de.planet.wikimedia

January 19, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Bürgerschaftliches Engagement im digitalen Zeitalter und digitales bürgerschaftliches Engagement

Viel Spaß beim Lesen dieses Gastbeitrages von Rainer Sprengel vom Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement.

Digitales bürgerschaftliches Engagement ist bisher weder verstanden und hinreichend erforscht noch im Fokus der Engagementdiskussion. Dieser Beitrag will zeigen, worum es bei diesem Thema geht.

In der öffentlichen Diskussion wird bürgerschaftliches Engagement leicht auf Ehrenamt und Freiwilligentätigkeit verkürzt, was mit Blick auf digitales bürgerschaftliches Engagement schnell in die Irre führen kann. Tatsächlich ist mehr gemeint, denn bürgerschaftliches Engagement umfasst alle Formen privaten Engagements für das Gemeinwohl im öffentlichen Raum. Dieses Verständnis wurde vor 15 Jahren von der Enquete-Kommission „Zukunft des Bürgerschaftlichen Engagements“ des XIV. Deutschen Bundestages etabliert. Dadurch erhielten die Debatten über bürgerschaftliches Engagement in Deutschland und die Entwicklung engagementfördernder Strukturen einen heftigen, nachhaltigen Impuls.

Die verbreitetsten Formen bürgerschaftlichen Engagements sind in Deutschland die Zeitspende (Ehrenamt, Freiwilligentätigkeit und ähnliche Formen) und die Geldspende, doch es gibt viele weitere Formen. Eine große Bedeutung kommt zum Beispiel der persönlichen Reputation zu, den in der Öffentlichkeit bekannte Personen für das Gemeinwohl einsetzen können. Eine weitere Form ist die Verfügbarmachung eigener persönlicher Netzwerke – diese können für den privaten Nutzen eingesetzt werden, dann geht es um das berühmte Vitamin-B in Karrieren oder ebenso auch für das Gemeinwohl, dann handelt es sich um bürgerschaftliches Engagement. Der skeptische Blick auf das bürgerschaftliche Engagement von Unternehmern und Unternehmen hat auch damit zu tun, dass hier beides gleichzeitig passieren kann. In der Wissensgesellschaft stellt bürgerschaftliches Engagement, das Informationen und Wissen erzeugt und mit allen ohne Bezahlung teilt, eine besondere, wichtige Form des bürgerschaftlichen Engagements dar. Wissensspende ist nicht hinreichend durch die damit verbundene Zeitspende erfasst.

Notwendigkeit und Nutzen einer Diskussion über digitales bürgerschaftliches Engagement

Bürgerschaftliches Engagement ist die Grundlage des Zusammenlebens und Funktionierens unserer modernen, demokratischen Gesellschaft – das bleibt eine der zentralen Erkenntnisse der genannten Enquete-Kommission. Im bürgerschaftlichen Engagement wird gelernt und weitergegeben, dass es mehr gibt als familiäre Verpflichtungen und Blutsbande, dass wir uns freiwillig gegenüber Dritten verpflichten, die uns komplett unbekannt bleiben, die uns vielleicht auch völlig unsympatisch sein können. Wer in der Freiwilligen Feuerwehr ist, handelt immer für Alle, wer ehrenamtlich Wanderwege anlegt, weiß nicht, wer darauf laufen wird und wer einen Wikipediaartikel schreibt, weiß nicht, wer diesen für welchen Zweck lesen wird. Das Engagement der Vielen ist die materielle und strukturelle Grundlage des Reichtums von uns Allen und der Stabilität unserer Gesellschaft, unserer Wirtschaft und unseres Staates.

Deshalb ist die Frage danach, ob digitales bürgerschaftliches Engagement etwas Neues ist, von weitreichender Bedeutung. Handelt es sich nur um eine Formatänderung, also um alten, bekannten Wein in neuen Schläuchen oder geht es um eine Veränderung der Strukturen von bürgerschaftlichem Engagement insgesamt mit weitreichenden gesellschaftlichen Folgen?

Alter Wein in neuen Schläuchen?

Ohne Zweifel lässt sich digitales bürgerschaftliches Engagement in einem gewissen Rahmen mit Begriffen beschreiben, mit denen nicht digitales bürgerschaftliches Engagement beschrieben wird, die Zeitspende etwa. Hiervon ausgehend kann dann nach Motiven gefragt werden. Doch schon gerät man schnell an Grenzen. So ist eine zentrale Einsicht aus der Engagementforschung, dass die Zusammenarbeit mit netten Menschen ein wesentlicher Treiber ist, wobei mit dieser Zusammenarbeit immer ein Miteinander in konkreten Arbeitsräumen, z.B. einer Sporthalle, einem Vereinslokal, einer Kirche usw. gemeint ist.

Noch deutlicher werden die Grenzen, wenn auf eine zentrale Kategorie in der Definition von bürgerschaftlichem Engagement geschaut wird, nämlich das Handeln im öffentlichen Raum. Idee und Realität von Öffentlichkeit und öffentlichem Raum haben sich durch unterschiedliche digitale Formate fundamental verändert.

Erstens gibt es eine Art von Verdopplung, sinnfällig greifbar dadurch, dass es alle Printmedien mittlerweile auch in Onlineform gibt, wobei diese Verdopplung eben gerade keine Kopie ist, sondern SPIEGEL-Online ganz anders funktioniert als SPIEGEL Print. Und der neu gewählte amerikanische Präsident zeigt, dass gar nicht mehr mit Presse- und Medienakteuren geredet werden braucht, um massenwirksam Botschaften in die Welt zu setzen, wenn man Kanäle wie Twitter zu nutzen weiß. Dieses Phänomen bedeutet für die meisten zivilgesellschaftlichen Akteure, in denen bürgerschaftliches Engagement stattfindet, eine massive Verschlechterung ihrer Situation, denn sie können sich dieser Verdopplung nicht entziehen. Für sie bedeutet das einen unmittelbar erhöhten Aufwand, der leicht in der Diskussion übersehen wird, wenn die neuen Handlungschancen zivilgesellschaftlicher Akteure via Internet, Smartphone u.ä. herausgestellt werden. Besondere Ereignisse wie der Arabische Frühling, Überschwemmungen, Bürgerkriege oder die Flüchtlingskrise geben zwar zivilgesellschaftlichen Akteuren neue, vielfältig genutzte Möglichkeiten, um Öffentlichkeit herzustellen oder sich zu organisieren. Im Alltag der meisten zivilgesellschaftlichen Organisationen müssen diese vor allem aber darauf hoffen, Digital Natives als begeisterte Ehrenamtliche oder zusätzliche Geldquellen finden – oder erhöhte Kosten und Aufwände anders rechenbar machen.

Zweitens umwölben und durchdringen digitale Formate den öffentlichen Raum der Städte, Straßen und Landschaften – die Orientierung in diesen Räumen hat sich durch entsprechende Apps alltagspraktisch gewandelt. Handlungsorientierte Apps ermöglichen die Erfassung von Problemen im öffentlichen Raum der Straßen und Landschaften von der Identifikation und Publikation inklusionsfeindlicher Bordsteine bis hin zur Sichtbarmachung von Gewalttaten und Bürgerkriegen, der Organisation von Fluchtwegen durch Europa oder der Selbstorganisation von Ehrenamtlichen, um Sandsäcke gegen überbordende Flüsse zu tragen. Hier ist ein breiter Aktivitätsraum für neue Engagementformen und Engagementnetzwerke entstanden.

Drittens stellen sich Gegensätze wie privat / öffentlich, öffentlich / anonym, menschlich / technisch oder städtisch / ländlich im digitalen Raum neu dar, mit Rückwirkungen auf den nicht digitalen öffentlichen Raum. Die weltweiten Kooperationsmöglichkeiten, das Teilen von Wissen und Neuigkeiten, die Demokratisierung der Berichterstattung über und Kommentierung der Welt, ob im kleinen oder im globalen Rahmen hat eine vor wenigen Jahrzehnten kaum absehbare Dimension erreicht. Zugleich war es aber auch für geistige Brandstifter nie so leicht wie heute anonym ihr Zeug durch die Welt zu schicken. Sie können dabei so tun, als ob sie identifizierbare Personen wären und ihre Meinung und falsche Behauptungen auch noch mit technischer Hilfe als Meinung vieler erscheinen lassen – bei jeder Demonstration auf einem Platz wird dagegen immer offensichtlich, ob es sich um 1, 10, 10000 oder 100000 Personen handelt. Der digitale Raum ist schließlich auch ein spezieller Raum der Gewalt vom Cybermobbing bis hin zum Cyberwar – und das ist für jedes bürgerschaftliches Engagement als zivilgesellschaftliches Engagement eine Herausforderung.

Bürgerschaftliches Engagement zwischen Schwächung und Neustrukturierung

Diese Hinweise ohne Anspruch auf Vollständigkeit lassen Perspektiven und Relevanz einer Thematisierung digitalen Engagements erkennen.

Erstens geht es um die Frage, wie digitales bürgerschaftliches Engagement das angedeutete Phänomen der Verdopplung kompensieren kann. Da bin ich angesichts von über 600.000 eingetragenen Vereinen skeptisch – über 600.000 gepflegte, technisch sichere, aktuelle Webseiten und / oder Social Media Auftritte? Dazu dann noch bei gut 100.000 weiteren Organisationen (Stiftungen, gemeinnützige GmbHs, gemeinnützige AGs) und eine unbekannte Anzahl nicht eingetragener Vereine. Das würde eine Selbstverständlichkeit im Umgang mit digitalen Aktivitäten voraussetzen, die in der Breite nicht vorhanden ist. Gibt es hierfür kooperative Lösungen, die von vornherein aus der Sicht des digitalen Raums gedacht werden?

Zweitens geht es um die Frage, wie neue Engagementformen und neue Aktivitätsthemen mit schon vorhandenen Strukturen vernetzt werden können. Sich über Smartphone via Facebook selbst zu organisieren, um einen Deich mit Sandsäcken abzudichten, ist schön und gut – doch am Deich sind dann schon hoffentlich ausgebildete Katastrophenschützer, zumeist selber Ehrenamtliche. Sie müssen ihrerseits wissen und gelernt haben, spontane Helfergruppen einzubinden.

Drittens aber, und hier sehe ich die zentrale Herausforderung, führen die Besonderheiten digitaler Räume zur Notwendigkeit, bürgerschaftliches Engagement neu zu denken. Mit dem Begriff der Öffentlichkeit bei der Definition bürgerschaftlichen Engagements schien vor 15 Jahren ein gutes Abgrenzungsmerkmal zu privatnützigem Engagement gefunden. Zugleich stellte es einen natürlichen Referenzraum der Kontrolle des Engagements dar, das sich in der Demokratie bei hellem Licht der Öffentlichkeit entfalten und zeigen kann. Beides ist in einer neustrukturierten Öffentlichkeit zumindest in ihrer aktuellen Form nicht mehr gegeben. Ein öffentlicher Raum, in dem anonymisierte Drohungen und Beleidigungen, massenhaft durch technische Werkzeuge vermehrbar, ungestraft über Engagierte kommen können, erfüllt keine Kontrollfunktion mehr im Sinne einer demokratischen Diskussion. Ein öffentlicher Raum, in dem die Grenze zwischen privat und öffentlich neu gezogen wird, verlangt auch von daher ein neues Nachdenken über Definitionsmerkmale, und daran hängend auch der Diskussion über Rahmenbedingungen des bürgerschaftlichen Engagements.

Zum Autor: Dr. Rainer Sprengel leitet den Bereich Information und Kommunikation des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement (BBE). Er befasst sich seit 1998 mit Engagementfragen, ist Autor einer Vielzahl an Studien und Beiträgen zu diesem Themenbereich und Mitherausgeber des Jahrbuchs für Engagementpolitik.

by Julian Fischer at January 19, 2017 07:20 PM

Wikimedia:Woche 3/2017

In der Wikimedia:Woche 3/2017 ist die Telefonnummer der Wikipedia und die neue Adresse von Wikimedia Österreich zu finden. Das Affiliation Committee hat drei neue Mitglieder und Wikimedia Deutschland war zu Gast im Unterausschuss „Bürgerschaftliches Engagement“ des Deutschen Bundestages. Außerdem in der vorliegenden Ausgabe: Zwei Stellenausschreibungen und die Terminabstimmung für den nächsten Community-Workshop zur Förderung von WMDE.

Zur Wikimedia:Woche 3/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 19, 2017 02:53 PM

January 18, 2017

Iberty

Wikipedia-Yogafiguren

Ein erstes Brainstorming für WikiYoga. Wenn es den "Kranich bei Sonnenaufgang" gibt und die "Wackelnde Schildkröte", dann sollte es doch auch Wikipedia-Yogafiguren geben.

* Der leidende Selbstdarsteller
Bpose7
Die Relevanzhürde

* Das Meinungsbild

* Schlafende Hunde

* Kreuz und Stern

* Die Adminkandidatur

* Der Donauturm
Bpose23
Die Kurierdiskussion

* Vandale bei Schulbeginn

* Die Schraube am Hinterrad..

* Das Movement

* Das erschütterte Ego
<noscript>
</noscript>

by dirk franke (noreply@blogger.com) at January 18, 2017 08:36 AM

January 12, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 2/2017

In der Wikimedia:Woche 2/2017 geht es unter anderem um die Neuregelung der Amtszeiten der Mitglieder des Board of Trustees und eine Studie zu indigenen Sprachen Lateinamerikas im Wikiversum. Außerdem wurden ein Erklärvideo des Netzkünstlers Alexander Lehmann veröffentlicht, das zur Mitarbeit an der Wikipedia anregen möchte und der voraussichtliche Ort der Wikimania 2018 bekannt gegeben.

Zur Wikimedia:Woche 2/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 12, 2017 03:47 PM

Enriched publications und Wikidata: Ein Werkstattbericht

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag berichtet die Stipendiatin Adelheid Heftberger über ihr Projekt im Rahmen des Fellow-Programms und ihre Erfahrungen mit Open Science.

Der Einstieg

Nun saß ich also da, inmitten von schlauen Menschen, die alle sehr viel Ahnung von Open Science hatten. “Da” war das Kick-Off-Meeting des neuen Fellow-Programms “Freies Wissen”, das von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband ins Leben gerufen worden war. Viel war die Rede von Wissenskommunikation wie Blogs, Twitter etc., von Forschungsdaten, von selbst geschriebenen Programmen. Man tauschte sich über Plattformen aus, von denen ich nur vage eine Ahnung hatte oder auf denen ich nur sehr vorsichtig bisher erste Schritte getan hatte. Kurz: Mir rauchte der Kopf. Am Ende verabschiedete ich mich hochmotiviert in der Gewissheit, dass es Zeit war, die Ärmel hochzukrempeln und die Idee von Open Science in meine Community zu tragen bzw. erst einmal zu recherchieren, was der Wissensstand war.

Ein Schritt zurück. Warum nahm ich an einem Kick-Off-Meeting im Wikimedia Deutschland Gebäude in Berlin teil? Meine Bewerbung für das Fellow-Programm entstammte meiner Arbeit am Open Access Journal Apparatus, das von Natascha Drubek 2015 gegründet worden war. Dabei konnte ich aus nächster Nähe erleben, wie komplex ein solcher Gründungsprozess ist und wie viele Partner es dazu braucht. Apparatus widmet sich der Film- und Medienwissenschaft, daher scheint es nicht weit hergeholt, bewegtes Bild in die Artikel einzubauen. Nicht besonders innovativ möchte man meinen, ist das Internet doch voll mit Videos auf den Webseiten. Ein Blick auf die Journal-Landschaft in diesem Bereich zeigt aber rasch, dass geisteswissenschaftliche Artikel immer noch sehr traditionell publiziert werden [1]. Ein typischer Artikel besteht aus Textteilen, zwischen die hin und wieder Bilder zur Illustration eingefügt sind. Umfangreiche Bibliographien und Filmographien sind typischerweise am Ende des Artikels angefügt und Links zu anderen Webseiten sind meist spärlich vorhanden. Sehr oft liegt der Artikel überhaupt nur als pdf zum Download bereit. Sexy ist das nicht gerade. Und auch nicht einfach zu erklären.

Die fehlende Kreativität oder technische Umsetzung derselben liegt nicht nur am fehlenden Willen der Herausgeber und Herausgeberinnen, sondern zu einem großen Teil an mangelhaften Infrastrukturen und nicht zuletzt an den fehlenden oder unklaren Rechten. Viele Open Access Journals verwenden das weit verbreitete Open Journals System (OJS) [2], in dem Videos im Grunde embedded werden können [3]. Dazu kommen Fragen der Archivierung der Inhalte: Wer würde sich um die Langzeitarchivierung kümmern, wenn kein einfaches PDF/A [4] an Bibliotheken abgeliefert werden konnte? Und: ging es in meinem Projekt denn nicht eigentlich um viel mehr als nur ein Video in meinen Test-Artikel einzubauen?

Statt Video im Artikel nun enhanced publications

Allein war ich mit meiner Idee nicht. Wie der langjährige Open Access Aktivist Jeroen Sondervan in seinem Blog schreibt: “It’s hot again!” [5] Jedoch bin ich immer noch auf der Suche nach guten Beispielen, wie eine enhanced publication denn aussehen könnte. Meine Mentorin Claudia Müller-Birn [6] versorgt mich zwar mit spannender Lektüre und macht mich mit interessanten Menschen bekannt, aber mir scheint, dass sich Texte zum Thema oft auf die technische Infrastruktur konzentrieren, aber wenig darüber sagen, wie so ein Artikel denn praktisch aussehen könnte. Dabei können digitale Publikationen auf eine 20-jährige Geschichte verweisen, wie Niels-Oliver Walkowski ausführt [7]. Aber erst seit 2001 ermöglichen die technischen Entwicklungen, vor allem das Semantic Web, wesentliche und notwendige Fortschritte in diesem Bereich. Ab 2007 kommt es dann zu einer regelrechten innovativen Explosion, in deren Zuge Konzepte wie das Open Laboratory Book, Semantic Publishing, Research Objects, Enhanced Publications, Nano-Publications und Multimodal Publications präsentiert werden [8]. Ich entschied mich schließlich einfachheitshalber für den Begriff enhanced publication und für folgende Arbeitsdefinition:

Enhanced publications are commonly intended as digital publications that consist of a mandatory narrative part (the description of the research conducted) plus related “parts”, such as datasets, other publications, images, tables, workflows, devices [9].

Anschließend machte mich daran, zu bestimmen, welche der erwähnten related “parts” mein Testartikel beinhalten könnte. Multimedial sollte der Artikel sein, klar. Außerdem sollten Forschungsdaten eingebunden werden und damit die Ergebnisse nachvollziehbar werden. Dazu wäre eine Datenvisualisierung schön, Tag Clouds verstehen sich von selbst und grafisch sollte das komplexe Geflecht auch noch darstellbar sein. Soweit, so gut. Stichpunktartige Umfragen unter meinen peers legten aber eher die Annahme nahe, dass die traditionelle Art der wissenschaftlichen Publikation in diesem Bereich durchaus auf ebenso traditionelle Arbeits- und Rezeptionsweisen gründet. Anstatt dass man mich euphorisch auffordert, doch rasch einen Prototypen zu entwickeln, der für Film- und Medienwissenschaften endlich den Mehrwert bringt, den man schmerzlich vermisst, blicke ich in fragende Gesichter. Was ich denn da noch einbauen wolle, außer vielleicht einem Link zum Film (auf YouTube) oder zum Wikipedia-Eintrag des Regisseurs? Und ob das dann nicht eher vom Lesen ablenken würde? Ich merke mir, dass ich später unbedingt einen button einbauen werde, der alle zusätzlichen Funktionen der enhanced publication optional wählbar macht. Solche Bedenken zeigen zweierlei: Dass es erstens wichtig ist, von den Ansprüchen der peers auszugehen und nichts auszuarbeiten, was dann nicht angenommen wird. Denn nicht alles, was möglich ist, ist für meine Zielgruppe auch sinnvoll. Wichtiger ist es, die Funktionen auf die Bedarfe abzustimmen und vor allem im Hinblick auf die im Artikel verfügbaren Quellen sorgfältig zu wählen. Und zweitens, dass man bei den Möglichkeiten der elektronischen Publikationen nicht nur Pionierarbeit im technischen Bereich sondern auch Überzeugungsarbeit leisten muss. Bei einer systematischen Auflistung möglicher Werkzeuge unterscheide ich dann zunächst zwischen solchen, die vor allem für die Herausgeber des Journals nützlich sein könnten (z.B. für bessere Durchsuchbarkeit, Metadaten-Ablieferung, Verwaltung der Bibliographien etc.). Den Mehrwert für die Leserschaft in Funktionen umzusetzen ist schon schwieriger. Ein wichtiger Nebenaspekt, zumindest für mein Projekt: Nachdem ich mich durch den State-of-the-Art Report zum Thema durchgearbeitet hatte [10], verstand ich außerdem, dass die Anreicherung nur ein Teil der Arbeit ist. Die komplexe und multimodale Struktur einer solchen Publikation erfordert ebenso komplexe Workflows für die Archivierung. Probleme wie diese schiebe ich vorerst einmal beiseite und konzentriere mich auf das, was in sechs Monaten (die Laufzeit des Fellow-Programms) machbar ist.

Aus dem Artikel in WikiData

Bekanntlich erhöht Open Access die Zugänglichkeit und dadurch auch die Sichtbarkeit einer wissenschaftlichen Publikation. Kommt das mühsam zusammengetragene Wissen eines Artikels, das oft auch Faktenwissen ist, nun aber tatsächlich einer breiteren Öffentlichkeit zugute? Ein Blick in Wikipedia zeigt, dass gerade in Nischenbereichen wie es die osteuropäische Film- und Medienwissenschaft zweifellos ist, mehr Information und aktuelle Forschungsergebnisse wünschenswert sind. Zudem publiziert Apparatus ausdrücklich in allen mittel- und osteuropäischen Sprachen, was zusätzlich einen Mehrwert bedeutet. Denn in “kleinen Sprachen” gibt es oft noch wenig wissenschaftliche Begriffsbildung. Statt über mögliche Formen der multimedialen Anreicherung meines Testartikels mit Informationen aus dem Web nachzudenken (Pull-Prinzip), sollte ich nicht besser zuerst versuchen, die Informationen aus dem Artikel in einen größeren Wissenspool, z.B. Wikidata einzuspeisen, damit mehr Menschen davon profitieren können (Push-Prinzip)? Wikidata ist die zentrale Datenbank, die hinter den Projekten der Wikimedia Foundation steht und die unter anderem sicherstellt, dass Fakten in allen Sprachversionen gleich sind, z.B. die Einwohnerzahl von Potsdam [11]. Sie ist frei, kollaborativ, vielsprachig und sammelt strukturierte Daten in einer sogenannten secondary database, d.h. dass Wikidata nicht nur Aussagen speichert, sondern auch die Quellen dazu und damit die Diversität des verfügbaren Wissens reflektiert. Interessiere ich mich beispielsweise für den russischen Regisseur Dziga Vertov, so suche ich den Namen zuerst in Wikidata und finde ihn unter diesem Label. Dem Label sind dann verschiedene Statements zugeordnet, die ich ausfüllen oder sogar neu anlegen kann, z.b. date of birth, date of death, sibling etc., aber auch Zuordnungen zu Wikicommons finde ich hier. Prinzipiell gilt: will ich einen neuen Eintrag in Wikidata anlegen [12] oder editieren, so kann ich das ohne vorherige Registrierung machen [13]. Für diese Verknüpfung mit Wikidata von Personennamen ist ein manueller, ein semi-automatischer oder sogar ein vollautomatischer Prozess möglich. Was möglich und sinnvoll ist, das wird sich in den kommenden Wochen noch zeigen, aber der Vorteil liegt auf der Hand. Die Verknüpfung von wissenschaftlichen Publikationen mit Wikidata trägt so unmittelbar dazu bei, dass Forschung dort ankommt, wo sie hinsoll: bei so vielen Menschen wie möglich.


Zur Autorin

Adelheid Heftberger ist wissenschaftliche Referentin am ZeM (Brandenburgisches Zentrum für Medienwissenschaften) in Potsdam. Wissenschaftliche Artikel bestehen bisher immer noch zum überwiegenden Teil aus reinem Text, in den manchmal Bilder eingesetzt werden; nur ganz selten sind Videos in der Präsentation von Texten im Web eingebettet. Ihr Ziel im Projekt ist es daher anhand des Open Access Journals Apparatus, eine Vision für zukünftige elektronische Publikationen zu entwerfen. Solche enhanced publications sollen einerseits mit frei verfügbaren Daten und Medien angereichert, und andererseits daraus Forschungsergebnisse in offene Wissenssammlungen übertragen werden.


 

[1]  In DOAJ gibt es ca. 30 Journals zu Film- und Medienwissenschaften, die ich stichpunktartig gesichtet habe. Darauf und auf weitere mir bekannte Open Access Journals stütze ich meine Aussagen.

[2]  “Open Journal Systems (OJS) is a journal management and publishing system that has been developed by the Public Knowledge Project through its federally funded efforts to expand and improve access to research”, wie es auf der Webseite heißt. Siehe: https://pkp.sfu.ca/ojs/.

[3]  Ganz leicht ist dies aber auch nicht, zumindest erfordert die Verwendung von OJS jemanden im Team, der über informatische Grundkenntnisse verfügt und sich durch plugins und Kommandozeilen kämpft.

[4]  PDF-A ist das genormte Format für die Abgabe von digitalen Textdokumenten für die Langzeitarchivierung: https://de.wikipedia.org/wiki/PDF/A

[5]   Eintrag vom 13. September 2016 mit dem Titel “Enriched publications advancing scholarly communication?” Siehe: https://oamediastudies.com/blog/

[6] Hier mehr zu Prof. Claudia Müller-Birn: http://www.mi.fu-berlin.de/inf/groups/ag-nbi/members/mueller-birn.html

[7]  Siehe: Walkowski, N.-O. (2016). Digital Publications Beyond Digital Communication. DARIAH-DE Working Papers, (17). Retrieved from Urn:nbn:de:gbv:7-dariah-2016-3-4. Empfehlenswert ist folgender stark theoretisierender Text, der eine Darstellung der Entwicklungen im digitalen Publizieren zum Anlaß nimmt, generelle Thesen zum digitalen Medienshift zu entwickeln: Walkowski, N.-O. (2013). Text, Denken und E-Science. Eine intermediale Annäherung an eine Konstellation. In Digital Humanities (pp. 37–54). Zürich; Berlin: Diaphanes.

[8] Walkowski (2016, S. 8), hier werden die unterschiedlichen Begriffe auch näher beschrieben. Zu semantic publication siehe auch hier: Siehe: Shotton D, Portwin K, Klyne G, Miles A (2009) Adventures in Semantic Publishing: Exemplar Semantic Enhancements of a Research Article. PLoS Comput Biol 5(4): e1000361. doi:10.1371/journal.pcbi.1000361.

[9]  Siehe: Bardi, A. & Manghi, P., (2014). “Enhanced Publications: Data Models and Information Systems”. LIBER Quarterly. 23(4), pp. 240–273. DOI: http://doi.org/10.18352/lq.8445

[10]  Der State-of-the-Art Report zu enhanced publications ist übrigens: Woutersen-Windhouwer S., Brandsma, R. (2009). “Enhanced Publications: State of the Art”. In: Vernooy-Gerritsen, M. (ed), Enhanced Publications. Linkin Publications and Research Data in Digital Repositories. SURF, Amsterdam University Press, 2009.

[11]  Hier mehr zu Wikidata: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikidata.

[12]  Auf dieser Seite ist das möglich: https://www.wikidata.org/wiki/Special:NewItem.

[13]  Siehe: https://www.wikidata.org/wiki/Wikidata:Introduction.

by Christopher Schwarzkopf at January 12, 2017 11:20 AM

January 11, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im Dezember 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat drei Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

2.12.: Fotoprojekt Folk Metal Bands

Auregann war in Berlin unterwegs, um Bilder von Folk-Metal-Bands aufzunehmen. Damit sind freie Fotos der Band Feuerschwanz auf Wikimedia Commons entstanden.

2.–4.12.: Wikidata-Workshop für OKLabs

Ein Wochenende im Verschwörhaus Ulm ermöglichte interessierten OKLab-Mitgliedern, sich mit Wikidata vertraut zu machen, gemeinsam rund um das Thema freie Daten und Wikidata zu hacken und somit Wikidata als Datenfundus für Freies Wissen zu nutzen. (basierend auf einem Text von Robbi5, CC-by-sa 3.0)

3.12.: KulTour Kölner Rathausplatz

© Raimond Spekking / CC BY-SA 4.0 (via Wikimedia Commons), Auftaktveranstaltung KulTour Prätorium-6854, CC BY-SA 4.0

Einige Stunden vor dem traditionellen Raymolaus-Treffen im Lokal K bekam eine Gruppe von Wikipedia-Aktiven im Prätorium von der Leitung des neuen LVR-Museums eine exklusive Führung durch das Museum.

3.12.: WikiLibrary Barcamp

In der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) fand das WikiLibrary Barcamp mit dem Titel „Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende“ zum Thema Wikipedia und Bibliotheken statt, um die Begegnung zwischen Bibliothekarinnen und Bibliothekaren und Wikipedia-Aktiven zu fördern. Veranstaltet wurde das Barcamp von Wikimedia Deutschland, der SLUB Dresden und der Kampagne Netzwerk Bibliothek des Deutschen Bibliotheksverbands (dbv). (basierend auf einem Text von Sina Wohlgemuth (WMDE),  CC-by-sa 3.0)

3.-4.12.: JWPmeetup

Die Jungwikipedianer kamen im Dezember zu einem Treffen in Kassel zusammen, um sich mit dem Thema Neulingsgewinnung zu beschäftigen. Dabei wurde ein erstes Projekt in Angriff genommen, das insbesondere junge Menschen und Junggebliebene mit einer neuen Weboberfläche und passenden Hinweisen ansprechen soll. Erste Inhalte wurden erstellt, Designs diskutiert und Kommunikationsmöglichkeiten ausgelotet. Was sonst noch dort besprochen wurde, kann in dem Protokoll nachgelesen werden.

3.-4.12.: WikiVoyage-Workshop Wien

Der freie Reiseführer Wikivoyage feierte 10-jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass traf sich die Community über zwei Tage hinweg in Wien, um sich über das Projekt auszutauschen. Wikimedia Deutschland unterstützte die Veranstaltung in Österreich mit der Erstattung von Reisekosten.

7.12.: Open2016

Wikimedia Deutschland ermöglichte zwei Wikipedianern die Teilnahme an der Open! 2016, der „Konferenz für digitale Innovation“ in Stuttgart.

8.12.: Fotoprojekt Abgeordnetenhaus

Zur Wahl des Regierenden Bürgermeisters von Berlin besuchte der Wikipedianer Sandro Halank die Plenarsitzung und schoss dort Fotos für Wikimedia Commons.

8.12.: WPFF BBC Editathon

Wikipedianerinnen und alle, die es werden wollen, trafen sich anlässlich der GLAM BBCs 100 Women zum 1. Filmfrauen Edit-a-thon im Ballhaus Rixdorf in Berlin, um gemeinsam in der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten rund um Frauenfilmthemen, -biographien und -fachkompetenz mit Frauen in und aus Film und Fernsehen zu editieren.

9.12.: Matisse-Ausstellung Münster

Der Münsteraner Stammtisch traf sich im Kunstmuseum Pablo Picasso zu einer Sonderausstellung mit Werken des französischen Künstlers Henri Matisse, die seit seinem Tod in einem Pariser Banksafe lagerten. Gefördert wurde das Treffen mit der Kostenübernahme von Eintritt und Führung und der Community-Versicherung.

10.12.: 10 Jahre Wikivoyage

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des freien Reiseführers Wikivoyage kam nach dem österreichischen Treffen in Wien auch die deutsche Community in Berlin zusammen, um sich neben einem interessanten Programm über das Projekt auszutauschen. Die Nutzung von OpenStreetMap und Wikidata waren dabei Schwerpunktthemen.

10.12.: Weihnachtstreffen Kempten

Wikipedianerinnen und Wikipedianer kamen in Kempten zu einem Weihnachtstreffen zusammen. Wikimedia Deutschland versicherte die Veranstaltung und ließ den Aktiven über den Veranstalter eine kleine Weihnachtsüberraschung als zukommen.

14.12.: Volleyball-Champions-League-Spiel Dresdner SC – Eczacıbaşı İstanbul

Der Wikipedianer Sandro Halank besuchte als Fotograf das Volleyball-Champions-League-Spiel des Dresdner SC gegen Eczacıbaşı İstanbul. Die Bilder stehen auf Wikimedia Commons zur freien Weiternutzung bereit. Die dabei verwendete Kamera stammte aus dem Technikpool des Festivalsommers.

14.-16.12.: Landtagsprojekt Sachsen

Um insbesondere die Wikipedia mit Fotos aktueller Politiker bebildern zu können, ziehen Wikipedianerinnen und Wikipedianer seit Jahren mit professioneller Fotoausrüstung durch die Landesparlamente in Deutschland, um dort Porträtaufnahmen der Abgeordneten aller Parteien zu machen. Im Dezember 2016 gab es eine neue Station im Sächsischen Landtag. Wie alle Bilder der Wikipedia stehen auch diese Aufnahmen jeder und jedem zur freien Weiternutzung auch außerhalb der Enzyklopädie zur Verfügung.

27.-30.12.: Chaos Communication Congress

Wie in jedem Jahr gegen Ende Dezember, fand erneut der Chaos Communication Congress, das internationale Treffen der Hacker-Szene, statt. Wikimedia Deutschland ermöglichte Wikipedianerinnen und Wikipedianern die Teilnahme an dem Kongress mit der Übernahme von Reisekosten und des Ticketpreises.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Community-Termine fanden auch im vergangenen Monat wieder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

Weitere Aktivitäten

Zur Erweiterung des Bestands technischer Leihgeräte von Wikimedia Deutschland wurden Förderanträge zur Anschaffung einer 360-Grad-Kamera und eines motorisierten Panoramakopfs sowie einer Fotoausrüstung und einer Scanstation für die lokale Wikipedia-Community in München (WikiMUC) bewilligt.

Unter anderem um Bilder antiker Vasen auf Wikimedia Commons aufzuarbeiten und zur Erfassung der Objekte in Wikidata, erhielt Marcus Cyron ein Literaturstipendium für die insgesamt 110 Bände des Corpus Vasorum Antiquorum Deutschland.

Da die Inhalte dieses monatlichen Blogpost großteils über die Informationen zu dem quartalsweise erstellten Meta-Bericht abgebildet werden, wird das Format für Projekte ab 2017 nicht fortgeführt. Stattdessen sollen in diesem Jahr regelmäßig einzelne Community-Vorhaben und bemerkenswerte Freiwilligen-Aktivitäten etwas ausführlicher vorgestellt werden.

by Nicolas Rueck at January 11, 2017 09:30 AM

January 10, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

OpenCon in Washington, D.C.: Wikimedians sind als Open Advocates dabei!

Ein Bericht über die OpenCon 2016, eine internationale Konferenz zum Thema Open Access, Open Data und Open Education.

Der Raum gefüllt von Spannung, Neugierde und Freude. Eine Community von über 200 Bibliothekaren, Wissenschaftlern, Community-Organisatoren, Open-Begeisterten, Projektleitenden, darunter mindestens 10 Wikimedians, traf sich in der US-Hauptstadt zur seit 2014 jährlich stattfindenden OpenCon. Diese etwas andere Konferenz will vor allem Vernetzung- und Fortbildungsplattform sein für Berufseinsteigende aller Disziplinen, die an Projekten für Offene Daten, OER, Open Science arbeiten und generell im Sinne des Paradigmas von Freiheit, Gemeingut und Inklusivität etwas bewegen wollen. Die Berufseinsteigenden will die OpenCon dabei unterstützen, zu streitbaren Open Advocates zu werden, die erfolgreich Einfluss zugunsten Openness als Prinzip nehmen können.

Aus insgesamt 60 Ländern kamen die Teilnehmenden, die alle irgendetwas mit freiem Wissen machen und gemeinsam und voneinander lernend die Sache weiter voranbringen wollen. Denn manchmal, das wurde schnell klar aus Erzählungen, fühlt man sich im Kampf irgendwie allein gelassen. Ich – noch relativ neu in dem Spiel und voller Tatendrang, fand es wichtig, den Erfahrungen zu lauschen und schnell wurde klar, dass sich letztendlich niemand hier von Hindernissen stoppen ließ und die vielen Projekte und Initiativen gaben einem als Anfänger Sicherheit und Energie, dass da doch viel geht und wir gemeinsam Schritt für Schritt dem großen Ziel von Open Everything näher kommen können.

Foto: Slobodan Radicev, CC0 1.0 Universal

Die Stimmung war am ersten Tag spürbar angeschlagen, nur zwei Tage nach den US-Präsidentschaftswahlen und ihrem für Openness und Toleranz nicht gerade mutmachenden Ausgang. Doch schnell weckte die Begeisterung für die Projekte der anderen gegenseitig die Energie. Am meisten begeisterten mich die vielen kurzen aber prägnanten Projektpräsentationen, in denen die vielfältigsten Ideen und Wege vorgestellt wurden, wie und in welcher Form man freies Wissen nutzen und fördern kann. Herausheben will ich nur das Projekt Open Development Cambodia, bei dem es darum geht, Daten aus verschiedensten Quellen zu kombinieren und für die Bürger Kambodschas zugänglich zu machen, damit sie die Entwicklungstrends in ihrem Land nachvollziehen und kontrollieren und Misswirtschaft aufdecken können.

Es gab viel Zeit zum Austausch und gefühlt konnte man mit jedem zumindest einmal kurz reden. Denn vor allem bei den vielen Open-Data-Projekten  ist es bekanntlich wichtig, dass man sie so verwirklicht, dass die Daten miteinander verknüpft werden können und jeder daran denkt, dass sie so frei verfügbar sein sollten, dass auch andere Projekte damit neues Wissen schaffen und neue Lösungen finden können.

Interessenvertreter, die mehr Zugang brauchen

Viel wurde natürlich über die Nutzbarkeit und Zugänglichkeit des Freien Wissens geredet und nicht von ungefähr war die Wikimedia Foundation eine der Unterstützerorganisationen der OpenCon 2016. Nicht alle Communities haben gleich guten Zugang zu digitalen Ressourcen und einige Gruppen sind in Gremien und Debatten unterrepräsentiert. Hierzu wurden zum Beispiel Menschen genannt, die kleinere Sprachen sprechen oder die keinen guten Zugang zu digitalen Mitteln haben. Die Diskussionen darüber, wer diese Gruppen sind und wie wir sie besser erreichen könnten, gab uns Anlass unseren geplanten Workshop zu Interessenvertretern von freiem Wissen etwas abzuändern.

Gemeinsam mit dem Teilnehmenden überlegten wir, welche Zielgruppen von Open Projekten noch nicht gut genug erreicht werden und wie wir den Zugang erleichtern und sie dadurch in die Open Community einladen können. Es wurden vor allem Gruppen genannt, die besonders von freiem Wissen profitieren könnten, aber zum Teil noch gar nichts darüber wissen. Hier entstand eine Theorie des Lauffeuers mit Lücken. Freies Wissen verbreitet sich in manchen Kreise ganz von alleine, aber es gibt Gruppen, denen fehlt ganz schlicht der Anschlusspunkt und sie werden folglich nicht erreicht. Um sie einzubeziehen ist mehr Proaktivität gefragt, um auch vor allem die Hürden zu überwinden, die eine funktionierende Kommunikation zu diesen Gruppen blockieren. Das können zum Beispiel Sprachbarrieren sein. Eine unterrepräsentierte Gruppe ist entsprechend die der kleinen Sprach-Communities. Hier könnte Wikidata als Hilfsmittel zur sprachenübergreifenden Darstellung von Wissen viel helfen. Auch andere Projekten, außerhalb des Wikiversums können Wikidata nutzen, um ihr freies Wissen an diese Communities heranzubringen, was mich zum nächsten Punkt führt.

Foto: Slobodan Radicev, CC0 1.0 Universal

Advocacy Training: Hawaii und Amerikas Open Government Data Gesetz

Politiker brauchen immer wieder Fälle und konkrete Beispiele, um ihre Gesetze mit Geschichten und vor allem Nützlichkeit zu untermauern. Daran mangelt es noch, wurde uns bei einem Meeting mit den Mitarbeitenden des Senators Brian Schatz aus Hawaii mitgeteilt. Er ist maßgeblich mit für den Erfolg bei der Öffnung von US-Regierungsdaten verantwortlich und war einer der Politiker, mit deren Büros im Rahmen eines “Advocacy Day” vorab organisierte Treffen möglich waren. Dazu wurden die OpenCon-Teilnehmenden in Gruppen eingeteilt und es wurde erklärt, wie solche Gespräche ablaufen und wie sich Interessenvertretende darauf strukturiert vorbereiten sollten. Uns wurde zum Beispiel mit auf den Weg gegeben, dass wir einen Anknüpfungspunkt zur Arbeit von Senator Schatz finden sollten, um unsere Anliegen möglichst anschaulich vermitteln zu können. Das war nicht schwer. Wikidata könnte, wenn die Community das wollte, manche Daten, die durch das von Senator Schatz propagierte Open-Data-Gesetz freigegeben werden, in Hawaiianisch übersetzen helfen. Gerade auch zur visuellen Nutzung von Informationen ist das sehr gut geeignet. Wir werden uns als Follow-Up zum Termin bei Schatz jetzt proaktiv mit der Hawaiianischen Wikipedia-Community vernetzen und so versuchen, neue Verbindungen zwischen den Wikipedians und ihrem Senator in Washington herzustellen.

Die OpenCon hat mich definitiv zu einer besser vorbereiteten Open Advocate gemacht. Jetzt kann es von mir aus richtig losgehen!

Auch Lust bekommen auf einen internationalen Austausch zu Open Access, Open Data und Open Education? Dann nimm doch bei einem der vielen Community Calls teil oder halte die Augen offen für OpenCon 2017 und lokale OpenCon Satellite Events.

by Julia Schuetze at January 10, 2017 03:44 PM

January 06, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Der Fossilbericht und Open Science: Modellierung der Gefährdung von Amphibienarten

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt die Stipendiatin Melanie Tietje ihr Projekt vor, welches sie im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Ich bin Biologin am Museum für Naturkunde und beschäftige mich mit dem Aussterberisiko von Amphibien. In meiner Doktorarbeit erforsche ich, welche Faktoren über das Überleben oder Aussterben einer Art entscheiden. Dabei konzentriere ich mich auf Amphibien, da diese aktuell die am stärksten gefährdete Gruppe von Landwirbeltieren bilden [1] und deshalb von großem Interesse für den Naturschutz sind. Ich arbeite hierfür sowohl mit dem Fossilbericht ausgestorbener Arten als auch mit Daten von lebenden Arten. Das Verständnis der zum Aussterben führenden Mechanismen und dafür, welche Faktoren sich als nachteilig für das Überleben einer Art erweisen, sind von enormer Bedeutung für das Fällen von Entscheidungen im Naturschutz, wenn es um die Aufteilung von Ressourcen wie Arbeitszeit und finanziellen Mitteln geht.

In meinem Projekt im Fellow-Programm Freies Wissen erstelle ich ein auf dem Fossilbericht von Amphibien basierendes Modell, welches wichtige artspezifische Merkmale identifiziert, die das Aussterberisiko einer Art beeinflussen. Dieses Modell wird anschließend auf lebende Amphibienarten angewendet und das prognostizierte Aussterberisiko mit der Einschätzung der IUCN Roten Liste verglichen. Um  meine Arbeit einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werde ich zwei Aspekte aus dem breiten Spektrum von Open Science in meine Arbeit integrieren: Reproduzierbarkeit und Community Feedback.

