für die Öffnung von Wissenschaftsprojekten. Den zahlreichen Bekenntnissen zur Öffnung der Wissenschaft muss noch mehr reale Unterstützung durch die öffentliche Hand folgen. So wie nun durch den Bundespräsidenten und die „Land der Ideen“-Initiative mit dem schönen Motto für 2017: Offen denken.


Zum Autor

Dr. Dr. Hanjo Hamann arbeitet am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern (Bonn), unter anderem zu Vertragsrecht, Rechtslinguistik, empirischer Rechtsforschung und Verhaltensökonomik. Er war mit dem Editionsprojekt „Die Namen der Justiz”, aus dem das prämierte Internetportal entstanden ist, Stipendiat im ersten Programmdurchlauf des Fellow-Programms Freies Wissen 2016/17.

 

 

 


Das Fellow-Programm Freies Wissen geht in die zweite Programmrunde – Jetzt für ein Stipendium bewerben!

Um das Wissen und die Praxis zu Offener Wissenschaft weiter zu fördern, werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen in diesem Jahr wieder die Chance erhalten, Offene Wissenschaft in ihrer Forschungspraxis auszuprobieren – das Fellow-Programm Freies Wissen startet ab Herbst 2017 in die zweite Programmrunde. Bewerbungen sind ab sofort möglich, die Bewerbungsfrist endet am 04. August 2017.

 

by Sarah Behrens at June 28, 2017 10:58 AM

June 27, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Der Kultur-Hackathon Coding da Vinci 2017 in Berlin

Ein Gastbeitrag von Lucy Patterson, Projektmanagerin von Coding da Vinci Berlin.

Coding da Vinci – der erste und größte Kultur-Hackathon Deutschlands – kehrt 2017 nach Berlin zurück. Entstanden aus einer gemeinsamen Initiative der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB), der Open Knowledge Foundation Germany e.V. (OKF DE), der Servicestelle Digitalisierung Berlin (digiS) und Wikimedia Deutschland e.V. (WMDE) zeigt Coding da Vinci seit 2014, welche Potentiale in offenen Kulturdaten stecken.

In den zurückliegenden Jahren hat Coding da Vinci bereits mit über 60 Kulturinstitutionen zusammengearbeitet und konnte über 100 offene Datensätze Datensätze für die Öffentlichkeit verfügbar machen. 54 interdisziplinäre Teams haben im Rahmen von Coding da Vinci aus diesen Daten beeindruckende und überraschende Kulturanwendungen geschaffen von mobilen Websites bis zu interaktiven Hardware-Prototypen.

Coding da Vinci sieht sich als Teil der weltweit wachsenden OpenGLAM*-Bewegung, in der sich Menschen in und außerhalb von Kultureinrichtungen für den freien Zugang zu und die offene Nachnutzung von digitalisierten Kulturgütern einsetzen.

In der schon legendären One Minute Madness von Coding da Vinci machen die Kultur- und Gedächtnisinstitutionen Reklame für ihre Datenpräsentation im Anschluss. Bild: Heiko Marquardt, Coding da Vinci Kick Off (25 & 26-04-2015) 028, CC BY 3.0

Ich freue mich, jetzt ein Teil des Teams dieses tollen Projektes zu sein. Aus meiner Erfahrung im Organisieren von Hackathons (Science Hack Day Berlin neben anderen) weiß ich, wie viel kreative Energie frei werden kann, bringt man Menschen aus verschiedenen Bereichen und mit verschiedenen Fähigkeiten zusammen. Außerhalb der eigenen In-Group, weg von den etablierten Lösungsmustern der eigenen Disziplin ist man herausgefordert, gründlicher nachzudenken, die eigenen Vorannahmen zu hinterfragen und lang eingespielte Muster aufzubrechen.

Ein Kultur-Hackathon macht genau das mit unserem Kulturerbe. Die Teilnehmer ergreifen die Chance, mit frischem Blick an Kulturdaten heranzutreten. Sie versuchen, den Kontext, das Warum und den kreativen Prozess der Ersteller/innen der Originaldaten zu verstehen und bauen dazu eine eigene Beziehung auf. Es entstehen neue Perspektiven und lebendige Interpretationen; mittels Remixing, Neudefinition und digitaler Neubelebung wird die Vergangenheit mit der Gegenwart vernetzt. Das Kulturerbe von morgen erwächst aus dem lebendigen Umgang mit dem Kulturerbe in der Gegenwart.

Kick-Off von Coding da Vinci Nord, der Kultur-Hackathon in Hamburg. Bild: Open Knowledge Foundation Deutschland from Deutschland, Coding da Vinci Nord 2016 – Kick-Off in Hamburg (32760433212), CC BY 2.0

Aus den vielen Projekten, die im Rahmen von Coding da Vinci entstanden sind, spricht mich eines besonders an: Sieben x Zwei – von Tugenden und Lastern. Die Künstlerin Birgit Lippeck inszenierte aus 400 Jahre alten Kupferstichen der Hamburger Staatsbibliothek Kurzfilme. Die Protagonist/innen sind die Sieben Todsünden und die Sieben Tugenden. Im Remix des graphischen Materials untermalt mit Musik und animiert in moderner Cliptechnik erschließen sich dem Betrachter die alten Bilder neu, und auch die in ihnen transportierten Inhalte.

Diese Art des Remixing ist eine Grundfunktionsweise unserer Kultur, das Fundament kreativer Prozesse. OpenGlam-Strategien für Kulturdaten ermöglichen und unterstützen diese Prozesse im digitalen Zeitalter. Das Internet und seine Möglichkeit, Daten sowie offene und freie Werkzeuge zur Bearbeitung dieser Daten zu teilen, erlaubt es einem neuen Publikum, Teil dieser kreativen Prozesse zu werden. Das ist der nächste Schritt in der Demokratisierung unseres Kulturerbes.

Mit dem ersten erfolgreichen Ausflug in die Region 2016 ist Coding da Vinci zu einem überregionalen Projekt geworden. 2017 kehren wir nach Berlin zurück und legen einen Schwerpunkt auf die Region Berlin-Brandenburg.

Termine und Ablauf

Das Berliner Kick-Off-Event findet vom 21-22 Oktober in der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin statt. Beim Kick-Off bekommen unsere Teilnehmer/innen –  Programmierer/innen, Designer/innen, Künstler/innen, Kulturinteressierten, Hardwareingenieur/innen und Wissenschaftler/innen – die Gelegenheit, die Kulturinstitutionen sowie deren Daten und Werte kennenzulernen, und bilden Teams, in denen sie in der sich an das Kick-Off anschließenden sechswöchigen Sprint-Phase funktionierende Prototypen für neue digitale Kulturanwendungen erstellen. In der Abschlusspräsentation und Preisverleihung am 2. Dezember werden alle Projekte der Öffentlichkeit vorgestellt und können gleich ausprobiert werden.

Für diejenigen die mit Kulturdaten arbeiten und bei Coding da Vinci als Datengeber mitmachen möchten, melden Sie sich einfach bei (codingdavinci@zib.de).

Für Entwickler*innen und Kulturinteressierte

Wenn Du bei Coding da Vinci dabei sein möchtest, melde Dich bei unserer Maillingliste an. Dort verschicken wir u.a. Informationen zum Anmeldungsstart (Ende September). Und behalte unsere Website im Auge für Programmankündigungen oder neue Datensätze und folge uns auf Twitter @codingdavinci.

*Fußnote: GLAM (englisches Akronym für galleries, libraries, archives, museums) steht für Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und Museen und deren Aktivitäten im Netz.

by Barbara Fischer at June 27, 2017 08:57 AM

June 26, 2017

DaB.

Kurier: Wikidata-Wahldaten-Workshop

MB-one berichtet im Kurier über einen Workshop mit dem Thema Wahldaten und Wikidata.

by DaB. at June 26, 2017 09:45 PM

June 25, 2017

DaB.