Modellierung

Die Nutzung des Fossilberichts von bereits ausgestorbenen Amphibienarten (aber natürlich auch anderer Gruppen) hat den Vorteil, dass wir tatsächlich wissen, wie lange eine Art mit bestimmten Merkmalen überlebt hat. Man berechnet einfach die Länge des Zeitraums zwischen dem ältesten und jüngsten Vorkommen im Fossilbericht. Je länger dieser Zeitraum ist, desto länger hat die Art überlebt und desto geringer war entsprechend ihr Aussterberisiko. Für lebende Arten benötigen wir dagegen eine andere Methode um ihre Gefährdung zu bestimmen, da ihre Lebensspanne noch nicht abgeschlossen ist – sie sind noch nicht ausgestorben. Diverse Merkmale haben sich bisher bei der Abschätzung der Gefährdung als nützlich erwiesen [2,3], z.B. morphologische Merkmale wie die Körpergröße oder das Ausmaß der geographischen Verbreitung einer Art. Bis die Art jedoch tatsächlich ausgestorben ist, besteht keine Sicherheit darüber, ob diese Einschätzungen auch richtig sind. Indem man den Fossilbericht von Arten mit ähnlichen Merkmalen betrachtet, lässt sich das Wissen über die Auswirkungen dieser Merkmale auch auf rezente Arten erweitern. Mein Modell verbindet daher die Lebensspanne bereits ausgestorbener Arten aus dem Fossilbericht mit einem Set unterschiedlicher artspezifischer Merkmale, um den Einfluss dieser Merkmale auf das Aussterberisiko zu ermitteln. Im nächsten Schritt wird das Modell auf die gleichen Merkmale lebender Arten angewendet, um ihren Grad der Gefährdung zu bestimmen.

Um ein passendes Modell für meine Daten zu finden, habe ich bisher mit unterschiedlichen Modelltypen experimentiert, darunter einfache generalisierte lineare Modelle, zero-inflated Modelle, und auch methodisch unterschiedliche Ansätze wie Random Forest, welches ein Modell aus dem Bereich maschinelles Lernen ist.

Open Science in der Praxis

In meiner Arbeit verwende ich viele Daten, und ein großer Teil dieser Daten stammt aus frei zugänglichen Quellen wie z.B. der Paleobiology Database, einer umfangreichen Datenbank zu Fossilien, die vor kurzem eine CC BY 4.0 Lizenz erhalten hat. Da viele meiner Daten bereits frei zugänglich sind, möchte ich dieses Konzept bei meiner Arbeit ebenfalls beibehalten. Dies beinhaltet  das Verwenden von frei verfügbarer Open Source Software zur Datenanalyse wie R, sowie anschließend die Veröffentlichung der Ergebnisse in einer frei zugänglichen (Open Access) Fachzeitschrift. Ein weiterer Aspekt aus Open Science, den ich in meinem Projekt realisieren möchte, ist das Community Feedback in einem frühen Stadium des Projekts, wovon ich mir neue Perspektiven und  Hilfe bei Entscheidungen zu technischen Fragen meiner Arbeit erhoffe.

Als erstes habe ich mich in meinem Projekt mit der Frage beschäftigt, welche Richtlinien Fachzeitschriften aus meinem Bereich zum Umgang mit Vordrucken (preprints) von Manuskripten haben. In meinem wissenschaftlichen Umfeld ist die Veröffentlichung von preprints noch sehr selten, daher war ich überrascht zu sehen, dass nahezu alle Verlage, deren Zeitschriften ich regelmäßig lese, preprints nicht nur erlauben sondern explizit befürworten und die Nutzung von preprint-Servern unterstützen.

Der nächste Schritt in meinem Projekt war die Frage, wie ich Community Feedback möglichst unkompliziert in meinen Arbeitsablauf einfließen lassen kann. Dazu war es zunächst nötig, einen Teil der Arbeit öffentlich zugängig zu machen. GitHub als eine der vermutlich bekanntesten Optionen für kollaboratives Arbeiten und Programmieren hat sich hierfür angeboten, und ich habe einen Teil meiner Arbeit zu dem Projekt (R-Skripte und einen Teil der Daten) in einem online repository zugänglich gemacht. Jede Veränderung an meinen R Skripten wird über die Git Versionskontrolle dokumentiert und die neueste Version kann online gelesen, kommentiert oder auch heruntergeladen werden, um die Analyse einmal selbst auszuprobieren. Während ich mich mit Git und GitHub vertraut gemacht habe, entdeckte ich ebenfalls GitHub Pages. GitHub Pages stellt Speicherplatz für eine Website bereit und ist dabei mit dem GitHub Konto des Nutzers verbunden, eine sehr praktische Möglichkeit, um eine Website zu einem Projekt zu erstellen. Die Einrichtung der Website ist hierbei sehr einfach und benötigt keinerlei fortgeschrittene HTML-Kenntnisse, da das Erstellen der Website mit RMarkdown Syntax möglich ist. Der Code für die Website wird in einem Git-Repositorium abgelegt und kann entsprechend kopiert und für den Eigengebrauch modifiziert werden, da das Repositorium frei zugängig ist.

In der nächsten Phase meines Projekts möchte ich einen ersten Entwurf der Ergebnisse als Manuskript auf einem preprint Server wie z.B. bioRxiv veröffentlichen, um von Feedback profitieren zu können, noch bevor das eigentlich Peer Review Verfahren stattfindet.

Ein Plädoyer für Open Science

Durch das Fellow-Programm habe ich bereits eine Menge Einsichten in das Spektrum von Open Science erhalten. Zu Beginn des Projekts fühlte ich mich zunächst ein wenig überwältigt von der Menge an Dingen, die sich theoretisch in den Arbeitsablauf integrieren ließen, um die eigene Forschung offener zu gestalten. Publish or perish ist die unangenehme Realität für die meisten Naturwissenschaftler, und der konstante Zeitdruck, den viele von uns erleben, kann leicht zu dem Gefühl führen, man könne nichts  Zusätzliches in den Arbeitsablauf integrieren. Der zunehmende Leistungsdruck ist ein anderer Faktor, der zu diesem Gefühl beitragen kann. Wir finden uns in einer Situation wieder, in der wir als Wissenschaftler in direkter Konkurrenz zueinander stehen, wenn es um spärlich vorhandene Fördergelder geht. Einige meiner Kolleginnen und Kollegen haben daher Bedenken geäußert, ihre Ideen oder auch Daten frei verfügbar zu machen, da jemand anderes diese Daten oder Ideen zuerst umsetzen und publizieren könnte. Diese Punkte können, neben dem zeitlichen Aufwand, Gründe sein, dem Thema Open Science skeptisch gegenüberzustehen und die bestehenden Möglichkeiten nicht zu nutzen.

Während es wahrscheinlich unmöglich ist, etwas Neues in den Arbeitsablauf zu integrieren ohne etwas Zeit darauf zu verwenden, sich mit der Technik vertraut zu machen, bleibt immer die Möglichkeit klein und wenig zeitaufwendig zu beginnen. Ein erster Schritt kann schon die Wahl der Zeitschriften sein, in denen man seine Arbeiten veröffentlichen möchte. Open Access Zeitschriften können von jedem gelesen werden und tragen damit deutlich zur Verfügbarkeit und damit Verbreitung der eigenen Forschung bei. Die Gewährleistung der Reproduzierbarkeit der Ergebnisse ist nicht nur gute wissenschaftliche Praxis, sondern trägt ebenfalls zur Verbreitung der eigenen Forschung bei und ermöglicht es anderen Wissenschaftlern, auf bestehendem Wissen aufzubauen. Eine Möglichkeit, einen ersten Schritt Richtung Open Science zu gehen, kann die Auswahl eines einzelnen Aspekts der eigenen Arbeit und der Versuch, diesen zu verbessern, sein. Die Vienna principles bieten einen breiten Überblick über die verschiedenen Gebiete wissenschaftlichen Arbeitens und können hier als erste Inspirationsquelle dienen.

Forschung frei verfügbar zu machen erhöht die Sichtbarkeit und den Einfluss der Arbeit, was wiederum zu neuen Kooperationen und Ideen führen kann. Die Nutzung von preprints kann zu einem frühzeitigen Feedback führen und so gegebenenfalls den Review Prozess beschleunigen.

Wer Interesse daran hat, wie so eine Projektwebsite aussehen kann, oder auch wie meine Modellierungen ablaufen und was man von fossilen Amphibien lernen kann, kann meine Website hier finden.

 


Zur Autorin

Melanie Tietje ist Biologin mit einem Master in Organismischer Biologie und Evolution der Humboldt Universität zu Berlin und interessiert sich für Paläobiologie und Möglichkeiten der Anwendung auf aktuelle Fragestellungen. Sie promoviert seit 2014 am Museum für Naturkunde in der Arbeitsgruppe Herpetologie. In ihrer Dissertation beschäftigt sie sich mit dem Aussterberisiko von Amphibien und den verschiedenen Merkmalen, welche dieses beeinflussen. Hierfür verbindet sie Daten fossiler und rezenten Arten. In ihrem Projekt im Rahmen des Fellow-Programms modelliert sie Aussterberisiken rezenter Amphibien basierend auf Informationen aus dem Fossilbericht aus Open Access Datenbanken.


[1] Baillie, J. E. M., Griffiths, J., Turvey, S. T., Loh, J. & Collen, B. 2010 Evolution Lost: Status and trends of the world’s vertebrates. Zoological Society of London.

[2] Sodhi, N. S., Bickford, D., Diesmos, A. C., Lee, T. M., Koh, L. P., Brook, B. W., Sekercioglu, C. H. & Bradshaw, C. J. A. 2008 Measuring the meltdown: drivers of global amphibian extinction and decline. PLoS One 3, e1636. (doi:10.1371/journal.pone.0001636)

[3] Harnik, P. G. 2011 Direct and indirect effects of biological factors on extinction risk in fossil bivalves. Proc. Natl. Acad. Sci. U. S. A. 108, 13594–13599. (doi:10.1073/pnas.1100572108)

 

by Christopher Schwarzkopf at January 06, 2017 11:42 AM

January 05, 2017

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 1/2017

Die Wikimedia:Woche startet mit der Ausgabe 1/2017 in ihr siebtes Jahr. Mit dabei sind unter anderem die erfreuliche Nachricht, dass die OpenStreetMap-Wochennotiz entgegen der kürzlichen Ankündigung weitergeführt wird und einiges Neues rund um GLAM. Gereon K. veröffentlichte einen Bericht über seine Teilnahme an der Wikimedia Conferentie Nederland und zu der anhaltenden Diskussion über die Ereignisse im Wikipedia-Schiedsgericht gibt es ein Interview mit Jens Best und Sebastian Wallroth, das auf dem 33c3 aufgenommen wurde.

Zur Wikimedia:Woche 1/2017 geht es hier.

by Nicolas Rueck at January 05, 2017 01:04 PM

December 22, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 51/2016

Die Wikimedia:Woche 51/2016 ist die letzte Ausgabe dieses Jahres. Darin geht es unter anderem um ein neues Förderprogramm von Wikimedia Deutschland zur Gebührenerstattung von Anfragen nach Informationsfreiheitsgesetz. Außerdem wurden die Ergebnisse der diesjährigen internationalen Umfrage zu den technischen Wünschen der Communitys und eine Langversion des Wikipedia-to-the-Moon-Films veröffentlicht. Zudem verlinkt ist die letzte Ausgabe der vorerst leider eingestellten „Wochennotitz“ mit Aktuellem aus der OpenStreetMap-Welt.

Zur Wikimedia:Woche 51/2016 geht es hier.

by Nicolas Rueck at December 22, 2016 01:15 PM

Wikimedia Deutschland und Open Knowledge Foundation ermöglichen Zugang zu amtlichen Informationen ohne Gebühren

Bild: Stadtarchiv in Hall in Tirol von Eduard von Grützner (1846–1925), gemeinfrei

120 Euro für einen Datenbankabzug, 80 Euro für Kopien historischer Dokumente oder 250 Euro für eine Liste der Geschenke an die Staatssekretäre? Wer Anfragen nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) an deutsche Behörden stellt, muss Auskünfte mitunter fürstlich bezahlen. Bis zu 500 Euro können Bundesbehörden nach der Gebührenordnung des IFG pro Anfrage berechnen, Landesbehörden teilweise noch mehr. Dem Gesetz nach sollen die Gebühren allerdings nicht abschreckend sein: Damit „der Informationszugang wirksam in Anspruch genommen werden“ kann, sollen zum Beispiel einfache Anfragen kostenfrei bleiben.

In der Praxis schrecken Gebühren aber trotzdem ab. Nicht nur, weil sie oft zu hoch angesetzt werden, sondern auch, weil kaum jemand Hunderte Euro für die Arbeit von Behörden bezahlen will oder kann, die ohnehin schon durch Steuergelder finanziert worden sind. 75 Prozent aller Anfragen, für die Gebühren angesetzt werden, werden zurückgezogen – vor allem Auskunftsersuchen bei Jobcentern oder Schulen.

Das ist in Europa einmalig: In keinem anderen Land werden regelmäßig Gebühren für Auskünfte verlangt. Vor allem Menschen ohne hohes Einkommen sind damit de facto vom Zugang zu staatlichen Informationen ausgeschlossen.

Das ändern wir jetzt! Über Wikimedia Deutschland kann man sich diese Gebühren nun in einem Pilotprogramm mit einem formlosen Antrag erstatten lassen, sofern die Informationen für die Wikipedia, Wikidata oder andere Wikimedia-Projekte relevant sind und anschließend dort eingepflegt werden. Dazu steht zunächst ein Budget in Höhe von 5.000 Euro bereit. Genaueres zum Ablauf steht hier. Durch die Veröffentlichung auf FragDenStaat, einem Portal der Open Knowledge Foundation, können Informationen, die der Öffentlichkeit gehören, auch gesammelt von der Öffentlichkeit gefunden werden. Auf diese Weise lassen sie sich auch für Wikipedia-Artikel nutzen, anders als wenn nur Einzelpersonen per Post informiert werden.

Wir setzen uns damit für einen gerechten Zugang zu Wissen ein, der niemanden diskriminiert. Das ist mit einer klaren Forderung verbunden: Der deutsche Staat muss Gebühren für Auskünfte auch auf dem Papier abschaffen. Das bisherige System ist ineffektiv, ungerecht und entspricht nicht den Anforderungen an eine moderne Verwaltung.
Gebühren, die zu hoch sind oder rechtswidrig erhoben werden, zum Beispiel Auslagen, werden nicht übernommen. Eine Richtlinie, wann Gebühren zu hoch sind, bietet diese Verordnung. Hier ist der einzige Weg, gegen die Gebührenentscheidung Widerspruch einzureichen. Der kostet gewöhnlich 30 Euro – und kann nach vorheriger Rücksprache auch von Wikimedia Deutschland finanziert werden.

by Nicolas Rueck at December 22, 2016 09:42 AM

December 15, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 50/2016

In der Wikimedia:Woche 50/2016 gibt es einen Aufruf für ehrenamtliche Mitglieder internationalen Wikimedia-Ombudskommission, Marcus Cyron berichtet über ein Jahr Zusammenarbeit von Wikipedianern mit einem Sonderforschungsbereich der Universität Heidelberg, und es gibt Links zu zwei neuen Folgen des Wikistammtisch-Podcasts von Sebastian Wallroth.

Zur Wikimedia:Woche 50/2016 geht es hier.

by Cornelius Kibelka at December 15, 2016 05:12 PM

Gemeinsamer Workshop zu Wikidata von Code for Germany und Wikimedia Deutschland in Ulm

Dieser Beitrag erscheint auch auf dem Blog von Code for Germany.

Wikidata, das ist die frei bearbeitbare Wissens-Datenbank, von Freiwilligen gepflegt und entwickelt bei Wikimedia Deutschland. Wikidata unterstützt unter anderem die Wikipedia, kann aber auch für zahlreiche andere Projekte und Anwendungen verwendet werden. Die Daten in Wikidata sind offen, und können von jedem und jeder eingefügt, verlinkt und geprüft, und gleichzeitig von allen benutzt werden. Das sind zum Beispiel Geburtsdaten, Informationen über die Höhe von Gebäuden, über Politikerinnen oder auch aus der Wissenschaft. Perfekt, um von den Open Knowledge Labs stärker in ihre Arbeit und Projekte mit eingebunden zu werden.

Deswegen haben sich Wikimedia und die OK Labs zusammengetan, um in einem Workshop Wikidata besser kennen zu lernen. Ausgerichtet wurde der Workshop von Wikimedia und alle Labs waren eingeladen. Mit 40 Teilnehmerinnen waren wir zu Gast im Verschwörhaus, dem jüngst gegründeten Treffpunkt für digitale Initiativen in der Stadt Ulm – initiiert von Stefan Kaufmann, der auch das OK Lab in Ulm gegründet hat.

Nach einer Einführung in die Query-Sprache von Wikidata – SPARQL – wurden gleich viele Fragen in Form von Querys verfasst. Hier sind unsere Lieblingsquerys:

Danach haben sich kleine Teams gebildet, die zu verschiedenen Themen über das Wochenende gehackt haben. Die Ergebnisse? Hier unten:

WikiDatenRaten

All Saarland Everything

  • Beantwortet die alte Frage: “Wie viel ist das eigentlich in Saarland?”
  • @lotterleben
  • Github

Abgeordnetendaten -> Wikidata

Github-Metadaten -> Wikidata

  • Aktualisiert die Release-Informationen und Webseiten von Projekten mit GitHub.
  • @konstin
  • Noch nicht auf GitHub

Wikiedits -> Matelight

  • Mach Pixel in bestimmte Farben wenn etwas auf Wiki geändert wird
  • @fionera
  • Github
  • Live-Demo:

Bahnhofsbilder-dings

  • Zieht Bahnstrecken aus Wikidata und zeigt dann die in Wikidata hinterlegten Bilder der Bahnhöfe an
  • @ubahnverleih
  • Github

Wie stark ist deine Stimme?

  • Zeigt den “Impact-Factor” für eine Erststimme in einem Wahlkreis in NRW, basierend auf Einwohnerzahl, Wahlbeteiligung & Ergebnis der letzten LtWahl
  • @paderta, @simonwoerpel
  • Github

Bevölkerungsstatements mit Preferred-Rang versehen

  • Das neueste (beste) Bevölkerungsstatement einer Stadt sollte durch Preferred-Rang hervorgehoben sein, war bei vielen deutschen Städten nicht der Fall, mit Pywikibot/PAWS gefixt
  • @WikidataFacts
  • Wikidata

Ganz wichtig und hilfreich: die Sketchnotes von @bleeptrack.

Alle Hightlights auf Twitter unter #okwiki. Und hier gibt es eine Doku für alle, die das Wochenende nochmal erleben möchten <3

by Jens Ohlig at December 15, 2016 11:53 AM

December 14, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Ein Jahr Zusammenarbeit mit dem Sonderforschungsbereich 933 an der Universität Heidelberg

Ein Beitrag von Marcus Cyron

Im Jahr 2016 wurde Wikipedia 15 Jahre als. Seit nun über 10 Jahren sucht die Wikipedia-Community den Kontakt mit akademischen Institutionen: mit Universitäten, Akademien und mit GLAM, also Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen. Mal funktioniert das besser, mal schlechter. Verschiedenste Modelle wurden probiert. Gemeinsame Tagungen, Fortbildungen, Schul- und Universitätsprojekte. Vielfach ist Interesse und großes Engagement von beiden Seiten vorhanden, denn nur so kann diese Zusammenarbeit funktionieren. Von einer überaus gut funktionierenden Kooperation möchte ich rückblickend auf das Jahr 2016 an dieser Stelle berichten.

Alles begann mit der WikiCon Mitte September 2015 in Dresden, wo ein junger Mitarbeiter des an der Universität Heidelberg angesiedelten Sonderforschungsbereichs (SFB) 933 „Materiale Textkulturen“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft Kontakte in die Wikipedia-Welt suchte. Gerade wurde der SFB für eine zweite Periode verlängert. Zum bewilligten Antrag gehörte auch, möglichst auf einer breiten Ebene die Arbeit und die Ergebnisse der Forschungen des SFB in die Öffentlichkeit zu bringen. Ein Weg sollte dabei Wikipedia sein. Dank Wikimedia Deutschlands Kuratorin für Kulturpartnerschaften konnte Christian Vater, der dafür zuständige Mitarbeiter des SFB, auch die inhaltlich passenden Personen kennen lernen.

Der SFB „Materiale Textkulturen“ beschäftigt sich mit den materiellen Wegen der Textübermittlung in Zeiten, bevor der Buchdruck erfunden wurde. 17 von 31 der sogenannten „Kleinen Fächer“ an der Universität Heidelberg sind Teil dieses SFB, der zudem derzeit einer von nur ganz wenigen geisteswissenschaftlichen SFBs in Deutschland ist. Darunter fallen die verschiedenen Altertumswissenschaften, die an kaum einer anderen deutschen Universität noch in einer solchen Breite gelehrt werden, aber auch Mediävistik und Orientwissenschaften. Inhaltlich bedeutet das etwa, dass zu antiken Fluchtäfelchen und Vaseninschriften ebenso geforscht wird wie zu Graffiti in Pompeji, Buchmalereien im Mittelalter, buddhistischen Inschriften in China oder den traditionellen indonesischen Schriftzeichen. Idealerweise werden die Ergebnisse dieser Forschungen in einer im Open Access zugänglichen Schriftenreihe publiziert, was auch Wikipedianern natürlich einen einfachen Zugang gestattet.

In Dresden konnte Christian also seine ersten Kontakte kennen lernen, und da ich sein Engagement schon in Dresden so erfrischend fand, war ich schnell in die Mittlerrolle zwischen SFB und Wikipedia gerutscht. Im November besuchte ich Heidelberg dann auch das erste Mal, und das gleich für drei Tage. In diesen drei Tagen nahm sich Christian meiner in toller Weise an. Ich wurde so vielen Mitarbeitern des SFB vorgestellt, dass ich bis heute brauche, um diese alle noch wirklich kennen zu lernen. Zuvorderst natürlich der Sprecher des Forschungsverbundes, der Mediävist Ludgar Lieb, aber auch die Kuratorin der Uruk-Warka-Sammlung Kristina Sauer, die Professorin für Papyrologie, Andrea Jördens, und den neuen Juniorprofessor für Klassische Archäologie, Nikolaus Dietrich, der uns auch durch das Antikenmuseum der Universität führte. Nicht vergessen darf man natürlich die Treffen mit Mitarbeitern der Öffentlichkeitsarbeit.

Dann kam die Findungsphase. „Etwas zusammen machen“. Das wollen viele. Gerade mit Wikipedia. Oft bedeutet das aber auch nur, man würde gerne die Masse der Freiwilligen für ein eigenes Vorhaben einsetzen. In anderen Fällen würden Institutionen gerne viel tun, haben aber nicht die Kapazitäten. Doch dieses Mal waren die Kapazitäten vorhanden und Ziele konnte man zusammen suchen und finden. Letztlich waren es meine Vorlieben, die am Ende zum Ziel der ersten Etappe wurden: Ich wollte etwas mit der Antikensammlung der Universität machen. Etwas mit den antiken Vasen, über die ich in Wikipedia schon seit mehr als 10 Jahren recht intensiv schrieb. Allerdings waren die Begegnungen mit der Heidelberger Sammlung noch nicht so groß, aber immerhin gab es schon einen Artikel zum „Heidelberger Maler“, der nach einem herausragenden Stück in Heidelberg benannt wurde, da der echte Name nicht überliefert ist.

Also Antike. Das traf sich auch gut für Heiko „DerMaxdorfer“ Fischer, der gerade mit seinem Studium der Altertumswissenschaften in Heidelberg begonnen hatte und seit dem ersten Treffen in Heidelberg zum festen Stamm der Organisatoren gehört. Bei einem weiteren Besuch in Heidelberg, bei dem es schon um detailliertere Planungen ging, lernten wir Hermann Pflug, den Kurator der Sammlung, und den Institutsfotografen Hubert Vögele kennen. Wie auch schon Nikolaus Dietrich waren sie sehr aufgeschlossen der Idee gegenüber, etwas mit Wikipedia zu tun und damit natürlich letztlich auch die Sichtbarkeit des Antikenmuseums zu erhöhen. Fotoerlaubnis wurde erteilt und je nach Möglichkeit auch die zur Verfügungstellung schon produzierter Aufnahmen. Gerade Hubert Vögele schien durchaus davon angetan, dass seine Bilder somit auch einen Zweck über den akademischen hinaus haben und als Vermächtnis dienen würden.

Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0, Antikenmuseum der Universität Heidelberg (Martin Rulsch) 2016-10-05 01, CC BY-SA 4.0

Und so kam es Anfang Oktober zu den beiden ersten Veranstaltungen in Heidelberg. Oftmals ist das der Punkt, nach dem dann alles einschläft. Diesmal sollte das aber nicht so sein. Die Verbindungen, die sich im letzten Jahr ergeben hatten, gehen ganz offensichtlich tiefer. Nicht nur wurde Christian Vater für sein herausragendes Engagement bei der WikiCon 2016 mit einer Wiki-Eule geehrt, was selbst an der Heidelberger Universität zur Kenntnis genommen wurde, nein schon einen Monat nach unserer GLAM-on-Tour-Station in Heidelberg war ich erneut auf Einladung des Instituts für Klassische Archäologie in Heidelberg. Zunächst zur Antrittsvorlesung von Nikolaus Dietrich, einen Tag später zum Festakt aus Anlass des 150-jährigen Jubiläum des Instituts. Offenbar sind die Verbindungen, die sich innerhalb eines Jahres heraus gebildet haben, recht freundschaftlich geworden.

Und es ist noch lange nicht das Ende. Für 2017 ist schon die Nachfolgeveranstaltung geplant, diesmal überlegen wir uns mit dem Mittelalter zu beschäftigen, natürlich mit einem geeigneten Partner an der Universität – und zwar der Universitätsbibliothek Heidelberg. Thema soll die Geschichte der Bibliotheca Palatina werden, und mit Martin Nissen ist auch bereits ein engagierter Bibliothekar mit dabei. Und auch danach haben wir schon weitere Ideen. Man wird also wohl noch Einiges hören, von Wikipedianern in Heidelberg.

by Nicolas Rueck at December 14, 2016 12:15 PM

December 12, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wiki Loves Monuments 2016: Mehr als 39.000 Fotos von deutschen Bau- und Kulturdenkmalen bereichern die Wikimedia-Projekte

In diesem Gastbeitrag schaut Sandro Halank auf das erfolgreiche Wiki-loves-Monuments-Jahr zurück.

Es ist bereits zu einer besonderen Tradition geworden, dass ehrenamtliche Wikipedianerinnen und Wikipedianer im „Denkmalmonat“ September den Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments veranstalten.

Erstmals 2010 in den Niederlanden ausgetragen ist dieser einzigartige Wettbewerb – die Organisation und Juryaufgaben werden von Ehrenamtlichen wahrgenommen, und alle Interessierten können mitmachen – mittlerweile laut Guiness Buch der Rekorde der weltweit größte Fotowettbewerb. International haben 2016 rund 10.700 Fotografinnen und Fotografen mehr als 275.000 Bilder von Bau- und Kulturdenkmalen aus 42 Ländern hochgeladen und damit zur Bebilderung insbesondere der Wikipedia beigetragen. Allein in Deutschland haben sich 884 Ehrenamtliche mit mehr als 39.000 Bildern beteiligt und damit dafür gesorgt, dass Deutschland im internationalen Vergleich die meisten Wettbewerbsbilder aufweisen kann. 

Die Gewinner von Wiki loves Monuments 2016 bei der Preisverleihung am 25.11.2016.

Eine weitere Besonderheit des Wettbewerbs ist, dass von den hochgeladenen Bildern nicht nur die Wikimedia-Projekte profitieren, sondern auch die Allgemeinheit. Jedes einzelne Bild steht, wie alle in der Wikipedia verwendeten Bilder, unter einer freien Lizenz und kann von allen weiterverwendet werden: sei es für den privaten Blog, die Website der Gemeinde oder eine große Tageszeitung. Besonders einfach lassen sich Lizenzhinweise für die kostenfreie Verwendung der Bilder mit dem Lizenzhinweisgenerator erstellen.

Die hochgeladenen Bilder von deutschen Bau- und Kulturdenkmalen wurden in einem ersten Schritt von mehr als 100 Engagierten im Rahmen der Vorjury begutachtet und mehr als 300.000-mal bewertet. Der Vorjury oblag es für jedes Bild eine Bewertung von einem bis fünf Sternen zu vergeben. Die besten 1.041 Fotos – mit einer Bewertung mit mindestens 3,0 Sternen – wurden anschließend der Hauptjury, bestehend aus Ehrenamtlichen der Wikimedia-Projekte sowie externen Experten, vorgelegt. Diese bestimmte die Top 100 des Wettbewerbs und vergab zwei Sonderpreise für besondere 360°-Panoramabilder, sogenannte Kugelpanoramen. Die diesjährigen Siegerfotos sind in der Wikipedia zu finden.

Platz 1: Die Hamburger Speicherstadt (Dietmar Rabich, Hamburg, Speicherstadt, Wasserschloss -- 2016 -- 2944-50, CC BY-SA 4.0) Platz 2: Das Landgericht Berlin (Ansgar Koreng / CC BY 3.0 (DE), Landgericht Berlin, Littenstraße, Eingangshalle (2), 160906, ako, CC BY 3.0 DE) Platz 3: Die Weltzeituhr in Berlin (Diego Delso, Reloj Mundial, Berlín, Alemania, 2016-04-22, DD 46-48 HDR, CC BY-SA 4.0)

Die Fotografen der Top-10-Bilder und die Sonderpreisträger wurden zur Preisverleihung nach Berlin eingeladen. Diese fand am 25. November 2016 – dem Vorabend der Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland e. V. statt – und bildete den festlichen Höhepunkt des Wettbewerbs. Eindrücke von der Preisverleihung sind hier zu finden.

Das Organisationsteams bedankt sich ganz herzlich bei allen teilnehmenden Fotografinnen und Fotografen, Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vorjury sowie den Engagierten der Jury für die Beteiligung am Wettbewerb. Nun gilt es, die Bilder in den Wikimedia-Projekten einzubinden, wobei jede und jeder mithelfen kann: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wiki_Loves_Monuments_2016/Deutschland/Mitmachen/Bilder_verwenden.

by Jan Apel at December 12, 2016 09:33 AM

December 09, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im November 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat sechs Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

1.11.: Workshop: Videodreh mit dem Smartphone

Am 1. November veranstaltete der Heimatverein Lesum in Kooperation mit BremenpediA einen Workshop von und mit Matthias Süßen. Im Vortrag genannte Links, Hinweise auf Apps und weitere Informationen sind im Blog von Matthias Süßen zu finden. (basierend auf einem Text von Quarz, CC-by-sa 3.0)

4.11.: Sonderausstellung Klassische Archäologie der Uni Heidelberg

Seit einem Jahr gibt es eine immer intensiver werdende Zusammenarbeit mit dem SFB 933 Materiale Textkulturen der DFG an der Universität Heidelberg und darin involvierte Institutionen. Nach der GLAM-on-Tour-Station Anfang Oktober in Heidelberg soll dieses Projekt weiter am Leben gehalten werden. So wurden von dem Seminar für Klassische Archäologie zu dessen 150jährigem Jubiläum Vertreter der Wikipedia eingeladen. Marcus Cyron besuchte die Veranstaltung als Wikipedia-Community-Mitglied. (basierend auf einem Text von Marcus Cyron, CC-by-sa 3.0)

4.11.: 4 Jahre Wikidata

Wikidata wurde am 30. Oktober vier Jahre alt, was Anlass für eine Geburtstagsfeier in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland war und die Möglichkeit bot, sich mit international aktiven Wikidata-Nutzern auszutauschen.

6.–8.11.: Messe Schriftgut

Wikipedia-Aktive vertraten die freie Enzyklopädie mit einem Stand auf der Messe schriftgut in Dresden, um die eigene Arbeit im Dialog zu beleuchten und in Gesprächen über die Erstellungsweisen der Texte zu berichten. (basierend auf einem Text von Conny, CC-by-sa 3.0)

12.11.: Denkmalmesse Leipzig

Auf der Denkmalmesse Leipzig konnten Vertreterinnnen und Vertreter der Wikimedia-Community aus verschiedenen Bundesländern die Ergebnisse ihrer Projektarbeit vorstellen und über ihre Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit den zuständigen Einrichtungen der Denkmalpflege berichten. (basierend auf einem Text von Dr. Bernd Gross, CC-by-sa 3.0)

Überraschend durften sie außerdem die Goldmedaille für die besondere Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements entgegennehmen. Die Medaille wird an Standbetreibende vergeben, die herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa erbracht haben.

11.11.: Vortrag WLM/WLE Bund Heimat und Umwelt in Deutschland

Ein Wikipedianer wurde vom Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, Bundesverband für Kultur, Natur und Heimat im Rahmen einer Fachtagung zu einem Vortrag zu den Projekten Wiki Loves Monuments und Wiki Loves Earth eingeladen. Wikimedia Deutschland ermöglichte die Teilnahme mit der Übernahme der Reisekosten.

11.-13.11.: Fotoprojekt Bahnrad-Weltcup

Die Wikipedianerin Nicola besuchte den UCI Track World Cup in Apeldoorn, um Fotos der Radsportlerinnen und Radsportler für das freie Medienarchiv Wikimedia Commons zu machen. Die Aufnahmen sind hier verfügbar und werden bereits in verschiedenen Sprachversionen der Wikipedia weitergenutzt.

16.-18.11.: Fotoprojekt Naturmuseum

Ptolusque besuchte eine Veranstaltung im Rahmen der Vortragsreihe „Woher kommt der Mensch? – Ein neuer Blick auf Homo sapiens“ im Senckenberg Naturmuseum in Frankfurt am Main und brachte Fotos von Referenten mit, die nun in Wikipedia-Artikeln genutzt werden können.

17.11.: Teilnahme Landtagsprojekt Rheinland-Pfalz 2016

Als Fotograf und Artikelberater reiste ein Wikipedianer mit Unterstützung durch Wikimedia Deutschland zum Landtagsprojekt in Rheinland-Pfalz. Beim Landtagsprojekt entstandene freie Fotos der Abgeordneten sind auf Wikimedia Commons zu finden.

17.-18.11.: Konferenz Zugang Gestalten

Im Museum für Gegenwart im Hamburger Bahnhof in Berlin fand die 6. Internationale Konferenz Zugang Gestalten statt, an der sich auch ehrenamtlich aktive Wikipedia-Autorinnen und Autoren beteiligten.

19.11.: Wikimedia Conferentie Nederland

Mit der Erstattung von Reisekosten ermöglichte Wikimedia Deutschland einem aktiven Wikipedia-Autor die Teilnahme an der Wikimedia Conferentie Nederland, um dort zum internationalen Austausch beizutragen und die Planung neuer Projekte voranzubringen.

22.11.: Einführungskurs Ulm 2016 – 3

In Ulm fand zum dritten Mal ein Wikipedia-Einführungskurs statt. Dabei wird ein Einführungsvortrag zur Mitarbeit an der Wikipedia mit anschließender Diskussions- und Fragerunde angeboten. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere auch an Neulinge und angehende Autorinnen und Autoren, die die ersten Schritte bei der Bearbeitung von Artikeln in Begleitung erfahrener Nutzerinnen und Nutzer machen möchten.

24.11.: Stammtisch Bremen November

Der Bremer Stammtisch wurde auch in diesem Monat wieder durch Wikimedia Deutschland versichert.

25.11.: WLM-Siegerehrung

Siegerehrung der WLM-Gewinner. Foto: Thaler Tamas, CC-0

In feierlichem Rahmen wurden in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland die Gewinner des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments aus Deutschland ausgezeichnet und den Preisträgern im Großformat als Wandbild übergeben.

Alle Gewinnerfotos sind auf dieser Seite zu finden und können frei nachgenutzt werden.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Community-Termine fanden auch im vergangenen Monat wieder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

Weitere Aktivitäten

Der Technikpool von Wikimedia Deutschland wurde dank Anregung von DCB um je zwei Weitwinkelobjektive für Canon- und Nikon-DSLRs erweitert und ein handliches und qualitativ hochwertiges Dreibeinstativ erweitert.

Um dem Autorenschwund in der Wikipedia entgegenzuwirken, wurden auf Initiative von Dr. Bernd Gross Poster zur Mitgliederversammlung von Wikimedia Deutschland in Druck gegeben, mit dem Ziel potentielle Neu-Aktive zur Mitwirkung in der freien Enzyklopädie zu animieren.

by Nicolas Rueck at December 09, 2016 04:21 PM

December 08, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 49/2016

In der Wikimedia:Woche 49/2016 ist ein schöner Film zur Übergabe der Disc zu finden, auf der Wikipedia-Inhalte zum Mond geflogen werden. Außerdem gab es einen Vorstandswechsel bei Wikimedia Deutschland. Wer wissen möchte in welcher Region die nächste WikiCon stattfinden wird, sollte ebenfalls einen Blick in die vorliegende Ausgabe werfen.

Zur Wikimedia:Woche 49/2016 geht es hier.

by Nicolas Rueck at December 08, 2016 04:28 PM

Abraham Taherivand wird Interimsvorstand

Liebe Vereinsinteressierte,

Foto von Silke Ababneh, bearbeitet von Valerie Schandl (WMDE), CC-BY-SA 4.0

am vergangenen Samstag habe ich euch informiert, dass Christian Rickerts zum Staatssekretär ernannt wird, wenn sich der neue Berliner Senat wie geplant konstituiert. Dies ist nun geschehen: Seit heute ist Christian Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Energie und Betriebe und hat sein Vorstandsamt bei Wikimedia Deutschland niedergelegt.

So rasant die Entwicklungen seit der letzten Woche waren, so sehr freuen wir uns seitens des Präsidiums, dass wir schnell eine wirklich sehr gute Nachfolgelösung gefunden haben: Ich freue mich sehr, dass Abraham Taherivand sich bereit erklärt hat, das Vorstandsamt zunächst zu übernehmen! Er ist vom Präsidium zum Vorstand des Vereins bestellt worden und ab heute im Amt.

Abraham ist seit März 2012 bei Wikimedia Deutschland tätig. Er leitet mit dem Bereich Software-Entwicklung aktuell die personell und finanziell größte Organisationseinheit. In seinen bisherigen Rollen als Vertreter des Vorstandes, als Sprecher der Übergangskommission zur letzten Vorstandssuche und als ehemaliger Vorsitzender des Betriebsrates hat Abraham bewiesen, dass er jederzeit im Sinne der Gesamtorganisation handelt und entscheiden kann.

Die gefundene Lösung mit Abraham ermöglicht uns, mit der nötigen Ruhe und wohlüberlegt die nächsten Schritte anzugehen. Am 28./29. Januar wird sich das Präsidium zu seiner ersten Klausurtagung treffen und dort alle Fragen rund um die permanente Besetzung der Vorstandsposition besprechen. Anschließend werden wir euch zeitnah über die Ergebnisse und das weitere Vorgehen informieren. Abraham steht uns bis dahin und auch darüber hinaus als Vorstand zur Verfügung. Er hat die vollen Rechte und Pflichten des Vorstands und wird auch die Abteilung Software-Entwicklung bis auf weiteres leiten.

Christian, an dich noch einmal ein großes Danke für deine Arbeit bei uns. Herzlichen Glückwunsch und einen guten Start in der Politik. Abraham, ich freue mich auf die weitere, enge Zusammenarbeit mit dir!

Für das Präsidium
Tim Moritz Hector
Präsidiumsvorsitzender

by Tim Moritz Hector at December 08, 2016 02:46 PM

Aus Ideen werden Projekte werden Ergebnisse werden Ideen

 

Rückblick auf das erste WikiLibrary Barcamp “Bibliotheken im Netz – Digitale Agenda!?” (#BINDA) in Dresden. Eine Gemeinschaftsaktion vom Deutschen Bibliotheksverband Netzwerk Bibliothek, der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek und Wikimedia Deutschland.

@lambo twittert auf dem ersten WikiLibrary Barcamp unter dem hashtag #BINDA (screenshot)

 

Draußen herrschte frostige Kälte – genau das richtige Wetter um über die vielen Weihnachtsmärkte Dresdens zu schlendern – doch über sechzig Bibliothekarinnen, Wikipedianerinnen, Bibliothekare und Wikipedianer kamen lieber in den großen Vortragssaal der SLUB, wie die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek liebevoll genannt wird. Sie trafen sich, um gemeinsam zu überlegen, zu debattieren und einander zu begeistern künftig noch mehr miteinander zu tun.

Dreimal traten aus dem Kreis der Teilnehmenden Menschen auf die Bühne. Im so genannten Sechzig-Sekunden-Wahnsinn (One-Minute-Madness) warben sie um die Gunst für ihre Themen. Das Angebot war vielfältig: “Was brauchen Bibliotheken als Co-Workingspaces?” von @isarmatrose (Café Sankt Oberholz) oder “Was können wir mit digitalisierten historischen Tourenbücher für Radfahrer machen?” fragte Jens Bemme (SLUB). A.Wagner (Wikisourcejaner) stellte das Wikimedia-Projekt Wikisource vor. Felistoria (Wikipedianerin) und Tanja Erdmenger (Münchner Stadtbibliothek) machten spontan eine Session gemeinsam über digitale Teilhabe in Bibliotheken am Beispiel der Hamburger Wikipedia Sprechstunde.  Brücke (Wikipedianer) lud ein zum Wettbewerb “Wiki loves Books”. @kippelboy aus Barcelona und ich warben für die internationale Kampagne #1Lib1Ref – aka 1 Bibliothekar / 1 Literaturangabe – mit deren Hilfe Bibliothekarinnen und ihre männlichen Kollegen eingeladen sind, Wikipedia-Einträge mit fehlenden Belegen zu verbessern. Ich kann hier leider nicht alle Sessions listen, denn fast 20 Session fanden an diesem 3. Dezember statt. Alles wurde gemeinschaftlich dokumentiert. So kann man auf der Projektseite zu den einzelnen Sessions die digitalen Mitschriften (etherpads genannt) finden, nachlesen und ggf. noch ergänzen.

Der stellvertretende Generaldirektor persönlich, Dr. Achim Bonte,  öffnete für uns die Schatzkammer der SLUB, um der Begeisterung für die Einrichtung Bibliothek neue Nahrung zu geben. Futuristischer ging es im Makerspace – die Werkstatt mit den 3D-Druckern –  auf der anderen Straßenseite zu und vollends historisch wurde es in der dritten Führung zu 800 Jahren Kreuzchor, mit der uns die engagierten Mitarbeiter der SLUB das #BINDA-Barcamp verwöhnten. In der letzten Runde des Tages trug der kongeniale Moderator Stephan Bartholmei (Deutsche Digitale Bibliothek) die Ergebnisse zusammen. Hier nachzulesen.

Eine tolle Sache fanden alle. Denn am Ende ließen die Veranstalter abstimmen: Soll es im nächsten Jahr wieder ein WikiLibrary Barcamp geben? Der orangefarbene Saal der SLUB ergrünte durch die vielen hochgehaltenen Stimmkarten sichtlich. Das heißt: Ja, Wikimedia Deutschland, Netzwerk Bibliothek und SLUB denken in den kommenden Wochen nach wie wo wann und was – ein zweites WikiLibrary Barcamp soll sein.

Gern auch Deine Ideen für ein 2. WikiLibrary Barcamp unten in die Kommentare schreiben.

Fotodokumentation

by Barbara Fischer at December 08, 2016 10:26 AM

December 04, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wo [‘krauts’] etwas Gutes meint: Wikipedia, Citizen Science und Digital Humanities.

 

Die Begrüßungsrede von Tim Moritz Hector (Vorsitzender des Präsidiums) anläßlich des ersten deutschen WikiLibrary Barcamps in Dresden am 3.12. 2016. Eine Gemeinschaftsveranstaltung von Netzwerk Bibliothek von Deutschen Bibliotheksverband, der Sächsischen Landes- und Universitätsbibliothek Dresden und Wikimedia Deutschland.

 

Crowds sind keine Krauts

Vor hundert Jahren um diese Zeit war “krauts” ein böses Wort für feldgraue Soldaten. Engländer bezeichneten damit im Ersten Weltkrieg ihre deutschen Gegner. Sie machten sich lustig über den Kohlgeruch aus den deutschen Frontküchen, der angeblich den Gegnern anhafte. Heute denken wir bei “crowds” an etwas anderes. Gemeint sind Menschen, die sich meist ehrenamtlich im Netz engagieren. Völlig geruchslos im Übrigen.