Ausbau Pasarow Award

Drahreg01 hat einen Aufruf im Kurier gestartet, ihm beim Ausbau des Artikels Pasarow Award zu helfen. Hauptproblem ist wohl, das die Preisträger online nur schlecht zu finden sind und der enwp-Artikel recht bescheiden ist.

Zur Motivation hat Drahreg01 ein paar Preise ausgesprochen.

by DaB. at June 25, 2017 02:00 PM

June 24, 2017

DaB.

Probleme bei der Visa-Vergabe Wikimania

Seit ein paar Tagen läuft auf der zentralen Mailingliste der Wikimania ein Thread über Probleme bei der Visavergabe. Mehrere Leute aus Ländern wie Indien berichten, das ihr Visa-Antrag abgelehnt wurde und das sie deshalb nicht zur Wikimania in Montreal kommen können.

Ein offenkundiges Problem scheint zu sein, das die Einladungsschreiben von der WMF ausgestellt wurden, die bekanntlich in den USA und nicht in Kanada sitzt. Kerry hat die Problematik daran gut zusammengefasst:

So an organisation P in country Q writes a letter of support to country R to grant a visa to person S from country T on the basis that organization P thinks that person S is actually the pseudonymous user U?

Hintergrund dafür scheint aber zu sein, das die eigentliche Orginisation die die Wikimania ausrichten sollte, mittlerweile aufgelöst (defunct) ist, und nun das lokale Chapter und die WMF die Brocken auflesen müssen. Hoffen wir das Beste.

by DaB. at June 24, 2017 03:30 PM

June 23, 2017

DaB.

Abstimmung Technische Wünsche

Noch bis zum 2. Juli kann darüber abgestimmt werden, welche technischen Wünsche Wikimedia Deutschland demnächst umsetzen soll.

by DaB. at June 23, 2017 04:45 PM

Wiederwahl JWBE

Noch bis 25. Juni läuft die Wiederwahl von JWBE.

by DaB. at June 23, 2017 03:47 PM

June 22, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 24/2017

In dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche 24/2017 geht es unter anderem um die Wahlergebnisse zum FDC, einen Brief an die Wikimedia Foundation und die Resultate aus den Befragungen zum Förderbarometer. Wer sich bei der WikiCon 2017 in Leipzig einbringen möchte, hat für einen Programmvorschlag nun etwas mehr Zeit. Auch für die Abstimmung über die Technischen Wünsche für die Wikipedia steht noch ein wenig Zeit zur Verfügung.

Zur Wikimedia:Woche 24/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at June 22, 2017 03:26 PM

June 17, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Rückblick aus Bamberg: Wikimedias 20. Mitgliederversammlung

Am heutigen Samstag, den 17. Juni, fand die 20. Mitgliederversammlung unseres Vereins in Bamberg statt. Ein Jubiläum, sozusagen, mit zwanzig Versammlungen seit Gründung von Wikimedia Deutschland. Vielleicht ganz passend dazu gab es eine Premiere: Der Tag war geteilt in die formale Versammlung mit Berichten und Anträgen am Vormittag, am Nachmittag gab es einen buchstäblichen „Jahrmarkt“ des Freien Wissens. Hier ein erster Rückblick, vor Ort und frisch. Das offizielle Protokoll folgt später. Für Eindrücke per gesammelter Tweets (Storify)hier klicken.

Am Vormittag…

…berichteten das ehrenamtliche Präsidium und der hauptamtliche Vorstand über die Entwicklungen der letzten Monate. Die Eckpunkte im Telegrammstil: Der Vorstand wurde entlastet, der laufende Wirtschaftsplan 2017 aktualisiert, die ehrenamtliche Arbeitsgemeinschaft Partizipation umgestaltet (muss nicht mehr jedes Jahr gewählt werden, sondern ist ab sofort offen). Außerdem wurde mit der Vorstellung von Prinzipien für das Online-Fundraising ein Auftrag der letzten Mitgliederversammlung zum vorläufigen Abschluss gebracht. Die Prinzipien wurden in einem Community-Workshop erarbeitet und dienen als Prüfrahmen dafür, wie gut Spendengewinnung und trotzdem gute Benutzbarkeit der Wikipedia ausbalanciert werden. Deshalb auch die Formulierung „vorläufiger“ Abschluss, denn es gibt ja kein Verfallsdatum für die Prinzipien, die hier befolgt werden sollen.

Eine Premiere, auch räumlich: vormittags Versammlung, nachmittags Jahrmarkt. Klick aufs Bild führt zum aktuellen Jahresbericht.

Der Morgen der Mitgliederversammlung. Mitglied werden ist übrigens einfach, z. B. hier auf das Bild klicken und Formular finden.



Der Nachmittag… Jahrmarkt!

Der Nachmittag stand dann im Zeichen von Popcorn, Glücksrad, Kuriositätenkabinett und Impro-Theater – um nur ein paar Beispiele für Attraktionen auf dem „Jahrmarkt des Freien Wissens“ zu nennen. Die Idee: Die Arbeit des Vereins ist vielfältig, aber deswegen muss sie nicht komplex erklärt werden. Am besten macht es auch noch Spaß, so dass man neugierig auf mehr wird. Auf einem Jahrmarkt gehen Menschen von Attraktion zu Attraktion – und wo es Ihnen gefällt, da bleiben sie stehen. Unser Wikimedia-Jahrmarkt war genauso aufgebaut. Jeder der fünf Schwerpunkte des Jahresplans 2017 hatte eine eigene Station, dazu kamen Einführungskurse für Wikipedia und Wikidata sowie ein offener Workshop zur weltweiten Wikimedia-Strategie, die gerade erarbeitet wird.

Der Abend… Podium!

Das Thema „Wikipedia in postfaktischen Zeiten“ diskutierten Martin Kraft, Maximilian Schönherr, Alice Wiegand und Sabria David (v.l.n.r.) mit Moderatorin Anna-Lena Schiller

Den Abschluss des Tages bildete eine Podiumsdiskussion über die Zukunft der Wikipedia, speziell in diesen so genannten postfaktischen Zeit. Es diskutierten Journalist Maximilian Schönherr, Sabria David aus dem Präsidium von Wikimedia Deutschland, Wikipedianer Martin Kraft und Alice Wiegand aus dem Board of Trustees – und auf einem freien wechselnden Sitz auf dem Podium nahmen abwechselnd Gäste aus dem Publikum Platz. Alle paar Minuten kamen so neue Impulse aus dem Saal in die Diskussion.

Nach welchen Mechanismen funktioniert Journalismus heute? Wie nähert man sich dem Begriff Wahrheit? Was braucht die Wikipedia und was nicht? Aufklärung, Mut zu Unschärfe, Komplexität wagen und Menschen zutrauen – fast eineinhalb Stunden wurde munter diskutiert. Als es in die Abschlusskommentare ging, gab es sogar noch Energie für einen letzten Podiumsgast, der im besten enzyklopädischen Sinn ein kurz davor gefallenes Sokrates-Zitat korrigierte: Nein, Sokrates sagte nicht, dass er nichts wisse, sondern dass er nicht wisse. Szenenapplaus.

So endete ein ganzer Tag rund um Freies Wissen. Vielen Dank Bamberg und insbesondere an alle Mitglieder vor Ort!

by Michael Jahn at June 17, 2017 07:05 PM

June 15, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 23/2017

Die Wikimedia:Woche 23/2017 beschäftigt sich in der aktuellen Ausgabe unter anderem mit der Neuordnung der Teams der Softwareabteilungen der Wikimedia Foundation, dem neuen Mitlgied des „Endowment-Boards“ und der Suche nach neuen Ehrenamtlichen für das Affiliations Committee. Die WikiEulenAcademy hat einen Aufruf gestartet. Für technische Wikimedia-Veranstaltungen existiert nun ein „Code of Conduct“ und auf wikiafrica.org gab es eine interessante Überarbeitung.