Die SLUB war der Austragungsort für das erste WikiLibrary Barcamp Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende!? Bild von Kay Körner CC BY-SA 2.5, via Wikimedia Commons

Citizen Science, Digital Humanities, crowd sourcing, community. Die Anglizismen mögen einige stören. Sie sind aber ein Ausdruck für das Grenzen überschreitende Zusammenarbeiten vieler Menschen auf der ganzen Welt. Die globale Community von Geisteswissenschaftlern half den Bibliothekaren der Anna-Amalia Bibliothek in Weimar, Bücher, deren Einbände und Vorsatzblätter verbrannt waren, über Textfragmente zu identifizieren.* In Citizen Science Projekten tragen Menschen von allen Kontinenten Wetterdaten aus historischen Logbüchern für die Erforschung des Klimawandels zusammen** oder klassifizieren Sternformationen***. Und jüngst gelang den Digital Humanities, ein Fragment eines Theaterstückes über Thomas Morus des 17. Jahrhunderts einwandfrei Shakespeare zuzuordnen.**** All diesen Einzelereignissen sind zwei Dinge gemeinsam: Sie sind nur möglich, weil viele Menschen zusammenarbeiten und weil diese Zugriff auf dieselben digitalen Daten haben.

Nicht Einbahnstraße, sondern Dialog

Genau das geschieht in der Wikipedia. Menschen weltweit tragen gemeinsam Wissen in Form von enzyklopädischen Beiträgen zusammen. Es gibt aktuell 293 Sprachversionen, die jeden Monat von über einer halben Milliarde Lesern besucht werden. Vor zwei Wochen wurde in der deutschsprachigen Wikipedia der 2.000.000 Artikel gefeiert. Das schafft die “Crowd”. Das eine sind Freiwillige, die in ihrer Freizeit lieber Enzyklopädie-Artikel schreiben, Fehler korrigieren oder Bilder zu den Artikeln hochladen, als Kaninchen zu züchten oder Kohl in der Laubenkolonie anzubauen. Das andere sind die Freien Lizenzen, die es erlauben, dieses Wissen weiter zu verwenden. Zum Beispiel um in der Gemeinsamen Normdatei der Deutschen Nationalbibliothek Personen und Orte mit vertiefender Information aus Wikipedia zu verbinden. Man muss nur richtig referenzieren! Darin sind Bibliothekare Spezialisten. Uns von Wikimedia Deutschland geht es um die Förderung des Freien Wissens durch diese Nachnutzung. Nicht als Einbahnstraße, sondern als Dialog. Als Pate für das WikiLibrary Barcamp warb ich mit:

„Ich komme gern zum WikiLibrary Barcamp, weil in der Zusammenarbeit zwischen digitalen Wissensprojekten wie der Wikipedia und Bibliotheken ein großes Potenzial liegt, das wir noch besser ausschöpfen müssen, um unserem Anspruch – der Verbreitung des Wissens – gerecht zu werden.”

Was heißt das konkret? Wir können heute hier miteinander besprechen, das Wissen in den Bibliotheken mehr Menschen – den crowds – nachnutzbarer zu machen. Wer, wann, wo, was und wie können wir heute hier gemeinsam entwickeln. Erzählen Sie uns von Ihren Ideen. Wir Wikipedianer können uns vorstellen: Buchscans von gemeinfreien Werken in Wikisource OCR lesbar zu machen. Bibliotheken als Orte der Begegnung für digital arbeitende Freiwillige der Wikipedia Community noch stärker zu öffnen. Mit freiem digitalem Bild- und Textmaterial neue Anwendungen zu kreieren, wie beim Kulturhackathon Coding da Vinci. Oder schenken Sie Wikipedia zum 16. Geburtstag im Januar ein wenig von Ihrer Zeit. Machen Sie mit bei der internationalen Aktion #1Lib1Ref und ergänzen Sie eine fehlende Literaturangabe in einem Wikipedia-Artikel Ihrer Wahl.

Dank

Ich danke Ihnen allen für Ihren Willen, hier in Dresden einander zuzuhören und sich gegenseitig zu begeistern. Ich danke den Partnern: dem Netzwerk Bibliothek des Deutschen Bibliotheksverbandes namentlich Herrn Frank Scholze und Frau Maiken Hagemeister; der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden, namentlich Herrn Dr. Achim Bonte und Frau Annemarie Grohmann für die gemeinsamen Anstrengungen das erste WikiLibrary Barcamp in Deutschland zu ermöglichen. Ich möchte mich auch bei meinen Ko-Paten Antje Theise von der Staatsbibliothek Hamburg, bei Lambert Heller von der Technischen Informationsbibliothek Hannover und bei Stephan Bartholmei von der Deutschen Digitalen Bibliothek für ihr Engagement bei der Bekanntmachung der Veranstaltung bedanken. Möge das WikiLibrary Barcamp ein zeitgemäßer Beleg für den guten Klang von “crowds” werden.

(4622 Z)

Fußnoten und weiterführende Information:

*  http://www.zeit.de/2013/01/Anna-Amalia-Bibliothek-Buecher

** https://www.oldweather.org/

*** http://www.citizensky.org/

**** https://en.wikipedia.org/wiki/Sir_Thomas_More_(play)

Projektseite: Wikilibrary Barcamp mit Dokumentation

by Barbara Fischer at December 04, 2016 05:47 PM

December 03, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Christian Rickerts als Staatssekretär

Liebe Leserinnen und Leser,

auf dem heutigen Berliner Landesparteitag von Bündnis 90/Die Grünen wurden der Koalitionsvertrag für den zukünftigen Berliner Senat beschlossen und die künftigen Regierungsmitglieder von Seiten der Grünen nominiert. Ein Teil dieser Beschlüsse betrifft unseren Verein, weshalb ich Euch umgehend informieren möchte.

Unser geschäftsführender Vorstand, Christian Rickerts, wurde von Ramona Pop, der nun designierten Wirtschaftssenatorin, gebeten, mit ihr als Staatssekretär in das neue Ministerium für Wirtschaft, Energie und Betriebe zu gehen. Sollte sich der nächste Senat nach der Wahl von Michael Müller zum Regierenden Bürgermeister am 8.12. wie geplant konstituieren, wird Christian ab dann die neue Verantwortung übernehmen.

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland ist sich einig, dass dies eine großartige Chance ist, die Christian annehmen sollte, obwohl wir seinen Weggang natürlich bedauern würden. Wir verstehen dies auch als ein großes Kompliment nicht nur an seiner Arbeit, sondern auch an die Arbeit von Wikimedia Deutschland. Gleichzeitig bedeutet diese Entwicklung natürlich eine Reihe von Veränderungen. Gemeinsam mit Christian und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle besprechen wir im Präsidium heute und in den kommenden Tagen die nächsten Schritte. Sobald es hierzu wichtige Neuigkeiten gibt, werden wir euch umgehend informieren.

by Tim Moritz Hector at December 03, 2016 02:04 PM

December 01, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Selbstlernende Computerprogramme und Evolution – Ein Projektbericht aus dem Fellow-Programm Freies Wissen

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Das Fellow-Programm Freies Wissen wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen. In diesem Gastbeitrag stellt der Stipendiat Nicolas Schmelling sein Projekt vor, welches er im Rahmen des Fellow-Programms durchführt. 

Computer spielen in unserer heutigen Gesellschaft eine immer größere Rolle. Zum einen verwenden wir Computer täglich bewusst für die unterschiedlichsten Sachen – vom Wecker bis hin zum Wissenserwerb. Zum anderen steuern Computer auch immer mehr Prozesse ohne unser Mitwirken, wie zum Beispiel der Spamfilter, der ungewollte E-Mails aussortiert. Mit Blick auf die Zukunft wird uns bewusst, dass Computer viele unserer Tätigkeiten übernehmen werden. Eine detaillierte Auseinandersetzung mit dem Thema hat beispielsweise in der diesjährigen ARD-Themenwoche zum Thema „Zukunft der Arbeit“ stattgefunden.

Ein wichtiger Aspekt ist dabei das Vermögen von Computern, durch Informationen und Daten zu „lernen”. Anwendungen mit dieser Fähigkeit finden wir in unterschiedlichsten Bereichen, sei es eine Kaufempfehlung im Onlineshop oder der Einsatz von selbstfahrenden Autos auf den Straßen. In einer Zeit, in der Computer datengestützte Vorhersagen machen können, sollte es also auch möglich sein, auf diese Weise neues Wissen zu schaffen und wissenschaftliche Probleme zu lösen.

In meinem Projekt möchte ich daher mithilfe von kleinen autonomen Computerprogrammen Fragestellungen der Evolution beantworten. Im Detail werde ich mich mit der Evolution von Zeitmessern beschäftigen. Unter welchen Umweltbedingungen kann überhaupt eine „innere“ Uhr entstehen? Was für einen Sinn/Vorteil hat ein Zeitmesser für einen Organismus? Dies sind Beispiele für Fragen, denen mein Projekt auf den Grund geht.

Was genau sind eigentlich diese „digitalen Organismen“?

Ein Problem, welches die Erforschung von Evolution mit erschwert, ist die Zeit. Evolution ist normalerweise ein sehr langsamer Prozess. Glücklicherweise gibt es nur drei zentrale Bedingungen, die gegeben sein müssen, damit Evolution auftreten kann:

  • Replikation, also die Fähigkeit, sich zu vermehren und Nachwuchs zu produzieren.
  • Variation, also die Möglichkeit von Veränderungen über Zeit oder Unterschieden zwischen Individuen.
  • Konkurrenz, also der Kampf um Ressourcen und der Druck, besser zu sein als ein Gegenspieler.

All diese Bedingungen können von Computerprogrammen erfüllt werden. Darüber hinaus haben Computer weitere Vorteile – und zwar Geschwindigkeit und die Fähigkeit der Datenaufzeichnung. Diese Kombination erlaubt es, Prinzipien der Evolution in einem Bruchteil der Zeit mit einer Fülle von Daten zu erforschen. Im Zentrum des Projektes stehen daher kleine autonome Computerprogramme oder auch „digitale Organismen“. Wenn ich von digitalen Organismen spreche, dann beziehe ich mich auf Organismen implementiert in Avida, einer Plattform für Computer-basierte Evolutionsbiologie. Diese digitalen Organismen sind tatsächlich ein sehr abstraktes Konstrukt. Nähert man sich jedoch einem Computerprogramm etwas, stellt man fest, dass es auf ähnlichen Prinzipien aufgebaut ist wie etwa Bakterien. Sie verfügen, wie auch normale Organismen, über ein Genom, reproduzieren sich und interagieren mit ihrer Umwelt. Das Genom ist in Avida durch eine zirkuläre Aufreihung von „Instruktionen“ dargestellt. Instruktionen können dabei verschiedenste Funktionen codieren, wie zum Beispiel das Erkennen einer Ressource in der Umgebung oder das Kopieren der Erbinformation. Reproduktion geschieht im simpelsten Fall asexuell durch die Verdopplung der Erbinformation und der anschließenden Teilung in zwei getrennte Individuen. Damit ist auch schon die erste Bedingung für Evolution erfüllt. Während der Reproduktion kann es, wie auch in der Natur, zu Kopierfehlern oder dem Verlust bzw. Gewinn von Erbinformation kommen. Diese Mutationen sorgen für Variation zwischen den einzelnen digitalen Organismen und erfüllen die zweite Bedingung für Evolution.

Wie bereits erwähnt, können digitale Organismen in Avida mit ihrer Umwelt interagieren. Die Interaktion kann dabei die unterschiedlichsten Formen annehmen. In den meisten Fällen beschränkt sie sich jedoch nur auf die Aufnahme von Ressourcen aus der Umwelt. Ressourcen stellen in Avida eine Art Grundversorgung für digitale Organismen dar. Wie kommt nun jedoch die dritte Bedingung für Evolution, die Konkurrenz zwischen den Organismen, zustande? Im einfachsten Fall kämpfen die Organismen in Avida um Platz. Es gibt nur ein begrenztes Raumangebot, und sollte der bestehende Platz besetzt oder erschöpft sein, verdrängen neue Organismen die bereits bestehenden Organismen. Es ist also ein Wettrennen um Lebensraum. Die einzige Methode, um ein Überleben seiner Art zu gewährleisten, ist es, sich schneller und öfter zu vermehren als andere Arten. Das eröffnet die zweite Ebene der Konkurrenz zwischen Organismen – und zwar die um Computerzeit. Am Anfang hat jeder Organismus dieselbe Zeit, um Instruktionen auszuführen. Alle Organismen sind also gleich schnell und vermehren sich gleich oft. Der einzige Weg, um mehr Computerzeit als andere Organismen zu bekommen, ist es, logische Aufgaben zu lösen. Beispielsweise werden dem Organismus zwei Zahlen gezeigt, und er muss diese addieren. Bei einem korrekten Ergebnis erhält der Organismus einen Bonus. Je schwieriger dabei die Aufgaben, desto mehr Boni gibt es für den Organismus, was die dritte Ebene der Konkurrenz darstellt. Zusammenfassend lässt sich die Konkurrenz als Kampf um Lebensraum, Computerzeit, und Komplexität von Aufgaben beschreiben. Weitere Informationen und Anwendungsbeispiele können dem Artikel von Carl Zimmer oder der umfassenden Publikation von Charles Ofria und Claus Wilke entnommen werden.

Wenn deine innere Uhr mal wieder aus dem Gleichgewicht kommt

Jeder kennt das Phänomen, wenn die Uhr umgestellt wird und man auf einmal Probleme mit dem Aufstehen morgens früh hat. Oder aber, wenn man zurück aus dem Urlaub in einem fernen Land kommt und sich erst wieder an die eigene Zeitzone gewöhnen muss. Die Ursachen für dieses Phänomen ist die „innere“ Uhr, auch circadiane Uhr genannt. Die circadiane Uhr hilft dem Körper dabei, sich auf täglich wiederkehrende Erscheinungen einzustellen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Tag-Nacht-Rhythmus. Die „innere“ Uhr ist also ein zentraler Bestandteil in der Organisation einer Zelle oder eines ganzen Organismus. Variationen davon sind in nahezu allen Lebensformen zu finden [10]; bei uns Menschen und anderen Säugetieren ebenso wie bei Pflanzen und einfachen Organismen, wie z.B. Cyanobakterien. Die Frage, die sich dabei stellt, ist die nach dem Grund für den Besitz einer solchen Uhr. Es konnte bereits an einem exemplarischen Beispiel gezeigt werden, dass eine circadiane Uhr einen Wettbewerbsvorteil für Organismen darstellt [11]. Dieser Vorteil wird jedoch nur unter oszillierenden Bedingungen sichtbar, wie einem Tag-Nacht-Rhythmus. Wie muss nur eine Welt ausgesehen haben, die eine derartige Regulation ermöglicht hat? Die Entstehung der ersten circadianen Uhr geht mehrere Milliarden Jahre zurück [10]. Die Unterschiede zwischen den bekannten Formen von circadianen Uhren sind jedoch so groß, dass man davon ausgeht, dass diese mehrfach im Laufe der Erdgeschichte entstanden sein müssen [10].In meinem Projekt möchte ich die Fragen nach der Entstehung (und Entwicklung) dieser „inneren Uhr“ beantworten. Ich möchte verstehen, wie sehr sich bestimmte Parameter, wie zum Beispiel die Tageslänge, auf die Entstehung einer Uhr auswirken. Braucht man eine Umwelt, die jeden Tag des Jahres ähnlich ist, wie beispielsweise am Äquator, oder kann eine Uhr auch auf einer der Halbkugeln entstehen, wo wir über das Jahr hinweg Unterschiede in der Tageslänge aufweisen? Sobald ich eine genauere Vorstellung über die Umweltbedingungen habe, die eine circadiane Uhr hervorbringen können, möchte ich untersuchen, wie sich der Besitz einer Uhr auf die Fitness des Organismus auswirkt, wenn er mit anderen Organismen in Konkurrenz steht. Wieviel besser ist eine circadiane Uhr im Vergleich zu einem Organismus ohne Uhr oder mit einer unterschiedlich eingestellten Uhr?

Offener Forschungsprozess für alle

Das Projekt ist dabei Teil des Fellow-Programmes „Freies Wissen“, das von Wikimedia und dem Stifterverband ins Leben gerufen wurde. Ziel des Fellow-Programmes ist es, junge Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre Forschung zu öffnen und einen offenen Wissenschaftsprozess zu führen. Ich habe mich dazu entschlossen, mein Projekt, welches mit dem Beginn des Fellow-Programmes initiiert wurde, so offen wie nur möglich aufzubauen. Um jedem eine einfache Teilnahme am Projekt zu ermöglichen, wurde GitHub, eine Online Plattform für kollaborative Softwareprojekte, ausgewählt. Der ausschlaggebende Faktor für die Wahl von GitHub als Mittelpunkt des Projektes ist die Fähigkeit der Versionsverwaltung von Inhalten durch das Versionsverwaltungssystem Git. Darüber hinaus bietet GitHub weitere Anwendungsmöglichkeiten. Sowohl der Code, der Experimenten und Datenanalyse zugrunde liegt, die produzierten Daten als auch die Dokumentation von Hintergrundwissen und weiterem Informationsmaterial kann hier gesammelt und bearbeitet werden. Des Weiteren kann der beigefügte „Issue Tracker“ dafür genutzt werden, Probleme und Fragen offen zu diskutieren. Ich nutze momentan alle vorher genannten Möglichkeiten von GitHub und führe darüber hinaus noch ein offenes Laborbuch, in dem ich Fortschritte und Gedanke festhalte. Mir ist es aber auch wichtig, dass man nicht nur die Fortschritte des Projektes mitverfolgen, sondern auch aktiv teilnehmen kann. Deshalb habe ich mit Avida (für die Experimente) und der Programmiersprache Python (für die Datenauswertung) zwei freie Lösungen mit offenem Quellcode gefunden, die allen eine freie Teilnahme erlauben.

Nebenprojekte

Im Laufe des Projektes sind unter anderem zwei Nebenprojekte entstanden. Während ich mit meinem Projekt angefangen habe, kamen immer wieder Fragen auf, die sich mit dem korrekten Aufbau eines wissenschaftlichen Projekts auf GitHub beschäftigt haben. Welche Lizenz brauche ich, wenn ich überhaupt eine brauche? Was passiert mit meinen Daten und wo speichere ich diese am besten? Das hat dazu geführt, dass ein weiteres Projekt entstanden ist, das eine Anleitung für ähnliche Projekte auf GitHub werden soll. Des Weiteren benutze ich Python für meine Datenanalyse. Damit jedoch jeder die Möglichkeit hat, an meinem Projekt teilzuhaben, war es für mich wichtig eine Referenzsammlung zu erstellen, die jedem den Einstieg erleichtern würde. Beide Projekte sind ebenfalls auf GitHub zu finden und für beide, wie auch dem Hauptprojekt, ist Mithilfe immer gerne gesehen.

Links zu den Projekten


Zum Autor:
Nicolas Schmelling promoviert an der Heinrich Heine Universität in Düsseldorf im Institut für Synthetische Mikrobiologie, wo er sich mit der Diversität und Funktionalität der cirkadianen Uhr in Cyanobakterien befasst. Seit September 2016 ist er Stipendiat im Fellow-Programm Freies Wissen.

 

 

 


  1. Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland (ARD): ARD Themenwoche Zukunft der Arbeit, URL: http://www.ard.de/home/themenwoche/ARD_Themenwoche_2016_Zukunft_der_Arbeit/3234726/index.html (Stand: 10. November 2016).
  2. Seite Reproduktion. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 8. November 2016 um 11:17 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Reproduktion (Abgerufen: 10. November 2016)
  3. Seite Phänotypische Variation. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. Februar 2016 um 23:00 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Phänotypische_Variation (Abgerufen: 10. November 2016)
  4. Seite Konkurrenz (Ökologie). In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Oktober 2016 um 20:50 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Konkurrenz_(Ökologie) (Abgerufen: 10. November 2016)
  5. Ofria, C. and Wilke, C. O. (2004): Avida: A software platform for research in computational evolutionary biology. Journal of Artificial Life, vol. 10, pp. 191–229, International Society of Artificial Life (ISAL)
  6. Randy Olson (2013): Christoph Adami – Introduction to the digital evolution platform Avida veröffentlicht am 11. November 2013 unter https://youtu.be/ouF8wKxXWFQ, zugegriffen am 11. November 2016.
  7. Seite Bakterien. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 7. November 2016 um 00:49 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Bakterien (Abgerufen: 10. November 2016)
  8. Zimmer, Carl (2005): Testing Darwin. Discover Magazine. Resort Technology, 5. Februar 2005 online unter: http://discovermagazine.com/2005/feb/cover/#.URRxZOjZrbI, Zugriff: 10. November 2016
  9. Seite Circadiane Rhythmik. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. August 2016 um 17:49 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Circadiane_Rhythmik (Abgerufen: 10. November 2016)
  10. Rosbash, M. (2009): The Implications of Multiple Circadian Clock Origins. PLoS Biol 7(3): e1000062. doi:10.1371/journal.pbio.1000062
  11. Woelfle, M.A., Yan, O.Y., Phanvijhitsiri, K., Johnson, C.H. (2004): The adaptive value of circadian clocks: An experimental assessment in cyanobacteria. Curr. Biol. 14, 1481-1486.
  12. Wikimedia und Stifterverband Fellow-Programmes „Freies Wissen“, URL: https://wikimedia.de/wiki/BildungWissenschaftKultur/Fellowprogramm (Stand: 21. November 2016).
  13. Seite GitHub. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 9. Juni 2016 um 16:50 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/GitHub (Abgerufen: 10. November 2016)
  14. Seite Versionsverwaltung. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 23. Oktober 2016 um 14:29 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Versionsverwaltung (Abgerufen: 10. November 2016)
  15. Seite Git. In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 17. November 2016 um 00:31 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Git (Abgerufen: 22. November 2016)
  16. Projekt-Repository „Evolution von circadianen Uhren„, URL:https://github.com/schmelling/clock_evo (Stand: 27. November 2016)
  17. Seite Avida . In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 30. März 2013 um 09:48 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Avida (Abgerufen: 27. November 2016)
  18. Seite Python (Programmiersprache). In: Wikipedia, die freie Enzyklopädie. Bearbeitungsstand: 20. Oktober 2016 um 15:14 UTC. URL: https://de.wikipedia.org/wiki/Python_(Programmiersprache) (Abgerufen: 10. November 2016)

by Christopher Schwarzkopf at December 01, 2016 03:50 PM

Wikimedia:Woche 47/2016

In der Wikimedia:Woche 48/2016 sind unter anderem ein Rückblick auf die 19. Mitgliederversammlung und das Protokoll der letzten Telefonkonferenz des 4. Präsidiums von Wikimedia Deutschland zu finden. Außerdem übergibt WMDE am 5. Dezember die Disc mit den Daten, die anschließend auf den Mond geflogen werden soll.

Zur Wikimedia:Woche 48/2016 geht es hier.

by Nicolas Rueck at December 01, 2016 03:46 PM

November 26, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Rückblick auf die 19. Mitgliederversammlung

Blick in den Saal der Kalkscheune, wo die19. Mitgliederversammlung stattfand. (Foto: Denis Schröder (WMDE), CC-BY-SA 4.0)

Laut Wikipedia ist die Kalkscheune in Berlin-Mitte die erste Maschinenfabrik der Stadt gewesen, als sie 1804 errichtet wurde. In ihrer ehemaligen Fertigungshalle waren am 26. November knapp 100 Mitglieder von Wikimedia Deutschland zu Gast, um die 19. Mitgliederversammlung des Vereins abzuhalten. Auf der Tagesordnung standen einerseits Rückblicke, andererseits wichtige Entscheidungen für 2017 und darüber hinaus: Neben der Abstimmung über den Wirtschaftsplan ging es auch um die Wahl des 5. Präsidiums für eine 2-jährige Amtszeit, um Wahlen für Kassenprüfende, Diskussionen um Fundraising, …und Wikidata und Wikipedia. Eine Zusammenfassung:

Rückblicke

Zu Beginn des Tages blickten das Präsidium und der geschäftsführende Vorstand für die Mitgliederversammlung zurück: Tim Moritz Hector resümierte als Vorsitzender des Präsidiums die zweijährige Amtszeit des Gremiums, Christian Rickerts fasste das Jahr 2016 zusammen:

Das 4. Präsidium hatte an diesem Tag seinen letzten „Einsatz“, am Ende seiner Amtszeit. Tim Moritz Hector berichtete aus und über die Jahre 2015 und 2016. Darunter fielen mit der Verpflichtung von Christian Rickerts der erfolgreiche Abschluss der Geschäftsführungssuche, die Umsetzung des Governance Reviews, die Verlängerung des Fundraising-Vertrags mit der Wikimedia Foundation, und auch Prozesse rund um die Jahresplanungen. Hierzu äußerte sich Hector zugleich zuversichtlich und kritisch. Der jährliche Rhythmus und Fokus der Planung würden die Organisation einerseits flexibel halten, andererseits brauchte dauerhafte Wirkung auch längerfristige Ziele.

An diesen Ausblick schloss Christian Rickerts als geschäftsführender Vorstand an. Er vermeldete neben dem schon erwähnten Fundraising-Vertrag noch eine weitere strategische Vereinbarung mit der Wikimedia Foundation: Die Stiftung sichert für mindestens die nächsten 3 Jahre die Basisfinanzierung des Großprojekts Wikidata, der freien Datenbank für die Wikimedia-Projekte und darüber hinaus. Aus inhaltlicher Sicht resümierte Rickerts die drei ersten Prioritäten des Jahres 2016: die Gewinnung neuer Freiwilliger, Software-Entwicklung und politische & rechtliche Arbeit. Das ambitionierte Ziele, viele Menschen für die Mitarbeit an Wikipedia zu begeistern, stellte und stellt eine große Herausforderung für den Verein dar. Auch wenn bspw. die Zahl der Benutzerkonten in der deutschsprachigen Wikipedia 2016 weiter ansteigt, ist bislang die Vereinsarbeit nicht ausschlaggebend dafür. Jeweils ein positives Zwischenfazit zog Rickerts für die Software-Entwicklung und politische & rechtliche Arbeit.

Ausblick: Jahresplan 2017 und Anträge

Die Eckpfeiler der Vereinsarbeit 2017. Kann man hier nicht lesen, musst du draufklicken, dann gibt es die Handlungsfelder und 5 Schwerpunkte in groß! (Grafik: Elisabeth Mandl (WMDE), CC-BY-SA 4.0)

Die drei Schwerpunkte, auf die der Vorstand zurückblickte, werden auch in den fünf programmatischen Schwerpunkten 2017 weitergeführt, die den Kern des Jahresplanentwurfs bilden. Außerdem liegt je ein Schwerpunkt auf der Unterstützung bestehender Freiwilligen-Communitys und auf der Befreiung von Inhalten.

Nach Rückfragen und Erklärungen zu den verschiedenen inhaltlichen und finanziellen Dimensionen des Entwurfs, wurde er schließlich zur Abstimmung gestellt. Mit großer Mehrheit ist der Jahresplan 2017 in der vorgelegten Form beschlossen worden.

Bevor der Tag am Nachmittag auf die Wahlen zusteuerte, galt es noch, eine Reihe allgemeiner Überarbeitungen der Satzung und Vereinsordnungen sowie allgemeine Anträge zu beschließen. Detaillierte Auskunft darüber wird das in Kürze folgende Protokoll liefern.

Wahlen

Mit dem Präsidium und den Kassenprüfenden standen zwei Wahlgänge auf der Tagesordnung. Für die Aufgabe der Kassenprüfung standen zwei Plätze zur Besetzung, bei fünf Kandidierenden. Die meisten Stimmen auf sich vereinigen konnten Lena Stammler und Daniel Baur. Herzlichen Glückwunsch!

Bei der Wahl für das 5. Präsidium traten Tim Moritz Hector als Vorsitzender und Schatzmeister Sebastian Moleski erneut für ihre Ämter an. Gegenkandidaten gab es nicht und beide wurden mit großer Mehrheit wiedergewählt.

Das 5. Präsidium von Wikimedia Deutschland. Von links nach rechts: Kurt Jansson, Lukas Mezger, Tim Moritz Hector, Sebastian Moleski, Harald Krichel, Johanna Niesyto und Sabria David. (Foto: Denis Schröder (WMDE), CC-BY-SA 4.0)

Ein anderes Bild bot die Wahl für Beisitzende des Präsidiums, weil für fünf zu besetzende Plätze zehn Personen kandidierten. Die meisten Stimmen konnten die folgenden fünf Kandidierenden auf sich vereinigen. Gewählt wurden:

  • Sabria David
  • Kurt Jansson
  • Harald Krichel
  • Lukas Mezger
  • Johanna Niesyto

Herzlichen Glückwunsch an die Vertreterinnen und Vertreter des neu gewählten, 5. Präsidiums! Großer Dank sei an dieser Stelle aber insbesondere allen Kandidatinnen und Kandidaten ausgesprochen, die sich zur Wahl der Kassenprüfenden und für das Präsidium gestellt haben. Danke für Euer Engagement!

Mit der Neuwahl des Präsidiums scheiden als Beisitzende aus: Catrin Schoneville, Jürgen Friedrich und Nikolas Becker. Allen Dreien vielen Dank für ihren Einsatz für Freies Wissen in den vergangenen zwei Jahren!

Diskussionen

…gab es zu diversen Punkten, mit viel Engagement und am Ende auch mit Szenenapplaus für die Konstruktivität der Gespräche. Unter den Ergebnissen: eine Arbeitsgruppe Politik und Gesellschaft sowie ein Auftrag an Präsidium und Geschäftsstelle, einen Vorschlag für Rahmenbedingungen und Konzeption künftiger Bannerkampagnen bis zur nächsten Mitgliederversammlung zu entwerfen. Hier sei noch einmal auf das offizielle Protokoll der Versammlung verwiesen, das nun im Nachgang erstellt wird.

…und dann noch ganz viel „Wiki“

Eine der Einführungen für Teilnehmer der Versammlung, hier zur freien Datenbank Wikidata. Es gab auch Wikipedia-Einführungen für Neulinge. (Foto: Denis Schröder (WMDE), CC-BY-SA 4.0)

Mitgliederversammlungen werden auch von Fördermitgliedern besucht, die Wikimedia Deutschland näher kennenlernen wollen. Ganz besonders neugierig sind sie aber auch auf Wikipedia. Deshalb gab es auf dieser Versammlung eine Premiere: Zum ersten Mal gab es ein Parallelangebot, bei dem Ehren- und Hauptamtliche Einführungen für Wikipedia und Wikidata gaben. Vielen Dank auch an Euch, dafür, dass Ihr Eure Zeit und Euer Wissen gespendet habt!

Nach der „MV“ – wie die Mitgliederversammlungen gerne abgekürzt werden – ist vor der MV. Die 20. Versammlung wird im Frühjahr 2017 stattfinden. Wer dieses Mal nicht kommen konnte oder wollte: Es lohnt sich, schaut das nächste Mal vorbei!

by Michael Jahn at November 26, 2016 05:19 PM

November 25, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Software Craftsmanship at Wikimedia Deutschland: Rewriting the Wikimedia Deutschland fundraising application

German summary: Jeroen De Dauw, Software-Architekt bei Wikimedia Deutschland, hat in zwei Blogposts architektonischen Überlegungen hinter einer umfangreichen Refaktorisierung der Spendenplattform-Software und ihre praktischen Umsetzungen beschrieben.

The story behind the refactoring of Wikimedia Deutschland’s fundraising framework

It took a team of software developers at Wikimedia Deutschland (Jeroen de Dauw, Kai Nissen, and Gabriel Birke) eight months to refactor the fundraising framework for the annual donation campaign.

Jeroen, software architect in the software development department, wrote two in-depth blog posts about the architectural concept behind the rewrite and how they approached it technically, all based of the principles of Clean Code and Software Craftsmanship.

 

by Jens Ohlig at November 25, 2016 11:01 AM

November 24, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 47/2016

In der Wikimedia:Woche 47/2016 gibt es Informationen über zwei neue Wikimedia-User Groups, mehrere Ausschreibung der WMF und die FDC-Empfehlung zur Verteilung der Spendeneinnahmen. Außerdem bekam WMDE eine Goldmedaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege verliehen und die deutschsprachige Wikipedia erhielt ihren zwei-millionsten Artikel.

Die Wikimedia:Woche wird über verschiedene Plattformen verschickt. Die vollständige Ausgabe wird weiterhin in der Wikipedia zu finden sein. Über den Blog von Wikimedia Deutschland und die Vereins- und Wikipedia-Mailingliste wird zukünftig nicht mehr der gesamte Inhalt, sondern die zusammenfassende Einleitung mit dem Verweis auf die vollständige Ausgabe zu finden sein.

Zur Wikimedia:Woche 47/2016 geht es hier.

by Nicolas Rueck at November 24, 2016 05:14 PM

Herzlich willkommen, Maria Heuschkel!

Maria Heuschkel; Bild: Jan Apel, CC BY-SA 4.0

Ich freue mich sehr, dass Maria seit dem 15. November 2016 das Team Ideenförderung als Projektassistenz verstärkt. Zu ihren Hauptaufgaben gehört die direkte Unterstützung von Ehrenamtlichen bei der erfolgreichen Umsetzung ihrer Vorhaben.

Sie stellt sich hier kurz mit eigenen Worten vor:

„Nach verschiedenen Stationen und Aufenthalten in Zwickau, Marburg, Beijing und Bangkok, einem Bachelorstudium mit dem umständlichen Namen Languages and Business Administration im chinesischsprachigen Kulturraum und einem Master der International Development Studies, habe ich es mir nun in Berlin gemütlich gemacht und freue mich darauf, die Community bestmöglich zu unterstützen. Die verschiedenen Wikimedia-Projekte leben vom Engagement und Enthusiasmus der Ehrenamtlichen und ich bin gespannt auf die künftige Zusammenarbeit. In freien Minuten beschäftige ich mich gern mit Yoga, Pilates (oder auch Yogilates) und mit inhaltlichen Themen wie Menschenrechten, Menschenhandel und Migration.“

Für Fragen und Anregungen steht Maria sehr gerne zur Verfügung: maria.heuschkel@wikimedia.de

Zur Wikipedia-Benutzerseite von Maria als WMDE-Mitarbeiterin: Benutzerin:Maria Heuschkel (WMDE)

by Julian Fischer at November 24, 2016 04:52 PM

November 23, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

„Wikipedia … das ist doch das, wo man draufklickt, oder?“

Ein Beitrag von Chiara Weiß und Bernd Gross

„Wikipedia … das ist doch das, wo man draufklickt, oder?“ … diese Frage war eine der ersten, die uns auf der 12. Leipziger „denkmal“, der europäischen Leitmesse für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung, gestellt wurden. Es war überraschend und natürlich sehr schön zu sehen, wie groß die Neugier bezüglich der Wikipedia und der Schwesterprojekte sowie WMDE war. Neben allgemeinen Fragen zum Thema Wikipedia, Benutzerkonten, Finanzierung und Bearbeitungen wurden einige neue Accounts angelegt, Bilder in Artikel eingefügt und viel über GLAM, WMDE und alle Schwesterprojekte erklärt und erzählt.

Dank dem großen Interesse mussten wir nach drei Tagen auf der Messe keine (!!) von den aus Berlin mitgebrachten Materialien wieder zurückschicken.

Ein weiterer Satz, der häufiger zu hören war, war: „Ihr seid toll, macht weiter so, das ist ein super Projekt!“ – was natürlich für uns alle ein Lob ist, das wir uns immer wieder vor Augen führen sollten!

In den Mittelpunkt an unserem Stand stellten wir unsere großen Fotowettbewerbe WLM und WLM. Zwölf Poster zeigten das breite Spektrum der Denkmalfotografie; fünf Kalenderposter wurden gerne von den Besuchern mitgenommen. An zwei Monitoren liefen Fotogalerien, ebenso konnten wir viele Fragen zur Wikipedia allgemein beantworten.

Mit Blick auf die Gewinnung von Neulingen luden wir zur Mitarbeit ein und stellten wiederholt fest, dass viele gar nicht wissen, dass und wie sie bei diesem großen Puzzle des Weltwissens mitmachen können. Unter Schülern hatte sich herumgesprochen, dass man bei uns bei einem Quiz sein Wissen über Wikimedia testen könne. Fast alle erreichten die nötige Punktzahl und erhielten für eine erfolgreiche Teilnahme einen Wikipedia-Beutel.

Ein besonderes Highlight an unserem Stand bildeten fünf PediaPress-Bücher mit ausgewählten Artikeln zur Denkmalpflege, zu Kulturdenkmalen und Denkmallisten von Dresden und Leipzig. Für eine Online-Enzyklopädie etwas geradezu Exotisches. Viele Besucher nahmen gerne so mal „ein Stück Wikipedia in die Hand“ und nicht wenige fragten, ob sie diese Bücher auch kaufen könnten.

Ein ganz besonderer Moment ereignete sich um 11.00 Uhr am Sonnabend. Der dritte und letzte Messetag hatte begonnen. Gemeinsam mit ajepbah, Puusterke und Tilman2007 hatten wir zuvor unser Auftreten auf dem Denkmal-Forum um 13.00 Uhr abgestimmt und in der Präsentation die letzten Fehler ausgemerzt. Derweil hatten dat doris, Oberlausitz Matthes und Don-kun, der den bereits abgereisten Ludwig, Silvio ersetzte, die fünf Papierkorb-Magazine mit eingerollten Kalenderpostern inkl. Aufrufen zu WLE und WLM 2017 nachgeladen.  Nach zwei lebendigen Messetagen war es eine angenehme Ruhe vor dem letzten Ansturm.

Da erschien plötzlich die Leiterin der denkmal-Messe, Frau Ingrid Heinick, und erklärte uns, dass unsere Präsentation von 13.00 auf 16.30 Uhr verschobenen werden müsse, also fast ans Ende der Messe. Freude löste dies zunächst nicht aus, zumal Puusterke und Tilman dann schon auf der Rückreise sein sollten. Doch die Erklärung folgte sofort, als vier Vertreter der Protokollabteilung der Leipziger Messe erschienen und uns sagten: „Herzlichen Glückwunsch, Sie haben gewonnen … eine von zehn Goldmedaillen für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa. Kommen Sie um 12.55 Uhr pünktlich zur Preisverleihung und zum anschließenden Sektempfang.“ Unser Team jubelte.

Viele Kontakte wurden während dieser drei Tage geknüpft bzw. deutlich vertieft. Dies betrifft die Zusammenarbeit mit Institutionen der Denkmalbranche, mit Stiftungen, Verbänden sowie Ministerien. Und zahlreiche neue Projektideen befinden sich in der Reifephase und werden bald das neue Ideenportal von WMDE anreichern.

Natürlich präsentierten wir uns auch vor gut einem Dutzend Zuhörer am Ende der Messe, zusammen mit ajepbah und Boshomi. Nach fünfjähriger Team-Arbeit konnte Boshomi, als Vertreter unserer Wikipedianer-Kollegen aus Österreich, die Fertigstellung der dortigen Denkmallisten in der Wikipedia verkünden. Zu 95 % sind die 37 Tausend Denkmale listenmäßig erfasst, mit Geokoordinaten versehen und zum größten Teil bebildert. Im gleichen Zeitraum kommen wir in Deutschland auf rund 50 %, wobei es hierzulande aber rund 900 Tausend Kulturdenkmale gibt. Bei der Erstellung einer Online-Denkmaltopographie für Sachsen werden wir 2017 mit der Freischaltung der amtlichen Denkmallisten im Frühjahr ein großes Stück Arbeit vor uns haben. Diese Chance gilt es zu nutzen.

Der Geschäftsführer der Leipziger Messe, Markus Geisenberger, zog nochmals kurz vor Messeschluss seine Hallenrunde, nicht ohne uns nochmals zu beglückwünschen, seinem Wunsch auf unsere Teilnahme an der denkmal 2018 Ausdruck zu verleihen und uns auch zur kommenden Buchmesse im März 2017 willkommen zu heißen.

Siehe auch: Leipziger Denkmal-Gold für Wikimedia Deutschland

Weitere Fotos auf Commons

by Nicolas Rueck at November 23, 2016 04:10 PM

Rückblick des Präsidiums: Vision, Mission, Werte

Eine „Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens“ – was genau soll das sein? Nicht nur Menschen, die zum ersten Mal mit uns in Kontakt treten, stellen sich diese Frage. Kaum jemand greift dann zur Satzung, liest die Präambel und den § 2, in dem der Vereinszweck erläutert wird. Und sucht sich dann den Text zu unseren Werten heraus, liest zum besseren Verständnis noch den (eher durchwachsenen) Wikipedia-Artikel zu Freien Inhalten und sucht den letzten Wikimedia-Jahresbericht nach einer Passage zum Selbstverständnis des Vereins ab.

 

Das 4. Präsidium hat nun zum Abschluss seiner Amtszeit niedergeschrieben, wie es selbst die Vision, Mission und Werte des Vereins versteht – vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen aus den vergangenen zwei Jahren Präsidiumsarbeit. Grundlage für den Text sind die oben genannten Dokumente, die wir auf nicht mehr als einer Seite zusammenfassen wollten. Besonders wichtig war uns, dass der Text auch von Menschen verstanden wird, die noch nicht mit uns und unseren Themen zu tun hatten.

 

Wir freuen uns über Hinweise, wo der Text ergänzt, verbessert und verständlicher formuliert werden kann.

 

Unsere Vision

Unsere Vision ist eine Welt, in der jeder Mensch am Wissen der Menschheit teilhaben, es nutzen und mehren kann. Wir sind davon überzeugt, dass ein freier Zugang zu Wissen und Information die Gesellschaft mündiger macht. Wir sehen uns damit in der Tradition der Aufklärung und treten für das Menschenrecht auf Bildung ein.

 

Unsere Mission

Wir verstehen uns als Bildungsverein, der die Reichweite des Internets und die Kopierbarkeit digitaler Inhalte nutzt, um möglichst vielen Menschen sehr effizient Zugang zu Wissen und Bildung zu ermöglichen.
Wir engagieren uns darum für Online-Communitys, die Informationen sammeln und ordnen, dadurch Wissen schaffen und dieses Wissen anderen kostenlos zugänglich machen. Wir fördern die genutzten Online-Plattformen, entwickeln hierfür Software und unterstützen Aktive bei ihren Projekten.
Das gesammelte Wissen wird in Form Freier Inhalte veröffentlicht, daher nennen wir uns auch „Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens“. Das „frei“ bezieht sich auf das Recht, Inhalte kostenlos zu nutzen, zu verändern und weiterzuverbreiten. Wir sehen in Nutzern keine bloßen Konsumenten, sondern potentielle Wissen-Schaffende, die Freie Inhalte weiterentwickeln und auch neue kreieren. Spezielle Lizenzen garantieren und schützen diese Freiheiten dauerhaft, sodass der Bestand an Freien Inhalten stetig wächst.
Darüber hinaus wollen wir den Nutzen dieser Freiheiten im gesellschaftlichen Bewusstsein verankern. Wir werben bei politischen Entscheidungsträgern für bessere rechtliche Rahmenbedingungen zur Erstellung und Verbreitung Freier Inhalte. Gleichzeitig versuchen wir, andere Institutionen von den Vorteilen freier Lizenzierung zu überzeugen, damit sie eigene Inhalte für die Allgemeinheit freigeben.

 

Unsere Werte

Wir verstehen uns als Teil einer weltweiten Bewegung, mit der wir offen und partnerschaftlich zusammenarbeiten und uns austauschen. Insbesondere betrifft dies die Wikipedia-Community, aus deren Mitte Wikimedia Deutschland 2004 gegründet wurde, und die Communitys der anderen Wikimedia-Projekte. Unsere Aktivitäten sind transparent gestaltet und offen für Freiwillige. Strategische Entscheidungen treffen wir partizipativ. Diversität ist uns wichtig. Wir arbeiten wirkungsorientiert, um stetig zu lernen, wie unsere Arbeit uns unserer Vision am effektivsten näher bringt.

 

by Kurt Jansson at November 23, 2016 08:54 AM

November 21, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

2 Millionen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia

Am 19. November 2016‎ um 17:14 Uhr legte die Wikipedianerin Ra′ike einen Eintrag über das Mineral „Michenerit“ an. Es wurde der zweimillionste Artikel der deutschsprachigen Wikipedia.