Zur Wikimedia:Woche 23/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at June 15, 2017 02:48 PM

June 09, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wissenschaft offen gestalten: Das Fellow-Programm Freies Wissen geht in die zweite Programmrunde – Jetzt für ein Stipendium bewerben!

Die Öffnung der Wissenschaft schreitet langsam voran, aber ist noch keine gängige Praxis in der wissenschaftlichen Forschung und Lehre. Um die Idee der Offenen Wissenschaft zu stärken, wurde im vergangenen Jahr das Fellow-Programm Freies Wissen ins Leben gerufen. Die Ausschreibung für die zweite Programmrunde wurde nun veröffentlicht. Für das Programmjahr 2017/2018 werden bis zu 20 Stipendien an Doktoranden (m/w), Post-Docs (m/w) und Juniorprofessoren (m/w) vergeben.

Markus Büsges, leomaria designbüro, Logo Fellowprogramm quer, CC BY-SA 4.0

Offene Wissenschaft (Open Science) ist in aller Munde und wird mittlerweile in Deutschland genauso wie auf EU-Ebene von politischen Entscheidungsträgern diskutiert. Viele Vorteile Offener Wissenschaft liegen klar auf der Hand: Offen publizierte Forschungsergebnisse und Methoden beflügeln den wissenschaftlichen Austausch und können die Grundlage für neue Forschungsprojekte bilden. Das Innovationspotential für Wissenschaft und Wirtschaft ist also enorm. Ohnehin sollte steuerlich finanzierte Forschung, die von allen Bürgerinnen und Bürgern getragen wird, auch für alle abruf- und nachnutzbar sein. So ist auch das Potenzial gegeben, Wissenschaft und Forschung weiter in der Gesellschaft zu verankern. Doch in der Umsetzung ist Offene Wissenschaft noch längst nicht umfassend angekommen.

Um das Wissen und die Praxis zu Offener Wissenschaft weiter zu fördern, werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler verschiedener Fachdisziplinen in diesem Jahr wieder die Chance erhalten, Offene Wissenschaft in ihrer Forschungspraxis auszuprobieren – das Fellow-Programm Freies Wissen startet ab Herbst 2017 in die zweite Programmrunde. Gemeinsam mit Wikimedia Deutschland e.V. und dem Stifterverband unterstützt die VolkswagenStiftung als neuer Programmpartner diese zweite Ausschreibungsrunde. Zudem sind folgende wissenschaftliche Partner mit Qualifizierungsangeboten an dem Programm beteiligt: die Technische Informationsbibliothek (TIB), das Museum für Naturkunde Berlin, das Center für Digitale Systeme (CeDiS) der Freien Universität Berlin und die Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen.

Bewerbungen sind ab sofort möglich, die Bewerbungsfrist endet am 04. August 2017.

Im Sinne der Transparenz des Auswahlprozesses und Offenheit sind die Bewerberinnen und Bewerber in diesem Programmjahr dazu angehalten, ihre Projektskizzen zusätzlich auf Wikiversity zu veröffentlichen und so für alle Interessierten einsehbar zu machen.

Alle Informationen zum Fellow-Programm Freies Wissen und zur Bewerbung finden Sie unter www.wikimedia.de/fellowprogramm oder auf Wikiversity.

by Christopher Schwarzkopf at June 09, 2017 01:50 PM

June 08, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 22/2017

Die Wikimedia:Woche 22/2017 greift unter anderem die folgenden Themen auf: Die Beschwerde von Wikimedia Frankreich gegen die FDC-Empfehlung, den Tätigkeitsbericht von Wikivoyage e. V. und die Frage ob die Wikimedia-Projekte über das Tor-Netzwerk zugänglich sein sollten. Außerdem feiert die Berliner Wikipedia-Community die Eröffnung des WikiBär, dem neuen lokalen Community-Raum in Berlin.

Zur Wikimedia:Woche 22/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at June 08, 2017 02:10 PM

June 02, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Verstärkung für unser Fundraising: Martin Bartsch

Ich freue mich, Martin Bartsch bei Wikimedia begrüßen zu dürfen! Er übernimmt ab sofort die Leitung unseres Fundraising-Teams. In den letzten Jahren hat Till Mletzko nicht nur äußerst erfolgreich die jährliche Online-Spendenkampagne des Vereins verantwortet, sondern darüber hinaus ein Team aufgebaut, das mittlerweile weit über die Aufgaben rund um diese Kampagne hinaus tätig ist. Um nur einige Stichworte zu nennen: Begrüßung und Datenverwaltung unserer 50.000 Mitglieder, regionale Mailings rund um Freies Wissen, CRM-Maßnahmen, unterjähriger Service für die kontinuierlich steigende Anzahl unser Spenderinnen und Spender, Automatisierungen etc. Alle diese Themen begleiten uns von Jahr zu Jahr intensiver, neben der Spendenkampagne im Herbst. Und alle gehören ebenso intensiv betreut; genauso wie das personell gewachsene Fundraising-Team. Mit Martins Verstärkung stellen wir das sicher, unter anderem auch, damit Till Mletzko sich in vollem Umfang dem Thema Online-Fundraising widmen kann.

Mit Martin gewinnen wir nicht nur einen erfahrenen Fundraiser, sondern jemanden, der sich mit Leidenschaft für die gute Sache einsetzt – sei es im Natur- und Artenschutz, zuletzt im Verbraucherschutz und nun für Freies Wissen. Von seinen verschieden beruflichen Stationen sei hier insbesondere seine jahrelange Tätigkeit als Fundraiser bei Borneo Orang-Utan Survival Deutschland hervorgehoben, wo er zwischen 2011 und 2014 auch geschäftsführend tätig war. Zusammen mit dem Fundraising-Team freuen sich Till und ich sehr über die Verstärkung.

Herzlich willkommen bei Wikimedia, Martin!

by Michael Jahn at June 02, 2017 08:07 AM

June 01, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 21/2017

Nach einer kleinen Pause kommt die Wikimedia:Woche 21/2017 unter anderem mit den Ergebnissen der Wahlen zum Board of Trustees, neuen Stellenangeboten, der Veröffentlichung der Gehälter und Abfindungen für die Leitungsebene der Wikimedia Foundation und einer neuen User Group. Außerdem gab es einen Vorstands- bzw. Geschäftsführerwechsel bei Wikimedia Italien und Wikimedia Schweden. Der Jahresbericht von Wikimedia Deutschland wurde neben der Printausgabe und als PDF auch in Form einer anschaulichen Webseite veröffentlicht.

Zur Wikimedia:Woche 21/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at June 01, 2017 03:08 PM

May 31, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Jahresbericht 2016 von Wikimedia Deutschland: jetzt auch als Website

 

Liebe Freunde des Freien Wissens,

jedes Jahr veröffentlicht Wikimedia Deutschland einen Jahresbericht, in dem ein Überblick der Arbeit des Vorjahres gegeben wird sowie Einblick in unsere Finanzen. Erstmals steht dieses Jahr ab sofort nicht nur der gedruckte Bericht und ein PDF zur Verfügung, sondern ein Online-Bericht, der wie eine eigene Website funktioniert. Wir haben das gemacht, damit je nach Interesse einzelne Themen und Berichtsteile einfach gefunden und gelesen werden können. Die Ansicht ist auch für Mobilgeräte optimiert. Wer mag, kann sich auch in Bus und Bahn oder anderswo über Wikimedia informieren.

Kurz, ich freue mich, den Jahresbericht 2016 hier unter 2016.wikimedia.de mit euch teilen zu können:

Auf das was im Bericht steht, werde ich genauer unter anderem auf der kommenden Mitgliederversammlung des Vereins in Bamberg eingehen. Nicht vergessen, 17. Juni 2017!