In nur 15 Jahren hat die Community der deutschsprachigen Wikipedia-Autorinnen und -Autoren eine unglaubliche Menge an Wissen zusammengetragen. Nur mit ihrem ehrenamtlichen Engagement konnte Wikipedia zu einer der beliebtesten Websites und zur größten Online-Enzyklopädie überhaupt werden. Alleine im vergangenen Oktober wurden in der deutschsprachigen Wikipedia Bearbeitungen von über 16.000 Menschen getätigt. (Quelle)

by Nicolas Rueck at November 21, 2016 11:38 AM

November 17, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 46/2016 – Jubiläumsausgabe

Die Wikimedia:Woche feiert ihre 250. Ausgabe! Deshalb gibt es in dieser Woche keine Neuigkeiten, sondern einen Rückblick auf 25 Highlights aus 250 Ausgaben, mit den kontroversesten Eklats, bizarrsten Meldungen, interessantesten Entwicklungen und einschneidendsten Ereignissen der vergangenen Jahre. Also lass dich überraschen! Außerdem bekommt die Wikimedia:Woche mit dieser Ausgabe erstmals ein Logo geschenkt.

Aktuelles aus dem Wikimedia-Universum gibt es wie gewohnt wieder in der nächsten Ausgabe 47/2016. Außerdem wird es mit der kommenden Ausgabe eine kleine Umstellung des Versands der Wikimedia:Woche geben (Näheres dazu folgt).

Übrigens: In der allerersten Ausgabe vom 29. September 2011 stand es noch in Großbuchstaben ganz oben: „DAS WICHTIGSTE: MITMACHEN!“. Und das gilt natürlich auch heute noch. Interessante Neuigkeiten für kommende Ausgaben können immer hier eingetragen werden. Ein großer Dank geht an alle, die an den bisherigen 250 Ausgaben mitgewirkt haben.

29.9.2011: WMF: Bildfilter

Die Diskussionen (vor allem in der deutschsprachigen Wikipedia) um den geplanten Image Filter <http://meta.wikimedia.org/wiki/Image_filter_referendum/Results/en> wurden von Sue Gardner (WMF) in ihrem Blog <http://suegardner.org/2011/09/28/on-editorial-judgment-and-empathy/> am 28.9. aufgegriffen. Es geht vor allem darum einen Aufruf weiter zu diskutieren, dabei aber sachlich zu bleiben und den Perspektivwechsel einzubeziehen, damit auch Positionen von Lesern/Nutzern berücksichtigt werden. Die Diskussion sollte sich nicht gegen die Foundation richten, so Sue Gardner. Ausserdem erläutert und differenziert sie die Begriffe Zensur (Censorship) vs. redaktionelle Beurteilung (editorial judgement)

aus der Ausgabe 1/2011

6.10.2011: Streik der italienischen Wikipedia-Autoren

Das italienische Parlament berät zurzeit über eine Gesetzänderung, die jeden Webseitenbetreiber verpflichten soll, innerhalb von 48 Stunden beanstandeten Inhalt zu entfernen und eine Gegendarstellung zu veröffentlichen, ohne dass geprüft wird, ob diese berechtigt ist. Als Protestaktion gegen diese Änderung begann die italienische Wikipedia am Abend des 4. Oktobers, alle Seiten der Sprachversion auf ein Protestschreiben umzuleiten und sie damit faktisch zu sperren. Mit der Aktion wurde gefordert, die fragliche Gesetzgebung zu unterlassen. Nach politischen Signalen, dass aufgrund des Protestes Änderungen am Gesetzesvorschlag vorgenommen werden, hat die italienische Community die Sperrung zu 14 Uhr am 06.10. aufgehoben.

Das Protestschreiben auf Italienisch, Englisch, Deutsch:

Die Wikimedia Foundation sowie Wikimedia Italien haben jeweils Stellung zu den Entwicklungen bezogen. Sie unterstützen die Aktion der italienischen Wikipedianer:

Weitere offizielle Stellungnahmen haben Wikimedia Serbien, Wikimedia Schweden und Wikimedia Russland abgegeben. Sie unterstützen die Aktion:

Die Wikimedia Foundation hat im Zuge der Diskussion um die Verhältnismäßigkeit des italienischen Streiks zu einer gemeinsamen Diskussion über die Vor- und Nachteile ähnlicher Aktionen in der Zukunft aufgerufen. Die Diskussion soll auf Meta geführt werden:

aus der Ausgabe 2/2011

5.4.2012: Wikidata ist gestartet

Wikimedia Deutschland hat die Entwicklung des ersten neuen Wikimedia-Projekts seit 2006 in dieser Woche gestartet. Ein eigenes Entwicklerteam soll mit Wikidata in den nächsten Monaten einen zentralen Speicherort für strukturierte Wikipedia-Daten schaffen. Es berichtete u.a. auch die Wikimedia Foundation in einem längeren Blogposting über das Projekt. Im Blog von Wikimedia Deutschland ist eine kurze Teamvorstellung veröffentlicht worden:

aus der Ausgabe 14/2012

5.7.2012: QR-Codes auf Friedhof

Auf dem Friedhof mit Namen Congressional Cemetery in Washington, D.C. sind auf Initiative von Wikipedia-Aktiven QR-Codes angebracht worden, die auf Wikipedia-Einträge von dort beerdigten Persönlichkeiten verweisen. Mehr Details zum Projekt gibt ein Kurzbericht im GLAM-Newsletter des Monats Mai. http://outreach.wikimedia.org/wiki/GLAM/Newsletter/June_2012/Contents/USA_report

aus der Ausgabe 27/2012

11.10.2012: WLM 2011 im Guinness-Buch der Rekorde

Wiki Loves Monuments 2011 wurde als größter Fotowettbewerb der Welt ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen:

aus der Ausgabe 41/2012

7.2.2013: Asteroid wurde nach Wikipedia benannt

Der Asteroid No. 274301 wurde nach Wikipedia benannt.

aus der Ausgabe 6/2013

11.4.2013: Französischer Geheimdienst lässt Artikel löschen

Der Vorsitzende von Wikimedia France, Remi Mathis, hat als Admin in der französischen Wikipedia den Artikel über eine geheime Militärbasis auf Verlangen des französischen Inlandsgeheimdienstes gelöscht, nachdem die Wikimedia Foundation eine Löschung per Office Action abgelehnt hatte. Der Artikel ist nach Diskussion unter den Admins wieder hergestellt worden. Der Vorgang ist bisher beispiellos.

aus der Ausgabe 15/2013

27.6.2013: Jimmy Wales und Edward Snowden

Jimmy Wales wird vorgeworfen, er habe versucht, den Wikipedia-Account des Whistleblowers Edward Snowden zu outen, was gegen das Recht der Wikipedianer auf Anonymität innerhalb des Projekts verstoßen würde. Wales bestreitet das.

aus der Ausgabe 26/2013

27.2.2014: Wikipedianer kommt bei Unruhen in der Ukraine ums Leben

Der zwanzigjährige Igor Kostenko, Wikipedianer und Freiwilliger von Wikimedia Ukraine, ist bei den Unruhen auf dem Kiewer Maidán ums Leben gekommen. Wikimedia Ukraine hat dazu einen Blogbeitrag veröffentlicht.

aus der Ausgabe 2/2014

24.4.2014: Mietvertrag für Kölner Communityspace unterschrieben

In Köln wurde der Mietvertrag für einen Kölner Community-Raum – der „Lokal K“ heißt – unterschrieben.

aus der Ausgabe 9/2014

30.4.2014: Abmahner mahnt ab und fliegt als Abschreiber auf

Jan Engelmann, Leiter Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland schreibt im Kurier und WMDE-Blog über einen Abmahnfall mit ironischer Wendung. „Er endete mit dem juristischen Sieg für einen Wikipedianer, der seine Rechte als Urheber durch ein windiges Modell der Rechteberühmung verletzt sah. Der Fall zeigt einerseits, dass die lizenzwidrige Übernahme von Texte aus der Wikipedia keineswegs sanktionslos bleiben muss. Andererseits aber auch, dass durch das gelungene Zusammenspiel von Community, einer spezialisierten Medienkanzlei und WMDE die Interessen der Autorenschaft sowie der legitimen Nachnutzer von freien Inhalten sehr effektiv geschützt werden können.“

aus der Ausgabe 10/2014

14.8.2014: Ist Wikimedia gegen das Freie Internet?

Das von der Wikimedia Foundation propagierte Programm „Wikipedia:Zero“, das Menschen in Ländern des Globalen Südens kostenlosen Zugang zu Wikipedia ermöglichen soll, widerspricht nach Ansicht von Kritikern den Prinzipien des Freien Internets, insbesondere dem Prinzip der Netzneutralität. Raegan MacDonald erläutert die Kritik auf Netzpolitik.org.

aus der Ausgabe 23+24/2014

21.8.2014: MediaViewer und Superprotect

Die Diskussionen um die Auswirkungen des Meinungsbildes zum MediaViewer (Medienbetrachter), unter anderem die Einführung des „Superschutzes“ (Superprotect), halten weiter an. In zahlreichen weiteren Beiträgen innerhalb und außerhalb der Wikipedia wird weiterhin darauf eingegangen. Diskussionen innerhalb der Wikipedia (Auswahl):

Statements seitens der Wikimedia Foundation

Blogbeiträge (Auswahl)

aus der Ausgabe 25/2014

11.9.2014: Übersetzung des Artikels „Ebola“ in alle Amtssprachen Südafrikas

Der Übersetzungsdienstleister Rubric hat dem südafrikanischen Wikimedia-Chapter die Übersetzung des Artikels „Ebola“ in allen südafrikanischen Amtssprachen gespendet. Damit ist der Artikel ist jetzt auch unter anderem auf Xhosa, Zulu, Setswana, Sesotho, Siswati, Xitsonga, Tshivenda, Nord-Sotho und Ndebele verfügbar. Über Wikipedia:Zero sind die Inhalte kostenfrei verfügbar.

aus der Ausgabe 28/2014

23.10.2014: Wikipedia-Denkmal in Słubice eingeweiht

Am 22. Oktober wurde in der polnischen Kleinstadt Słubice ein Denkmal für die ehrenamtlichen Autorinnen und Autoren der Wikipedia eingeweiht (die Wikimedia:Woche berichtete mehrmals). Zahlreiche Medien schrieben über das Ereignis, es gibt inzwischen auch einen eigenen Wikipedia-Artikel für das Denkmal des armenischen Künstlers.

aus der Ausgabe 34/2014

18.12.2014: Freebase geht in Wikidata auf

Das zuletzt von Google betriebene Projekt „Freebase“ zur Sammlung strukturierten Daten mit 46,5 Millionen Einträgen wird in Wikidata aufgehen.

aus der Ausgabe 42/2014

30.4.2015: Kölner OB-Kandidat stellte Löschantrag auf Artikel von Konkurrentin

Der OB-Kandidat Hendrick Rottmann stellte in der deutschsprachigen Wikipedia einen Löschantrag auf den Wikipedia-Artikel seiner Konkurrentin Henriette Reker, nachdem der Artikel über ihn gelöscht worden war.

aus der Ausgabe 16/2015

2.7.2015: Initiative für den Erhalt der Panoramafreiheit

Die Banner in der Wikipedia waren nicht zu übersehen – die Panoramafreiheit und ihre Bedrohung sind Thema in vielen Medien. Nicht zuletzt, weil sich die deutschen Wikipedia-Aktiven in der größten Unterschriftenaktion bisher für die Erhaltung ausgesprochen haben! 4.235 Autorinnen und Autoren haben unterschrieben und zusätzlich 4.465 nicht angemeldete Nutzerinnen und Nutzer!

Wikimedia Deutschland hat diesen 57-seitigen Briefen postalisch an die deutschen EU-Parlamentarierinnen und EU-Parlamentarier geschickt. Begleitet durch einen vierseitigen Brief (unterschrieben von Christian Rickerts), der dem Anliegen der Autorenschaft volle Unterstützung gibt und auf die Auswirkungen hinweist, die durch die Annahme des Vorschlags entstehen würden.

Zusätzlich hat WMDE eine Pressemitteilung veröffentlicht, damit der Brief nicht nur in Brüssel Gehör findet.

Am 30.06. hat WMDE zu einem Pressegespräch eingeladen, um das Thema einordnen zu können und die Auswirkungen eines solchen Gesetzes auf EU-Ebene zu erklären. Die dpa hat dazu direkt nachmittags eine Meldung versendet. (Die Meldung der dpa ist nicht frei zugänglich. Daher hier ein Link zu dem fast vollständig übernommenen Text von Focus Online.)

aus der Ausgabe 25/2015

16.7.2015: Gestickte Wikipedia

Anlässlich des 800. Jahrestags der Magna Charta, wurde der entsprechende Wikipedia-Artikel unter Beteiligung mehrerer Prominenter als Stickerei nachgebildet. Ob es neben der gesprochenen und der gedruckten Wikipedia wohl bald auch die gestickte Wikipedia geben wird?

aus der Ausgabe 27/2015

27.8.2015: Haschisch-Artikel führt zu Wikipedia-Sperrung in Russland

Nach einer Gerichtsentscheidung in der russischen Stadt Astrachan, sollte ein russischsprachige Artikel über Haschisch gesperrt werden. Darüber berichteten unter anderem der Standard und Heise. Da sich die Community der russischsprachigen Wikipedia dem verweigerte, wurde kurzfristig die gesamte russischsprachige Wikipedia (für kurze Zeit) gesperrt.

Spiegel-Online und faz.net berichteten über die zeitweise Sperrung der gesammten Wikipedia in Russland.

aus der Ausgabe 33/2015

24.9.2015: Streit um Affenselfie geht in eine weitere Runde

In der Frage um das Urheberrecht eines Affenselfies, klagt die Tierschutzorganisation Peta im Namen des Tieres darauf, dass das Urheberrecht bei diesem liegen solle.

aus der Ausgabe 37/2015

26.11.2015: Stadt Mannheim verklagt WMF und WMDE

Die Stadt Mannheim klagt gegen die Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland. Die Klage betrifft 17 Fotos gemeinfreier Gemälde aus dem Bestand der Reiss-Engelhorn Museen in Mannheim, die auf Wikimedia Commons hochgeladen worden sind.

aus der Ausgabe 46/2015

26.11.2015: Wikipedia-Community erhält Erasmuspreis

Die Community der Autorinnen und Autoren von Wikipedia hat den Erasmuspreis erhalten. Überreicht wurde der mit 150.000 Euro dotierte Preis von König Willem-Alexander im Amsterdamer Königspalast stellvertretend an drei Mitglieder der internationalen Wikipedia-Gemeinschaft.

aus der Ausgabe 46/2015

11.2.2016: Anne Franks Tagebücher wegen schwieriger Urheberrechtslage gelöscht

Vor über 70 Jahren wurde Anne Frank im Konzentrationslager Bergen-Belsen ermordet. Ihre Tagebücher sollten eigentlich mittlerweile gemeinfrei sein. Wegen einer problematischen Urheberrechtslage wurden die Tagebücher jetzt dennoch von den Wikimedia-Servern gelöscht.

aus der Ausgabe 6/2016

21.4.2016: Wikipedia to the Moon

Wir können Wikipedia zum Mond bringen! Zumindest eine Auswahl – was wie aus welchen Gründen ins All sollte, kann die weltweite Community entscheiden. Wie genau, ist in einem Blogbeitrag nachzulesen.

aus der Ausgabe 16/2016


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at November 17, 2016 12:29 PM

November 15, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Engagement der Wikipedia-Community für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege ausgezeichnet

Wikipedia-Aktive und Wikimedia Deutschland durften am vergangenen Samstag, den 12.11.2016, auf der europäischen Leitmesse „Denkmal“ in Leipzig die Goldmedaille für die besondere Aktivierung des bürgerschaftlichen Engagements entgegen nehmen. Insgesamt erhielten zehn Standbetreiber eine Medaille für herausragende Leistungen in der Denkmalpflege in Europa.

Die Goldmedaille ist ein Verdienst zahlreicher ehrenamtlich Aktiver, die sich seit Jahren dafür engagieren, die Wikipedia und Wikimedia Commons im Denkmalbereich voranzubringen. Beispielsweise haben die Ehrenamtlichen Denkmallisten erstellt, Artikel zu einzelnen Baudenkmalen geschrieben, entsprechende GLAM-Aktivitäten durchgeführt oder den jährlichen Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments organisiert. Wikimedia Deutschland unterstützt die Freiwilligenaktivitäten u.a. mit dem Verleih von Kameras, Literatur, Treffen oder Mitwirkung bei der Projektorganisation.

Die Wikipedia war 2016 zum dritten Mal in Folge durch Ehrenamliche auf der europäischen Messe für Denkmalpflege, Restaurierung und Altbausanierung vertreten.

by Nicolas Rueck at November 15, 2016 01:29 PM

November 11, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im Oktober 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat zwölf Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

1.10.: Wikipedia-Einführungskurs in Ulm

Nach dem Vorbild der Stuttgarter Gruppe fand in Ulm erstmals ein Wikipedia-Einführungskurs und Offenes Editieren statt. Der Veranstaltung besteht aus den zwei Teilen: Zunächst wird ca. eine Stunde lang ein Einführungsvortrag zur Mitarbeit an der Wikipedia mit anschließender Diskussions- und Fragerunde angeboten. Dieser Teil richtet sich vornehmlich an Neulinge und angehende Autorinnen und Autoren, die die ersten Schritte bei der Bearbeitung von Artikeln in Begleitung erfahrener Nutzerinnen und Nutzer machen möchten.

Beim anschließenden Offenen Editieren werden weiterführende Themen bearbeitet, die vom Teilnehmendenkreis vorgeschlagen werden. Dabei werden erfahrene Wikipedianer und Wikipedianerinnen anwesend sein, die gerne einschlägige Fragen beantworten.

3.10.: Tag der Deutschen Einheit

Der Wikipedianer Sandro Halank besuchte mit der Fotokamera die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit in Dresden. Die Fotos der anwesenden Politiker befinden sich zur freien Weiternutzung auf Wikimedia Commons. Eines der Bilder wurde bereits kurz nach Veröffentlichung von dem Satireblog Postillon genutzt.

3.10.: Treffen der Redaktion Altertum

In Heidelberg fand im Vorfeld einer GLAM on Tour-Station (siehe unten) ein Treffen der Wikipedia-Redaktion Altertum statt. Für den Wikipedia-Kurier schrieb Marcus Cyron einen Artikel über die Veranstaltung.

4.–5.10.: GLAM on Tour Heidelberg

Foto: Martin Rulsch, Wikimedia Commons, CC-by-sa 4.0, Antikenmuseum der Universität Heidelberg (Martin Rulsch) 2016-10-05 01, CC BY-SA 4.0

Eine neue Station der GLAM on Tour fand im Oktober im Antikenmuseum und der Abguss-Sammlung der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg in Zusammenarbeit mit dem Institut für Klassische Archäologie und dem Sonderforschungsbereich 933 „Materiale Textkulturen“ statt. Das Programm, Berichte und Bilder sind über die Projektseite zu finden.

7.10.: Eröffnung des WikiMUC

Das WikiMUC, der neue lokale Standort der Wikipedianerinnen und Wikipedianer in München, ist bereits seit einiger Zeit aktiv und feierte nun seine offzielle Eröffnungsparty.

8.10.: Treffen der Wikipedianer im Sauerland

In Hallenberg fand im Rahmen einer Stadtführung der 39. Stammtisch im Sauerland statt. Die Veranstaltung war durch die Wikimedia-Community-Versicherung mit einer Haftpflicht- und Unfallversicherung geschützt.

9.10.: Israel Edit-a-thon

In Berlin trafen sich Autorinnen und Autoren der Wikipedia zum gemeinsamen Israel Edit-a-thon, also dem gemeinsamen Editieren rund um den Themenbereich Israel. Eingeladen waren explizit auch Menschen ohne Vorkenntnisse in der Wikipedia. Presse war außerdem vor Ort: So wurde bspw. ein Artikel zur Veranstaltung auf i24news.tv veröffentlicht.

14.–16.10.: Subscribe 8

Mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland nahm Sebastian Wallroth an der SUBSCRIBE 8 teil, einer Konferenz bzw. einem Workshop und Community-Treffen für Menschen aus der Podcast-Szene. Dabei ist unter anderem eine weitere Episode des WikiStammtischs entstanden.

14.-16.10.: Support-Team-Workshop

Das Support-Team ist eine Gruppe von Freiwilligen, die mit viel Geduld und Freundlichkeit E-Mail-Anfragen zu den verschiedenen Wikimedia-Projekten bearbeiten. Mitglieder des Support-Teams trafen sich nun in Erfurt zum gemeinsamen Erfahrungsaustausch.

21.-23.10.: Stadtwiki-Tage Passau

Zum Netzwerken mit den Betreibern kleinerer Wikis und Regional-Wikis reiste der Wikipedianer Sebastian Wallroth zu den Stadtwiki-Tagen nach Passau. Die Stadtwiki-Tage dienen als Forum für alle deutschsprachigen Wikis mit lokalem oder regionalem Schwerpunkt.

21.-23.10.: WLM-Jurysitzung

Nachdem die Einreichungsphase des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments abgeschlossen war, gingen die Bilder zunächst zur Vorauswahl an eine Vorjury. Die 1041 Fotos, die dabei eine Bewertung von mindestens 3 von 5 erhalten hatten, wurden von der Hauptjury, die durch die Experten Nina Schwenke und Volkmar Billeb unterstützt wurde, begutachtet. Die Top-10-Bilder werden an den internationalen Wettbewerb weitergeleitet. Neben den Preisen für die Top 100 vergab die Jury zwei Sonderpreise an besonders gelungene 360°-Panoramabilder. (basierend auf einem Text von DCB, CC-by-sa 3.0)

Über die Jury-Sitzung berichtete außerdem Sandra Becker im Podcast WikiStammtisch Folge 26.

22.10.: Wikipedia-Einführungskurs in Ulm

Der Anfang des Monats erstmals angebotene Einführungskurs mit Offenem Editieren (siehe oben) wurde zwei Wochen später erneut angeboten.

25.10.: Workshop zur AutorInnen-Gewinnung

Unter dem Motto Besserwisser(innen) dringend gesucht! fand im Haus der Wissenschaft in Bremen ein Workshop statt, zu dem alle Interessierten aus Bremen und „Umzu“ eingeladen waren, um einen Abend lang gemeinsam zu überlegen, zu diskutieren und zu beratschlagen, welche Wege es zur Gewinnung von neuen Autorinnen und Autoren in Bremen und Bremerhaven geben könnte.

28.10.: Wikisource-Sprechstunde Dresden

Die Dresdner Wikipedia-Community bot im Oktober eine öffentliche Sprechstunde zu der freien Quellensammlung Wikisource in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden an.

28.-30.10.: Jurysitzung zum 25. Schreibwettbewerb

Gewinner des 25. Schreibwettbewerbs ist der Artikel Stochastische Analysis von HilberTraum. Kuebi gewann den Publikumspreis mit dem Artikel Aktion gegen Geheimlehren und sogenannte Geheimwissenschaften. Der Reviewpreis ging an JTCEPB. Wikimedia Deutschland unterstützte die Jurysitzung und förderte den Wettbewerb mit Preisspenden.

28.-30.10.: Redaktionstreffen Film und Fernsehen

In Frankfurt am Main kam die Wikipedia-Redaktion Film und Fernsehen zusammen, um über die gemeinsame Arbeit im Themenbereich zu sprechen. Die Ergebnisse sind zum Nachlesen in einem Protokoll festgehalten worden.

29.10.: 17. Stammtisch Ostfriesland

Am 29. Oktober traf sich der 17. Stammtisch des Wikiprojekts Ostfriesland ab 17:00 Uhr vor dem Offizierheim am Adalbertplatz in Wilhelmshaven. Nach einer kleinen Warterunde vor der Tür begann der Stammtisch mit einer Führung durch das Offizierheim. Anschließend konnte man sich bei der heimeigenen Gastronomie à la carte ein Abendessen bestellen. (Text: WHVer, CC-by-sa 3.0, weiterlesen)

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Community-Termine fanden auch im vergangenen Monat wieder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

by Nicolas Rueck at November 11, 2016 10:30 AM

November 10, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 45/2016

In der deutsch- und englischsprachigen Wikipedia ist das Spendenbanner geschaltet worden und das Community Tech Team der Wikimedia Foundation startete die internationale Umfrage zu den technischen Wünschen. Weitere Themen der aktuellen Wikimedia:Woche sind das Ideenportal und neue Stellenausschreibungen von Wikimedia Deutschland, sowie ein interessanter Artikel über die Urteile im Fall Reiss-Engelhorn-Museen.

Am kommenden Donnerstag erscheint übrigens die 250. Ausgabe der Wikimedia:Woche mit einer kleinen Überraschung.

Foundation und Organisationen

Neue Stellenausschreibungen bei Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland hat mehrere neue Stellen ausgeschrieben.

Spendenkampagne 2016 begonnen

In den kommenden Wochen wird Wikimedia Deutschland Banner in der deutsch- und englischsprachigen Wikipedia schalten. Das Spendenziel ist mit 8,6 Millionen Euro unverändert zum letztjährigen Spendenziel. Wer wissen möchte, wie die Spendenziele zustandekommen, welche Banner auf welchen Wikipedia-Versionen angezeigt werden, wie häufig man Banner zu sehen bekommt oder Fragen und Kommentare loswerden möchte, dem sei die Portalseite und dort insbesondere die Q&A empfohlen.

Projekte und Initiativen

Ideenportal für Projekte rund um Wikipedia & Co.

Das Ideenportal ist eine Plattform für Projektideen und konkrete Vorhaben, die von der Community veröffentlicht und diskutiert werden. Im September wurde die Seite online gestellt und präsentiert inzwischen drei Projekte.

Wie sich WLM und OSM gegenseitig befruchten

ChristianSW schrieb über die ergänzende Arbeit in OpenStreetMap zum Fotowettbewerb Wiki Loves Monuments.

Wikidata:Status updates/2016 10 29

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 328“ berichtet über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Kultur – Galerien, Bibliotheken, Archive, Museen (GLAM)

Konferenz „Zugang gestalten“ am 17.11. – Panel zur Nachhaltigkeit in der Partizipation

Am 17. und 18.11. findet in Berlin die GLAM-Konferenz „Zugang gestalten“ statt. Wikimedia Deutschland ist unter anderem mit einem Panel zur Nachhaltigkeit in der Partizipation beteiligt. Es diskutieren die Wikipedia-Autorin Geolina163, Barabra Thiele vom Jüdischen Museum, Stefanie Schulte-Strathaus von Arsenal und Lydia Pintscher, Communitymanagerin von Wikidata. Der Eintrtt ist frei.

Panel zu Nachhaltigkeit und Zugang am 18.11. – Konferenz „Zugang gestalten“

Auf dem Panel “Nachhaltigkeit und Zugang” am 18.11. diskutieren Dr. Helge David (Initiator und Gründer von Openmuseum.de), Prof. Dr. Alfried Wieczorek (Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen), Prof. Dr. Hubertus Kohle (Ludwig-Maximilians-Universität München) und Tim Moritz Hector (Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland) die politischen Rahmenbedingungen und welche Rollen Institutionen und Bürger heute haben und in Zukunft haben sollten, wenn es um einen nachhaltig gesicherten Zugang zum kulturellen Erbe geht.

Wissenschaft und Forschung

Wikimedia Research Newsletter

Die Oktober-Ausgabe des Wikimedia Research Newsletters der Wikimedia Foundation ist erschienen. In diesem Monat gibt es unter anderem Antworten auf die Frage, warum Frauen insgesamt weniger in der Wikipedia editieren und in welchen Bereichen sie stärker repräsentiert sind.

Technik

Internationale Umfrage zu den technischen Wünschen gestartet

Das Community Tech Team der Wikimedia Foundation hat die internationale Umfrage zu den technischen Wünschen 2016 gestartet. Bis zum 20.11. können Vorschläge für neue und zu verbessernde Wiki-Werkzeuge eingereicht werden.

Tech News issue #43

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Diskussion

Diskussion um Bezeichnung „Wikimania“

Auf der Wikimania-Mailingliste wird der Name der Veranstaltung „Wikimania“ diskutiert. Es geht um den Wortbestandteil -mania, der im englischen eher mit der affektiven Geistesstörung als mit Beatlemania assoziiert wird und daher zu wenig seriös und zu wenig attraktiv für Sponsoren ist und darum, dass das Wort Wikipedia viel zugkräftiger wäre.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Gemeinfreiheit bald nur noch auf dem Papier? Marcus Engert über die weitreichenden Folgen der Urteile im Fall Reiss-Engelhorn-Museen.

  • Monopol – 07.11.2016, Marcus Engert: „Wir entscheiden“
http://www.monopol-magazin.de/wir-entscheiden

Eine Studie der Universität Harvard zeigt: auch bei politisch brisanten Themen ist die Wikipedia neutral. Die Konsensfindung in der Wikipedia sorge sogar dafür, dass extreme politische Ansichten von Nutzenden mit der Zeit moderater würden.

  • SRF – 07.11.2016, Danja Nüesch: Auf Wikipedia finden politische Gegner einen Konsens
http://www.srf.ch/kultur/netzwelt/auf-wikipedia-finden-politische-gegner-einen-konsens

Wikipedia-Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Kika über das Klexikon

Timster auf Kika berichtete über die Wikipedia und das Klexikon.

Audio-Podcast WikiStammtisch

Neben der 25. Jubiläums-Episode mit einem Rückblick auf die bisherigen Podcasts sprach Sebastian Wallroth für die neuen Ausgaben des WikiStammtisch mit Sandra Becker und J. Patrick Fischer.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

Freitag, 11.11.: Offenes Editieren (Stuttgart)

Die Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänder Platz heißt die Wikipedianer und interessierte Neulinge herzlich willkommen. An jedem 2. Freitag im Monat findet ein Workshop für Offenes Editieren statt.

Sonntag, 13.11.: Anmeldefrist für das WikiLibrary Barcamp am 3.12.2016 in Dresden

Eine engere Zusammenarbeit zwischen Wikimedia-Projekten und Bibliotheken zu gestalten – darum geht es beim WikiLibrary Barcamp, das am 3.12. in der Säschsischen Staats- und Landesbibliothek in Dresden stattfindet. Bis zum 13.11. können Programmbeiträge vorgeschlagen werden zum Thema des Barcamps „Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende?!“. Es sind auch noch Hotelzimmer für Wikimedia-Freiwillige verfügbar. Tragt euch dafür einfach bis zum 13.11. in die Liste zur Hotelbuchung ein.

Montag, 14.11.: OK Lab (Berlin)

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland Code for Germany Teams – die Open Knowledge Labs (OK Labs) – um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürgerinnen zu entwerfen. Wir, das Open Knowledge Lab Berlin treffen uns bereits seit Februar 2014 jede Woche bei Wikimedia und würden dies auch gerne weiterhin tun. Während unserer Treffen arbeiten wir ehrenamtlich gemeinsam an Projekten, tauschen uns zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen – und sind generell Ansprechpartner für alle Interessierten. Damit fördern wir die Verbreitung des Wissens rund um diese Themen und wollen mithilfe unserer Projekte zeigen, welche Möglichkeiten in offenen Daten stecken.

  • http://codefor.berlin/ / #codeforde
  • Zeit: 19:00 – 23:00 Uhr
  • Ort: Wikimedia Deutschland e.V.; Tempelhofer Ufer 23-24; 10963 Berlin

Dienstag, 15.11.: Bremenpedia vor Ort (Bremen)

„BremenpediA vor Ort“ versteht sich als Anlaufadresse in Bremen-Lesum für alle Fragen rund um das freie Online-Lexikon Wikipedia und die freie Medien-Datenbank Wikimedia Commons. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen 15.00 und 17.00 Uhr im Heimathaus Lesum, dem Domizil des Heimat- und Verschönerungsvereins Bremen-Lesum e. V. (HVL) statt.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at November 10, 2016 02:07 PM

November 07, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Divide et Impera neu interpretieren

Die Podiumsdiskussion zum Thema Nachhaltigkeit in der Partizipation auf Berliner Konferenz “Zugang gestalten” interpretiert Machiavellis Spruch neu in „Teile und Herrsche“ gemeinsam.

Unter dem Aufschlag “Teile und Herrsche” lädt Wikimedia Deutschland seine Gäste und das Publikum ein, das Spannungsverhältnis zwischen Teilhabe und Kontrolle für Freiwillige in der digitalen Kulturarbeit und den Institutionen zu debattieren. zugang-gestalten-logo-600x400

Nach fünf Jahren kann man schon von einer Traditionskultur sprechen, mit der Paul Klimpel als spritus rector alljährlich Akteure aus Kultur- und Gedächtnisinstitutionen* im November nach Berlin ruft. Sie tauschen sich über Fragen zum Umgang mit den Herausforderungen der digitalen Welt aus. Zugang gestalten! – Mehr Verantwortung für das kulturelle Erbe, 17. und 18. November 2016, ist die GLAM-Konferenz in Deutschland und Forum für aktuelle Debatten.

Nachhaltigkeit ist das Motto für 2016

Zugang gestalten – aber Wie lange? Angesichts der rasanten technologischen Entwicklung der elektronischen Medien, der Projektorientierung von Kulturförderung und der Flüchtigkeit digitaler Kommunikation gewinnen Fragen nach der Nachhaltigkeit an Bedeutung. Welche Strategien zur Stärkung der Beständigkeit gibt es? Unter der Überschrift Divide et Impera stehen die Freiwilligen im Zentrum der Debatte. Viele Projekte gerade im Netz leben vom Engagement der Digital Volunteers. Während traditionelle Vereine und politische Parteien sich um die sinkende Bereitschaft ihrer Mitglieder, in den Gremien und vor Ort verbindlich mitzuarbeiten, sorgen, bauen digitale Communities auf ein sich beschleunigendes Wachstum. Auf der Konferenz „Zugang gestalten“ debattieren wir unter dem Hashtag #ke16 gemeinsam über den Umgang mit Community und das Verhältnis von Institution und Community im digitalen Raum.

Divide et Impera riet Machiavelli seinem Fürsten 1532. Skulptur von Lorenzo Bartolini heute in den Uffizien in Florenz , Bild von Frieda at it.wikipedia CC-BY-SA-3.0 , via Wikimedia Commons

Teile und Herrsche

Divide et impera – riet einst Machiavelli seinem Fürsten. Damals wie heute ging es um den verbesserten Zugang zu Ressourcen, um die angestrebten Ziele erreichen zu können. Sollte damals der Fürst durch das vermeintliche Teilen seiner Macht mit anderen sich nur um so besser deren Ressourcen für seine Zwecke vereinnahmen können mit dem alleinigen Ziel, seine eigene Macht zu stärken, geht es heute beim Teilen eben um das tatsächliche Teilen von Herrschaft. Das ist zumindest das Versprechen der „Sharing“-Bewegung auf die viele Netzprojekte setzen. Keiner kann allein eine Enzyklopädie verfassen, ohne die Mitwirkung von Freiwilligen ist die Vielfalt des jüdischen Lebens in Deutschland nicht greifbar und ohne die Teilhabe von „Aficionados“ müssen Archivalien fürchten vergessen zu werden. Die digitalen Medien und Technologien ermöglichen einfacher Teilhabe und Teilnahme. Über Grenzen, Öffnungszeiten und Diplome hinweg finden sich in unzähligen Projekten Menschen freiwillig zusammen und setzen ihre Zeit, ihr Wissen und ihre Fertigkeiten für ein gemeinsames Vorhaben ein. Ist es das Teilen von Herrschaft, das die Nachhaltigkeit des Teilens bedingt?

Drei Projekte und eine Freiwillige

Bei Zugang gestalten diskutieren und tauschen sich vier Frauen aus ganz unterschiedlichen Projekten über die Neudeutung von Machiavellis Fürstenrat aus. Denn es geht nicht nur darum zu teilen. Wir fragen auch nach dem Spannungsverhältnis zwischen Teilhabe und Kontrolle. Kontrolle zum Beispiel um sicher zu stellen, dass weiterhin das Ziel der tragenden Institution tatsächlich angestrebt wird. Dass das Projekt nicht zur Unkenntlichkeit im Mitwirken der Vielen deformiert wird. Oder gilt es, für Veränderung immer offen zu sein. Den Weg zum Ziel erklären, um dauerhaft erfolgreich zu sein?

Freiwillige erarbeiten neue Anwendungen auf der Grundlage von frei lizenzierten Kulturdaten beim Hackathon Coding da Vinci, Bild von Volker Agueras Gäng CC BY 2.0 , via Wikimedia Commons

Zuerst kommt Geolina163 zu Wort. Sie engagiert sich seit über 10 Jahren bei *Wikipedia*. Sie steht stellvertretend für tausende von digitalen Freiwilligen auf der Bühne. Wir fragen sie, was sie begeistert, was sie aushalten lässt und was sie auch mal stört. Mit ihr zusammen diskutieren wir mit drei Funktionären aus drei Projekten nach ihrem Blick auf ein nachhaltiges Community-Management, wie das Zusammenspiel zwischen Projektstrukturen und Freiwilligen gern professionalisiert wird. Drei sehr unterschiedliche Projekte stellen sich vor. Ihnen ist allen gemeinsam, sie leben von der digitalen Partizipation ihrer Community.

*Wikidata* ist ein von Freiwilligen getragenes Projekt der Wikimedia Familie. Hier entsteht eine enorm schnell wachsende Datenbank, die das Wissen von Wikipedia und Partnern wie der World Health Organization für Menschen und Maschinen gleichermaßen erschließt und nachnutzbar macht. Eine Stichwort-Enzyklopädie zum Nachschlagen und gleichzeitig ein Big Data Pool als Rohstoffquelle für viele neue Anwendungen. Wie bringt Wikidata Freiwillige dazu einzusteigen und dabei zu bleiben? Wie geht Wikidata als Projekt mit dem Wandel von Anforderungen an Freiwillige um? Welche neuen Rollen entstehen und wie gelingt die Balance der Interessen im Fall einer Diversifikation der Community? Zum Beispiel Freiwillige, die sich stärker in den technischen Belangen einbringen, und andere, die sich stärker um Inhalte kümmern. Mit uns diskutiert Lydia Pintscher, Produktmanagerin für Wikidata bei Wikimedia Deutschland eV.

In dem neuen Portal des Jüdischen Museums Berlin *Topographie des jüdischen Lebens in Deutschland*, erarbeiten im Wesentlichen Institutionen  die Inhalte, doch auch Besucher des Portals sollten sich unbedingt mit ihrem Wissen und ihren Kenntnissen aktiv einbringen. Wie geht das Jüdische Museum-Team mit Fragen nach sensiblen Inhalten um? Wie selbstverwaltet kann heute ein Portal zur Topographie des Jüdischen Lebens in Deutschland sein? Welche technischen Schnittstellen sind geplant, um Inhalte nicht nur beitragen, sondern nach Möglichkeit auch teilen zu können? Barbara Thiele, Leiterin der Abteilung »Digital & Publishing« am Jüdischen Museum Berlin, spricht mit uns.

Einen ganz anderen Aspekt des „Community-Managements“ nimmt das noch im Entstehen begriffene Digitalisierungsprojekt *Living Archive* des Arsenal Institut für Film und Videokunst ein. Hier ist die Community alles zugleich: Wissensträger, Fundraiser, Beitragender für die Datenbank und Sichter der analogen Bestände. Ohne eigene umfassende Geldmittel zur Digitalisierung und zeitgemäßen Erfassung ist das Institut von Anfang an auf eine sehr aktive Community angewiesen. Wie gestalten sich die Rollen innerhalb dieser Community und zwischen ihr und dem Institut? Wird es gelingen, Menschen dauerhaft an das Projekt zu binden und ist das überhaupt erforderlich? Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, damit dieses Partizipationsprojekt fliegt? Es spricht Stefanie Schulte-Strathaus, Ko-Direktorin des Arsenal – Institut für Film- und Videokunst.

Diskutieren Sie am 17. November mit uns. Der Eintritt zur Konferenz ist frei, bitte melden Sie sich hier an, oder verfolgen Sie die Debatte online via Twitter unter den Hashtags #ke16 und #DEI.

*Das internationale Akronym GLAM für Galleries, Libraries, Archives, Museums steht für Interaktion dieser Einrichtungen im Netz.

by Barbara Fischer at November 07, 2016 10:07 AM

November 04, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wo geht die Reise hin beim Zugang zum kulturellen Erbe?

zugang-gestalten-logo-600x400… bzw. wo soll sie hingehen? Dieser umstrittenen Frage wird sich eines der von Wikimedia Deutschland ausgerichteten Panel bei der diesjährigen Konferenz „Zugang gestalten!“ in Berlin stellen. Letztlich geht es dabei um die Verantwortung für das kulturelle Erbe. Dass sie eine gesellschaftliche ist, darüber sind sich alle wohl einig. Das sagt aber noch nichts genaues darüber, wer sie dann genau wann tragen soll und wie.

Das Panel “Nachhaltigkeit und Zugang” am 18.11. ab 10:40 Uhr ist ideal besetzt, um zu diskutieren, welche Rollen Institutionen und Bürger heute haben und in Zukunft haben sollten, wenn es um einen nachhaltig gesicherten Zugang zum kulturellen Erbe geht.

Der rechtliche Hintergrund interessiert uns dabei weniger als die politische Dimension. Denn es geht im Kern um Politik, wenn entschieden wird, wer genau wie die Aufgabe hat, auch den virtuellen den Zugang zu den Objekten des kulturellen Erbes sicherzustellen und zu regeln. Gedächtnisinstitutionen wie Museen, Archive und Bibliotheken bewegen sich inzwischen in einem Spannungsfeld zwischen spürbarem Veränderungsdruck auf ihr Selbstverständnis auf der einen und ihrem öffentlichen Auftrag auf der anderen Seite. Dadurch entsteht eine Notwendigkeit zu strategischen Weichenstellungen, wie sie noch vor wenigen Jahren kaum denkbar zu sein schien.

Es diskutieren:

Dr. Helge David – Kunsthistoriker und Initiator und Gründer von Openmuseum.de

Prof. Dr. Alfried Wieczorek – Generaldirektor der Reiss-Engelhorn-Museen, Mannheim

Prof. Dr. Hubertus Kohle – Kunsthistoriker, Ludwig-Maximilians-Universität München

Tim Moritz Hector – Vorsitzender des Präsidiums von Wikimedia Deutschland

Als Moderator konnte Reinhard Altenhöner gewonnen werden, seineszeichens ständiger Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, und damit auch an zentraler Stelle innerhalb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz tätig.

Der Eintritt zur Konferenz ist frei, aber es ergibt Sinn, sich vorab zu registrieren.

 

by John Weitzmann at November 04, 2016 04:22 PM

November 03, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 44/2016

Die vergangene Woche war von einigen Personaländerungen bei der Wikimedia Foundation und Berichten von Wikimedia-Organisationen, den Ergebnissen des Schreib- sowie WLM-Fotowettbewerbes und dem Ende der Schreibphase des Projektes Wikipedia to the Moon geprägt. Darüber hinaus wird zum WikiLibrary BarCamp, zur Mitarbeit im Asiatischen Monat und einer Diskussion zu strukturierten Daten auf Wikimedia Commons eingeladen.

Foundation und Organisationen

WMF-Kuratoriumsmitglied Kelly Battles wird CFO von Quora

Die im Januar 2016 ins Board of Trustees der Wikimedia Foundation (WMF) kooptierte Finanzexpertin Kelly Battles hat bekanntgegeben, dass sie neue Chief Finance Officer (CFO, in etwa: Leiterin Finanzen) des Frage-und-Antwort-Portals Quora.com wird. Im Rahmen des WMF-internen Interessenskonfliktverfahrens der Rechtsabteilung wurde festgestellt, dass Wikipedia-Gründer Jimmy Wales kleine Unternehmensanteile an Quora besitzt, dies jedoch keinen Interessenskonflikt im WMF-Kuratorium zwischen Battles und Wales darstellen würde. Battles gab diese Informationen (proaktiv) auf der Mailingliste wikimedia-l bekannt.

Vicoria Coleman wird neue WMF-Chief Technology Officer

Victoria bringt 20 Jahre Erfahrung in der Produkt- und Innovationsentwicklung mit, unter anderem war sie für Technicolor, Yahoo, Nokia, Samsung, Hewlett-Packard und Intel tätig. Sie war im Open Source-Bereich in der Entwicklung von LiMo (neuer Name: Tizen) beteiligt – einem Linux-Betriebssystem für Mobilgeräte. Victoria hat einen Ph.D. in Informatik (University of Manchester) gemacht, ist Inhaberin von vier Patenten und hat über 60 Artikel und Bücher veröffentlicht.

Interessensbekundungsverfahren für Wikimania

Nachdem endgültig entschieden wurde, dass die Wikimania auch weiterhin jährlich stattfinden wird, läuft derzeit ein „Interessensbekundungsverfahren“ für die Ausrichtung der Wikimania 2018. Statt eines aufwendingen und motivationsverbrauchenden Bieterprozess, plant das Wikimania Committee mittels dieses (simpleren) Verfahrens ein Ausrichterteam für 2018 zu finden. Alle, die ein Interesse an der Ausrichtung der Konferenz für 2018 habe, können sich noch bis zum 10. November bei Ellie Young, Wikimania-Koordinatorin der WMF, melden.