Mit besten Grüßen
Abraham

P. S. Wer dennoch das klassische Din-Format braucht, zum Beispiel zum Ausdrucken, findet hier die PDF-Alternative.

by Abraham Taherivand at May 31, 2017 03:12 PM

WikiAhoi

Kleine Souvenirs vom Wikimedia Hackathon in Wien

Letztes Jahr in Jerusalem, nächstes Jahr in Barcelona, dieses Jahr in Wien: Von 19.–21. Mai  2017 fand der Wikimedia Hackathon in Wien statt. Rund 250 Entwicklerinnen und Entwickler trafen sich in Wien, um an Wikimedia Projekten zu arbeiten, also an Wikipedia, Wikidata, MediaWiki und den vielen Geschwisterprojekten.

Teil des Hackathons war auch ein spezieller Konferenz-Track, „Fantastic MediaWikis and How to Maintain Them“, der von der MediaWiki Stakeholders‘ Group (hier allen voran Markus Glaser und Richard Heigl) organisiert wurde.

WikiAhoi war an diesem Tag dabei!

Was gibt’s Neues in der MediaWiki-Welt?

Mark A. Hershberger gab einen Einblick in Interviews, die mit Drittnutzern von MediaWiki (=Nutzer außerhalb von Wikimedia Projekten) geführt wurden. Dabei stellte sich heraus: „Content is king, not code“ – also im Wiki geht es immer um Inhalte, nicht vorrangig um die Funktionen.

Content is king, not code.

Nutzer verwenden MediaWiki aus den folgenden Gründen:

  1. Vertrautheit. Aufgrund von Wikipedia kennt man das System.
  2. Zuverlässigkeit. Der Code der Software wird regelmäßig mit Sicherheitsupdates durch die Wikimedia Foundation aktuell gehalten.
  3. Findbarkeit. Ein Wiki fungiert als zentrale Stelle im Unternehmen, Informationen zu suchen und zu finden.
  4. Teilbarkeit/Mehrbenutzbarkeit. Sind Inhalte einmal erstellt, können sie einfach geteilt und weiterverarbeitet werden.
  5. Agilität. Ein Wiki ist flexibel und wächst mit neuen Anforderungen. Prototypen sind rasch erstellt und sofort produktiv einsetzbar.
  6. Transparenz & Zurechenbarkeit. Zu jedem Zeitpunkt ist transparent, wer wann welche Änderungen vorgenommen hat. Das hat noch einen positiven Aspekt: Die Autorschaft von Artikeln kann speziell hervorgehoben werden.

Bernhard Krabina vom KDZ stellte das Wien Geschichte Wiki vor – wer’s noch nicht gesehen hat, unbedingt reinstöbern! Es ist ein sehr schönes Beispiel eines öffentlichen semantischen Wiki. In Zukunft werden noch ein semantisches Glossar eingebaut, außerdem sind ein Ausbau der Inhalte zu Denkmäler und ein neues responsives Design in Planung. Die Schwierigkeiten in der Arbeit mit diesem Wiki sind Performance-Optimierungen, da die Schnelligkeit unter den vielen Abfragen etwas leidet. Derzeit werden dazu noch Servereinstellungen angepasst.

Bernhard lud auch wieder zur Meetup-Gruppe der Semantic MediaWiki Community in Wien ein!

Michael Barylak von der European Space Agency (ESA) stellte den Prototypen eines internen MediaWiki zum Qualitätsmanagement vor.

No system is perfect, concept of improvement is crucial.

Etwas techniklastiger, aber nicht minder interessant waren Vorträge von Niklas Laxström von translatewiki.net, der über die Codeentwicklung mit dem Deployment-Tool Oregano sprach, und von Lex Sulzer von Dataspects, dem es einfache Backups und Klone für Entwicklerumgebungen angetan haben.

Zum Abschluss sprach Richard Heigl von Hallo Welt! über den Vergleich von Confluence und MediaWiki. Es wird derzeit an einem Echtzeit-Editor gearbeitet, das wäre ein Quantensprung für den Editor in MediaWiki!

Make your hidden champions visible.

Und Markus Glaser von Hallo Welt! erläuterte die Installation von Visual Editor in MediaWiki, für diese Extension braucht es ja einige Serveranpassungen.

Auf dem Panel „Promoting MediaWiki“ ging es vor allem um die Frage, welche Vorteile die Nutzung von MediaWiki im Unternehmenskontext für die Wikimedia Foundation haben kann.

Nachlese zur Konferenz am Hackathon

Der Hackathon wurde unter dem Hashtag #wmhack auf Twitter begleitet. Zur Konferenz gibt es von uns auch ein eigenes Storyboard.

Alles in allem ein super Event!

Fantastic MediaWikis and How to Maintain Them (c) Shrini, Quelle: Wikimedia Commons

Any questions? – Mark. A. Hershberger auf dem Wikimedia Hackathon. (c) Sabine Melnicki

Promoting MediaWiki: Panel mit Mark A. Hershberger, Bryon Davis, Brion Vibber, Sabine Melnicki, Richard Heigl. (c) Markus Glaser (Mglaser), Quelle: Wikimedia Commons

by Sabine at May 31, 2017 08:13 AM

May 26, 2017

WikiAhoi

Eine Konferenz mit Folgen: Neues aus der semantischen Wiki-Welt

Wir waren dieses Jahr mit WikiAhoi wieder bei der SMWCon dabei. Die Konferenz zu Semantic MediaWiki findet zweimal pro Jahr statt, im Frühling in Nordamerika und im Herbst in Europa. Letztes Jahr waren wir schon in Wien dabei und dieses Jahr gings ins herbstlich-sonnige Barcelona. In freundlicher, persönlicher Atmosphäre wurden technische Neuigkeiten, innovative Projekte und besondere Anwendungsfälle besprochen. Wir möchten Sie an den wichtigsten Neuerungen teilhaben lassen.

Neuigkeiten aus der Semantic MediaWiki-Welt

Semantic Forms (Version 3.4 September 2015) hat sich mittlerweile als eigenständige Erweiterung etabliert und ist nun technisch nicht mehr von der Grunderweiterung Semantic MediaWiki abhängig. Weitere wichtige Änderungen:

  • Statt den Spezialattributen werden nun ParserFunctions eingesetzt.
  • Kartenbasierte Eingabeformate (Google Maps, Open Layers) sind nun möglich – diese werden nur eingesetzt, wenn Semantic Maps nicht vorhanden ist.
  • Weiters wird nun Cargo unterstützt, es lassen sich in Formularen auch Eingabeformate und die Autovervollständigungsfunktion aus Cargo nutzen.
  • Dazu kann man nun auch „mapping“-Werte hinterlegen, das sind andere Werte, als auf der Seite angezeigt werden.
  • Ein neuer Parameter erlaubt es, nur einzigartige Werte speichern zu lassen.
  • Alle roten Links können nun mit einer einzelnen Einstellung auf eine Formularauswahlliste weitergeleitet werden.

Die MediaWiki Stakeholder’s Group nahm die Konferenz zum Anlass, um weitere Schritte zu besprechen: Ziel der Gruppe ist die Koordination und die Kommunikation mit Wiki-Nutzern in Unternehmen, die Unterstützung von Entwicklern und Administratoren und die offizielle Kommunikation mit der Wikimedia Foundation. Wikipedia hat etwas andere Ziele als einzelne Drittnutzer der Software MediaWiki. Es geht also stark darum, die Interessen der Nutzer von Wiki in Unternehmen zu vertreten und in der Weiterentwicklung der Software voranzutreiben.

Interessante neue semantische Erweiterungen gibt es zu Breadcrumbs, Zitaten, Sprachenlinks und Metatags:

Und warum „eine Konferenz mit Folgen“? Diese Konferenz hat Folgen auf mehreren Ebenen: Wir haben persönliche Kontakte für Zusammenarbeit und Austausch geknüpft, es wurden Ideen beflügelt und Inspirationen für neue Projekte ausgetauscht, die Motivation wieder gestärkt, das Projekt MediaWiki als Ganzes voranzubringen und nicht zuletzt viele Features und Software-Änderungen besprochen, die in der Regel meist recht schnell umgesetzt werden. Die Konferenz war somit ein voller Erfolg.