WikiCon North America

Anfang Oktober fand die „WikiCon North America“ im kalifornischen San Diego statt. Aubrie Johnson hat dazu einen Blogbeitrag verfasst:

Bundesfreiwilligendienstleistende bei Wikimedia Deutschland

Vor kurzem wurde Wikimedia Deutschland als Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben anerkannt. Die beiden Bundesfreiwilligendienstleistenden Chiara Weiß und Sebastian Peters stellten sich nun vor.

Mitgliederversammlung von Wikimedia Frankreich

Wikimédia France, die französische Wikimedia-Ländersektion, hatte am Wochenende die halbjährliche Mitgliederversammlung. Ein Teil des ehrenamtlichen Vorstandes wurde neugewählt, Émeric Vallespi ist weiterhin Vorsitzender, Samuel Le Goff wiedergewählter stellvertretender Vorsitzender des Vereins. Nous souhaitons beaucoup de succès!

Projekte und Initiativen

Gewinner des 25. Schreibwettbewerbs stehen fest

Die Gewinner des 25. Schreibwettbewerbs der Wikipedia stehen fest. Gewonnen habe die Artikel „Stochastische Analysis“ von HilberTraum, „Immensum bellum“ von Bernd Preiss und „Einschlusskörperchenkrankheit der Riesenschlangen“ von Gleiberg.

Weitere Wiki Loves Monuments-Gewinner bekanntgegeben

Nach und nach trudeln auch die Ergebnisse der anderen nationalen Wiki Loves Monuments-Wettbewerbe ein. Nun hat auch die algerische und spanische Community ihre Gewinner bekanntgegeben.

Wikipedia:Asiatischer Monat

Wikipedia:Asiatischer Monat ist ein Online-Edit-a-thon, der das Verständnis zwischen den Wikipedia-Communities verbessern soll. Er findet im November 2016 statt. Der Zweck des Asiatischen Monats in der deutschsprachigen Wikipedia ist es, die Anzahl und die Qualität der Artikel zu asiatischen Themen zu erhöhen. Als Symbol der Freundschaft zwischen den Wikipedia-Communities erhält jeder Teilnehmer und jede Teilnehmerin, der oder die mindestens vier (4) Artikel erstellt, die die Kriterien erfüllen, eine speziell entworfene Wikipedia-Postkarte aus den teilnehmenden Ländern. Wikipedianer und Wikipedianerinnen, die die meisten Artikel in der jeweiligen Wikipedia anlegen, werden als „Wikipedia-Asien-Botschafter“ geehrt.

Wikidata:Status updates/2016 10 29

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 326“ berichtet über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Wikipedia to the Moon: Ende der Arbeitsphase

Bis zum 31. Oktober hatten Wikipedianer und Wikipedianerinnen aus aller Welt Zeit, zusätzliche exzellente Artikel und Listen zu erarbeiten. Nun sollen die besten der besten Wikipedia-Artikel als Zeitkapsel des Freien Wissens an Board der Mission der Berliner Part-Time Scientists zum Mond zu fliegen. In den kommenden Wochen werden alle exzellenten Artikel und Listen nun aufbereitet und auf einer speziellen Disc für mindestens 1000 Jahre festgehalten. Noch immer können Freiwillige helfen: Die Grußworte sollen in alle Wikipedia-Sprachen übersetzt werden:

Kultur – Galerien, Bibliotheken, Archive, Museen (GLAM)

WikiLibrary Barcamp am 3.12. in Dresden

Am 3. Dezember findet in Dresden das WikiLibrary Barcamp für Freiwillige der Wikimedia-Projekte und Bibliothekare statt. Zum Thema „Bibliotheken im Netz – Digitale Allemende?!“ kann jeder Teilnehmende seine Ideen und Projekte mit anderen Interessierten besprechen und so dazu beitragen, dass Bibliotheken und Wikimedia-Projekte enger zusammen arbeiten. Jetzt zur Anmeldung eintragen.

Politik und Recht

EU Policy Monitoring Report für Oktober

Im neuen „EU Policy Monitoring Report“ berichtet Dimitar Parvanov Dimitrov über aktuelle und relevante Ereignisse in Brüssel.

Wissenschaft und Forschung

Leistungsschutzrechte, Remix-Kultur und Freies Wissen

Marion Goller, Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen, wirft im Wikimedia-Blog einen Blick auf die Rechtsprechung zur kreativen Nachnutzung seit dem Sampling-Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

Generation Wikipedia an den Hochschulen

Im Blog der Wiki Education Foundation geht Eryk Salvaggio dem Gedanke nach, wie eine neue Generation Wikipedia entstehen könnte, wenn nur zehn Prozent aller aktuellen Studienanfängerinnen und -anfänger statt einer Seminararbeit einen Wikipedia-Artikel schreiben würden. Außerdem stellt er heraus, welche Kompetenzen für die berufliche Zukunft Studierende durch die Arbeit in der Wikipedia entwickeln können.

Technik

Feedback zu Projekt der strukturieren Daten für Wikimedia Commons

Im Zusammenarbeit zwischen Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland wurde ein Plan erarbeitet die Umsetzung des Projektes „Structured Data for Wikimedai Commons“ zu beschleunigen. Der Plan findet sich auf Meta, dort wird auch Feedback dazu erwünscht.

Tech News issue #43

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Diskussion

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Die EU-Kommission erwägt Filtersysteme für digitale Plattformen zur Urheberrechtsdurchsetzung. Das könnte größere Auswirkungen auf ein offenes Netz haben als das ebenfalls geplante Leistungsschutzrecht und besonders Non-Profit Webseiten wie Wikipedia und Wikimedia Commons treffen, schreibt Helena Piontek.

  • Netzpolitik.org – 29. Oktober 2016, Helena Piontek: EU: Ein Filtersystem soll Urheberrechte schützen, gefährdet aber Meinungsfreiheit, Datenschutz und Vielfalt im Netz
https://netzpolitik.org/2016/eu-ein-filtersystem-soll-urheberrechte-schuetzen-gefaehrdet-aber-meinungsfreiheit-datenschutz-und-vielfalt-im-netz/

Wikipedia Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Audio-Podcast WikiStammtisch

In der Podcast-Episode 0025 spricht Sebastian Wallroth mit Leuten aus vorhergehende WikiStammtisch-Episoden über Feedback und Gesprächsthemen, die auch interessant gewesen wären.

Podcast-Episode 0026: Sandra Becker und Sebastian Wallroth reden über Wikipedia und Kunst und umgekehrt.

Podcast-Episode 0027: J. Patrick Fischer und Sebastian Wallroth sprechen über Ost-Timor, Nationalflaggen, die Wirmer-Flagge, CSU, SED und Ehrenamt

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

Montag, 07.11.: OK Lab (Berlin)

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland Code for Germany Teams – die Open Knowledge Labs (OK Labs) – um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürgerinnen zu entwerfen. Wir, das Open Knowledge Lab Berlin treffen uns bereits seit Februar 2014 jede Woche bei Wikimedia und würden dies auch gerne weiterhin tun. Während unserer Treffen arbeiten wir ehrenamtlich gemeinsam an Projekten, tauschen uns zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen – und sind generell Ansprechpartner für alle Interessierten. Damit fördern wir die Verbreitung des Wissens rund um diese Themen und wollen mithilfe unserer Projekte zeigen, welche Möglichkeiten in offenen Daten stecken.

  • http://codefor.berlin/ / #codeforde
  • Zeit: 19:00 – 23:00 Uhr
  • Ort: Wikimedia Deutschland e.V.; Tempelhofer Ufer 23-24; 10963 Berlin

Mittwoch, 09.11.: Treffen der Wikipedia Filmfrauen (Berlin)

Ziel des Projektes ist die Verbesserung von Wikipedia Artikeln im Bereich Frauen in und aus Film und Fernsehen. Es soll aus dem erfolgreichen Pilotprojekt vom 15.2. (Mo, während der Berlinale 2016) ein sich verstetigendes Angebot etablieren. Zu den Nachbesprechungen in Berlin werden auch Frauen aus Film und Fernsehen erwartet, die als NeuWikipedianerinnen weiterhin Unterstützung und Begleitung beim Editieren oder einen ersten begleiteten Termin für Fachfrauen (die zur Berlinale nicht erscheinen konnten) wünschen.

Donnerstag, 10.11.: Offenes Editieren (Berlin)

Das Offene Editieren findet immer am zweiten und letzten Donnerstag des Monats am Tempelhofer Ufer 23 im Raum „Mosaik“ statt. Es ist eine unverbindliche Gelegenheit zum Austauschen von Tipps und Tricks. Willkommen sind einerseits erfahrene Wikipedianer_innen mit Spaß am Erklären im direkten Kontakt, real life und von Mensch zu Mensch, und andererseits Wikipedianer_innen mit ersten Erfahrungen und Fragen zu allen erdenklichen Aspekten der Wikipedia.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Martin Rulsch at November 03, 2016 08:38 PM

November 02, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Leistungsschutzrechte, Remix-Kultur und Freies Wissen – Zur kreativen Nachnutzung seit dem Sampling-Urteil des Bundesverfassungsgerichts

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Dies ist ein Gastbeitrag von Marion Goller, Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen. Das Fellow-Programm wurde 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert, um junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dabei zu unterstützen, ihre eigene Forschung und Lehre im Sinne von Open Science zu öffnen und damit für alle zugänglich und nachnutzbar zu machen.

Kunstfreiheit schlägt Eigentum“ titelte Ende Mai dieses Jahres die Online-Ausgabe der Legal Tribune, als das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) seine Entscheidung in Sachen „Metall auf Metall“ bekanntgab. In der Musik- und vor allem in der HipHop-Szene war das Urteil im Streit zwischen Moses Pelham und der Band Kraftwerk mit Spannung erwartet worden, sollte es doch ein für allemal regeln, ob Sampling – das Verwenden von Tonausschnitten aus fremden Werken in der eigenen Produktion – erlaubt ist oder nicht.

Aber nicht nur für professionelle Musiker:innen ist das Urteil interessant, sondern auch für Musikfans, die aus den Werken ihrer Idole neue Tracks zusammenschneiden und so neue Kunst schaffen wollen. Technische Fortschritte, insbesondere Digitalisierung und Internet, haben Herstellungs- und Grenzkosten in Ton und Film stark gesenkt, wie ich in meinem letzten Beitrag ausführte. Das hat eine neue Form der Remix-Kultur entstehen lassen, die wohl niemand so eloquent, passioniert und enthusiastisch beschrieben hat wie der Rechtswissenschaftler und Creative Commons-Mitgründer Lawrence Lessig.[1] Die Remix-Kultur lässt die Grenzen zwischen Produzent:innen und Konsument:innen verschwimmen oder hebt sie sogar ganz auf und schafft den neuen Typus der Prosument:innen: Personen, die sich der Werke anderer bedienen, um sich selbst kreativ auszudrücken.

Anstatt hier das Sampling-Urteil selbst im Detail zu analysieren, möchte ich es in den größeren Kontext der kreativen Nachnutzung einordnen, weil es meines Erachtens zu kurz greift, das Urteil allein an der Kunstfreiheit zu messen. Die alte Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH) ordnete für leistungsschutzrechtlich geschützte Inhalte[2] ein strengeres Schutzniveau an als für urheberrechtlich geschützte Werke. Durch seine Auslegung, auch kleinste Tonfetzen seien vom Leistungsschutzrecht des Tonträgerherstellers[3] umfasst, verkürzte der BGH aber nicht nur die Kunstfreiheit nachfolgender Urheber, sondern schmälerte allgemein die Domäne Freien Wissens, die Ursprung aller Kreativität ist.[4] Das Urteil des BVerfG könnte nun zu einer Änderung dieser Bewertung führen; das ist jedoch keineswegs sicher.

Formen der kreativen Nachnutzung

Mit kreativer Nachnutzung meine ich die Verwendung von Werken, Inhalten oder Teilen davon zur Erstellung eines neuen Werks. Das deutsche Urheberrechtsgesetz (UrhG) kennt, bzw. reguliert, drei Formen: das Zitat, die Bearbeitung und die freie Benutzung.[5]

Ein Zitat gemäß § 51 UrhG ist nur die unveränderte Übernahme eines Werkteils oder Medienteils zu Zwecken der inhaltlichen Auseinandersetzung. Die Quelle muss genannt werden und der Zweck die Nutzung in ihrem Umfang rechtfertigen. Man darf also nicht einfach einen kompletten Zeitungsartikel übernehmen und mit einer eigenen Überschrift versehen. Ebenso wenig darf man eigene Musik- oder Filmproduktionen einfach mit Ausschnitten aus fremden Aufnahmen garnieren, ohne dass dabei eine inhaltliche Auseinandersetzung stattfindet. Als rechtliche Grundlage für Remixes taugt das Zitatrecht also nicht.

Eine Bearbeitung gemäß § 23 Abs. 1 UrhG meint die Veränderung oder Umgestaltung des Werks, z.B. eine Übersetzung oder Dramatisierung. Grundsätzlich ist die Bearbeitung ohne Genehmigung möglich; allein ihre Veröffentlichung bedarf der Erlaubnis der ursprünglichen Urheber.[6] Ausnahmen sind z.B. die Ausführung von Plänen für bildende Kunst, der Nachbau von Baukunstwerken und auch die Verfilmung. Bei diesen Nutzungen ist der Gesetzgeber bei Schaffung des UrhG davon ausgegangen, dass sie nur im kommerziellen Rahmen betrieben werden, also nicht Privatpersonen, sondern nur Wettbewerber betreffen würden, und ordnete ein Verbot an. Angesichts der Tatsache, dass es heute möglich ist, mit einem Telefon Videoaufnahmen herzustellen, ist diese Regelung für Verfilmungen nicht mehr zeitgemäß.

Eine freie Benutzung gemäß § 24 UrhG liegt vor, wenn ein:e Künstler:in sich bei der Schaffung eines Werks von anderen Werken inspirieren lässt. Das wird für Rezipient:innen allerdings gar nicht immer erkennbar sein. Ob eine Krimiautorin eher von Elizabeth George oder von Agatha Christie beeinflusst wird, ist ihren Geschichten nicht unbedingt zu entnehmen.

Nachnutzung und Urheberrecht

Um das Urheberrecht an einem Werk überhaupt zu berühren, muss ein bei der Nachnutzung verwendeter Teil dieses Werk über eine freie Benutzung hinaus gehen. Abstrakte Ideen sind nicht vom Urheberrecht umfasst. Sie müssen schöpferisch konkretisiert worden sein und die Nachnutzung muss auf diese schöpferische Konkretisierung zugreifen. Ist das der Fall, so handelt es sich um eine Bearbeitung, deren Veröffentlichung von der Genehmigung der Urheber des früheren Werks abhängt. Die unveränderte Übernahme kann als Zitat zulässig sein.

Für Sprachwerke gilt, dass nicht der Inhalt eines Textes geschützt ist, sondern die konkrete Formulierung. Auch die Bausteine des Textes können nicht vom Urheberrecht umfasst sein. Alle Texte bestehen aus Wörtern und diese müssen für die Allgemeinheit verwendbar bleiben, dürfen nicht monopolisiert werden. Nur Formulierungen von ausreichender Länge und Kreativität rechtfertigen Urheberrechtsschutz. Den Satz „Bei einem Wohnhausbrand in Weimar wurden zwei Menschen verletzt.“ darf ich hier ohne Quellenangabe veröffentlichen, weil er so generisch ist. Die Zeilen „Und leiden nicht, daß sich die letzten Kohlen; Von unsers Hauses Schreckensbrande still; In mir verglimmen“ dagegen sind so individuell und schöpferisch, dass sie Schutz verdienen. Sie dürfte ich nicht ohne Weiteres verwenden, wenn Johann Wolfgang von Goethes Urheberrecht auf seine Iphigenie auf Tauris nicht mittlerweile abgelaufen wäre.

Wer solch kreative Formulierungen verwenden will, darf sie zitieren, aber eben nur zum Zweck des Belegs und nur in einem Umfang, den dieser Zitatzweck rechtfertigt. Hierzu fällte das BVerfG im Jahr 2000 eine Grundsatzentscheidung. Der Fall betraf die Verwendung von Texten Bertolt Brechts im Drama „Germania 3“ des Autors Heiner Müller. Dieser hatte die Erben Brechts vor der Veröffentlichung nicht um eine Genehmigung ersucht. Sie ließen daher den Vertrieb des Stücks verbieten, wogegen Müllers Verlag schließlich Verfassungsbeschwerde erhob.

Das BVerfG entschied, das Verbot verletze die Kunstfreiheit. Die Zitatschranke aus § 51 UrhG sei im Hinblick auf Art. 5 Abs. 3 Satz 1 GG verfassungsgemäß auszulegen. In diese „kunstspezifische Betrachtungsweise“ müsse die Kollision zwischen der Kunstfreiheit und der Eigentumsgarantie aus Art. 12 Abs. 1 GG mit einbezogen werden. Die Verwertungsinteressen der Brecht-Erben seien hier nicht beschädigt. Daher müsse ihr Urheberrecht hinter die Kunstfreiheit bzgl. des neuen Werks zurücktreten.

Als Musikwerk geschützt sind Noten und ggfs. Text eines Musikstücks. Auch bei Musikwerken sind Zitate zulässig, sie bedürfen aber ebenfalls eines Zitatzwecks. Der kann z.B. in einer Hommage liegen, muss aber den Umfang des Zitats rechtfertigen. Melodien sind zudem besonders geschützt; gemäß § 24 Abs. 2 UrhG darf eine Melodie nicht „erkennbar dem Werk entnommen und einem neuen Werk zugrunde gelegt“ werden. Ab wann eine Tonfolge eine Melodie darstellt, ist wiederum Auslegungssache.

Keine kreative Nachnutzung sind sog. Cover von Liedern. Wer sich – wie ich – beim Anhören einer Coverversion schon einmal gefragt hat, warum die Urheber etwas erlauben, das entweder völlig grauenhaft ist und ihr Lied entstellt oder sogar besser ist als das Original und ihren Gewinn schmälern wird, der/dem sei gesagt: Das müssen sie gar nicht. Das unveränderte „Nachsingen“ eines Liedes ist nämlich keine Bearbeitung, sondern eine Vervielfältigung. Und die Vervielfältigungsrechte haben Musikurheber in den allermeisten Fällen an eine Verwertungsgesellschaft abgetreten – in Deutschland an die GEMA. Diese ist gemäß § 11 Urheberrechtswahrnehmungsgesetz verpflichtet, „jedermann auf Verlangen zu angemessenen Bedingungen Nutzungsrechte einzuräumen“. Wer covert, zahlt an die GEMA, und diese schüttet die Einnahmen nach den Bedingungen ihres Verteilungsplans an Musikurheber und Musikverlage aus.[7]

Beim Filmwerk wird die Sache kompliziert. Als Urheber gelten dort immer die Hauptregisseurin, die Komponistin der Filmmusik, die Drehbuchautorin und – sofern abweichend – die Dialogautorin. Je nach Kreativität ihrer Beiträge können auch Cutter, Kameraleute und andere ein Urheberrecht erwerben.[8]

Für die Nachnutzung von Drehbuch, Dialog und Musik gelten die soeben erläuterten Regeln. Ob der Schnitt einer Szene, eine bestimmte Einstellung oder Kamerafahrt so eindeutig ein anderes Werk nachahmen, dass sie als Bearbeitung gelten und damit genehmigungspflichtig sein sollten, hängt wiederum vom Einzelfall ab.

Als abstrakte Idee grundsätzlich nicht schützbar ist die erfundene Geschichte, die einem Sprachwerk, Film, Theaterstück oder Videospiel zugrunde liegt. Ausnahmsweise können jedoch schon einzelne Elemente einer Geschichte so kreativ sein, dass Dritte sie nicht ohne Genehmigung verwenden dürfen. Die Abgrenzung zwischen Bearbeitung und freier Benutzung fällt hier besonders schwer. So ist für manche Filmfans der Plot von John WoosMission: Impossible 2 bloß eine Hommage an Alfred Hitchcocks Notorious, für andere dagegen klarer „Ideenraub“.

Insbesondere erfundene Charaktere können Schutz genießen. Sogenannte „Fan Fiction“ – das Weitererzählen der Erlebnisse beliebter Figuren durch Fans – berührt daher stets das Urheberrecht. Einige Autor:innen dulden die Praxis, solange die Fans kein Geld damit verdienen und das Original am Markt nicht verdrängt wird. Der Veröffentlichung von Fan Fiction in privaten Internetforen oder auf nicht kommerziellen Webseiten ist ohnehin praktisch kaum beizukommen.

Auf die Verwendung des jeweiligen Namens kommt es nicht an. Auch Charaktereigenschaften und besondere äußerer Merkmale können Gegenstand des Urheberrechts sein, wenn sie einer Figur eine unverwechselbare Persönlichkeit verleihen. Dabei ist laut Rechtsprechung des BGH aber ein strenger Maßstab anzulegen.[9]

Insgesamt gilt im Urheberrecht stets und für alle Werkarten: Nicht die einzelnen Bausteine sind geschützt, sondern das Gesamtgefüge; nicht Wörter, sondern Texte, nicht Töne, sondern Melodien, nicht Tanzschritte, sondern Choreographien, nicht Farben, sondern Bilder, nicht Ideen, sondern deren konkrete kreative Ausführung. Eine klare Grenze, wo das eine aufhört und das andere beginnt, gibt es selten. Aber es ist wichtig, dass die Bausteine der Kreativität frei verfügbar bleiben. Sie gehören zur Domäne des Freien Wissens, zur public domain, ohne welche Kreativität nicht möglich wäre.

Nachnutzung und Leistungsschutzrechte

Während das BVerfG im Jahr 2000 in „Germania 3“ eine Kollision zwischen der Kunstfreiheit und dem Urheberrecht lösen musste, befasste sich der BGH etwas zur selben Zeit im Fall „Mattscheibe“ mit einer Kollision zwischen der Kunstfreiheit und dem Leistungsschutzrecht des Film- und Laufbildherstellers. Der Komiker Oliver Kalkofe hatte Ausschnitte aus Fernsehprogrammen unverändert übernommen und sich dann kritisch mit diesen auseinandergesetzt. Diese Kritik ließ der BGH genügen, um die Nutzung als Satire für zulässig zu erklären. Anders als das BVerfG stützte er sich dabei nicht auf das Zitatrecht, sondern ordnete die Verwendung der Ausschnitte als freie Benutzung analog[10] § 24 Abs. 1 UrhG ein.

Wie ebenfalls in meinem letzten Beitrag ausgeführt, sollen Leistungsschutzrechte nicht Kreativität schützen, sondern Investitionsanreize setzen. Die große Frage, welche die Gerichte zuletzt in „Metall auf Metall“ beschäftigte, lautet daher: Kann es angesichts der unterschiedlichen Zielsetzung von Urheberrecht (das die Urheber schützt) und Leistungsschutzrecht (das Investitionen der Hersteller und Verwerter schützt) eine der Schöpfungshöhe vergleichbare Mindestschwelle geben, unterhalb derer das Schutzrecht gar nicht berührt wird? Gibt es auch in diesem Bereich Bausteine, die frei verfügbar bleiben sollten?

Für die Rechte der Hersteller von Filmen, Laufbildern und Tonträgern verneinte der BGH diese Frage. In „Mattscheibe“ waren die Ausschnitte so lang, dass er sich nicht dazu hatte äußern müssen. Im Jahr 2007 urteilte er im Fall „TV Total“, auch kleinste Teile einer Videoaufnahme seien vom Recht des Film- bzw. Laufbildherstellers aus §§ 94, 95 UrhG umfasst.

Ein Jahr später wandte der BGH diese Wertung auch auf das Recht des Tonträgerherstellers an. Bei der Produktion des Songs „Nur Mir“ hatte Moses Pelham im Jahr 1997 zwei Sekunden aus der Aufnahme des Lieds „Metall auf Metall“ von Kraftwerk geloopt und als Beat verwendet. Kraftwerk sind selbst Inhaber des Herstellerrechts und klagten gegen den Vertrieb des neuen Songs. Der BGH entschied, das Herstellerrecht umfasse auch „kleinste Tonfetzen“. Anders als das Urheberrecht schütze § 85 Abs. 1 UrhG keine besondere Kreativität, sondern die wirtschaftliche, organisatorische und technische Leistung, die zur Festlegung von Tönen auf Trägern erforderlich sei.

Da der Tonträgerhersteller diese unternehmerische Leistung für den gesamten Tonträger erbringt, gibt es keinen Teil des Tonträgers, auf den nicht ein Teil dieses Aufwands entfiele und der daher nicht geschützt wäre.[11]

Anders als das Urheberrecht schützen Leistungsschutzrechte nach dieser Ansicht also sehr wohl die Bausteine. Sie wären demnach stärker als das Urheberrecht, was dem Urteil viel Kritik eingebracht hat.[12]

Pelham erhob schließlich Verfassungsbeschwerde gegen die Urteile – und bekam Recht. Wieder rügte das BVerfG, der BGH sei hier dem Erfordernis der „kunstspezifischen Betrachtungsweise“ nicht nachgekommen. In „Mattscheibe“ habe er – im Ergebnis richtig – einen satirischen Zweck ausreichen lassen. Dieser sei aber nicht nötig; auch Sampling zu „tongestalterischen Zwecken“ müsse erlaubt sein, solange es nicht zu erheblichen wirtschaftlichen Nachteilen für den Tonträgerhersteller führe. Ansonsten wäre eine ganze Musikrichtung praktisch verboten, nämlich der HipHop, der viel auf Sampling setzt.

Das BVerfG hat den Fall an den BGH zur erneuten Entscheidung zurückverwiesen und angemerkt, dass die gebotene Abwägung nicht im Rahmen der freien Benutzung gemäß § 24 Abs. 1 UrhG zu erfolgen habe. Statt dessen könne sich der BGH auch auf das Zitatrecht aus § 51 UrhG stützen oder bloße Tonfetzen von vornherein aus dem Anwendungsbereich des Leistungsschutzrechts des Tonträgerherstellers nach § 85 Abs. 1 UrhG herausnehmen. Für diese Auslegung hatte sich während des Verfahrens sogar die Bundesregierung(!!) in einer Stellungsnahme ausgesprochen.[13]

Für Texte existierten bis 2013 keine Leistungsschutzrechte; aus gutem Grund, denn es fehlt an einer der Ton- oder Filmaufnahme vergleichbaren Fixierung. Das neue Leistungsschutzrecht des Presseverlegers nimmt deshalb „einzelne Wörter und kleinste Textausschnitte“ ausdrücklich von seinem Anwendungsbereich aus. Es will augenscheinlich nicht die Bausteine der Sprache monopolisieren. Dennoch bleibt es ein Fehlgriff, denn was „kleinste Textausschnitte“ sind, müssen nun die Gerichte klären. Fassen sie den Rahmen weit, bleibt das Recht wirkungslos, fassen sie ihn eng, wird es zu einem Monopol auf Sprache.

Dessen ungeachtet versucht die EU-Kommission gerade, das Leistungsschutzrecht, das in Deutschland als so gut wie gescheitert gilt, auf europäischer Ebene einzuführen.

Fazit

Für welche Lösung sich der BGH in Sachen „Metall auf Metall“ entscheidet, bleibt nun abzuwarten. Den Interessen der Leistungsschutzberechtigten wäre auch dann ausreichend Rechnung getragen, wenn ein Eingriff in ihre Schutzrechte erst dann angenommen würde, sobald das Sampling von Musik- oder auch Filmausschnitten ihre eigene Verwertung spürbar beeinträchtigt. Ein entsprechendes Urteil des BGH könnte die Remix-Kultur mit dem deutschen Urheberrecht ein gutes Stück kompatibler machen. Weitere Anpassungen oblägen dann dem Gesetzgeber.[14]

Die Leistungsschutzrechte wurden ursprünglich zum Schutz vor kommerziellen Wettbewerbern geschaffen. Je mehr der technische Fortschritt die Mittel zur Produktion und Veränderung von Kulturgütern in die Hände von Privatpersonen legt, desto mehr greifen die Schutzrechte in deren Privatleben ein und machen die Kreativität der Prosument:innen illegal. Ihr schöpferisches Potential bleibt ungenutzt. Solange Sampling den Investitionsschutz nicht spürbar schmälert, indem es das ursprüngliche Werk verdrängt, sollten auch bei Aufnahmen die Bausteine frei benutzbar bleiben.

Wie schon in „Germania 3“ betont das BVerfG ausdrücklich die Bedeutung des intellektuellen Gemeineigentums, des Freien Wissens, der public domain:

[E]in Werk [steht] mit der Veröffentlichung nicht mehr allein seinem Inhaber zur Verfügung, sondern tritt bestimmungsgemäß in den gesellschaftlichen Raum und kann damit zu einem eigenständigen, das kulturelle und geistige Bild der Zeit mitbestimmenden Faktor werden.[15]

Mehr noch als reale Eigentumsrechte haben Immaterialgüterrechte eine Sozialbindung. Ihre Existenz soll nicht allein ihren Inhaber:innen dienen, sondern Anreize für neue Kreativität setzen und damit letztlich der Allgemeinheit zugute kommen. Richtig eingesetzt, werden sie nach ihrem Ablauf die public domain vergrößert haben. Wenn sie Kreativität unterdrücken statt fördern, verfehlen sie ihr Ziel und verlieren ihre Berechtigung.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen auf www.oabooks.de unter der Lizenz CC BY-SA 4.0


Zur Autorin:

Marion Goller ist Juristin, hat in Mainz und Leicester studiert und in Rheinland-­Pfalz und London ihr Referendariat absolviert. Derzeit promoviert sie an der Universität Münster im Bereich Immaterialgüterrecht. In ihrer Dissertation erforscht sie die Mechanismen der Privatisierung von Wissen und die Gegenbewegungen hin zu einer Wissensallmende. Sie analysiert, wie die Verschärfung von Urheber­ und Patentrecht sowie die Einführung neuer Schutzrechte Kreativität und Innovation hemmen statt fördern und inwieweit Konzepte zur Freien Lizenzierung dieser Entwicklung entgegenwirken könne. Seit September 2016 ist sie Stipendiatin im Fellow-Programm Freies Wissen.


 

1 Lawrence Lessig: „Remix, Making Art and Commerce thrive in the Hybrid Economy“; Lessigs wunderbarer Vortrag desselben Titels ist online zu finden unter YouTube: Lawrence Lessig – Remix.

2 Zur Erinnerung: Werk ist nur, was die Schöpfungshöhe erreicht, siehe mein letzter Beitrag.

3 Im Text verwendete generische Maskulina sind dem Wortlaut des Gesetzes geschuldet.

4 Der Filmemacher Kirby Ferguson demonstriert in seiner exzellenten Webserie Everything is a Remix, wie nahezu unsere gesamte Kultur und Technologie aus der Kopie, Transformation und Rekombination bekannten Wissens besteht.

5 Das Copyright der USA hat eine „fair use“ genannte, sehr offene und flexible Schranke; dazu vielleicht in einem späteren Beitrag mehr.

6 Erreicht die Bearbeitung die notwendige Schöpfungshöhe, so entsteht an ihr wiederum ein Urheberrecht. Auch ungenehmigt ist sie nicht urheberrechtsfrei. Das neue Urheberrecht ist jedoch wieder nur ein Verbotsrecht. Es berechtigt nicht zur Nutzung, wenn dadurch Urheberrechte an den Quellen verletzt werden.

7 Ob die Ausschüttung an die Musikverlage nach dem Urteil des BGH in Sachen VG Wortnoch als rechtmäßig gelten kann, darf bezweifelt werden.

9 Vergleiche das Urteil Pippi Langstrumpf, Randnummer 29.

10 Die Analogie war nötig, weil § 24 direkt nur für Urheberrechte gilt, nicht auch für das hier betroffene Leistungsschutzrecht am Laufbild.

11 Siehe Randnummer 14 im Urteil des BGH.

12 Das Sampling sollte laut dem BGH trotzdem als freie Benutzung analog § 24 Abs. 1 UrhG erlaubt sein, wenn es nicht möglich sei, die verwendete Tonfolge selbst einzuspielen. Mit dieser Einschränkung wollte der BGH die Nachnutzung doch noch ermöglichen. Er verkannte aber, dass es beim Sampling gerade darum geht, Tonausschnitte unverändert zu übernehmen, sodass diese für den Zuhörer erkennbar sind. Trotz dieser Kritik bestätigte der BGH sein Urteil vier Jahre später, als der Fall erneut zu ihm gelangte; siehe Urteil Metall auf Metall II.

13 Siehe Randnummer 53 im Urteil des BVerfG.

14 Die Initiative Recht auf Remix fordert seit einigen Jahren entsprechende Änderungen des Urheberrechts. Die Berichterstatterin im Europaparlament, Julia Reda, forderte im Jahr 2014 in ihrem Entwurf eines Berichts über die Umsetzung der relevanten Richtlinie ebenfalls ein solches Recht. Leider gehen die Pläne der EU-Kommission teilweise in die entgegengesetzte Richtung.

15 Siehe Randnummer 87 im Urteil des BVerfG.

by Christopher Schwarzkopf at November 02, 2016 10:29 AM

October 30, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

10 cool queries for Wikidata that will blow your mind. Number 7 will shock you.

Dieser Blogpost ist auch auf Deutsch verfügbar.

Wikidata is an open knowledge base that collects facts (statements) on pieces of knowledge (items). It is run by the Wikimedia Foundation, developed by a team led by Wikimedia Deutschland, and tended and cared for by a global community of volunteers. Unlike Wikipedia, that contains knowledge collected by volunteers written in free form, it is machine-readable and pieces of knowledge and can be queried in relation to each other.

Dozens of application already use the knowledge base. One particularly cool way to access knowledge in Wikidata is through queries in the SPARQL query language. Just a little knowledge of SPARQL goes a long way to query for facts and relationships – thus opening new horizons and rearranging knowledge in a totally new way.

With SPARQL, the possibilities are virtually endless. Follow along for 10 cool queries:

#1 The best cocktail recipes according to Wikidata


No longer sure about the ingredients for your Mojito on a hard day’s night? Wikidata to the rescue! There’s even a picture to go with the list of ingredients. This query is especially impressive as it magically generates a recipe in English. It was conjured up by a Wikidata volunteer known on Twitter as WikidataFacts.

http://tinyurl.com/gqbmzlp

#2 The Internet loves cats. So does Wikidata.


Cats are kind of a big deal on the Internet. But what famous and well-known cats are there in the world? Find out with just one click on Wikidata. We are definitely fans of Humphrey and Larry, both of them bearing the very British title of Chief Mouser to the Cabinet Office.

http://tinyurl.com/z75d4wc

#3 German settlements ending with „-ow“ or „-itz“


Where are German towns, villages, and cities located ending in „-ow“ or „-itz“? Geography and cultural science buffs may know the answer, but Wikidata will show it to you on a map: It’s basically East Germany with with a few notable exceptions in the North (Olpenitz near Kappeln) and South (Flanitz, a part of Frauenau).

http://tinyurl.com/gtonu2v

#4 The world’s most common surnames


What are the world’s most common surnames? A fun fact that may surprise you. Of course Smith, Miller, and similar (former) names of occupations are in that list, but don’t forget Lee, Liu, and Zhan!

http://tinyurl.com/hodlnmb

#5 Things named after French presidents


Many countries have the custom of naming institutions and buildings after former public officials – France is no exception to that rule. Did you ever want to know what kind of things has been named after former French presidents?

http://tinyurl.com/z654mgk

#6 Awesomely assorted alliterations…


…always acquire accolades. A  SPARQL query in Wikidata can be used to print out all the title of works containing an alliteration. It’s everything from All About Anna to Wild Wild West.

http://tinyurl.com/zdragu9

#7 Horses are dangerous. Especially if you happen to be of noble birth and fall down.


Wikidata can also tell you the cause of death for most noble people. Apparently, horses are dangerous, as the sixth most common cause is „horse fall“.

http://tinyurl.com/jl9et7g

#8 Average gestation period of genera, color-coded by order


Wikidata isn’t only for queries, but also for data visualizations. This biology SPARQL query impressively demonstrates this with a bubble chart.

http://tinyurl.com/hydtknk

#9  The data are alive with the sound of music. But which key is used most often?


A simple query will tell: The most common key is C, then D, then Eand B. The first minor key is on the seventh rank (D minor).

http://tinyurl.com/jo68q9h

#10 Wikidata isn’t only fun and games, but can also be an inspiration for new Wikipedia articles.


Many of the queries we showed may be curious, funny or surprising and yet you may say „What’s in it for me?“ If you’re a hardcore Wikipedian who has run out of ideas for new articles, just ask Wikidata for missing articles. One example: Which women born in Suriname are lacking an article in English Wikipedia? Wikidata will tell you!

http://tinyurl.com/h8gdozr

Where to go from here?

There is much more to discover regarding SPARQL. Wikidata has extensive documentation on the topic. If you want, you can turn to the community to request a query. And every Sunday there’s the #SundayQuery hashtag on Twitter for all your SPARQL questions.

by Jens Ohlig at October 30, 2016 08:00 AM

10 coole Wikidata-Abfragen, die dir neue Horizonte eröffnen. Nummer 7 wird dich schockieren.

This blog post is also available in English.

Wikidata ist eine offene Datenbank für strukturiertes Wissen, die einzelne Fakten (Statements) zu bestimmten Begriffen (Items) sammelt. Sie wird von der Wikimedia Foundation betrieben, technisch federführend von Wikimedia Deutschland entwickelt und von der weltweiten, ehrenamtlichen Wikimedia-Community gehegt, gepflegt und beständig erweitert. Im Gegensatz zu Wikipedia, die händisch geschriebenes Wissen von vielen Freiwilligen speichert, ist Wikidata maschinell lesbar und einzelne Wissensbestandteile und Zusammenhänge sind gezielt abfragbar.

Dutzende Anwendung nutzen die Datenbank bereits als Grundlage. Eine der besonders coolen Wege das in Wikidata gespeicherte Wissen abzufragen und zu nutzen sind sogenannte Queries (Abfragen) in der Abfragesprache SPARQL. Mit etwas SPARQL-Kenntnissen können eben bestimmte Zusammenhänge und Wissenbestandteile aus Wikidata abgefragt werden – und sie eröffnen dir ganz neue Horizonte und stellen Wissen in ganz neuen Beziehungen dar.

Die Möglichkeiten für SPARQL-Abfragen sind praktisch unbegrenzt. 10 coole Abfragen stellen wir dir hier vor:

#1 Die besten Cocktail-Rezepte dank Wikidata


Mal wieder vergessen was Du alles für deinen abendlichen Mojito brauchst? Selbst das kann Wikidata dir sagen – mit genauen Zutaten! – und selbst ein Bild deines gewünschten Cocktails kann die Datenbank dir inzwischen anzeigen. Diese Abfrage ist besonders beeindruckend dadurch, dass sie magisch englischen Text erzeugt. Gezaubert hat sie der Wikidata-User, der auf Twitter unter WikidataFacts unterwegs ist.

http://tinyurl.com/gqbmzlp

#2 Das Internet liebt Katzen. Wikidata auch.


Katzen und Kater beglücken das Internet tagtäglich. Aber welche berühmten und bekannten Katzen gab und gibt es eigentlich auf der Welt? Ein Klick und Wikidata verrät es dir. Wir sind ja definitiv Fans von Humphrey und Larry, den beiden britischen Chief Mouser to the Cabinet Office.

http://tinyurl.com/z75d4wc

#3 Orte, die mit „-ow“ oder „-itz“ enden


Wo befinden sich eigentlich alle Orte (in Deutschland), die mit „-ow“ oder „-itz“ enden? Geographisch und kulturwissenschaftlich versierte Menschen werden es wissen, doch Wikidata zeigt es dir genau: Vor allem in Ostdeutschland mit kleinen Ausläufern in den Norden (Olpenitz bei Kappeln) und Süden (Flanitz, Teil von Frauenau).

http://tinyurl.com/gtonu2v

#4 Meist vergebene Nachnamen der Welt


Was sind die meist vergebenen Nachnamen der Welt? Ein Funfact, der dich tatsächlich überraschen wird. Natürlich sind „Smith“, „Miller“ und ähnliche (ehemalige) Berufsbezeichnungen dabei, doch solltest du auch Li, Liu und Zhan nicht vergessen!

http://tinyurl.com/hodlnmb

#5 Dinge, die nach französischen Präsidenten benannt wurden


In vielen Ländern ist es Usus bestimmte Einrichtungen oder Bauwerke nach früheren Amtsträgern zu benennen – Frankreich ist da ein gutes Beispiel. Wolltest Du nicht schon immer mal wissen, was alles nach früheren französischen Präsidenten benannt wurde?

http://tinyurl.com/z654mgk

#6 Ansprechende Alliterationen aller Art…


…beeindrucken bestimmt. Wikidata kann dir mithilfe einer SPARQL-Abfrage auch alle (Kunst-)Werktitel ausgeben, die eine Alliteration beinhalten. Von All About Anna bis Wild Wild West ist alles dabei.

http://tinyurl.com/zdragu9

#7 Pferde sind gefährlich. Erst recht wenn du adlig bist und runterfällst.


Wikidata kann dir denn auch folgendes verraten: Woran sind die meisten adeligen Menschen gestorben? Und offensichtlich sind Pferde tatsächlich gefährlich, denn der sechst meistgenannte Grund ist „horse fall“ (vom Pferd fallen).

http://tinyurl.com/jl9et7g

#8 Durchschnittliche Trächtigkeitsdauer bei unterschiedlichen Tierarten, farbkodiert nach Länge  


Wikidata kann nicht nur Abfragen, sondern auch Datenvisualisierung. Sehr eindrücklich stellt das diese SPARQL-Query aus dem Bereich der Biologie mit einer Bubble-Grafik dar.

http://tinyurl.com/hydtknk

#9  Musik liegt in der Luft, beziehungsweise in den Daten. Aber welche Tonart ist die häufigste?


Eine kurze Anfrage an Wikidata bringt es an den Tag: Die beliebteste Tonart ist C-Dur, dann D-Dur, dann Es-Dur und H-Dur. Die erste Molltonart kommt auf dem siebten Platz (D-Moll).

http://tinyurl.com/jo68q9h

#10 Wikidata macht nicht nur Spaß, sondern kann dich auch für neue Wikipedia-Artikel inspirieren.


Viele der Abfragen, die wir dir gezeigt haben, sind tatsächlich kurios, lustig, überraschend und trotzdem wirst du vielleicht sagen „das bringt mir ja nichts“. Wenn du hartgesottene Wikipedianerin bist, aber mal wieder keine Idee für einen Artikel hast, frag Wikidata wozu es vielleicht noch keinen Wikipedia-Artikel gibt. Ein Beispiel: Welche in Surinam geborenen Frauen haben noch keinen Artikel in der deutschsprachigen Wikipedia? Wikidata sagt es dir!

http://tinyurl.com/jgsfp6e

Und weiter?

Es gibt viel zu entdecken in Sachen SPARQL. Auf Wikidata gibt es dazu auch eine umfangreiche Dokumentation. Wer mag, kann sich auch per Request a query an die Community wenden. Und jeden Sonntag gibt es auf Twitter die Möglichkeit, unter dem Hashtag #SundayQuery zu dem Thema Fragen zu stellen.

by Jens Ohlig at October 30, 2016 08:00 AM

October 28, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Herzlich willkommen beim Bundesfreiwilligendienst!