Die Konferenz fand von 28.–30.10.2015 in Barcelona statt, in der schönen Fabra i Coats Kunstfabrik im Stadtteil Sant Andreu. Knappe 40 Teilnehmer nahmen an einem Tutorial- und zwei Konferenztagen teil.

by Sabine at May 26, 2017 04:27 PM

May 20, 2017

Jakob Voss

Introduction to Phabricator at Wikimedia Hackathon

This weekend I participate at Wikimedia Hackathon in Vienna. I mostly contribute to Wikidata related events and practice the phrase "long time no see", but I also look into some introductionary talks.

In the late afternoon of day one I attended an introduction to Phabricator project management tool given by André Klapper. Phabricator was introduced in Wikimedia Foundation about three years ago to replace and unify Bugzilla and several other management tools.

Phabricator is much more than an issue tracker for software projects (although it is mainly used for this purpose by Wikimedia developers). In summary there are tasks, projects, and teams. Tasks can be tagged, assigned, followed,discussed, and organized with milestones and workboards. The latter are Kanban-boards like those I know from Trello, waffle, and GitHub project boards.

Phabricator is Open Source so you can self-host it and add your own user management without having to pay for each new user and feature (I am looking at you, JIRA). Internally I would like to use Phabricator but for fully open projects I don’t see enough benefit compared to using GitHub.

P.S.: Wikimedia Hackathon is also organized with Phabricator. There is also a task for blogging about the event.

by jakob at May 20, 2017 07:47 AM

May 18, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 20/2017

Die Wikimedia:Woche 20/2017 beinhaltet unter anderem folgendes: Die Veröffentlichung der FDC-Empfehlungen, die erstmalige Möglichkeit sich an der Jahresplanung der Wiki Education Foundation zu beteiligen, das Ergebnis der Vorstandswahlen bei Wikimedia Niederlande und ein Aufruf zur Beteiligung an einer Wunschliste zur freien Lizenzierung öffentlich-rechtlich produzierter Videos und Bilder.

Außerdem gibt es eine neue Folge des Podcasts WikiStammtisch.

Zur Wikimedia:Woche 20/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at May 18, 2017 01:40 PM

May 15, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Die digitale Transformation ist eine große Chance für das Kulturerbe

Vortrag zur 100. Jahresversammlung des Deutschen Museumsbundes (FG Geschichtsmuseen)

Osman Hamdy Bey Vieil homme devant des tombeaux d’enfants, Musée d’Orsay 1903, Foto von Sailko [CC BY 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0)], via Wikimedia Commons


Unbestritten steht unsere Zivilisation auf den Schultern unseres kulturellen Erbes. Aus diesem Erbe schöpfen wir die Bausteine unserer Identität. Unsere Kulturgüter sind die geronnenen Artefakte unserer Ideen und Wertvorstellungen. Dem wird wohl niemand widersprechen. Nur wer befasst sich heute noch aktiv mit dem Kulturerbe? Noch vor hundert Jahren waren Hausmusik, Laientheater, Lesezirkel, das Zeichnen auf Reisen, das Sammeln von Märchen und Trachten übliche Freizeitbeschäftigungen mehr oder weniger quer durch alle Schichten. Museen waren Schaufenster in die Welt. Sie waren voller neugieriger und wissbegieriger, oft kulturschaffender Besucher. Die ausgestellten Dinge hatten einen Bezug zu den Handlungen in der eigenen Welt der Betrachter und sei es nur zu denen der Freizeit. Der aktive Umgang mit kulturellen Praktiken wurde spätestens im Wandel der Freizeitkultur von “Machen” zu “Machen Lassen” vom Freizeitkonsum verdrängt. Die Distanz des Individuums zu seinem kulturellen Erbe wuchs mit der Seltenheit der Momente, in denen er unmittelbar mit ihm umging. Statistisch geht der Berliner, die Berlinerin einmal im Jahr ins Theater und etwas öfter geht man in Deutschland ins Museum. Wie vernachlässigbar, gemessen an den zehn Stunden täglicher Mediennutzung. Wenn das kulturelle Erbe ein lebendiger Teil unserer Identität bleiben und damit einen tiefen Einfluss auf unsere Definition von Zivilisation behalten soll, dann müssen Kunstsammlungen, Bibliotheken, Archive und Museen (kurz im englischen Akronym: GLAM) die Chance der digitalen Transformation nutzen. Und wir, die Besucher und öffentlichen Eigner, sollten darauf drängen, dass sie einen ersten Schritt dahin tun. Die digitale Transformation geschieht zuerst im Kopf der Entscheidungsträger des GLAM-Bereichs. In meiner Rede anlässlich der 100. Jahrestagung des Deutschen Museumsbundes in Berlin am 10. Mai 2017 vor der Fachgruppe der Geschichtsmuseen warb ich um Mut, diesen ersten Schritt zu tun.

Digitalstrategie für Geschichtsmuseen

Sie fragen sich vielleicht, warum ich ausgerechnet diesen Orientalismusschinken als Eingangsbild gewählt habe. Es ist eines der wenigen ausgestellten Bilder im Pariser Musée d’Orsay, das von einem Nicht-Europäer gemalt wurde. Daher hatte ich es zu meiner Gedächtnisstütze photographiert. Vermutlich hätte ich es schon vergessen, könnte zumindest schwerlich sagen, wer das Bild gemalt hätte, wenn ich es in den letzten Monaten nicht immer wieder beim Scrollen in meiner Smartphone-Galerie gefunden hätte. Als ich in den letzten Tagen begann, meinen Vortrag vorzubereiten, fiel es mir wieder ein. Ich will Ihnen im Folgenden meine Motive darlegen.

Auch ich saß einmal in einem Einführungskurs für Geschichtsstudenten. An die Tafel schrieb der Professor mit Kreide “History”. Er dozierte, der griechische Wortkern “histor-” bedeute das Erforschte oder Erfahrene berichten. Historiker machten die Vergangenheit in ihrer Darstellung wieder lebendig. Mir blieb im Kopf: Historiker sind Geschichtenerzähler. So passt das Gemälde des Orientalen. Das Bild erzählt Geschichte. Eine Geschichte des Malers Osman Hamdy Bey und die seines Sujets. Es ist für sich genommen selbst Geschichte und erzählt die Sammlungsgeschichte des Museums mit. Das Motiv des Gemäldes und wie ich das Gemälde reproduzierte, berichten über mich als Fotografen und “Digitaltouristen”. Der Reichtum an Geschichten wächst mit jedem Betrachter. Genau darum geht es mir heute.

Obwohl ich als Digitalstratege seit Jahren bei Wikimedia Deutschland, der Fördergesellschaft der Wikipedia und Wikidata, arbeite, werde ich weder über Wikipedia noch über digitale Technologien sprechen. Weder über den Vorteil von WiFi im Museum, noch über Tablets in der Museumspädagogik. Weder über Social Media, Deutsche Digitale Bibliothek noch Europeana. Ich werde Ihnen nicht darlegen, wie Sie Ihre Bestände digitalisieren oder wie Sie Ihre Metadaten mit Wikidata verknüpfen, um deren vernetze Reichweite zu erhöhen. Es geht mir nicht um Urheberrecht, Wissensallmende oder um Public Domain. Darum kann es erst im zweiten Schritt gehen. Nachdem Sie sich entschieden haben, ob Sie meinem Vorschlag folgen wollen. Nachdem Sie den ersten Schritt gemacht haben.

Geschichtsmuseen im Wandel

Geschichtsmuseen entstanden aus den Sammlungen von Herrschenden, später auch von Bürgern. Sie beinhalten die Objekte, die als Gedächtnisanker für ein referentielles Ereignis in der Vergangenheit dienten. Die eroberte Truppenfahne aus den Religionskriegen, die mittelalterliche Urkunde zur Verleihung des Marktrechtes. Der Humpen des Zunftmeisters. Das Tafelsilber der jüdischen Kaufmannsfamilie. Die zurückgelassenen Schuhe des Emigranten. Aus den Schaukabineten wurden chronologische Ausstellungen, um den Besuchern Geschichtskenntnisse der Stadt, der Region, des Landes oder der Nation zu vermitteln. Je nachdem welchen Brotherren das Haus hat.

In jüngerer Zeit kamen thematische Ausstellungen hinzu. Dann hielt die  Erlebnisgesellschaft Einzug in die Geschichtsmuseen. Die Inszenierung der Sammlung wurde zum Credo. Doch ganz gleich, welche Medien Sie verwenden, welche Inszenierungsform Sie wählen. Ob und wie Sie das Objekt in das Narrativ des Rundganges einbetten, Sie behalten die Fäden in der Hand. Sie haben den Vermittlungsauftrag. Sie haben das Wissen. Sie sind der Experte. Sie spinnen den Faden der Erzählung. Sie sind der Geschichtenerzähler. Das heißt aber auch: Die anderen, die Besucher, die Schulklassen, die Touristen, die Abonnenten Ihres Museumsnewsletters, die User Ihrer neuen Museumsapp, Ihre Facebookfreunde sind Ihre Leser, Zuschauer, Zuhörer, Ihre Rezipienten. Sie sind, wenn man das Wörtliche auf die Spitze treibt, die Behälter für Ihre geistigen Ergüsse.

Reicht das Ihren Besuchern heute? Reicht Ihnen das? Wenn Sie nicht nur neue Technologien und Medien in Ihrem Museum zum Einsatz bringen wollen, dann verheißt eine wirksame Digitalstrategie die Chance auf einen radikalen Rollenwechsel. Gewissermaßen vom Gleich- zum Wechselstrom. Sie stellen die Weichen um auf Dialog. Mal sind Sie der Geschichtenerzähler und mal sind Sie der Zuhörer. Mal greifen Sie den Faden Ihres Gegenübers auf und weben ihn ein in das gemeinsame Narrativ zu den Objekten Ihrer Sammlung. Ein anderes Mal sind Sie der Impulsgeber für einen neuen Spin der Geschichte eines Ihrer Besucher. Die Digitalität ist für diesen Rollenwechsel nicht zwingend, sie macht es nur wahrscheinlicher, dass er gelingt. Der Rollenwechsel eröffnet Ihnen neue Handlungsebenen, neben den hergebrachten. Denn natürlich wollen nach wie vor viele der Museumsbesucher in erster Linie unterhalten und vielleicht ein wenig unterrichtet werden. Die Besucher Ihrer Website wollen im Augenblick noch mehrheitlich wissen, wann und wo sie das Haus geöffnet finden, und Ihre Facebookfreunde versprechen sich von Ihrer “Freundschaft” meist nur aktuelle Informationen zum Ausstellungskalender.

Aufbruch zu big cultural heritage data

Camille Flammarion, L’Atmosphère: Météorologie Populaire (Paris, 1888) public domain via Wikimedia Commons

Doch mit der Weite des Netzes steigt um ein Vielfaches die Chance mit Menschen in Kontakt zu treten, die mehr wollen. Es ist daher in Ihrem Interesse, wenn Besucher im Museum fotografieren und die Bilder im Netz teilen. Eine Fotografiererlaubnis ermöglichte es mir, dieses wortwörtliche Nischenbild von Osman Hamdy Bey aus dem Musée d’Orsay mit Ihnen und meinen Twitterfollowern legal zu teilen und es so bekannter zu machen. Davon profitiert das Musée d’Orsay. Genauso wie Sie davon profitieren, wenn Forscher, die Ihre Daten mit den eigenen verknüpfen, über die Interpretation von “Big Data” zu neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen gelangen, die Sie wiederum für eine neue Perspektive auf Ihre Sammlung nutzen können. Pädagogen, die Material für ihre Lerninhalte suchen, verweisen dabei auf Ihr Haus als Wissensquell. Künstler, die wie je Collagen aus Altem zu Neuem formen, erneuern das Interesse an Ihren Objekten. Menschen und Unternehmen, die die Digitalisate Ihrer historischen Sammlungen als Rohstoff für neue Kreationen nutzen wollen, seien es neue Websites, Videoclips  oder Stoffdrucke für die Frühjahrskollektion, tragen zur Verankerung dieser historischen Inhalte in der Öffentlichkeit bei.

Wenn Sie meiner Empfehlung für eine wirksame Digitalstrategie folgen wollen, dann machen Sie den ersten Schritt. Dieser passiert in Ihrem Kopf. Werden Sie zum Ermöglicher. Werden Sie Neudeutsch zum Facilitator, wie es Prof. Vogel, Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums, ausdrückte, indem Sie Sorge dafür tragen, dass Ihre Sammlungen digital nutzbar werden!  Stellen Sie Ihre digitalisierten Inhalte über Plattformen wie Deutsche Digitale Bibliothek, Europeana oder Wikimedia Commons der Allgemeinheit zur Verfügung, damit sie besser auffindbar sind. Denn viele Ihrer historischen Objekte gehören in die Wissensallmende. Sie sind gemeinfrei. Es liegt an Ihnen, ob Sie durch die Digitalisierung neue Leistungsschutzrechte als Wall zwischen die Digitalisate und ihre Nutzer hochziehen oder ob Sie darauf im Sinne der Nachnutzung verzichten. Verwenden Sie offene Creative-Commons-Lizenzen, die selbst Maschinen eindeutig kommunizieren, zu welchen Konditionen die Inhalte nachnutzbar sind. Ein wichtiger Punkt hierbei ist die einfache technische Attributierung der Digitalisate als aus Ihrem Haus stammend. Beides, der Transfer in die Portale und die offenen Lizenzen, ermöglichen es, über Softwareschnittstellen Ihre Daten mit anderen Daten frei zu kombinieren und sie in neue Kontexte zu bringen. Beides fügt Ihre Daten in den Kosmos von Big Cultural Heritage Data ein.

Starten Sie klein, aber mit Verve. Lassen Sie sich inspirieren von Projekten, wie sie zum Beispiel im Rahmen von Coding da Vinci, dem Kultur-Hackathon, entwickelt werden. Möglicherweise Geokoordinaten zu den Orten, die in Ihrer Gemäldesammlung dargestellt sind, so dass Sie die Gemäldemotive leichter auf einer Karte in Ihrer Ausstellung abbilden, oder Ihren Besuchern als Stadterkundungsapp mitgeben können. Museumswebseitenbesucher, die mit ihrem Wissen zu einem besseren Verständnis einzelner Objekte beitragen oder ungeahnte Korrekturen liefern. Gewinnen Sie neue Perspektiven auf Ihre Sammlungen und generell mehr Sichtbarkeit für Ihr Haus. Denn was nicht im Netz ist, fällt aus der Welt der Wahrnehmung heraus. Auf jeden Fall gewinnen Sie im Dialog Freunde.