Logo des Bundesfreiwilligendienstes

Ein großer Schwerpunkt und der Ursprung von Wikimedia Deutschland ist die Unterstützung von Freiwilligen in den Wikimedia-Projekten. Was läge dort näher, sich nicht auch am Bundesfreiwilligendienst zu beteiligen? Vor kurzem wurde Wikimedia Deutschland nun als Einsatzstelle im Bundesfreiwilligendienst vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben anerkannt und so lesen wir in Wikipedia zu diesem Dienst:

„Im Bundesfreiwilligendienst (BFD) engagieren sich Frauen und Männer (als sog. Bufdis) für das Allgemeinwohl, insbesondere im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich sowie im Bereich des Sports, der Integration und des Zivil- und Katastrophenschutzes […]. Er ist 2011 als Initiative zur freiwilligen, gemeinnützigen und unentgeltlichen Arbeit in Deutschland eingeführt worden. Der Bundesfreiwilligendienst wurde von der Bundesregierung als Reaktion auf die Aussetzung der Wehrpflicht 2011 und damit auch des Zivildienstes geschaffen. Er soll die bestehenden Freiwilligendienste Freiwilliges Soziales Jahr und Freiwilliges Ökologisches Jahr ergänzen und das bürgerschaftliche Engagement fördern.“ (BundesfreiwilligendienstVersionsgeschichte, CC-by-sa 3.0)

Logo des Freiwilligen Jahres Beteiligung

Wikimedia Deutschland ist dabei im Programm „Freiwilliges Jahr Beteiligung“ beim Träger „Demokratie & Dialog“ zusammen mit anderen Vereinen, Stiftungen und Schulen angemeldet. Dort werden mehr als 30 Personen einsatzstellenübergreifende Projekte angehen, über politische Bildung und Demokratieprozesse diskutieren und in den Arbeitsalltag hineinschauen. So nutzen nach der Schule viele Bundesfreiwilligendienstleistende die Gelegenheit, ihre Interessen und Stärken weiter zu schärfen. Wikimedia Deutschland als Verein ist im Kreise von Partnerorganisationen wie der Digitalen Gesellschaft, Kiron Open Higher Education und der Open Knowledge Foundation beim Schwerpunkt „Freies Wissen“ des kommenden Programms vertreten.

Neu im Team Ideenförderung: Chiara Weiß
Foto: Jan Apel, Lizenz: CC-by-sa 4.0

Für 2016/7 freuen wir uns, dafür zwei Bundesfreiwilligendienstleistende, Chiara und Sebastian, in den Bereichen Ideenförderung sowie Event für die Wikimedia Conference bei Wikimedia Deutschland zu begrüßen:

Hallo alle,

ich bin Chiara, seit kurzem Berlinerin by choice und unterstütze jetzt als Budfi (ja, laut Wikipedia die offizielle Bezeichnung) für ein Jahr das Team Ideenförderung.

Ich bin gespannt, was die nächsten Monate für mich bereithalten werden, denn bisher hatte ich mit dem ganzen Wikiversum nur am Rande etwas zu tun.

Deshalb war die WikiCon in Kornwestheim ein sehr gelungener Anfang, um alles und alle näher kennenzulernen.

Zu den Highlights gehörte da – wie sollte es anders sein – „Wiki loves Cocktails“. Aber auch meine ersten Kontakte zu den Wikipedianern, Einblicke in eine doch ganz eigene Welt und nicht zuletzt die Rückfahrt haben die Tage für mich zu einem ganz besonderen Wochenende gemacht.

Ich freue mich auf weitere Erlebnisse dieser Art und hoffe auf ein ereignisreiches Jahr mit und bei euch!

Unterstützung im Team Event: Sebastian Peters
Foto: Jan Apel, Lizenz: CC-by-sa 4.0

Auch Sebastian freut sich auf seinen Bundesfreiwilligendienst bei Wikimedia Deutschland:

„Hallo,

Ich bin Sebastian, 19 Jahre alt und frisch aus der Schule. Seit September leiste ich nun meinen Bundesfreiwilligendienst bei Wikimedia Deutschland im Team Event.

Meine ersten, durchaus sehr spannenden Eindrücke über das Wikiversum und die an ihm beteiligten Menschen konnte ich bereits Mitte September in Kornwestheim auf der bisher größten WikiCon sammeln. Beeindruckt und äußerst gespannt auf mehr freue ich mich nun auf die Wikimedia Conference, an deren Vorbereitung und Durchführung ich mitarbeiten werde.“

Wir wünschen viel Erfolg beim Bundesfreiwilligendienst und viel Freude und viele neue Erfahrungen bei Wikimedia Deutschland. Herzlich willkommen, Chiara und Sebastian!

by Martin Rulsch at October 28, 2016 11:44 AM

October 27, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 43/2016

In den vergangenen Tagen erhielt ein Wikipedianer den Deutschen Preis für Denkmalschutz. Außerdem wurden die Ergebnisse der Feedback-Befragung zur WikiCon und die Gewinner des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments veröffentlicht und Leonhard Dobusch wirft einen Blick darauf, was sich aktuell beim freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen tut.

Projekte und Initiativen

Gewinner des Fotowettbewerbs WLM stehen fest

Die Gewinnerbilder des Fotowettbewerbs Wiki Loves Monuments aus Deutschland sind bekannt gegeben worden. Etwa 39.000 Bilder sind in diesem Jahr für Deutschland eingereicht worden.

Wikipedianer erhält Deutschen Preis für Denkmalschutz

Der Wikipedianer Axel Hindemith hat für seinen Beitrag zur Vermittlung von Objekten und Themen der Denkmalpflege in Wikipedia den Deutschen Preis für Denkmalschutz (Silberne Halbkugel) erhalten.

6. alemannischer Schreibwettbewerb läuft

In der alemannischsprachigen Wikipedia läuft der sechste Schreibwettbewerb. Thema in diesem Jahr: «Gewünschte fehlende Artikel schreiben». Noch bis zum 4. Dezember 2016 können Artikel nominiert werden.

Ergebnisse der Feedback-Befragung zur WikiCon 2016

Zusätzlich zu der Rubrik „Lob & Kritik“ auf der Projektseite hat das Orga-Team der WikiCon 2016 in Zusammenarbeit mit WMDE, WMAT und WMCH eine Online-Befragung unter allen registrierten Teilnehmenden der WikiCon durchgeführt. Der Ergebnisbericht – mit teils sehr positivem Feedback – ist jetzt auf der Projektseite sowie auf Commons zu finden:

Eine Million Links repariert

Gemeinsam mit dem Internet Archive, der Wikimedia Foundation und der Community konnten in der englischsprachigen Wikipedia etwa eine Million defekter Weblinks durch deren Archiv-Version in der sogenannten Wayback Machine ersetzt werden.

Wikidata:Status updates/2016 10 22

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 325“ berichtet über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Wissenschaft und Forschung

Was tut sich im Bereich Open Access?

Anlässlich der Open Access Week wirft Leonhard Dobusch im Wikimedia-Blog einen Blick darauf, was sich aktuell beim freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen tut.

Wikimedia Research Newsletter

Die September-Ausgabe des Wikimedia Research Newsletters der Wikimedia Foundation ist erschienen. Neben Hinweisen auf aktuelle Veröffentlichungen und Konferenzen werden zwei Studien kurz vorgestellt: Der „Wikipedia Dispute Index“ gibt Einblicke in die Streitkultur verschiedener Länder. Die zweite Studie untersucht, wie die Motivation von Wikipedianern ihr Rollenverhalten prägt und damit auch die Inhalte beeinflusst.

Technik

Tech News issue #42

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

In einem Pilot-Seminar an der Universität Heidelberg hatten Studierende die Wahl: Wikipedia-Artikel statt Hausarbeit. Ein Erfolg! Weitere Seminare sollen folgen.

  • Unispiegel, Universität Heidelberg – Oktober 2016, Dr. Oliver Fink: Wikipedia-Artikel statt Hausarbeit
http://www.uni-heidelberg.de/md/zentral/unispiegel/unispiegel_okt_16204_web.pdf

Können bisherige marktwirtschaftlich-ökonomischen Modelle Wachstum im digitalen Zeitalter überhaupt noch erfassen? Nein, sagt Dave Elder-Vass. Bestes Beispiel: Wikipedia.

  • Netzpiloten – 20. Oktober 2016, Dave Elder-Vass: Unsere Welt ist keine reine Marktwirtschaft – doch Ökonomen wissen nichts davon
http://www.netzpiloten.de/welt-marktwirtschaft-oekonomen/

Wikipedia Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Benutzer:Gnom bloggt über Diskussionskultur

Benutzer:Gnom veröffentlichte in seinem Blog in der Wikipedia einen Kommentar zu den Umgangsformen und der Diskussionskultur in der Wikipedia und innerhalb des deutschen Vereins.

Audio-Podcast WikiStammtisch

In der Podcast-Episode 0024 sprechen Petra Thore und Sebastian Wallroth unter anderem über das Offene Editieren, Dialekte und die Wikimania.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

Freitag, 28.10.: Wikisource-Sprechstunde Dresden

Die Dresdner Wikipedia-Community bietet im Oktober 2016 eine „öffentliche Sprechstunde“ zu Wikisource, der freien Quellensammlung, an.

Montag, 31.10.: Wikipedia-Sprechstunde (Berlin)

Wikipedia-Sprechstunde in der Schiller-Bibliothek in Berlin-Wedding (U Leopoldplatz): Die Sprechstunden sind kein Kurs, sondern ein offenes Format, in dem erfahrene Wikipedia-Autorinnen und -Autoren jedermann für Fragen rund um Wikipedia zur Verfügung stehen, Tipps und Hilfestellung für interessierte Neuautoren geben usw. Die Veranstaltungen sind öffentlich und richten sich an alle Interessierte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Montag, 31.10.: OK Lab (Berlin)

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland Code for Germany Teams – die Open Knowledge Labs (OK Labs) – um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürgerinnen zu entwerfen. Wir, das Open Knowledge Lab Berlin treffen uns bereits seit Februar 2014 jede Woche bei Wikimedia und würden dies auch gerne weiterhin tun. Während unserer Treffen arbeiten wir ehrenamtlich gemeinsam an Projekten, tauschen uns zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen – und sind generell Ansprechpartner für alle Interessierten. Damit fördern wir die Verbreitung des Wissens rund um diese Themen und wollen mithilfe unserer Projekte zeigen, welche Möglichkeiten in offenen Daten stecken.

Tempelhofer Ufer 23-24
10963 Berlin

Dienstag, 01.11.: Bremenpedia vor Ort (Bremen)

„BremenpediA vor Ort“ versteht sich als Anlaufadresse in Bremen-Lesum für alle Fragen rund um das freie Online-Lexikon Wikipedia und die freie Medien-Datenbank Wikimedia Commons. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen 15.00 und 17.00 Uhr im Heimathaus Lesum, dem Domizil des Heimat- und Verschönerungsvereins Bremen-Lesum e. V. (HVL) statt.

Mittwoch, 02.11.: Women Edit (Berlin)

An jedem ersten Mittwoch im Monat treffen sich Frauen zum gemeinsamen Editieren, Diskutieren, Fragen beantworten, etc. Eingeladen sind alle aktiven Wikipedianerinnen und auch neue Interessierte. Vorkenntnisse sind nicht notwendig, wir helfen Neueinsteigerinnen gerne bei den ersten Artikelbearbeitungen usw. Bitte richtet euch doch vorab schon mal einen Wikipedia-Account mit einem anonymen User-Namen ein!

Tempelhofer Ufer 23-24
10963 Berlin

Freitag, 04.11.: Wikidata’s Fourth Birthday Meeting (Berlin)

Meet Wikidata editors, celebrate the birthday, discover new tools, play board games and eat a piece of cake!

Tempelhofer Ufer 23-24
10963 Berlin

Samstag, 05.11.: Einführungsseminar Transparency International Deutschland (Berlin)

Am Samstag, den 5. November, lädt die Regionalgruppe Berlin von Transparency International Deutschland e.V. zum Einführungsseminar für (Neu-)Mitglieder und Interessierte ein. Von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr werden die Arbeitsweise und Organisation von Transparency Deutschland sowie Möglichkeiten für ehrenamtliche Mitarbeit vorgestellt. Außerdem wird es ausreichend Gelegenheit zum gegenseitigen Kennenlernen und Erfahrungsaustausch geben. Das Seminar ist für alle Mitglieder offen, die sich entschlossen haben, aktiv mitzuarbeiten. Eingeladen sind darüber hinaus Interessierte, die sich überlegen, Mitglied bei Transparency Deutschland zu werden. Um Anmeldung wird gebeten.

Tempelhofer Ufer 23-24
10963 Berlin

Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at October 27, 2016 01:19 PM

October 25, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Open Access: Was tut sich beim freien Zugang zu wissenschaftlichem Wissen?

Open Access (storefront), by Gideon Burton, CC BY-SA 2.0 via Flickr

Vom 24. bis 30. Oktober 2016 findet bereits zum achten Mal die internationale Open Access Week statt. Zahlreiche Veranstaltungen weltweit bieten Gelegenheit, sich über den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Daten zu informieren, sich mit Aktiven aus der Open-Science-Bewegung zu vernetzen und so die Öffnung der Wissenschaft voranzutreiben. Diese Woche ist also ein guter Zeitpunkt einmal zu schauen, was sich im Bereich Open Access in der jüngeren Vergangenheit so getan hat und aktuell tut. Dies ist ein Gastbeitrag von Leonhard Dobusch.

Erst vor wenigen Wochen hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein neues Strategiepapier veröffentlicht und Bundesforschungsministerin Johanna Wanka betont, dass der freie Zugang zu Wissen ein Sprungbrett für die gesellschaftliche Entwicklung sei. In der Pressemitteilung fordert sie:

Wichtig ist mir, dass die Ergebnisse von Forschung, die mit Steuergeld gefördert wurde, für die Allgemeinheit unentgeltlich verfügbar werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse können heute leichter publik gemacht werden. Die digitalen Medien ermöglichen dies und wir müssen es schaffen, dass diese Chancen stärker ergriffen werden.

Das BMBF vertritt in seiner Strategie die These, eine komplette Umstellung auf Open Access sei denkbar. Dafür notwendig sei vor allem ein Paradigmenwechsel bei der Verwendung der Bibliotheksetats. Dabei verweist es auf Untersuchungen der Max-Planck-Gesellschaft.

Diese hatte im März diesen Jahres die Initiative „Open Access 2020“  gestartet, um Open Access auf breiter Front zum Standard zu machen („large-scale transition to open access“). Der Grund für die neue Initiative ist, dass bisheriger Bekenntnisse und entsprechender (auch: finanzieller) Unterstützung für Open-Access-Zeitschriften und -Publikationen zum Trotz der Umstieg nur langsam vorankommt. Eingefahrene Publikationspfade zwingen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in den meisten Disziplinen dazu, in etablierten, nicht-offenen Zeitschriften zu publizieren, wenn sie weiterhin im Wissenschaftssystem verbleiben bzw. Drittmittel einwerben wollen. Was zählt, ist die wissenschaftliche Reputation einer Zeitschrift und nicht, ob ihre Beiträge frei online zugänglich sind.

Der vielversprechendste Weg wäre deshalb, bereits etablierte Zeitschriften zu Open-Access-Zeitschriften zu machen, sie also quasi zu „befreien“. Vergangenes Jahr wurde genau das vom Herausgeberkreis einer führenden sprachwissenschaftlichen Zeitschrift versucht. Der Verleger Elsevier verweigerte sich jedoch nicht nur dessen Ansinnen, sondern verbreitete auch noch Unwahrheiten über die (ehemaligen) Herausgeber. Letztlich entschied sich das gesamte Herausgeberkollektiv für eine Neugründung unter dem Namen „Glossa“.

Zahlungsströme umlenken

Die Initiative „Open Access 2020“ will die Umstiegslast von den Schultern individueller Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nehmen und möchte „die Mehrheit der heute per Subskription erscheinenden wissenschaftlichen Fachzeitschriften auf das Publizieren per Open Access (OA)“ umstellen, wie es in einer Presserklärung der Max-Planck-Gesellschaft heißt. Der Umstieg soll wie folgt gelingen:

Dieser Wandel soll erreicht werden, indem die ‚Mittel, die aktuell für Abonnements von Subskriptionszeitschriften genutzt werden, zur Finanzierung nachhaltiger OA-Geschäftsmodelle eingesetzt werden‘.

Der Schlüssel für den Umstieg auf Open Access sind demnach die Bibliotheken, die ihre „Rolle, Verantwortlichkeiten, Profil und Arbeitsprozesse“ weiterentwickeln sollen. Im Zentrum der „Roadmap“ zum Umstieg stehen die vorhandenen Zahlungsströme, die hin zu Open Access umgelenkt werden sollen.

Zu den ersten Unterstützern der Initiative zählen die größten Wissenschaftsfinanzierer in Deutschland und Österreich, konkret die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Die Chancen stehen angesichts derart (finanz-)starker Unterstützer also gut, dass im Ergebnis tatsächlich eine Vielzahl an Zeitschriften auf Open-Access-Modelle umstellen wird.

Konkret kann dieses Umlenken finanzieller Mittel auf verschiedene Weise erfolgen. Ein Weg wäre eine verstärkte Koordination öffentlicher Einrichtungen bei der Beschaffung von Zeitschriften, um so Druck auf etablierte Verlage zur Umstellung auf Open-Access auszuüben. Parallel gilt es gemeinsam mit Bibliotheken professionell-digitale Publikationsplattformen – idealerweise auf Open-Source-Basis – für Open-Access-Zeitschriften bereitzustellen. Auf diese Weise würden Bibliotheken ihre zentrale Rolle als Wissensinfrastrukturprovider auch im digitalen Zeitalter ausbauen und gleichzeitig den Umstieg auf Open-Access-Modelle für Herausgeberkreise attraktiver machen.

Überhaupt geht der Trend in Richtung institutionell finanzierter Open-Access-Plattformen, wie auch das Beispiel der 2015 gestarteten „Open Library of Humanities“ belegt. Nach Vorbild der eher naturwissenschaftlich orientierten Public Library of Science (PLoS) bietet diese einerseits ein disziplinenübergreifendes „Mega-Journal“ für den Bereich der Geisteswissenschaften und andererseits ein kostenloses und mehrsprachiges Hosting für Open-Access-Zeitschriften. Im Unterschied zu PLoS fallen aber keine Autorengebühren (article processing charges, kurz APC) an – die Finanzierung erfolgt über Beiträge von Bibliotheken und Wissenschaftsorganisationen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, wenn Open Access nicht nur für die Leserinnen und Leser, sondern auch für Autorinnen und Autoren gelten soll.

Open auch im Bereich der Lehre?

Angesichts dieser Dynamik im Bereich des wissenschaftlichen Publizierens stellt sich allerdings auch die Frage, warum sich im Bereich der universitären Lehr- und Lernmaterialien bislang im deutschsprachigen Raum kaum vergleichbare Entwicklungen zeigen. Offen lizenzierte Lehr- und Lernmaterialien (Open Educational Resources, kurz OER) sind in Deutschland und Österreich vor allem im Schulbereich ein Thema, kaum jedoch im Bereich universitärer Lehre.

Eine Ursache für die bislang eher schleppende Verbreitung von OER im Bereich universitärer Lehre im deutschsprachigen Raum mag sein, dass Studierende hierzulande weniger unter Preisen für Lehrbücher leiden als zum Beispiel in den USA. Dort müssen Studierende neben oft beträchtlichen Studiengebühren auch noch bisweilen horrende Summen für Lehrbücher ausgeben; entsprechend populär sind deshalb politische Initiativen wie jene Kaliforniens oder in British Columbia in Kanada, die sich von der Einrichtung zentraler OER-Lehrbuchplattformen auch eine Senkung von Lernmittelkosten erhoffen.

Aber nicht nur die Politik, auch Universitäten sind im angelsächsischen Raum aktiver als ihre deutschen Pendants. Bereits vor über 15 Jahren begannen US-Eliteunis wie das Massachusettes Institute of Technology (MIT) die Unterlagen ganzer Kurse als „Open Courseware“ offen lizenziert ins Netz zu stellen – anfänglich allerdings noch unter vergleichsweise restriktiven Lizenzbedingungen, die eine kommerzielle Nutzung ausschlossen. Inzwischen geht der Trend in Richtung noch offenerer und damit Wikipedia-kompatibler Lizenzen (v. a. Creative Commons Namensnennung, CC-BY) und eine Reihe von britischen Universitäten hat sich mittlerweile eine OER-Policy verordnet. Im Rahmen ihrer OER-Policy fordern diese Universitäten ihre Lehrenden dazu auf, Lernunterlagen nach Möglichkeit offen lizenziert und in offenen Formaten zu veröffentlichen (vgl. z. B. kürzlich die Universität Edinburgh). Vergleichbare Beispiele gibt es im deutschsprachigen Raum jenseits der gerade im Aufbau befindlichen Hamburg Open Online University noch nicht.

Open Access – wo geht die Reise hin?

Es tut sich was, auch auf politischer Ebene. Erst letzte Woche erinnerte der EU-Kommissar für Forschung, Wissenschaft und Innovation, Carlos Moedas, auf der Frankfurter Buchmesse an die Anfänge von Open Access, als vor 25 Jahren der US-amerikanische Physiker Paul Ginsparg mit der Erfindung des Preprint-Archivs ArXiv den Grundstein für einen freien Austausch wissenschaftlicher Artikel über das Internet legte. Moedas bedankte sich bei all jenen, die dazu beigetragen haben, dass in Europa nun der Tipping Point erreicht ist und mehr als 50 Prozent aller wissenschaftlichen Artikel Open Access erscheinen. Zugleich stellte er heraus, dass es 25 Jahre gedauert habe, bis man an diesem Punkt stehe, und man nicht weitere 25 Jahre warten könne, bis alle Artikel frei verfügbar seien. Auch er formulierte das Ziel, bis 2020 die gesamte mit öffentlichen Geldern geförderte Forschung Open Access zu publizieren.

Auch wenn die politischen Bekenntnisse zu Open Access auf europäischer Ebene und seitens des BMBF begrüßenswert sind, fehlt es bislang an konkreten Festlegungen und viele Fragen bleiben offen: Wie gelingt es, aus dem bestehenden Subskriptionsmodell möglichst kostenneutral auszusteigen? Wie lässt sich Open Access zu einem gemeinschaftlich anerkannten Standard entwickeln, ohne die Wissenschaftsfreiheit einzuschränken? Der Großteil der Verantwortung dieser Transformation bleibt bei den einzelnen wissenschaftlichen Einrichtungen und ihren Akteurinnen und Akteuren

An diesem Punkt setzt das Fellow-Programm Freies Wissen an, welches 2016 von Wikimedia Deutschland und dem Stifterverband initiiert wurde. Indem es Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler dabei unterstützt, ihre Forschung im Sinne von Open Science zu gestalten und diesen Gedanken in ihren Institutionen und Netzwerken zu verbreiten, trägt es dazu bei, Wissenschaft und Forschung weiter zu öffnen. Denn neben politischen Signalen ist für die aktuelle Entwicklung von Open Access entscheidend, dass das Wissen darüber geteilt wird, wie Wissenschaft ganz praktisch offen gestaltet werden kann, etwa durch die Nutzung freier Lizenzen für die eigenen wissenschaftlichen Veröffentlichungen. Wie das Beispiel von ArXiv zeigt, wo heute mehr als eine Million Artikel frei verfügbar sind, sind es gerade auch die vielen einzelnen Aktiven aus der wissenschaftlichen Open-Science-Community, die den freien Zugang zu wissenschaftlichen Publikationen und Daten entscheidend voranbringen.

Dieser Artikel ist eine überarbeitete und deutlich erweiterte Fassung eines Beitrags bei netzpolitik.org.


Zum Autor:

Leonhard Dobusch ist Professor für Betriebswirtschaftslehre am Institut für Organisation und Lernen der Universität Innsbruck. Zu den Schwerpunkten seiner Forschung gehört das Thema Urheberrechtsregulierung. Im Mai 2016 wurde er als Vertreter der Interessensgruppe „Internet“ in den ZDF-Fernsehrat berufen. Er bloggt regelmäßig zu netzpolitischen Fragen auf Netzpolitik.org, iRights und seinem eigenen Blog Leonido.

by Christopher Schwarzkopf at October 25, 2016 07:57 AM

October 20, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 42/2016

In der Wikimedia:Woche 42/2016 geht es unter anderem um einen Antragsentwurf zur Gründung einer AG Politik und Gesellschaft bei Wikimedia Deutschland und die zehn Fellows, die ihre Arbeit im Fellow-Programm Freies Wissen aufgenommen haben. Außerdem hat Wikimedia CH eine Stelle ausgeschrieben und es können nun Beiträge für das WikiLibrary Barcamp eingereicht werden.

Foundation und Organisationen

WMCH sucht Community & Public Policy Manager

Wikimedia CH hat für Anfang 2017 eine Stelle als Community & Public Policy Manager ausgeschrieben. Bewerbungsfrist ist der 31. Oktober.

Antragsentwurf für AG Politik und Gesellschaft bei WMDE zur Diskussion gestellt

Nikolas Becker hat in Vorbereitung auf die 19. Mitgliederversammlung im Forum einen Antragsentwurf zur Gründung einer AG Politik und Gesellschaft zur Diskussion gestellt.

Projekte und Initiativen

Geförderte Projekte aus den Wikimedia-Communitys im September

Eine ausgewählte Übersicht der im September von Wikimedia Deutschland geförderten Projekte aus den Communnitys ist im Vereinsblog veröffentlicht worden.

Creative Commons freut sich über Input für den „State of the Commons report“

Seit 2014 veröffentlicht Creative Commons regelmäßig einen „State of the Commons report“, in dem unter anderem das Wachstum freier Inhalte abgebildet wird. Anlässlich einer teilweisen Neuausrichtung des Reports, werden die Nutzer von Creative-Commons-Lizenzen gebeten ihre Erfahrungen und gute Beispiele und Storys über kreative Verwendung der Inhalte beizusteuern.

Wikidata:Status updates/2016 10 15

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 324“ berichtet über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Kultur – Galerien, Bibliotheken, Archive, Museen (GLAM)

WikiLibrary Barcamp 2016 „Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende!?“ – Jetzt Beiträge einreichen!

Am 3. Dezember findet das WikiLibrary Barcamp 2016 in der Sächsischen Staats- und Landesbibliothek (SLUB) in Dresden statt. Das Thema lautet „Bibliotheken im Netz – Digitale Allmende!?“. Programmbeiträge können bis zum 13. November eingereicht werden. Jetzt auf der Teilnahmeliste eintragen und weitersagen!

Was international im September im GLAM-Bereich passierte

Im monatlichen internationalen GLAM-Newsletter berichten die Ländervertretungen über Aktionen von Freiwilligen mit Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen (GLAM). Im Monat September teilen gleich vier Länder ihre Erfahrungen mit Wiki loves Monuments. Schaut rein!

Wissenschaft und Forschung

Fellows nehmen Arbeit im Fellow-Programm Freies Wissen auf

Im Fellow-Programm Freies Wissen haben zehn Fellows ihre Arbeit aufgenommen. Einen Einblick in die Auftaktveranstaltung und das weitere Programm bietet ein aktueller Beitrag von Christopher Schwarzkopf im Wikimedia-Blog.

Open Access Week in Berlin

Die letzte Oktoberwoche ist jedes Jahr weltweit Open Access Week. Aus diesem Anlass findet bei Wikimedia Deutschland die Veranstaltung Open in Action – Praxisperspektiven statt, organisiert von der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin. (siehe unter Termine)

Technik

Tech News issue #41

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Das Münchner Wikipedia-Büro, kurz WikiMUC, feierte Eröffnung. Zum Einstand ist am 22. Oktober ein Projekt zur Dokumentation und Aufarbeitung der Münchner Zeitgeschichte der 80er Jahre geplant.

  • Hallo München – 14.10.2016: Die München-Chronisten
http://www.hallo-muenchen.de/muenchen/mitte/neuer-wikipedia-standort-muenchen-6839474.html

Wikipedia Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Karambolage erklärt Debatte um Panoramafreiheit

Die deutsch-französische Kultursendung Karambolage des Senders Arte erklärte die Auseinandersetzung mit der Panoramafreiheit in der Europäischen Union und die Auswirkungen des Gesetzes auf die Wikipedia.

Audio-Podcast WikiStammtisch

In der Podcast Episode 0020 sprechen Roland Unger und Sebastian Wallroth über Wikivoyage, Wikitravel, Kiwix, dynamische Karten in der Wikipedia und Ägypten

In Episode 0021 unterhalten sich Patrick Kenel und Sebastian Wallroth über den Verein Wikimedia CH, Lungenheilstätten und die alemannische Wikipedia

Im WikiStammtisch 0022 sprechen Silvia Stieneker und Sebastian Wallroth über den Einstieg in die Wikipedia, Frauen in der Wikipedia und den Spaß am Erstellen von Artikeln

Für die Episode 0023 unterhielten sich Bernd Rupp, Florian Simon, Stefan Haslinger, Anja und Sebastian Wallroth bei der Podcaster-Konferenz Subscribe8 über Wikipedia

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

24.10.: OK Lab Berlin

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland „Code for Germany“ Teams – die „Open Knowledge Labs“ (OK Labs), um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürger und Bürgerinnen zu entwerfen. Das Open Knowledge Lab Berlin trifft sich jede Woche (zurzeit immer montags um 19.00 Uhr) bei Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23–24, 10963 Berlin. Während des Treffens arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam an Projekten, tauschen sich zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen und sind generell Ansprechpersonen für alle Interessierten.

25.10.: Workshop zur Autor(inn)en-Gewinnung in Bremen

Die Wikipedia-Community der Freien Hansestadt Bremen und die Aktiven des WikiProjekts Bremen möchten einen regionalen Akzent zum Thema „Autor(inn)en-Gewinnung“ setzen: alle Interessierten aus Bremen und „Umzu“ sind herzlich zu einem Workshop eingeladen um einen Abend lang gemeinsam zu überlegen, zu diskutieren und zu beratschlagen, welche Wege zur Gewinnung von neuen Autorinnen und Autoren in Bremen und Bremerhaven und der Region gegangen werden können.

26.10.: Open in Action – Praxisperspektiven

Am Mittwoch, 26.10., sind alle Projektbeteiligten und interessierte Open-Access-Akteure eingeladen, sich zu einem offenen Gespräch über Open Access in Berlin und Brandenburg zu treffen. Eröffnet wird der Abend durch ein Podiumsgespräch mit Vera Meyer (TU Berlin), Sebastian Nordhoff (Language Science Press) und Heinz Pampel (Helmholtz-Gemeinschaft), moderiert von Christina Riesenweber (FU Berlin). Danach gibt es Gelegenheit zum Austausch und Vernetzen bei Getränken. Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin, 18:00 bis 22:00 Uhr.

27.10.: Offenes Editieren Berlin

Das Offene Editieren ist eine unverbindliche Gelegenheit zum Austauschen von Tipps und Tricks. Willkommen sind einerseits erfahrene Wikipedianer_innen mit Spaß am Erklären im direkten Kontakt, real life und von Mensch zu Mensch, und andererseits Wikipedianer_innen mit ersten Erfahrungen und Fragen zu allen erdenklichen Aspekten der Wikipedia.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at October 20, 2016 02:59 PM

October 14, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im September 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer standen im letzten Monat 19 Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl der dort stattgefundenen Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

2.9.: Sommerfest des freien Wissens

Zur Vernetzung Aktiver in München und Umgebung im Bereich Freies Wissen und Freie Software, wurde am 2. September ein Sommerfest des freies Wissens veranstaltet. Eingeladen waren alle Personen und Gruppen die sich rund um freie Inhalte engagieren.

4.9.: Themenportal Augsburg / Artikel: Synagoge Augsburg

Mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland zog der Benutzer:Mailtosap los um Fotos der Synagoge Augsburg zu machen.

8.9.: Vorbereitung WLM-2016-Preisverleihung

In feierlichem Rahmen fand auf der WikiCon die Preisverleihung der beiden Fotowettbewerbe Wiki Loves Monuments 2015 und Wiki Loves Earth 2016 statt. Ein Team um die Verleihung von Wiki Loves Monuments 2016 traf sich mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland eine Woche zuvor zur Vorbereitung.

10.9.: Stammtisch Ruhrgebiet in Dorsten

Der Stammtisch Ruhrgebiet und der Stammtisch Münster(land) trafen sich zu einer Besichtigung des Schloss Lembeck in Dorsten. Eine Führung durch das Museum des Schlosses und durch die Ausstellung des Heimatvereins waren die interessanten Höhepunkte.

10.–11.9.: Corso Leopold

Auch in diesem Herbst organisierten Wikipedianerinnen und Wikipedianer wieder einen Infostand auf dem Straßenfest Corso Leopold an der Ecke Leopold- und Fendstraße und leisteten dort ehrenamtliche Öffentlichkeitsarbeit, um Interessierte über die Wikipedia und die Schwesterprojekte zu informieren.

10.–11.9.: WLM-Schüler-Fototour

Gemeinsam mit vier Schülern ging es in Schorndorf (Baden-Württemberg) auf eine WLM-Schüler-Fototour. Zwei der Schüler bekamen zudem Unterstützung beim Einrichten eines Wikipedia-Accounts. Die beiden (jetzt 1. Klasse und 4. Klasse) dürften damit zu den jüngsten potentiellen Neuautoren gehören.

11.9.: Denkmal Pf / Pforzheim

Zum Tag des Offenen Denkmals fand im Stadtlabor in Pforzheim die Preisverleihung und Ausstellungseröffnung zum lokalen Fotowettbewerb Denkmal PF, sowie die Feier zum 15-jährigen Bestehen der Wikipedia statt.

11.9.: Tag des Offenen Denkmals Bremen

BremenpediA beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals. Im Haus Heineken, dem Dienstsitz des Landesamts für Denkmalpflege (LfD Bremen), informierten Wikipedianer über den Zusammenhang von Denkmalschutz und Wikipedia, wie die Ergebnisse von allen frei genutzt werden können und wie jeder auch dazu beitragen kann. (Text: Quarz, cc-by-sa 3.0)

13.9.: Vorbereitungstreffen zu GLAM on Tour Antikensammlung und Redaktionstreffen Altertum

Am 4. und 5. Oktober 2016 machte GLAM on Tour Station in Heidelberg, wo eine bedeutende und vielfältige Antikensammlung der Universität auf die Erschließung für die Wikipedia wartete.

Marcus Cyron war bereits im September zur Vorbereitung des Redaktionstreffens und der Schreibwerkstatt vor Ort.

15.9.: Stuttgarter Kickers gegen Kickers Offenbach

Der Commons-Benutzer Sandro Halank erhielt eine Akkreditierung für das Spiel Stuttgarter Kickers gegen Kickers Offenbach im Gazi-Stadion auf der Waldau, um Fotoaufnahmen für das freie Medienarchiv Commons zu machen.

16.9.: WLX-Ehrung auf der WikiCon 2016

WLX, das steht für Wiki Loves Monuments und Wiki Loves Earth. Die Gewinner der beiden Fotowettbewerbe wurden im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung auf der WikiCon geehrt. Die prämierten Bilder wurden nochmals gezeigt und den Fotografen persönlich für ihre Arbeit gedankt.

16.–18.9.: Wiki Loves Cocktails auf der WikiCon 2016

Während der WikiCon stand im Foyer die Editier-Bar bereit, an der köstliche Drinks für die Konferenzteilnehmenden gemixt wurden. Zusätzlich war neben der Bar Platz für eine Fotostation (Blitzanlage, Lichtzelt usw.) und Sitzgelegenheiten. Die Bar wurde von den Machern und Barkeepern um Wiki Loves Cocktails organisiert und bespielt.

16.–18.9.: WikiCon 2016

In Kornwestheim fand mit über 300 Teilnehmenden die bisher größte WikiCon statt. Von Matthiasb und Barnos wurden zwei Berichte über die vergangene WikiCon im Wikipedia:Kurier veröffentlicht. Einen weiteren Bericht schrieb der Nutzer Gnom.

17.9.: WikiEule 2016

Die WikiEule wurde 2016 auf der WikiCon in zehn Kategorien vergeben. Für besonderes Engagement einzelner Wikipedianerinnen und Wikipedianer wurden von der WikiEulenAcademy außerdem EhrenEulen verliehen. Nominiert wurden in den jeweiligen Kategorien Projekte, Fotos, Artikel und Mitarbeitende innerhalb der großen Familie der deutschsprachigen Wikipedia und ihrer Schwesterprojekte sowie erstmals auch Menschen, die nicht zu den klassischen Wikipedianerinnen und Wikipedianern zählen, sich dennoch verbunden fühlen und die Wikipedia unterstützen. (basierend auf einem Text von: WikiEulenAcademy, cc-by-sa 3.0)

20.9.: Wikipedia-Fortbildung für Lehrer

Marcus Cyron gab eine Lehrerfortbildung in Göttingen, um den dort Anwesenden Kenntnisse zum wissenschaftlichen Arbeiten und Zitieren in der Wikipedia zu vermitteln.

20.–23.9.: InnoTrans 2016

Die Wikipedianer DCB und Ubahnverleih waren auf der InnoTrans zu Besuch, der internationalen Fachmesse für Bahn- und Verkehrstechnik, um Fotos von Bahntechnik und neuen Wagen des Personenverkehrs zu machen und dem freien Medienarchiv Commons zur Verfügung zu stellen.

24.–25.9.: WLM-Workshop im WikiMUC: Crashkurs Bildbearbeitung

Nach einem Fotoabend am 15. September im WikiMUC wurde darauffolgend ein Crashkurs Bildbearbeitung angeboten, um Grundlagen des Bearbeitens von Fotos zu vermitteln und somit die Qualität der aufgenommenen Fotos vor dem Hochladen zu verbessern. Der kostenlose Kurs stand allen Fotografinnen und Fotografen offen, die ihre Bilder vor dem Hochladen nach Commons verbessern wollen.

26.–29.: Soziologentagung Bamberg

Der Wikipedianer Ziko war auf der Soziologentagung Bamberg zu Gast und hielt dort einen Vortrag über „Die Verheißungen des Wiki“. Freie Bilder der Veranstaltung sind auf Commons hinterlegt worden.

29.9.: Stammtisch Bremen

Der monatliche Wikipedia-Stammtisch in Bremen wird regelmäßig mit der Community-Versicherung gefördert. Weitere Informationen zu zukünftigen und vergangenen Stammtischen in Bremen sind hier zu finden.

30.9.–3.10.: GLAM on Tour: Ernst-Ludwig-Kirchner-Museum Davos

Der vor bald 80 Jahren gestorbene Ernst Ludwig Kirchner hat ein reiches und vielseitiges Erbe hinterlassen. An den Originalschauplätzen wie seinen beiden Wohnhäusern in Davos, dem Sanatorium auf der Schatzalp und natürlich mit seinem künstlerischen Werk konnte sich der gegenwartskunstinteressierte Wikipedianer an einem langen Wochenende in Davos beschäftigen. In Zusammenarbeit mit dem Kirchner Museum bot Wikimedia CH viele interessante Zugänge zu diesem Künstler, der in Wikipedia noch unterrepräsentiert ist. Nach einer Führung durch das Museum fand eine Schreibwerkstatt in der Bibliothek statt. Weitere Vorträge zum Leben und Schaffen des Künstlers gab es während dieser GLAM on Tour. Außerdem fand eine Wanderung und eine Besichtigung der originalen Wirkorte Kirchners statt. (basierend auf einem Text von Lantus, CC-by-sa 3.0)

Weitere Aktivitäten aus dem Team Ideenförderung

Preise für den 25. Schreibwettbewerb und den Miniaturenwettbewerb

Der Schreibwettbewerb und der Miniaturenwettbewerb sind als feste Instanzen zur Verbesserung der Wikipedia kaum wegzudenken. Wikimedia Deutschland unterstützte die beiden Veranstaltungen daher mit Preisen, um das Engagement der beteiligten Autorinnen und Autoren zu würdigen. Für den Schreibwettbewerb wurden Erlebnis-Gutschein, eine Jahreskarte für eine kulturelle Einrichtung und drei Büchergutscheine vergeben. Die Gewinner des Miniaturenwettbewerbs erhalten ebenfalls Büchergutscheine.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Community-Termine fanden auch im vergangenen Monat wieder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

by Nicolas Rueck at October 14, 2016 02:33 PM

Fellow-Programm Freies Wissen – an die Arbeit!

Nachdem das Fellow-Programm Freies Wissen im Mai offiziell mit der Ausschreibung der Fellowships startete, endete im August die Bewerbungs- und Auswahlphase. Aus knapp 80 Einreichungen wählte das Programmteam zehn Fellows aus, die am diesjährigen Pilotprogramm teilnehmen und bis Ende Februar 2017 Forschungsprojekte im Sinne offener Wissenschaft durchführen. Im September trafen sich die Teilnehmenden des Programms in Berlin, um sich über die Idee und Praxis Offener Wissenschaft auszutauschen und  gemeinsam die Arbeit in den kommenden Monaten zu planen. Ziel des Programms ist es, die Idee von Open Science sichtbarer zu machen und in die wissenschaftlichen Institutionen zu tragen, um damit die schrittweise Öffnung von Wissenschaft und Forschung voranzutreiben.

Logo Fellow-Programm, leomaria designbüro, CC BY-SA 4.0

Die Resonanz auf die Ausschreibung des Fellow-Programms Freies Wissen, welches Wikimedia Deutschland in diesem Jahr erstmalig in Kooperation mit dem Stifterverband durchführt, war überaus erfreulich: Insgesamt bewarben sich fast 80 Wissenschaftlerinnen und


Unter dem Begriff “Open Science” werden sämtliche Bestrebungen zusammengefasst, die darauf abzielen, den wissenschaftlichen Forschungsprozess offen zu gestalten und seine Bestandteile wie beispielsweise Methoden, Forschungsdaten und Publikationen frei zugänglich und nachnutzbar zu machen. Auf diese Weise können der Öffentlichkeit aber auch anderen Forschenden diese Daten und Informationen als Wissensallmende zur Verfügung gestellt werden, sodass möglichst vielen Menschen die Teilhabe an der Erstellung und Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse ermöglicht wird.

Wissenschaftler aus den unterschiedlichsten Disziplinen und Fachbereichen mit zahlreichen spannenden und interessanten Projektideen. In einem mehrstufigen Reviewprozess wurden schließlich zehn Fellows ausgewählt, die im Rahmen des diesjährigen Pilotprogramms mit einem Stipendium gefördert und bei der Umsetzung ihrer sechsmonatigen Forschungsvorhaben unterstützt werden.

Die Forschungsprojekte der ausgewählten Fellows könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie reichen von der Publikation einer Zusammenstellung der Umweltbildungsaktivitäten verschiedener NGOs auf Madagaskar über die Entwicklung eines Workflows für die Einbettung von Videos in Open Access Publikationen bis hin zu Untersuchungen der Gehirnaktivität von Honigbienen. Gemein ist allen Projekten  jedoch der Aspekt der Offenheit: Im Rahmen des Programms werden die Fellows ihre Forschungsprozesse und -ergebnisse nach den Prinzipien von Open Science öffnen und letztlich für die Allgemeinheit zugänglich und nachnutzbar machen.

Betreut werden die Fellows dabei von einem Team von Mentorinnen und Mentoren, die sie bei der Umsetzung ihrer Projekte unterstützen: Fünf sehr erfahrene Open-Science-Expertinnen und -Experten stehen den Fellows beratend zur Seite und unterstützen sie dabei, ihre eigene wissenschaftliche Arbeit offen zu gestalten. Wir freuen uns, in diesem Jahr V.-Prof. Dr. Ina Blümel (Hochschule Hannover), Dr. Gregor Hagedorn (Museum für Naturkunde), Dr. Peter Kraker (Know-Center),  Dr. Daniel Mietchen (National Institutes of Health) und Prof. Dr. Claudia Müller-Birn (Freie Universität Berlin) als Mentorinnen und Mentoren gewonnen zu haben.

Auftaktworkshop in Berlin im September

Anfang September trafen sich Fellows sowie Mentorinnen und Mentoren in den Räumlichkeiten von Wikimedia Deutschland zu einem zweitägigen Workshop, um sich auszutauschen und einen gemeinsamen Arbeitsplan für die kommenden sechs Monate zu erarbeiten. Im Rahmen der Veranstaltung hatten die Fellows die Gelegenheit, mit Open-Science-Expertinnen und Experten sowie Vertreterinnen und Vertretern der Wikimedia-Communities ins Gespräch zu kommen. Ziel war es,  mehr über Idee und Praxis offener Wissenschaft zu erfahren und mögliche Anknüpfungspunkte an die Wikimedia-Projekte zu identifizieren.

Markus Neuschäfer von der Open Knowledge Foundation zeigte den Teilnehmenden in einem Inputvortrag die Potenziale von Open Science für Forschung, Sichtbarkeit und Vernetzung auf, im Anschluss daran präsentierte Peter Kraker die Idee der „Vienna Principles“. Dr. Thomas Wozniak, Lehrbeauftragter an der Universität Tübingen und aktiver Wikipedianer, erklärte den Teilnehmenden, wie Wissenschaft in den Wikimedia-Projekten funktioniert und wo Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen. In vier Diskussionsrunden zu den Schwerpunkten Open Data, Open Access, wissenschaftliche Inhalte in den Wikimedia-Projekten sowie offene Wissenschaftskommunikation wurden die Themen Freies Wissen und Open Science aus verschiedenen Perspektiven diskutiert und Praxiserfahrungen ausgetauscht.

Prof. Dr. Jürgen Friedrich aus dem Präsidium von Wikimedia Deutschland e. V. gab den Teilnehmenden zum Auftakt des Programms einige Wünsche mit auf den Weg:

Es wäre schön, wenn die Fellows die Forschung über die Erstellung und Verbreitung Freien Wissens, die Rolle der freiwilligen Autorinnen und Autoren dabei und die Methodik der freien Wissensproduktion vorantreiben und damit die Zukunft der Wikimedia-Projekte mitgestalten würden. Die Einbeziehung der Konzepte des Freien Wissens in die eigenen Fachdisziplinen – von der Physik bis zur Soziologie, von den Ingenieurwissenschaften bis zur Kunstgeschichte – ist eine Riesenherausforderung für die Fellows. Unseren Wunsch, die Prinzipien von Open Data und Open Access bei der eigenen Forschungsarbeit umzusetzen, möchten wir den Fellows daher mit auf den Weg geben. Und nicht zuletzt würden wir uns freuen, wenn die Fellows mit ihren Arbeiten zum Freien Wissen in die eigenen Institutionen hineinwirken, in die Institute und Fachbereiche, die Forschungs-Communities und die eigene  Lehrtätigkeit. Es wäre einfach großartig, wenn die Fellows so zu Botschaftern und Multiplikatoren des Freien Wissens in der Wissenschaft würden.

Open Science-Handreichung auf Wiki-Books entsteht und lädt zum Mitmachen ein

Auf Wikibooks entsteht derzeit eine kollaborativ erarbeitete Handreichung zu Open Science

Im Rahmen des Programms entsteht unter anderem auch eine kollaborativ erarbeitete Wissensressource zum Thema Open Science in Form einer Handreichung in Wikibooks. Ziel ist es, eine anwendungsbezogene Übersicht zu Open Science zu erstellen. Denn obgleich sich bereits herumgesprochen hat, dass die Idee von Open Science großes Potential besitzt, fehlt häufig noch das Wissen darüber, wie die Umsetzung in der Praxis konkret aussehen kann. Hier soll die Handreichung ansetzen: Neben einer allgemeinen Übersicht zu Open Science soll das Handbuch insbesondere Anwendungsbeispiele aus verschiedenen Fachdisziplinen enthalten. Eine erste Fassung liegt bereits vor und soll im Laufe der nächsten Monate gemeinsam mit Fellows, Mentorinnen und Mentoren sowie Interessierten aus den Wikimedia- und Open Science-Communitys als living book kontinuierlich erweitert werden. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fachdisziplinen aber auch Menschen, die sich für Verfahren und Strategien von Offener Wissenschaft interessieren, sind herzlich eingeladen sich an der thematischen Ausarbeitung der Handreichung zu beteiligen. Hierzu findet monatlich eine offene telefonische Redaktionskonferenz statt.

Wie es weitergeht

Auf Grundlage der im Auftaktworkshops entwickelten Arbeitspläne und in enger Abstimmung mit den Mentorinnen und Mentoren  werden die Fellows nun bis Februar 2017 ihre Forschungsprojekte umsetzen. Die Ergebnisse werden Anfang März 2017 im Rahmen einer Abschlussveranstaltung in Berlin präsentiert und diskutiert. Wir werden an dieser Stelle in den nächsten Wochen vermehrt Einblicke in die laufende Arbeit der Fellows geben und einzelne Projekte näher vorstellen. Mehr Informationen zum Fellow-Programm gibt es unter: https://www.wikimedia.de/wiki/Fellowprogramm. Fortlaufende Neuigkeiten rund um das Programm werden über unsere Mailingliste kommuniziert — schreibt uns an wissenschaft@wikimedia.de, wenn ihr auf dem Laufenden gehalten werden möchtet.


by Christopher Schwarzkopf at October 14, 2016 10:17 AM

October 13, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 41/2016

Laut einer Befragung, ist einem Großteil der Menschen in Indien und Nigeria die Wikipedia nicht bekannt und die Reiss-Engelhorn-Museen (REM) gewinnen einen Prozess gegen einen Wikipedianer, der Reproduktionen gemeinfreier Werke bei Commons einstellte. Außerdem findet sich in dieser Ausgabe der Wikimedia:Woche unter anderem ein Rückblick auf die vergangene GLAM-on-Tour-Station im Antikenmuseum der Universität Heidelberg und ein Rückblick auf die Veranstaltungen der vergangenen Jahre von und für Frauen in der Wikipedia.

Projekte und Initiativen

Schwedisches Nationalmuseum spendet 3000 Digitalisate

Das schwedische Nationalmuseum spendet Wikimedia Commons 3000 hochauflösende Digitalisate von Gemälden. Auch ein Datensatz der Digitalisate steht auf Github zur Verfügung.

Wie wird Wikipedia in Nigeria, Indien und Mexiko wahrgenommen?

Im Rahmen der Initiative „New Readers“ erforscht die Wikimedia Foundation derzeit wie Wikipedia in ausgewählten Ländern mit massiv steigenden Wachstumgsraten der Internetnutzung – konkret: Nigeria, Indien und Mexiko – wahrgenommen wird. Zachary McCune, Global Audiences Manager bei der Foundation, hat zu den jüngsten Ergebnissen einen Blogbeitrag veröffentlicht.

Rückblick auf Aktivitäten von und für Frauen in der Wikipedia

Im Sommer 2013 startete Wikimedia Deutschland das Pilotprojekt Women edit zum Aufbau eines Netzwerks von und für Frauen in der Wikipedia. Seit dem Start ist viel passiert. Insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 wurden, unter anderem aus Women edit heraus, so viele spannende neue Initiativen gestartet, dass es nun einen kleinen Einblick in die vergangenen und aktuellen Aktivitäten gibt.

Ada-Lovelace-Tag

Seit 2009 wird immer am zweiten Dienstag im Oktober der Ada-Lovelace-Tag zu Ehren dieser Pionierin der Computerprogrammierung gefeiert. Aus diesem Anlass berichtet Jami Mathewson von der Wiki Education Foundation über eine gemeinsame Initiative von Wiki Edu und der Association for Women in Science, die sich zum Ziel gesetzt hat, mehr Wissenschaftlerinnen in der Wikipedia und der Wissenschaftsgeschichte sichtbar zu machen.

Wikidata:Status updates/2016 10 08

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 324“ berichtet über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Kultur – Galerien, Bibliotheken, Archive, Museen (GLAM)

GLAM on Tour machte Station im Antikenmuseum der Universität Heidelberg

Vom 4. bis 5. Oktober trafen sich Wikipedianer und Mitarbeitende der Universität Heidelberg im Antikenmuseum, um gemeinsam voneinander zu lernen: Über die Archäologie und über die Wikimedia-Projekte. Entstanden sind zahlreiche neue Wikipedia-Artikel, Bilder für Wikimedia-Commons, sowie neue Kontakte für freies Wissen.

Die erste GLAM-on-Tour-Veranstaltung der Schweiz fand in Davos zum Kirchner Museum statt

19 Wikipediannerinnen und Wikipedianer trafen sich vom 30. September bis 3. Oktober in Davos gemeinsam mit Mitarbeitenden des Kirchner-Museums. Auf dem vielseitigen Programm standen eine Museumsführung, eine Besichtigung des Sanatoriums auf der Schatzalp, eine Wanderung zur Kirchner-Hütte sowie natürlich Schreibwerkstätten.

Politik und Recht

„Macht der Daten – Daten der Macht“ – Der 13. Wikimedia-Salon fragt wie die Macht verteilt werden soll

Daten geben denjenigen Macht, die Zugriff auf sie haben – Unternehmen, Regierungen, Journalisten und BürgerInnen. Wie kann eine demokratische Teilhabe an dieser Datenmacht aussehen? Darüber diskutieren Peter Schaar (ehemaliger Bundesdatenschutzbeauftragter), Ulrike Höppner (Politikwissenschaftlerin) und Matthias Spielkamp (Vorstandsmitglied Reporter ohne Grenzen).

Technik

Tech News issue #41

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Reiss-Engelhorn-Museen (REM) gewinnen Prozess gegen einen Wikipedianer, der Reproduktionen gemeinfreier Werke bei Commons einstellte.

  • iRights.info – 11.10.2016, David Pachali: „Landgericht Stuttgart: Wikipedia-Fotograf muss Museumsfotos löschen“
https://irights.info/artikel/landgericht-stuttgart-wikipedia-fotograf-muss-museumsfotos-loeschen/28033

In München eröffnet das WikiMUC Wikipedia-Büro.

  • Bayerischer Rundfunk – 07.11.2016, Achim Killer: „Online-Lexikon lässt sich nieder“
http://www.br.de/nachrichten/wikimuc-eroeffnung-autorenschwund-100.html

Wikipedia-Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Audio-Podcast WikiStammtisch

Im Podcast WikiStammtisch Episode 0020 unterhalten sich Roland Unger und Sebastian Wallroth über Wikivoyage, Wikitravel, Kiwix, dynamische Karten in der Wikipedia und Ägypten.

Im Podcast WikiStammtisch Episode 0021 unterhalten sich Patrick Kenel und Sebastian Wallroth über den Verein Wikimedia CH, Lungenheilstätten und die alemannische Wikipedia.

Im Podcast WikiStammtisch Episode 0022 unterhalten sich Silvia Stieneker und Sebastian Wallroth über den Einstieg in die Wikipedia, Frauen in der Wikipedia und den Spaß am Erstellen von Artikeln.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

14.10.: Offenes Editieren Stuttgart

Die Stadtbibliothek Stuttgart am Mailänder Platz heißt die Wikipedianer und interessierte Neulinge herzlich willkommen. An jedem 2. Freitag im Monat findet ein Workshop für Offenes Editieren statt.

17.10.: OK Lab Berlin

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland „Code for Germany“ Teams – die „Open Knowledge Labs“ (OK Labs), um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürger und Bürgerinnen zu entwerfen. Das Open Knowledge Lab Berlin trifft sich jede Woche (zurzeit immer montags um 19.00 Uhr) bei Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23–24, 10963 Berlin. Während des Treffens arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam an Projekten, tauschen sich zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen und sind generell Ansprechpersonen für alle Interessierten.

17.10.: Wikipedia-Sprechstunde Berlin

Wikipedia-Sprechstunde in der Schiller-Bibliothek in Berlin-Wedding (U Leopoldplatz): Die Sprechstunden sind kein Kurs, sondern ein offenes Format, in dem erfahrene Wikipedia-Autorinnen und -Autoren jedermann für Fragen rund um Wikipedia zur Verfügung stehen, Tipps und Hilfestellung für interessierte Neuautoren geben usw. Die Veranstaltungen sind öffentlich und richten sich an alle Interessierte. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

18.10.: Bremenpedia vor Ort

„BremenpediA vor Ort“ versteht sich als Anlaufadresse in Bremen-Lesum für alle Fragen rund um das freie Online-Lexikon Wikipedia und die freie Medien-Datenbank Wikimedia Commons. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen 15.00 und 17.00 Uhr im Heimathaus Lesum, dem Domizil des Heimat- und Verschönerungsvereins Bremen-Lesum e. V. (HVL) statt.

19.10.: WikiWomen unterwegs in Berlin

„WikiWomen unterwegs in Berlin“: Frauen die sich für die Mitarbeit in der Wikipedia interessieren, sind herzlich eingeladen gemeinsam frauenrelevante Orte in Berlin zu besuchen und die dort gesammelten Informationen für die Wikipedia aufzubereiten.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at October 13, 2016 01:55 PM

“Macht der Daten – Daten der Macht“ – Der 13. Wikimedia-Salon fragt wie die Macht verteilt werden soll

“Macht ist zunächst die Möglichkeit oder Fähigkeit etwas zu bewirken oder zu beeinflussen.” Mit dieser Definition von Macht eröffnete die Moderatorin Vera Linß am 22. September den 13. Wikimedia-Salon “Das ABC des Freien Wissens”, diesmal zum Buchstaben M mit dem Thema “Macht der Daten – Daten der Macht”. Etwas zu bewirken oder zu beeinflussen – und zwar den gesellschaftlichen Diskurs über Fragen unserer vernetzten Welt – das ist auch das Ziel der Salon-Reihe selbst. Schließlich existieren auch rund um freies Wissen Machtfragen, die uns alle betreffen. So geht die Debatte um die Verteilung der Datenmacht weit über Urheberrechtsthematiken oder Daten- und Verbraucherschutz hinaus und sind keineswegs nur relevant in autoritären Staaten, in denen häufig der Zugang zu freiem Wissen erschwert wird. Konflikte rund um Datenzugang und Datenmacht gibt es ebenso in Gesellschaften mit freiheitlich-demokratischer Grundordnung. Auch bei dem Projekt Wikipedia – als eine Ansammlung von Informationen und Daten – wird immer wieder versucht, Einfluss zu nehmen auf dieses Wissen, etwa durch Löschanfragen und zivilrechtliche Klagen.

Wie wir auf gesellschaftlicher Ebene mit Daten umgehen wollen, aus welchen Gründen bspw. Unternehmen, Staaten oder Individuen Macht über Daten ausüben wollen und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, die darin liegende Macht zu verteilen – darüber diskutierten Peter Schaar, ehemaliger Bundesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, die Politikwissenschaftlerin Dr. Ulrike Höppner und Matthias Spielkamp, Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen und Mitgründer von iRights.info.

Von der Macht des Staates Kontrolle auszuüben, über die Macht durch Wissen Verhalten zu ändern bis hin zur Macht des Widerstands gegen Normalisierungstendenzen – ein Impuls

Zum Einstieg in die Diskussion leitete Ulrike Höppner in einem Kurzreferat drei Definitionen der Macht aus der Soziologie her. Zunächst zitiert sie Max Weber: “Macht ist jede Möglichkeit, seinen Willen auch gegen Widerstand durchsetzen zu können.” Diese Definition beziehe sich vor allem auf den Staat als letztinstanzlicher Machtinhaber. Institutionen und Personen könnten immer nur das machen, was der Staat zulässt, ansonsten greife er durch. Als Beispiel dafür sieht Ulrike Höppner das Datenschutzgesetz. Dieses sei vom Staat erlassen worden als Antwort auf die Herausforderung, dass immer mehr persönliche Daten gesammelt werden, die das Potenzial haben, Menschen in ihrer Freiheit einzuschränken. Das Problem besteht laut Höppner jedoch in der Durchsetzung des bekundeten Willen zum Datenschutz. Den Datenmissbrauch vollumfänglich zu kontrollieren sei jedoch kaum möglich.

Die zweite Definition bezieht Ulrike Höppner auf große Datenmengen und die Schlussfolgerungen, die aus ihnen gezogen werden. Beispielsweise sammelt der Staat große Datenmengen etwa zur Gesundheit seiner Bürgerinnen und Bürger. Laut Michel Foucault sei Macht etwas, das sich durch Wissen konstituiert. Wenn man aus Daten bestimmtes Wissen erlangt, kann das Handeln daran angepasst werden und zum Beispiel ein Gesundheitssystem eingerichtet werden. Neben diesem positiven Effekt, verweist Höppner jedoch auch auf die negative Folge des “Normalisierungseffekts”. Dieser bedeutet, dass Aktionen von Individuen anhand eines gemessenen Durchschnitts bewertet werden. Danach handeln heute vor allem Unternehmen, die auf Basis von persönlichen Daten Algorithmen entwickeln, die wiederum die Wahrnehmung des Individuums bestimmen. So fragt Ulrike Höppner: “Wenn man immer nur Dinge hört, die man schon kennt oder die man erwartet, wie soll man dann etwas Unerwartetes tun?”

“Wo Macht ist, ist auch Freiheit,” mit dieser dritten Definition von Michel Foucault regt Ulrike Höppner zu mehr Widerstand gegen die Normalisierungstendenz an. Jede Person könne trotz allem versuchen, sich anders zu verhalten als von ihr erwartet wird. Abschließend formuliert Ulrike Höppner den Aufruf, sich zusammen zu tun und gemeinsam zu versuchen, Handlungsräume zu eröffnen, um bestimmte Dinge zu verändern.

Wer hat die Macht über der Daten? Mehr Durchsetzungsmechanismen gegen Datenkonzentration!

Die Macht über die Daten sei laut Peter Schaar nicht das Problem, sondern dass – abgeleitet durch die Kontrolle über die Daten – Macht über Menschen ausgeübt wird. Die zunehmende Datenkonzentration führe dazu, dass Unternehmen die Wertschöpfung für sich beanspruchen und die Nutzerinnen und Nutzer weniger Möglichkeiten haben, sich frei zu entscheiden. Das Grundrecht auf “informationelle Selbstbestimmung” solle als Grundmaxime gelten.

Matthias Spielkamp weist darauf hin, dass das Individuum Einfluss auf die Machtverteilung nehmen kann, in dem es durch das demokratische System über Gesetze entscheidet. Die Durchsetzung sei hingegen in der digitalen Welt schwierig, da das Internet grenzüberschreitend ist, Gesetze jedoch üblicherweise nur in Staatsgebieten gelten.

Wie kann die Macht verteilt werden? Mehr Transparenz, mehr Widerstand, mehr Bewusstsein!

“Wie kann man Menschen in die Lage versetzen, zu hinterfragen: was passiert da eigentlich?,” fragt Ulrike Höppner mit Hinblick darauf, die Handlungsoptionen für die Menschen gegen Algorithmen oder Datenmonopole zu vergrößern. Peter Schaar fordert, mehr über die Mechanismen zu reden, wie mit den Daten umgegangen wird. Es bedürfe Strukturentscheidungen, die Transparenz förderten.

Ulrike Höppner sieht als eine weitere Möglichkeit gegen die Datenkonzentration, dass das Individuum sich bestimmten Diensten wie beispielsweise Facebook entzieht. Peter Schaar entgegnet dem, dass es aus sozialen Gründen häufig immer schwieriger sei, nicht in gewissen sozialen Netzwerken zu sein. Da zeige sich wieder die Macht von Unternehmen bzw. Dienstleistern, das Verhalten der Individuen zu steuern, indem viele beispielsweise WhatsApp nutzen, um in sozialen Gruppen zu sein. Häufig weiß der Nutzende jedoch nicht, was mit den Daten geschieht.

Menschen zu ermächtigen zu wissen, was mit ihren Daten passiert, diese Mission verfolgt zum Beispiel mobilsicher.de – das Infoportal für mehr Sicherheit auf Smartphone und Tablet, bei dem Matthias Spielkamp Redaktionsleiter ist. Das Portal liefert Hintergrundinformationen zu Betriebssystemen, Apps, etc., und versucht gesellschaftsproblematische Funktionsweisen herauszustellen. In technischen Schritt für Schritt-Anleitungen wird der oder dem Nutzenden erklärt, wie die Einstellungen im Smartphone zu ändern sind, so dass bspw. keine Standortdaten übermittelt werden. Damit wird dem Menschen gezeigt, dass sie Optionen haben. Trotzdem weist Matthias Spielkamp auf die andere Seite hin und fragt: “Was wollen die Leute eigentlich? Ist den Menschen die Technologie nicht doch so viel wert, dass sie das, was andere für kritikwürdig halten, in Kauf nehmen, um die Bequemlichkeit nutzen zu können?”

Was wollen wir? Unser Verhalten ändern und einen Diskurs über Werte beginnen!

Haben die Menschen bereits die Macht verloren? Diese Frage würde Matthias Spielkamp nicht bejahen. Der Umgang mit Daten sei ein Geben und Nehmen, so würden über soziale Netzwerke und Apps Revolutionen begonnen, weil sich Menschen vernetzen und zusammentun können, andererseits besteht dadurch auch die Möglichkeit, sie zu überwachen oder Verhalten auszuwerten. Die Macht liege nicht in den technischen Möglichkeiten, sondern im Verhalten.

Auch ist gegen die Nutzung von Daten durch Unternehmen oder den Staat grundsätzlich nichts einzuwenden, so Peter Schaar. Man sollte jedoch über eine sinnvolle Nutzung diskutieren. Datenbesitzende müssten sich bewusst sein, dass sie durch ihr Handeln die gesellschaftliche Wahrnehmung mit beeinflussen. Besonders vor dem Hintergrund, dass Facebook beispielsweise zum Löschen von Hassbotschaften aufgerufen ist, fordert Schaar, sich zu fragen, welche Verantwortung wir den Plattformen wie Facebook zugestehen wollen. Ulrike Höppner stellt daraus ableitend zwei Werte gegenüber: das Recht auf unternehmerische Freiheit gegenüber den Rechten auf Persönlichkeits- und Meinungsfreiheit. Diese Grundsatzfragen könnten laut Höppner nicht durch Verbote, keine Daten mehr zu sammeln, geklärt werden, sondern durch gesellschaftliche Aushandlung und daraus entstehende soziale Normen.

“Es kann nicht sein, dass man der unterschiedslosen Überwachung des Staates nur entkommen kann, indem man sich in irgendeinen schwarzen Sack hüllt,” meint Matthias Spielkamp auf die Frage, ob Verschlüsselung der Standard werden oder man sich anderweitig selbst schützen soll. Hier schließt sich der Kreis zu Ulrike Höppners anfänglichem Aufruf des Widerstands und zur Bewusstwerdung, dass die Menschen sich gemeinsam anders verhalten können als von ihnen erwartet wird. So lautet das Fazit der Moderatorin Vera Linß: Wir brauchen soziale Normen, wir brauchen Gesetze, wir müssen uns weiter darüber austauschen, welche Werte uns so wichtig sind, dass wir sie durchsetzen wollen.

by Sina Wohlgemuth at October 13, 2016 09:57 AM

October 12, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Das Programm für Konferenz „Zugang gestalten!“ steht

zugang-gestalten-logo-600x400Zum bereits fünften Mal versammelt am 17. und 18. November die Konferenz „Zugang gestalten!“ das Who is Who der deutschen Gedächtnisinstitutionen (Museen, Archive, Bibliotheken) und viele Aktivisten, Politiker und Kulturinteressierte zu einem großen Austausch zum kulturellen Erbe. Dieses Jahr wird wieder der Hamburger Bahnhof in Berlin Ort des Geschehens sein und das übergeordnete Thema lautet: Nachhaltigkeit. Wikimedia Deutschland gehört wieder zur Gruppe der Mitveranstalter, weil Fragen des Freien Wissens sehr oft auch Fragen des Zugangs zum kulturellen Erbe sind und damit im Fokus unserer Arbeit stehen. Seit kurzem steht auch das Programm der Konferenz und hier kann man sich anmelden, der Eintritt ist frei.

by John Weitzmann at October 12, 2016 03:19 PM

GLAM on Tour im Antikenmuseum der Universität Heidelberg

Dr. Hermann Pflug öffnet die Glasvitrine für die Wikimedia Commons, Foto: Scherben.Bringen.Glück, Fotographische Dokumentation 7, CC BY-SA 4.0

Was sagen zwei Pferde und ein Dreifuß auf einer Tonvase über die Person aus, in dessen Grab sie gefunden wurde? Warum sind am äußerten Rand eines Weinkelchs andere Bildgeschichten erzählt als im Innern? Und was verraten uns die kleinen Löcher in der Vase über die Maltechnik?* Die Antworten darauf bekamen am 4. und 5. Oktober 2016 zehn Wikipedianer und fünfzehn Uniangehörige bei der GLAM on Tour Station im Antikenmuseum der Universität Heidelberg.

Entdeckung der Antike

Das Herzstück der GLAM on Tour Station bildete die Führung des Archäologen Prof. Nikolaus Dietrich und des Sammlungskurators Dr. Hermann Pflug, die anhand von antiken Vasen und Tonscherben Forschungsergebnisse zur Lebenswelt in der Antike teilten. Schnell merkten die Wissenschaftler, dass sie es mit Profis zu tun hatten, die Fachwissen und großes Interesse haben. So durften die Wikipedianer in der letzten Stunde die ehrwürdige Glasvitrine zusammen mit dem Kurator öffnen. Dieser Moment, als die böotische Pyxis von Nahmen inspiziert und für die Wikimedia Commons fotografiert wurde, war sicherlich für die meisten Teilnehmende das Highlight der Station.

Dr. Nikolaus Dietrich führt die Wikipedianer durch das Antikenmuseum der Uni Heidelberg, Foto: Scherben.Bringen.Glück, GLAM Antikenmusem 2, CC BY-SA 4.0

Neben der Museumserkundung standen Vorträge auf dem Programm, die den Teilnehmenden und etwa 40 Interessierten weitere spannende Hintergrundinformationen zur Archäologie in Heidelberg lieferten. So führte Nicolas Zenzen in seinem Vortrag durch die 150-jährige Geschichte des Instituts für Klassische Archäologie der Uni Heidelberg und inspirierte die Wikipedianer zu Artikelerweiterungen. Von den frühen Anfängen der Archäologie als beschreibende Bildwissenschaft des Altertums, zeigte Dr. Hubert Mara vom Interdisziplinären Zentrum für wissenschaftliches Rechnen in Heidelberg in einem zweiten Vortrag, wie die Computertechnik heute Steinskulpturen, Vasen oder andere Oberflächen „liest“. Mit 3D-Technik werden antike Fundstücke an der Uni Heidelberg gescannt und analysiert. Dies erleichtert zum Beispiel die Rekonstruktion der antiken Objekte für Restauratoren. Da die 3D-Scans unter freien Lizenzen stehen, können sie auch von jedem für viele andere Zwecke weitergenutzt werden.

Auf ins Wikiversum

Mit diesem Gedanken des freien Wissens führten Marcus Cyron und ich abschließend Uniangehörige und interessierte Heidelbergerinnen und Heidelberger in das Wikiversum ein. Dank des umfangreichen Programms ist dieses nun um hunderte Bilder und einige Artikel bereichert, für die Uni Heidelberg etwas weiter geöffnet und sogar um einige Neuautorinnen und -autoren gewachsen! Damit lieferte die Station nicht nur neue und freie Inhalte für das Wikiversum, sondern schaffte auch Verbindungen und Kontakte zwischen Wikipedianern, Neuinteressierten und den Forschenden – sowie vor allem viel Material und Motivation, das eigene Wissen zu teilen und frei in den Wikimedia-Projekten zugänglich zu machen.

Der Handapparat dient als Quelle für neue Wikipedia-Artikel, Foto: Scherben.Bringen.Glück, Schreibwerkstatt4, CC BY-SA 4.0

Entstanden ist die Idee zur GLAM on Tour Station auf der WikiCon 2015, wo sich Marcus Cyron, ehemaliger Wikipedian in Residence im Deutschen Archäologischen Institut, und Christian Vater vom Sonderforschungsforschungsbereich 933 (SFB) „Materiale Textkulturen“ der Uni Heidelberg trafen. Eines der Ziele von Christians Teilprojekt ist es, die Mitglieder des SFB 933 darin zu unterstützen, Forschungsergebnisse und Forschungsmaterialien in die Wikipedia einzubringen, in die Wikimedia Commons einzustellen und die Möglichkeiten von Wikidata zu nutzen. Unterstützt wird der SFB dabei von Heiko Fischer, Geschichtsstudent in Heidelberg, und erfahrener Wikipedianer.

Weitere Informationen:
Projektseite
Bisherige Projektergebnisse

* Der auf der Grabbeilage abgebildete Dreifuß in Zusammenhang mit Pferden lässt auf eine Trophäe schließen. Dieses Bild spielt auf ein Ideal der reichen Oberschicht an, die reich genug waren Pferde zu halten und Sport zu betreiben.
* Die Bilder am äußeren Rand eines Trinkgefäßes richten sich an die Teilnehmenden eines Symposiums, die Bilder am Grund des Gefäßes an die trinkende Person.
* Die Löcher auf der Vase deuten darauf hin, dass zum Malen der Kreise Zirkel verwendet wurden.

by Sina Wohlgemuth at October 12, 2016 11:00 AM

October 11, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Frauen werden für die Wikipedia aktiv

Im Sommer 2013 startete Wikimedia Deutschland das Pilotprojekt Women edit zum Aufbau eines Netzwerks von und für Frauen in der Wikipedia. Seit dem Start ist viel passiert. Zwar sind Frauen in der Wikipedia mit etwa zehn Prozent noch immer deutlich unterrepräsentiert, aber das Angebot an Aktivitäten von und für Wikipedianerinnen hat deutlich zugenommen. Insbesondere in den Jahren 2015 und 2016 wurden, unter anderem aus Women edit heraus, so viele spannende neue Initiativen gestartet, dass sich ein kleiner Einblick in die vergangenen und aktuellen Aktivitäten lohnt.

Ein Netzwerk entsteht

Women edit wurde initiiert um Frauen zur aktiven Beteiligung an den Wikimedia-Projekten (Wikipedia, Wikimedia Commons usw.) zu motivieren. Der Pilotzeitraum für das Projekt war angesetzt auf ein halbes Jahr von Mitte Juli bis Mitte Dezember 2013. Wie sich der Aufbau des Women-edit-Netzwerks in den ersten Monaten gestaltete, wurde damals in einem Blogbeitrag geschildert.

Die Organisation durch Wikimedia Deutschland ist nach Abschluss des Pilotprojekts in ehrenamtlicher Regie fortgeführt worden und läuft heute als beständige monatliche Projektreihe unter der Bezeichnung WomenEdit weiter, die nach wie vor als erste Anlaufstelle und Motor für diverse Projekte rund um die Beteiligung von Frauen in den Wikimedia-Projekten funktioniert.

Wikipedianerinnen begannen anschließend auch außerhalb der Reihe Women edit gemeinsame Treffen zu organisieren, wie z. B. im Jahr 2013 gemeinsam mit den Digital Media Women in Berlin oder an den Wikiwomen-Wochenenden im darauffolgenden Jahr zur Vernetzung in Dortmund.

Mit Edit-a-thons gemeinsam neue Aspekte in die Wikipedia einbringen

Mehrere thematisch fokussierte  Edit-a-thons trugen dazu bei, dass noch unterrepräsentierte Themenbereiche dank ehrenamtlichen Engagements mit Inhalten befüllt wurden und sich Frauen mit speziellen Interessen und besonderem Fachwissen angesprochen fühlten. Schreiben für die Wikipedia, aber nicht alleine und zu Hause, sondern gemeinsam in der Gruppe und sich dabei gegenseitig zu unterstützen und Erfahrungen auszutauschen, das ist die Idee hinter diesen Events. Innerhalb eines Jahres fanden, initiiert durch das Women-edit-Netzwerk, fünf solcher Edit-a-thons zu vier verschiedenen Themen statt:

Art+Feminism: ein internationales Großprojekt

Art+Feminism ist ein jährlich weltweit stattfindender Edit-a-thon mit dem Ziel, die Wikipedia um Künstlerinnen, Kuratorinnen und Frauen aus der Kunst zu erweitern sowie Frauen zur Mitarbeit an der Wikipedia zu ermutigen. 2014 zog die Eröffnungskampagne von Art+Feminism 600 Freiwillige zu 30 separaten Veranstaltungen. Im folgenden Jahr waren es sogar 1300 Helferinnen und Helfer bei 70 Veranstaltungen in 17 Ländern auf vier Kontinenten. In Deutschland trafen sich Frauen ein ganzes Wochenende lang vom 7. bis 8. März in Berlin.

Der Künstler und Organisator von Art+Feminism-Edit-a-thons Michael Mandiberg war übrigens nominiert für die KulturEule 2016.

Unterstützung bei der Landeszentrale für politische Bildung

Wikipedia wird weiblich nennt sich eine Initiative, die bei der Landeszentrale für politische Bildung und der Frauenakademie Stuttgart vorangebracht wird. Ausgangspunkt war ein Seminar in Bad Urach 2015, bei dem Artikel über Frauen mit der Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg erstellt wurden und aus dem sich wiederum zahlreiche weitere Initiativen und Veranstaltungen ergaben.

Frauen in der Bauwelt: Women Wikipedia Design

Um die Präsenz von Architektinnen und anderen Frauen in der Bauwelt auf Wikipedia zu steigern, wurde das Women Wikipedia Design (kurz: WikiD) als internationales Gemeinschaftsprojekt von Parlour (Melbourne), Architexx (New York) und n-ails (Berlin) ins Leben gerufen. Jeweils im September, Oktober und November 2015 gab es in jeder der drei Städte eine Schreibwerkstatt.

Wikipedianerinnen gehen nach draußen

Im Januar 2016 startete das Projekt WikiWomen unterwegs in Berlin mit dem Ziel, bis Ende des Jahres in vier Runden vier verschiedene Fraueneinrichtungen für die Wikipedia kennenzulernen und darzustellen. Eingeladen zu den monatlichen Treffen sind erfahrene Wikipedianerinnen und interessierte Neu-Autorinnen. So entstanden bisher Kontakte mit dem Verborgenen Museum, dem Frauenmuseum in Berlin und dem Ökumenischen Frauenzentrum Evas Arche.

Die Filmfrauen sprechen eine spezielle Zielgruppen an

In ehrenamtlicher Organisation wurde in Zusammenarbeit mit der Wikipedia:Redaktion Film und Fernsehen und der Gleichstellungsinitiative Pro Quote Regie mit dem Treffen der Wikipedia-Filmfrauen ein Raum speziell für Frauen aus Film- und Fernsehen geschaffen, die sich an der Wikipedia beteiligen möchten. Die erste Filmfrauen-Einführung fand zur Berlinale 2016 statt. Dabei trafen sich am 15. Februar erstmalig über 50 erfahrene Wikipedianerinnen und Wikipedianer und interessierte Frauen aus dem Filmbereich in den Räumen von Wikimedia Deutschland zu einer Einführungsveranstaltung. Ebenso gab es ein entsprechendes Angebot am 19. April zum Frauenfilmfestival in Köln und am 28. Juni zum Münchner Filmfestival. Zur Verstetigung wurde zu monatlichen Folgeveranstaltungen in Berlin, Hamburg und München eingeladen.

Eine Galerie öffnet sich für Wikipedia

Das Erlebbare Archiv der galerie futura in Berlin öffnete seine Räume im Sommer 2016 für insgesamt vier Wikipedia-Seminare für Frauen in Kunst und Kultur, um Künstlerinnen, Autorinnen und Laien aller Generationen an die Arbeit für die Wikipedia heranzuführen und so den Anteil von Autorinnen in der Community sowie die Sichtbarkeit relevanter Künstlerinnen, Institutionen, Theoretikerinnen und feministischer Perspektiven in der Kunst zu stärken.

Wikipedianerinnen auf Konferenzen und Podien

Die Wikipedianerin Renate Nuppenau nahm im Juni 2016 an einer Podiumsdiskussion der Gleichstellungsinitiative Pro Quote Regie teil zum Thema „Warum geraten Regisseurinnen in die Vergessenheit? Wie können wir dies stoppen und ändern?“. Sie sprach dort über die Beteiligungsmöglichkeiten für Frauen in der Wikipedia. Sehenswert ist außerdem ein Beitrag der in der deutschsprachigen Wikipedia aktiven Benutzerin Saskia Ehlers, die auf der internationalen Konferenz Wikimania in Italien zum Thema sprach.

Zuletzt auf der WikiCon, dem großen jährlichen Treffen der deutschsprachigen Wikipedia-Community, fanden 2016 gleich zwei Veranstaltungen statt, die sich dem Aktivitäten von Frauen in und um die Wikipedia widmeten: Auf dem Vortrag Wikipedia wird weiblich sprachen die Initiatorinnen über ihre Erfahrungen mit unterschiedlichen Angeboten für neue Wikipedia-AutorInnen und zu dem Projekt Filmfrauen wurde der aktuelle Sachstand aus verschiedenen Perspektiven erläutert.

Wikimedia Deutschland unterstützt Aktivitäten für Frauen in der Wikipedia

Wichtig ist es nun, die bisher aufgebauten Formate zu verstetigen, gewonnene Autorinnen an das Projekt zu binden und weitere Formate für neue Aktive zu entwickeln.

Insbesondere außerhalb Berlins besteht noch Bedarf nach regionalen Aktivitäten. So werden nach einer Anfrage eines kulturellen Zentrums beispielsweise aktuell Aktive aus dem Raum Leipzig gesucht, die gerne Einführungskurse in die Wikipedia anbieten möchten oder als Ansprechpartnerin für Frauen und potentielle Autorinnen in der Region zur Verfügung stehen.

Wer thematisch ausgerichtete oder regionale Aktivitäten ins Leben rufen möchte und dafür finanzielle oder organisatorische Unterstützung benötigt, kann sich an die Ideenförderung bei Wikimedia Deutschland wenden.

Mitmachen

Termine und Veranstaltungen für 2016

Mitarbeit in der Wikipedia

Weitere Informationen

by Nicolas Rueck at October 11, 2016 09:55 AM

October 06, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wir suchen: 7 Präsidiumsmitglieder

Wikimedia Deutschland e.V. sucht ab dem 26.11.2016

 

7 Mitglieder für das ehrenamtliche Aufsichtsgremium des Vereins
(Präsidium)

 

Wikimedia Deutschland ist ein gemeinnütziger Verein, der sich für die Förderung Freien Wissens einsetzt. Wir unterstützen Projekte zur Erstellung und Verbreitung freier Inhalte. Das bedeutendste davon ist Wikipedia, die freie Online-Enzyklopädie. 2004 gegründet, hat der Verein heute über 35 000 Mitglieder und eine hauptamtliche Geschäftsstelle mit mehr als 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Jahresbudget 2016 beträgt 6,2 Millionen Euro.

Alle zwei Jahre wählt die Mitgliederversammlung das Präsidium als ehrenamtliches Aufsichtsgremium. Das Präsidium legt die Schwerpunkte der Vereinsarbeit fest und beaufsichtigt den hauptamtlichen geschäftsführenden Vorstand. Jedes aktive Mitglied kann kandidieren. Für die Wahl des nächsten Präsidiums auf der 19. Mitgliederversammlung am 26. November 2016 in Berlin suchen wir engagierte Vereinsmitglieder, die Verantwortung für die weitere Entwicklung des Vereins übernehmen möchten.

Wikimedia Deutschland bekennt sich zu Vielfalt und Chancengleichheit. Wir möchten nicht nur in unseren Projekten, sondern auch in unserem Verein die Diversität des Wissens weiter ausbauen und streben nach einer gleichwertigen Repräsentation aller Perspektiven. Wir freuen wir uns deshalb ganz besonders über Kandidaturen von Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund.

Deine Aufgaben

  • Du arbeitest an der strategischen Ausrichtung des Vereins mit, die ab 2017 in einem Strategieprozess neu formuliert und verbindlich festgelegt werden soll.
  • Du entscheidest in der Jahresplanung darüber, welche inhaltlichen Ziele sich der Verein für das nächste Jahr vornimmt, bist an der Festlegung konkreter Erfolgsindikatoren beteiligt und beschließt auf Vorlage des Vorstands den Wirtschaftsplanentwurf, der die Personal- und Budgetplanung für das folgende Jahr beinhaltet.
  • Du beaufsichtigst die Arbeit des Vorstandes, prüfst auf Grundlage des etablierten Reportings die Umsetzung der inhaltlichen und finanziellen Ziele aus den Jahresplänen und besprichst die Entwicklung des Vereins regelmäßig auf gemeinsamen Sitzungen von Präsidium und Vorstand.
  • Du repräsentierst den Verein gemeinsam mit dem Vorstand bei Veranstaltungen im In- und Ausland.
  • Du suchst den Austausch mit den Vereinsmitgliedern und Freiwilligen der Wikimedia-Projekte, um deren Perspektiven in Entscheidungsprozessen Gehör zu verschaffen.
  • Du arbeitest aktiv in einem der Präsidiumsausschüsse mit und bereitest so Entscheidungen des Gesamtgremiums vor.

Was Du mitbringen solltest

  • Leidenschaft für die Idee des Freien Wissens sowie eine starke Identifikation mit den Zielen unseres Vereins.
  • Interesse an strategischen Fragestellungen und einen Blick für das “große Ganze”, anstatt Dich vorrangig mit Detailfragen des operativen Tagesgeschäfts oder einzelnen Projekten beschäftigen zu wollen.
  • Erfahrung in der Arbeit von Gremien oder Arbeitsgruppen, optimalerweise in Aufsichtsgremien oder in der Führung von Non-Profit-Organisationen.
  • Kenntnisse in einem oder mehreren der Arbeitsschwerpunkte des Vereins: Die Wikimedia-Projekte und die Unterstützung ehrenamtlicher Online-Communitys, Softwareentwicklung, politische und rechtliche Rahmenbedingungen für Freies Wissen sowie die Befreiung von Inhalten in den Bereichen Bildung, Wissenschaften & Kultur.
  • Nach Möglichkeit zusätzlich Fachkompetenzen in den Kernaufgabenfeldern des Präsidiums: Vorstand/Personalführung, Strategieentwicklung, Finanzen, interne Governance, internationale Zusammenarbeit oder Vereinsrecht.
  • Die Bereitschaft und Fähigkeit, auch bei unterschiedlichen Positionen gemeinsame Lösungen zu finden und nach außen zu vertreten.
  • Motivation und Durchhaltevermögen für eine 2-jährige Amtszeit sowie die Zeit für und Lust auf mehrere Sitzungen und Veranstaltungen an Wochenenden, regelmäßige Telefonkonferenzen, die Aktivität in Ausschüssen und einen regen Austausch über E-Mail.

Das bieten wir Dir

  • Die Möglichkeit, die Entwicklung des Vereins in einer ehrenamtlichen Führungsposition aktiv mitzugestalten.
  • Die Chance, wertvolle Erfahrungen und Kompetenzen in einem Leitungsgremium mit einem hohen Grad an Verantwortung zu erwerben oder zu erweitern.
  • Einmalige Einblicke und Zugänge in den Verein, der die führende Rolle in der Förderung Freien Wissens innehat.
  • Inspirierende Treffen mit Ehren- und Hauptamtlichen, die sich auf ganz unterschiedlichen Wegen für Freies Wissen engagieren.
  • Eine professionelle Unterstützung in deiner Arbeit durch die hauptamtliche Geschäftsstelle.

Du hast Interesse an einer Kandidatur oder kennst eine geeignete Person, die Du vorschlagen möchtest? Ausführliche Informationen zur Arbeit des Präsidiums und über die nötigen Schritte für eine Kandidatur findest Du ab sofort an dieser Stelle. Kandidaturfrist ist der 28.10.2016.

by Tim Moritz Hector at October 06, 2016 04:15 PM

Wikimedia:Woche 40/2016

Aktuell diskutiert die Community ein Lizenzupgrade auf CC BY-SA 4.0, Wikimedia Deutschland sucht eine Leitung für den Bereich „Bildung, Wissenschaft und Kultur“ und im Oktober können Kandidaturen für das neue Präsidium eingereicht werden. Diese und weitere Themen sind in der Wikimedia:Woche 40/2016 zu finden.

Foundation und Organisationen

Anträge für Jahresplanförderungen der Wikimedia-Organisationen gestellt

Zum 1. Oktober hatten elf Wikimedia-Organisationen Anträge für Jahresplanförderungen (Annual Plan Grants) an das Wikimedia-Spendenverteilungskommitee (Funds Dissemination Committee, FDC) gestellt. Vom 1. bis 31. Oktober haben die Wikimedia-Communitys Zeit um die Anträge zu kommentieren, Feedback zu geben und Fragen zu stellen. Anschließend wird das Kommitee zusammen kommen, über die Anträge beraten und für das Kuratorium (Board of Trustees) der Wikimedia Foundation Empfehlungen bezüglich der Anträge ausgeben. Über die Anträge wird letztendlich bis Ende Dezember entschieden.

Ziele, Erfolgskriterien und Wirtschaftsplanung für 2017 von Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland hat die Ziele und Erfolgskriterien zu den Schwerpunkten für 2017 und die Wirtschaftsplanung veröffentlicht.

Jobs bei Wikimedia Deutschland

Wikimedia Deutschland sucht eine neue Leitung (m/w) für den Bereich Bildung, Wissenschaft und Kultur.

Kandidatinnen und Kandidaten für das WMDE-Präsidium gesucht

Ende November wird das Präsidium von Wikimedia Deutschland für die nächsten zwei Jahre gewählt. Kandidaturen können bis zum 28. Oktober eingereicht werden.