Sie kommen in gute Gesellschaft

In den letzten Jahren haben sich weltweit renommierte Kulturerbeeinrichtungen entschlossen, diesen ersten Schritt zu wagen: The Smithonian Institutions, das Met, Getty, The National Gallery of Art allein in den USA. In Europa das schwedische Nationalmuseum, die dänische Nationalgalerie, das niederländische Reichsmuseum, das Schweizer Bundesarchiv, the British Library, das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg, [1] die Universitätsbibliothek Heidelberg, das schwedische Amt für Denkmalpflege, das österreichische Bundesdenkmalamt, das Museum für Naturkunde Berlin. Ich zähle hier exemplarisch Institutionen auf, die den Paradigmenwechsel von der Inszenierung zum Dialog als den elementaren Schritt ihrer digitalen Strategie betrachten. Mit den Worten von Berndt Arell, Generaldirektor des schwedischen Nationalmuseums, gesprochen: „[…] these artworks belong to all of us and are there for all of us, regardless of how the images are used. We hope our open collection will inspire creative new use and interpretation of the artworks.“ [2]

In unserer Zeit, in der gewohnte Gewissheiten verblassen, Strukturen komplexer werden und das Individuum sich nicht selten einsam in dem so genannten globalen Dorf fühlt, satteln all diese Institutionen auf einen Trend, der immer wichtiger wird: Bonding. Oder wie der französische Denker Didier Eribon es treffend formuliert “Für die Menschen ist es wichtig, dass sie zählen und Teil von etwas sind.”[3]

Das größte Netz-Projekt der Welt, Wikipedia, verzeichnet als Motive der zehntausenden aktiven Beitragenden: Neben der Befriedigung Teil der Bewegung für das Freie Wissen zu sein und damit sich selbst als einen Knotenpunkt im Netzwerk verorten zu können, ist es die Genugtuung, etwas zu bewirken und etwas gestalten zu können, und dieses Wirken wiederum als bedeutendes Teil des Ganzen zu erfahren, die sie antreibt, ihre Freizeit für das Schreiben von Enzyklopädie-Artikeln zu spenden. Das befriedigende Gefühl, das universale Prinzip Actio und Reactio mindestens in einem Teil der eigenen Welt zu beherrschen, machen sich Facebook und andere Social-Media-Plattformen zunutze. Es lässt immer mehr Menschen sich in deren Netzwerke einreihen. Es bindet sie: Bonding. Dieses Gefühl, verstärkt durch die Vorstellung etwas Sinnvolles und gesellschaftlich Anerkanntes zu tun, funktioniert bei Wikipedia, bei Getty, der British Library, dem Rijksmuseum. Warum nicht auch bei Ihnen? Den ersten Schritt einer wirksamen Digitalstrategie müssen Sie selber tun: Trauen Sie sich Ihre Geschichten zu teilen. Wikimedia Deutschland unterstützt Sie in den Kulturerbeeinrichtungen gern beim zweiten Schritt.

Weitere Blogposts

Markus Speidel : JAHRESTAGUNG DES DEUTSCHEN MUSEUMSBUNDES 2017 IN BERLIN

Fußnoten:

  1. zitiert nachMerete Sanderhoffs /SMK  Vortrag: How starting small can change the museum world, Hamburg 2017
  2. zitiert nach Karin Glasemann (sharing is caring Hamburg 2017)
  3. zitiert nach Der Freitag, Nr 17/2017; S.3

by Barbara Fischer at May 15, 2017 11:32 AM

May 11, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 19/2017

Die Wikimedia:Woche 19/2017 informiert unter anderem über eine neue Publikation zum Thema Digitalpolitik und über die nun veröffentlichten Wahlprüfsteine zur NRW-Landtagswahl. Außerdem wurden die Bilder des Jahres 2016 auf Wikimedia Commons gewählt und neue Filter zur Vandalismusbekämpfung in den Wikimedia-Projekten eingeführt.

Zur Wikimedia:Woche 19/2017 geht es hier.

by Martin Rulsch at May 11, 2017 03:28 PM

May 09, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Reader zu Wechselwirkungen zwischen Digitalisierung und Politik veröffentlicht

Der Reader gibt eine Überischt über verschiedene Aspekte des Themas. Lizenz: Jürgen Geuter, Hauke Gierow, Ralf Grötker, Joerg Heidrich, Lorena Jaume-Palasí, Matthias Kettemann, Paul Klimpel, Julia Pohle, Martin Schallbruch, Isabel Skierka, Matthias Spielkamp, Cover Digitalpolitik. Eine Einführung, CC BY 3.0

Wer regiert die Welt des Internets? Pünktlich zur re:publica 2017 erscheint eine von Wikimedia Deutschland und iRights.international initiierte Publikation zum Thema Digitalpolitik. Das Internet berührt unser Leben wie kaum eine andere Entwicklung. Aktives Engagement in der globalen und nationalen Netzpolitik ist trotzdem noch keine Selbstverständlichkeit. Zeit, das zu ändern!

Wahlkampf, NSA-Skandal, Datenschutz – heute beinhalten fast alle politischen Themen auch digitale Aspekte. Die Digitalisierung der Gesellschaft bedeutet auch, dass politische und rechtliche Rahmenbedingungen auf nationaler und internationaler Ebene Veränderungen durchlaufen. Gemeinsam mit den weiteren Initiatoren von Digitalpolitik. Eine Einführung wollen wir von Wikimedia Deutschland dazu beitragen, das Wissen über die internationale Netzpolitik zu vertiefen und darauf hinzuwirken, dass sich wieder mehr Menschen aus dem deutschsprachigen Raum in die Prozesse der Internet Governance einbringen.

Die Publikation stellt verständlich und praxisnah dar, welche Bedeutung rechtliche und politische Rahmenbedingungen für unsere digitale Entwicklung einnehmen. Die Herausgeber Lorena Jaume-Palasí, Julia Pohle und Matthias Spielkamp haben eine breite Palette an Beiträgen zu Digitalpolitik und Internet Governance zusammengestellt. Vom Internet der Dinge über Netzneutralität bis hin zu Cybersicherheit decken die Artikel jedoch nicht nur verschiedene Themen- und Politikbereiche ab, sondern zeichnen vor allem auch die jeweilige Akteurslandschaft nach und zeigen so auch Möglichkeiten der Mitgestaltung auf. Dabei wird ganz besonders deutlich, wie wichtig globales Engagement ist. Die Herausforderung internationaler Regulierung des Internets durch gleichberechtigte Multistakeholder-Ansätze und neu entstehende Akteure bietet für die deutsche Digitalpolitik eine Chance. Das weltweite Netz der Netze entwickelt sich nach wie vor rasant weiter und es gilt, diese Entwicklung im Sinne des Freien Wissens und der Teilhabe aller zu gestalten. Die Publikation soll als Leitfaden für diejenigen dienen, die diese Chance zur aktiven Beeinflussung nutzen wollen.

Die Online-Ausgabe des Readers ist auf der Informationsmaterialien-Seite von Wikimedia Deutschland zu finden, die Printversion ist ab 10.05.2017 bei der re:publica und auf Anfrage bei Wikimedia Deutschland erhältlich. Sie möchten ein Exemplar zugesandt bekommen oder haben schon früher Lust, politische Prozesse zu beeinflussen? Über politik@wikimedia.de kann man Kontakt zu uns aufnehmen.
„Digitalpolitik. Eine Einführung“, initiiert von iRights.international und dem Wikimedia Deutschland e.V., mit freundlicher Unterstützung von ICANN, Hrsg.: Lorena Jaume-Palasí, Julia Pohle und Matthias Spielkamp.

by John Weitzmann at May 09, 2017 04:15 PM

May 05, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wissen austauschen bei der “Sharing is Caring Extension” in Hamburg

Logo für die Satelliten-Veranstaltungen der „Sharing is Caring“, nicht freigegeben aber verwendet mit freundlicher Erlaubnis des Statens Museum for Kunst und des MMEx – Museernes Videncenter for Digital Formidling, Dänemark

Mit finanzieller und programmatischer Unterstützung von Wikimedia Deutschland fand am 20. und 21. April in Hamburg die Tagung “Sharing is Caring” statt. Sie richtete sich vor allem an Mitarbeitende öffentlicher Museen und anderer Gedächtnisinstitutionen. Das kulturelle Erbe ist für uns im Zugang häufig auf kleine Ausschnitte limitiert. Digitale Verfügbarkeit auf der ganzen Welt und Nachnutzbarkeit für alle ist eine Chance für Nutzende, Institutionen und vergessen geglaubte Kunstwerke gleichermaßen. Im Rahmen der Tagung hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, in Workshops Erfahrungen rund um Digitalisierung auszutauschen und Strategien für die Zukunft zu entwickeln. Ein Beitrag von Barbara Fischer und Anke Obendiek.