Fundraising-Bericht 2015-16 der Wikimedia Foundation veröffentlicht

Das Fundraising-Team der Wikimedia Foundation hat den Jahresbericht zum Geschäftsjahr 2015-16 veröffentlicht. Insgesamt nahm die Wikimedia Foundation im vergangenen Geschäftsjahr 77,2 Millionen Dollar ein (davon 61,1 Millionen Dollar über Banner- und E-Mail-Fundraising).

CEE-Meeting 2017 in Warschau

Nachdem sich für die Ausrichtung des Treffens der mittel- und osteuropäischen Wikimedia-Organisation und -Communitys (Wikimedia CEE Meeting) sowohl Wikimedia Polen als auch Wikimedia Tschechien beworben hatten, entschied das Auswahlkomitee nach Beratung und Feedback der Communitys, dass das nächste Wikimedia CEE-Meeting Ende September/Anfang Oktober im neuen jüdischen Museum POLIN in Warschau, Polen stattfinden wird.

Projekte und Initiativen

Wikidata:Status updates/2016 10 01

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 323“ berichtet über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Technik

Tech News issue #40

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Politik und Recht

Diskussion zum Lizenzupgrade auf CC BY-SA 4.0

Die Rechtsabteilung (Legal Team) der Wikimedia Foundation startete eine Diskussion über eine Änderung der Lizenz der Wikimedia-Projekte von CC BY-SA 3.0 auf Version 4.0. Die Diskussion/Umfrage läuft bis zum 8. November 2016. Eine Beteiligung ist in jeder Sprache möglich.

Monatsbericht September der „Free Knowledge Advocacy Group EU“

Dimi Dimitrov, Wikimedianer in Brüssel und Teil der wikimedianischen EU-Lobbygruppe für Freies Wissen, hat einen aktuellen Bericht über die Aktivitäten der Gruppe veröffentlicht.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Am 7. Oktober findet die Konferenz „Das ist Netzpolitik!“ in Berlin statt. Wikimedia Deutschland ist mit vier Programmpunkten vertreten.

  • Netzpolitik.org – 03.10.2016, Markus Beckendahl: „Das ist Netzpolitik“-Konferenz und Party am Freitag: Von Urheberrecht und Überwachung bis Künstlicher Intelligenz
https://netzpolitik.org/2016/das-ist-netzpolitik-konferenz-und-party-am-7-10-von-urheberrecht-und-ueberwachung-bis-kuenstlicher-intelligenz/

Die erste Schweizer GLAM-on-Tour-Station war zu Gast im Kirchner Muesum in Davos.

  • SRF – 30.09.2016, Pius Kessler: Kirchner Museum Davos sucht neue Online-Wege
http://www.srf.ch/news/regional/graubuenden/kirchner-museum-davos-sucht-neue-online-wege

Wikipedia-Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Audio-Podcast WikiStammtisch mit Lydia Pintscher

In der Episode 19 des Podcasts WikiStammtisch unterhält sich Sebastian Wallroth mit Lydia Pintscher, Produktmanagerin für Wikidata bei Wikimedia Deutschland.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

7.10.: Konferenz „Das ist Netzpolitik“

Die dritte Konferenz „Das ist Netzpolitik“ findet in Berlin statt. Wikimedia Deutschland ist mit drei Talks und einem Workshop am Programm beteiligt. Bei dem Workshop wird es darum gehen, wie Interessierte sich an Advocacy/Liquid Lobbying beteiligen können.

9.10.: Israel-Edit-a-thon

Autorinnen und Autoren der Wikipedia-Community und Wikimedia Deutschland laden herzlich ein zum Israel-Edit-a-thon am 9. Oktober, 13 bis 19 Uhr in Berlin! An einem Nachmittag wollen wir zusammen Wikipedia-Artikel rund um Israel bearbeiten oder neu schreiben, Fotos ergänzen, Informationen aktualisieren, usw. Ziel ist es, die Vielfalt des Landes – jenseits von Politik und Konflikten – in Wikipedia besser abzubilden, denn noch fehlen viele Infos und Artikel.

9.10.: Wedding wikipediert

Die Sommerferien sind vorbei und wir kommen in den produktiven Herbst. Zeit, einmal intensiv zu wikipedieren, die Interessierten zusammenzuholen, vielleicht einen kleinen Rückblick und Ausblick zu bieten und Externen Interessierten die Wikipedia zu erklären. Eine Art Offenes Editieren mit (etwas Programm) und vielen Newbies. 16 Uhr bis Open End.

10.10.: OK Lab Berlin

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland „Code for Germany“ Teams – die „Open Knowledge Labs“ (OK Labs), um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürger und Bürgerinnen zu entwerfen. Das Open Knowledge Lab Berlin trifft sich jede Woche (zurzeit immer montags um 19.00 Uhr) bei Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23–24, 10963 Berlin. Während des Treffens arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam an Projekten, tauschen sich zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen und sind generell Ansprechpersonen für alle Interessierten.

12.10.: Treffen der Wikipedia-Filmfrauen Berlin

Editieren in der Wikipedia und ihren Schwesterprojekten rund um Frauenfilmthemen, -biographien und -fachkompetenz mit Frauen in und aus Film und Fernsehen, Interessierten und unterstützenden Wikipedians. 18.00-21.00 Uhr, Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23-24, 10963 Berlin

13.10.: Offenes Editieren Berlin

Das Offene Editieren ist eine unverbindliche Gelegenheit zum Austauschen von Tipps und Tricks. Willkommen sind einerseits erfahrene Wikipedianer_innen mit Spaß am Erklären im direkten Kontakt, real life und von Mensch zu Mensch, und andererseits Wikipedianer_innen mit ersten Erfahrungen und Fragen zu allen erdenklichen Aspekten der Wikipedia.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at October 06, 2016 02:02 PM

October 05, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Neues aus der Software-Entwicklung bei Wikimedia Deutschland: September 2016

Monatlich stellen wir einige Ergebnisse der Arbeit in der Software-Entwicklung bei Wikimedia Deutschland vor. Die Zusammenstellung führt eine Auswahl von fertiggestellten oder neu begonnenen Arbeiten auf.

Technische Wünsche

Einige Wünsche wurden im September wahr: Der Versionsblätterer ist jetzt auf allen Wikis als Beta-Feature verfügbar. Auch Benachrichtungen wurden verbessert und auf allen Wikis ausgerollt.

Begonnen wurden umfangreiche Arbeiten zum Versionsvergleich und zur Darstellung von Tabellen beim PDF-Export.

Wikidata

Wikidata wächst und gedeiht. Die Arbeit im September bestimmten unter anderem Unit Conversion: Dadurch ist es möglich Eingaben in Feet bei Items abzulegen und die Abfrage in Metern zu formulieren. Auch zu der Zusammenarbeit von unterschiedlichen Wikibase-Instanzen (Federation) wurde erste Schritte unternommen.

by Jens Ohlig at October 05, 2016 12:09 PM

Eine sichere Zukunft für Wikidata

2014 erhielt Wikidata den Open Data Innovation Award. (Foto: Open Data Institute Knowledge for Everyone, CC BY-SA 2.0)

Seit vier Jahren ist Wikidata ein Teil der Wikimedia-Familie, und darin nicht nur eines der jüngsten sondern auch größten Projekte. Stand August 2016 tragen mehr als 16.000 Freiwillige in der ganzen Welt zur freien Datenbank bei. Wikidata verfügt heute über knapp 24 Millionen Datensätze, die in den anderen Wikimedia-Projekten 266 Millionen Mal eingebunden sind.

Es ist uns eine große Freude, eine Übereinkunft zwischen der Wikimedia Foundation und Wikimedia Deutschland ankündigen zu können: Künftig wird die Entwicklung von Wikidata direkt durch die Wikimedia Foundation unterstützt.

Bei Wikimedia Deutschland wird die Software hinter Wikidata seit dem Start des Projekts entwickelt, zusammen mit ehrenamtlichen Beiträgen aus der ganzen Welt. Betrieben wird Wikidata wie Wikipedia und die anderen Wikimedia-Projekte durch die Wikimedia Foundation. In den letzten Jahren haben Entwicklerinnen und Entwickler aus Berlin und San Francisco zusammen daran gearbeitet, Wikidata weiter zu verbessern. Dafür haben sie unter anderem eine gemeinsame Roadmap erstellt, die aufzeigt, wie strukturiere Daten weiter in die Wikimedia-Projekte integriert werden können.

Im Geist dieser gemeinschaftlichen Bemühungen wird die Wikimedia Foundation von nun an die Basis-Finanzierung der Wikidata-Entwicklung sicherstellen. Damit wird in Zukunft nicht mehr um Finanzierung über das Funds Dissemination Committee (FDC) gebeten – so wie es das ehrenamtliche Gremium zur Mittelverwendung selbst empfohlen hat. Und wie bei allen Projekten, die von der Wikimedia Foundation finanziell gefördert werden, wird auch der Mittelbedarf für Wikidata jährlich betrachtet. Das wird den Planungsprozess für die Wikimedia-Projekte weiter zusammenführen und außerdem Förderungen für neue Vorhaben und Tests möglich machen.

Wikimedia Deutschland wird weiterhin die gesamte Software-Entwicklung an Wikidata verantworten – und zwar weiterhin gemeinschaftlich mit der Community aus ehrenamtlichen Entwicklerinnen und Entwicklern, die die Software mitgestalten. Die Entwicklung des Projekts Wikidata ist schon immer Community-getrieben gewesen. Dank dieser Tatsache konnte Wikidata in so kurzer Zeit so stark wachsen. Um sowohl technisch als auch sozial nachhaltig sein zu können, ist das Projekt von Beginn an in öffentlichen Planungen und im Input der Benutzerinnen und Benutzer verwurzelt. Das ist nicht nur eine Grundregel agiler Entwicklung im allgemeinen, sondern spielte eine Schlüsselrolle in Wikidatas stetig wachsender Nutzergemeinde und der Kernfunktion, die Wikidata bereits heute in der Wikimedia-Familie ausfüllt.

Wikidata bleibt ein tolles Beispiel Community-getriebener Entwicklung. Wir freuen uns darauf, zusammen die Zukunft des Projekts zu unterstützen.

 

Wes Moran
Vice President of Product, Wikimedia Foundation

Abraham Taherivand
Leiter Software-Entwicklung, Wikimedia Deutschland

 

by Abraham Taherivand at October 05, 2016 07:53 AM

September 29, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 39/2016

Anlässlich des internationalen Tags der Informationsfreiheit am 28. September, bildet der Zugang zu Informationen staatlicher Stellen ein Schwerpunktthema in der Wikimedia:Woche 39/2016. Außerdem wird in dieser Ausgabe auf eine Kooperation zwischen der UNESCO und Wiki loves Monuments und die dritte Ausgabe 2016 des Wikimedia Education Newsletters verwiesen.

UNESCO unterstützt WLM

Die UNESCO unterstützt im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Wikimedia im September den Fotowettbewerb Wiki loves Monuments.

Protokoll der 13. Telefonkonferenz des Präsidiums von WMDE veröffentlicht

Das Protokoll der 13. Telefonkonferenz des Präsidiums von Wikimedia Deutschland vom 19. September wurde im Vereinsforum veröffentlicht. Beschlossen wurden unter anderem die finalen Ziele und Erfolgskriterien für das nächste Jahr sowie der Wirtschaftsplan. Der Wirtschaftsplan soll der 19. Mitgliederversammlung am 26. November in Berlin zum Beschluss vorgelegt werden.

Projekte und Initiativen

100wikidays-Challenge: Bisher mehr als 7000 Artikel

Am 16. Januar begann die 100wikidays-Challenge, bei der sich die Teilnehmenden vornehmen, jeden Tag einen neuen Artikel für die Wikipedia zu veröffentlichen. Bisher wurden somit über 7000 neue Artikel angelegt.

Wikidata:Status updates/2016 09 24

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

FragDenStaat präsentiert Kunstaktion

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Informationsfreiheitsgesetzes in Deutschland, präsentierte FragDenStaat eine limitierte Kunstedition mit dem Titel #000000. Die Aktion stellt eine Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums heraus und ist als Kritik an der Informationspolitik der Bundesregierung zu verstehen.

Wikivoyage-Autor Roland Unger im Porträt

Roland Unger ist seit Jahren in der deutschsprachigen Wikivoyage aktiv. Im Blog der Wikimedia Foundation erschien ein Beitrag über seine Aktivitäten.

Technik

Tech News issue #39

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Politik und Recht

Petition für Transparenzgesetz in Berlin gestartet

Arne Semsrott von der Open Knowledge Foundation startete eine Petition auf change.org, mit dem Ziel, dass in Berlin „mit Steuerzahlern finanziertes Wissen öffentlich wird“.

EAID fortert Beitritt Deutschlands zur Tromsö-Konvention

Die Europäische Akademie für Informationsfreiheit und Datenschutz fordert anlässlich des Tages der Informationsfreiheit in einer Presseerklärung, dass Deutschland der internationalen Konvention des Europarates über den Zugang zu amtlichen Dokumenten (Tromsö-Konvention) beitritt.

Bildung, Wissenschaft und Forschung

Wikimedia Education Newsletter erschienen

Jahrgang 5, Ausgabe 3 des vierteljährlich erscheinenden Wikimedia Education Newsletters ist veröffentlicht worden.

Studie über Wikipedia Education Program veröffentlicht

Ein Team aus Studenten, Akademikern, Wissenschaftlern und Wikipedia-Aktiven erstellte eine Studie über das Wikipedia Education Program mit dem Titel „Why Medical Schools Should Embrace Wikipedia“.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Jimmy Wales im Interview mit der FAZ.

  • Frankfurter Allgemeine Zeitung – 25.09.2016, Axel Weidemann: Was unterscheidet Wikipedianer von Trump? „Sie mögen Fakten“
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/interview-mit-dem-wikipedia-gruender-jimmy-wales-14449979.html

In manchen Wikipedia-Sprachversionen werden Edit Wars mittlerweile von Bots ausgetragen.

  • Die Welt – 27.09.2016, Benedikt Fuest: Wiki-Roboter bekriegen sich permanent
https://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article158391363/Wiki-Roboter-bekriegen-sich-permanent.html

Audio-Podcast WikiStammtisch

In Episode 18 sprechen der 81jährige ehemalige Chef des Strahlenschutzes am CERN und Wikipedianer Dr. Manfred Höfert und Sebastian Wallroth über Dosimeter, die Entstehung des WWW, wanderfreudige Denkmale, den vergessenen Sommerfeld und Rotlinks.

Gnoms Rückblick auf die WikiCon

Benutzer:Gnom blickt auf die WikiCon in Kornwestheim zurück.

Wikipedia-Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

1.10.: Wikipedia-Einführungskurs und Offenes Editieren Ulm

Nach dem Vorbild der Stuttgarter Gruppe heißen Wikipedia-Aktive aus Ulm alle Interessierten herzlich zu einem Wikipedia-Einführungskurs und offenem Editieren willkommen!

3.10.: OK Lab Berlin

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland „Code for Germany“ Teams – die „Open Knowledge Labs“ (OK Labs), um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürger und Bürgerinnen zu entwerfen. Das Open Knowledge Lab Berlin trifft sich jede Woche (zurzeit immer montags um 19.00 Uhr) bei Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23–24, 10963 Berlin. Während des Treffens arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam an Projekten, tauschen sich zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen und sind generell Ansprechpersonen für alle Interessierten.

4.10.: Bremenpedia vor Ort

„BremenpediA vor Ort“ versteht sich als Anlaufadresse in Bremen-Lesum für alle Fragen rund um das freie Online-Lexikon Wikipedia und die freie Medien-Datenbank Wikimedia Commons. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen 15.00 und 17.00 Uhr im Heimathaus Lesum, dem Domizil des Heimat- und Verschönerungsvereins Bremen-Lesum e. V. (HVL) statt.

5.10.: WomenEdit Berlin

WomenEdit ist ein Netzwerk von Wikipedianerinnen. Jeden ersten Mittwoch im Monat findet in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland von 18.00 bis 21.00 Uhr ein Treffen statt. Neu-Autorinnen sind willkommen.

6.10.: Wikipedia Sprechstunde Bibliothek Hamburg

Jeweils am 1. Donnerstag des Monats bietet die Hamburger Wikipedia-Community von 16.00 bis 18.00 Uhr eine regelmäßige öffentliche Sprechstunde an.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at September 29, 2016 11:52 AM

September 22, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 38/2016

Nach der WikiCon in Kornwestheim gibt es bereits zwei Berichte und einen umfangreichen Pressespiegel, die Wikimedia Foundation eröffnete einen Dialog zum Thema „Leadership“ und Wikimedia Deutschland stellte das Ideenportal online.

Foundation und Organisationen

Governance Review: Allgemeine Überarbeitung von Satzung und Vereinsordnungen

Das Präsidium von Wikimedia Deutschland bereitet einen Antrag an die 19. Mitgliederversammlung vor, um die Vereinssatzung entsprechend der Ergebnisse eines Governance Reviews anzupassen. Anmerkungen und Änderungsvorschläge können noch bis Freitag, den 21. Oktober eingebracht werden.

WMF eröffnet Dialog zum Thema Leadership

Das Community Engagement Department der WMF läd bis zum 16. Oktober zur Beteiligung an einem Online-Dialog ein. Dabei geht es um die Frage, wie Leadership bzw. Projektorganisation am besten beschrieben werden soll und in diesem Bereich Kapazitäten aufgebaut werden können.

Projekte und Initiativen

So war die WikiCon 2016

Von Matthiasb und Barnos wurden zwei Berichte über die vergangene WikiCon im Wikipedia:Kurier veröffentlicht.

Ideenportal online

Seit letzter Woche steht mit dem Ideenportal von Wikimedia Deutschland eine Plattform für Projektideen und konkrete Vorhaben zur Verfügung. Sie ist auf Wunsch der Community entstanden und soll dabei helfen, gemeinsam an Anträgen zu arbeiten, neue Antragstellende zu ermutigen und ansprechend Projektergebnisse zu präsentieren.

GLAM-Rückblick auf die WikiCon und Coding da Vinci Nord

Barbara Fischer gibt einen Rückblick auf das vergangene GLAMouröse Wochenende mit der WikiCon in Stuttgart und Coding da Vinci Nord in Hamburg.

Aktuelle Zahlen zu WLM

Die Einreichungsphase des Fotowettbewerbs Wiki loves Monuments ist zu 2/3 abgelaufen. Hierzu gibt es nun eine Zusammenfassung mit aktuellen Zahlen.

Geförderte Projekte aus den Communitys im August 2016

Die aktuelle monatliche Übersicht geförderter Projekte aus den Communitys ist nun im Blog von Wikimedia Deutschland zu finden.

Der Wikipedianer David García im Porträt

Der Wikipedianer David García ist seit 13 Jahren in der spanischsprachigen Wikipedia aktiv und hat seit dem über 2200 Artikel geschrieben. Im Blog der Wikimedia Foundation wurde ein Porträt über ihn veröffentlicht.

Wikidata:Status updates/2016 09 17

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Neues aus der OSM-Welt

Die aktuellen Zusammenfassungen aus der OpenStreetMap-Welt „weekly 321“ und „weekly 322“ berichten über Neues rund um das offene Projekt für freies Kartenmaterial.

Technik

Wikipedia läd Bilder auf mobilen Endgeräten erst bei Aufruf

Um Datenvolumen einzusparen, werden Bilder aus Wikipedia-Artikeln auf mobilen Endgeräten erst dann geladen, wenn der Nutzer auch tatsächlich an die entsprechende Stelle scrollt.

Was ist der RevisionSlider?

Addshore stellt in seinem Blog den RevisionSlider („Versionsblätterer“) vor. Das Tool ermöglicht eine einfachere Nutzung der Versionsgeschichte im MediaWiki.

Tech News issue #38

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

Christian Rickerts und Jan-Hendrik Olbertz im Streitgespräch über Freies Wissen und die Wikipedia. Jetzt auch im brand eins Archiv:

  • brand eins – 20.09.2016, Jan-Martin Wiarda: „Wissen ist ein Rohstoff, der der Veredelung bedarf“
https://www.brandeins.de/archiv/2016/digitalisierung/streitgespraech-wikipedia-jan-hendrik-olbertz-christian-rickerts/

Ein Rückblick auf die WikiCon 2016 in Kornwestheim:

  • Deutschlandfunk – 17.09.2016, Achim Killer im Gespräch mit Manfred Kloiber: Autoren und Nachwuchs gesucht
http://www.deutschlandfunk.de/wikipedia-autoren-und-nachwuchs-gesucht.684.de.html?dram:article_id=366156

WikiCon-Organisator Rudolf Simon im Interview über die WikiCon 2016:

  • Südwest Presse – 19.09.2016, Barbara Wollny: Treffen der Wikipedianer in Kornwestheim
http://www.swp.de/ulm/nachrichten/suedwestumschau/Treffen-der-Wikipedianer-in-Kornwestheim;art1222894,4010917

Ausführlicher Pressespiegel zur WikiCon:

https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:WikiCon_2016/Pressespiegel

Audio-Podcast WikiStammtisch mit Emmanuel Engelhart

In der Episode 17 des Podcasts WikiStammtisch unterhält sich Sebastian Wallroth mit dem französischen Programmierer und Wikipedianer Emmanuel Engelhart.

Wikipedia-Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

24.9.: Eröffnung des Community-Space und Wikipedia-Stützpunkt in Lörrach

Arbeitsplätze, Schreibtische, große Tafel, Theaterbestuhlung: das technik.cafe in Lörrach ist als Wikipedia-Stützpunkt eingerichtet worden.

26.9.: OK Lab Berlin

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland „Code for Germany“ Teams – die „Open Knowledge Labs“ (OK Labs), um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürger und Bürgerinnen zu entwerfen. Das Open Knowledge Lab Berlin trifft sich jede Woche (zurzeit immer montags um 19.00 Uhr) bei Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23–24, 10963 Berlin. Während des Treffens arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam an Projekten, tauschen sich zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen und sind generell Ansprechpersonen für alle Interessierten.

29.9.: Offenes Editieren Berlin

Das Offene Editieren ist eine unverbindliche Gelegenheit zum Austauschen von Tipps und Tricks. Willkommen sind einerseits erfahrene Wikipedianer_innen mit Spaß am Erklären im direkten Kontakt, real life und von Mensch zu Mensch, und andererseits Wikipedianer_innen mit ersten Erfahrungen und Fragen zu allen erdenklichen Aspekten der Wikipedia.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at September 22, 2016 01:26 PM

September 21, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Geförderte Projekte aus den Communitys im August 2016

Die folgende Liste zeigt eine Übersicht ausgewählter umgesetzter Aktivitäten, sowie regelmäßige Veranstaltungen, die von den Communitys organisiert wurden und mit Unterstützung durch das Team Ideenförderung im vergangenen Monat stattgefunden haben. Wer eigene Ideen und Projekte für die Erstellung, Sammlung und Verbreitung freier Inhalte mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland umsetzen möchte, findet weitere Informationen unter Wikipedia:Förderung.

Festivalsommer

Beim Festivalsommer herrschte im August noch Hochsaison. So standen im letzten Monat 17 Veranstaltungen auf der Agenda. Der vollständige Festivalplan ist in der Wikipedia zu finden.

Lokales

Ein Überblick über Aktivitäten lokaler Wikipedia-Communitys ist über Wikipedia:Lokales abrufbar. Einige Gruppen hinter den lokalen Räumen führen außerdem Blogs, über die eine Auswahl dort stattgefundener Veranstaltungen und Aktionen nachgelesen werden kann:

5.–7.8.: Landstreicher 3.0

Die Wikipedia-Landstreicher waren wieder unterwegs, um Geotope im Allgäu für die Wikipedia zu erschließen. Hier sind die Bilder zu finden.

6.8.: Editieren im Erlebbaren Archiv 3/4

Interessierte und Einsteiger*innen waren zum dritten Mal herzlich willkommen im Erlebbaren Archiv der Galerie Futura, um gemeinsam die Wikipedia zu bearbeiten oder eine Einführung zu erhalten. Zum Abschluss stand ein Besuch der Ausstellungseröffnung Welcome to Futuristan im Kunstquartier Bethanien auf dem Programm.

13.8.: Flugtage Bautzen

Wikipedianerinnen und Wikipedianer des Stammtisches Oberlausitz besuchten im August die Flugtage Bautzen, um Fotos von der Veranstaltung, den ausgestellten Maschinen, den Flugshows und vom Gelände des Flugplatzes Bautzen zu machen und sie anschließend zur freien Weiternutzung zur Verfügung zu stellen. Wikimedia Deutschland übernahm Eintrittsgelder und Versicherung.

15.8.: WikiWedding-Projekttreffen

Die regelmäßigen Sprechstunden des WikiWedding legten im August eine Sommerpause ein. Stattdessen fand jedoch Mitte des Monats ein Projekttreffen statt. Bei dem Projekt WikiWedding soll über sechs Monate hinweg planmäßig der Bestand zum ehemaligen Berliner Bezirk Wedding (heutige Ortsteile Wedding und Gesundbrunnen) in Wikipedia, Wikimedia Commons, Wikivoyage und Wikidata ausgebaut werden.

20.8.: Editieren im Erlebbaren Archiv 4/4

Zum vierten und letzten Mal in dieser Runde trafen sich Wikipedia-Begeisterte und Interessierte zum gemeinsamen Editieren im offenen Erlebbaren Archiv der Galerie Futura in Berlin.

23.–29.8.: Deutsche Meisterschaften im Bahnradsport 2016

Ausgestattet mit einer Fotokamera besuchte die Wikipedianerin Nicola die Deutschen Meisterschaften im Bahnradsport und brachte von dort viele frei verwendbare Fotos der Sportlerinnen und Sportler mit.

25.8.: Wikipedia-Stammtisch Bremen

Der regelmäßig stattfindende Wikipedia-Stammtisch in Bremen wurde auch in diesem Monat wieder mit der Community-Versicherung gefördert.

27.–29.8.: CEE-Meeting, Armenien

Gereon K. war auf dem CEE-Meeting in Armenien zu Besuch. Für den Wikipedia:Kurier verfasste er einen Bericht. Das CEE-Meeting ist ein Treffen von Menschen aus Zentral- und Osteuropa, die in den Wikimedia-Projekten aktiv sind. Es fand 2016 zum fünften Mal statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

Folgende regelmäßige Community-Termine fanden auch im vergangenen Monat wieder mit Unterstützung von Wikimedia Deutschland statt:

by Nicolas Rueck at September 21, 2016 10:33 AM

September 19, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Und plötzlich wird Arbeit zu einem Erntedankfest

Ein GLAMouröses Wochenende zwischen Berlin, Stuttgart und Hamburg

Das Wochenende fing am Freitagmorgen an. Es galt möglichst rasch von Berlin nach Stuttgart – nein, präziser – nach Kornwestheim zu kommen, denn dort lud die Freiwilligengemeinschaft der in den Wikimedia-Projekten Aktiven zur WikiCon ein. Die WikiCon ist das große alljährliche Treffen zum Austausch und Netzwerken von Freiwilligen für Freiwillige aus den deutschsprachigen Wikimedia-Gebieten in der Schweiz, Österreich und Deutschland. In diesem Jahr gab es neben dem immer gut gefüllten Programm mit Vorträgen, Workshops und Diskussionsrunden im Forum so viele Informationsstände wie nie zuvor.

Eine Ausstellung mit digitalen Inhalten im Süden

Auf Anregung der Gemeinschaft der Freiwilligen entstand die Idee eine GLAM-Ausstellung zu machen. GLAM steht international für Zusammenarbeit zwischen Kunstsammlungen (Galleries), Bibliotheken (Libraries), Archiven sowie Museen und digitalen Anwendern, wie Wikipedia und ihre Schwestern. Wie aber stellt man in einer analogen Ausstellung Aktivitäten dar, die im digitalen Raum stattfinden? Vor dieser Frage standen Sina Wohlgemuth und ich im Sommer, als es galt, mit möglichst einfachen Mitteln die Ausstellung zu konzipieren. Wir legten eine Projektseite an, um Tipps und Ideen von den Freiwilligen zu bekommen und erfuhren nach und nach wie die Möglichkeiten vor Ort sein würden. Unser Ergebnis konnte sich sehen lassen.

Die GLAM Ausstellung auf der WikiCon, eigenes Foto CC0

In drei Stunden kaschierten wir Stellwände und beschrifteten sie mit von Hand ausgeschnittenen Buchstaben. Wir hängten eine Deutschlandkarte auf und steckten für jede der 100 Kooperationen der letzten Jahre eine Pinnnadel in die Wand. Wir recycelten Poster zu Coding da Vinci, dem Programmierwettbewerb mit Kulturdaten. Wir druckten Erklärtexte zu den typischen Veranstaltungsformaten wie GLAM on Tour und Wikipedianische KulTour, in denen Freiwillige vor Ort mit Kultureinrichtungen in bester GLAM-Manier kooperieren, aus und gestalteten damit die Ausstellungswände. Doch am meisten Aufmerksamkeit und Anerkennung bekam der Büchertisch. Wir wollten zeigen, was bei einer GLAM on Tour Station real entsteht: viele Aufnahmen von Museumsartefakten unter freier Lizenz und tatsächlich Wikipedia-Artikel. Doch anstatt diese über Bildschirme flirren zu lassen, druckten wir sie zwischen 20 Buchdeckel. Es entstanden zehn Bücher zu ausgewählten Stationen wie den Technischen Sammlungen in Dresden, dem Von-der-Heydt-Museum in Wuppertal, der Bundeskunsthalle in Bonn oder den Landesmuseen in Braunschweig und Stuttgart. Alle fein säuberlich von Pediapress gestaltet, farbig wie in der digitalen Fassung illustriert, mit einem Index und einem detaillierten Autorenverzeichnis versehen. Eine in Papier gebannte Momentaufnahme der sich stetig wandelnden Wikipedia-Artikel im Netz. Wer hätte es gedacht, auch digitale Ehrenamtler zeigen sich beeindruckt, wenn ihre Arbeit im Gewicht eines 300-Seiten-Werkes daherkommt. Doch nicht nur diejenigen, die selbst mitgeschrieben hatten, freuten sich über die Bücher, auch andere Teilnehmer und Besucherinnen der WikiCon entdeckten den GLAM-Faktor des Wikiversums. Wir freuen uns über die vielen neuen Ideen für GLAM-Kooperationen von Mecklenburg-Vorpommern bis Bayern. Ein besonderes Highlight der WikiCon war wieder die WikiEulen-Prämierung. Jedoch zum ersten Mal wurde 2016 eine KulturEule verliehen. Eine schöne Art zu zeigen, welche Bedeutung inzwischen die Kulturarbeit in den Wikimedia-Projekten hat.

Der Bücherstand zur den GLAM on Tour Stationen auf der WikiCon 2016, eigenes Foto CC0

Ein Hackathon mit digitalen Inhalten im Norden

Doch die WikiCon war dann nur die eine Veranstaltung mit GLAM-Faktor am vergangenen Wochenende. Denn parallel zu den Schwaben luden die Nordlichter in Hamburg zu Coding da Vinci Nord ein. Über einhundert Menschen, unter ihnen Kollegen aus Kultureinrichtungen, Entwicklerinnen und Designer, aber auch einfach am Kulturerbe Interessierte kamen im Mindspace Hamburg zusammen, um beim Start des regionalen Wettbewerbes aus der Hand der des lokalen Veranstalterteams* dabei zu sein. Es war uns Gründern– Deutsche Digitale BibliothekdigiSOKF und Wikimedia Deutschland – eine Ehre, Coding da Vinci Nord mit zu eröffnen. Jetzt ringen in den kommenden sechs Wochen 16 Projekte darum, aus ihren Ideen reale Apps, Webseiten und Software-Anwendungen zu programmieren. Zum Beispiel die Idee, den Selfie-Kult zu nutzen, um Gemälde und Kunstwerke zu entdecken, die dem eigenen gerade aufgenommenen Gesichtsausdruck am ähnlichsten sind. Oder mittels Sonifikation astronomischer historischer Photoplatten das Weltall zum Klingen zu bringen. Weitere Ideen für Spiele und Pädagogik. Die Daten von GLAM-Partnern aus Hamburg bis Stockholm beflügelten die Kreativität der Digitalprofis vor Ort. Fast schon ein Politikum war die Präsentation der von Wikimedia Sverige auf der Website offentlig konst zusammengestellten Daten zu Kunst im öffentlichen Raum in Schweden mit Fotos, die viele Tausende von Freiwilligen in den letzten Jahren bei Wikimedia Commons zusammengetragen hatten. Hatte nicht Schwedens höchstes Gericht im April entschieden, die Zusammenstellung der Bilder und Informationen verstoße gegen das Urheberrecht?** Doch jetzt wurden eben diese Daten von Visit-Sweden, Schwedens offizieller Website der Tourismusinformation, als Rohstoff für neue Anwendungen präsentiert. Ist das pikant oder savoir vivre? Auf jeden Fall gut so, denn so könnten mehr Menschen so schöne Skulpturengruppen wie die Inselfischer von Lundquist entdecken, sollte sich noch ein Team finden, das diese Daten verwenden will.

Am Ende komme ich am Sonntag von einem Arbeitswochenende wie von einem Erntedankfest zurück: reich beladen mit vielen neuen Freundschaften, Ideen und guten Impulsen. Merci.

Die Inselfischer von Svenrobert Lundquist, Foto von Rolf Broberg CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

 

Weiterführende Informationen:

*Das Veranstalterteam von Coding da Vinci Nord ist ein Zusammenschluss von Hamburger Kreativ Gesellschaft, Archäologisches Museum Hamburg, Code for Hamburg, eCulture.info , We build city, Stiftung Historische Museen Hamburg, Wikipedia Kontor Hamburg und Projekte und Seminare Sabine Heydenbluth.

**Information zum schwedischen Urteil zur Panoramaunfreiheit für öffentliche Kunst.

by Barbara Fischer at September 19, 2016 03:42 PM

September 15, 2016

Wikimedia Deutschland Blog

Wikimedia:Woche 37/2016

An diesem Wochenende findet in Kornwestheim bei Stuttgart die WikiCon statt, die jährliche große Konferenz der deutschsprachigen Wikipedia-Community. Neu erschienen ist das Wikiversum 03/16. Die letzten Aktivitäten der GLAM-Community und der Wiki Education Foundation sind in den jeweiligen kürzlich veröffentlichten Monatsberichten zu finden. Weitere Themen der Wikimedia:Woche sind unter anderem die Vorauswahl der WLM-Gewinner, Unterstützung für das Wiktionary durch Wikidata und ein neuer Meilenstein in der chinesischsprachigen Wikipedia.

Foundation und Organisationen

„Wikiversum“ Ausgabe 03/16 erschienen

Die neue Ausgabe des „Wikiversum“ ist erschienen, mit dem Schwerpunktthema „Wikipedia fliegt zum Mond“. Das Wikiversum ist die vierteljährliche Mitgliederinformation von Wikimedia Deutschland und richtet sich vor allem an deren Fördermitglieder.

Monatsbericht August der Wiki Education Foundation online

Im aktuellen Monatsbericht der Wiki Education Foundation sind deren Aktivitäten aus dem Monat August nachzulesen.

Nächste Sitzung des Board of Trustees am 19.9.

Das Board of Trustees der Wikimedia Foundation wird am 19. September seine nächste Sitzung halten. Die Tagesordnung ist bereits einsehbar.

Protokoll der 6. Präsidiumsklausur veröffentlicht

das Protokoll der 6. Präsidiumsklausur von Wikimedia Deutschland vom 20./21. August 2016 ist im Forum veröffentlicht worden. Schwerpunkt der Klausur war die Festlegung der Ziele und Indikatoren für den Jahreskompass 2017.

Projekte und Initiativen

Vorauswahl für WLM-Gewinner treffen!

Bis Mitte Oktober können Bilder des Fotowettbewerbs Wiki loves Monuments bewertet werden. Accounts für das Bewertungstool können jetzt angefordert werden.

Chinesischsprachige Wikipedia erreicht 900.000 Artikel

In der chinesischsprachigen Wikipedia wurde mit dem 900.000. Artikel ein neuer Meilenstein erreicht.

Anmeldung für WikiConference North America gestartet

Vom 6. bis 10. Oktober findet in San Diego die WikiConference North America statt. Die Anmeldephase hat nun begonnen.

GLAM-Aktivitäten im August

Im Outreach-Wiki wurde der Monatsbericht zu den Aktivitäten im August im GLAM-Bereich zu Galerien, Bibliotheken, Archiven und Museen veröffentlicht.

Wikidata:Status updates/2016 09 10

Was in der vergangenen Woche rund um Wikidata geschah, findet sich in den aktuellen Wikidata:Status updates.

Technik

Einbinden ganzseitiger Landkarten möglich

Mit dem Befehl <maplink> können in de Wikimedia-Projekten ab sofort ganzseitig Karten von OpenStreetMap eingebunden werden.

Wikidata soll Wiktionary unterstützen

Das Wiktionary soll in Zukunft Unterstützung von Wikidata erhalten, womit sich viele neue Möglichkeiten ergeben werden. Details sind einer neu veröffentlichten Beschreibung zu entnehmen.

Tech News issue #29

Die vergangene Ausgabe der „Tech News“ berichtet über die letzten Ereignisse aus der Technik-Community.

Diskussion

Löschdiskussion als T-Shirt-Druck

Kathrin Passig hat eine neue Zufallsshirt-Kollektion kreiert, die sich mit Zitaten aus Wikipedia-Löschdiskussionen speist.

Politik und Recht

WMF Legal Team erarbeitet Urheberrechtsstrategie

Das Legal Team der Wikimedia Foundation erarbeitet eine neue Strategie, um für das Movement relevante Fragen rund um das Thema Urheberrecht gezielt identifizieren und priorisieren, sowie gezielt daran arbeiten zu können.

EU-Kommission macht Vorschläge zu Urheberrechtsreform

Am vergangenen Mittwoch wurden die Vorschläge der EU-Kommission zu einer Urheberrechtsreform offiziell präsentiert. Charles M. Roslof (WMF) und John Weitzmann (WMDE) hatten sich das bereits zuvor geleakte Dokument angeschaut und darüber geschrieben.

Brasilianischer Musiker verliert Klage gegen WMF

Der brasilianische Musiker Rosanah Fienngo verlor eine Klage gegen die Wikimedia Foundation. Er hatte auf Unterlassung der Darstellung von Informationen zu seinem Privatleben in der portugiesischsprachigen Wikipedia geklagt.

Wissenschaft und Forschung

Wikimedia Research Newsletter August

Über aktuelle interessante Themen aus den Bereichen Forschung, Wissenschaft und Wikipedia, berichtet der Wikimedia Research Newsletter in seiner August-Ausgabe.

Presse, Blogs und Websites

Aktuell in der Presse

ZDF-Fernsehrat Leonhard Dobusch über Creative Commons Lizenzen für die Öffentlich-Rechtlichen und Wikipedia als freie Wissensplattform:

  • Netzpolitik.org – 13.09.2016: Leonhard Dobusch: Neues aus dem #Fernsehrat (2): Mehr Creative Commons im ZDF?
https://netzpolitik.org/2016/neues-aus-dem-fernsehrat-2-mehr-creative-commons-im-zdf/

Wie sogenannte Bots in anderen Sprachen Artikel für die Wikipedia erstellen:

  • Volksfreund.de – 12.09.2016: Adrian Froschauer: Von der Mosel nach Schweden, auf die Philippinen und zurück
http://www.volksfreund.de/nachrichten/region/wittlich/aktuell/Heute-in-der-Wittlicher-Zeitung-Von-der-Mosel-nach-Schweden-auf-die-Philippinen-und-zurueck;art8137,4531017

Audio-Podcast WikiStammtisch mit Debora Weber-Wulff und Ting Chen

In der Episode 15 des Podcasts WikiStammtisch unterhalten sich Debora Weber-Wulff und Sebastian Wallroth über Frauenstudiengänge, Herrn zu Guttenberg, Frau Schavan und WikiData.

In der Episode 16 reden Ting Chen und Sebastian Wallroth über die chinesischsprachige Wikipedia, Drohnenvideographie und das Board der Wikimedia Foundation

Wikipedia-Pressespiegel

Eine ausführliche Übersicht zu Presseberichten ist über den Wikipedia-Pressespiegel zu finden.

Termine

Eine ausführliche Übersicht aller Treffen rund um die deutschsprachige Wikipedia ist dort zu finden:

16.-18.9.: WikiCon

Die WikiCon Region Stuttgart findet vom 16. bis 18. September 2016 im Kultur- und Kongresszentrum – Das K in Kornwestheim bei Stuttgart statt. Du bist begeistert von Freiem Wissen? Du teilst dein Wissen gerne mit anderen? Du freust dich, Teil eines internationalen Gemeinschaftsprojektes zu sein? Ob du in der Wikipedia, in einem der zahlreichen Schwesterprojekte oder in anderen Projekten im Bereich des Freien Wissens engagiert bist – bei der WikiCon bist du in jedem Fall richtig. Sie ist das Treffen der Aktiven der deutschsprachigen Wikipedia, ihrer Schwesterprojekte und aller, die sich für Freies Wissen interessieren.

19.9.: OK Lab Berlin

Jede Woche treffen sich im Rahmen von Codefor.de in ganz Deutschland „Code for Germany“ Teams – die „Open Knowledge Labs“ (OK Labs), um gemeinsam an nützlichen Anwendungen und Visualisierungen rund um offene Daten zu arbeiten und um digitale Werkzeuge für Bürger und Bürgerinnen zu entwerfen. Das Open Knowledge Lab Berlin trifft sich jede Woche (zurzeit immer montags um 19.00 Uhr) bei Wikimedia Deutschland, Tempelhofer Ufer 23–24, 10963 Berlin. Während des Treffens arbeiten Ehrenamtliche gemeinsam an Projekten, tauschen sich zu Themen rund um Civic Tech, Open Data und aus aktuellem Anlass auch zu Refugees aus, organisieren themenspezifische Abende mit Gästen und sind generell Ansprechpersonen für alle Interessierten.

20.9.: Bremenpedia vor Ort

„BremenpediA vor Ort“ versteht sich als Anlaufadresse in Bremen-Lesum für alle Fragen rund um das freie Online-Lexikon Wikipedia und die freie Medien-Datenbank Wikimedia Commons. Die Veranstaltungsreihe findet zwischen 15.00 und 17.00 Uhr im Heimathaus Lesum, dem Domizil des Heimat- und Verschönerungsvereins Bremen-Lesum e. V. (HVL) statt.

21.9.: WikiWomen unterwegs in Berlin

„WikiWomen unterwegs in Berlin“: Frauen die sich für die Mitarbeit in der Wikipedia interessieren, sind herzlich eingeladen gemeinsam frauenrelevante Orte in Berlin zu besuchen und die dort gesammelten Informationen für die Wikipedia aufzubereiten.

22.9.: Wikimedia-Salon – Das ABC des Freien Wissens „M=Macht der Daten – Daten der Macht“

Daten geben denjenigen Macht, die Zugriff auf sie haben – Unternehmen, Regierungen, Journalisten und Bürgerinnen. Wie kann eine demokratische Teilhabe an dieser Datenmacht aussehen? Darüber diskutieren Dr. Ulrike Höppner (Politikwissenschaftlerin), Peter Schaar (ehem. Bundesdatenschutzbeauftragter) und Matthias Spielkamp (Vorstandsmitglied bei Reporter ohne Grenzen) am 22.09. ab 19:30 Uhr bei Wikimedia Deutschland.


Dieser gemeinschaftlich von Projektaktiven und Wikimedia Deutschland erstellte Newsletter soll Faszinierendes, Amüsierendes und Anregendes aus der deutschsprachigen wie internationalen Wikimedia-Welt nahe bringen und zum Weiterlesen anregen.

Frühere Ausgaben sind archiviert unter:

Die Liste der Beitragenden kann der Versionsgeschichte der jeweiligen Ausgabe im Archiv in der Wikipedia entnommen werden.

Wenn du Wünsche zur Woche im Allgemeinen oder Anregungen zur Abdeckung spezieller Themen hast, melde dich gerne in den Kommentaren. Auch kannst du gerne jederzeit selbst Einträge verfassen. Einträge für die kommende Ausgabe können bereits jetzt dort eingetragen werden: https://de.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Wikimedia:Woche/N%C3%A4chste_Woche

Allen Mitwirkenden gilt hier wie gewohnt besonderer Dank.

by Nicolas Rueck at September 15, 2016 01:27 PM