von Sharing is Caring – Hamburg Extension Stella Bandemer/Olivia Stracke (Conference Sharing is Caring – Hamburg Extension) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Vorletzte Woche fand die erste Sharing is Caring Extension in Hamburg statt – und wir waren als Mitveranstalter auch mit aktiven Programmteilen beteiligt. Sharing is Caring ist ein Vernetzungstreffen für Vertreter aus Forschung und Praxis der Kulturwelt, wie Museen, Archive, Bibliotheken, aber auch zivilgesellschaftliche Akteure, IT- und Kreativfirmen und Kulturinteressierte ganz allgemein, die Interesse an verbessertem Zugang zu kulturellem Erbe haben. Unter dem Titel der Tagungsreihe “Sharing is Caring”, bereits 2011 in Kopenhagen ins Leben gerufen, traf man unter dem Motto “Building Connectivity through Cultural Heritage” zum ersten Mal außerhalb von Dänemark zusammen. Wir von Wikimedia Deutschland setzen uns dafür ein, kulturelles Erbe für alle Menschen digital nutzbar zu machen. Obwohl es im Bereich GLAM (Galleries, Libraries, Archives and Museums) schon viele Fortschritte gab, sind die Herausforderungen groß. Daher unterstützen wir Institutionen beim Umdenken und bieten auch aktive Unterstützung bei der (Nach)Nutzbarmachung digitaler Bestände.

Organisiert von Dr. Antje Schmidt vom Hamburgischen Museum für Kunst und Gewerbe (MKG) und Prof. Gertraud Koch von der Universität Hamburg, begann die Veranstaltung am Donnerstag in den Räumen des MKG. Dort konnten die Teilnehmenden zunächst auf eigene Faust mit der Audiotour-App “Im Sog der Zeit” oder in geführten Rundgängen auf Entdeckungstour gehen. Im Spiegelsaal des MKG wurde die Veranstaltung mit Grußworten unter anderem von Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, und der Initiatorin von Sharing is Caring in Kopenhagen, Merete Sanderhoff (Statens Museum for Kunst, Kopenhagen) eröffnet. Alle machten deutlich: Es geht voran, aber der Weg ist noch weit. Fragen nach rechtlichen Hürden müssen ebenso beantwortet werden wie Fragen nach Partizipation und echter Beteiligung verschiedener Bevölkerungsgruppen im Sinne einer cultural citizenship. Das Motto von Mere Sanderhoff “think big, start small, move fast” prägte nicht nur an diesem Abend die Debatte. Im Anschluss folgte der Kurzfilm “The Other Nefertiti”, der die kontroverse Aktion der Künstler Nora Al-Badri und Jan Nikolai Nelles zeigte, während derer sie heimlich einen 3D-Scan der berühmten Nofretete-Büste in Berlin anfertigten und die gewonnenen Daten der Öffentlichkeit zur freien Nachnutzung zur Verfügung stellten.

von Sharing is Caring – Hamburg Extension Stella Bandemer/Olivia Stracke (Conference Sharing is Caring – Hamburg Extension) [CC BY 4.0], via Wikimedia Commons

Den Freitag eröffneten in der Universität Hamburg Keynotes von Prof. Simon Tanner (King’s College, London) und Andrea Wallace (Anwältin und Künstlerin). In Workshops wurden danach ein breite Palette an Themen besprochen: Von konkreten Schritten zur Vorgehensweise über Nachnutzung von kulturellem Erbe bis hin zur Herausforderung von Social Media und zur Frage, wie man überhaupt andere dazu bringt, ihre Meinung zu ändern. Wir waren am Freitag mit Kamera-Ausrüstung vor Ort, um Interviews für die neu entstehende Videoreihe “GLAM on Tape” zu führen. Darin sollen die Pionierinnen und Pioniere aus Gedächtnisinstitutionen erläutern, wie sie ihre verschiedenen Leuchtturmprojekte gegen verschiedenste Widerstände realisieren konnten. Auf diese Weise soll ihr Wissen auch anderen zugänglich gemacht werden, die vor vergleichbaren Herausforderungen stehen, wenn es darum geht, das kulturelle Erbe zugänglich zu machen. Die Videos der Reihe gibt es demnächst auf Wikimedia Commons, weitere Infos und Links demnächst hier im Blog.

Change your mind!

Großen Zuspruch fand auch in Hamburg das Rollenspiel “©© Change Your Mind” zum Urheberrecht in GLAM-Institutionen. Gemeinsam mit Dr. Ellen Euler von der Deutschen Digitalen Bibliothek haben wir Mitarbeiter aus 15 Einrichtungen eingeladen, sich intensiv und anhand von konkreten Beispielen mit ihren Handlungsoptionen im Feld des Freien Wissens auseinanderzusetzen. Trotz der komplexen Materie wurde deutlich: Freie Lizenzen sind viel öfter anwendbar, als man glaubt. Der wichtigste Schritt erfolgt tatsächlich im eigenen Kopf. Change Your Mind! Dieses Credo galt auch in dem von WMDE angeregten Workshop von Karin Glasemann (schwedisches Nationalmuseum) und Antje Theise (Staatsbibliothek Hamburg). Sie zeigten gemeinsam auf, wie man mit Beharrlichkeit und in der Zusammenarbeit mit Partnern wie Wikimedia in der eigenen Institution Schritt für Schritt die Haltung zu #openGLAM wenden kann.

Was die Konferenz ganz deutlich machte: Viele Ängste, die im Zusammenhang mit openGLAM existieren, werden durch die Erfahrungen von Institutionen, die sich digital geöffnet haben, nicht bestätigt. Im Gegenteil, Kunst wird dann interessant, wenn wir uns mit ihr beschäftigen, wie Merete Sanders richtig bemerkte: Ins Louvre gehen Besucher nicht, obwohl sie das Bildnis der Mona Lisa schon gesehen haben, sondern gerade weil sie es kennen. Das enorme Potenzial und Interesse, das sich aus der Nutzbarkeit von sonst in verschlossenen Räumen lagernden Kunstwerken ergibt, zeigte sich am anschaulichsten am Kleid von Andrea Wallace, das mit Pixeln eines frei verfügbaren Stilllebens aus dem 17. Jahrhundert bedruckt war, wurde aber zum Beispiel auch durch Antje Theises Berichte über die Hilfestellung in der Provenienzforschung durch digitale Zugänglichkeit und Beschreibungen über die Kunstvermittlung mithilfe der Online-Plattform Europeana deutlich. Der freie Zugang zu kulturellem Erbe schafft für viele Menschen erst ein Bewusstsein für dessen Bedeutung. Daher müssen Kulturinstitutionen auch in Zukunft in Zusammenarbeit mit Zivilgesellschaft und öffentlichen Stellen daran arbeiten, diesen Zugang für alle zu ermöglichen.

Interessiert?

Mehr Eindrücke aus Hamburg gibt’s über #sharecarex auf Twitter und auf MediumAnmeldungen für die Extension in Brüssel am 20. Juni und das Hauptevent in Aarhus vom 19.-21. November 2017 sind hier möglich. Näher dran und ebenfalls zum Thema Verantwortung für kulturelles Erbe: die Konferenz Zugang gestalten! am 19. & 20. Oktober 2017 in Frankfurt.

by John Weitzmann at May 05, 2017 01:44 PM

May 04, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 18/2017

Neben der Sperrung aller Wikipedia-Sprachversionen in der Türkei und der Ausladung von Jimmy Wales von einer Expo-Veranstaltung in Istanbul, informiert die Wikimedia:Woche 18/2017 unter anderem über zwei neue Benutzergruppen und die Wahlen zum Board of Trustees. Der Fotowettbewerb Wiki Loves Earth ist in den vergangenen Tagen gestartet ebenso wie die Programmeinreichungsphase für die kommende WikiCon.

Zur Wikimedia:Woche 18/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at May 04, 2017 01:31 PM